Newsletter „Bücherei" 03/2016

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Ostern ist nicht mehr weit und  - endlich - zeigt sich die erste Frühlingssonne. Das schlägt sich auch in unserem März-Newsletter nieder. Neben Büchern über das Osterfest für Groß und Klein tummeln sich Häschen, Glockenblumen und sogar eine Osterkatze. 

Wir wünschen sonnige Frühlingstage und anregende Lesestunden

Ihr eliport-Team


Bewertung:
+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
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Jm 1 Bilderbücher

Drei Bäume für Bruno. Maria Theresia Rössler. Ill. von Brunella Baldi. Wien: Jungbrunnen 2015. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. ISBN 978-3-7026-5890-8, geb.: 14,95 €

Das Kaninchen Bruno findet drei junge Bäume vor der Tür. Er adoptiert sie und zieht sie groß.

Ein kleiner Hase und drei kleine Bäumchen. Hübsch erzählte Geschichte über Bäume und was sie brauchen: mehr als Streicheleinheiten. Wasser ist überlebenswichtig. Und erst wenn ihre Wachstumsbedingungen wirklich gut sind, können sie groß und stark werden. Am Ende spenden sie Schatten und Heimat für viele Gäste, die sich zum großen Fest versammeln. Kleine Kinder mögen den Hasen Bruno und verstehen mit Herz und Verstand, wie wichtig die Bäumchen sind.

Lesegruppe: Kinder und Eltern.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Natur|Freundschaft|Treue|Leben
Bewertung: ++
Rez.:
Christiane Thiel

 

Die Erzählung von Ostern. Mary Joslin. Ill. von Alida Massari. Dt. von Martin Polster. Stuttgart: Gabriel 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-522-30427-6, geb.: 12,99 €

Passion und Ostern für Kinder erzählt.

 Nach der Weihnachtsgeschichte haben Mary Joslin und Alida Massari nun auch die Passions- und Ostergeschichte (Palmsonntag, Jesus im Tempel, Passahmahl und Fußwaschung, Jesus im Garten Getsemani, Jesus und Pilatus, Kreuzestod Jesu, Die Frauen am leeren Grab, Jesus zeigt sich seinen Jüngern) für Kinder im vorliegenden Buch sehr ansprechend umgesetzt. Die Texte sind kindgerecht, die Sätze kurz und klar strukturiert, dabei nah am Bibeltext. In ihren Zeichnungen lässt Alida Massari sich von der Kunst und Architektur des Altertums inspirieren. Warme Blau-, Grün- und Sandtöne erschaffen stimmungsvolle, intensive Bilder, die sowohl zum Verweilen, Betrachten und Erzählen einladen als auch die Textaussage wunderbar unterstützen. Auch den Praxistest in einem zweiten Schuljahr hat das Buch bestanden. Die Kinder konnten den Textinhalten gut folgen und entdeckten in den Illustrationen immer wieder Neues und Bemerkenswertes.

Für zu Hause und in der Gemeinde, im Kindergarten und in der Grundschule als Vorbereitung auf das Osterfest gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Passion|Ostern
Bewertung: ++
Rez.: Petra Schulte

 

Gestatten, die Osterkatze! Deborah Underwood. Ill. von Claudia Rueda. Dt. von Anika Dürtler. Bindlach: Loewe 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 19 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-7855-8489-7, geb.: 7,95 €

Eine Katze ist eifersüchtig auf den Osterhasen.

In einem angedeuteten Dialog findet eine Unterhaltung mit einer Katze statt. Sie ist eifersüchtig auf den Osterhasen, der von jedem geliebt wird. Die Katze unterhält sich mit Bildern und Gesten mit dem Leser und gemeinsam wird ein Plan entwickelt, wie die Katze den Osterhasen unterstützen könnte. - Ein ungewöhnliches, humoristisches Bilderbuch mit sehr reduzierten, aber ausdrucksstarken Bildern, die an Karikaturen erinnern und viel Raum für eigene Ideen lassen. Vorleser und Zuhörer können in die Rolle der Katze oder ihres Gegenspielers schlüpfen und so "nebenbei" ein wenig das Einfühlungsvermögen üben.
 
Ein Bilderbuch für die Osterzeit, allerdings ohne jeglichen religiösen Hintergrund. Bei Bedarf an humoristischen Büchern für diesen Bereich gerne empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ostern
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble

 

Kleiner Räuber Roddi Hut. Daniela Dammer. Ill. von Valeska Scholz. Stuttgart: Thienemann 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-522-43771-4, geb.: 12,99 €

Wagemutige Räuberbande dringend gesucht!

Durch die schillernde Pfauenfeder am großen Hut aus Aalleder und seine Flickenräuberhose ist Roddi Hut schon ein respektabler Räuber, der täglich auf große und kleine Abenteuer aus ist. Leider fehlt dem Räuberhauptmann noch so eine richtige Räuberbande. So fragt er den großen Bären, den einsamen Wolf und den edlen Adler, ob sie eine Räuberbande bilden möchten. Doch die Einzelgänger lehnen überheblich ab. Aber Roddi bleibt hartnäckig und so findet er dann unter den kleinen Tieren des Waldes einige mutige Räubergefährten mit unterschiedlichen Talenten: das Opossum, den Vielfraß und das Erdferkel. Die Räuberhosen für die neuen Kameraden sind schnell genäht, und das erste Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten. Am Ende gibt es ein zünftiges Räuberfest mit einem Hoch auf das wilde Räuberleben.- Liebenswerte Tiergeschichte mit farbenstarken Illustrationen mit dem Credo: Gemeinsam sind wir stark und haben jede Menge Spaß und Abenteuer!

Im Vorlesekreis zum Thema Räuber und Freundschaft bestens geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagwort: Räuber|Abenteuer|Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.: Karin Steinfeld-Bartelt

 

Mein erstes kleines Buch von Ostern. Dörte Beutler. Ill. von Kerstin M. Schuld. Stuttgart: Gabriel 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-522-30434-4, geb.: 8,99 €

Die biblische Ostergeschichte erzählt und bebildert auf Hartkarton-Seiten.      
                                      
Die Aufmachung richtet sich in Beschreibung und Aufmachung an die "Kleinsten". Für sie hat das Buch aber viel Gewicht. Sprache und Umfang des Textes sind eher für Vorschul- und Schulkinder geeignet. Die Bilder  illustrieren die Geschichte, wobei Jesus weißgewandet mit roter Stola sehr priesterlich vorgestellt wird. Störend finde ich, dass auf nahezu jedem Bild ein Hund auftaucht, der nichts mit dem Lauf der Geschichte zu tun hat. Zudem wurden Hunde in Israel keinesfalls im Speiseraum und anderen Situationen geduldet. Inhaltlich wird die Ostergeschichte wiedergegeben, ohne ein einzelnes Evangelium besonders zu berücksichtigen. Hinderlich finde ich die mehrfach gebrauchte Formulierung, dass Jesus "wieder lebendig wird". Dass seine Lebendigkeit eine andere ist als vorher, klingt leider nicht an. Für Kinder, die mit Tod in Berührung kommen, kann das eine schwierige Hürde sein.

Für Familien und Kita möglich.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ostern|Passion|Bibel|Pappbilderbuch
Bewertung: +
Rez.: Brigitte Messerschmidt

 

Ein Schäfchen macht muh. Katja Reider. Ill. von Steffi Wöhner. Frankfurt: Sauerländer 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-7373-5348-9, geb.: 7,99 €

Von einem Schäfchen, das anders ist als andere – ein Bilderbuch aus dicker Pappe.

Molly ist ein kleines munteres Schäfchen. Eines wie alle – doch nicht ganz. Denn das Schäfchen macht nicht „mäh“ wie die anderen, sondern stets nur „muh“. Papa, Mama Schaf, sogar die Tante Berta üben mit Schäfchen. Vergeblich! Molly macht „muh“ – und hört auf einmal, wie da noch jemand „muh“ ruft, aber ganz kläglich. Es ist ein kleines Kalb. Da muht Molly einfach mit, bis Mama Kuh kommt. Sie findet ihr Kind, weil Molly geholfen hat zu „muhen“. Natürlich werden Molly und Kurtchen Freunde, und Kurtchen macht „mäh“. – In kräftigen Farben und klarem Szenenspiel sind die Bildtafeln gemalt. Mittendrin die Tierfiguren - witzig und voller Leben, tiertypisch und doch als richtige kleine Charaktere ohne kitschige Verniedlichung. Es ist nur eine kleine Geschichte, doch sie lässt lächeln und transportiert ganz unaufdringlich die Botschaft von Anderssein und Freundschaft. Schon die kleinsten Betrachter - und mit ihnen die großen - dürften an diesem Bilderbuch aus dicker Pappe ihren Spaß haben.

Mit Tierfiguren zum Liebhaben beweist das Bilderbuch aus dicker Pappe, dass auch im Kleinen viel Humor stecken kann und Verniedlichung keinen Platz hat. Breit einsetzbar ab 2 J.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tiere|Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Heide Germann

 

Spanner, Helmut: Ich bin die kleine Ente. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-473-43548-7, geb.: 9,99 €

Realistisches Pappbilderbuch über eine Entenfamilie im Sommer.

Drei Entenkinder hocken bei der Mutter im Nest, unternehmen erste Schwimmversuche, haben Hunger und lernen Gründeln. Wenn ihnen Kinder Brot zuwerfen, wird es schon mal von großen frechen Möwen weggeschnappt. Im Schilf gibt es Frösche zu entdecken und auf dem Wasser einen Schwan mit Nachwuchs. Junge Blesshühner werden von der Mutter gefüttert und aus der Tiefe taucht ein Karpfen auf. Die Entengeschwister spielen im Wasser und sind am Abend froh, bei der Mutter zu schlafen. Unaufgeregt und durchaus realistisch zeichnet Helmut Spanner bereits 1989 dieses Pappbilderbuch aus der Reihe „Ich bin...“. Es hat nichts von seinem Charme verloren.

