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Richter, Jutta: Frau Wolle und der Duft von Schokolade. Ill. von Günter Mattei. München: Hanser 2018. 140 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-446-26052-8, geb.: 13,00 €

Die Kinder Merle und Moritz geraten nachts gleich zwei Mal in eine phantastische Welt, die ihnen viel Mut abverlangt.

Das Entsetzen von Merle (11) und Moritz (8)  ist groß: Ausgerechnet die düster-geheimnisvolle Gesine Wolkenstein – man sagt ihr nach, ihr schwarzer Laden verschlucke Kinder ─ soll auf sie achtgeben, wenn Mama Nachtschicht hat. Allerdings gibt es auch gute Seiten. Die „Nachtfrau“ kann köstliche, heiße Schokolade zubereiten. Oder ist sie etwa Schuld, dass die Kinder Träume haben, die sie in eine andere Welt führen? Dort werden sie einerseits von den Spitzzahntrollen bedroht und verlieren den heißgeliebten Weltempfänger (die Verbindung zu ihrem abwesenden Papa), andererseits lernen sie Silberträne kennen und Moritz findet seine heiß geliebte Kuschel-Giraffe wieder. Ein bisschen unheimlich, abgründig und spannungsreich (all das Markenzeichen von Jutta Richter, Preisträgerin des Deutschen Jugendliteraturpreises 2001 mit „Der Tag als ich lernte die Spinnen zu zähmen“) entführt die Geschichte nicht nur junge Lesende in „die Welt hinter der Welt“. Sie zu betreten ist ein besonderes, ein unvergessliches Erlebnis.

Ein literarisch überzeugendes Kinderbuch, das auch durch seine beeindruckenden Illustrationen punktet. Man legt es am besten belastbaren Kindern ab etwa 10 Jahren vor.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Phantastisches | Alleinerziehende | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes