Reformation – Bild und Bibel

Zum Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ stellen wir 21 Bücher vor. Moderne Illustratoren und Schätze der Kunstgeschichte fordern den Betrachter heraus und laden ein, sich neu mit den Geschichten der Bibel zu befassen. Drei Sachbücher fragen grundlegend nach dem Verhältnis von Religion und Kunst, von Religion und Visualität und der Fragwürdigkeit der Bilder.

Anregende Lesestunden wünscht

Ihr eliport-Team

 

Ausgewählte Künstler des 20. Jh. illustrieren biblische Geschichten

Die Bergpredigt. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5 - 7. Einheitsübersetzg. der Heiligen Schrift von 1980. Dirk Fütterer (Hrsg.) Ralf Fütterer (Ill.). Bielefeld: Fütterer 2007. 72 S. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-00-019790-1, geb.: 13,80 €

Der Text der Bergpredigt in grafisch-künstlerischer Gestaltung und mit Illustrationen versehen.

Die Bergpredigt im Matthäus -Evangelium, Kapitel 5 bis 7, ist seit nahezu 2000 Jahren Grundlage für christliche Lebensweise, und doch sieht die Wirklichkeit in dieser Welt oftmals so ganz anders aus als dort gelehrt wird. Die Ereignisse vom 11. September 2001 waren für die Autoren  Anlass, auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit hinzuweisen. Die „Rede von der wahren Gerechtigkeit“, wie sie die Bergpredigt auf dem Vorsatzblatt nennen, wollten sie daher in künstlerischer Ausgestaltung neu ins Bewusstsein rücken. Durch eine eindrucksvolle Gestaltung – sehr unterschiedliche Schriftgrößen und wohl ausgewogene Platzierung der Texte auf den Seiten, ferner auf der linken Seite durch eine beigegebene Illustration – hoffen sie,  einen neuen Bezug zur Gegenwart zu schaffen und zu Nachdenklichkeit anzuregen und zum Gespräch über die christliche Lehre und ihre Umsetzung in heutiger Zeit führen zu können. 

Der uralte Text in neuer künstlerischer Gestaltung will Fundamente christlichen Glaubens für das 21. Jahrhundert ins Bewusstsein rücken und neue Zugänge eröffnen – dazu gute Wünsche und gutes Gelingen. 

Signatur: Cb
Schlagworte: Bibel|Malerei|NT
Bewertung: ++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Buchholz, Quint: Die Bibel. In Bildern von Quint Buchholz. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2010. 279 S. : Ill. ; 26 cm. ISBN 978-3-579-06548-9, geb.: 39,99 €

Biblische Geschichten überraschend illustriert. Ausgewählte Bibeltexte Illustrationen von Quint Buchholz zugeordnet.

Nur ganz wenige der über 90 Bilder sind von dem bekannten Illustrator für diesen Band mit Geschichten der Bibel gemalt worden. Es hat ihn selbst überrascht und fasziniert, wie viele seiner früher gemalten Illustrationen sich als zu biblischen Texten passend erwiesen. In einer Zeitspanne von mehr als einem Vierteljahrhundert entstanden, ließen sie sich den von ihm ausgewählten biblischen Erzählungen zuordnen. Eine Entdeckungsreise, in der Gott gesucht wurde in der Kunst, wie Buchholz es nennt. Seine Arbeiten in Acryl, mit Tusche und Feder auf Pappe oder Leinwand vermitteln Weite, Klarheit, auch Kargheit. Fenster und Türen, die den Blick hinausgehen lassen über Wasserflächen und zu Horizonten, Boote zum Aufbruch, Leitern, Stühle meist leer, aber auch einladend, immer wieder Bücher, aufgetürmt an erstaunlichen Orten, gewichtig und vielseitig benutzt. Ausblicke in klare Vollmondnächte, in ruhige Einsamkeiten sicher den Weg weisend auch durch dunkle Gefilde oder in hoffnungslos scheinenden Situationen. Bilder des Nachsinnens wert.

Für alle Liebhaber der Illustrationen von Quint Buchholz und als Schule des Sehen lernens mit unendlichen Perspektiven empfohlen. 

Signatur: Cb 1|Cm
Schlagworte: Bibel|Kunst
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Käßmann, Margot: An Vaters Rockzipfel. Margot Käßmann (Text) und Kitty Kahane (Ill.) erzählen eine Geschichte von Josef & seinen Brüdern. Frankfurt am Main: Ed. Chrismon 2011. 30 S. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-86921-077-3, geb.: 14,90 €

Josef und seine Brüder, für Kinder im Bilderbuch erzählt.

