Newsletter „Bücherei" 01/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Belgien hat für den Januar eine Gute-Laune-Initiative gestartet: „30 dagen zonder klagen“ - ein ganzer Monat ohne jammern, meckern und beschweren.  Ob das wohl geht? Und ob das wirklich glücklicher macht? Wir wagen den Selbstversuch.

 Mit dem Januar-Newsletter starten wir mit einer fröhlich-bunten Mischung in das Jahr: Von Zugfahren und Kronenzackenzählen bis Chaosbeseitigung und Backblechvergnügen ist sicher für jede/n etwas dabei.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Bücherjahr

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
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Jm 1 Bilderbücher

Holtfreter, Nastja: Wer macht Dornröschen wach? Bamberg: Magellan 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-7348-1532-4, geb.: 8,00 €

Ein humorvolles Mitmachbilderbuch, das den Leser animiert, Dornröschen aus ihrem extrem tiefen Schlaf zu erlösen.

Ein weiteres Bilderbuch der Autorin Nastja Holtfreter ist dieses sehr kreative Dornröschen-aufweck-Buch. Einhorn, Drache, Fuchs und Stinktier versuchen das schlafende Dornröschen auf ihre eigene, ihrem Typ entsprechende Weise, mit Hilfe des Lesers zu wecken. Doch leider vergebens. Als dann die erlösende Idee - ein Kuss vom Leser - kommt und Dornröschen erwacht, ist dies nicht von langer Dauer, da sie sich vor der kleinen Spinne so arg erschreckt, dass sie in Ohnmacht fällt und das Spiel von vorne beginnt. Leider ist bei diesem Buch die Pointe nicht ganz so gut gelungen. Auch die vier verschiedenen Versuche, sind ein bisschen sehr wenig. Da die Tiere nicht nur auf Fabelwesen beschränkt sind, könnte man sich problemlos weitere Weckmöglichkeiten überlegen. Jedoch ist der Grundgedanke den Leser mit in den Weckprozess einzubinden, sehr gut und bietet ein freudvolles Erlebnis beim Betrachten des Buches. 

Als humorvolle Lektüre für zwischendurch jederzeit für Leser ab zwei Jahren einsetzbar.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Mitmachbilderbuch | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Eva Wimmer

Krejtschi, Tobias: Monstermampf. Bargteheide: minedition 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 17 cm. ISBN 978-3-86566-286-6, geb.: 11,95 €

Kleine, liebenswerte Monster helfen den Betrachtern Formen zu erkennen und zuzuordnen.

Genau so wie Kinder (und Erwachsene) mögen auch kleine Monster nicht alles essen. Jedes Monster hat seine Vorlieben. So mag das Quadrat-Monster nur die quadratischen Sachen essen, das Kreis-Monster verspeist die runden Speisen, das Dreieck-Monster die dreieckigen Leckereien. Die Betrachter lernen eine Vielzahl von Monstern und ihre Lieblingsspeisen kennen. Auf jeder Doppelseite ist ein Teller mit verschieden geformten Speisen und ein Monster abgebildet. Der Betrachter ist aufgefordert, die passende Speise zuzuordnen. Wenn man dann die Bauch-Klappe des Monsters öffnet, kann man sehen, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Mit dem kleinformatigen Bilderbuch aus dicker Pappe lernen Kinder spielerisch, Formen zu erkennen und zuzuordnen. Die hungrigen Monster wirken sehr friedlich und keineswegs furchteinflößend. Die Illustrationen sind in orangerot, rotbraun und weiß gehalten und konzentrieren sich auf das Wesentliche.

Für Kitas und auch für die ganz Kleinen geeignet; Anknüpfungspunkt für Gespräche über das Essen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Formen | Monster | Essen | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

Leonie sagt Ja oder Nein. Sandra Grimm. Ill. von Stéffie Becker. Hamburg: Carlsen 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-551-17098-9, geb.: 5,99 €

Eine kleine Alltagsgeschichte über das Ja-und-Nein-Sagen und das Selbst-Entscheiden.  

Leonie hat ihren eignen Kopf und weiß ganz genau, was sie gerade nicht will. Schuhe anziehen? Nicht mit Leonie. Nasse Füße fühlen sich für sie allerdings auch nicht angenehm an. Kleine und große Leser*innen begleiten Leonie durch ihren Tag und erleben mit ihr viele Situationen, in denen Leonie ganz allein ihre eigenen Entscheidungen für sich trifft, aber auch die Grenzen von anderen Kindern anzunehmen lernt. 
Ein liebevolles Pappbilderbuch mit vielen Klappen aus der Reihe „Leonie“, das Kinder in ihrer Autonomieentwicklung bestärkt und in dem das „Nein“ nicht dem reinen Selbstzweck dient. Es geht vielmehr darum zu lernen, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen mitzuteilen und durch Erwachsene dabei unterstützt zu werden, aus eigenen Entscheidungen resultierende Erfahrungen zu sammeln.  

