Newsletter „Bücherei" 12/2016

Liebe Büchereimitarbeiterin! Lieber Büchereimitarbeiter!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Hier erhalten Sie nun schon den letzten Newsletter des Jahres. Zum Abschluss und ganz knapp vor Weihnachten haben wir Ihnen wieder last-minute-Geschenktipps zusammengestellt. Und zwischen den Jahren ist dann hoffentlich auch reichlich Zeit zum Schmökern, Gruseln, Lachen und Träumen.

Viel Freude beim Verschenken oder Selberlesen!

Ein gesegnetes Weihnachtfest und ein gutes neues Jahr wünscht

Ihr eliport-Team

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
► Literaturtipps unter www.eliport.de
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► Leseförderungs- und Taufprojekt unter www.willkommeningotteswelt.de
► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
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Jm 1 Bilderbücher

Kann ich schon!, ruft Leonie. Sandra Grimm. Ill. von Stéffie Becker. Hamburg: Carlsen 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-551-17076-7, geb.: 5,99 €

Ein weiteres Buch aus der Reihe Alltagsgeschichten von "Leonie".

Die Stiefel anziehen, eine Leiter hochklettern, einen schweren Eimer tragen oder in Pfützen hüpfen – das alles kann Leonie schon ganz alleine. Dieses Pappbilderbuch mit Klappen zeigt verschiedene Situationen auf, die eine Zweijährige gut bewältigen kann. Die Klappen auf jeder Seite ermöglichen den jungen Lesern beim Betrachten selbst tätig zu werden und verleihen der Geschichte zusätzliche Lebendigkeit.  Ein sehr netter Nebeneffekt ist beim Text und auch bei der Illustration die Freundschaft zu Ayse, deren Mutter im Buch mit Kopftuch dargestellt wird. Es vermittelt den Lesern neben den Fähigkeiten, die sie oder Leonie schon können, auch eine interkulturelle  Komponente. Ein weiterer erfrischender Aspekt des Buches ist der Vater, der Leonie auf den Spielplatz begleitet und ihr beim Selbstständigwerden schützend beiseite steht.

Eine kleine Geschichte aus dem Kinderalltag, die stolz macht und motivieren kann. Für Kinder ab zwei Jahren bestens geeignet, da Fähigkeiten aufgezeigt werden, die in dieser Entwicklungsstufe meist gerade erlernt oder gefestigt werden.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Selbstständigkeit | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Eva Wimmer

 

 

Ein Loch gegen den Regen? Daniel Fehr. Ill. von Francesca Sanna. Zürich: Atlantis 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-7152-0719-3, geb.: 14,95 €

Unbeirrt von zahlreichen gut gemeinten Ratschlägen, gräbt der Hase ein Loch zum Schutz vor dem Regen.

Der Hase gräbt ein Loch. Ein Loch gegen den Regen, denn dunkle Regenwolken ziehen auf. Doch alle Tiere des Waldes raten davon ab, ein offenes Loch gegen den Regen zu graben. Der Bär empfiehlt eine Höhle, der Dachs möchte das Loch untern einem Baum haben, der Specht setzt auf ein Loch im Baum und das Eichhörnchen schwört auf ein Nest auf dem Baum. Alle Tiere wissen es besser - auch der Biber und die Kuh geben ihren Senf dazu. Doch während sie noch beratschlagen, fängt es tatsächlich an zu regnen und der Hase ist flugs im frischen Loch verschwunden und so gut geschützt vor dem Wolkenbruch. Alle anderen Tiere werden pitschepatsche nass. - Ein schönes Buch, in klaren Grün-, Braun- und Beigetönen illustriert, das dazu ermutigt, auch die Position des Anderen einzunehmen und nicht nur besserwisserisch auf seiner Sicht zu beharren. Denn der nächste Regen kommt bestimmt!