Empfohlen für Kinder ab zwei Jahren, die aus dem städtischen oder ländlichen Umfeld die abgebildeten Tiere sicher kennen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Pappbilderbuch|Tiere
Bewertung: +++
Rez.:
Gabriele Kassenbrock

 

Wenn die Bären schlafen müssen. Gute-Nacht-Reime mit vielen großen und kleinen Tieren. Frantz Wittkamp. Ill. von Julia Wittkamp. Hamburg: Carlsen 2015. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. ISBN 978-3-551-17065-1, geb.: 9,99 €

Alle Kinder müssen abends schlafen gehen und natürlich auch die Tierkinder.

Mit kleinen Gute-Nacht-Gedichten geht es um so leichter.Der Autor Frantz Wittkamp erzählt für die allerjüngsten Leser kleine Gute-Nacht-Geschichten in Form von Versen. Die kleinen Bären müssen vor dem Schlafen baden, das Entenkind schläft am liebsten auf dem Wasserbett und der kleine Hase hört Geschichten, die erfunden sind. Mit jeweils vier fröhlichen und eingängigen Reimen, die von den Erlebnissen des Tages berichten, werden die Tierkinder zu Bett gebracht. Jeder Vers wurde detailgenau von Julia Wittkamp bebildert und in dezenten Farben gehalten. Die einzelnen Tierepisoden sind auf einer Doppelseite untergebracht und das stabile Buch nimmt auch ungestümen Kinderhänden nichts übel. Die Verse sind sehr einfach und leicht verständlich, sodass viele kleine Hörer sie sicher bald auswendig mitsprechen können. Kleine Rituale erleichtern das Einschlafen.

Stabiles Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren, gern empfohlen für jede Bücherei.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Tiere|Einschlafen|Reime|Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.:
Monika Mazac

 

Wenn kleine Hasen Picknick machen. Katja Reider. Ill. von Franziska Harvey. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-473-43561-6, geb.: 6,99 €

Familie Hase möchte ein Picknick machen. Doch jedes Familienmitglied hat noch etwas Wichtiges vergessen…

Es dauert lange bis Papa Hase, Mama Hase und die beiden Kinder Hoppelhase und Hasemaus an diesem sonnigen Tag zu ihrem Picknickausflug starten können. Jeder hat noch etwas Wichtiges vergessen. Als sie dann endlich alle bereit sind, regnet es draußen! Die Hasenfamilie verlegt das Picknick kurzerhand….. ins Wohnzimmer.- Ein stabiles Pappbilderbuch für die Allerkleinsten ab ca. zwei Jahren. Die bunten Bilder und der kurze Text laden dazu ein, fröhlich mitzuraten, was die kleinen Hasen noch vergessen haben könnten. Die Auflösung folgt dann jeweils auf der nächsten Seite.

Zur Erweiterung des Pappbilderbuchbestandes gerne empfohlen. Bei etwas älteren Kindern könnte dieses Buch außerdem für eine kleine Vorlesestunde mit Ratespiel eingesetzt werden.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Familie|Ausflug|Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

 

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Michels, Tilde: Osterei und Glockenblume. Das Familienbuch zur Osterzeit. Ill. von Tilman Michalski. Würzburg: Arena 2015. 85 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-401-50673-9, kt.: 6,99 €

Erzählungen rund um Hasen, Ostereier und Osterbräuche.

Das Taschenbuch ist die Neuauflage eines 2002 erschienenen Buches mit dem Titel „Im Frühling und zur Osterzeit“. Zu Anfang erzählt Connys Großvater seiner Enkelin in drei Geschichten von früher. Es folgen Informationen und Geschichten zu verschiedenen Tieren, auch von Osterhasen und Osterpaketen, oft mit Kindern als Hauptpersonen, mal realistischer, mal eher märchenhaft, und leider -abgesehen vom Thema Frühling / Ostern- ohne erkennbaren inneren Zusammenhang. Anschließend berichten verschiedene Kinder von ihrem Osterfest, und im letzten Teil des Buches „Von alten Bräuchen“ geht es um den Ursprung dieses Festes ebenso wie um diverse Bräuche bis hin zu den Eisheiligen und dem Maibaum, seltsamerweise aber nicht chronologisch angeordnet. Das Sammelsurium der verschiedenen Texte und Textarten, als „Hausbuch“ bezeichnet, überzeugt mich nicht. Da der christliche Hintergrund der Passions- und Osterzeit ausdrücklich erwähnt wird, hätte ich dies gern auch in den Erzählungen wieder gefunden.

Ab Vorschulalter möglich zum Vorlesen und Selberlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Ostern|Bräuche
Bewertung: +
Rez.:
Griet Petersen

 

Nahrgang, Frauke: Das verzauberte Amulett. Ill. von Timo Grubing. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. 59 S. : Ill. ; 22 cm. (Leserabe, 3. Lesestufe). ISBN 978-3-473-36481-7, geb.: 7,99 €

Der Kobold Frido soll vor Sonnenuntergang einen Auftrag erfüllen, bei dem er einige Hindernisse überwinden muß.