Die biblischen Erzählungen von Josef und seinen Brüdern sind kein leichter Stoff. Margot Käßmann erzählt sie so, dass Kinder die Geschichte mit Josefs Augen sehen und seine Höhen und Tiefen miterleben. Mit ihm sitzen sie im dunklen Brunnen, von den Brüdern verraten und verkauft, mit ihm treffen sie die Entscheidung, sich am Ende zu versöhnen. Zuversicht und Halt gibt Josef ein Fetzen Stoff: Der Rockzipfel des Mantels wird zum Symbol für die Liebe seines Vaters, für die Liebe Gottes. Auf sie kann sich Josef auch in schweren Zeiten verlassen. Die Erzählung stößt an manche Grenzen. Die ungleiche Geschwisterkonstellation lässt sich schwer aus Josefs Sicht fassen, die sexuellen Übergriffe durch Potifars Frau liegen nicht im Erfahrungshorizont der Zielgruppe. Über den Stil der kräftigen, eigenwilligen und symbolträchtigen Illustrationen mag man streiten. Mitunter sind sie aber wenig kindgerecht und mit ihren fremden, teilweise im Text unerwähnten Elementen nur schwer zu erschließen.

Das Buch ist für Kinder ab fünf Jahren, es braucht aber Zeit zum Reden. Es kann helfen, auch in schwierigen Lebensphasen oder Familienverhältnissen nie den Mut zu verlieren. 

Signatur: Jc
Schlagworte: Bibelgeschichte|AT
Bewertung: +
Rez.: Rainer Merkel

 

Lechermeier, Philippe: Die Bibel. Ill. von Rébecca Dautremer. Dt. von Rosemarie Griebel-Kruip u. Sarah Pasquay. Münster: Coppenrath 2014. 381 S. : Ill. ; 28 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-649-62116-4, geb.: 44,00 €

Eine Lust für´s Auge. Gewagte und zugleich einfühlsame Bilder und eine gelungene Nacherzählung biblischer Überlieferung.

Ohne sich mit der Angabe der Stellen abzuquälen (nirgends sind die gewöhnlichen Angabeorte aus 1.Mose 12, 17 zu finden!), erzählt der Autor auffällig bibelfest und detailliert: es ist eine Freude. Dabei wechselt er die literarischen Gattungen vom erzählenden Text bis zum Bühnenstück. Manche literarische Freiheit ist von zauberhafter Leichtigkeit und berührender Menschenliebe. Aber auch die Passagen des Schreckens werden schonunglos nacherzählt. Die Hebräische Bibel kommt in großer Breite und in ihrem wunderbaren Reichtum zu Wort. Das Neue Testament ist ebenfalls als einfacher Text erzählt (keine unterschiedlichen Evangelien, kein Hinweis auf Briefe) und trotzdem bleibt es in dieser Fassung wohltuend vielschichtig. Bei allem gelingt es, die große Schwäche der historisierenden Sprache zu vermeiden. Die Bilder dazu! Es verschlägt mir die Sprache. Unglaublich! Modern. Französisch. Multikulturell. Weltbilder. Für viele aber vielleicht eine Überforderung? Trotzdem: wunderbar!

Für Gottesdienst, Bibelgesprächskreise und Konfirmationsunterricht eine Bereicherung.

Signatur: Jc
Schlagworte:
Bibel|Kunst
Bewertung: +++
Rez.:
Christiane Thiel

 

Schönfeldt, Sybil Gräfin: Die Bibel - Das Alte Testament. Für Kinder und Erwachsene neu erzählt. Ill. von Klaus Ensikat. Berlin: Tulipan Verl.  2009. 305 S. : Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-939944-33-1, geb.: 39,95 €

Eine souverän erzählte und hinreißend illustrierte Ausgabe des Alten Testaments für Kinder und Erwachsene.

Die Bibel ist voller Geheimnisse. Aber einige entstehen, weil sich die Leser nicht gut bei den altorientalischen Königshäusern auskennen oder nicht ahnen, was die Bibel an Wissen über den Tempelkult voraussetzt. Die langjährige Zeit-Redakteurin Sybil Gräfin Schönfeldt erzählt die Bibel kenntnisreich und mit schlichter Eleganz. Die großen Vätergeschichten, die Erzählungen von den biblischen Frauen Deborah, Ester, Judith und auch ausgewählte Psalmen werden transparent und lesen sich ohne Mühe. Kleine einleitende Kommentare und das verarbeitete historische Hintergrundwissen machen die Texte so klar, dass der Leser fast schon das Geheimnis vermissen könnte. Aber dieses entsteht durch die meisterlichen Illustrationen von Klaus Ensikat neu. Seine Menschen stehen staunend in einer vielfältig bewegten und belebten Welt. Kleine Augenweiden sind auch seine Zeichnungen von Tieren, Schwertern, Blumen im fortlaufenden Text. Diese Bibel ist ein wundervolles Buch.