Gut geeignet für die Arbeit in Kitas um sich mit Krippenkindern den Themen Grenzen, Regeln und Bedürfnisse anzunähern. Ab 18 Monaten.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Nein-Sagen | Grenzen | Autonomie | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Lena Danneberg

Pavoni, Verena: Roberta, die Prinzessin in der Krone. Zürich: Atlantis 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7152-0733-9, geb.: 14,95 €

Prinzessin Roberta wohnt in einer Krone, so groß wie ein Haus, und zählt den ganzen Tag die goldenen Zacken.

Immer im Kreis zählt sie herum, Hunderte oder gar Tausende von Zacken. Als eines Tages der Hund Mister Bo durch ein Loch in einem der Edelsteinfenster zu ihr hineinspringt, will sie nicht glauben, was er ihr erzählt: Ihre Krone soll nur zwölf Zacken haben? So eine Frechheit! Doch Mister Bos Worte lassen ihr keine Ruhe. Plötzlich ist es in der Krone viel enger als vorher und die Welt, die Prinzessin Roberta durch das Edelsteinfenster-Loch erblickt, sieht so verlockend bunt und weit aus. Kurzentschlossen klettert sie aus ihrer Krone und macht sich mit Mister Bo auf Entdeckungsreise. Eine Schaukel, ein Bagger, Musikanten, Kinder mit einem Drachen - sie weiß gar nicht, wo sie zuerst hinschauen soll. Doch dann fängt es an zu regnen, alles wird plötzlich grau und Prinzessin Roberta ganz traurig. Sie will zurück in ihre Krone, denn es ist gar nicht so einfach, aus dem Gewohnten auszubrechen.

Das schön illustrierte Bilderbuch eignet sich für Kinder ab 4 Jahren zum gemeinsamen Vorlesen, Betrachten und Entdecken. Geeignet auch für Kindertagesstätten.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Prinzessin | Selbstwahrnehmung
Bewertung: ++
Rez.:
Heike Nickel-Berg

Prieler, Nanna: Im Baum hockt ein Pudel. Wien: Nilpferd 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7074-5197-9, geb.: 14,95 €

Omas Pudel sitzt im Baum und die kleine Ida versucht mit Hilfe anderer Kinder den Pudel zu retten. 

Auf dem Weg zum Kuchenfest verliert Oma ihren Pudel während des Fluges und der landet unglücklicherweise in einem Baum. Leider weiß Ida nicht so recht, wie sie ihn da wieder herunter bekommen soll, denn sie selbst ist zu klein. Vielleicht kann der starke Karl helfen. Sie bauen eine Räuberleiter, aber sie schaffen es nicht. Auch mit Hilfe des schlauen Napoleon und seinem Seilzug gelingt es nicht den Pudel vom Baum zu holen. Die Autorin Nanna Prieler möchte mit ihrem großen Bilderbuch kleinen Leuten Mut machen, denn nicht immer kann man alles mit Stärke oder Größe erreichen. Die Texte sind kurze Reime, die sich wiederholen. Die einfachen bunten Bilder scheinen aus buntem Papier zugeschnitten zu sein.

Ein Bilderbuch für Leser*innen ab 2 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Selbstwertgefühl
Bewertung: +
Rez.:
Monika Mazac

Sag mal Danke, du Frosch! Werner Holzwarth. Ill. von Daniela Kulot. Stuttgart: Thienemann 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-522-45841-2, geb.: 12,99 €

Ein Bilderbuch, das auf unkonventionelle Weise zu einer kritischen Auseinandersetzung mit konventionellen Regeln zum guten Benehmen anregt.

Während sich Elefant und Maus immer artig bedanken, bleibt der Frosch stumm, wenn er etwas geschenkt bekommt, selbst an seinem Geburtstag. Das ändert sich, als ihm die Freunde ein Geschenk mit dem Hinweis überreichen, er müsse sich dafür nicht bedanken.  Das Buch moralisiert nicht. Es wendet sich auch nicht generell gegen Regeln oder gutes Benehmen. Es zeigt einfach die Befindlichkeiten des Frosches auf: einfach nur floskelhaft Benimmregeln zu befolgen, liegt ihm nicht. Aber wenn er in aller Freiheit auf seine Gefühle hören darf, kann er aus vollem Herzen DANKE sagen. So lädt das Buch Kinder und Erwachsene ein, sich über Regeln, Konventionen, Selbstbestimmtheit und Angemessenheit Gedanken zu machen.Die drei Freunde (Frosch, Elefant und Maus) sind übrigens bekannt aus Daniela Kulots Büchern „Drei beste Freunde“ und „Nasebohren ist schön“.