Für die Kita und daheim bestens geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tiere | Wald
Bewertung: ++
Rez.: Karin Steinfeld-Bartelt

 

 

Sachen suchen. Frohe Weihnachten. Susanne Gernhäuser. Ill. von Anne Suess. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-473-43596-8, geb.: 4,99 €

Adventsaktivitäten und Weihnachtsvorbereitungen in Familie, Kita und in der Stadt.


Auf elf Doppelseiten erleben Lene und Ben die Vorweihnachtszeit. Es geht ums Plätzchenbacken mit der Mama, Basteln und Vorlesen im Kindergarten, Schmücken bei den Großeltern, Laternegehen durch die Stadt, einen Besuch im Spielzeugladen, Schlittenfahren, den Weihnachtsmarkt, das Aussuchen des Weihnachtsbaumes, ein Krippenspiel im Kindergarten, Schneemannbauen und den Heiligabend in der Familie. Ein kurzer Text erzählt von den Erlebnissen der Kinder und endet jeweils mit einer Frage, die zum genaueren Hinsehen anleitet. Neben der doppelseitigen Illustration sind einige Details einzeln abgebildet, die es gilt im Szenenbild aufzuspüren.

Ein konventionelles, aber gut gemachtes Pappbilderbuch, das in der Adventszeit zum Betrachten, Suchen und Erzählen einlädt. Für Familie, Bücherei und Krippe gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Advent | Weihnachten | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

 

 

Wölfe gibt´s doch gar nicht. Véronique Caplain. Ill. von Grégoire Mabire. Dt. von Bernadette Ott. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-473-44678-0, geb.: 12,99 €

Die Ziegenkinder betteln, ihr Papa soll ihnen die Geschichte vom bösen Wolf vorlesen. Während er liest lehren seltsame Geräusche die Familie das Gruseln.

Immer mittwochs kümmert sich der Ziegenpapa um den Haushalt. Aber viel lieber liest er seinen Kindern Geschichten vor. Dieses Mal wünschen sich die Kinder die Geschichte vom bösen Wolf. Nachdem die Wäsche aufgehängt ist und der Kuchen im Ofen, beginnt der Ziegenpapa mit der gruseligen Geschichte, die immer wieder von seltsamen Geräuschen unterbrochen wird. Da klappert ein Fensterladen, da klopft es an der Haustür und zum guten Schluss riecht es auch noch verbrannt. Wenn das nicht der Wolf war. Aber Wölfe gibt‘s doch gar nicht, meint Papa immer wieder, bis er schnell im Garten die Wäsche abhängen will, weil es anfängt zu regnen. – Eine wunderschön gruselige Geschichte in hellen Farben gehalten mit fröhlich karikierenden Zeichnungen. Dieses Buch eignet sich zum Kuscheln und gemeinsamen Gruseln für Eltern, Erzieher und Kinder. Danach bietet sich eine Wolfssuche im Haus oder in der Kita an. Denn Wölfe gibt es hier doch gar nicht.

Eine Gruselgeschichte zum Vorlesen für mutige Kinder ab 4 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagwort: Vorlesen | Tiere | Grusel
Bewertung: ++
Rez.: Bärbel McWilliams

 

 

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

DiCamillo, Kate: Little Miss Florida. Dt. von Sabine Ludwig. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2016. 231 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-423-76157-4, geb.: 12,95 €

Vom Sieg in einem Talentwettbewerb erhoffen sich drei amerikanische Mädchen ein besseres Leben.

Raymie hat nur ein Ziel: Sie muss "Little Miss Florida 1975" werden, damit ihr durchgebrannter Vater stolz auf sie ist und nach Hause zurückkehrt. Um die Jury des Talentwettbewerbs zu beeindrucken, nimmt sie Twirling-Unterricht bei einer berühmten Lehrerin. Dort trifft sie auf zwei weitere Mädchen, die aus ähnlichen Gründen an dem Wettbewerb teilnehmen wollen. Die zarte, elternlose Louisiana hofft, durch das Preisgeld bei ihrer bettelarmen Großmutter bleiben zu können, und die mutige Beverly möchte zu ihrem in New York lebenden Vater reisen. Obwohl die drei Konkurrentinnen sind, freunden sie sich an und versuchen, ihre Probleme gemeinsam zu meistern. Dabei gerät Louisiana in Lebensgefahr und die schüchterne Raymie wächst über sich hinaus, um ihre Freundin zu retten. - Zwar behandelt die Autorin in ihrem autobiografisch geprägten Buch ein sehr ernstes Thema - die emotionale Vernachlässigung von Kindern -, aber durch den schlichten Sprachstil wirkt die Geschichte bisweilen etwas zu profan.