Eine Familien- und Schmuckbibel für alle Zwecke des häuslichen und öffentlichen Gebrauchs.

Signatur: Jc
Schlagworte: 
Kinderbibel|Geschichten|AT|Malerei
Bewertung: +++
Rez.:
Frank Hiddemann

 

So sehe ich die Bibel. Persönliche Einblicke in das Buch der Bücher. Norbert Lammert [Hrsg]. Ill. von Andreas Felger. Stuttgart: Dt. Bibelges. 2008. 167 S. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-438-04830-1, geb.: 29,80 €

Gedanken von 32 Persönlichkeiten zu je einer Bibelillustration von Andreas Felger.

Seit vielen Jahren hat der Maler und Bildhauer Andreas Felger sich mit vielerlei Techniken und Themen beschäftigt, so auch zu den Erzählungen der Bibel, die er mit 171 ganzseitigen Aquarellen und 106 Skizzen illustrierte. Zu 32 von ihnen äußern sich hier Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Neben dem Aquarell steht der biblische Text, dann folgen auf den beiden nächsten Seiten die sehr unterschiedlichen Assoziationen und individuellen Interpretationen. Die Bildanalyse steht in einem spannenden Bezug zur jeweiligen Vita der Person. Die Bilder in ihrer ausdrucksvollen Farbigkeit neben sparsamer figürlicher Darstellung machen eigene Einblicke möglich und eröffnen weite Spielräume.       

Ein kostbar gestalteter, ausnehmend anregender Band, der einlädt eigenen An- und Einsichten nachzugehen oder gemeinsam mit anderen Gedanken zusammenzutragen.        

Signatur: Cb|Kz
Schlagworte: Bibel|Moderne Kunst|Malerei
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Der Wurm am Turm. Brussig, Thomas. Ill. von Kitty Kahane. Frankfurt am Main: Ed. Chrismon 2011. 30 S. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-86921-061-2, geb.: 14,90 €

Ein Bilderbuch für Erwachsene mit einem kindlichen Text über eine alte Geschichte.

Brussig erzählt originell und Kahane malt originell. Und die Geschichte vom Turmbau zu Babel hat Weltliteraturcharakter und verkraftet alles. Menschlicher Hochmut mit einem kräftigen Schuss Naivität sind hier die Ursache für den Turmbau. Es ist nicht Gott, der die Sprachen verwirrt, sondern die Monotonie der Arbeitsvorgänge lässt die Fähigkeiten der Menschen verkümmern. Das Ende des Projektes ist eine Folge von Unfällen aufgrund fehlender Verständigungsmöglichkeit. Zuletzt bleibt ein Turm in einer menschenleeren Gegend und ein singendes Kind, das schon die ganze Zeit wusste, dass das alles Blödsinn ist und auch wusste, dass Gott sich vielleicht doch in die Geschichten der Menschen einmischen will. Das Buch kann man gut verschenken; an Leute, die etwas für Kunst und Bibel übrig haben. Es empfiehlt sich auch für die Bücherei, wenn man der Bibel auf ungewöhnliche Weise begegnen will. Lohnend ist es, wenn der Turmbau von mehreren Seiten betrachtet werden soll.

Für Kinderkirche und Konfirmationsunterricht geeignet.

Signatur: Jc
Schlagwort: Bibel|Kunst|Babel
Bewertung: ++
Rez.: Christiane Thiel

 

Bibel in der Begegnung mit Kunstgeschichte

Bild und Botschaft. Biblische Geschichten auf Bildern der Alten Pinakothek München. Hg. von Friedrich-August von Metzsch. Mit Beiträgen von Martin Bogdahn u.a. Regensburg: Schnell & Steiner 2005. 115 S. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-7954-1451-1, kt.: 12,90 €

Bildbetrachtung und Deutung biblischer Gemälde in der Alten Pinakothek München.

Seit 1990 werden monatlich für Museumsbesucher Bildbetrachtungen von Gemälden biblischer Themen für Museumsbesucher in der Alten Pinakothek angeboten. Diese Vorlagen bilden die Basis für vorliegenden Bildband. Neben einer ganzseitigen Ansicht des ausgewählten Gemäldes werden wie z.B. für den Turmbau zu Babel kurze historische bzw. allgemeine Erklärungen an den Anfang gestellt. Dann folgt eine Bildbeschreibung, die auch schon auf  die kunstgeschichtliche Einordnung und Bedeutung von Maler und Werk eingeht. Im 3. und spannendsten Teil wird die Botschaft herausgestellt. Hier sind theologische Zusammenhänge einbezogen, die zum Verständnis führen. Es folgen kleingedruckt die entsprechenden Bibelstellen.- Das Format ist handlich, der Benutzer kann es vor Ort nutzen, aber auch aus der Ferne verlockt der wunderbare Band zum Betrachten und Lesen.