Geeignet für Familien mit Kindern ab 3 Jahren. Auch für alle Erwachsenen zu empfehlen, die mit Kindern zu tun haben. Sehr empfohlen für Büchereien.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Benimmregeln | Erziehung | Autonomie
Bewertung: +++
Rez.: Susanne Betz

Unterwegs mit dem Zug. Meine Welt der Fahrzeuge. Wolfgang Metzger u. Peter Nieländer. Ill. von Susanne Gernhäuser. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-473-43646-0, geb.: 4,99 €

Detailreiche Schaubilder und erste Sachinformationen zum Thema „Bahnhof und Züge“.

Eine Reise mit dem Zug ist, besonders für Kinder, eine interessante und spannende Sache, denn auf einem Bahnhof und in den Waggons gibt es eine Menge zu entdecken.Auch auf den stabilen Pappseiten dieses Buches herrscht reges Treiben. Überall, in der großen Bahnhofshalle genauso wie auf den Bahnsteigen, drängen sich die Menschen mit Gepäckwagen und Koffern vor den Geschäften, den Informationsschaltern und Fahrkartenautomaten. Auf den Gleisen warten die unterschiedlichsten Züge auf ihre Abfahrt und auf dem Güterbahnhof ist ebenfalls viel los. Auch Jule und Nick sind schon ganz aufgeregt, denn sie dürfen gleich mit ihren Eltern im ICE ans Meer fahren. Leo dagegen freut sich auf den Besuch bei seiner Oma und kann es kaum noch erwarten, bis es endlich losgeht.Doppelseitige, detailreiche Schaubilder wechseln hier mit kurzen Bildergeschichten, sowie einfachen, aber informativen Texten ab und vermitteln so einen ersten Eindruck von dem lebhaften Geschehen in einem Bahnhof und während einer Zugreise.                    

Ein Buch zum Schauen und Entdecken.  Als Vorbereitung auf die erste Zugreise gut geeignet. Ab ca. 2 J.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Bahnhof | Züge | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.:
Brigitte Heimerl

 

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Goslee, S. J.: Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück. Dt. von Marianne Harms-Nicolai. Hamburg: Dressler 2017. 317 S. ; 21 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-7915-0030-0, geb.: 16,99 €

In Jugendsprache erzählte Geschichte des Comingout eines 16-Jährigen.

Mike, 16 Jahre, hat gerade eine wenig überzeugende Beziehung mit Lisa hinter sich, hängt vornehmlich mit seinen Kumpels aus der Band herum und entdeckt plötzlich, dass Mädels nicht so sein Ding sind. Lisa, nun zur besten Freundin mutiert, ermutigt ihn sich auszuprobieren, Gefühle zuzulassen. Aber das funktioniert schon bei pubertierenden Hetero-Jugendlichen nicht, bei Mike noch weniger. Tim Wallace erscheint ihm als echter Kotzbrocken, und doch fühlt er sich zu ihm hingezogen.
Es ist die Geschichte des Comingout eines Jugendlichen, der für den Leser nicht recht zur Identifikationsfigur werden will. Erst im letzten Drittel des Buches findet man einen Zugang. Die Sprache, man könnte sie als "jugendlich" beschreiben, ist ein weiteres Hindernis: Sie ist „cool" und gerade das macht es schwer, tiefgehende Gedanken, die mit einem Comingout einhergehen, zu beschreiben. Und noch einen Nachteil hat die extensive Jugendsprache: in zwei Jahren wirkt sie überholt und aufgesetzt.

Literarische Auseinandersetzung mit dem Thema Comingout.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Homosexualität | Comingout | Pubertät
Bewertung: +
Rez.:
Volker Dettmar

Obrecht, Bettina: Eintagsküken. München: cbj 2017. 315 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-570-22613-1, kt.: 8,99 €

Moderner Jugendroman, die Geschichte einer Jugendlichen, die sich selbst finden will.

Mit zwei erfolgreichen Schwestern, die beide „im Leben angekommen sind“ und ohne ein wirkliches Ziel fühlt sich Franziska, 15 Jahre alt, ganz schön alleine. Sie wird hineingeworfen in ihr Wunschleben, einen Traum, den wohl viele Jugendliche träumen: eine Karriere als Internetstar. Doch nach einiger Zeit fragt sie sich, wer das eigentlich ist, dieses Mädchen, das sich gewünscht hat, berühmt zu sein, und warum sie jetzt nicht zufrieden ist. Der Leser begleitet sie auf ihrem Weg zu sich selbst, durch Zeiten voller Selbstzweifel hin zu falschen Freunden und gebrochenen Versprechen. Die Ich-Perspektive und der Monolog, eingeschlossen aller Gedanken, die Franziska durch den Kopf gehen, bauen eine Bindung zur Protagonistin auf und kann auf jugendliche Leser*innen mit ähnlichen Gedanken sehr gut wirken. Andererseits verkörpert Franziska hier eine sehr klischeehafte Jugendliche, die typischen „Rebell-Gedanken“ sind in dieser Masse weniger authentisch und mehr krampfhaft im Text verarbeitet.

