Newsletter „Bücherei" 02/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin! Lieber Büchereimitarbeiter!

Liebe Leserin! Lieber Leser

Der Februar-Newsletter ist gewohnt bunt: Im Kinderbuch treffen wir u. a. auf die ersten Osterbücher, ermitteln im Fall „Geheimakte Pausenbrot“ und erleben die wundersame Verwandlung eines tristen Mietshauses in ein fantastisches Baumhaus.

Im Erwachsenenbuch dürfen wir ein Jahr unter Bienen erleben (Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen), gehen mit Kommissar de Luca auf Verbrecherjagd (Italienische Intrige) und werden ins Konstantinopel des frühen 20. Jahrhunderts entführt (Die Brücke zwischen den Welten).

Gerne möchten wir sie auch auf unsere neue Eliport-Schultüte mit dem Buch „Hat Jesus Fußball gespielt?“ hinweisen, die im März erscheint. Die Arbeitshilfe zur Schultüte bietet Konzepte für die Veranstaltungsarbeit in der Bücherei. Mehr Infos erhalten Sie hier: https://www.leseningotteswelt.de/die-eliport-schultuete/.

Viel Spaß beim Stöbern und eine gesegnete Fastenzeit wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
► Literaturtipps unter www.eliport.de
► Alles über den  Evangelischen Buchpreis unter www.evangelischerbuchpreis.de
► Leseförderungs- und Taufprojekt unter www.willkommeningotteswelt.de
► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
► Alle Arbeitshilfen zur Bibliotheksorganisation für Mitarbeitende unserer Büchereien unter www.buechereiservice.de

Jc Christlicher Glaube, Religionen

Die Geschichte von Ostern. Reinhard Abeln. Ill. von Astrid Krömer. Kevelaer: Butzon & Bercker 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-7666-2575-5, geb.: 8,95 €

Ein robustes Pappbilderbuch zur biblischen Ostergeschichte, klare Bilder mit Klappen auf jeder Seite.

Das Bilderbuch spricht kleine Kinder an. Es ist für Kinderhände gut zu blättern. Die Bilder sind klar und eindeutig, geben die Möglichkeit zu fragen, zu erzählen und zu entdecken. Die eingefügten Klappen halten den Gebrauch recht gut aus. Was dahinter zu sehen ist, hat keinen besonderen Mehrwert in Bezug auf die Geschichte. Es erscheint lediglich eine Variante zu dem Bildausschnitt, der dort aufgeklappt wird. Das fördert Motorik und Aufmerksamkeit, bringt aber dem Erzählfluss keinen Vorteil.  Der Text ist klar orientiert an der biblischen Geschichte. So steht die Sprache für den Wert dieser Geschichte, die nicht „verniedlicht" werden kann. Für Vorlesende bedeutet das, dass sie sich darauf einlassen müssen, dass der gedruckte Text zu Fragen herausfordert und ggf. Deutung und Erklärung von Kindern erwartet wird. Mir gefällt dieser Aspekt durchaus, weil auch kleine Kinder ein Recht darauf haben, dass ihnen eine so wichtige Geschichte auch mit Gewicht weitergegeben wird.

In Familie und Kita zum gemeinsamen Lesen und Vertiefen der Ostergeschichte geeignet.

Signatur: Jc
Schlagworte: Ostern | Passion | Bibel | Pappbilderbuch
Bewertung: +
Rez.: Brigitte Messerschmidt

Jm 1 Bilderbücher

Allererste Fingerspiele - Vom Trösten und Wiederfröhlichsein. Ill. von Katharina Bußhoff. 2. Aufl. Frankfurt: Duden 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 13 cm. ISBN 978-3-7373-3368-9, geb.: 5,99 €

In diesem Buch finden sich viele Reime mit ihren zugehörigen Fingerspielen, die Kindern helfen wieder fröhlich zu sein.

Täglich passieren Kindern mehr oder weniger große Missgeschicke. Sie ziehen sich kleinere Verletzungen zu, werden krank, fühlen sich unwohl oder sind einfach traurig. Für viele dieser Gefühle gibt es in „Allererste Fingerspiele“ einen schönen Reim, der von einfachen Fingerbewegungen unterstützt wird. Dieser Reim hilft den Kindern wieder fröhlich zu werden. So bringt beispielsweise der folgende Reim traurige Kinder wieder zum Lachen:„Hokuspokus Fidibus, rosaroter Schmusekuss,dann dreimal schwarzer Kater,der Tränenmann, schon strahlt er!“Besonders schön: Alle Reime sind kurz und in einfachen Worten verfasst, so dass auch kleine Kinder sie schnell kennenlernen und mitsprechen sowie mitspielen können. Zu jedem Reim gibt es ein passendes Bild. Dieses ist schön gestaltet und lädt auch zum Sprechen darüber ein. Ein gelungenes Bilderbuch übers „Trösten und Wiederfröhlichsein“!