Bei großem Bedarf an Büchern für Mädchen ab 9 J.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Freundschaft | Abenteuer | USA
Bewertung: ++
Rez.: Elisabeth Schmitz

 

 

Schröder, Patricia: Schneegestöber. Oder: Der Tag, als Oma Grizabella verschwand. Münster: Coppenrath 2015. 233 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-649-66782-7, geb.: 12,95 €

Turbulentes familiäres Weihnachts- und Geburtstagsfest auf einer Insel.

Die noch zwölfjährige Leonie fährt mit ihrer Schwester und ihren Eltern auf die Hallig Hilsum. Dort trifft sich die ganze Familie mit allen Onkeln, Tanten, Cousins und Cousinen um Leonies Geburtstag am 24.12. und natürlich um Weihnachten zu feiern. Sogar Oma Grizabella hat den langen Weg auf sich genommen. Alles ist aufregend, es gibt die Geburt eines Lämmchens zu bestaunen, Leonie kann mit ihrer Cousine Sünje zusammen sein und freundet sich mit Ludvig, dem Sohn der Leuchtturmwärterin, an. Nur Sandrina, die neue Lebensgefährtin ihres Onkels verdirbt mit ihrem Benehmen die Stimmung. Und dann ist beim Geburtstagsgeschenke-Auspacken plötzlich Oma Grizabella verschwunden. Hat Sabrina damit zu tun? Und können Leonie, Ludvig und Sünje sie finden? Eine vorweihnachtliche Geschichte mit einer Prise Liebe, in der es teilweise etwas übertrieben turbulent zugeht.

Lektüre, die weiblichen Lesern in Leonies Alter gut gefallen wird.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Weihnachten | Familie | Liebe
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

 

 

Was ist los vor meiner Tür? 20 Geschichten der Besten zum 60. Geburtstag des Deutschen Literaturpreises. Hg. von Stefanie Jentgens. Ill. von Aljoscha Blau. Mit Beiträgen von Martin Baltscheit, Shaun Tan u.a. Berlin: Jacoby & Stuart 2016. 176 S. : Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-942787-87-1, geb.: 24,00 €

GewinnerInnen des Deutschen Jugendliteraturpreises erzählen für junge Leser.

Es sind keine gewöhnlichen Geschichten, die die Vertreterinnen des Arbeitskreises für Jugendliteratur hier gesammelt haben. Deren Autoren und Autorinnen stammen  aus Südamerika, Australien, Südafrika, Israel, die Mehrzahl aber aus Europa. Insofern spiegelt diese Anthologie  die Intentionen des Deutschen Jugendliteraturpreises wider, der von Beginn an auf seine Internationalität Wert gelegt hat. Den jungen Lesern sollte dabei nicht nur vertrauter Lesestoff geboten werden, sondern auch Fremdartiges. Denn in der Jugendliteratur sind ambivalente Erzählstränge und Geschichten mit offenem Ausgang keine Seltenheit mehr.  Diese im Stil sehr unterschiedlichen Erzählungen werden durch die schönen Initialen aus gerissenem Papier und die ganzseitigen Illustrationen von Aljoscha Blau - ebenfalls Preisträger - wie mit einer sichtbaren Klammer zusammen gehalten.  Aljoscha Blau ist ein sperriger Illustrator, der sich mit seinen Collagen nicht scheut, auch jungen Augen gänzlich Ungewöhnliches zu unterbreiten.

