Endlich (wieder) Schule!

Chmielewska, Iwona: abc.de. Langenhagen: Gimpel 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-945359-03-7, geb.: 19,90 €

Ob man ein solches ABC-Buch nur machen kann, wenn es sich nicht um die Muttersprache handelt? Kunstvoll. Exotisch.

Jeder Buchstabe gibt sich durch Worte zu erkennen, die ergänzt werden von weiteren Einfällen, Namen, Hinweisen. Bei L denkt man an Licht, sieht aber Luther im Dunkeln ein Papier an eine Tür heften, die einen Spalt weit offen steht, durch die weißes Licht hereinfällt. Das alles unaufdringlich, zurückhaltend schlicht gezeichnet, als Collagen zusammengestellt. Nichts knallt oder brennt, alles ist poetisch. So dass ich sagen möchte: dafür braucht es besondere Lesende, Kinder, die mehr als nur Unterhaltung wollen. Bei P bekommen wir das Porzellan angeboten, während eine Hand eine Meißner Tasse aus der Verpackung hebt, die mit Packpapier beschriftet ist, hinter der sich wiederum ein Porzellanpferd aufbäumt. Trotz der Fülle ist es nicht überfrachtet. Es gibt auch einfachere Buchstabenbilder: miteinander und Max und Moritz und beide Figuren Hand in Hand, wobei das Deckblatt des Buches als Reprint und die Figuren ebenfalls original, nur in ihrer Haltung verfremdet sind. Lesenlernen mit Zeit...

Für Vorlesekreise, Eltern-Kind-Kreise, Vorschule/Lesestart mit Geduld.

Signatur: Jm 1 | Ju 1
Schlagworte: Alphabet | Lesen | Sprache
Bewertung: +++
Rez.: Christiane Thiel

Das Känguru trägt keinen Schuh. Tierische Abc-Geschichten in Reimen. Erwin Grosche. Ill. von Pina Gertenbach. Würzburg: Arena 2016. 43 S. : überw. Ill. ; 25 cm. (Der Bücherbär, 1. Klasse, Allererstes Lesen). ISBN 978-3-401-70792-1, geb.: 7,99 €

Tierische ABC-Geschichten in Reimen für Erstleser.

Dieses Kinderbuch für Erstleser wurde von Erwin Grosche in Reimform zu den einzelnen Buchstaben des Alphabetes getextet und mit stimmungsvollen Zeichnungen von Pina Gertenbach versehen. Vorn im Buch befindet sich eine Seite mit Abc-Stickern und eine kleine Bärenfigur, die am Lesezeichen festgeknotet ist, sorgt dafür, dass auch nach einer Unterbrechung die richtige Seite wiedergefunden wird. Einige Leserätsel, die am Ende des Buches aufgelöst werden, sorgen für zusätzlichen Lesespaß. Besonders hervorzuheben ist, dass die Buchstaben in großer Fibelschrift gedruckt und somit für Kinder im Erstlesealter besonders geeignet sind.

Ein lustiges Buch für Kinder im Erstlesealter, die Reime und lustige Geschichten mögen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Tiere | Reime | Alphabet
Bewertung: +++
Rez.: Andrea Schmidt

Wilde Typen. Andrea Schomburg. Ill. von Dorothee Mahnkopf. München: Tulipan 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe A). ISBN 978-3-86429-313-9, geb.: 8,95 €

Das ABC - lauter wilde Typen!

