Newsletter „Bücherei" 02/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Der Februar-Newsletter kommt reich bestückt daher: Das Erfolgsgespann Donaldson/Scheffler widmet sich den sogenannten „hässlichen Fünf der afrikanischen Wildnis“, die in diesem Buch sehr liebenswert daherkommen; Loes Riphagen erzählt in „Elefäntchen Naseweis“, wie der Elefant zu seinem Rüssel kam und die Freunde Hasi und Murmel brauchen ein Weilchen, bis ihnen das Einschlafen gelingt, bei all dem Gemurmel, Gesause und Geschnaufe im Garten.

Für die Erwachsenen wirft Jane Miller einen eigenwilligen Blick auf das Alter, Eleonore Dehnert erzählt die Lebensgeschichte der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg, einer namhaften Persönlichkeit der Reformation. Daneben gibt es spannende Krimis, Romane und ein Buch zur Fasten- und Osterzeit zu entdecken.

Eine schöne Lesezeit wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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Jc Christlicher Glaube, Religionen

Wenz, Tanja: Hanna auf den Spuren einer mutigen Frau. Katharina von Bora für junge Leser. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl.-Haus 2017. 140 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7615-6423-3, geb.: 9,99 €

Wie lebte Katharina von Bora? Einen Tag lang kann die 13jährige Hanna das am eigenen Leibe erfahren.

Hanna soll einen Aufsatz über Katharina von Bora schreiben. Mit dem Ergebnis ihrer Internetrecherche ist sie nicht zufrieden. Gefrustet geht sie zu Bett und wacht morgens im Schlafsaal der Küchenmädchen im Schwarzen Kloster zu Wittenberg auf. Es ist das Jahr 1535. Sie schließt Freundschaft mit der Küchenmagd Maria, begleitet sie einen Tag lang bei ihren Pflichten und darf sogar Katharina und Martin Luther persönlich kennenlernen.Der Autorin geht es vor allem darum, Kindern die Figur der Katharina von Bora und ihre bedeutsame Rolle im Leben Luthers zu vermitteln. Sie möchte den Geist, der im Hause des Reformators geherrscht haben könnte, verdeutlichen. Dieser Absicht wird die eigentliche Erzählung untergeordnet. Die Protagonistinnen Hanna und Maria sind nur Mittel zum Zweck. Wie die ganze Rahmenhandlung bleiben sie flach und wenig schlüssig. Dass z. B. Maria als eine junge Bedienstete im 16 Jh. so viel über politische Zusammenhänge weiß und es Hanna erläutern kann, ist unglaubwürdig.

Eine Zeitreise-Geschichte über die Reformationsepoche, die an das Alltagsleben in der Zeit heranzuführen versucht, aber als eigenständige Geschichte wenig überzeugt.

Signatur: Jc
Schlagworte: Reformation | Katharina von Bora | Martin Luther | Zeitreise
Bewertung: +
Rez.: Birgit Schönfeld

Jm 1 Bilderbücher

Blake, Stephanie: Nein, tein Heia! Dt. von Tobias Scheffel. Frankfurt: Moritz 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-89565-334-6, geb.: 12,95 €

Als Franz ohne Schmusetuch nicht schlafen kann, überwindet Bruder Simon seine Angst und holt nachts das Tuch aus dem Garten.

Das Hasenkind Simon und sein kleiner Bruder Franz bauen eine Hütte. Sie werden nicht ganz fertig und beschließen, am nächsten Tag weiterzubauen. Als beide im Bett liegen und Simon schlafen möchte, merkt Franz, dass sein Schmusetuch in der Hütte liegengeblieben ist. Ohne Schmusetuch kann er nicht schlafen. Franz quengelt solange, bis Simon aufsteht, um das Schmusetuch zu holen. Inzwischen ist es dunkel und Simon glaubt auf dem Rückweg von einem Monster verfolgt zu werden. Er schafft es gerade noch ins Haus. Franz ist glücklich mit seinem Schmusetuch und stolz auf seinen großen Bruder. Die Geschichte von dem Monster und der unheimlich dunklen Nacht möchte er immer wieder hören. Eine schöne Geschwistergeschichte, in der gezeigt wird, wie Geschwister für einander da sein können. Dass Franz Babysprache spricht und einiges nicht aussprechen kann, mildert den Spaß beim Vorlesen. Ich bin nicht sicher, ob Kinder das lustig finden. Ein Buchstabe ginge ja noch, aber Franz sagt z. B.: Indähüttää.

Bei großem Bilderbuchbedarf für Gemeindebüchereien und Kitas; 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Geschwister | Einschlafen | Angstbewältigung
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

Carl & Däd. Wer ist hier müde?. Andreas Bræstrup Kirstein. Ill. von Rasmus Bregnhøi. Dt. von Günther Frauenlob. München: Tulipan 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. Dän. ISBN 978-3-86429-301-6, geb.: 11,00 €

Carl bleibt auf, als Däd müde ins Bett geht. Erst sieht er mit seiner Puppe fern, schaut sich Bilderbücher an, macht Essen und landet schließlich beim Versteckspielen in Däds Bett.

Carl ist noch nicht müde, als sein Vater Däd ihm erklärt, dass alle Menschen abends ins Bett gehen. Als das gute Zureden nicht hilft, geht Däd schließlich selbst ins Bett: „Okay, dann bleib halt die ganze Nacht auf“, sagt er noch zu seinem Sohn. Da ist sich Carl schon gar nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee ist. Nur mit seiner Puppe alleine macht das Fernsehschauen, Bilderbücher ansehen, Essen und Spielen nicht so richtig Spaß. Deshalb ist er auch froh, als er beim Versteckspielen das beste Versteck in Däds kuscheligem Bett findet. – Diese lustige Einschlafgeschichte von Andreas Braestrup Kirstein wurde ausdruckstark bunt und karikierend illustriert von Rasmus Bregnhøi. Sie kann für Kinder ab 3 Jahren empfohlen werden.

Gute-Nacht-Geschichte für Kinder ab 3 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Einschlafen
Bewertung: ++
Rez.: Bärbel McWilliams

Die hässlichen Fünf. Julia Donaldson. Ill. von Axel Scheffler. Dt. von Salah Naoura. Weinheim: Beltz & Gelberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-407-82305-2, geb.: 13,95 €

Fünf Tiere, die sich für hässlich halten, schließen sich zusammen und singen ein Lied über ihr Aussehen.

