Literatur und Religion

Der Aufklärer. Wie Gotthold Ephraim Lessing die Religionen zur Toleranz ermunterte. Hans-Jürgen Benedict. Uwe Birnstein [Hrsg.]. Berlin: Wichern 2010. 119 S. : Ill. ; 21 cm.
ISBN 9783889812988 kt.: 9.95€

Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung des großen Denkers und Dramatikers.

Knapp und prägnant gelingt es H.-J. Benedict in verständlicher Sprache einen der bedeutendsten deutschen Dichter und Aufklärer treffend zu charakterisieren. Eigentlich sollte Lessing Pfarrer werden. Doch das Theologiestudium führte ihn nicht auf die Kanzel, sondern auf die Bühne. Sie ermöglichte dem Dramatiker sich konsequenter in Theologie und Kirche einzumischen, als es ihm als Pfarrer möglich gewesen wäre. Benedict führt – dem Lebenslauf folgend - in die wichtigen Schriften und Werke Lessings ein und lässt ihn immer wieder selbst zu Wort kommen. Dabei wird er als Mensch lebendig – in seinem Verhältnis zum Elternhaus und in seinen Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Freunden und Gegnern. Auch Schattenseiten seiner Person und Schicksalsschläge in seinem Leben werden nicht ausgeblendet. Doch im Vordergrund steht die Frage nach Lessings Aktualität heute. Wie kann Lessings Verständnis der Religionen und seine Aufforderung zu mehr Toleranz die aktuelle Diskussion befruchten?

Für Gemeindebüchereien sehr zu empfehlen. Für LeserInnen, die Bücher zum Thema „Literatur und Religion“suchen.

Signatur: Cc 1|Lb
Schlagworte: Literatur und Religion|Aufklärung|Weltreligionen|Toleranz
Rez.: Karl Foitzik

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Jesus im Spiegel der Weltliteratur. Die Bilanz eines Jahrhunderts Originaltexte und Einführungen. Karl-Josef Kuschel. Ostfildern: Patmos 2010. 768 S. : Ill. ; 23 cm.
ISBN 9783491724235 geb.: 39.00€

Eine umfangreiche Neuauflage des Standartwerkes von K.-J. Kuschel. Umfassend und spannend.

Das zwanzigste Jahrhundert wird durch seine bedeutendsten Literaten vertreten. Die Frauen fehlen bis auf Anna Segher und Toni Morrison leider ganz. Die Auswahl beschränkt sich auf Texte der Prosa. Es wundert nicht, dass sich bei den ausgewählten Autoren (von Aitmatov bis Wild) Bezüge zu Christus finden lassen, in die Kuschel sachkundig und eloquent einleitet. Er stellt Auszüge aus Interviews zur Verfügung, so dass eine besondere Annäherung gelingt und sich Beweggründe für die literarische Bearbeitung der Christusgeschichte verdeutlichen lassen. Dabei kommen zeitgeschichtliche Bezüge ebenso wie werkimmanente Zusammenhänge zu Wort. Sogar die in den im Buch versammelten Beispielen auftretenden Wiederaufnahmen von Themen und Motiven werden erklärt und beleuchtet. Dass dann auch noch die zitierten und bearbeiteten Texte im Ganzen abgedruckt sind (die Neuerung zur ersten Auflage von 1999!), macht das Buch zu einem Schatz. Damit kann man, wenn man mag, gut arbeiten und spannend lesen.

Sehr empfohlen zur Eigenlektüre wie auch für Lesekreise und Literaturgottesdienste.

Signatur: Cm|SL
Schlagworte: Christus|Literatur|Religion|Literatur und Religion
Bewertung: +++
Rez.: Christiane Thiel

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Nichts, was man fürchten müsste. Julian Barnes. Dt. von Gertraude Krueger. 1. Aufl.Köln: Kiepenheuer & Witsch 2010. 332 S. ; 21 cm. Aus d. Engl.
ISBN 9783462041866 geb.: 19.95€

Die Biografie eines vergnüglichen Schriftstellers am Leitfaden seiner Angst vor dem Tod.

"Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn." - Mit diesem Satz beginnt das Buch von Julian Barnes, dem wir viele heitere Bücher über große Themen verdanken wie z.B. "Die Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln". Julian Barnes leidet an akuter Todesangst, die ihn manchmal nachts Schweiß gebadet aufwachen lässt. Unaufhörlich kreisen seine Gedanken in diesem Buch um den Tod. Er erzählt, wie es großen Schriftstellern damit ging und wie seine Eltern mit ihm zurecht kamen. Er lässt seinen Bruder reden und geht alle Sätze durch, die man über den Tod sagt. Sie überzeugen ihn letztlich alle nicht. Weder: "Wir leben in unseren Kindern weiter", noch: "In unseren Büchern sind wir unsterblich". Sein eigener Tod bleibt ihm unbegreiflich und Angst auslösend. Dabei ist der Ton des Buches heiter und sehr gelehrt. Es kümmert sich um den Leser und unterhält ihn prächtig. Es ist ebenso vergnüglich zu lesen, wie die anderen Julian Barnes Bücher, die ich kenne.

Das Buch für den Herbst mit seinen bunt gefärbten toten Blättern und den einsetzenden Winterstürmen. Kapitelweise im Ohrensessel oder abschnittsweise im Gesprächskreis zu lesen.

Signatur: Bb|SL
Schlagworte: Tod|Literatur|Familie|Literatur und Religion
Bewertung: +++
Rez.: Frank Hiddemann

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„Ich gönne mir das Wort Gott“. Gott und Religion in der Literatur des 21. Jahrhunderts. Georg Langenhorst. Freiburg: Herder 2009. 328 S. ; 22 cm.
ISBN 9783451322266 geb.: 24.95€

Annäherungen an Gott in der Gegenwartsliteratur.

Seit einigen Jahren gibt es spannende und herausfordernde Versuche, sich Gott literarisch anzunähern. In Roman, Lyrik und auf der Theaterbühne ist Religion präsent. In neuer Unbefangenheit wagen sich Autorinnen und Autoren an den Tabubereich heran. Diese neuen literarischen Zugänge werden hier von Prof. Dr. Georg Langenhorst (Universität Augsburg) vorgestellt, analysiert und im Blick hin auf ihre literarische wie theologische Bedeutung interpretiert. Langenhorst betont, von einer „Renaissance des Religiösen” zu reden, sei schlichtweg unverantwortbar, weil es eine breite Tendenz nicht gibt. Religion sei sicher nicht das Thema der Gegenwartsliteratur, habe aber wieder ihren Platz in der Fülle der behandelten Themen gefunden. Die Namen der behandelten Autoren umfassen Erzähler wie Ralf Rothmann, Thomas Hürlimann und Sibylle Lewitscharoff, Dramatiker wie Lukas Bärfuss und Tankred Dorst, Lyriker wie Hans Magnus Enzensberger, Ulla Hahn und Michael Krüger, u.v.a

Empfohlen für alle, die es akademisch mögen und die sich mit dem Thema „Religion und Literatur“ eingehender befassen möchten. Für große Büchereien.

Signatur: Cm|Lc 3
Schlagworte: Gott|Literatur|Religion|Literatur und Religion
Bewertung: +++
Rez.: Christine Stockstrom

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