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Norek, Olivier: All dies ist nie geschehen. Roman. Dt. von Alexandra Hölscher. München: Blessing 2019. 367 S. ; 21 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-89667-634-4, kt.: 18,00 €

Spannungsroman um tragische Schicksale im berüchtigten Flüchtlingscamp von Calais.

Adam Sarkis, aus seiner syrischen Heimat geflohen, sucht seine Familie, die er wenige Wochen zuvor auf die gefährliche Flüchtlingsroute von Libyen über das Mittelmeer geschickt hat, im berüchtigten französischen Flüchtlingscamp von Calais. Von dort soll es weitergehen nach England. Was er nicht weiß: seine Frau und sein Kind sind bei der Überfahrt gestorben. Er wartet verzweifelt und um nicht verrückt zu werden, wie so viele Flüchtlinge ohne Hoffnung, kümmert er sich um ein sudanesisches Kind und schützt es vor der brutalen Gewalt, die im Lager herrscht. Bastien Miller, ein französischer Polizist, schockiert von den schrecklichen Zuständen dort, hilft ihm nach Kräften und riskiert dabei seinen Job. Olivier Norek ist ein spannungsreicher, erschütternder Roman gelungen, der auf wahren Ereignissen beruht und das grausame Leben im berüchtigten 'Dschungel' von Calais schildert, das von Gewalt und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Nur die polizeilichen Ermittlungen sind fiktiv.

Kein klassischer Krimi oder Thriller, sondern ein aufrüttelnder Roman, der zutiefst berührt und sensibilisiert für Flüchtlingsschicksale. Nachdrücklich empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte: Flucht | Migration | Frankreich | Krimi
Bewertung: +++
Rez.: Wolfgang Vetter