So manch einem zukünftigen Erstklässler wird sicher schon etwas bang zumute sein angesichts dessen, was ihm nach den Sommerferien alles an Neuem und Unbekannten in der Schule begegnen wird, allem voran das schwierige Alphabet mit seinen vielen Buchstaben - wie soll man sich die nur alle merken? Mit dem vorliegenden Buch wird das kein Problem sein!! Hier wird eine lustige, quirlige Truppe präsentiert, in der jeder Buchstabe sein eigenes "Gesicht" hat: das "B" mit dem dicken Bauch beispielsweise ist "saugefräßig", das "J" sieht aus wie ein kleiner frecher Wurm, beim "P" knattern und knallen die Pupse und das  "S" züngelt wie eine Schlange. Durch die kurzen Verse und lustigen, einprägsamen Zeichnungen werden die einzelnen Buchstaben zum Leben erweckt und lassen sich dadurch leicht einprägen. All das geschieht spielerisch und quasi ganz nebenbei. Ein herrlicher Spaß zum Vorlesen für Schulanfänger!  
                          
Zum Verschenken zur Einschulung oder als Überraschung in der Zuckertüte sehr zu empfehlen!

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Buchstaben | Typen | Schulanfang | Reime
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte

Endlich Schule! Eine Geschichte vom Großwerden. Jutta Richter. Ill. von Leonard Erlbruch. München: Hanser 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-446-25901-0, geb.: 14,00 €

Ein Bilderbuch, das die Angst vor dem Schulanfang vertreibt und Lust auf Schule macht.

Lena hat drei beste Freunde: die Puppe Annabella Klimperauge, Leo, den Stofflöwen und Klaus Teddy. Mit ihnen verbringt sie die Sommerzeit vor der Einschulung. Sie freut sich schon sehr darauf: „Ab morgen wird alles anders. Ab morgen bin ich groß. Ab morgen gehe ich in die Schule." Ihre Freunde finden das gar nicht gut und haben Angst vor der Veränderung. Sie befürchten, vergessen und nicht mehr gebraucht zu werden. Denn Große spielen ja wohl nicht mehr mit Teddys oder Puppen, oder doch?  Lena darf ihr Lieblingsspielzeug mit in die Schule bringen und so können sich die drei davon überzeugen, dass es in der Schule toll, dass die Lehrerin nett und dass das Lesen wichtig ist.
Eine warmherzig erzählte, von Leonard Erlbruch liebenswert illustrierte Geschichte, die die Vorfreude auf die Schule steigert und die Angst davor nimmt.

Vielseitig einsetzbar zum Vorlesen in Vorschule, Kindergarten und Elternhaus zur Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt für Kinder ab 5 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:  Schule | Einschulung
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

Völk, Julie: Wenn ich in die Schule geh, siehst du was, was ich nicht seh. Hildesheim: Gerstenberg 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-8369-5669-7, geb.: 16,95 €

Auf dem Weg zur Schule gibt es viel zu entdecken.

Ein kleiner Junge und seine große Schwester machen sich in diesem textlosen Bilderbuch auf den Weg zur Schule. Es geht durch eine ländliche Umgebung, hin in eine kleine Stadt. Nach und nach holen sie ihre Mitschüler*innen ab. Dabei gibt es jedes Mal einen spannenden Einblick in die Wohnungen der Kinder. Überhaupt gibt es wieder viel zu entdecken bei Julie Völk: Da steht ein Pferd auf der Veranda (wem kommt es bekannt vor?), da sitzt eine Nixe auf dem Klo und beim Zirkus ist ganz schön was los. Nebenbei wird Hafer gepflückt (und gleich wieder verfüttert), Spiele werden gespielt, Tiere in der Zoohandlung bewundert und Geheimnisse ausgetauscht.
Julie Völk schafft mit zarten Bunt- und Bleistiftzeichnungen eine kleine, heile Kinderwelt, die voller Überraschungen steckt. Sie achtet auf die Darstellung einer multikulturelle Gemeinschaft, in der alle dazugehören und in der auch ein Kind im Rollstuhl vorkommt (wie es in die Schule, deren Eingang nur über eine Treppe erreichbar ist, gelangen wird, bleibt allerdings ungewiss). Damit ragt sie erfreulich aus dem Bilderbuchmarkt hervor.