Mit seiner überzeugenden handwerklichen Herstellung eignet sich diese Sammlung  für erfahrene junge Leser und Erwachsene. Empfohlen für größere Bestände.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Anthologie
Bewertung: ++
Rez.:
Barbara von Korff-Schmising

 

 

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Levithan, David: Letztendlich geht es nur um dich. Roman. Dt. von Martina Tichy. Frankfurt: Fischer 2016. 383 S. ; 22 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-8414-2240-8, geb.: 16,99 €

Dieselbe bekannte Geschichte - nur anders erzählt...

Die 16jährige Rhiannon begegnet A, der jeden Morgen in einem anderen Körper erwacht und sich in sie verliebt. A sucht ihre Nähe, auch wenn er (oder sie?) immer wieder als eine andere Person auftritt. Rhiannon ist von As Persönlichkeit angezogen und findet den Mut die schwierige Beziehung zu ihrem unsensiblen und achtlosen Freund Justin zu beenden. Doch wie kann sie mit A zusammen sein, der jeden Tag in einem anderen Körper und in einem anderen Leben steckt?
Diese Geschichte hat Levithan in dem Band "Letztendlich sind wir dem Universum egal" bereits aus As Perspektive erzählt. Nun stellt er im vorliegenden Band Rhiannons Erleben und auch ihre  komplizierte und belastete Abhängigkeitsbeziehung zu Justin dar. Das macht die zwar gut zu lesende und stimmig geschriebene, aber in ihrer Grundannahme Fragen aufwerfende Story jedoch nicht plausibler. Wer oder was ist A? Wie kann sich eine solche Persönlichkeit entwickeln und sogar verlieben? Warum in Rhiannon? Und: Warum gibt es A überhaupt? Mit diesen Fragen bleiben die Leser zurück. Lesenswert ist, wie Rhiannon erkennt, dass sie viel zu lange an Justin festgehalten hat.

Für Büchereien mit recht großem Etat geeignet.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Liebe | Abhängigkeit | Trennung
Bewertung: +
Rez.:
Anne Rank

 

 

Jr Ratgeber, Sport, Freizeitgestaltung (Kinder)

Schiller, Marlies: Do it yourself für Kinder.  Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. 161 S. : überw. Ill. ; 27 cm. ISBN 978-3-473-55316-7, geb.: 14,99 €

Schöne Dinge schaffen oder aus alten Sachen etwas Neues zaubern - ein Bastel- und Werkbuch für Kinder und Erwachsene.

Marlies Schiller liebte es schon als Kind kreativ zu sein, etwas Neues auszuprobieren. Auch heute noch mangelt es ihr nicht an Ideen. In diesem Buch beginnt sie damit, das benötigte Werkzeug und Material vorzustellen und geht dann dazu über, auf jeder Doppelseite eine Idee zu beschreiben. Die verständlichen Anleitungen werden von vielen Fotos begleitet, die das Tun z. T. Schritt für Schritt und auch das Ergebnis zeigen. Viele Ideen ranken sich um Blüten: gepresst, ausgeschnitten und aufgeklebt auf Schachteln oder Gläser, für Girlanden oder Raumschmuck, gefilzte, genähte, gemalte, gebastelte. Nicht alle Objekte gefallen mir und auf einige wäre ich auch alleine gekommen, aber ein TicTacToe aus Hölzern gebunden und mit Steinen gespielt, finde ich einen ausgesprochen guten Tipp. Auch der Vorschlag, einen Kranz aus Herbstblättern und -früchten auf Draht aufzufädeln gefällt mir gut. 

Für Erwachsene, die gerne mit Kindern basteln und werken gern empfohlen. Allerdings enthält das Buch viele Vorschläge, die Kinder unter sechs Jahren nicht alleine umsetzen können.