Für großen Betrachter- und Leserkreis eine einstimmende und informative Quelle.

Signatur: Cb|Ka
Schlagworte:
Bildanalyse|Bibel|Gemälde
Bewertung: +++
Rez.:
Annette Blanke

 

Bild und Botschaft III. Glaubenszeugen und Glaubenskünder auf Bildern der Alten Pinakothek München. Hg. von Friedrich-August von Metzsch. Mit Beiträgen von Martin Bogdahn u.a. Regensburg: Schnell & Steiner 2006. 95 S. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-7954-1791-8, kt.: 12,90 €

Gemälde großer Persönlichkeiten aus der Alten Pinakothek München, die die Kirchengeschichte geprägt haben.

Nach den ersten beiden Bänden zu biblischen Geschichten auf Gemälden der Alten Pinakothek München rückt der 3. Band Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die ihr Leben und Werk dem Christentum verschrieben haben und die Kirchengeschichte maßgeblich beeinflussten. Da werden Apostel, Märtyrer, Kirchenväter und Ordensgründer in ihrem jeweiligen Kontext auf Bildern vorgestellt und wie in den vorangegangenen Bänden beschrieben und ihre Botschaft formuliert. Psalmen, Bibelstellen und Inschriften geben dazu Hinweise. Auch hier kann sich der Betrachter im Museum vom handlichen Führer weisen lassen, der Hängeort ist am Anfang genannt. Ebenso ergiebig ist das Betrachten der guten Reproduktionen und Lesen der eingängigen Texte unabhängig vom Museumsbesuch.

Für großen Betrachter- und Leserkreis eine interessante und informative Quelle.

Signatur: Cb|Ka
Schlagworte:  Bildanalyse|Bibel|Gemälde
Bewertung: +++
Rez.: Annette Blanke

 

Große Frauen der Bibel in Bild und Text. Herbert Haag (Hrsg.) Freiburg: Herder 1998. 295 S. : überw. Ill. ; 34 cm. ISBN 3-451-26351-3, geb.: 49,90 €

Frauen der Bibel werden mit ihren bekannten und unbekannten Seiten vorgestellt.

Jede Frauengestalt begleitet eine Meditation von Dorothee Sölle. Joe H. Kirchberger spürt die außerbiblischen Quellen und Spuren von der Antike bis in die neuzeitliche Literatur auf. Der Text wird mit einer Vielfalt von ausdrucksstraken Bildern von der Romantik bis in die Moderne untermalt. Das nicht nur vom Inhalt gewichtige Buch besticht durch die hervorragende Gestaltung und dem ästhetisch schönen Druck auf Hochglanzpapier.

Ein Buch für jedes Lebensalter, welches eine gewisse Reife auf Seiten des Lesers erfordert, so gesehen ist es ein bleibendes Geschenk für Konfirmanden/-innen.

Signatur: Cb|Jc
Schlagworte: Bibel|Frau|Malerei
Bewertung: +++
Rez.: Eva Maria Nielsen

 

Kretschmer, Hildegard: Wie Jonas vom Wal verschluckt wurde. Berühmte Maler erzählen die Bibel. Stuttgart: Reclam 2014. 95 S. : überw. Ill. ; 27 cm. ISBN 978-3-15-010963-2, geb.: 16,95 €

Ausgewählten Erzählungen des Alten und Neuen Testaments werden bedeutende Gemälde  bekannter Maler aus verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte gegenübergestellt.

Dieses Buch erschien unter dem Titel „Wie Noah die Tiere gerettet hat“ im Jahre 2003 bei Prestel in der Reihe „Abenteuer Kunst“ in einer sorgfältigen Ausgabe von hervorragender Druckqualität. Die jetzige Ausgabe bei Reclam ist bis auf ein einfacheres Seitenlayout und einen nicht so brillanten Druck so gut wie unverändert. Die Kunsthistorikerin H. Kretschmer übernimmt die Geschichten fast wörtlich der Einheitsübersetzung und der „Jerusalemer Bibel“. Sie gibt Erläuterungen zum Text und zum Maler des ausgewählten Bildes, das einen entscheidenden Augenblick der Erzählung aus Sicht des Malers festhält und damit das Geschehen interpretiert, wenn z. B. Rembrandt für die Geschichte von der Stillung des Sturms auf dem See Genezareth ein Segelboot, wie er es aus seiner Heimat kennt, gegen Wind und Wellen kämpfen lässt und ein Bild von großer Dramatik und hohem Symbolwert schafft.. wobei die Apostel den Menschen seiner Zeit gleichen, so dass Gegenwärtigkeit entsteht.  So laden alle Bilder zum Gespräch ein, zum Fragen und zum Entschlüsseln der Symbole. Worterklärungen, ein Verzeichnis der Bibelstellen und eine Namensliste der Künstler, in der man auch den Aufenthaltsort des Gemäldes finden kann, runden das Buch ab. 