Ein schönes Bilderbuch, das Lust auf den Schulweg zu Fuß macht und zum Entdecken und Erzählen einlädt. Gut geeignet für Kita-Kinder am Übergang zur Schule und für Schulanfänger*innen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Schulweg | textlos | Schule
Bewertung: +++
Rez.: Wiebke Mandalka

Die Böckchen-Bande in der Schule. Bjørn F. Rørvik. Ill. von Gry Moursund. Dt. von Monika Osberghaus. Leipzig: Klett Kinderbuch 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Norw. ISBN 978-3-95470-181-0, geb.: 15,00 €

Schon am ersten Schultag erleben die Böckchen-Brüder ein wildes Abenteuer.

Die drei Böckchen-Brüder müssen zur Schule gehen. Sie sind skeptisch, beschließen aber, der Sache eine Chance zu geben. Von den Mitschülern werden sie freundlich aufgenommen, aber auch sofort gewarnt vor der strengen Frau Schnellschuh und dem bösen neuen Rektor.Und schon am ersten Tag begegnen die drei Brüder nicht nur der freundlichen Lehrerin Frau Hasianne, sondern auch beiden Angstfiguren. Der Rektor entpuppt sich als Troll, mit dem die Bande es bereits im Vorgängerband (Die Böckchenbande im Schwimmbad) zu tun hatte. In einem bunten „Show-down“, bei dem ein Kopierer eine wichtige Rolle spielt, sorgen die drei dafür, dass der Troll aus der Schule entfernt wird.Die Illustrationen heben das Bilderbuch aus der Masse hervor. Sie sind krakelig, offenbar bewusst wie Kinderzeichnungen angelegt, die wimmeligen Szenen bunt und verrückt. Schön die Details der Schule, die mit „Fundkiste“ und Schulsekretariat durchaus Realität abbilden, bevor die Geschichte auf kindliche Weise ins Verrückte abhebt.

Ein Mutmach-Bilderbuch gegen die Angst vor dem Schulanfang, aber vor allem ein Quatsch- und Spaßbuch, das durch seine Art zum Gestalten eigener Geschichten anregt.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Schule | Angst | Mut
Bewertung: +++
Rez.: Birgit Schönfeld

Welk, Sarah: Lasse in der ersten Klasse. Ill. von Anne-Kathrin Behl. München: arsEdition 2018. 121 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8458-2196-2, geb.: 10,00 €

„Lasse in der ersten Klasse“ erzählt in sechs Kapiteln von Lasse, dem Schulkind und seinen Erlebnissen rund um die Einschulung.

Lasse kommt in die Schule. Wie alle Schulkinder benötigt er eine Schultasche. Als großer Raketenfan ist es klar, dass er eine zum Thema Raumfahrt nimmt. Eine startende Rakete ziert seine Schultasche und zählt beim Öffnen „Three – Two – One – GO!“ herunter. Dies nimmt Lasse als Startsignal für die Schule.
Sarah Welk erzählt aus Lasses Perspektive vom Abenteuer Einschulung. Lasses Sprache ist kindlich und leicht zu verstehen. Eine große, gut lesbare Schrift macht das Lesen angenehm. Klare, schöne Illustrationen von Anne-Kathrin Behl runden das (Vor-)Lesevergnügen ab.
Trotz der großen Schrift sind die Seiten voll und die Kapitel lang. Kinder im Erstlesealter könnten beim Lesen schnell auf Grund der Masse an Wörter und zu verarbeitenden Informationen überfordert sein. Zum Selbstlesen empfehle ich dieses Buch daher erst fortgeschrittenen LeserInnen.

Ein Vorlesebuch für Kinder von 5-7 Jahren. Geeignet für die Kita oder zu Beginn der ersten Klasse zum Vorlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schulanfang
Bewertung: +++
Rez.: Tanja Bullerkotte

Dijk, Lutz van: Mbongis Weg zur Schule. Eine Geschichte aus Afrika. Ill. von Betina Gotzen-Beek. Frankfurt: Duden 2018. 59 S. : Ill. ; 23 cm. (Leseprofi, 2. Klasse). ISBN 978-3-7373-3349-8, geb.: 7,99 €

Eine Freundschaftsgeschichte aus Afrika, die berührt und fasziniert.