Signatur: Jr
Schlagworte: Basteln | Werken | Handarbeiten
Bewertung: ++
Rez.:
Tosca Mieglitz

 

 

Strobl, Heidi: Lilli kocht. Ein Jahreszeitenkochbuch für Kinder. Ill. von Birgitta Heiskel. Innsbruck: Tyrolia 2016. 137 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7022-3564-2, geb.: 17,95 €

Ein Jahreszeitenkochbuch aus Österreich, das sich an Kinder ab dem Grundschulalter richtet.

Nach Jahreszeiten geordnet werden in diesem Kochbuch Rezepte vorgestellt, die Kinder ab 6 Jahre zum großen Teil selbständig nachkochen können und die auch den Geschmack der Kinder treffen.Auf den ersten Seiten werden in kleinen Zeichnungen die wichtigsten Küchengeräte und Zutaten vorgestellt, die im Rezeptteil dann knapp erklärt werden. Pro Seite gibt es ein Rezept, mit einer Altersangabe. Wird es etwas schwieriger, taucht eine Hand als Symbol dafür auf, dass ein helfender Erwachsener ratsam wäre.Die benötigten Zutaten und Küchengeräte stehen übersichtlich in einer Spalte. Die Arbeitsanleitungen sind knapp und verständlich. Allerdings gibt es im ganzen Buch keine Fotos, sondern nur Zeichnungen, die das Erkennen der dargestellten Dinge manchmal etwas erschweren. Und es gibt auch kein Bild, wie das fertige Gericht aussehen soll.Ein Pluspunkt sind die kurzen Erklärungen oder Tipps zu manchen Gerichten. Allerdings dürften die Rezepte außerhalb Süddeutschlands nur mit der Übersetzungshilfe am Ende zu verstehen sein. Die landestypischen Bezeichnungen der österreichischen Küche wurden im Rezeptteil nämlich beibehalten.

Für Büchereien mit einem großen Bedarf in diesem Bereich.

Signatur: Jr
Schlagworte:
Kochen | Jahreszeitenküche | Kinderküche
Bewertung: +
Rez.:
Monika Betz

 

 

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Camilleri, Andrea: Die Verlockung. Roman. Dt. von Karin Krieger. München: Nagel & Kimche 2016. 157 S. ; 20 cm. Aus d. Ital. ISBN 978-3-312-00996-1, geb.: 18,00 €

Der Wirtschaftsprüfer Mauro Assante sitzt an einem brisanten Bericht über eine dubiose römische Bank an der mächtige Politiker beteiligt sind und gerät in eine bösartige Intrige.

Der ebenso penible wie integre Wirtschaftsprüfer Mauro Assante ist von seinem Chef beauftragt, die Bilanzen der dubiosen Bank ‚Santamaria’ zu durchleuchten. Die Zeit drängt, denn einflussreiche Politiker versuchen ihre Verbindungen zu deren Geschäften zu vertuschen. Mauros Familie ist bereits in den Sommerferien und so brütet er alleine in seiner Wohnung über dem Bericht, als es an der Tür klingelt. Offenbar hat sich die wunderschöne Carla, die vor ihm steht, in der Adresse geirrt. Damit beginnt eine Reihe von Zufällen, merkwürdigen Ereignissen und Begegnungen. Bei Mauro wird eingebrochen, sein Auto verschwindet und er wird beschattet. Offenbar soll er an der Fertigstellung seines Berichts gehindert werden. Doch mit Hilfe der schönen Carla nimmt er den Kampf gegen die unsichtbaren Gegner auf – und steht am Ende als moralisch ruinierter und gebrochener Mann da. Stilistisch gekonnt wie immer lässt uns Andrea Camilleri, wie auch in seinen ‚Montalbano’-Krimis, einen Blick auf die typisch italienischen Verhältnisse, diese Mischung aus Habgier und Intrigantentum, werfen. Versierten Camilleri-Lesern dürfte allerdings schnell klar werden, wie die Geschichte ausgehen wird.

Auch wenn nicht die klassische Krimispannung wie bei den Montalbanogeschichten aufkommt, werden Camillerifans auf ihre Kosten kommen. In diesem Sinne breit empfohlen. 