.Das Buch ist großen und kleinen Büchereien nach wie vor sehr zu empfehlen für Erwachsene und für Kinder, Es eignet sich für Gesprächskreise, z. B. für den Konfirmandenunterricht. Die Büchereien, die es vor 10 Jahren kauften, mögen es hüten, weil  die Neuausgabe nicht an die herausgeberische Qualität  der Erstauflage herankommt. 

Signatur: Jc|Kb
Schlagworte:
Biblische Geschichten|Malerei und Bibel
Bewertung: +++
Rez.:
Lieselotte Diepholz

 

Lier, Suzanne: Reise durch das Alte Testament. Die fünf Bücher des Mose. Ein Lesebuch für die Familie mit Bildern der Kunst. Ill. von Marc Chagall, Ernst Barlach, Rembrandt u.a. Rhöndorf: Bibel & Kunst 2013. 383 S. : Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-9815308-0-3, geb.: 29,90 €

Bilder aus der Kunst und Kommentare zu den wichtigsten Texten des Alten Testaments.

In der Bibel deckt das geläufige Neue Testament vom Ganzen nur einen 5. Teil ab, das Gros, das AT, bleibt vielen Christen in weiten Strecken unbekannt und ist doch das Fundament christlicher Identität. Der Verfasserin gelingt es mit leichter Hand, Unkenntnis, Berührungsängste und Ignoranz zu überspringen und Faszination für diesen aufregenden Teil der Bibel zu wecken. Sie stellt die fünf Bücher des Mose in gezielter Bildauswahl aller Stile und Epochen jeweils einem kindgemäßen Text und einem differenzierten Kommentar für Erwachsene gegenüber. Da gibt es Werke von Chagall und Rembrandt, Mosaiken und Kirchenfenster und dazu spannende Beschreibungen und Interpretationen, die Fragen aufwerfen und auf Brüche hinweisen. Es werden Bilderrätsel eingeschoben und viele Anregungen zum Weiterforschen gegeben.

Hier wird Bekanntes und Neues gekonnt gemischt und sollte in einem großen Leserkreis Zugang finden. 

Signatur: Cb|Ka
Schlagworte: AT|Bibel|Kunst
Bewertung: ++
Rez.: Annette Blanke

 

Nigg, Walter: Rembrandt. Maler des Ewigen. Zürich: Diogenes 2006. 140 S.: Ill. ; 21 cm. ISBN 3-257-06532-9, geb.: 19,90 €

Sieben Themenbereiche aus religiöser Sicht beleuchten und deuten Rembrandts Leben und Werk.

Im Jahre 1606 wurde Rembrandt geboren, ein Grund, sein Leben und Werk nach 400-jähriger Wiederkehr zu würdigen. In vorliegendem biografischen Essay mit dem Untertitel „Maler des Ewigen“ gelingt es W. Nigg, Professor der Kirchengeschichte, Pfarrer und Schriftsteller u.a. vieler kirchlicher Porträts, in sieben Themenbereichen sich dem Menschen Rembrandt und seinem Werk aus seiner, mit der Theologie und Religion vertrauter Sichtweise zu nähern. Er deutet  z.B. zwei Urteile über den Maler, die weit auseinanderklaffen: der kühle, verachtende Abstand J. Burckhardts und als Gegenpol V. van Gogh, der das Religiöse der Bilder mit großer Intensität empfand.- Nigg beschreibt Rembrandts Selbstbildnisse als eine der wenigen biografischen Aussagen und sieht sie als Abbild und Erforschung der eigenen Seele. Er empfindet das Licht im erdrückenden Dunkel der Bilder lichtmetaphysisch, im biblischen Sinne als Sieg des Lichts über die Finsternis. Er schreibt über die Verlorenheit der Seele, Rembrandts distanziertes Verhältnis zur damaligen Kirche und lässt ihn als Grünewalds Nachfolger das hässliche Christusbild wieder aufnehmen und bildlich deuten.

Der Essay wendet sich an Leser, die mit Fragen der Kunst und der Bibel vertraut sind und den spannenden Analysen folgen möchten.

Signatur: Kb|Cm
Schlagworte: Bibel|Malerei
Bewertung: +++
Rez.: Annette Blanke

 

Oberthür, Rainer: Die Bibel für Kinder und alle im Haus. Mit Bildern der Kunst. Ausgew. und gedeutet von Rita Burrichter. München: Kösel 2004. 336 S.: Ill. ; 24 cm. ISBN 978-3-466-36668-2, geb.: 19,95 €

Eine Familienbibel
zum Vorlesen und gemeinsamen Lesen.