Als Frido den Auftrag erhält, dem Zauberer Brandur ein Amulett zu überbringen, mahnt ihn Fee Magnolia zur Eile. Aber der Weg ist voller Tücken und Gefahren. Mit Hilfe der Elfe Alva und des freundlichen Drachens kann er Brandur erreichen, der den hinterlistigen Plan der angeblichen Fee durchschaut und vereitelt. In fünf bebilderten Kapiteln mit einem Glossar für schwierige Wörter und Fragen zur Festigung des Inhalts erfüllt das Buch voll die Anforderungen der dritten Lesestufe. Die Geschichte erinnert in vielem an Märchen, in denen der Held Prüfungen zu bestehen hat.

Eine spannende Geschichte für junge Leser, aber auch zum Vorlesen geeignet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Märchen|Angst|Helfen|Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.:
Armgard Klein

 

Jn Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik

Mack, Lorrie: Wetter. Dt. von Werner Horwath u. Dietmar Mertens. München: Dorling Kindersley 2016. 56 S. : überw. Ill. ; 26 cm. (memo Kids). Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-2999-0, geb.: 7,95 €

Was ist Wetter? - Eine reich bebilderte, thematisch breit gefächerte Einführung.

Die Reihe „Memo kids – Wissen entdecken“ zählt derzeit 24 Sachbuch-Titel für das Grundschulalter. In Band 23 (2004/2016) geht es per Doppelseiten um die vielfältigen Facetten des Wetters: Jahreszeiten, Sonne, Wolken, Nebel, Regen, Eis und Schnee, Blitz und Donner, Wind und Stürme wie Tornados oder Hurrikans, Lichtphänomene wie Regenbogen oder Polarlichter oder auch das Wetter in Wüsten und auf dem Meer. Auch Wettervorhersagen, Klimaveränderung, sowie die Nutzung von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft werden belichtet. Im Anhang: Begriffserklärungen. -  Dem Verlagskonzept folgend werden kleine Textblöcke mit knapp auf Wesentliches beschränkten Informationen und viele Farbfotos optisch ansprechend arrangiert. Mit Testfragen und Spielen im Anhang lässt sich Wissen überprüfen. Auch wenn nicht alle Texte unbedingt für Grundschulkinder maßgeschneidert sind, dürften die Bilder allemal faszinieren. - Zum Vergleich: „Unser Wetter“ (Wieso? Weshalb?...Bd. 10; ab 4 J.); „Wetter“ (Memo – Wissen entdecken. Bd. 46; ab 10 J.); .M. Koschak: „Entdecke das Wetter“ (Natur- und Tierverlag 2014; ab 9 J.).

Der ansprechend edierte Sachtitel bietet Grundwissen fürs Grundschulalter und darüber hinaus. Anschaffung ist bei Vergleichstiteln (s.o.) eine Bedarfsfrage, ansonsten gern empfohlen.

Signatur: Jn
Schlagworte:
Wetter
Bewertung: ++
Rez.:
Heide Germann

 

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Berge, Lars: Der Büro-Ninja. Roman. Dt. von Frank Zuber. München: Carl´s Books 2015. 255 S. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-570-58549-8, kt.: 14,99 €

Jens Jansen hat einen Bürojob in einem Stockholmer Unternehmen und langweilt sich zu Tode. Er greift zu einem ungewöhnlichen Mittel und versteckt sich in einem ungenutzten Abstellraum. Seit dem gilt er offiziell als verschwunden.

Jens Jansen ödet sein Bürojob in einer Stockholmer Firma für Fahrradhelme nur noch an. Mittlerweile hat er seine Arbeitsabläufe so gestaltet, dass es zunächst keinem auffällt, dass er  gar nichts mehr tut. Anrufe werden weitergeleitet, Gespräche mit Kunden vorgetäuscht: „Die Mappen, die er unablässig durch das Großraumbüro trug, waren mit leeren Blättern gefüllt, und das Handy, das er ans Ohr drückte, stand auf Flugmodus.“ Als er sich wieder mal vor einer wichtigen Arbeitssitzung drückt, entwickelt er spontan einen perfiden Plan. Er versteckt sich in einem nicht ungenutzten Abstellraum und richtet sich dort häuslich ein. Er versorgt sich von nun an mit Snacks aus dem Büroautomaten, der ihm nachts in dem leeren Gebäude zur Verfügung steht. Die Zeit vertreibt er mit dem Abhören der Telefonanlage und erfährt dadurch, dass auch andere Mitarbeiter häufig ihre Zeit mit allem anderen als ihrer Büroarbeit verbringen. Diese Satire auf die moderne Arbeitswelt enthält viele komische Szenen. Leserinnen und Leser werden Situationen aus ihrem eigenen Berufsleben wiedererkennen. Erforderlich ist jedoch, dass man sich auf diesen doch sehr schrägen Roman einlassen kann.

 Eine Satire auf das moderne Arbeitsleben. Für eine ausgewählte Leserschaft mit Interesse an skurrilen Romanen mit gesellschaftskritischem Hintergrund. 