Signatur: SL
Schlagworte:
Italien | Intrige
Bewertung: +++
Rez.:
Wolfgang Vetter

 

 

Hill, Tobias: Die Spur der Rubine. Roman. Dt. von Karl-Heinz Ebnet. München: C. Bertelsmann 2015. 544 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-570-10031-8, geb.: 24,99 €

Der Weg eines kostbaren Schmuckstücks durch die Zeit.

Verfolgt wird die Spur der „Drei Brüder“, dreier Rubine. Zunächst Teil einer Schließe des Burgunderherzogs Johann Ohnefurcht, später von Jakob Fugger erworben, gelangen sie schließlich zu Heinrich VIII. nach England, der sie als Teil der Kronjuwelen an Elisabeth I. vererbt. Später verliert sich ihre Spur im viktorianischen England. Dort machen sich die jüdisch-irakischen Brüder Daniel und Salman auf die Suche nach den Steinen. In der Neuzeit ist Katherine Sterne fasziniert von den Juwelen und verfolgt ihre Spur. Diese führt sie nach Istanbul und Diyarbakir, London und Japan. Durch die häufig wechselnden Orte und Personen ist es teilweise schwierig der Handlung zu folgen. Der Einstieg in den Roman wird erschwert durch eine lange und ausführliche Einführung in das Thema Edelsteine und den Handel damit. Die Leserin braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, bis die eigentliche Handlung startet.

Für historisch interessierte Leser mit Ausdauer. 

Signatur: SL
Schlagworte:
Juwelen | Geschichte
Bewertung: +
Rez.: Maike Linne

 

 

Iss doch wenigstens das Fleisch. Hg. von Ulrike Sterblich. Mit Beiträgen von Jochen Schmidt, Katharina Adler u.a. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2016. 220 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-499-27190-8, geb.: 12,00 €

16 Kurzgeschichten über kulinarische Erfahrungen und Erinnerungen.

Lesefutter in allerlei Variationen: Ulrike Sterblich, Herausgeberin dieses Bandes, versammelt unter dem Slogan „ Wie wir wurden, was wir aßen“ Kurzgeschichten zeitgenössischer Autoren. Von Ritualen beim Essen in der Kindheit, die selbst beim späteren Besuch des Elternhauses weiter leben über wechselnde Angestellte und Aupair-Mädchen, die eher schlecht als recht für das leibliche Wohl der Kinder gesorgt haben, ein fleischfressendes Mädchen, das erst als erwachsene Frau jemanden findet, der sie nicht eklig findet bis hin zum kollektiven Delirium in einem Zugabteil (iss nichts von Fremden!), das dazu führte, dass die Schreiberin Vegetarierin wurde – skurrile, faszinierende, abstoßende, langatmige, sinnliche, ekelhafte und witzige Geschichten lassen den Leser Essensgewohnheiten, Prägungen in Kindheit und Jugend und außergewöhnliche Erfahrungen mit Mahlzeiten verkosten.

Lesern, die Interesse am Zusammenspiel von Essen und Emotionen und der Nachwirkung eindrücklicher Essensrituale haben, werden viele Geschmackseindrücke geboten.

Signatur: SL
Schlagworte:
Essen | Gefühle | Erinnerungen
Bewertung: ++
Rez.:
Stefanie Drüsedau

 

 

Koch, Jessica: Dem Horizont so nah. Roman. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2016. 461 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-499-29086-2, kt.: 9,99 €

Eine wahre Geschichte über eine große Liebe, die viel Mut und Vertrauen verlangt, weil sie zum Scheitern verurteilt ist.