Dreißig Bilder zur Bibel von Künstlern aus dem 6. bis 20. Jahrhundert sind jeweils passend zum Text eingefügt, jeweils auf einer Seite ganz und dann oft die Geschichte begleitend in Ausschnitten. Wer die Bilder mit dem biblischen Text auf sich wirken lassen möchte, kann das ungehindert tun. Wer an weiteren Seh-Hilfen interessiert ist, wird hinten im Buch fündig. Auch hier sind die Erläuterungen - von Rita Burrichter - behutsam und öffnen Raum für eigene Entdeckungen.

Für Kinder ab 9 Jahren, mitwachsend bis ins Konfirmandenalter.

Signatur: Jc|Cb 1
Schlagworte:
Kinderbibel
Bewertung: ++
Rez.:
Griet Petersen

 

Poppe, Sonja: Bibel und Bild. Die Cranachschule als Malwerkstatt der Reformation. Leipzig: Ev. Verl.-Anst. 2014. 118 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-374-03795-7, geb.: 16,80 €

Populäre Einführung in das Schaffen von Lucas Cranach dem Älteren und dem Jüngeren.

Reformation - Bild und Bibel, anlässlich dieses Themenjahres hat die Theologin und Religionspädagogin Sonja Poppe eine erste Annäherung an das Wirken von Vater und Sohn der Cranach-Familie herausgebracht. Auf gut 100 Seiten und mit zahlreichen Abbildungen gibt sie einen guten Einblick in die Cranach-Schule als Malwerkstatt der Reformation. Dabei stehen die Präsentation und Interpretation von zehn Szenen aus dem Alten und Neuen Testament im Mittelpunkt des Buches. Die Autorin wie kongenial sich die Theologie Luthers und die Bildsprache der Cranach-Werkstatt verbanden und wie sich die bildliche Darstellung im Laufe der Zeit veränderte (bis hin zur Übermalung). Jeder Bilddeutung ist der Bibeltext (Lutherbibel 1984) vorangestellt, bevor Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte und zur Bildkomposition zur theologischen Aussage des Gemäldes führen. Weitere Abschnitte befassen sich mit den Lutherporträts und dem Wittenberger Reformationsaltar.

Als kurzweiliger und allgemein verständlich verfasster Einstieg ins Thema Bild und Bibel für Bücherei, Gemeinde und Schule empfohlen. Auch zur Vorbereitung eines Besuches in Wittenberg oder einer der Gemäldegalerien, in denen man die Originale bewundern kann, gut geeignet.

Signatur: Cb 2|Kc
Schlagworte:  Kunst|Bibel|Reformation
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

 

Schmied, Wieland: Bilder zur Bibel. Maler aus sieben Jahrhunderten erzählen das Leben Jesu - Mit einem Vorwort von Wolfgang Huber. Stuttgart: Radius 2006. 247 S.: überw. Ill. ; 27 cm. ISBN 3-87173-365-2, geb.: 29,90 €

Erklärungen bildlicher Darstellungen zum Leben Jesu aus sieben Jahrhunderten.

Ein breites künstlerisches Spektrum stellt der Band vor vom Mittelalter über die Renaissance bis zur Gegenwart. Die Beispiele sind ausgewählt aus Museums- und Privatbesitz. Sie sind mit ganz wenigen Ausnahmen nicht - oder nicht mehr - im sakralen Raum, für den sie mehrheitlich früher geschaffen wurden. In dem einleitenden Teil geht Wieland Schmied der Entwicklung der Künstler nach, die sich bis um 1800 bei Darstellungen von Szenen aus dem Leben Jesu bewusst waren, dass sie sich „auf heiligem Boden“ bewegten und dem kirchlichen Auftraggeber verpflichtet waren. Dann entwickeln sie nach und nach eine individuelle Sicht auf das Geschehen, lassen den Betrachter auch ihre Zweifel, ihre kritischen Anfragen spüren bis hin zu den aufbegehrenden und provozierenden Darstellungen mit Beginn des 20. Jahrhunderts. - Der Mittelteil gliedert die Bilder nach Themen über die Verkündigung bis hin zur Leidensgeschichte, die den umfangreichsten Teil ausmacht, in dem auch die größte Anzahl an modernen und Gegenwartsbildern aufgenommen wurde. - Ein dritter Teil bringt einen Ausblick auf christliche Motive in der Moderne, der ausnehmend spannende Perspektiven zu Zugängen eröffnet, wo zunächst keine christlichen Ansätze erwartet werden.

Eine kunstgeschichtliche Betrachtung, die zugleich eine Kulturgeschichte ist. Materialreich, doch nicht überfrachtet, kenntnisreich, dennoch verständlich für den interessierten Laien geschrieben - eine europäische Schatztruhe zu einem erfreulich günstigen Preis.