Der sechsjährige Mbongi lebt in einem kleinen Dorf in Afrika. Seine beiden Freunde Thobile und Thandi gehen bereits zur Schule und auch Mbongi freut sich schon sehr darauf, endlich die Schule besuchen zu dürfen. Nur macht er sich große Sorgen, dass sein großer Traum zerplatzen könnte, denn er wurde nur mit einem Bein geboren und seine Familie kann sich keinen Rollstuhl leisten. Wie soll er da den Schulweg schaffen?  Wie gut, dass er Freunde hat.
Diese Geschichte aus der Duden Leseprofi-Reihe öffnet ein Tor in die Welt. Auf altersgerechte Weise werden die einfachen Lebensumstände in Südafrika geschildert. Die LeserInnen erfahren, dass es nicht selbstverständlich ist, öffentliche Verkehrsmittel oder gar Autos zu benutzen. Ebenso sind medizinische Hilfsmittel, Kleidung und Spielzeug nicht überall auf der Welt einfach zu haben.
Durch große Schrift, einfachen Satzbau, ein klares Textbild, Leserätsel und unterstützende Bilder hilft diese Geschichte beim Lesenlernen.

Dieses Erstlesebuch ist für frische SelbstleserInnen ab 6 Jahren geeignet und bei Antolin gelistet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Afrika | Behinderung | Schule | Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Anne Tebben

Eine Klasse für sich - Haifischalarm! Pamela Butchart. Ill. von Becka Moor. Dt. von Anne Braun. Zürich: Orell Füssli 2017. 100 S. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-280-03540-5, geb.: 11,95 €

Die Kinder in der Klasse von Frau Miller haben jede Menge Energie und Phantasie.

Während des Schwimmunterrichts gibt es eine riesengroße Aufregung, denn Julian ist sicher, dass er von einem Hai gebissen wurde. Die Erwachsenen glauben ihm nicht, doch für die anderen Kindern ist die rote Stelle an seinem Bein ganz klar ein Haibiss. Logisch, dass nun keiner mehr ins Wasser will, oder? Auch die gefundenen Dinosaurierknochen im Schulgarten und ein magischer Fallschirm bieten reichlich Stoff  für Aufregung und bringen die Lehrinnen und Lehrer der Kinder bisweilen an den Rand der Verzweiflung. Die drei Abenteuer der „Klasse für sich“ werden mit viel Humor und Phantasie erzählt. Der Text wird aufgelockert durch hervorgehobene Wörter und Sätze. Die in Blau- und Grautönen gehaltenen Illustrationen unterstreichen und ergänzen den Text auf eine witzige Weise.

Für Jungen und Mädchen ab 6 Jahren, die sich für fantasievolle und witzige Geschichten aus der Schule interessieren. Gut geeignet zum Vorlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schule | Freunde
Bewertung: +++
Rez.: Christine Schwendener

Levy, Dana Alison: Die verflixten Fletcher-Boys. Dt. von Anu Stohner. Ill. von Maria Karipidou. München: cbt 2016. 286 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-570-16401-3, geb.: 14,99 €

Eine multikulturelle Regenbogenfamilie mit gewöhnlichen Alltagsfreuden und -sorgen wird zum Botschafter für Toleranz und Respekt.