Ein Buch für Jugendliche, die in einer ähnlichen Phase sind, wie die Protagonistin Franziska.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Pubertät / Selbstfindung / Internet
Bewertung: +
Rez.:
Marie Dettmar

Santini, Betrand: Hugo und die Dämonen der Nacht. Dt. von Edmund Jacoby. Berlin: Jacoby & Stuart 2017. 223 S. ; 22 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-946593-24-9, geb.: 15,00 €

Eine schaurige Mischung aus Grusel- und Fantasygeschichte.

Diese schwarzhumorige Gruselgeschichte erzählt vom zwölfjährigen Hugo, der mit seinen Eltern an einem Friedhof wohnt. Ein Erdölfund auf ihrem Grundstück, bringt die Familie in Lebensgefahr. Sie ist nicht bereit das Grundstück herzugeben. Hugos Onkel entpuppt sich als kaltblütiger Mörder und Teil einer Gruppe, die für Reichtum über Leichen geht. Nach etwa 70 Seiten stirbt Hugo und begegnet der illustren Geistergemeinschaft, die auf dem Friedhof lebt und ihn herzlich aufnimmt. Unter anderem muss Hugo mitansehen, wie seine Eltern ermordet werden. Dann begreift er, dass er doch noch nicht ganz tot ist und es beginnt eine skurrile Rettungsaktion.
Eine gruselige Geschichte, der Umgang mit Angstthemen erscheint eher unsensibel, der Humor ist sicher Geschmackssache.

Ein spezielles Buch für junge Leser mit einer Vorliebe für Gruselig-Skurriles. Wegen einiger gruseliger Szenen erst ab 12 Jahren empfohlen.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Grusel | Geister | Jenseits | Fantasy
Bewertung: +
Rez.:
Annemarie Hagmayer

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Adimi, Kaouther: Steine in meiner Hand. Roman. Dt. von Regina Keil-Sagawe. Basel: Lenos 2017. 180 S. ; 20 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-85787-480-2, geb.: 19,90 €

Eine junge Frau aus Algerien, hin und her gerissen zwischen unterschiedlichen Welten: Heimat und Paris.

Aufgewachsen in Algerien zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges, berichtet die junge Erzählerin von ihrer Kindheit in einer traditionellen Familie, dem vernichtenden Krieg und ihrem Neustart in Paris, wo sie begonnen hat ein ganz anderes, unabhängiges aber auch manchmal einsameres Leben zu führen. Trotz der gefühlten Welten, die nun zwischen ihr und ihrer Familie liegen, entkommt sie den Forderungen ihrer dominanten Mutter nur selten. Diese hat es sich in den Kopf gesetzt ihre Tochter so schnell wie möglich zu verheiraten und so die Familienwürde aufrecht zu erhalten. Täglich ruft sie mit gut gemeinten aber nicht selten verletzenden Ratschlägen an und versucht ihre Tochter zurück nach Hause zu holen. Als ihre jüngere Schwester eines Tages verkündet zu heiraten, steht für unsere Erzählerin seit langer Zeit wieder ein Besuch in der alten Heimat an. Persönlich und mit Humor zeigt dieser Roman den Spagat zwischen patriarchaler Kulturgeschichte und dem Leben in einer europäischen Großstadt.

Ein angenehm flüssig zu lesender Roman, der die Leser_innen schmunzeln lässt aber auch zum Nachdenken anregt.

Signatur: SL
Schlagworte:
Algerien | Krieg | Traditionen
Bewertung: ++
Rez.:
Rosa Bömelburg

Gerster, Andrea: Alex und Nelli. Roman. Basel: Lenos 2017. 183 S. ; 19 cm.
ISBN 978-3-85787-483-3, geb.: 20,80 €

Von einem, der einmal in der reichen Liga mitspielte und nichts mehr als seinen Jaguar liebte, dann abstürzte und auf der Straße schlief. Und von Nelli, die gern ein Kind von ihm gehabt hätte.