An einer Wasserstelle in Afrika treffen sich ein Löwe, Flamingos und andere Tiere. Sie alle sind schön anzusehen. Die Idylle wird gestört, als ein Gnu vorbeikommt und ein Lied darüber singt, wie hässlich es ist. Sofort kommt eine Hyäne, die behauptet noch hässlicher zu sein. Ihnen schließen sich ein Geier, ein Warzenschwein und ein Marabu an. Die Fünf finden, dass sie in ihrer Hässlichkeit gut zueinander passen. Zusammen singen sie ein Lied über ihre Aussehen und dass sie verstehen, dass andere Tiere vor ihnen fliehen. Die Kinder der Fünf sehen das allerdings ganz anders, für sie sind die Eltern die Schönsten und die Besten. Das von Julia Donaldson in Reimen geschriebene Buch hat Axel Scheffler witzig illustriert. Kinder lernen ganz nebenbei, dass es nicht auf das Äußere sondern auf die inneren Werte ankommt. Beim Vorlesen sollte man darauf hinweisen, dass das, was uns hässlich erscheint, wie das Kichern der Hyäne oder der kahle Kopf des Geiers, für das Leben der Tiere wichtig ist.

Für Kindergarten und Grundschule als Einstieg in eine Diskussion über innere Werte geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Afrika | Tiere | innere Werte | Familie
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

Ich geb immer auf dich Acht. Gute Nacht! Regina Schwarz. Ill. von Julia Dürr. Zürich: Aracari 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-90545-69-0, geb.: 14,90 €

Hasi und Murmel liegen im Garten und warten auf die Nacht. Werden sie trotz der vielen Geräusche gut einschlafen?

„Hasi und Murmel liegen dicht an dicht. Enger geht es nicht. Sie hören…ein Brummen, ein Summen, ein Trippeln, ein Tippeln, ein Sausen, ein Brausen, ein leises Schnaufen. Wer sind die, die da laufen?“ Eine Antwort darauf erhält der Betrachter dieses Pappbilderbuches, indem er eine Klappe öffnet, hinter der sich so manches Kleintier verbirgt, gerade auf dem Weg ins Bett. Gut, dass Hasi und Murmel füreinander da sind, so brauchen sie keine Angst haben und können getrost einschlafen. Diese Gute-Nacht-Geschichte lädt ihre Leser ein, auf jeder Doppelseite hinter eine Klappe zu linsen und die sympathischen Protagonisten, Hase und Murmeltier, beim Schlafengehen zu begleiten. Großflächige Zeichnungen, die die beiden Hauptfiguren in den Mittelpunkt stellen, dominieren das Buch und schaffen Wiedererkennungswert. Der meist gereimte Text fällt knapp aus und qualifiziert das Buch für ganz kleine Betrachter.

Sehr gut als regelmäßige Abendlektüre geeignet, bereits für Kinder ab einem Jahr. Gerne für Familien empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Einschlafen | Freunde | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.:
Susanna Hocher

Loks und Züge. Ian Graham. Ill. von Stephan Biesty. Dt. von Margot Wilhelmi. Hildesheim: Gerstenberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8369-5959-9, geb.: 14,95 €

Eine Zeitreise durch die Geschichte der Loks und Züge, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Eine Zeitreise von der Dampfeisenbahn, die Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, über die Diesel- und Elektroloks bis hin zur Magnetschwebebahn. In diesem Pappbilderbuch werden die acht eindrucksvollsten Loks und Züge der Welt in jedem kleinen Detail dargestellt und erklärt. Die Klappen auf den Seiten lassen das Innere der Loks und Waggons erforschen. Die Technik und der Aufbau der Züge wird in kurzen Texten detailliert beschrieben und erklärt.Mit viel Liebe fürs Detail wurden die Bilder gezeichnet und koloriert. Jedes an Technik oder Eisenbahnen interessierte Kind wird seine große Freude haben, dieses Buch zu entdecken. Gemeinsam mit den Eltern können bereits Kinder ab dem Schuleintritt dieses Buch erforschen.

Ein tolles Buch zum Entdecken, ideal für Büchereien mit an Technik interessierten Kinder und deren Familien.

Signatur: Jm 1 | Jt
Schlagworte: Eisenbahn | Technik
Bewertung: +++
Rez.: Janine Halder

Muszynski, Eva: Wo ist die Maus? Weinheim: Beltz & Gelberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 15 cm. ISBN 978-3-407-82303-8, geb.: 8,95 €

Erwin wartet auf Matilda. Wo steckt sie nur?  

Elefant Erwin sitzt und wartet auf seine Freundin Matilda Maus. Fuchs und Giraffe gucken vorne und oben, aber von Matilda ist nichts zu sehen. Beharrlich wartet er auf sie, irgendwann steht Erwin auf und geht. Keiner mehr da? Es bleibt spannend bis zur letzten Seite ob Matilda noch kommt. Eva Muszynski erzählt diese Geschichte mit liebenswerten Illustrationen und hellen Farben. Kleine Details wecken die Neugier und lassen die Kinder Spuren folgen, wo die Maus sein könnte. Wenige Worte drücken das Wichtigste aus und lassen eine kleine Geschichte entstehen. Das Buch hat eine handliche Größe so dass auch schon die Kleinen sehr gut alleine blättern können. Was ich sehr positiv finde ist das, dieses Pappbilderbuch aus 100% Recyclingpapier hergestellt wurde und mit Ökofarben bedruckt ist.

Geeignet für die ganz Kleinen als Vorlesebuch in Familie und Krippe.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Geduld | Freundschaft | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.:
Janine Halder

 

Otilie fängt den Bücherdieb. Susanne Lütje. Ill. von Heiko Krischker. Hamburg: Oetinger 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. (Leseratte Otilie). ISBN 978-3-7891-0772-6, geb.: 7,99 €

Ein Kriminalfall mit Leseratte Otilie.

Zunächst wird dem Leser die Leseratte Otilie und ihr gemütliches Zuhause in der Buchhandlung von Frau Rübezahl vorgestellt. Die jungen Leser werden eingeladen Otilies Regalwohnung und den Buchladen zu erkunden. Da gibt es gemütliche Leseecken, hohe gefüllte Regale, Kinder und Erwachsene, die Zeit zum Stöbern und Lesen haben. Mittendrin hat Otilie ein Regal so gemütlich eingerichtet wie alles andere. Eines Tages fällt ihr ein umherschleichender Mann auf, der einen voluminösen Mantel trägt. Durch gute Beobachtungsgabe kombiniert sie schnell: Das ist ein Bücherdieb! Die scharfsinnige Ratte baut eine Stolperfalle und stellt den Dieb. Großflächige Illustrationen bringen die positive Grundstimmung des Buches sehr deutlich zum Ausdruck. Auch das zweite Buch um Otilie ist rundherum gut gelungen. 