Geeignet für den Einsatz in Krippen, Kindertagesstätten und Spielgruppen, aber auch als schönes Geschenk bereits für die ganz Kleinen ab ca. 12 Monaten!

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Fingerspiele | Reime | Gefühle | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.: Tanja Bullerkotte

Allert, Judith: Mein dickes Osterbuch. Ill. von Stefanie Jeschke, Daniela Kunkel u.a. Hamburg: Carlsen 2019. 142 S. : Ill. ; 26 cm. ISBN 978-3-551-51057-0, geb.: 15,00 €

Unterhaltsame Sammlung von (Vorlese-)Geschichten, Bastelanleitungen, Rezepten und Mitmachangeboten zum Thema Ostern.

Eine große Schatzkiste von verschiedenen Texten findet sich in diesem ansprechenden Buch mit dem lustigen Cover. Den Löwenanteil nehmen die fantasievollen (Vorlese-) Geschichten ein. Sie handeln nicht nur vom Osterhasen, es geht auch um ein Osterschwein, einen Osterirdischen, den Osterschluckauf usw. Wer vielleicht denkt, Ostern gibt es nur bei uns, der irrt. Eine amüsante Geschichte erzählt von Dschungelostern und einem diebischen Äffchen, die andere von einer verzweifelten Ratte und Ostern am Nordpol. In jeder einzelnen Erzählung wird das Publikum aufgefordert mitzumachen, sei es, dass z.B. ein Rätsel zu lösen oder ein Lied zu singen ist oder dass man mitpusten, singen oder schmatzen soll. Daneben finden sich einfache Bastelanleitungen (etwa Pompon-Küken) oder Rezepte (z. B. Stockbrot). Gleich vier Künstler haben die hübschen Illustrationen geliefert, vereinzelte Seiten sind sogar ganz farbig unterlegt. So ist eine fröhliche Abwechslung garantiert, denn es gibt ganz viel zu entdecken.

Bei diesem ansprechend gestalteten Buch kommt niemals Langeweile auf. Es eignet sich zum Vorlesen ab 4 Jahren und ist in jeder Kinderbücherei ein großer Gewinn.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ostergeschichten | Anthologie
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes

Biddulph, Rob: Käpt´n Blau. Dt. von Steffen Jacobs. Zürich: Diogenes 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-257-01232-3, geb.: 16,00 €

Freundschaft und Spaß mit guten Freunden ist das wichtigste im Leben, auch für einen Pinguin.

Pinguin Blau hat ein Paket erhalten. Enthalten ist alles, was er braucht, um mit seinen Freunden auf große Fahrt zu gehen. Auch der Eisbär und die Robbe kommen mit auf das Boot, schließlich gilt es, einen Schatz zu entdecken. Die ganze Mannschaft erleidet allerdings Schiffbruch und strandet auf einer kleinen Insel, auf der Käpt’n Watschelgang schon länger auf Rettung wartet. Und tatsächlich, gemeinsam gelingt es den Meeresbewohnern Watschelgangs legendäres Schiff vom Meeresboden zu holen und wieder flottzumachen. Erzählt wird die Geschichte in kurzen Reimen, die die ausdrucksstarken Bilder ergänzen. Die Illustrationen erinnern mitunter an Collagen, die zum Teil wie in einem Fotobuch angeordnet sind. Die Schriftrichtung folgt schon mal der Geschichte, geht das Boot unter, geht auch die Schrift unter. Und da es sich um eine Seefahrergeschichte handelt, ist die vorherrschende Farbe natürlich Blau in allen Schattierungen.

Alles in allem ein vergnügliches Buch, mit der Botschaft, dass Freundschaft mehr als jeder Schatz zählt. Für alle Büchereien mit Bilderbuchbestand gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Freundschaft | Piraten | Abenteuer | Schatzsuche
Bewertung: +++
Rez.: Monika Betz

Bonilla, Rocio: Der höchste Bücherberg der Welt. Dt. von Renate Loew. Hamburg: Jumbo 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. Aus d. Span. ISBN 978-3-8337-3913-2, geb.: 15,00 €

Lesen verleiht Flügel. Ein Lob der Fantasie.