Einst war Alexander Steiner & Berger! Architekturbüro! Dann nur noch Steiner und zum Schluss Ale. Sein Partner Wolfgang kam durch einen Sturz aus dem Fenster ums Leben. Selbstmord? Vielleicht. Jedenfalls war das Architekturbüro durch den Einsturz eines  Rohbaus  mit Todesfolge in Schieflage geraten. Alexander überfuhr eine Radfahrerin mit der Folge 2 Jahre Führerscheinentzug und Zahlungen an einen gekauften Zeugen. Das hatte seine toughe Anwältin Nelli hinbekommen. Aber die Geschäfte laufen nicht mehr ohne seinen Partner und Nelli hat ihn nach 4 gemeinsamen Jahren verlassen. Nachdem er auch seine Wohnung verkaufen musste, verbleibt noch der Jaguar in der Tiefgarage und dient ihm eine Weile als Schlafplatz. Als auch das Auto verkauft ist, beginnt das Leben auf der Straße, zuletzt in Berlin. – Durch einen Anruf von Alexanders Mutter wird Nelli zur Detektivin. Sie will ihren ehemaligen Lebensgefährten unbedingt wiederfinden, verlässt ihren Freund und ihre Praxis und macht die Begegnung mit einem imaginären Kind, dem Kind, dass sie damals nicht bekommen durfte, weil Alex es nicht wollte. In Berlin findet sie Spuren von Alex, der jetzt nur noch Ale heißt, und sie wird durch eine flüchtige Affäre schwanger. Dieses reale Kind bleibt am Ende des Romans vor einem auf der Straße spielenden  Leierkastenmann stehen und dieser ist der aus Berlin zurückgekehrte Alex. 
Der Roman ist unterhaltsam, aber in die Rahmenhandlung wird so viel hinein konstruiert, dass es am Ende zu viel des Guten ist und so manche Zufälligkeiten kaum nachvollziehbar sind. 

Unterhaltsamer und lesenswerter Roman, leichte Lektüre bei entsprechendem Bedarf empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Erfolg | Absturz | Liebe
Bewertung: +
Rez.:
Sophie  Jünemann

Kasasian, M.R.C.: Der Fluch des Hauses Foskett. Kriminalroman. Dt. von Johannes Sabinski u. Alexander Weber. Hamburg: Atlantik 2017. 492 S. ; 21 cm. (Gower St. Detective Fall 2). Aus d. Engl. ISBN 978-3-455-00064-1, geb.: 20,00 €

Der exzentrische Sydney Grice und seine Patentochter finden heraus, warum im „Klub des letzten Todes“ gemordet wird.

England im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der ständig schlecht gelaunte Privatermittler Sydney Grice muss in seinem eigenen Wohnzimmer erleben, wie ein Klient an Blausäure stirbt. Augenblicklich nimmt der Exzentriker, unterstützt von seiner scharfsinnigen Patentochter March Middleton, die Ermittlungen auf. Sie berichtet als Ich-Erzählerin die Vorkommnisse. Die zwei stoßen auf Lady Foskett und den „Klub des letzten Todes“. In dem Verein gibt es eine Satzung, die erklären würde, warum plötzlich eines ums andere seiner Mitglieder stirbt. War vorher das größte Problem von March die Langeweile, ist es nun der Wettlauf gegen die Zeit, da die Mordserie nicht abzureißen scheint. Schon im ersten Band, „Mord in der Mangle Street“, konnten die Zwei das Lesepublikum amüsieren durch unerwartete Wendungen, kluge Beobachtungen und pfiffige Schlussfolgerungen. Allerdings darf sich der Leser nicht durch manch unfreundlichen Schlagabtausch der beiden und unverschämte Bemerkungen abschrecken lassen.

Kriminalroman, geschrieben im Stil des 19. Jahrhunderts, für Erwachsene – er könnte ab mittleren Beständen seinen Platz finden.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | England | Humor | Geschichte
Bewertung: ++
Rez.: Martina Mattes

Kirchhoff, Bodo: Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt. Frankfurt: Frankfurter Verl. - Anst. 2017. 125 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-627-00241-1, geb.: 14,00 €

Die Antwort eines Schriftstellers auf eine Einladung als Gastkünstler zu einer Kreuzfahrt in die Karibik.

Ein Schriftsteller bekommt eine Einladung zu einer Kreuzfahrt in die Karibik samt diversen Annehmlichkeiten - nicht als Passagier, sondern als „Gastkünstler“. Er soll die Schiffreisenden abendlich unterhalten. In der Einladung gibt es viel Kleingedrucktes, das genau gelesen werden will, u.a. die Zensur seiner Texte, „damit die Passagiere nicht verunsichert würden“. Deshalb schreibt er, mit einem Glas alten Whiskeys in der Hand, eine lange Antwortmail an die Agentin der Reederei. Er philosophiert über mögliche Peinlichkeiten für ihn als eigenbrötlerischen Schriftsteller auf einem Kreuzfahrschiff mit mehreren tausend Passagieren, die weltweite Vergnügungssucht und hinterfragt kritisch Motive und Verhalten der „Kreuzfahrer“. Eine 125 seitenlange, atemlose, gedankenstromartige „E-Mail“ mit viel Sprachwitz. Mal kurzweilig, mal tiefgründig, oft ironisch bis bösartig - macht zwar Spaß, aber 80 Seiten wären ausreichend gewesen.

Für alle, die Spaß an philosophischen Reflexionen und Satire haben oder auf Kreuzfahrten nicht gut zu sprechen sind.