Signatur: SL
Schlagworte: Arbeitswelt|Satire|Schweden
Bewertung: +
Rez.: Anke Märk-Bürmann

 

Brummer, Arnd: Im Himmel sind die Allerletzten! Notizen aus dem Leben. Frankfurt: Ed. Chrismon 2015. 167 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-86921-288-3, kt.: 12,90 €

Kurze Beobachtungen aus dem Alltag.

Nach „Der Fluch des Taxifahrers“ (2007) und „Alles sauber, alles neu“ (2008) legt der chrismon-Chefredakteur  eine neue Auswahl seiner monatlichen Kolumne „Was ich notiert habe“ vor. Themen sind Gott und die Welt, betrachtet mit einer Mischung von „Humor und Halbernst“, geordnet nach insgesamt vier Themengebieten mit zum Teil bewusst provozierenden Titeln wie etwa: „Über den Wunsch nach Perfektion“, „Jesus, der Säufer“ und „Das menschliche Maß“. Kleine Alltagsbegebenheiten sind der Ausgangspunkt, von dem aus Brummer heiter und flott, nachdenklich und geistreich seine Kommentare entwickelt, oft ergänzt durch Zitate von wichtigen Zeitgenossen oder aus der Geschichte. Der verblüffende Buchtitel findet seine Erklärung in der Bergpredigt.

Einzeln genossen, so wie sie monatlich erscheinen, sind die kleinen Texte amüsant zu lesen und regen zum Nachdenken an. Sie eignen sich vorzüglich als Anregungen für Gesprächskreise und zum Vorlesen.

Signatur: SL
Schlagworte: Kolumne|Vorlesen
Bewertung: ++
Rez.: Viktoria Böhler

 

Chazal, Pierre: So etwas wie Familie. Roman. Dt. von Wolfgang Gösweiner. Wien: Deuticke 2015. 234 S. ; 21 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-552-06297-9, geb.: 18,90 €

Unfreiwillige Väter sind manchmal die besten - Marcus, acht Jahre alt findet nach dem Tod seiner Mutter Helene Unterkunft bei deren besten Freund Pierre.

Marcus lebt in der Großstadt Lille zu Beginn der neunziger Jahre. Sein „Patenonkel“ Pierre, der beste Freund seiner Mutter nimmt ihn nach deren Suizid bei sich auf. Mithilfe des aus lauter liebenswerten Charakteren bestehenden Freundeskreises Pierres, werden die beiden tatsächlich „so etwas wie Familie“. Pierre sorgt für Marcus, erzieht ihn und überwindet mit ihm Schwierigkeiten im Leben und in der Schule. Zugewandt betrachtet er die Freundschaften und die Entwicklungen des Jungen, der seinen Weg auf dem „See des Lebens“ machen wird. Doch dann schlägt das Schicksal erneut zu. Der zweite Teil dieses sehr gut geschriebenen und lesbaren Buches spielt in einem Untersuchungsgefängnis in Lille. Pierre hat offensichtlich Marcus leiblichen Vater getötet. -  Ein nicht so leicht zu vergessendes Buch voller Gefühle, Esprit und Zuwendung.

Dieser berührende, unpathetische Roman, der einen zum Lachen bringt, wo man es nicht erwartet. Sollte unbedingt in unseren Büchereien zu finden sein!

Signatur: SL
Schlagworte: Entwicklung|Familie|Frankreich|Rache
Bewertung: +++
Rez.: Kurt Triebel

 

Enright, Anne: Rosaleens Fest. Roman. Dt. von Hans-Christian Oeser. München: Dt. Verl.-Anst. 2015. 376 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-421-04700-7, geb.: 19,99 €

Ein klassischer Familienroman, der über zwei Jahrzehnte einen intensiven Einblick in das oft schwierige Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern gibt.


Die Mutter Rosaleen hat zu keinem ihrer vier Kinder eine wirklich enge Beziehung entwickelt. Vielmehr bleibt sie bis ins hohe Alter unnahbar. Nun sitzt sie in ihrem viel zu großen Haus an der irischen Westküste, schreibt Weihnachtskarten und teilt ihren Kindern mit, dass sie das Haus verkaufen will. Ihre beiden Söhne sind im Ausland. Dan, lebt als schwuler Mann in New York und Emmet mit seiner Freundin als Entwicklungshelfer im Sudan. Die beiden Töchter Hanna mit ihren ungelösten Problemen, wie die misslungene Karriere als Schauspielerin und Constance, verheiratet, drei Kinder, sind in der Nähe der Mutter geblieben. Während des Weihnachtsessens kommt es zum Streit unter den Geschwistern. Rosaleen flüchtet in die Einsamkeit. Ihre Kinder suchen sie, überwältigt von ihren Gefühlen. Die Autorin führt die verschiedenen Figuren des Romans zunächst durch die vergangenen zwanzig Jahre, bevor es zur letzten weihnachtlichen Zusammenkunft kommt. Zum Fest haben alle die Chance, ein zweites Mal ins Leben aufzubrechen. Damit zeichnet sich gegen Ende ein zarter Hoffnungsschimmer vor der düsteren Atmosphäre ab.

Ein sehr empfehlenswerter Familienroman, in dem die mühsam aufrechterhaltene Fassade einer Familie zerbricht.

