Newsletter „Bücherei" 03/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Das Äußere der Eliport-Geschäftsstelle hüllt sich noch in Eis und Schnee – aber innen drin, da grünt und blüht der Widerstand. Eine besonders optimistische Mitarbeiterin hat sogar schon ihren Wintermantel eingemottet und trotzt nun schneeglöckchengleich der Kälte…

Im März-Newsletter finden Sie neben allerhand Österlichem wieder eine bunte Mischung, die rauschende Feste, dramatische Familiengeschichten, verrückte Pferderennen und Leckereien nach Feierabend verspricht.

Schöne Ostertage und anregende Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
► Literaturtipps unter www.eliport.de
► Alles über den  Evangelischen Buchpreis unter www.evangelischerbuchpreis.de
► Leseförderungs- und Taufprojekt unter www.willkommeningotteswelt.de
► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
► Alle Arbeitshilfen zur Bibliotheksorganisation für Mitarbeitende unserer Büchereien unter www.buechereiservice.de

Jc Christlicher Glaube, Religionen

Die Geschichte von Ostern. Reinhard Abeln. Ill. von Astrid Krömer. Kevelaer: Butzon & Bercker 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 15 cm. ISBN 978-3-7666-2456-7, geb.: 7,95 €

Ein Pappbilderbuch mit Griffregister. Er erzählt die biblischen Geschichten vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zur Himmelfahrt.

Astrid Krömer hat die Geschichten in gewohnter Weise ansprechend und wunderbar farbig gemalt. Die Bilder lassen die Betrachtenden in die damalige Welt eintauchen und konzentrieren sich dabei auf das Wesentliche. Zwar ist mir die Engeldarstellung im leeren Grab zu klischeehaft. Dafür finde ich gut gelöst, wie in der Bildkonzeption mit dem Tod Jesu am Kreuz umgegangen wird.Das Griffregister gliedert das Buch und motiviert dazu, die Bilder genau anzuschauen.Der Text hat den Anspruch, „den Kleinsten mit einfachen Worten“ die Geschichte von Ostern zu erzählen. Diesen Anspruch löst er leider nicht ganz ein. Für Kinder im Alter von 2 Jahren sind die Texte zu lange und zu komplex. Andere Osterbücher haben gezeigt, dass das einfacher und klarer gehen kann. Daher eignet sich das Buch für mich zum gemeinsamen Anschauen und selber erzählen, weniger zum Vorlesen. Gelungen finde ich den Bogen der Geschichten von Palmsonntag bis hin zu Himmelfahrt. So stehen Karfreitag und Ostern nicht isoliert.

Einsetzbar in Büchereien, Kindertageseinrichtungen und für Familien mit Kindern im Alter ab 2 Jahren. 

Signatur: Jc
Schlagworte: Ostern | Passion | Kirchenjahr | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Susanne Betz

Die Ostergeschichte. Katrin Hoffmann. Ill. von Constanza Droop. Münster: Coppenrath 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 13 cm. (Der kleine Himmelsbote). ISBN 978-3-649-62242-0, geb.: 4,99 €

Die biblische Ostergeschichte in klaren Bildern, mit gut lesbarem Text auf Hartkarton-Seiten.

Der Inhalt der Erzählung orientiert sich eng am biblischen Befund, ohne Schnörkel, ohne zusätzliche Personen oder Nebenhandlungen. Die Sprache ist angemessen, auch wenn sie für die gedachte Altersgruppe (ab 2 Jahre) manchmal zu lange Sätze aufweist. Aber das wird der/die Vorlesende leicht ausgleichen. Die Bilder sind klar und nicht überladen. Sie sind als Visualisierung des Erzählten gestaltet. Es gibt keine Elemente, die von der eigentlichen Geschichte ablenken. Die Gefühle der Personen der Geschichte sind nachvollziehbar und nicht dramatisiert. Die Darstellung des Auferstandenen beschränkt sich auf den hellgekleideten Jesus mit den Wundmalen an Händen und Füßen. Das Wesentliche an ihm ist sein offener, zugewandter Blick, der bei den Freunden ehrfürchtige Freude auslöst. Es ist ein unaufgeregtes, solides kleines Buch, um Kleinkindern einen Erstkontakt mit dem Geschehen von Passion und Ostern zu ermöglichen.Der kleine Umfang und die Hartkarton-Seiten kommen den kleinen Kindern entgegen. Als Geschenk passt es gut ins Osternest.

Familien mit kleinen Kindern, U3-Kitas.

Signatur: Jc
Schlagworte: Ostern | Bibel | Pappbilderbuch | Jesus
Bewertung: ++
Rez.: Brigitte Messerschmidt

Wie Jesus nach Emmaus kam. Marlene Fritsch. Ill. von Elli Bruder. Ostfildern: Patmos 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8436-0895-4, geb.: 12,99 €

Ein Bilderbuch zu Ostern, das erzählt, wie zwei Jünger dem auferstandenen Jesus auf dem Weg nach Emmaus begegnen.