Der kleine Lukas träumt davon, fliegen zu können wie die Vögel oder wie ein Flugzeug. All seine Versuche, sich selbst Flügel zu bauen, scheitern und auch der flehentliche Wunsch an den Weihnachtsmann bringt ihm nur Spielzeugflügel. Das geht so, bis Mama ihm ein Buch schenkt und ihm erklärt, dass man auch anders fliegen kann.
Lukas vergisst seinen Wunsch und wird zum begeisterten Leser. Er verlangt jetzt nur noch nach immer mehr Lesestoff. Alle unterstützen ihn, bis er einen großen Bücherberg hat, auf dem er sitzt und nicht mehr herunterkommt, den berühmten größten Bücherberg der Welt.
Erst am Ende versteht er, dass ihn die Bücher in fremde Welten tragen und die Mutter mit dem ersten Buch ihm genau seinen Herzenswunsch erfüllt hat.
Zarte Zeichnungen mit pastelligem Hintergrund bebildern die mit einer Absicht konstruierte Geschichte von der wundersamen Wirkung des Lesens. Eine Messlatte für Kinder mit dem Bücherberg-Motiv ist beigefügt.

Ein begeisterter erwachsener (Vor-)Lesender ist sicher hilfreich, damit Kinder ab 4 J. mit dieser Geschichte die Grenzenlosigkeit literarischer Fantasiereisen erfahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Lesen | Fantasie | Bücher
Bewertung: ++
Rez.: Birgit Schönfeld

Brückner, Hannah: Mein fantastisches Baumhaus. Berlin: Jacoby & Stuart 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 17 cm. ISBN 978-3-946593-89-8, geb.: 19,00 €

Auf dem Weg in die Dachgeschosswohnung durch das mehrstöckige Treppenhaus erklimmt ein Jungen ein imaginäres Baumhaus.

Bis der Junge die elterliche Dachgeschosswohnung erreicht, muss er ein Mietshaus mit vielen Stockwerken hinaufsteigen. In seiner Phantasie wird aus dem monotonen Grau ein buntes Baumhaus, indem seine Nachbarn leben und deren Eigenheiten sich im Geäst zeigen. Da gibt es den mysteriösen Herrn Meinhold ganz unten, dessen Tür immer abgeschlossen ist oder Herrn Kleinschmidt im 5. Stock, der tolle Geschichten erzählen kann. Im 7. Stock geht es lebhaft zu: Hier wohnt Familie Geiger mit vielen Kindern. Nicht nur inhaltlich eine originelle Idee, sondern auch optisch mit 2,60 m Länge ist dieses zweiseitige Leporello-Bilderbuch eine Besonderheit. Die Illustrationen sind in feinen Linien mit einem Tuschestift gezeichnet oder gepunktet. Ein Kunstwerk, das für Betrachter*innen ab dem Grundschulalter viel zu entdecken bietet und die eigene Phantasie anregt, aufgrund der zurückhaltenden Farbigkeit (Pastelltöne) aber Kindern vermutlich nicht sofort ins Auge springt.

Das Buch kann zur Überwindung von Sprachbarrieren  eingesetzt werden, da der Inhalt ohne Text verständlich ist. Die Bilder bieten Anregung, eigene Ideen weiterzuspinnen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Baumhaus | Fantasie
Bewertung: ++
Rez.:
Susanna Hocher

Kitzing, Constanze von: Unsere große bunte Welt. Hamburg: Carlsen 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-551-17140-5, geb.: 10,00 €

Alltagsszenen aus dem Leben ganz verschiedener Kinder.

Der Titel ist wörtlich zu nehmen, jedenfalls wenn man sich die Gesichter und Haare der abgebildeten Kinder anschaut: sie sind blond oder haben schwarze krause Locken, große runde Augen oder eher schmale, es gibt Mütter mit Fahrradhelm und mit Kopftuch, Mädchen spielen auch Fußball und Jungen Geige. Die Themen sind bekannt aus ähnlichen Büchern, wenn auch besonders bunt gemischt: Vorlesen, Körperpflege, Kinderarzt, Krankenbesuch, Straßenverkehr, Kochen, Obst und Gemüse, die Jahreszeiten, Kita, Schule und Freundschaft. Gelungen gibt die Illustratorin die bunt zusammengewürfelte Kinderschar in einer durchschnittlichen bundesdeutschen Kita wieder. Zu den festen Doppelseiten gibt es zahlreiche Details am Rande, die mit Text versehen auch als Bildwörterbuch für die Vorlesenden fungieren können.

Ein alltagstaugliches Pappbilderbuch für Bücherei, Kita und Familie. Auch zur Sprachförderung gut einsetzbar. Ab 2 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Alltag | Bildwörterbuch | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Kassenbrock

Komm mit ins Land der Fantasie. Das große Vorlesebuch. Mit Beiträgen von Elisabeth Zöller, Cornelia Funke u.a. Ill. von Dorothée Böhlke u.a. Hamburg: Ellermann 2018. 303 S. : Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7707-0097-4, geb.: 30,00 €

In diesem Buch findet jeder eine passende Geschichte, egal ob zum Thema Freundschaft, Familie oder vielen mehr.

Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Es bildet den Wortschatz aus und erhöht später die Bildungschancen. 2004 wurde daher der „Bundesweite Vorlesetag“ ins Leben gerufen. Er findet jedes Jahr am dritten Freitag im November statt. Für diesen Anlass wurde auch „Komm mit ins Land der Fantasie geschrieben“ – eine Geschichtensammlung aus 37 neuen, aber auch bekannten Geschichten. Sie sind unterteilt in sechs Themenbereiche: Familien-, Freundschafts-, Fantasie-, Tier-, Lach- und Gutenachtgeschichten, die alle selbstverständlich zum Vorlesen einladen. Die Texte selbst sind in kleiner Schrift verfasst und mehrere Seiten lang, deshalb sollten die Vorlesenden geübte Leser*innen sein.
„Das große Vorlesebuch“ wurde zusammengestellt, um die Wahl der richtigen Geschichte zu erleichtern. Für jeden Kindergeschmack finden sich mehrere Geschichten. Dorothée Böhlke, Stéffi Becker und Kai Schüttler illustrierten die einzelnen Geschichten passend.

Ein wunderschöne Einladung ins Reich der Fantasie von Vier bis Siebenjährigen. Geeignet von der Kindertagesstätte bis in die erste Klasse, aber auch in Spielgruppen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Fantasie | Anthologie
Bewertung: +++
Rez.:
Tanja Bullerkotte

Samis Sprache. Arzu Gürz Abay. Ill. von Elif Cinbas Karaca. Köln: fizzy lemon 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. ISBN 978-605-83280-7-5, kt.: 8,95 €

Sami, ein türkisches Vorschulkind in Deutschland, freut sich auf seinen ersten Tag in der Kita. Aber warum kneift es die Augen zu, damit keine Träne fließt?

Sami wird von seinem Vater in die Kita gebracht. Nach dem Abschied entdeckt er, dass in seiner Tasche etwas für ihn sehr Wichtiges fehlt. So sehr sich einzelne Kinder um ihn kümmern, ihm alles zeigen und erklären, ist er nur imstande, alle Aktivitäten traurig mit dem Wort „fil“ zu kommentieren, das die Kinder teilnahmsvoll als „viel“ interpretieren. Sami versteht noch kein Deutsch. Erst als am Abend der Vater mit Samis Stoffelefant (auf Türkisch „fil“) erscheint und Sami diesen freudestrahlend mit „fil“ begrüßt und in die Arme schließt, wird allen Beteiligten das Missverständnis deutlich. Die in Deutschland aufgewachsene türkischstämmige Autorin hat hier im Verbund mit der Illustratorin einen sehr einfühlsamen Beitrag zum interkulturellen Leben schon im Kindergarten geleistet. Die schlichten, farbenfrohen Bilder sowie die kindgemäße Thematik (Neuanfang, Sehnsucht nach dem Kuscheltier, Sprachbarriere) treffen den Alltag von Kindern in einer multikulturellen Gesellschaft optimal.

Das gelungene Bilderbuch wird für Vor- und Grundschulkinder sowie Familien wegen der gute Identifikationsmöglichkeiten sehr empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Interkulturalität | Kindergarten
Bewertung: +++
Rez.: Margot Rickers

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

O´Donell, Liam: Anton & Leyla ermitteln - Geheimakte Pausenbrot. Ein Klassenzimmer-Krimi. Ill. von Pascal Nöldner. Dt. von Diana Steinbrede. Berlin: Schneiderbuch Egmont 2018. 152 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-505-14136-2, geb.: 10,00 €

Zum Thema Inklusion gibt es unterschiedliche Ansichten - in diesem Kinderkrimi wird sie ganz selbstverständlich gelebt.

Anton bewegt sich am liebsten in gewohnten Bahnen, philosophiert aber gern und intensiv. An seiner neuen Schule gibt es neben den normalen Klassenzimmern auch „Raum 15", der einigen wenigen Kindern vorbehalten ist. Dazu gehören die überaktive Leyla und auch Anton, der seinem Lesepublikum sehr verständlich seinen Autismus und dessen Besonderheiten erklärt. Gleich am ersten Schultag nach den Ferien wird die Schulküche verwüstet, Köchin Peters ist außer sich und keiner weiß, wo die ganzen Pausenbrote geblieben sind. Auch die nächsten Tage verschwindet Essen. Anton ist in seinem Element, denn im Rätsel lösen ist er besonders gut. Ein Gegengewicht zu seiner introvertierten Art bildet Leyla, und zusammen kommen die beiden dem Dieb auf die Spur. - Diese neue Kinderkrimiserie bietet mit der Schule ein bewährtes Setting, stellt aber ein Ermittlerduo in den Mittelpunkt, das aus dem Rahmen fällt.