Signatur: SL
Schlagworte: Kreuzfahrt | Satire | Schriftsteller
Bewertung: ++
Rez.: Rebecca Noppmann

Meyer zu Düttingdorf, Hans: Unsere Seite des Himmels. Roman. In Zusammenarbeit mit Juan Carlos Risso. Berlin: Aufbau Taschenbuch Verl. 2017. 431 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7466-3379-4, kt.: 12,99 €

Berührender Roman über die Auswirkungen des Rassismus im Nationalsozialismus auf die Bewohner einer Kleinstadt.

Rahmenhandlung bildet die Reise der fast 100-jährigen Henriette mit ihrer Ur-Enkelin Rachel nach Deutschland. Dort muss sie sich erstmals ihrer bisher eisern verschwiegenen Vergangenheit stellen, die der Leser in Rückblenden erfährt: als Tochter einer jüdischen Familie wuchs Henriette in Küstrin auf. Ihre glückliche Kindheit war ausgefüllt mit der Freundschaft zu Charlotte, Karl und Hans, mit denen sie die "Kleeblattbande" bildete. Eindrücklich wird geschildert, wie sich langsam und schleichend die Herrschaft der Nazis und der Judenhass auf die Gesellschaft und die Freundschaft der Kinder auswirken. Henriette muss ohne ihre Eltern nach Argentinien fliehen und findet dort eine neue Heimat. Auf ihrer Reise stellt sie sich ihren Erinnerungen und macht sich auf die Suche nach Hans, ihrer ersten großen Liebe. Packend und gefühlvoll erzählter Roman mit historischem Hintergrund: empfehlenswert!

Für alle, die geschichtlich interessiert sind und für Liebhaber von Familien- und Liebesgeschichten ein fesselndes Lesefutter.

Signatur: SL
Schlagworte: Nationalsozialismus | Judenverfolgung | Freundschaft | Liebe
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

Meyerhoff, Joachim: Die Zweisamkeit der Einzelgänger. Roman. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2017. 415 S. ; 21 cm. (Alle Toten fliegen hoch, Teil 4). ISBN 978-3-462-04944-2, geb.: 24,00 €

Ein frustrierter junger Schauspieler erzählt von seinen Lebenspartnerinnen.

Der Schauspieler und Autor erzählt im vierten Teil seiner autobiografisch geprägten Serie ‘Alle Toten fliegen hoch‘ in der Ich-Perspektive von einem Schauspieler, der auf die intelligente Studentin Hanna trifft. Seine erste große Liebe stellt sich aber als recht anstrengend heraus. Nächtelange Spaziergänge und tiefsinnige Gespräche, denen er kaum folgen kann, strapazieren den wenig erfolgreichen Jungdarsteller. Als er von Bielefeld nach Dortmund wechselt, lernt er eine vergnügungssüchtige Tänzerin kennen, die ihn körperlich fordert. Seine dritte Liebschaft ist eine übergewichtige Bäckerin, die ihm frühmorgens an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt. Zwei der drei parallelen Beziehungen zerbrechen. Am Schluss bleibt er in der Bäckerei zurück. Die witzigen Geschichten dürften nicht nur bei der Leserschaft der ersten drei Bände ankommen. Auch als Einstieg eignet sich der Band, zumal der Autor mittlerweile einen Kultstatus erreicht hat.

Unterhaltsame moderne deutsche Prosa, die breit empfohlen werden kann.

Signatur: SL
Schlagworte: Schauspieler | Liebschaften
Bewertung: ++
Rez.: Peter Bräunlein

Peters, Christoph: Selfie mit Sheikh. Erzählungen. München: Luchterhand 2017. 253 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-630-87540-8, geb.: 18,00 €

Erzählungen an der Berührungsfläche von westlicher und islamischer Welt.

Die hier versammelten 14 Erzählungen spielen in Deutschland, in der Türkei, in Saudi Arabien, Ägypten und vor allem in Pakistan. Hier siedelt Peters gleich mehrere Geschichten an; er hat dort viel Zeit verbracht, da er dort ein Stipendium erhalten hatte. Die Geschichten haben ganz unterschiedliche Themen. Mal geht es um die Schwierigkeit, eine Liebesbeziehung zu führen, kommt man aus so verschiedenen Kulturkreisen. Mal geht es um Angst vor Terror oder die Situation, plötzlich selbst im Visier von Sicherheitskräften oder Polizei zu sein. Gleich in mehreren Erzählungen ist der Sufismus („Islamische Mystik“) Thema, eine islamische Strömung, die nicht bei allen Muslimen auf Akzeptanz stößt. Hat der Autor auch Inlandserfahrungen, bleiben die Geschichten und ihre Figuren doch merkwürdig hölzern, kalt und äußerlich. Emotional erreichen sie die Leserschaft nicht, so wie sie auch im eigentlichen Sinn nicht wirklich politisch sind oder eine Botschaft haben.