Auf einem Volksfest lernt Jessica den selbstbewussten Deutsch-Amerikaner Danny kennen, gutaussehend und dank seines Jobs als Model finanziell unabhängig. Fasziniert und überrumpelt gibt Jessica ihm ihre Telefonnummer, doch Danny meldet sich nicht. Erst Wochen später trifft sie ihn in einem Club wieder und verliebt sich. Obwohl Danny sie auch zu mögen scheint, schreckt er vor jeder Berührung zurück, verhält sich mal abweisend, dann wieder sehr fürsorglich. Als Danny sich schließlich ein Herz fasst, ist es fast zu viel, was Jessica erfährt: Weil der Vater ihn jahrelang missbraucht hat, ist er HIV-positiv und ein Leben kann bald vorbei sein kann. Trotz aller Widrigkeiten beschließen Danny und Jessica die Zeit, die ihnen noch bleibt, gemeinsam zu verbringen. Ein bewegendes Buch über furchtbares Unrecht, dem an einigen Stellen ein wenig mehr Distanz gut getan hätte.

Der Erlebnisbericht ist der erste Teil einer Trilogie. Geeignet für alle, denen die Bücher von Jojo Moyes gefallen. 

Signatur: SL
Schlagworte:
Liebe | Aids | Missbrauch
Bewertung: +
Rez.:
Heike Nickel-Berg

 

 

Leenen, Maria Anna: Ganz weit draußen. Manchmal muss man erst ganz weit raus, um sich selbst zu finden. Asslar: Adeo 2016. 197 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-86334-087-2, geb.: 17,99 €

Ein Unfall bei einem Fahrradausflug führt Tessa zum Haus der Eremitin Marie, die ihr eine Zuflucht und spirituellen Rat bietet.

Ein Job der auslaugt, eine Liebe, die sich in Luft aufgelöst hat, in Tessas Leben fehlt Sinn und Kraft. Kurzentschlossen nimmt sie sich eine Auszeit und macht sich auf den Weg zu Marie, die in ihrer Einsiedelei immer mal wieder Gäste aufnimmt, die zur Ruhe kommen oder Antworten finden wollen. Es dauert seine Zeit, bis Tessa sich auf dieses einfache Leben einlassen kann, bis sie den Mut findet, sich Marie zu öffnen, in ihrer Kapelle zu meditieren und sogar einen Weg zurück zu ihrem Glauben zu finden. Das Buch ist mit Schwarzweißfotos bebildert, in den Text sind Gedichte und kurze Bibelzitate eingefügt. Die Autorin Maria Anna Leenen konvertierte zum katholischen Glauben, wurde mit 30 Jahren Ordensschwester und lebt inzwischen als Eremitin im Bistum Osnabrück in Norddeutschland. Dort hat sie eine offene Tür für alle Suchenden.

Sehr katholisch und fromm. Für LeserInnen, die auf der Suche nach neuem Lebenssinn sind.

Signatur: SL | Cp
Schlagworte: Glaube | Spiritualität | Sinnsuche | Einsamkeit
Bewertung: +
Rez.: Heike Nickel-Berg

 

 

Sawatzki, Andrea: Der Blick fremder Augen. Roman. München: Droemer 2015. 302 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-426-28139-0, geb.: 19,99 €

Ein Fall für die Kommissarin Melanie Fallersleben in Berlin.

Andrea Sawatzki beginnt ihren verstörenden Fall mit einem Prolog, der die Leserinnen kommende, düsteren Ereignisse erahnen lässt.  Zunächst zeichnet die Autorin jedoch ein Psychogramm ihrer beteiligten Protagonisten, die aus den unterschiedlichsten Milieus stammen, mit schonungsloser Deutlichkeit. Sie führt hin  zu Kindheits-Traumata, die als quälende, seelische Hypothek und zerstörerische Belastung in das Erwachsenendasein hinein reichen mit fatalen Kommunikationsschwierigkeiten und verheerenden Konsequenzen, die auch die Kommissarin "Mel" bei der Aufklärung selbst in Gefahr bringen. Der Thriller zeichnet ein beklemmendes Psychogramm einer zutiefst gestörten Persönlichkeit, einer getriebenen Seele mit allen ihren Abgründen.

Eine Herausforderung für alle Interessierten dieses Genres. Gern empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte: Thriller | Kindheit | Missbrauch
Bewertung: ++
Rez.: Magdalena Bender