Breit einsetzbar, eventuell auch im Unterricht als Klassenlektüre.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schule | Krimi | Autismus
Bewertung: ++
Rez.: Margarete Barth-Specht

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Bandixen, Ocke: Der Wunderstürmer - Hilfe, ich habe einen Fußballstar gekauft. Ill. von Pascal Nöldner. Bindlach: Loewe 2019. 204 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7432-0276-4, geb.: 9,95 €

Nur mit Teamgeist siegt man beim Fußball – das bringen Tim und Starfußballer Sergio den Spielern des SC Hegenwald bei.


Tim kann es nicht glauben – plötzlich steht Sergio Mavalli, der Fußballprofi des FC Fortuna, vor seiner Haustür. Dabei hatte er ihn doch bloß über die Spiele-App „Ball im Netz“ gekauft. Was soll er jetzt machen? Tim selber ist kein guter Fußballspieler. Dafür kann er sehr gut beobachten und erkennt die Probleme der A-Jugend seines Heimatortes, in dem auch sein großer Bruder spielt, sehr genau. Sergio empfindet den Aufenthalt bei Tim und seiner Familie als Trainingscamp und ist bereit, sich von ihm trainieren zu lassen. Dass Tim dabei sehr ungewöhnliche Methoden anwendet, ist Sergio anscheinend nicht wichtig. Tim und Sergio werden richtig gute Freunde und haben viel Spaß zusammen. Doch irgendwann finden die Journalisten heraus, wo der Starspieler des FC abgeblieben ist. Sergio muss sich nun von Tim verabschieden, sorgt allerdings vorher gemeinsam mit Tim dafür, dass die A-Jugend vom FC Hegenwald lernt, dass eine Fußballmannschaft nur als Team gewinnen kann. – Band 1 einer neuen Reihe.

Eine humorvolle Geschichte voller fantastischer Einfälle rund um das Thema Fußball, die sicher viele Fans unter den jungen Lesern finden wird.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Fußball | Zusammenhalt
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Ruby, Laura: Chroniken von York - Die Suche nach dem Schattencode. Dt. von Jeanette Bauroth. Bindlach: Loewe 2018. 443 S. ; 22 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-7855-8886-4, geb.: 19,95 €

Schnitzeljagd durch ein fiktives New York – eine neue Chronik der Stadt.

Im Jahr 1855 verschwinden das geniale Erfindergeschwisterpaar Morningstar und ihre vertraute Hausangestellte Ava spurlos und es bleiben auch Jahrzehnte später nur die Gerüchte über einen mysteriösen Code der Erfinder, der wahre Schätze verspricht. Die Zwillinge Theo und Tess und ihr Nachbar Jaime sollen nun 150 Jahre später aus „ihrem“ Morningstar-Gebäude vertrieben werden, da ein Immobilien-Hai Abriss und teuren Neubau plant. Um ihre Familien und die übrigen Mietparteien zu retten, machen sie sich auf, den Code zu knacken. Mit Hilfe von Unterlagen ihres Großvaters und der Codierungsgesellschaft entdecken sie Hinweis um Hinweis und kommen der Lösung immer näher. Aber auch die verbleibende Zeit bis zur Räumung des Gebäudes verrinnt schneller als gedacht und aus einem vermeintlichen Freund wird ein habgieriger Feind. Abenteuerliche Suche in einer Zukunftsstadt mit fantastischen Verkehrselementen, die aber nicht in Gänze überzeugen kann. Die Hinweise auf den Code tauchen zu willkürlich ohne große Detektivarbeit und schlüssige Erklärung auf und sind vom Lesenden nicht logisch nachvollziehbar.

Mischung aus Detektiv- und Zukunftsroman für Mädchen und Jungen ab 12 Jahren möglich.

Signatur: Ju 3
Schlagwoorte: Zukunft | New York | Schnitzeljagd
Bewertung: +
Rez.:
Karin Steinfeld-Bartelt

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Herzberg, André: Was aus uns geworden ist. Roman. Berlin: Ullstein 2018. 237 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-550-08164-4, geb.: 22,00 €

Roman über das Leben von sechs Nachfahren jüdischer Eltern in der DDR.