Zwei schwule Väter, vier adoptierte Söhne unterschiedlicher Hautfarben und kultureller Hintergründe: Bei dieser Konstellation hätte es überambitioniert werden können. Doch Levy zeigt ein Jahr ganz normales Chaos des familiären und schulischen Alltags der Sechs – mit Schwung und viel Humor. Der verträumte Frog lernt, sich in der ersten Klasse einzugewöhnen. Jax entfremdet sich nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule von seinem besten Freund und wächst an einem Schulprojekt. Sam riskiert seinen Ruf als „cooler“ Sportler mit seiner neuen Leidenschaft, der Theater-AG. Eli erkämpft sich den Besuch einer Schule für Hochbegabte, wo er aber todunglücklich ist. Die Eltern versuchen, allen Söhnen gerecht zu werden. Und mit Ritualen, wie Festen aus allen Kulturen der Jungs und dem jährlichen Campingurlaub, schaffen sie es, alle zusammen zu schweißen. Auffällig ist diese Familie nicht durch ihre Zusammensetzung, sondern durch den unaufgeregten und liebevollen Umgang miteinander.

Für LeserInnen ab 10 Jahren gern empfohlen, auch zum (gegenseitigen) Vorlesen in Familien und auf Veranstaltungen geeignet.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Familie | Schule | Pubertät | Homosexualität
Bewertung: +++
Rez.: Kerstin Wohne

Kirschner, Sabrina J.: Die unlangweiligste Schule der Welt. Auf Klassenfahrt. Ill. von Monika Parciak. Hamburg: Carlsen 2017. 233 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-551-65391-8, geb.: 3,99 €

„Bitte leise atmen!“ ist nur eine der vielen Anordnungen in der langweiligsten Schule der Welt. Bis die BFLB auf den Plan tritt…

Max und Frieda haben das Pech auf die mit Abstand langweiligste Schule der Welt zu gehen. 777 Schulregeln, generelles Lachverbot und achtmal täglich Mathe sind nur die Spitze des Eisbergs der sich dort abspielenden Tristesse. Doch dann erscheint eines Tages ein Inspektor der BFLB (= Behörde für Langeweilebekämpfung), der mittels einer abenteuerlich-chaotischen Klassenfahrt den öden Schulalltag gehörig durcheinanderwirbelt. Dank des Geheimberichts des Inspektors erfahren wir, wie aus einer von Regeln und Verordnungen bedrückten Klasse eine furchtlose, mutige und äußerst gut unterhaltene Klassengemeinschaft wird.
Dieses ungewöhnlich geschriebene und ebenso illustrierte Buch lässt sich sicher nicht nur von Altersgenossen der Schüler der Schnittlich-Schule in Mittelhausen mit Begeisterung lesen. Es bringt einen Heidenspaß und ist im Nu verschlungen Mit Spannung kann auf die Fortsetzung gewartet werden.

In dem Bereich für die Lesestufe 2 sollte sich dieses schöne Buch in unseren Büchereien finden lassen.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Schule | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Kurt Triebel

Hunt, Lynda Mullaly: Wie ein Fisch im Baum. Dt. von Renate Weitbrecht. München: cbt 2016. 299 S. ; 22 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-570-16420-4, geb.: 12,99 €

Mit Hilfe ihres neuen Lehrers lernt Ally zu ihrer Leseschwäche zu stehen und selbstbewusster zu werden.

Ally ist 11 Jahre alt und beherrscht eines perfekt: zu verstecken, dass sie nicht richtig lesen und schreiben kann. Durch viele Umzüge und ignorante Lehrer gelang das gut, machte das Mädchen jedoch zu einer verspotteten Außenseiterin. Erst als Mr. Daniels ihr neuer Klassenlehrer wird und ihre Begabungen in Mathematik und Zeichnen genauso wie ihre Legasthenie erkennt, wendet sich langsam das Blatt. Die misstrauische, störrische Ally lernt sich zu öffnen und zu erkennen, dass sie sich über ihre Stärken und nicht über ihre Schwächen definieren kann. Gemeinsam mit ihren Freunden Keisha und Albert gelingt es ihr Anerkennung zu finden und sich den Anfeindungen einiger Mitschüler zu widersetzen. Das sehr emotionale Buch macht Betroffenen Mut und öffnet die Augen für unterschiedliche Begabungen und Talente. Auch wenn das Ende recht dick aufgetragen ist, so ist diese Geschichte mit einer äußerst glaubwürdigen und sympathischen Hauptfigur einfach Mut machend und mitreißend.