Zwei Jünger sind auf dem Weg in den Ort Emmaus. Sie hatten Jesu Tod erlebt und können das Geschehene nicht verstehen. Auf dem Weg erklärt ihnen ein Fremder die Zusammenhänge. Erst beim Abendessen in Emmaus erkennen sie in dem Fremden den vom Tod auferstandenen Jesu.
Zu dieser Ostergeschichte gibt es noch wenige Bilderbücher, daher ist es schön, dass es nun ein weiteres gibt. Die Texte sind flüssig erzählt und für die Altersgruppe von 3 – 6 Jahren angemessen.
Die Bilder überzeugen mich leider nicht. Sie sind phantasievoll, weder historisch, noch der heutigen Zeit entsprechend. Wenn Jesus auf dem Cover mit einer orange-gepunkteten Tunika, rotem Jäckchen und gemusterten Leggings abgebildet ist, wirkt das sehr märchenhaft und will nicht so richtig in das Geschehen passen. Zu stereotyp dagegen finde ich die Engeldarstellung mit weißem Gewand und Flügeln.

Geeignet für Familien mit Kinder und Büchereien.

Signatur: Jc
Schlagworte: Biblische Geschichten | Ostern | Jesus | Abendmahl
Bewertung: ++
Rez.: Susanne Betz

Woodward, Antonia: Das große Osterwunder. Dt. von Nina Scheweling. Stuttgart: Gabriel 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-522-30489-4, geb.: 12,99 €

Die Geschichte von Verrat, Verurteilung, Tod und Auferstehung Jesu - das Osterwunder.

Das große Osterwunder; ein weiteres Bilderbuch zu einem, im wahrsten Wortsinn wunder-schönen und gleichzeitig auch schwierigem Thema, Jesu Tod und Auferstehung. Die Autorin hat versucht, dies kindgerecht darzustellen. Textmäßig ist dies gelungen. Kurz, zusammengefasst erzählt sie noch einmal vom Leben und Wirken Jesu, dann über den Einzug in Jerusalem bis hin zur Auferstehung und anschließenden Begegnungen mit seinen Freunden, alles in verständlichen Worten. Dabei wird der Text immer wieder durch Details in der bildlichen Darstellung unterstützt. Der nachdenkliche Pilatus, der sich leise entfernende Judas u. v. m. laden zum Entdecken ein. Gelungen finde ich die Darstellung zur Kreuzigung, die ohne beängstigende Details viel von der Stimmung, der Atmosphäre widerspiegelt. Einige der Personen sind dagegen fast kitschig dargestellt, stupsnäsig puppenhaft. Gänzlich ungelungen finde ich persönlich die Darstellung der Person Jesu, aber das ist ja Geschmackssache...

Ein Bilderbuch zur Passions- und Osterzeit, einsetzbar im Elementarbereich von Kindertageseinrichtungen und allgemein für Kinder ab 3-4 Jahren.

Signatur: Jc
Schlagworte:
Ostern | Kirchenjahr | Biblische Geschichte
Bewertung: +
Rez.:
Dörte Jost

C Christlicher Glaube, Religionen, religiöse Weltanschauung

Frisch, Hermann-Josef: Dem Unendlichen begegnen. Gelebter Glaube in den Religionen der Welt. Ostfildern: Patmos 2017. 214 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8436-0942-5, geb.: 22,00 €

Gelebter Glaube in den Religionen der Welt - eine faszinierende Reise.

Der Autor präsentiert die Religionen der Welt auf eine ungewöhnliche Weise: Nicht systematisiert in verschiedene Glaubenslehren und theoretisch abgehandelt, sondern unter Kapiteln wie z.B. „heilige Orte und Bauten“, „heilige Personen“ und „Religionen leben“ zusammengefasst. Dem interessierten Leser werden so Gemeinsamkeiten und Unterschiede schnell deutlich. Besonders ausführlich widmet sich der Autor dem Thema „Symbole und Zeichen“. Ausgezeichnete Farbfotografien veranschaulichen die Erläuterungen und tragen zum Verständnis bei.
Ein ungewöhnliches Lehr- und Lesebuch, welches zum Dialog der Religionen beitragen kann. Leider gibt es kein Stichwortverzeichnis.

Einsetzbar als Grundlage für Veranstaltungsarbeit in der Gemeinde oder im Unterricht.

Signatur: Cl 4
Schlagworte:
Weltreligionen | Glaube
Bewertung: ++
Rez.:
Christiane Weppner

Gute Tropfen und rauschende Feste. Die schönsten Wein- und Festgeschichten der Bibel. Ausgewählt und eingeleitet von Florian Voss. Neuaufl. Stuttgart: Dt. Bibelges. 2017. 143 S. ; 18 cm. ISBN 978-3-438-04815-8, kt.: 8,50 €

Biblische Texte zum Thema Wein, Weinberge, Weinbauern und Weintrinker sowie andere (lukullische) Genüsse.

In 7 Kapiteln sowie einem Vorwort („Als Aperitif“) und einem Nachwort („Als Dijestif“) wird versucht, eine kleine biblische Kulturgeschichte vor allem des Weins (auch des Feierns) vorzustellen. Der Überblick beginnt bei den Weintrinkern des AT, zitiert Wein als „Zeichen für Wohlstand und Segen“, berichtet über biblische Abstinenzler und Antialkoholiker, über Gastmähler, Bildwörter und NT-Wundergeschichten bis hin „zur kommenden Welt als Feier ohne Ende“. Der Verfasser führt – ausgehend von Gegenwartssituationen – erzählend zum biblischen Text, der dann wörtlich (Gute-Nachricht-Fassung) wiedergegeben wird. Das bedeutet i.d.R. eine Wiederholung mit anderen Worten. Es erfolgen allenfalls sachkundliche Erklärungen, jedoch keine entsprechende Auslegung, so dass die Gefahr einer Vertiefung der Haltung besteht, die Bibel wörtlich zu nehmen. Alles scheint darauf abgestellt zu sein, sie „von ihrer lebensfreudigsten Seite“ her vorzustellen, in dem man Wein als „Medizin für Körper, Geist und Seele“ darstellt.