Allen Büchereien mit kleinen Leseratten ab 5 J. gern empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Bücher | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.:
Gabriele Rojek

Prinz Hajo der Glückliche. 10 Geburtstage, 2 Hunde und 1 Prinz. Edward van de Vendel. Ill. von Matthias De Leeuw. Dt. von Rolf Erdorf. Hildesheim: Gerstenberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-8369-5944-5, geb.: 12,95 €

Zählen und Zahlen lernen mit einem kleinen (nicht immer) glücklichen Prinzen.

Zu jedem Geburtstag bekommt Prinz Hajo immer ein Geschenk mehr als die Zahl seines Alters. Zwei Hunde, drei Kaninchen, er findet vier Marienkäfer, bekommt fünf Gänse, sechs Heißluftballons. Zu seinem sechsten Geburtstag gibt er eine Videoparty und lädt dazu 7 Prinzen, Prinzessinnen und Präsidentenkinder ein. Danach gibt es acht Esel, einen Abend im Theater mit jeweils neun Artisten. Trotz dieser vielen Geschenke ist Hajo nicht wirklich glücklich und ihm wird bewusst, dass materieller Reichtum nicht das Wichtigste ist im Leben und sehr einsam machen kann. Doch zu seinem zehnten Geburtstag bekommt er etwas ganz Besonderes. Etwas sehr Kleines. Ab jetzt ist alles doppelt schön, denn jetzt hat er eine kleine Schwester. - Ein bunt gestaltetes, dynamisches Bilderbuch mit expressiven Farben zum Zählenlernen und Entdecken vieler kleiner Details.

Viele Vorschulkinder möchten sich mit Zahlen beschäftigen. Dieses Bilderbuch bietet wissbegierigen Kindern dazu eine spielerische Möglichkeit.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Zahlen | Zählen | Geschwister
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

Riphagen, Loes: Elefäntchen Naseweis. Dt. von Annabel Lammers. Münster: Bohem Press 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-95939-042-2, geb.: 18,95 €

Ein kleiner, neugieriger Elefant bringt sich mit seinen Fragen in eine prekäre Situation.

Zu einer Zeit, als Elefanten noch keinen Rüssel hatten, lebte ein besonders neugieriges Elefantenkind in der afrikanischen Savanne. Mit seinen Wieso-, Weshalb-, Warum-Fragen landete es eines Tages beim Krokodil, weil es unbedingt wissen wollte, was das Krokodil eigentlich so frisst. Dabei kam es dem Tier so nahe, dass dieses das Elefantenkind bei seiner Nase zu packen bekam. Die anderen Tiere eilten ihm zur Hilfe. Doch bevor das Krokodil endlich von ihm ließ, war die Nase des kleinen Elefanten durch das Tauziehen inzwischen zu einem langen Rüssel geworden. In Anlehnung an Kiplings Märchen „Wie das Elefantenkind seinen Rüssel bekam“, aus den Anfängen des 20. Jh., lässt die niederländische Autorin hier collagierte Bilder sprechen.  Mit jedem Tier und jeder Frage nimmt die Farbenpracht der Seiten zu. Der begleitende Text beschränkt sich dabei auf einzelne Worte oder Sätze. Die Verniedlichung des Titels erscheint hingegen unnötig, auch wenn die Zielgruppe Kleinkinder sind.

Optisch ansprechendes Bilderbuch. Für Kinder im Fragen-Alter ab 3 Jahren und für die Aufstockung größerer Bilderbuchbestände empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Tiere | Elefanten | Fragen
Bewertung: +++
Rez.:
Brigitte Elstner-Steinbach

Unterwegs mit Bus und Bahn. Andrea Erne. Ill. von Christian Zimmer. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2017. O. Pag. : überw Ill. ; 20 cm. (Wieso? Weshalb? Warum? ). ISBN 978-3-473-32672-3, spiralgeb.: 9,99 €

Die Nutzung von Bussen und Bahnen kindgerecht mit kurzen Texten und bunten Bildern erklärt.

Viele Kinder nutzen im Alltag Busse und Bahnen. So auch Moritz, der heute mit seinen Großeltern und seinem kleinen Bruder Anton mit dem Bus und der Bahn in den Zoo fährt. Was beim Bus- und Bahnfahren alles zu beachten ist und was Moritz dabei auffällt, wird in diesem Sachbilderbuch kindgerecht erklärt. Wo kann man sehen wann der nächste Bus abfährt, wo steigt man ein, wer muss bezahlen, wann hält der Bus oder die Bahn wieder an, wo und wie fährt die U-Bahn und wer reinigt denn diese Fahrzeuge? Diese Fragen werden kurz und prägnant in diesem kleinformatigen Pappbilderbuch beantwortet. Die bunten Illustrationen, die sehr realitätsnah gestaltet sind, laden mit einigen Klappen kleine und große Leser*innen zum gemeinsamen Betrachten und Entdecken ein.  - Ein weiterer Band aus der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum? junior“, die sich im Büchereialltag schon vielfach bewährt hat und beliebt ist bei kleinen Kindern ab 2 Jahre.

Trotz Klappen und Spiralbindung sind die Sachbilderbücher dieser Reihe sehr robust und gut einsetzbar in Kindergruppen, Kindertagesstätten und allen Büchereien mit kleinen Leser*innen.

Signatur: Jm 1 | Jt
Schlagworte:
Technik | Fahrzeuge | Großeltern | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.: Helena Schäuble

Wenn die Nacht erwacht. Louise Greig. Ill. von Ashling Lindsay. Dt. von Uwe-Michael Gutzschhahn. Hildesheim: Gerstenberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8369-5958-2, geb.: 13,95 €

Wenn die Nacht erwacht, ist Schlafenszeit für die kleinen Menschenkinder.