Leicht zu lesen als erster Einstieg zum Thema oder Illustration; ungeeignet für LeserInnen, die eine tiefere Auseinandersetzung mit der Problematik erwarten.

Signatur: SL
Schlagworte: Interkulturalität
Bewertung: ++
Rez.: Christiane Spary

Rufin, Jean-Christophe: Der Schatzmeister des Königs. Roman. Dt. von Nathalie Lemmens. München: C. Bertelsmann 2017. 479 S. ; 23 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-570-10315-9, geb.: 20,00 €

Jacques Coeur (1395-1456) steigt vom Kürschnersohn zum Schatzmeister von König Karl VII. auf.

Frankreich im 15. Jahrhundert. Mitten im Hundertjährigen Krieg wird Jacques Coeur als Sohn eines Kürschners in Bourges geboren. Durch die Heirat mit der Tochter eines Geldwechslers lernt er Handel und Geldwesen kennen und steigt zum reichen Händler und Günstling des Königs auf. Seine Machtfülle und seine Liebe zur Mätresse Karls VII. Agnes Sorel bringen ihn aber in große Gefahr. In seiner Romanbiographie legt Rufin den Fokus weniger auf den abenteuerlichen Lebenslauf des Jacques Coeur als vielmehr auf die Bedeutung des Handels für die spätmittelalterliche Gesellschaft in Frankreich. Der Handel über Landesgrenzen hinaus förderte Kultur und Wohlstand der Bürger, das aufkommende Kreditwesen wiederum konnte zur Überschuldung und Vernichtung von Existenzen führen. Trotz einiger Längen eine interessante und durchaus spannende Lektüre.

Sehr gut geeignet für einen leichten Einstieg in die Geschichte Frankreichs im Spätmittelalter.

Signatur: SL
Schlagworte: Mittelalter | Frankreich | Biographie | Handel
Bewertung: ++
Rez.: Claudia Puschmann

Schenk, Herrad: Die Frau von gegenüber. Roman. Berlin: Insel 2017. 235 S. ; 19 cm. (insel taschenbuch 4611). ISBN 978-3-458-36311-8, kt.: 9,95 €

Einblick in die unterschiedliche Gedanken- und Lebenswelt zweier Endsechziger während einer sommerlichen Hitzeperiode.

Professor Wolters kann sich seit der Verabschiedung aus dem Dienst und dem Tod seiner Frau nur noch selten von seiner Übellaunigkeit befreien. Trotz ehrgeiziger Pläne, ein Buch zu schreiben, verleitet ihn die ungewohnte Freizeit, das sommerliche Treiben auf der Straße und insbesondere das seiner Ansicht nach verlotterte Dasein der Nachbarin gegenüber mit dem Fernglas zu beobachten. Für die besagte Nachbarin hingegen, die Witwe Irene Voigt, stehen Ungebundenheit und Lebensgenuss nach den Zwängen ihrer Ehe an erster Stelle. Der Einzug einer jungen, unkonventionell lebenden Frau sorgt für Verstrickungen im familiären und sozialen Umfeld der beiden Nachbarn und bringt Bewegung in ihre eingefahrene Ansichten und Gewohnheiten. – Beide Protagonisten kommen abwechselnd zu Wort, dieser durchgängige Perspektivwechsel und die zahlreichen inneren Monologe schaffen große Realitätsnähe und sorgen für eine dichte Atmosphäre.
                     
In dem kurzweiligen, mäßig spannenden Roman werden die Einsamkeit und Unannehmlichkeiten im Alter treffend und sprachlich glänzend eingefangen. Vorwiegend der Zielgruppe empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte: Altern | Einsamkeit
Bewertung: ++
Rez.: Natascha Rothert-Reimann

P Philosophie, Psychologie, Pädagogik

Hüser, Christian u. Menseler, Tanja: Integration durch Musik. Mit Kindern Kulturen verbinden durch Musik, Spiel und Bewegung. Ill. von Marc Robitzky. Aachen: Ökotopia 2017. 92 S. : Ill. ; 27 cm + 1 CD. ISBN 978-3-86702-401-3, kt.: 24,99 €

Eine Arbeitshilfe, die mit Kindern durch Musik, Spiel und Bewegung Kulturen verbinden will.
In der Arbeitshilfe geht es in vielen praktischen Beispielen um den Beitrag von Musik zu interkultureller Arbeit.