Signatur: Kb
Schlagworte: Kunst|Bibel|Malerei
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Scholl, Verena: Rembrandts biblische Frauenporträts. Eine Begegnung von Theologie und Malerei. Zürich: TVZ 2006. 192 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 3-290-17384-4, geb.: 20,80 €

Blick auf biblische Frauengestalten in Gemälden und Zeichnungen Rembrandts aus der Sicht einer Theologin.

Aus Anlass des 400. Geburtstages von Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) sind zahlreiche Publikationen von Kunsthistorikern erschienen. Hier aber schaut eine calvinistische Theologin auf einige Arbeiten und weist auf emanzipatorische Aspekte hin, die sie in Zusammenhang mit den Lehren Calvins erklärt. Es war eine Zeit der Befreiung und des gesellschaftlichen Umbruchs. Rembrandt, der der reformierten Kirche angehörte, nahm Themen auf, die bislang nicht zum Bilderkanon der katholischen Kirche gehört hatten: eine die Bibel lesende Frau, die Prophetin Hanna im Tempel, die Geschichte Esthers aus dem Alten Testament. Besonderes Interesse wandte Rembrandt früh der Geschichte der Maria von Magdala und der Samaritanerin am Brunnen, aber auch der der Ehebrecherin zu, die Jesus in die selbst verantwortete Freiheit gehen ließ. - Immer setzt die Autorin Rembrandts Leben in einen inhaltlichen Bezug zu seinen Bildthemen und in den Zusammenhang von gesellschaftlichen Auffassungen und kirchlichen Lehrmeinungen der Zeit.

Der schön bebilderte Band gibt vielfältige Möglichkeiten, sich mit Rembrandts Kunst zu beschäftigen, von der Calvin sagen würde, sie sei "von inneren Zeugnis des Heiligen Geistes" geprägt.

Signatur: Kb|Cb 2
Schlagworte: Bibel|Frau|Malerei
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Über Bilder sprechen. Bildpredigten - Theologische und kunsthistorische Betrachtungen. Evangelisches Forum Kassel  [Hrsg.]. Kassel: Ev. Medienverband 2011. 77 S. ; überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-89477-879-8, geb.: 18,95 €

Bildbetrachtungen aus der Sicht von Kunstgeschichte und Theologie.

Vor zehn Jahren begann das Evangelische Forum in Kassel eine seither regelmäßig veranstaltete, damals neuartige Reihe mit Bildbetrachtungen aus der reichhaltigen Sammlung Alter Meister in der Gemäldegalerie. Im Gespräch tauschten KunsthistorikerInnen und PfarrerInnen ihre Sicht auf Darstellungen und Inhalte aus. Das führte zu interessanten Erkenntnissen und neuartigen Interpretationen. So entstand der Wunsch, die Erfahrungen in einer Publikation zu dokumentieren.
An elf Gemälden, vorrangig aus der niederländischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, werden solche 'Bildpredigten' hier vorgestellt. Die Szenen behandeln religiöse und weltliche Themen, in denen jedoch oft verborgene Hinweise zu biblischem Gedankengut zu entdecken sind. Bei sechs der Gemälde ist das unmittelbar erkennbar, bei den übrigen erschließt sich erst bei genauer Betrachtung und hilfreichen Hinweisen etwa auf die Bildersprache jener Zeit ein religiöser Aspekt, eine moralische Ermahnung. Die entsprechenden Belegstellen sind beigegeben. Kurzbiographien der Maler weisen auf Lehrmeister oder Schüler und berichten von auf Reisen in Europa gewonnenen Einflüssen.

Gern empfohlen für alle, die gern eintauchen in ferne Bilderwelten, auch als  Anregung, sich auf eigene Entdeckungsreisen zu begeben. 

Signatur: Ch 1|Kc
Schlagworte:  Bibel|Malerei|Predigt
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

 

Grundlegendes über Religion, Kunst und Visualität

Fendrich, Herbert: Glauben. Und Sehen. Von der Fragwürdigkeit der Bilder. Münster: Aschendorff 2014. 176 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-402-03440-8, geb.: 19,80 €

Ein katholischer Erwachsenenbildner, der sein Leben lang gern mit Bildern gearbeitet hat, legt hier sein Lebenswerk vor.