Die Nacht ist freundlich - still und stark bleibt sie in Max' Zimmer und beschützt den kleinen Schläfer. Denn wenn der Tag gähnend aus den Blättern gleitet, kommt die Nacht mit ihrer sanften Ruhe. Unterm Bett hat Max ein verschlossenes Kästchen und klick-klick schließt er es auf am Abend: Der Tag schlüpft hinein und die Nacht saust heraus. Die Nacht ist ein Schelm. Sie verjagt alle Farben. Sie macht winzige Töne - aber laut erscheinen ein kleiner Tropfen und ein dünner Ast am Fenster.- Ein poetisches Bilderbuch über die Nacht, das jedem Kind die Angst vor der Dunkelheit und der Nacht nehmen kann. Wundersame Bilder und eine schöne Sprache machen das Bilderbuch zu einem bezaubernden abendlichen Vorlesebuch - „und plötzlich funkeln und sprudeln, leuchten und tanzen Tausend Sterne."

Für kleine Schläfer und Nicht-Schläfer im abendlichen Einschlafritual bestens geeignet. Aber auch als Gesprächseinstieg zum Thema Tages- und Nachtzeiten und was in ihnen passiert.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Nacht | Einschlafen
Bewertung: +++
Rez.: Karin Steinfeld-Bartelt

Wir ziehen um. Frauke Nahrgang. Ill. von Marlis Scharff-Kniemeyer. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. (Meine allerersten Minutengeschichten). ISBN 978-3-473-43668-2, geb.: 6,99 €

Stabiles Pappbuch mit elf kurzen Geschichten über Umzugserlebnisse.

Aufregend ist so ein Umzug, aber auch mit widerstreitenden  Gefühlen verbunden: Lukas erlebt seinen letzten Tag im alten Kindergarten. Damit er seine Freunde nicht vergisst, bekommt er zum Abschied ein großes Foto. Auch Emmi will nicht umziehen, schließlich wohnt ihre beste Freundin gleich nebenan. Gut, dass die Familie in derselben Stadt bleibt und  Besuche kein Problem sind. Von der Stadt aufs Land hat es Anton mit seinen Eltern verschlagen - doch auf dem Bauernhof nebenan gibt es nicht nur Butter und Eier, sondern auch süße Lämmchen! Richtig toll findet Theo den Umzug, denn zur Feier des Tages gibt es Würstchen, während Klara im neuen Zuhause gleich Besuch von der Nachbarin und deren Sohn bekommt. - Für das angegebene Alter von 18 Monaten sind die Geschichten vermutlich zu kompakt, während die naturalistischen Illustrationen auch kleineren Kindern viel zum Entdecken bieten.

In jeder Bücherei möglich, sehr geeignet auch für Kitas.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Umzug | Familie | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Margarete Barth-Specht

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Hula, Kai Aline: Zappel! Ill. von Carola Holland. Innsbruck: Obelisk 2017. 61 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-385197-848-3, geb.: 11,95 €

Ein Drachenkind hat Schulschwierigkeiten.

Ein kleiner Drache turnt und zappelt – egal ob in der Schule oder zu Hause – in Bild und Text auf jeder Seite des Erstleserbuches. Der Drachenmutter bereitet das große Sorgen, zumal auch die Lehrerin dieses Verhalten erheblich stört, weswegen sie täglich Beschwerde führend zu Hause anruft. Von seinem Drachenvater erfährt der kleine Drache, er habe als Kind auch immer Ameisen in den Pranken gehabt und ständig gezappelt. Die Geschichte endet dann durch verschiedene Ereignisse und Maßnahmen etwas versöhnlich. - Der kleine Drache verkörpert offensichtlich den in fast jeder Klasse vorhandenen Zappel-Philipp, der hier mit pädagogischem Zeigefinger ermahnt und zu Ruhe und Ordnung erzogen werden soll, statt nach individuellen Ursachen für hyperaktives Verhalten zu suchen und es dann fachgerecht behandeln zu lassen. Ob junge – möglicherweise betroffene – GrundschülerInnen ein solches Buch wirklich gerne lesen, auch wenn es als Drachengeschichte angeboten wird?

Trotz der inhaltlichen Bedenken als Leselerntext notfalls einsetzbar, da die überschaubaren Sätze in kindgemäßer Sprache von Erstlesern selbständig bewältigt werden können.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Hyperaktivität | Schule | Erstleser
Bewertung: +
Rez.: Margot Rickers

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Murphy, Jill: Eine lausige Hexe wünscht sich was. Dt. von Jenny Merling. Zürich: Diogenes 2017. 162 S. : Ill. ; 20 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-257-01205-7, geb.: 12,00 €

Siebte Folge der Serie, die vor über 40 Jahren erstmals erschien und aufwendig verfilmt im KiKa kommt.

Die schusselige Mildred Hoppelt ist mittlerweile in der Oberstufe der Hexenakademie angekommen. Trotzdem gilt sie immer noch als diejenige, die nicht imstande ist, mit dem Besen geradeaus zu fliegen. Mildreds sehnlichster Wunsch ist ein Hund, der prompt hinter dem Zaun steht, als sie eine Sternschnuppe sieht. Da nur Katzen im Internat erlaubt sind, muss sie ihren neuen Freund verstecken. Auch sonst ist das Internatsleben streng geregelt, was Neid und Intrigen unter den Mädchen aber nicht verhindert. Bei einem Gerangel auf den Hexenbesen gehen sämtliche Kostüme für eine Tanzvorführung in Flammen auf und die Hoffnung, den ersten Preis bei einem Wettbewerb holen zu können, geht gegen Null. - Die Serie kommt reichlich altbacken daher und die Verwandtschaft zu Autoren wie Enid Blyton ist deutlich. Die Illustrationen wirken bieder - oder auch retro, je nach Sichtweise.

Nachfrage ist zu erwarten wegen der Fernseh-Serie. Ansonsten gibt es sicher besseres Lesefutter für die Zielgruppe - und mehr ist es nicht.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Hexen | Freundschaft | Schule
Bewertung: +
Rez.: Margarete Barth-Specht

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Bauer, Theodora: Chikago. Roman. Wien: Picus 2017. 254 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7117-2052-8, geb.: 22,00 €

Drei junge Menschen aus einem burgenländischen Dorf wollen Anfang der 20er Jahre ihr Glück in den USA versuchen. Katastrophen bahnen sich an.

An der ungarisch-österreichischen Grenze, im Ort Kittsee, gibt es eine Siedlung namens Chikago – von Einwanderern so genannt nach dem großen Chicago. In den 20er Jahren kam die erste Auswanderungswelle vor allem aus der armen Landbevölkerung. Der junge Ferenz will „auf Amerika“ gehen, nach Chicago. Seine schwangere Freundin Katica möchte ihn nicht allein lassen und bekommt mit Mühe auch ein Visum. Durch ein Unglück ist ihre Schwester Anica dabei. Aus der Reise „nach drüben“ wird eine gefahrvolle Flucht.
Das Leben in Chicago wird für die drei jungen Menschen katastrophal. Sie werden von den Einheimischen nicht angenommen, scheitern an den kapitalistischen Arbeitsbedingungen. Katica stirbt bei der Geburt des Sohnes Josip. Ferenz wird arbeitslos und alkoholabhängig. Anica nimmt Josip zu sich. Sie beide allein kehren nach Europa zurück.
Die Autorin erzählt geschickt eine 16 Jahre dauernde Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Die Namen ihrer Protagonistinnen sind je nach Aufenthaltsort verschieden: Es geht um Entwurzelung und Identität.

Das Buch sei Leserinnen und Lesern empfohlen, die eine spannende Lektüre suchen, mit  Parallelen zu heutigen Migrationsumständen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Auswanderung | Identität | Familie
Bewertung: +
Rez.:
Christoph Kuhn

Cummings, Harriet: Eine von uns. Roman. Dt. von Walter Goldinger. Wien: Deuticke 2017. 366 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-552-06335-8, geb.: 20,00 €

Unheimliche Vorfälle in einem englischen Dorf.

Die Autorin, die hier ihr erstes Werk vorlegt, wurde durch eine viele Jahre zurückliegende wahre Begebenheit zu dieser Geschichte inspiriert: Schauplatz ist ein kleines Dorf in der englischen Provinz, in dem alles seinen gewohnten Gang geht. Plötzlich jedoch geschehen seltsame Dinge. Die Menschen beschleicht immer häufiger das Gefühl, jemand sei in ihren Häusern gewesen, ohne jedoch Schaden anzurichten. Es sind vielmehr kleine Dinge, die verschwinden oder an einem anderen Platz liegen als zuvor. "Fox" wird der Unbekannte genannt, der scheinbar harmlos und unheimlich zugleich das Leben anderer beobachtet und ein wenig daran teilhaben möchte. Schließlich jedoch verschwindet eine Dorfbewohnerin, das ganze Dorf gerät in Aufruhr, die Menschen bewaffnen sich und jeder verdächtigt jeden. Als der Fall schließlich aufgeklärt wird, anders als gedacht, führt dies auch für manchen Dorfbewohner zu einer Wendung in seinem Leben. 
                            
Ein interessanter, intensiver Einblick in eine Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt - oder zu kennen glaubt.

Signatur: SL
Schlagworte:
Provinz | Privatsphäre | Gemeinschaft
Bewertung: +
Rez.:
Petra Schulte

Fedler, Joanne: Wovon wir nicht sprechen. Roman. Dt. von Susanne Dahmann. München: Droemer 2017. 443 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-426-28181-9, geb.: 19,99 €

Es ist nie zu spät...

Die 34 jährige Protagonistin Faith betreut Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Angesichts der alltäglichen Gewalt, der sie ausgesetzt ist, kann sie schon fast nicht mehr an Hoffnung, Vertrauen und Liebe glauben. Ihre Jugendliebe verlor Faith schon sehr früh an eine heimtückische Krankheit. Ohne einen Halt ist sie nun an einem Punkt ihres Lebens angekommen, an dem sie fast zerbricht und aufgeben möchte. An diesem Zeitpunkt  überfährt sie versehentlich eine Katze und macht dadurch die Bekanntschaft mit Caleb, einem Tierarzt, dessen ruhige und geduldige Art ihr Herz berührt. Der Roman macht Mut in einer Welt, die oft von Lieblosigkeit, Kälte und Brutalität geprägt ist. Der Schreibstil der Ich-Erzählerin ist sehr ungewöhnlich, distanziert und emotionslos, oft sehr derb und sehr ins Detail gehend. Aber das große Thema der Autorin und des Buches ist häusliche und sexuelle Gewalt bis zu ihrer extremsten Form. 

Für alle Büchereien mit Belletristik-Bestand geeignet.

Signatur: SL
Schlagworte: Gewalt | Liebe
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Rojek

Hasler, Eveline: Tag der offenen Tür im Himmel. München: Nagel & Kimche 2017. 105 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-312-01036-3, geb.: 17,00 €

Eine humorvolle Erinnerung an Himmel und Hölle.

Die Idee, die dem Büchlein zugrunde liegt ist spannend, die Umsetzung könnte überzeugender sein. Da die Menschen sich nicht mehr für den Himmel interessieren, sondern sich ihre privaten Paradiese schaffen, bietet das himmlische Management einen Tag der offenen Tür an. Die unterschiedlichsten Typen tauchen auf, Vertreter verschiedener Religionen. In der Hölle wird man unruhig und möchte genauer wissen, was im Himmel abläuft. Ein Jungteufel wird als Spion eingeschleust. Er ist von den himmlischen Angeboten begeistert und beschließt zu bleiben. Daraufhin führt auch die Hölle einen Tag der offenen Tür durch. Es wird ein Flop. Die Autorin erzählt die einzelnen Situationen stets mit einer guten Portion Humor, bleibt aber leider oft in klischeehaften Jenseitsvorstellungen gefangen.

Trotz des stolzen Preises ist das Büchlein als Geschenk gut geeignet.

Signatur: SL
Schlagworte: Himmel | Hölle | Paradies | Jenseitsvorstellungen
Bewertung: +
Rez.: Karl Foitzik

Kinkel, Tanja: Grimms Morde. Roman. München: Droemer 2017. 472 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-426-28101-7, geb.: 22,99 €

Mordfälle mit märchenhaftem Hintergrund im Fürstentum Kassel 1821.

Die Autorin versetzt den Leser in die Zeit des Biedermeier. Im nordhessischen Kassel werden die Brüder Grimm in einen Mordfall an der ehemaligen Mätresse des Landesfürsten verwickelt. Alle Indizien sprechen gegen sie, findet doch die Polizei ein Zitat aus deren Märchensammlung am Tatort. Die Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff wollen zur Aufklärung des Mordes beitragen und die Unschuld der Brüder beweisen, was sich im angeblich so beschaulichen Kassel als fast unlösbare Aufgabe erweist. Nach dem Abzug der Franzosen haben die kleinen Fürstentümer wieder das Sagen: Der Alltag ist geprägt von Bespitzelung und politischer Zensur, ein Rückschritt zu überkommenen Standesregeln, Mätressenwirtschaft und dem konservativen gesellschaftlichen Rollenverständnis der Frauen.
Ein umfangreicher historischer Roman mit kriminalistischen Zügen für geduldige Leser, die  umfangreiche Detailinformationen und den Märchen nachempfundenen Sprachstil nicht scheuen.

Geeignet für Literaturkreise oder auch nur zur Unterhaltung.

Signatur: SL
Schlagworte: Geschichte | Krimi | Märchen
Bewertung: +
Rez.: Christiane Weppner

McDermid, Val: Der Sinn des Todes. Kriminalroman. Dt. von Doris Styron. München: Droemer 2017. 488 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-426-28182-6, geb.: 22,99 €

In ihrem bereits vierten Fall löst die schottische Ermittlerin Karen Price alte, ungelöste Mordfälle.

Detective Karen Price, Spezialistin für die Klärung ungelöster, alter Fälle der schottischen Polizei, steht vor einem Rätsel. Die DNA eines 17-jährigen Hooligans passt zu einem ungelösten Fall der bereits 20 Jahre zurückliegt. Der Junge kommt als Täter offensichtlich nicht in Frage. Akribisch und mit unkonventionellen Mitteln nimmt Price die Spur auf. Zeitgleich stolpert  sie in einen weiteren Mordfall, der eigentlich nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Bei ihren Ermittlungen tritt sie einem mächtigen Politiker auf die Füße, der mit allen Mitteln die Vergangenheit ruhen lassen möchte. Außerdem stößt sie mit ihrem Sinn für Gerechtigkeit und ihrer direkten Art auf viel Widerstand bei ihren Vorgesetzten.
Trotz der beiden komplexen Fälle gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln und mit der sympathischen Ermittlerin ist ihr das Portrait einer starken und doch nahbaren Frau gelungen.

Für alle Fans britischer Kriminalromane, die eine dichte und komplexe Erzählart schätzen.

Signatur: SL
Schlagworte: Frauen | Schottland
Bewertung: ++
Rez.: Susanne Hartmaier

Nadler, Stuart: Die Unzertrennlichen. Roman. Dt. von Andreas Reimann. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2017. 363 S. ; 22 cm. Aus d. amerikan. Engl. ISBN 978-3-462-04988-6, kt.: 14,99 €

Drei Frauen aus drei Generationen einer Familie meistern eine Lebenskrise.

Drei Frauen - Großmutter, Tochter und Enkelin - der Familie Olyphant geraten zu gleicher Zeit in eine Lebenskrise. Was werden soll, wissen sie nicht. Wohl aber, dass sie jetzt zusammenhalten müssen. Henrietta ist seit kurzer Zeit Witwe und in Geldnöten, sie kann ihr Haus nicht halten und wird es verkaufen müssen. Ihre Tochter Oona, eine vielbeschäftigte Chirurgin, hat sich von ihrem dauerbekifften Mann getrennt und wird von ihrem Paartherapeuten umworben. Sie muss wiederum ihre Tochter Lydia vom Eliteinternat abholen, weil ein Nacktfoto von ihr im Internet im Umlauf ist. Ein insgesamt ganz unterhaltsames Porträt einer Familie, deren Zusammenhalt in Zeiten der Krise gefordert ist und die am eigenen Leib erlebt: Ohne Verbündete kommt man schwerer durchs Leben.

Familienroman für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch.

Signatur: SL
Schlagworte: Familie | Generationen | Frauen | Lebenskrise
Bewertung: +
Rez.: Dagmar Paffenholz

Norton, Graham: Ein irischer Dorfpolizist. Roman. Dt. von Karolina Fell. Reinbek: Kindler 2017. 332 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-463-40690-9, geb.: 19,95 €

Ein Toter reißt ein ganzes Dorf aus dem Dornröschenschlaf.

Duneen, ein kleiner Ort im Westen von Cork. Hier verläuft ein Tag wie der andere, jahrein, jahraus. Scheinbar: Denn der Fund von menschlichen Überresten bei Bauarbeiten auf einem verlassenen Hof, holt Dinge ans Licht, über denen viele Jahre der Mantel des Schweigens lag. Das „Wer“ ist schnell geklärt, das „Wie“ und das „Warum“ sind die Fragen, die die Polizei zu lösen hat. Doch auch wenn die Ermittlungsarbeiten das Zentrum dieses Romans bilden, sind es doch die Figuren und Geschichten drumherum, die die eigentliche Stärke des Buches ausmachen. Da ist zum einen PJ, der sanftmütige Dorfpolizist, der nach Jahren von Demütigung und Zurückweisung eine Schutzmauer aus Fett um sich errichtet hat. Da sind die unglücklich verheiratete Brid, die ihren Kummer in Wein ertränkt und die schöne Evelyn, deren Lebenssinn darin zu bestehen scheint, ihren Schwestern einen perfekten Haushalt zu führen. Da geht es um Einsamkeit und Isolation und die Frage, was der Verlust eines geliebten Menschen mit und aus den Hinterbliebenen macht. Nicht zuletzt geht es um Hoffnung. Um die Möglichkeit hinter Fassaden zu schauen, neu anzufangen, doch noch geliebt und vielleicht sogar glücklich zu werden.

Gut komponiert, schlüssig und den Lesenden sicher eine Weile im Kopf bleibend.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | Irland | Provinz
Bewertung: ++
Rez.: Wiebke Mandalka

Regener, Sven: Wiener Straße. Roman. Berlin: Galiani 2017. 295 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-86971-136-2, geb.: 22,00 €

In der Wiener Straße suchen Künstler und Aussteiger nach der künstlerischen Freiheit und dem eigenen Ich.

Sven Regener beschreibt in seinem Buch das Kreuzberg der frühen 80er Jahre. Viel Handlung gibt es nicht, dafür ein Wiedersehen mit Herrn Lehmann, der in der Wiener Straße eine WG bezieht direkt über dem Cafe Einfall. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die „ArschArt-Gallerie“, die mit einer geplanten Performance und einer fürs Fernsehen vorgetäuschten Hausbesetzung von sich reden macht. Im Mittelpunkt des Romans stehen die Dialoge und die Beschreibung der Bewohner der Wiener Straße. Sie alle suchen und finden hier ihre künstlerische und persönliche Freiheit in einem Berlin, das tolerant und offen ist. Sven Regener beschreibt ein Milieu, das inzwischen verschwunden ist. Sicher wird der Roman eher die Leser ansprechen, die die Zeit miterlebt haben, als Berlin viele junge Menschen aus dem Westen angezogen hat und gleichzeitig Berliner wegzogen, weil sie im Westen bessere Chancen sahen. Es gibt durchaus sehr witzige Szenen, manchmal benötigt man allerdings einen speziellen Humor.

Für die Fans von "Herrn Lehmann" und Sven Regener.

Signatur: SL
Schlagworte: Berlin | 80er Jahre | Künstler
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

B Biographien, Briefe, Tagebücher

Dehnerdt, Eleonore: Elisabeth - Die Reformatorin. Das Leben der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg, Gräfin von Henneberg 1510-1558. Holzminden: Verl. Jörg Mitzkat 2017. 392 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-95954-035-3, kt.: 14,80 €

Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Elisabeth, geboren am 24. August 1510 als Tochter des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg, wird, vierzehnjährig, mit dem verwitweten Herzog Erich I. von Braunschweig - Lüneburg verheiratet. Als Regierungssitz dient das Mündener Schloß. Aus der Perspektive ihrer Kammerzofe wird Elisabeths Entwicklung in der Leser nahen Ich-Form präsentiert mit allen Herausforderungen, die die Position ihrer Herrin verlangen. Klug, gebildet, des "Lateinischen" mächtig, übernimmt die Herzogin politische, religiöse und finanzielle Aufgaben, ist zudem, detailliert, informiert über die Hintergründe der zu verwaltenden Länder.
Die Begegnung mit Martin Luther verändert, trotz ihrer katholischen Erziehung, ihren theologischen Blickwinkel. Durch die Konfrontation mit seinen Lehren, die ihre Denkungsweise nachhaltig beeinflussen, erkennt Elisabeth, dass es nicht Luthers Intention entspricht, Unfrieden zu stiften, denn, " Es war nicht sein Wille, die Kirche zu spalten und dem Papst den Gehorsam zu verweigern, „sondern er einzig die Kirche reformieren wollte, da er dem "Ablasshandel zürnte". Elisabeth avanciert in diesem Kontext zu einer namhaften Persönlichkeit der Reformation mit hoher Durchsetzungskraft, bei überlegter "Führungs-Fähigkeit", mit weitreichenden Spuren bis in die heutige Gegenwart.
Eindrucksvolle Biographie einer bahnbrechenden, couragierten, äußerst entschiedenen „Frauengestalt". Episch dicht. Historisch untermauert mit  anhängender, zur Klärung beitragender, Zeittafel.

Empfehlens- und lesenswert. Eine Bereicherung für das biographische Angebot aller (Patienten-) Büchereien.

Signatur: Bb
Schlagworte: Entwicklung | Emanzipation | Reformation
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern

E Erd-, Länder- und Völkerkunde, Reisen

Wickert, Ulrich: Mein Paris. Hamburg: Atlantik 2015. 303 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-455-70010-7, geb.: 24,00 €

Paris - keine Stadt so schön?

Als praktischer, übersichtlicher Reiseführer ist dieses Buch ungeeignet. Dagegen wird sich der interessierte Kultur- und Kunstfreund an der bibliophilen Gestaltung in Bild und Wort erfreuen. Der Autor, lange in Paris ansässig, erzählt sehr detailreich in Aufsätzen, sog. Reportagen und Anekdoten über „seine“ Stadt. Sehr persönliche Eindrücke und Erfahrungen werden dabei mit wissenswerten Informationen vermischt. Dieses „savoir vivre“ ist aber sicher nicht jedermanns Sache und Geschmack.
 
Als Lesebuch und Ferienlektüre für frankophile Leser bestens geeignet.

Signatur: Ed
Schlagworte: Frankreich | Kultur | Geschichte
Bewertung: +
Rez.: Christiane Weppner

F Familie, Ehe, Lebensfragen

Miller, Jane: Die magischen Jahre. Im Alter beginnt ein neues Leben. Dt. von Barbara Jung u. Hans-Christian Oeser. Hamburg: Atlantik 2017. 269 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-455-00192-1, geb.: 22,00 €

Ein sehr persönliches Sachbuch mit einem eigenwilligen eher ungewohnten Blick auf das Alter.

Jane Miller ist Ende siebzig, als sie das Buch schreibt. Der Originaltitel des 2010 in England erschienenen Buches lautet  "Crazy Age. Thoughts on Being Old". In einem gepflegten Plauderton breitet die Autorin ihre Gedanken zum Altsein in 11 Kapiteln vor dem Leser aus. Es sind Essays, in denen sie sich ihren Assoziationen folgend mit dem Thema auseinandersetzt. Sie ist eine belesene Dame, Professorin im Ruhestand. Auf der Suche nach Berichten über das Alter liest sie sich quer durch die Weltliteratur. Fündig wird sie bei J. Barnes, John Updike, Tolstoi, Philipp Roth und anderen Klassikern und Gegenwartsautoren. Die Haltung der Autorin zum Alter ist gelassen, very british. Sie registriert, dass es in den Augen vieler "unpopulär" ist. Sie selber bezeichnet es dagegen als "die beste Zeit des Lebens", denn es eröffnet neue Möglichkeiten. Ihr erfolgreicher Lebensweg, ihre Lebenserfahrung, ihr Humor und ihr Reflexionsvermögen erlauben  es ihr, dem Alter mit Würde und Neugierde zu begegnen.

 Der optimistische weibliche Blick auf Alter und Vergänglichkeit macht den Titel zu einer empfehlenswerten Ergänzung des vorhandenen Bestands an Büchern dieser Thematik. 

Signatur: Fd
Schlagworte: Alter | Alter in der Literatur | Essay
Bewertung: ++
Rez.: Ursula Führer

N Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik

Bäume der Welt. Entdecken, verstehen und schützen. Colin Ridsdale, John White u. Carol Usher. Dt. von Eva Sixt. Neuausg. München: Dorling Kindersley 2017. 360 S. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3365-2, geb.: 19,95 €

Entdecken, verstehen und schützen.

Die Stärken des Buches sind die ersten beiden Kapitel. Eingangs wird erklärt was ein Baum ist, wie Bäume funktionieren, sich fortpflanzen, welche Arten von Wäldern es gibt und wie man Bäume bestimmen kann. Auch das dann folgende Kapitel „Mit Bäumen leben“, gibt einen guten Überblick zu den Themen Mythen, Baumgeister, frühe Völker und Bäume, Holz als Baustoff, Pflanzung und Pflege von Bäumen sowie Bäumen im urbanen Bereich. Das Hauptkapitel „Bäume der Welt“ wird seinem anspruchsvollen Titel aber nicht ganz gerecht. Man erhält einen guten Überblick über die Vielfalt von Baumarten.  Es handelt sich hier nicht um den Prototyp eines Baum Bestimmungsbuches. Für unsere Breiten ist es als solches nur bedingt zu empfehlen.

Für Gemeindebibliotheken, Grundschulen und Kitas.

Signatur: Ng 2
Schlagworte: Wald | Bäume | Biologie
Bewertung: +
Rez.: Stephan Bömelburg

P Philosophie, Psychologie, Pädagogik

Pfrang, Claudia u. Raude-Gockel, Marita: Fasten- und Osterzeit. Ein Fest mit vielen Ritualen. Ein Familienbuch. Ill. von Gabriele Hafermaas. München: Kösel 2016. 159 S. : Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-466-37188-4, geb.: 16,99 €

Für sehr fromme Familien, die die Passionszeit in Ernsthaftigkeit und Vertiefung begehen wollen.

Ich kenne keine Familie, die den Vorschlägen dieses Buches folgen könnte. Trotzdem ist das Büchlein voller liebevoller Anregungen, die möglicherweise auch einzeln und für den echten trubeligen Alltag jeweils selbstbestimmt ausgewählt die Zeit zu einer intensiven Phase des Jahres machen können. Dass die Fastenzeit oder Passionszeit - ein Abschnitt im Kirchenjahr (wie die Adventszeit) - zu besonderer Gestaltung einlädt, ist mittlerweile als bekannt anzusehen. Im evangelischen Bereich ist die Aktion "Sieben Wochen ohne..." gut etabliert. Das vorliegende Buch hat einen dezidiert katholischen Hintergrund, was auch bei den Namen der Sonntage und bei einzelnen Ritualen auffällt: das Aufheben der Palmwedel vom Palmsonntag des vergangenen Jahres, um sie zum Aschermittwoch zu verbrennen, ist im evangelischen Bereich nicht geläufig. Aber es ist lohnend und ratsam, auch bei diesen Zeichen neu und genau hinzusehen. Das Buch ist als Ermutigung anzusehen, darf aber nicht zum Forderungskatalog werden.

Für Lesekreise mit jungen Eltern oder interessierten Großeltern, die den neuen Familienalltag gestalten wollen.

Signatur: Pc
Schlagworte: Fastenzeit | Passion | Verzicht
Bewertung: +
Rez.: Christiane Thiel

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Müll 2.0. 70 kreative Projekte aus Recyclingmaterial. Isabelle Bruno u. Christine Baillet. Dt. von Eva Korte. Bern: Haupt 2017. 189 S. : überw. Ill. ; 24 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-258-60178-6, kt.: 24,90 €

Mit Materialien, die eigentlich im Müll landen, kreativ arbeiten.

Das Buch Müll 2.0 möchte aufzeigen, was man aus Recyclingmaterial alles machen kann.
Unterteilt ist es in drei Schwierigkeitsstufen vom Bastler über den Könner zum Profi. Verwendet wird hauptsächlich Verpackungsmaterial wie Wellpappe, Kartons und Dosen. Für etliche Projekte werden allerdings auch Europaletten benötigt. Und wer hat die denn einfach so zur Verfügung?
Die Anleitungen zu den einzelnen Projekten sind auch nicht sehr ausführlich. Das mag genügen, wenn es darum geht, aus mehreren Dosen einen Besteckhalter zu basteln. Ein Anfänger dürfte allerdings mit der Anweisung „Mit Brettern ein leicht schräges Gebälk bauen“ ziemlich überfordert sein, bei dem Versuch ein Insektenhotel einschließlich Schrägdach zu bauen.
Ein weiteres Manko ist, dass sich die Autoren nicht so recht einig waren, an wen sich das Buch richten soll. Etliche Projekte sind mit wenig Aufwand auch von älteren Kindern zu bauen, für andere braucht man Konstruktionssoftware oder nicht ganz alltägliches Werkzeug.

Nur für Büchereien mit sehr großem Bedarf in diesem Bereich. 

Signatur: Rd
Schlagworte: Upcycling | Basteln | Kreatives aus Verpackung
Bewertung: +
Rez.: Monika Betz

S Sozialwissenschaften (Staat, Politik, Recht, Wirtschaft)

MacFarlane-Barrow, Magnus: Eine Schale Getreide verändert die Welt. Die hoffnungsvolle Geschichte von Mary´s Meals. Dt. von Susanne Held. Innsbruck: Tyrolia 2017. 364 S. : Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-7022-3589-5, geb.: 22,95 €

Entstehungsgeschichte von Mary´s Meal, eine vom Autor gegründete Hilfsorganisation zur Überwindung des Hungers.

Für den Schotten Magnus MacFarlane-Barrow begann alles mit einer Hilfsgütersammlung und einer Fahrt in einem kleinen LKW nach Bosnien-Herzegowina. Das Elend, dass er in dem vom Krieg zerrissenen Land sah, ließ ihn zu dem Entschluss kommen, sein Leben fortan der Hilfe von Kindern zu widmen. Zusammen mit seiner Frau Julie gründete er 2002 schließlich aus einem Wellblech-Schuppen neben dem Haus seiner Eltern heraus Mary´s Meals. In vorliegendem Buch erzählt der Autor, wie er es zusammen mit vielen Helfern und Unterstützern geschafft hat, aus einer Idee eine funktionierende Hilfsorganisation aufzubauen, die gegenwärtig über eine Millionen Kindern weltweit an jedem Schultag eine warme Mahlzeit ermöglicht, und so nicht nur etwas gegen den Hunger sondern auch für die Bildung dieser Kinder tut. Der beeindruckende Bericht über eine Vision, die in die Tat umgesetzt wurde, macht Hoffnung, dass man den Kampf gegen Windmühlen mit Mut, Ausdauer, Glaube und vielen Unterstützern doch gewinnen kann.

Wer sich an dem abschnittsweise sehr spirituellen Stil nicht stört, wird von dem Lebenswerk des Autors beeindruckt sein.

Signatur: Sd
Schlagworte: Hilfsorganisation | Hunger | Kinder | Armut
Bewertung: ++
Rez.: Heike Nickel-Berg