Nicht nur für Jugendliche ab 12, sondern auch für Eltern und Lehrer eine einfühlsame und berührende Lektüre.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Legasthenie | Schule | Freundschaft | Mobbing
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Drüsedau

Bach, Tamara: Vierzehn. Hamburg: Carlsen 2016. 106 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-551-58359-8, geb.: 13,99 €

Ein Schultag im Leben der 14jährigen Beh: Nach einer Krankheit und den Ferien trifft sie ihre Freunde wieder. Viel ist passiert…

Endlich sieht Beh ihre Freundinnen wieder. Weil sie krank war, konnte sie die mit ihnen geplante Reise in den Ferien nicht mitmachen. So weiß sie nicht, was sich dort getan hat, kann die Veränderungen nur spüren. Doch ihre Freundinnen wissen auch nichts von den Dingen, die sich bei ihr getan haben. Genauso kann der Leser vieles nur erahnen. Doch eines verrät Tamara Bach: Der, der Behs Leben auf den Kopf stellt, heißt Anton. Was auf seiner Postkarte steht, bleibt ein Geheimnis.
Die Autorin arbeitet damit, vieles unausgesprochen zu lassen. Zwar erfährt der Leser, dass Behs Eltern getrennt sind und dass der Vater ein Kind von der Neuen erwartet. Doch was Anton Beh geschrieben hat, bleibt im Dunkeln und lässt viel Raum für schöne Phantasien. In der unüblichen Du-Perspektive spricht die Autorin ihre Hauptfigur an und serviert nur Häppchen aus ihrem Leben. Es geht um Leerstellen, die noch besetzt werden müssen, wie im Leben einer Vierzehnjährigen eben üblich.

Leser im Alter um 14 Jahre können in diesem Buch einiges aus ihrer Welt neu entdecken. Für Eltern werden ihre Kinder mit diesem Buch vielleicht ein wenig leichter zu begreifen.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Erste Liebe | Freunde | Familie |Schule
Bewertung: ++
Rez.: Ute Lawrenz

Oppermann, Lea-Lina: Was wir dachten, was wir taten. Weinheim: Beltz & Gelberg 2017. 177 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-02567-8, kt.: 12,95 €

Was tun, wenn der Amokläufer nicht tötet, sondern fordert?    

Die Matheklausur der Klasse 10 wird von einer Durchsage unterbrochen: Amokalarm. Aus der nur kurz andauernden Erleichterung aufgrund der Unterbrechung wird Angst und Panik. Als es dem Amokläufer gelingt, durch einen Trick in das Klassenzimmer einzudringen und sich mit der Klasse in diesem einzuschließen, liegen alle Nerven blank. Er stellt fiese aber geschickte Aufgaben, die nach und nach jedes Geheimnis in der Klasse aufdecken. Doch was kommt, nachdem jede Forderung erfüllt ist? Erzählt und beschrieben wird diese brenzlige Situation abwechselnd aus den Perspektiven dreier Anwesender. Die langen Abschweife und ergänzenden Erzählungen zwischen den einzelnen Ereignissen stören  Spannungsbogen und Lesefluss, fügen sich jedoch gut in den Schreibstil, den Bewusstseinsstrom, ein. Der bizarre Ablauf und das plötzliche und offene Ende werfen Fragen nach Moral und Ethik auf und lassen den Leser/die Leserin an Oberflächlichem zweifeln. 

Als Unterrichtsmaterial aufgrund der Thematik sehr zu empfehlen.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Schule | Moral | Beziehungen
Bewertung: ++
Rez.: Marie Dettmar