Das Büchlein mag in Gemeindegruppen zum Anlass genommen werden, unter fachkundiger Leitung die zitierten Texte exegetisch zu bearbeiten und damit zu einem zeitgemäßen, textkritischen Umgang anzuleiten.

Signatur: Cb
Schlagworte:
Wein | Genuss | Bibel | Lebensfreude
Bewertung: +
Rez.:
Margot Rickers

Ndjimbi-Tshiende, Olivier: Und wenn Gott schwarz wäre.... Mein Glaube ist bunt! Mit Christoph Fasel. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2017. 189 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-579-08684-2, geb.: 17,99 €

Der ehemalige Zornedinger Pfarrer stellt seine Vision einer barmherzigen, dienenden und solidarischen Kirche vor.

Der Fall des Priesters von Zorneding ging durch die Presse: Nach Auseinandersetzungen um Flüchtlingsfragen nahmen rassistische Angriffe und Morddrohungen an ihn in einem Maße zu, dass er die Gemeinde 2016 verließ. Vor diesem Hintergrund, auf den Ndjimbi-Tshiende selbst nicht näher eingeht, entwirft er sein Bild einer Kirche, die Gottes Liebe zu allen Menschen widerspiegelt und Barmherzigkeit und Solidarität lebt, und übt dabei massive Kritik an einer mächtigen, reichen und dogmatischen Kirche. U.a. stellt er den Zölibat und den Ausschluss der Frauen vom Priesteramt in Frage und beschreibt Gott (auch) als weiblich und farbig. Schade ist, dass er undifferenziert von "der Kirche" spricht, damit jedoch weitestgehend zunächst die eigene, katholische Kirche meint und konfessionelle Unterschiede nicht in den Blick nimmt. So ist dieses Buch für Protestant*innen durchaus als engagiertes persönliches Plädoyer eines deutsch-afrikanischen Geistlichen zu lesen, inhaltlich aber wenig neu.

Interessanter als für evangelische Büchereien dürfte das Buch für katholische Gemeindebüchereien sein!

Signatur: Cm
Schlagworte: Gott | Kirche | Barmherzigkeit | Solidarität
Bewertung: ++
Rez.: Anne Rank

Jm 1 Bilderbücher

Dorléans, Marie: Das große Pferderennen. Dt. von Ina Kronenberger. Hildesheim: Gerstenberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-8369-5971-1, geb.: 16,95 €

Pferderennen sind spannend, aufreibend und sie können ein überraschendes Ende nehmen.

Alle Zuschauer sind neugierig auf das Rennen. Sie halten ihre Ferngläser bereit und feuern ihren Favoriten an. Die Pferde mit den Jockeys sind in Position, sie erwarten den Startschuss und als er ertönt, preschen sie los. Die meisten zumindest. Mit unerwarteten Teilnehmern oder auch außergewöhnlichen Reitpositionen wird der gespannte Leser zum Schmunzeln gebracht. Womit am Ende wohl niemand gerechnet hat, ist der überraschende Sieger – nachdem es wegen einer Maus zu einer Massenkarambolage kam, trägt ein Jockey kurzerhand sein Ross und läuft mit dem Pferd huckepack ins Ziel. Doch nun bekommt nicht er die Medaille, sondern sein Reiter!Eine charmante Geschichte für alle, die Pferde mögen und eine Neigung zum Absurden haben. Ein sehr kurzweiliges Buch, welches überwiegend aus Bildern und weniger aus Text besteht.

Nicht nur für pferdeverrückte Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Pferde | Humor
Bewertung: ++
Rez.:
Petra-Kristin Bonitz

Gréban, Quentin: Habt ihr schon vom Wolf gehört? Dt. von Seraina Maria Sievi. Zürich: Orell Füssli 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-280-03538-2, geb.: 14,95 €

Wie Gerüchte bzw. Vorurteile entstehen.

Das breite Lächeln der Wölfin erschreckt ein kleines Lamm so sehr, dass es den befreundeten Schweinen erzählt, ein böser Wolf habe es beißen wollen. Auf dem Weg über Gans, Esel, Ratte, Hühner und weitere Tiere (sowie, aber nur im Bild, auch Rotkäppchen) wird der Wolf zum Monster – alle geraten schon in Panik, wenn sie nur das Wort hören. Als die Wölfin wiederum zufällig zwei Meisen von einem grausamen Monster im Wald reden hört, läuft sie davon und verlässt den Wald für immer. Damit endet das Buch.Deutlich wird, wie aus Angst entstandene Gerüchte oder „Übertreiben“ (so eine im Buch häufig gewählte Formulierung) die Wahrheit verzerren. Leider wird den Tieren in der Geschichte nicht die Chance gegeben, in erneuter Begegnung ein realistisches Bild voneinander zu gewinnen – zu dem ja auch gehören würde, dass der Wolf an Tieren durchaus Geschmack findet, wenn er Hunger hat. Die Illustrationen in zurückhaltenden Farben zeigen die (nicht vermenschlichten) Tiere ohne viele verspielte Details.