Der Autor, selbst jüdischer Herkunft und in der DDR aufgewachsen, lässt sechs unterschiedliche Protagonisten zu Wort kommen, allesamt Kinder von Holocaust-Überlebenden. Sie ringen um ihre Identität und müssen sich sowohl mit der Geschichte und den Traumata ihrer Eltern und Großeltern auseinandersetzen wie auch ihren Weg und ihren Standpunkt in dem neuen sozialistischen Staat suchen. Jakob wird von der jüdischen Gemeinde abgelehnt, sucht angesichts des Verstummens der Mutter über die im KZ verstorbene Großmutter nach seinem Ich in der Musik und kann erst nach dem Tod der Mutter, als er die Briefe der Großmutter liest, zu seinem Jüdischsein finden. Richard lässt seine jüdische Herkunft weitestgehend hinter sich und wird ein bedeutender Politiker im SED-Staat. Die Kapitel sind abwechselnd jeweils einem Protagonisten zugeordnet, was es zunächst schwer macht, ihrer Entwicklung zu folgen. Der Erzählstil ist eher knapp und karg gehalten, so dass die Personen mitunter fremd bleiben. 

Das Buch ist für Büchereien mit einer großen Abteilung für zeitgenössische Romane und Biographien geeignet. 

Signatur: SL
Schlagworte:
Holocaust | Identität | DDR | Judentum
Bewertung: +
Rez.: Anne Rank

Lucarelli, Carlo: Italienische Intrige. Ein Commissario-De-Luca-Krimi. Dt. von Karin Fleischanderl. Wien: Folio 2018. 222 S. ; 21 cm. Aus d. Ital. ISBN 978-3-85256-753-2, kt.: 18,00 €

Kommissar de Luca ermittelt für einen Geheimdienst  – und gerät dabei ins Visier seines Auftraggebers.

Bologna, Dezember 1953: Kommissar de Luca, fünf Jahre lang aus politischen Gründen kaltgestellt, wird in einen italienischen Geheimdienst beordert, denn er soll den Mord an der Witwe eines bekannten Physikers aufklären. Der war kurz zuvor bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Je intensiver de Luca mit einem jungen Kollegen Nachforschungen anstellt, desto mehr Leichen säumen seinen Weg. Als er Todesfälle untersucht, die er nicht untersuchen soll, gerät er selber in Lebensgefahr. Denn es ist die Zeit des Kalten Krieges, und die Geheimdienste sind nicht zimperlich. Ein Lichtblick für den Commissario ist nur eine junge Sängerin, die ihn verzaubert, aber auch mit den Menschen bekannt war, die aus dem Weg geräumt wurden – Carlo Lucarelli, einer der bekanntesten Krimiautoren Italiens, hat einen Kriminalroman mit viel Lokalkolorit vorgelegt, der flüssig zu lesen ist und manch unerwartete Wendung bereithält. Die Charaktere sind stark und gut gezeichnet. Ein spannendes Lesevergnügen.

Für Liebhaber von Thrillern, die im Agentenmilieu spielen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Kalter Krieg | Geheimdienste | Italien
Bewertung: ++
Rez.:
Michael Freitag

Oelker, Petra: Die Brücke zwischen den Welten. Roman. Reinbek: Wunderlich 2018. 493 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-8052-0027-1, geb.: 19,95 €

Der historische Roman um den Rollentausch zweier junger Männer entführt ins Konstantinopel des frühen 20. Jahrhunderts.

Hamburg 1906: Eine Zufallsbegegnung in einer Hafenkneipe stellt das Leben des jungen Hans Körner auf den Kopf. Gerade hat er seine Arbeitsstelle in einem renommierten hanseatischen Teppichhaus verloren und weiß nicht, wie es nun weitergehen soll, da macht ihm der junge Luftikus Ludwig Brehm ein Angebot. Hans soll an seiner statt ein Jahr nach Konstantinopel gehen und bei einem Geschäftsfreund der Familie im Teppichhandel arbeiten. Er selbst möchte frei und ungebunden als Hans Körner die Welt bereisen.Hans lässt sich auf den Tausch der Identitäten ein und erlebt als Ludwig Brehm ein Jahr in Konstantinopel, einem Schmelztiegel der Nationen, Kulturen und Religionen, das sein Leben für immer verändert. Leider gewinnt die Geschichte um den Rollentausch der beiden Männer nur schwer Fahrt; die Charaktere bleiben blass. Wer Freude an Petra Oelkers arabeskenreichen Schilderungen und ihrem blumigen Stil hat, wird am Schluss des behäbig erzählten Romans mit einem etwas kuriosen Happy End belohnt.

Geeignet für Liebhaber*innen historischer Romane und gefühlvoller Unterhaltungsliteratur, die sich gerne von einem langsamen Erzählfluss tragen lassen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Lebensträume | Konstantinopel | Geschichte | Liebe
Bewertung: +
Rez.:
Christine Heymer

 

Seidel, Jürgen: Die Rettung einer ganzen Welt. Roman.  München: Dt. Taschenbuch Verl. 2018. 477 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-423-26166-1, kt.: 16,90 €

Ergreifendes Schicksal im "Dritten Reich".