Herbert Fendrich war im Bistum Essen als Erwachsenenbildner und in einer liturgischen Arbeitsstelle tätig. Er wurde als Lehrer ausgebildet. In unzähligen Situationen hat er den Glauben mit Bildern vermittelt. "Bilder sind nur Bilder!", schärft er seinen Hörern (und Lesern) ein. Aber gerade wenn Bilder von Glaubenserfahrungen nur indirekt und gleichsam reflektierend berichten, sind sie geeignet, einen welterfahrenen Glauben, der auch durch Zweifel gegangen ist, zu bestärken. Fendrich arbeitet ebenso mit ganz alten Bildern wie mit moderner Kunst. Religiöse Themen - Leiden, Leben, Tod und Ewigkeit - strukturieren den Band. Kunstwissenschaftliche Ergebnisse werden immer zur Kenntnis genommen und verarbeitet. Eine "Zeitreise" durch die Kirchengeschichte, die den Umgang der Christen mit ihren Bildern beschreibt, eröffnet den Band, der 2003 zuerst erschien und nach zehn Jahren zum Themenjahr "Bibel und Bild" der Reformationsdekade in die dritte Auflage geht.

Von diesen bild- und glaubenspädagogischen Arbeiten wird jeder profitieren, der in Schule, Gemeinde und Erwachsenenbildung an den großen Lebensthemen des Christentums arbeitet.

Signatur: Ca 2|Cm
Schlagworte: Glaube|Kunst|Geschichte|Ikonografie
Bewertung: ++
Rez.:
Frank Hiddemann

 

Religiöse Blicke - Blicke auf das Religiöse. Visualität und Religion. Hg. von Bärbel Beinhauer-Köhler, Daria Pezzoli-Olgiati u. Joachim Valentin. Mit Beiträgen von Susanne Lanwerd u.a. Zürich: TVZ 2010. 414 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-290-17546-7, kt.: 42,00 €

Dieser Band entstand aus einer internationalen Tagung der Kath. Akademie Rabanus Maurus (Frankfurt) über religiöse Blicke.

Wie das so ist bei Tagungsbänden, enthält der Band eine Fülle von verschiedenen Beiträgen, die nur durch einen spannenden Titel zusammen gehalten werden. In diesem Buch geht es um Visualität und Religion. Wie es bei jeder Tagung gelungene und weniger gelungene Vorträge gibt, so wird er Leser bestimmt von einigen Beiträge profitieren und von anderen weniger. Mir selbst gefielen zwei Artikel über in Indien weit verbreitete Plakate (Darsan-Bilder) sehr gut, die mir zeigten, wie selbstverständlich dort billige Pop-Plakate in die religiöse Verehrung einbezogen werden und welche Rolle das Anblicken der bunt abgebildeten Gottheiten spielt. Für alle Leser jedoch wird der Einführungsartikel des Herausgebers Valentin ein Schatz sein. Er zeigt mit ganz eigener Handschrift, aber hinreißend stringent die (Streit-)Geschichte der religiösen Bilder im Christentum bis in die Bildhermeneutiken der Gegenwart hinein.

Das reich illustrierte Buch bietet viel Material für Menschen, die sich für Religionsästhetik interessieren; ich vermute, vorwiegend für solche aus dem Wissenschaftskontext.

Signatur: Ca 2|Cm
Schlagworte:  Blicke|Ästhetik|Wissenschaft|Religion
Bewertung:  ++
Rez.: Frank Hiddemann

 

Wils, Jean Pierre: Kunst. Religion. Versuch über ein prekäres Verhältnis. Tübingen: Klöpfer & Meyer 2014. 270 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-86351-082-4, geb.: 24,00 €

Kunst und Religion in ihrer Konkurrenz als Instanzen zeitkritischer Deutungsmacht.

Wils beschreibt die verschiedenen Künste als Ausdruck der kreativen Möglichkeiten von Individuen. Religion versteht er als Umschreibung all jener Äußerungen, mit denen Menschen versuchen, ihre Ahnungen von Spiritualität, Moralität und subjektiver Gotteserfahrung zu artikulieren. Große Kunst entsteht für Wils aus dem gewagten Spiel von Intelligenz, Kreativität und Transzendenz. Als Professor für Theologie und Philosophie vermeidet er es, der Kunst Qualitäten wie „Heilung, Heil oder Erlösung“ zuzuschreiben. Dagegen zeigt er, wie Kunst Prozesse der „Verletzung und Verheilung“ sichtbar machen kann. So hält Wils Abstand zur Religion, ohne ihre Perspektive ganz zu verlassen. Er spielt aber nicht die Museen gegen die Kathedralen aus. Wils warnt vor der Vereinnahmung der Künste durch die Kirchen und eröffnet neue Wege, ästhetische Erfahrung theologisch zu interpretieren.

Ein wissenschaftlicher Essay über die Chancen der Künste, mit „Bildern“ zum Verständnis menschlichen Seins beizutragen. Das Buch fordert konzentrierte Lektüre und Fachwissen. 

Signatur: Kb|Ca 2
Schlagworte:
Bewertung: ++
Rez.: Rüdiger Sareika