Möglich im Kindergartenalter als Anregung für Gespräche und Weiterdenken zum Thema.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Gerüchte | Vorurteile | Wahrheit
Bewertung: +
Rez.: Griet Petersen

Matti und die schönsten Ostereier der Welt. Anna Taube. Ill. von Katrin Oertel. Bamberg: Magellan 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-7348-1540-9, geb.: 9,00 €

Osterhäschen Matti entwickelt ungeahnte Talente. Ihm gelingen zauberhaft-kreative Ostereier.

Da soll man keine Minderwertigkeitskomplexe bekommen! Urgroßvater Friedrich zaubert die schönsten Blumen auf die Ostereier, Omi Erika gelingen die geradesten Linien und Papa Lars tüpfelt wunderschöne Punkte wie kein anderer. Dem kleinen Matti hingegen verschwimmen beim Malen die Blumen zu Klecksen, Striche geraten grundsätzlich krumm und mit seinen Punkten kann das Osterhäschen auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Ermunterung hagelt es von vielen Seiten, bis Matti eine ganze Reihe guter Ideen kommt. Und schwupps designt der kleine Künstler Ostereier, die von allen wegen ihrer Kreativität und Schönheit bewundert werden. Dieses handliche Bilderbuch mit den abwischbaren Pappseiten, den fröhlich-bunten Illustrationen und der wertvollen Botschaft: „Trau dich, deinen eigenen Weg zu gehen!“ muss man einfach lieben. Seine Titelfigur, der kleine Matti, ist ein wunderbares Vorbild. Das Buch eignet sich nicht nur als Überraschung im Osternest sondern auch als Lieblingslektüre das ganze Jahr über.

Schon ganz kleine Bilderbuchbetrachter haben ihren Spaß an Matti und seinen kreativen Kunstwerken; auch wirkungsvoll beim Einsatz in der Kita, bevor Ostereier bemalt werden.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Ostern | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.:
Martina Mattes

 

Mein allerbestes ABC. Cornelia Boese. Ill. von Axel Scheffler, Rotraut Susanne Berner u.a. Hamburg: Aladin 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-8489-0137-1, geb.: 14,95 €

Eine lustige Tour durch das ABC. Vom Affen geht es über den Bären bis hin zur Zitronentorte.

Es geht auf eine farbenfrohe Reise durch das Alphabet. Jeder Buchstabe des ABCs wird der Reihenfolge nach vorgestellt, sie werden deutlich durch eine andere Farbe gekennzeichnet, so dass sie dem Leser sofort ins Auge stechen. Autorin Cornelia Boese hat sehr humorvolle und innovative Verse zu jedem Buchstaben geschrieben. Passend dazu haben mehr als 20 der bekanntesten IllustratorInnen Deutschlands sehr lustige Bilder gestaltet. 
Der Einband ist aus stabiler Pappe, auch die Seiten sind aus dickerem Papier dadurch wirkt das gesamte Buch sehr hochwertig und langlebig.
Mit dem Schuleintritt ist dieses Buch eine gute Ergänzung zum Schulmaterial. Mit Freude kann man das Alphabet kennenlernen und später dienen die Texte als gute Leseübungen. Die Bilder sind für Kinder sehr ansprechend gestaltet und laden zum Erzählen und Lachen ein.

Geeignet zum spielerischen Lernen zu Hause, in der Schule oder im Hort. Für Kinder ab 5 J. gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Lernen | Alphabet
Bewertung: ++
Rez.:
Janine Halder

Mein Elefant will nicht ins Bett. Cee Neudert. Ill. von Susanne Göhlich. Stuttgart: Thienemann 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-522-45849-8, geb.: 12,99 €

Wie bringt man einen Elefanten ins Bett? Natürlich genauso wie kleine Mädchen.

Anna hat einen Elefanten, mit dem lässt sich wunderbar spielen. Doch dann kommt Papa mit der unabwendbaren Aufforderung: „Zeit fürs Bett“. Zum Glück haben Elefanten die gleichen Strategien wie Kinder, das Insbettgehen hinauszuschieben. Und Anna kennt die Vorlieben des Tieres: Es isst keine Wurstbrote, sondern ist Vegetarier. Es frisst drei Schüsseln Salat, die Papa servieren muss, und trinkt die ganze Badewanne leer. Zum Zähneputzen wird kurzerhand der Schrubber geholt, und beim Toilettengang fürchten alle um die Haltbarkeit der Kloschüssel. Jetzt darf noch mal eine Runde auf dem Trampolin gesprungen werden, wobei sich der Elefant leider leicht verletzt und mit einem Verband und Pflaster versorgt werden muss. Gutenachgeschichte und Gutenachtlied verlaufen dann harmonisch und bei einem schmalen Lichtstrahl durch die Tür schlafen beide gut ein. Gut, dass der Elefant jetzt auf Spielzeuggröße geschrumpft ist und in Annas Arm liegen kann. Die klassische Insbettbringgeschichte wird von Susanne Göhlich in großformatigen Bildern stimmig, aber recht konventionell illustriert.