Die Protagonistin Bella, sie ist Jüdin, lässt bei einem generationsübergreifenden Familientreffen im New York der 90er Jahre ihr Leben Revue passieren. Parallel zur Gegenwart, erinnert sie sich an die verstörende Vergangenheit zu Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland mit den radikalen, ihre Herkunft betreffenden Konsequenzen. Als junge Schülerin versteht sie weder den aufkommenden Antisemitismus noch den erzwungenen Umzug von Berlin Mitte nach Moabit, eine Maßnahme, die sie aus dem vertrauten Freundeskreis reißt, sie verpflichtet wird, den "Judenstern" zu tragen, eine für sie permanente Demütigung mit verunglimpfendem Symbol-Charakter, einem bedrohendem Alltags-Szenario im sozialen, kulturellen und politischen Bereich mit drastischen, unfassbaren Veränderungen auf diesen Sektoren. In den Phasen größter Irritation physisch-psychischer Traumata, findet Bella einen Beschützer und Unterstützer in dem Arzt Dr. Farred, der sie vor der Deportation rettet, die Flucht nach Amerika ermöglicht. Vor der gigantischen Kulisse der Metropole, N.Y. hat die Protagonistin die Vision, einer ähnlich glanzvollen Zukunft mit dem unsagbaren Glücksempfinden, "leben zu dürfen" in der Hoffnung, die unfreiwillige Odyssee mit Flucht, Verfolgung, prägenden Folterzenen zu bewältigen, in diesem Kontext ebenso die tiefe Liebe zu Joost, Erfahrungen, die trotz aktueller, kommunikativer Turbulenzen - stets - gedanklich präsent sind  - und - bleiben.

Gelungenes Debüt eines "Romans für Erwachsene" anhand der Biographie der jungen Jüdin, Bella, mit ihren facettenreichen Erfahrungen über sechs Jahrzehnte. Berührend. Aufrüttelnd. Episch dicht. Mit hohem Diskussionspotential.Empfehlenswerte Literatur für alle (Patienten-) Büchereien.

Signatur: SL
Schlagworte:
Politik | Antisemitismus | Verfolgung | Geschichte
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern

Vargas, Fred: Der Zorn der Einsiedlerin. Kriminalroman. Dt. von Waltraud Schwarze. München: Limes 2018. 506 S. ; 22 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-8090-2693-8, geb.: 23,00 €

Ein neuer Krimi mit dem eigenwilligen Pariser Kommissar Adamsberg und seinem altbewährten Team.

Kommissar Adamsberg nimmt eine Auszeit in Island – doch er wird nach Paris zurückbeordert – eine Frau wurde überfahren und der Ehemann ist verdächtig. Der Fall ist schnell gelöst und Adamsberg wird auf eine Meldung über mehrere Tode von alten Männern im Süden Frankreichs aufmerksam, die an Bissen der Einsiedlerspinne gestorben sind. Doch das Gift der Spinne ist für Menschen nicht unbedingt tödlich. Sein Team glaubt nicht an Mord, doch Adamsberg bleibt beharrlich und seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden überzeugen auch sein Team. Sie führen ihn zu grausamen Vorfällen in einem Waisenhaus der 40er Jahre, in die alle Toten verwickelt waren und zu einer „Einsiedlerin“, die Rache übt. Nach einem zähen Anfang und einigen Längen nimmt die Spannung zum Ende hin zu. Der Krimi lebt von der eigenwilligen Person des Kommissars, seinem altbewährten skurrilen Team und dem Pariser Lokalkolorit. Leider ist die Übersetzung im Vergleich zu den alten Bänden hölzern, der magische Funke springt nicht über.

Für Fans der Serie zur Fortsetzung (12. Fall).

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Frankreich | Ermittler
Bewertung: +
Rez.:
KBirgit Hillmer

B Biographien, Briefe, Tagebücher

Jukes, Helen: Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen. Über das Jahr, in dem ich Imkerin wurde. Dt. von Sofia Blind. Köln: DuMont 2018. 299 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8321-8363-9, geb.: 22,00 €

Bienen geben dem Leben von Helen einen Sinn.

Die 30-jährige Helen ist schon zig-mal umgezogen, nirgendwo fühlt sie sich richtig zu Hause. Ihr Bürojob in einem fensterlosen Großraumbüro ist so unbefriedigend, dass selbst die Topfpflanze dort nicht leben will. Über einen Freund, der Bienen über die ganze Stadt verteilt hält, kommt sie zu diesen kleinen Honigproduzenten. Sie fühlt sich von ihnen angezogen und spielt mit dem Gedanken, sich ein Bienenvolk zuzulegen. Während sie noch unsicher hin und her überlegt, bekommt sie von Freunden ein Volk geschenkt. Nun hat sie keine Wahl mehr und stürzt sich mitten ins Abenteuer. Und obwohl es nicht immer leicht ist und sie viel lernen muss, geben die Bienen ihr doch ein Gefühl von Heimat, das ihr vorher gefehlt hat und ihrem Leben einen ganz anderen Sinn. Die Leser/innen dürfen Helen über den Zeitraum von einem Jahr auf ihrer Abenteuerreise in die unbekannte Gefilde der Imkerei begleiten und lernen dabei selber einiges über Bienen, die Imkerei sowie die Geschichte der Bienen. Eine schöne Geschichte, die zeigt, wie eine sinnvolle Aufgabe Halt geben kann.