Schon beim ersten Kapitel „Auf dem ganzen Erdenball“ stolpere ich gedanklich. „Denn ohne Kinder auf der Welt, steht kein Stern am Himmelszelt“ – dieser Liedrefrain erschließt sich mir in der Logik leider nicht, auch nicht, warum zum Thema „Mein Zuhause“ eine Fantasiereise zu Mond vorgeschlagen wird. Und warum die Verschiedenheit von Menschen über sechs Seiten an Haarfarben festgemacht wird, will mir auch nicht so recht einleuchten.
Die Ideen und Impulse sind anregend und abwechslungsreich. Sie lassen sich in Kita oder Schule gut umsetzten. Allerdings erschließt sich mir wie schon erwähnt die inhaltliche  Auswahl und Zuordnung nicht immer. Zudem fehlt mir die Differenzierung, denn es werden keine kulturellen Spezifika aufgenommen. So geht es im Jahreskreis z.B. nur um Veränderungen in der Natur. Kulturelle oder gar religiöse Feste im Jahreskreis kommen nicht vor. Gerade hier wäre aus meiner Sicht eine Chance für interkulturelle Arbeit. Schade!

Einsetzbar in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Eltern-Kind-Gruppen. 

Signatur: Pc | Mb
Schlagworte: Integration | Musik | Kulturelle Öffnung | Vielfalt
Bewertung: +
Rez.: Susanne Betz

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Auf die Bleche, fertig ... los! 50 kreative Rezepte mit Gemüse, Fisch und Fleisch. Gabriele Gugetzer. Fotos von  Tina Bumann. München: BLV 2017. 127 S. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8354-1742-7, geb.: 20,00 €

Fisch, Fleisch, Gemüse zusammen im Ofen gegart.


Als Geheimwaffe gegen das Chaos in der Küche wird hier das Garen im Ofen angepriesen, bei dem alle Zutaten auf einem Backblech landen. Nach einer kurzen Einführung folgen die Kapitel: Schnell, Fleisch, Fisch, Veggie, Sweet und Dip it, Baby. Die Rezepte reichen von bekannt; wie Paella bis interessant; wie Lachs en papillote mit gerösteten Gurken oder Entenbrust mit Kürbis-Möhren-Gemüse und karamellisierten Zwiebeln. Die Zutaten werden je nach Garzeit nacheinander und gemeinsam auf ein Backblech gegeben und so auch serviert. - Die Anleitungen sind übersichtlich, aber knapp gehalten, so fehlen z. B. empfohlene Blechgrößen und eine Gesamtzeitangabe. Ansprechende Fotografien der Speisen ergänzen und erläutern den Text und machen Lust, die Rezepte auszuprobieren. Die erfahrende Kochjournalistin Gabriele Gugetzer, u.a. ‚Backträume‘ (2014) und ‚Frozen Sweets‘ (2015)‚ greift hier einen aktuellen Küchentrend der einfachen und schnellen Küche auf und richtet sich damit an experimentierfreudige KöchInnen, die mit wenig Aufwand Freunde oder Familie beindrucken möchten. Der Geschmack von im Ofen gegartem Gemüse hat mich beim Testen der Ratatouille überzeugt.

Ein neuer Küchentrend für die einfache und schnelle Küche – Gerne empfohlen.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Kochen | Schnelle Küche
Bewertung: ++
Rez.: Bärbel McWilliams

Weiß, Nicole: Familie Ordentlich. Familienalltag entspannt im Griff. Ordnung halten, Freiräume schaffen. Hannover: Humboldt 2017. 201 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-86910-415-7, kt.: 19,99 €

Wie schaffe ich es in nur 30 Tagen das Chaos in meinen vier Wänden zu beseitigen?

Nicole Weiß gibt in ihrem Blog „Familie Ordentlich“ und nun auch in gedruckter Form Müttern Tipps, wie sie ihren Familienalltag strukturierter gestalten können. Der Ratgeber ist in Form einer „30-Tage-Challenge“ konzipiert – an jedem der 30 Tage erhält man fünf alltagstaugliche Tipps, die die Bereiche Chaos beseitigen, Alltag vereinfachen, Einfach lecker, Familienzeit und Momente für mich berücksichtigen. Ordnung wird dabei als ein Instrument begriffen, um mehr Zeit für wesentliche Dinge zu gewinnen, dazu tragen auch Routinen bei, die leicht umsetzbar sind, etwa eine „5-Minuten-Routine“ fürs Schlafzimmer am Morgen. Die Rezepte in der Rubrik „Einfach lecker“ sind unkompliziert und zeitsparend, was ein Mehr an Familienzeit bedeutet. Auch dafür, wie man diese gewonnene Familienzeit sinnvoll nutzen kann, hat die Autorin Tipps parat. Das Erfreuliche für gestresste Mütter: Am Ende bleibt sogar noch Zeit für eine kleine Pause, deren Gestaltung ebenfalls nicht dem Zufall überlassen wird.

Eine Fundgrube mit vielen Tipps für Eltern, aus der man sich einzelne Ideen heraussuchen sollte, denn nicht jeder Ratschlag ist neu und wird zuhause auf Begeisterung stoßen.

Signatur: Ra 1
Schlagworte: Familie | Organisation | Rezepte | Freizeitgestaltung
Bewertung: +
Rez.: Claudia Birk-Gehrke