Als Ergänzung für gut genutzte Bilderbuchbestände sicher geeignet. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Insbettgehen | Rituale | Alltag
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Kassenbrock

Puchner, Willy: Fabelhaftes Meer. Wien: Nilpferd 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 33 cm. ISBN 978-3-7074-5186-3, geb.: 19,95 €

Eine Liebeserklärung an das Meer.

„Ich träumte vom großen Ozean, von Schiffen, Meerestieren und Inseln ... von wunderbaren Menschen, kostbaren Pflanzen und fabelhaften Tieren. Ich verklärte das Meer, und das tue ich bisweilen auch noch heute. Ich sehne mich fortwährend nach dem Ozean...“, so beginnt Willy Puchner sein liebevoll gestaltetes Bilderbuch über das Meer und seine Bewohner. Und dann malt er alles, was ihm so durch den Kopf geht, bzw. sich in seiner Phantasie tummelt und zum Thema passt. Da gibt es herrliche neue Fischarten wie den Blumenfisch (er lebt gern unter Pflanzen und Natur macht ihn glücklich)und den Lesefisch (er denkt nur an Bücher, Illustrierte und die Sonne). Puchner verbindet in seinem Buch Beobachtung und Phantasie, Gedanken und Poesie miteinander. Da gibt es u. a. einen schwimmenden Elefanten, Wolken voller Buchstaben, ein Figurentheater im Meer, herrlich bunte, gefaltete Papierboote, ein U-Boot mit Panoramafernrohr und Glasfenster. Das Buch ist sowohl amüsant als auch ein wenig geheimnisvoll. 

Für kleine und große Leser*innen ab 5 Jahren geeignet; die Schrifttypen sind oftmals für Kinder schwer zu lesen. Die Bilder changieren vor allem in Blau- und Grüntönen. Die Texte sind witzig, phantasievoll, aber auch verträumt und manchmal philosophisch.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Meer | Fische | Phantasie
Bewertung: ++
Rez.:
Margot Haffke

Torudd, Cecilia: Heute schlafe ich bei Opa. Dt. von Monika Osberghaus. Leipzig: Klett Kinderbuch 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. (Enkelkinderbücher). Aus d. Schwed. ISBN 978-3-95470-166-7, geb.: 10,00 €

Bevor das Enkelkind bei Opa übernachten kann, müssen sich beide erst einmal näher kommen.

Wenn ein Enkelkind zum ersten mal ohne die Eltern bei den Großeltern übernachten soll, ist das für beide Seiten aufregend. Umso mehr, wenn sich Enkel und Großvater nicht gut kennen, weil sie in verschiedenen Städten wohnen. Bei Oskar ist das so - und er soll nun bei seinem Opa übernachten. Zunächst können sich beide nicht wirklich aufeinander einlassen. Opa will seinen Lieblingsverein im Fernsehen anschauen, Oskar langweilt sich und vermisst seine Mama. Als Opa nicht mehr weiter weiß, will er mit Oskar zur Mama fahren. Aber draußen schneit es: und endlich finden die beiden etwas, was ihnen gemeinsam Spaß macht!Kurze, einfühlsame Textpassagen, eine Geschichte aus dem Lebensumfeld kleiner Kinder und realistische begleitende Zeichnungen machen dieses Buch aus der neuen Reihe „Enkelkindergeschichten" zu einem Vergnügen und zu einer deutlichen Empfehlung!

Eine liebevolle, lebensnahe Geschichte sowohl für Kinder ab 4 Jahren als auch für ihre Großeltern zum gemeinsamen Betrachten und Besprechen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Großeltern | Enkel | Übernachten
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

Andres, Kristina: Donnerwetter, sagte Fuchs. Vorlesegeschichten von Fuchs und Hase. Frankfurt: Moritz 2017. 60 S. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-89565-351-3, geb.: 14,95 €

13 Vorleseabenteuer von den Freunden Fuchs und Hase.

Fuchs und Hase sind dicke Freunde die bei ihren Unternehmungen und Erlebnissen auch gerne die Hilfe von anderen annehmen: Oma Elefant steht bei Bauchgrummeln mit Rat und Tat zur Seite,  Freund Elefant weiß, wie man eine Riesenmenge Popcorn zu Geld macht, und sie erfahren, dass einem ebenfalls Gutes widerfährt, wenn man Gutes tut ... Fuchs und Hase haben viele Ideen für ihren gemeinsamen Zeitvertreib und unterhalten sich ständig miteinander über das, was sie gerade bewegt - eben wie es Freunde immer tun.  Kristina Andres erzählt in 13 abgeschlossenen Geschichten auf einfache Weise, was Hase und Fuchs gemeinsam erleben und welche Erfahrungen sie machen. Die Handlungen sind nah an der Erlebniswelt der Kinder, doch lassen manche Geschichten Fragen aufkommen. Dies bietet viel Gelegenheit um ins Gespräch zu kommen und Unklarheiten zu lösen . Mit feinen Strichzeichnungen und zurückhaltender Farbgebung gibt die Autorin persönlich ihren Erzählungen ein Gesicht. Der Text ist nett und leicht verständlich geschrieben, das Vorlesen und Zuhören gekoppelt mit der Bildbetrachtung macht manche Geschichte zu einem echten Vergnügen.

Ein Vorlesebuch für Kinder von 5 - 6 Jahren, geeignet für die Kita.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Freundschaft | Vorlesegeschichten | Tiere
Bewertung: ++
Rez.: Barbara Hildenbrand

Klein, Martin: Finn und Frieda finden den Frühling. Ill. von Kerstin Meyer. München: Tulipan 2018. O. Pag. : Ill. ; 22 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe B). ISBN 978-3-86429-411-2, geb.: 8,95 €

Wie kann man erkennen, dass der Frühling naht? Finn und Frieda machen sich auf die Suche.

Die Geschwister Finn und Frieda finden im Garten einen Igel, der viel zu früh aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist. Er ist ganz schwach und die Kinder haben Angst, dass er stirbt. Zusammen mit ihrer Mutter bringen sie den Igel zur Tierärztin. Die kann ihnen nicht viel Hoffnung machen, dass der Igel überleben wird. Nur wenn sie den Frühling finden, hat der Igel eine Chance. Und so machen sich Finn und Frieda, zusammen mit ihrem Opa auf die Suche. Und tatsächlich, sie finden die ersten Frühlingsboten: einen Krokus, einen Grünfink, der anfängt ein Nest zu bauen, frische Triebe von Kräutern sowie eine Gruppe Feuerwanzen. Alle freuen sich über die leckere Suppe, die sie aus den Kräutern kochen und der Igel freut sich über die Wanzen, die dafür sorgen, dass er bald kräftig genug sein wird. – Was kann man tun, wenn man einen Igel findet und wie zeigt die Natur, dass bald eine neue Jahreszeit anbricht? Diese Geschichte für geübtere Erstleser fordert Kinder auf, die Natur genau zu beobachten.

Eine bunt illustrierte Geschichte zum Vorlesen oder Selberlesen, die eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, mit Kindern die Natur zu entdecken.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Jahreszeiten | Igel | Natur | Erstleser
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble

Smithuis, Marieke: Lotte und Rose - Immer Ärger mit den Jungs. Ill. von Eva Muszynski. Dt. von Meike Blatnik. Hildesheim: Gerstenberg 2018. 228 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-8369-5927-8, geb.: 14,95 €

Geschichten zum Vorlesen aus dem ganz normalen Alltag zweier kleiner Mädchen.

Lotte und Rose sind Schwestern, Mama arbeitet, Papa ist dafür öfter zu Hause und sie lieben ihren Opa, der oft auf sie aufpasst. Sie haben eine Katze und wünschen sich ein Kaninchen. Alles ganz normal und ohne große Aufregung, so wie der Alltag einer Vielzahl von Kindern aussieht. In diesen 47 Geschichten zum Vorlesen begleiten wir diese Mädchen ein Jahr lang. Rose, die Ältere, muss sich von ihrer besten Freundin verabschieden, die umzieht, Lotte freut sich über die neuen kleinen Haustiere, die sich auf ihrem Kopf befinden (igitt, Läuse!), sie zoffen sich untereinander und mit den neuen Nachbarjungs, die genauso alt sind wie die beiden Mädchen, fahren mit ihren Eltern in Urlaub, gehen dort wandern und schwimmen im See; Rose bricht im Eis ein, weil sie eine festgefrorene Ente retten will und alle zusammen feiern Nikolaus. Da dieses Buch eine Übersetzung aus dem Niederländischen ist, mögen einige Bräuche befremdlich wirken. Hierfür gibt es aber Erklärungen in einem angehängten Kapitel.

Diese unaufgeregten kurzen Geschichten, die max. 4 - 6 Seiten lang sind, sind für Kinder ab ca. 4 Jahre sehr erkennbar und eignen sich sehr gut zum abendlichen Vorlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Vorlesen | Mädchen | Familie
Bewertung: +++
Rez.: Helena Schäuble

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Riordan, Rick: Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel. Dt. von Gabriele Haefs. Hamburg: Carlsen 2017. 399 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-551-55688-2, geb.: 17,99 €

Stell dir vor, du bist ein griechischer Gott - und wirst zur Strafe als schmächtiger Junge auf die Erde verbannt.

Es tut einen Rumms - und dann liegt Apollo, Gott der Weissagung, des Lichts und der Künste, in einer Mülltonne mitten in New York City. Nur gut, dass er zufällig die Halbgöttin Meg trifft, als er in Gefahr gerät, von ein paar Fieslingen vermöbelt zu werden. Meg wiederum kommt es gut zupass, dass Apollo den jungen Percy Jackson kennt, der sich als Halbgott gut mit allem auskennt, was an göttlich-menschlichen Kreaturen auf der Erde herumfleucht… Dass Rick Riordan schreiben kann, hat er in seiner erfolgreichen Percy-Jackson-Reihe und anderen Werken bereits oft bewiesen. Dass er sich in der antiken Götterwelt auskennt, ebenfalls. Und so kann man sich auch dieses Mal wieder darauf verlassen, dass hier spannendes mythisches Lesefutter gegeben wird - ohne große Botschaft, auch ohne die Götterfiguren in ihrer antiken Tiefe zu ergründen, aber in jedem Fall so, dass Interesse an einer vertieften Beschäftigung mit der Götterwelt entstehen kann.

Spannendes Lesefutter für Jungs und Mädchen ab 13 Jahren. Falls nicht vorhanden, ist eine Anschaffung der Percy-Jackson-Reihe als Basis sinnvoll.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Action | Mythologie
Bewertung: +++
Rez.: Marcel Lorenz

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Clermont-Tonnerre, Adélaïde de: Der Letzte von uns. Roman. Dt. von Amelie Thoma. Berlin: Rütten & Loening 2018. 459 S. ; 22 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-352-00908-2, kt.: 18,00 €

Eine große Liebe und ein dramatisches Familiengeheimnis.

Werner Zilch ist ein erfolgreicher Jungunternehmer in New York der siebziger Jahre. Beruflich gelingt ihm alles, doch es gibt melancholische Momente in seinem Leben. Er ist in einer liebevollen Familie aufgewachsen, jedoch sind das nicht seine leiblichen Eltern, er wurde als kleiner Junge adoptiert. Werner fragt sich öfter, wer seine biologischen Eltern sind und warum er zur Adoption freigegeben wurde. Nur sein ursprünglicher Name war bekannt und dass er „der Letzte von uns“ ist. Eines Tages trifft er die schöne Rebecca, eine Tochter aus reichem Haus. Sie verlieben sich und verleben eine intensive gemeinsame Zeit, die abrupt endet als Werner ihren Eltern vorgestellt wird. Er scheint ihre Mutter an schreckliche Ereignisse zu erinnern. Was hat das alles mit der Vergangenheit der Familie Zilch aus Deutschland zu tun? Eine packende und gut lesbare Familiengeschichte an zwei Schauplätzen, Deutschland im Jahr 1945 und New York Anfang der 70er Jahre.

Ein Roman, der thematisiert wie sehr die Nachkommen unter den Gräueltaten der Nazis leiden können und der Frage nachgeht, ob sie hierfür zur Verantwortung gezogen werden können.

Signatur: SL
Schlagworte: Familiensaga | Nazideutschland | Vergangenheitsbewältigung | New York
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble

Koch, Herman: Der Graben. Roman. Dt. von Christiane Kuby u. Herbert Post. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2018. 303 S. ; 21 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-462-05082-0, geb.: 20,00 €

Ein in Ich-Form geschriebener Roman, dessen Erzähler seine eigene Frau des Fremdgehens verdächtigt; eine Fantasie, die das ganze Werk durchzieht und nur den Erzähler davon leben lässt.

Dem niederländischen Autor gelingt es wieder einmal, die Leserschaft auf eine sehr eindrückliche Weise zu faszinieren. Der Amsterdamer Bürgermeister Robert Wagner, durchaus eitel und selbstbezogen, wird von der Vorstellung bedrückt, dass seine Frau ihn mit einem leitenden Mitarbeiter des Rathauses betrügen würde und erlebt gegenwärtiges und vergangenes Geschehen immer unter dieser Prämisse. Alles, was geschieht, z. B. Suizidgeschehen und -absichten und Unglücksfälle finden bei ihm ihren Platz nur im Zusammenhang seiner Fantasien. Es gelingt Koch auf eine sehr aparte Art die Hauptperson des Romans als gefühlsarm, nur auf sich bezogen, ja, fast autistisch zu schildern. Dabei ist der Bürgermeister stets auf sich selbst bezogen, ganz gleich, ob er heutige Erlebnisse, das Kennenlernen seiner Frau, das Verhältnis zu der Tochter, seinen alten Eltern, den Freunden oder Mitarbeitenden beschreibt. Immer steht er sich fast schizoid selbst im Wege. Der Roman verlangt nach Leserinnen und Lesern, die die Gedankengänge des Protagonisten durchschauen können. Dann wird das Buch zum gelingenden Leseabenteuer.

Dieses Buch könnte sich sehr gut in unseren Büchereien finden lassen, besonders als Diskussionsanregung in entsprechenden Gemeindegruppen.

Signatur: SL
Schlagworte: Persönlichkeit | Suizid | Krankheit | Niederlande
Bewertung: ++
Rez.: Kurt Triebel

Récondo, Léonor de: Amours. Roman. Dt. von Isabel Kupski. Zürich: Dörlemann 2017. 237 S. ; 20 cm.
Aus d. Franz.ISBN 978-3-03820-049-9,  geb.: 20,00 €

Die sexuell frustrierte Gattin des Notars findet ihre Erfüllung in einer Affaire mit dem Hausmädchen.

1908 in der französischen Provinz. Die junge Victoire hat mit dem Notar Anselme de Boisvaillant eine gute Partie gemacht, kann aber seine Nähe im Bett kaum ertragen. Er zwingt daraufhin das Hausmädchen Celeste, ihn sexuell zu befriedigen. Celeste wird schwanger und Victoire gibt ihr Kind als den Sohn der Boisvaillants aus. In der Sorge um den Säugling kommen sich die beiden Frauen näher, bis Celeste ihre „Sündhaftigkeit“ nicht länger erträgt. Der Roman handelt von den Spielarten der Liebe in einer Zeit der unterdrückten weiblichen Sexualität. Victoire und Celeste verlassen durch ihre Liebesbeziehung die ihnen zugedachten Rollen, wobei Victoire sich dadurch von ihrem Mann emanzipiert und sich ihre Freiheit erkämpft. Die Autorin hat diese Figur quasi als Gegenentwurf zu Flauberts Madame Bovary angelegt, deren Affaire sie in den Selbstmord treibt. Der teilweise schwülstige Stil beeinträchtigt allerdings den durchaus reizvollen Ansatz des Romans.