Für alle, die ein interessant geschriebenes "Naturbuch" lesen und die Imkerei kennen lernen wollen.

Signatur: Bb | Ni
Schlagworte: Bienen | Natur | Erfahrung | Lernen
Bewertung: ++
Rez.: Lina Francke-Weltmann

Welzhofer, Lisa: Kibbuzkind. Eine deutsch-israelische Familiengeschichte. Leipzig: Ed. Chrismon 2018. 157 S. : Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-96038-160-0, kt.: 14,00 €

Lisa, die Tochter einer alleinerziehenden Mutter, sucht auf eigene Faust ihren Vater, findet ihn und dabei sich selbst.

Barbara, die Mutter der Autorin, wurde 1950 geboren, bricht in den sechziger Jahren aus dem bürgerlichen Elternhaus in der schwäbischen Kleinstadt Günzburg aus und gelangt über Umwege als Freiwillige in ein Kibbuz. Einerseits hat sie das Bedürfnis, etwas von den Verbrechen des Dritten Reichs an den Juden zu sühnen, andererseits sucht sie die andere Lebenserfahrung in einem fremden Land. Eine ernsthaftere Beziehung zu einem Israeli führt zu einer Schwangerschaft, aber der Vater fühlt sich zu jung für eine Familie und so bringt sie ihr gesundes Mädchen in Deutschland zur Welt. Ihrer Tochter erzählt sie aber nie etwas von ihrem Vater. Erst als Barbara gestorben ist, liest Lisa im Tagebuch ihrer Mutter mehr über deren Zeit in Israel. Lisa macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, findet ihn und kann nach und nach eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen. Von dieser Suche in Deutschland und Israel erzählt sie in Briefen an ihren kleinen Sohn, damit er später mehr über seine Familie weiß.

Ein Plädoyer für den offenen Umgang mit der eigenen Familie, der eigenen Persönlichkeit, aber auch mit den Fragen der deutsch-israelischen Geschichte sowie der Zeit um 1968. Bb (Familie / Deutschland / Israel / 68er) Rüdiger Sareika (12.01.2019)Welzhofer: Kibbuzkind

Signatur: Bb
Schlagworte:
Familie | Deutschland | Israel | 68er
Bewertung: +
Rez.: Rüdiger Sareika

F Familie, Ehe, Lebensfragen

Pehnt, Annette: Café Augenblick. Geschichten über das Leben im Hier und Jetzt. Weinheim: Beltz 2018. 169 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-407-86541-0, geb.: 14,95 €

40 Abschnitte mit Gedanken zu Lebensgefühlen und -momenten von Empathie über Streit, Anstrengung bis Abschied.

Weshalb ist Beschenktwerden soviel schwieriger als Schenken, weshalb vermittelt das Zuschauen bei einer Altersheim-Ententanz-Probe Rührung, welche »Kämpfe« entstehen bei familiären Brettspielen, wem hilft das Malen mit Flüchtlingskindern? Im Plauderton erzählt Annette Pehnt aus der Ich-Perspektive in 40 Abschnitten auf 170 Seiten »über das Leben im Hier und Jetzt«. Dem Beispiel am Anfang, etwa dem Übergang vom Meer zum Horizont folgen philosophisch-anmutende Gedanken und Betrachtungen, hier zu den ebenfalls fließenden Lebensübergängen. Diskussionen zur Verortung von Heimat beginnen mit dem Geflüchteten im Radio, der vom Verlust seines Gartens spricht, nicht seines Hauses. Ob von Zufriedenheitsgefühlen beim Reparieren, Gedanken über »Umarmungsvermeider«, Erwartungen an Kinder - die Frau kann treffend schildern und bilderreich formulieren (die Sonne als »warme Glasur aus goldenen Strahlen«).

Zum Nachdenken anregende Lebensweg-Lektüre, thematisch sehr für Gruppengespräche geeignet, sowie kapitelweise auch im Krankenhaus. Alles hintereinander weg: ermüdend.

Signatur: Fd
Schlagworte:
Lebensgefühle | Lebenssituationen | Lebensfragen | Gesprächsbuch
Bewertung: ++
Rez.: Delia Ehrenheim-Schmidt