Signatur: SL
Schlagworte: Familie|Irland|Gefühlskälte
Bewertung: +++
Rez.: (Red.)

 

Hendrix, Grady: Horrorstör. Thriller. Ill. von Michael Rogalski. Dt. von Jakob Schmidt. München: Knaur 2015. 268 S. : Ill. ; 23 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-426-51722-2, kt.: 16,99 €

In einem amerikanischen Möbelmarkt spukt es nachts. Einige Mitarbeiter gehen der Sache auf den Grund - ein Horrorabenteuer beginnt.

In einer Filiale der amerikanischen Möbelmarktkette Orsk im Bundesstaat Ohio, steht eines Morgens die Zeit fast still. Zwischen 2 Uhr nachts und 7:30 Uhr müssen Vandalen in dem riesigen Geschäft gehaust haben. Sie zerstörten Produkte, verschmierten Wände und hinterließen einen furchtbaren Gestank. Da die Überwachungskameras keine brauchbaren Aufzeichnungen liefern, werden einige „Freiwillige“ dazu gebracht, sich nachts auf die Lauer zu legen. Eine Ratte huscht über den Boden, im gesamten Geschäft gehen die Notlichter aus, Türen knallen, Hände greifen und die Möbel werden zu Folterinstrumenten. Mittendrin kämpfen Amy, Basil und Ruth Anne ums Überleben. Die Aufmachung dieses Thrillers mit Horrorelementen ist so noch nie dagewesen. G. Hendrix hat sein Debüt im Stile eines IKEA-Katalogs gestaltet. Der Anfang jedes Kapitels könnte in Text und Bild direkt aus der Werbung des skandinavischen Markenführers stammen. Die massive Gesellschaftskritik bewahrt den Roman davor, allzu platt zu wirken.

Die Story schafft beim Leser schnell eine Gruselatmosphäre, die bei nicht anspruchsvollen Freunden des Horrorgenres den gewünschten Nervenkitzel bewirkt.

Signatur: SL
Schlagworte: Horror|Grusel|Geister|Möbelhaus
Bewertung: ++
Rez.: Martina Mattes

 

Husband, Tony: Mach´s gut, mein Sohn! Die Geschichte meines Vaters und seiner Demenz. Dt. von Carola Fischer. München: Knaur 2015. 63 S. : überw. Ill. ; 18 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-426-65372-2, geb.: 12,00 €

Was ist Demenz eigentlich und wie wirkt sie sich für die Betroffenen und ihre Angehörigen aus?

Das kleine Büchlein von Tony Husband trägt als Titel den letzten Satz, den sein Vater zu ihm gesagt hat. Husband schildert anschaulich den Beginn und Fortschritt der Demenz-Krankheit seines Vaters. In einem erdachten Dialog zwischen sich und seinem Vater, lässt er diesen auf fiktive Fragen zum Verlauf seiner Krankheit antworten. Vom einst sehr aktiven Mann bleibt am Ende nur noch ein Häufchen Mensch übrig. Tony Husband ist es gelungen, diese komplexe Erkrankung auf sehr schlichte, anrührende Art und Weise, in Bild und Text darzustellen, leicht verständlich und eindrücklich auch für Außenstehende, die bisher mit dem Thema wenig zu tun hatten.

Eine warmherzige, einführende Bildgeschichte zum Thema Demenzerkrankung.

Signatur: SL|Bb
Schlagworte:
Graphic Novel|Demenz|Alter|Familie
Bewertung: ++
Rez.:
Susanne Witkavel

 

Schünemann, Christian u. Volić, Jelena, : Pfingstrosenrot. Ein Fall für Milena Lukin. Zürich: Diogenes 2016. 355 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-257-86284-3, geb.: 22,00 €

Milena Lukin als coole Ermittlerin in einem Belgrad-Krimi, in dem es um Verbrechen geht, die mit alter und neuer Schuld zu tun haben.


Milena Lukin ist alleinerziehend, geschieden und lebt mit Sohn und Mutter in einer kleinen Wohnung irgendwo in Belgrad. Sie arbeitet als Dozentin für Kriminologie an der Universität. Ihr Büro ist ungeheizt, ihr Lada alt, ihr Gehalt klein, ihr Leben spannend. Als sie von zwei alten Menschen hört, die im Kosovo brutal ermordet wurden, lässt sie die Geschichte nicht mehr los. In welche Mühlen geriet das serbische Ehepaar, das sich von falschen Versprechungen und einem verheißungsvollen Rückkehrprogramm in die alte Heimat, das Kosovo, zurücklocken ließ? Milena nimmt die Spur auf und gerät bald in einen Strudel aus Korruption und Verrat, in dessen Dynamik Geschichte und Nationalismus nur Nebenrollen besetzten. Die wahren Verbrechen sind die Bereicherung und die Skrupellosigkeit gegenwärtiger Machthaber. Unbeirrbar, mutig und mit sicherem Instinkt geht sie den Fragen nach, die sich bei aufmerksamer Betrachtung stellen. Immer wieder gesellen sich gute Menschen an ihre Seite. Sie klärt den Fall auf, ohne die Situation zu verändern. Das wäre auch unrealistisch. Das Autorinnenteam kennt den Balkan gut und will keine Verklärung, sondern hautnahe Wahrheit.

Nach „Kornblumenblau“ (2013) wieder ein atmosphärischer, packender Krimi, der ins Herz des Balkans führt, im dem man etwas über Fluchtursachen erfährt und wie ein politischer Konflikt hinter den Kulissen geschürt und aufrechterhalten wird, weil beide Seiten kräftig davon profitieren.

Signatur: SL
Schlagworte: Kriegsfolgen|Bestechung|Balkan|Abhängigkeit
Bewertung: ++
Rez.: Christiane Thiel

 

B Biographien, Briefe, Tagebücher

Amme, Achim: Der kleine Adolf. Die Geschichte(n) meines Großvaters. Hannover: Wehrhahn 2016. 287 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-86525-481-8, geb.: 19,80 €

Der Musiker, Schauspieler und Autor Achim Amme erzählt die Lebensgeschichte seines Großvaters Adolf Amme, der 1897 in Uetze bei Hannover geboren wurde.

Für die Biographie seines Großvaters (1897-2003) konnte Achim Amme Fotoaufnahmen und Kassetten nutzen, sowie Videositzungen, die er wenige Jahre vor dem Tod des Großvaters aufgenommen hatte. - In sechs Kapiteln erforscht er „den Gott seiner Kindheit.“ Diese Lebensschilderung ist so spannend zu lesen, weil sie auch eine Schilderung vor dem Hintergrund des 20. Jahrhunderts ist; mit zwei Weltkriegen und anderen politischen Umbrüchen. - Bunt ist die Palette des Lebens von Adolf Ammes Tätigkeiten: als Hausierer, Imker, Spargelbauer, Tierzüchter u.a.m. Ältere Leser werden das Buch mit Vergnügen lesen und an manche Parallelen in der eigenen Familiengeschichte denken. Enkel bekommen eine Anschauung von den Lebensbedingungen ihrer Vorfahren. Gut lesbar, weil unterhaltsam erzählt.

Gern empfohlen zum Verständnis des Lebens der ganz normalen Menschen im letzten Jahrhundert. Unterhaltsame Lektüre für geschichtsinteressierte LeserInnen aller Altersgruppen.

Signatur: Bb
Schlagworte: Familiengeschichte|Norddeutschland|20. Jh.|Großvater
Bewertung: ++
Rez.: Christine Razum

 

C Christlicher Glaube, Religionen, religiöse Weltanschauungen

Metz, Uwe: Weihnachtsmann Osterhase... alles nur Schokolade? Was es an den christlichen Festen im Jahr wirklich zu feiern gibt. Ill. von Constanze Guhr. Stuttgart: Ed. Evang. Gemeindeblatt 2015. 144 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-945369-18-0, kt.: 14,95 €

Ein unterhaltsames Buch über das Kirchenjahr für jedes Alter: Feste erklärt, Namen benannt und Bräuche begründet.

Das Kirchenjahr verbindet die wichtigen Termine des Glaubens mit dem Ablauf des Jahres. Die Feste darin sind wie ein Kompass, man muss ihn allerdings zu lesen verstehen. Der Schriftsteller und ev. Theologe Uwe Metz befreit die Feste des Jahres humorvoll von allem äußeren Anschein und erklärt, was es tatsächlich mit ihnen auf sich hat. Dieses Büchlein ist richtig, sachkundig und traditionell. Kleine Bilder unterbrechen die langen Texte. Der Autor schreibt, er wäre auf "Geschichten versessen". Also erzählt er Geschichten von einer Familie und ihren Reisen nach Holland, einer kuriosen und weisen Oma, die dem Enkelkind letztendlich immer wieder freundlich auf die Sprünge hilft. Alles wird gut. - Gut geeignet als erste Information für „Kirchenneulinge“ und Einsteiger.

Ein unterhaltsames, anregendes Familienbuch für Groß und Klein, auch zum Vorlesen gut geeignet. Für LeserInnen von 11 bis 99 J.

Signatur: Ch 1
Schlagworte: Kirchenjahr|Weihnachten|Ostern|Brauchtum
Bewertung: ++
Rez.: (Red.)

 

Striet, Magnus: Gottes Schweigen. Auferweckungssehnsucht - und Skepsis. Ostfildern: Grünewald 2015. 160 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-7867-3033-0, geb.: 14,99 €

Wo bleibt Gott? - Theologie und Zweifel.

Keine leichte Kost legt der katholische Fundamentaltheologe Magnus Striet in seinem Buch "Gottes Schweigen" vor. Er bietet eine existentielle und intellektuelle Auseinandersetzung mit der christlichen Hoffnungslehre von der Auferstehung an. Kritisch fragt er, ob sich trotz unfassbaren Leids und den erdrückenden Erfahrungen von Sinnlosigkeit überhaupt noch glauben lässt? Oder sind diese Hoffnungsbilder nicht eher »spirituelle Nebelkerzen«, um die Welt vordergründig zu »verhübschen«? Magnus Striet zeigt, dass der Zweifel grundlegend in den Glauben an Gott hineingehört, ohne in lebenzerstörende Verzweiflung umzuschlagen. Daraus entwickelt er Perspektiven für eine »Auferweckungssehnsucht«, eine Sehnsucht nach Sinn, nach Rettung, letztlich danach, im Tod nicht unterzugehen, sondern zu leben. Er ermutigt zu einem Glauben, der den eigenen Zweifel ernstnimmt und die Hoffnung auf ein ewiges Leben integriert.

Für eine kritische und umfangreiche "theologische" Bibliotheksauswahl sehr empfehlenswert, für kleinere Büchereien eher zu speziell.

Signatur: Cd 1
Schlagworte: Gottesfrage|Ostern|Kar-Tage|Jesus Christus
Bewertung: +++
Rez.: Christine Stockstrom

 

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Birkel, Jörg u. Reymann, Doreen: Lauf-Guide für Frauen. Das maßgeschneiderte Trainingskonzept. München: BLV 2016. 191 S. : Ill. ; 24 cm. ISBN 978-3-8354-1530-0, kt.: 19,99 €

Ein kompakter Lauf-Ratgeber, speziell für Frauen.

Braucht es ein Laufbuch speziell für Frauen? Die Autoren meinen: „Ja“. Frauen laufen aus anderen Motiven, es treibt sie nicht so sehr der Wettkampf-Gedanke, sondern vielmehr der Wunsch gesund und fit zu sein. Zudem unterscheiden sich Männer und Frauen in der Anatomie, Frauen haben ein kleineres Herz und ein geringeres Lungenvolumen. Und dann sind da natürlich noch Herausforderungen wie Menstruation, PMS und Schwangerschaft. All dies hat natürlich Auswirkungen auf den weiblichen Laufstil. Und so kann dies Buch speziell für Frauen sehr hilfreich sein. Es beginnt mit Tipps zur Motivation, Hinweisen zur Kleidung und zur Vorbereitung. Dann folgen sehr konkrete Trainingspläne, je nach Ziel für Einsteigerinnen bis hin zum Halbmarathon. Abschließend gehen die Autoren auf die Ernährung ein. Sehr hilfreich sind die Übungen zur Kräftigung, die mit Fotos und Erläuterungen verständlich und gut nachzumachen sind. Schön wäre es noch gewesen, ein paar Übungen aus dem Lauf-ABC vorzustellen.
 
Ein schöner Ratgeber für Lauf-Einsteigerinnen, besonders jetzt im Frühling wenn das gute Wetter raus auf die Strecke lockt. Für geübte Läuferinnen findet sich jedoch wenig Neues.

Signatur: Rb
Schlagworte: Sport|Laufen|Frau
Bewertung: ++
Rez.: Maike Linne

 

Koenig, Leah: Die moderne jüdische Küche. Fotos von Sang An. Dt. von Nicola T. Stuart. Berlin: Jacoby & Stuart 2015. 319 S. : Ill. ; 26 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-942787-75-8, geb.: 22,00 €

Traditionelle jüdische Gerichte, modern interpretiert.

Das Anliegen der amerikanischen Schriftstellerin und Kochbuchautorin Leah Koenig ist es, die traditionelle meist osteuropäische jüdische Küche einer zeitgemäßen anzupassen und dabei koscher zu bleiben. Sie weiß um die Wichtigkeit des kulinarischen jüdischen Erbes, aber dieses darf nicht statisch weitergegeben werden, sondern muss sich entwickeln um selbstverständlicher Teil im Alltag der Familien zu bleiben. Diese küchenphilosophischen Ausführungen und die kurze Einführung in die jüdischen Speisevorschriften sind aber nur ein kleiner Teil des sehr gut gemachten, mit vielen Fotos versehenen Buches. Den Hauptteil nehmen die rund 150 Rezepte ein, von denen eines verlockender ist, als das andere. In 10 Kapiteln stellt Leah Koenig ihre Version der jüdischen Küchen-Klassiker vor. Im 11. erklärt sie die jüdischen Feiertage und macht Vorschläge für Schabbatessen und für Feste von Purim bis Chanukka. - Alle Zutaten sind handelsüblich zu erhalten. Die Rezepte sind gut beschrieben und für Menschen mit etwas Kocherfahrung problemlos umzusetzen. Allerdings sollten die Rezepte aufmerksam umgesetzt und evtl. „abgespeckt“ werden. Bei der Lasagne auf Seite 203 scheinen mir 150g Spinat viel zu wenig, dagegen 900g Ricotta viel zu viel. Zumal dann noch 200g Mozzarella dazukommen.

Allen Büchereien mit Kochbuchbestand sehr gern empfohlen. Gut geeignet auch für Gemeindeabende zum Thema „Israel“ oder „Judentum“. Eine wunderbare Ergänzung zu „So schmeckt Israel“ von Tom Franz, in dem eher jüdisch-mediterrane Gerichte vorgestellt werden.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Kochen|Judentum|koscher|USA
Bewertung: +++
Rez.: Christiane Harlis