Für alle, die sich für die sexuelle Unterdrückung der Frau um 1900 interessieren.

Signatur: SL
Schlagworte: Frau | Sexualität | Frankreich
Bewertung: +
Rez.: Claudia Puschmann

Sullivan, J. Courtney: All die Jahre. Roman. Dt. von Henriette Heise. Wien: Deuticke 2018. 460 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-552-06366-2, geb.: 22,00 €

Die Familiengeschichte zweier irischer Schwestern in Amerika, die ein starkes Band und ein Geheimnis verbindet.

Die 21-jährige Nora Flynn wandert mit ihrer jüngeren Schwester Theresa 1957 von Irland nach Amerika aus, um ihren Verlobter Charlie zu heiraten. Obwohl Nora lieber in Irland bleiben würde, geht sie diesen Schritt, um Theresa in Amerika eine Ausbildung zur Lehrerin zu ermöglichen. Doch kaum in Amerika angekommen, wird Theresa schwanger. Nora trifft eine Entscheidung für sie beide und löst damit die Entzweiung der Schwestern aus. Als 50 Jahre später Noras ältester Sohn Patrick bei einem Autounfall stirbt, sucht sie den Kontakt zu ihrer Schwester Theresa, die inzwischen Nonne geworden ist. Eine faszinierende Familiengeschichte, die aus der Perspektive der verschiedenen Familienmitglieder und in zwei wechselnden Handlungssträngen erzählt wird:  In der Vergangenheit der beiden Schwestern,  und in der  Gegenwart der Frauen. Die Autorin versteht es geschickt, die beiden Zeitepochen miteinander zu verflechten und die einzelnen - sehr unterschiedlichen -  Charaktere lebendig werden zu lassen.

Für alle die Familiengeschichten und irische Sagas mit historischem Bezug lieben ein Muss.

Signatur: SL
Schlagworte: Familie | Geheimnisse | Tod | Geschwister
Bewertung: +++
Rez.: Christine Stockstrom

Vitrac, Jules: Der Teufel von Eguisheim. Kreydenweiss & Bato ermitteln. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2018. 363 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-499-27325-4, kt.: 9,99 €

Ein Mann stürzt aus dem Fenster, im Bein seiner Frau steckt ein Messer. Kreydenweiss und Bato ermitteln in ihrem 2. Fall.

Die spätsommerliche Stille im elsässischen Eguisheim trügt. Es brodelt unter der Decke des kleinstädtischen Idylls. Der brave Brigadier Knopfer stürzt in den Tod, seine Frau bleibt verletzt zurück. Das sind nicht die einzigen beiden Fälle, um die sich die impulsive Céleste Kreydenweiss und ihr gesetzter Kollege Luc Bato von der örtlichen Polizei kümmern müssen. Im Wald wird ein toter Hund gefunden, auf der Stirn ein Mal. Die Ermittler erfahren, dass das Tier tollwütig war. Zuerst wird die Idee, dass die Tollwut mit dem Tod Knopfers in Zusammenhang steht, als absurd verworfen. Dann stirbt eine ältere Frau. Auch ihrem Leben setzte die Infektion ein Ende. Mühsam setzen Kreydenweiss und Bato das Puzzle aus Mord und Wahn zusammen. Was sie herausfinden, könnte schlimmer nicht sein. Die Idee, Tollwut und den damit zusammenhängenden Aberglauben in den Mittelpunkt eines Krimis zu stellen, ist genial. Auch die Ausführung, von einigen Längen abgesehen, stimmt und verspricht kurzweilige Unterhaltung.

Es macht Spaß, dem ungleichen Ermittler-Duo bei der Auflösung ihres zweiten Falles über die Schulter zu schauen. Ab mittleren Beständen gerne empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte: Elsass | Tollwut | Ermittler
Bewertung: ++
Rez.: Martina Mattes

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Scherzer, Gabi: 5 Minuten Kreativität zur Frühlings- und Osterzeit. Kleine Geschenke zu Ostern und Muttertag. Fotos von der Autorin. München: Don Bosco 2018. 63 S. : überw. Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-7698-2336-3, kt.: 12,95 €

Bunter Bastelspaß für kleine Hände.

Es grünt, es blüht, es fliegt – so heißen die Kapitel des bunten kleinen Büchleins für ein munteres, schnelles Basteln mit Kindern. Mit der Farbe Grün, mutig gemischt aus gelben und blauen Farbflaschen beginnt die Werkelei großflächig mit beiden Händen auf breiten  Leinwänden oder langen Papierstreifen. Gras wird gesät, aus Gräsern, Wollresten und Tonpapier werden vielerlei Eier, Blumen und Schmetterlinge geformt, geschnitten und gefaltet.  Erste Blüten und Gräser aus der Natur ergeben Kränze und Sträuße. Dabei werden alte Techniken originell auf neue Materialien angewendet und mit den einfachsten Materialien (Butterbrottüten, CDs, Kaffeefiltern)  und oft ungewohnten Hilfsmitteln tolle Dinge hergestellt. Die Anleitungen sind kurz und kindgemäß, bunte anregende Bilderfolgen erklären die Arbeitsschritte.

Ein herrlich unkonventionelles Bastelbuch mit und für Kinder, von ganzem Herzen zu empfehlen.

Signatur: Rd
Schlagworte: Ostern | Frühling | Basteln
Bewertung: +++
Rez.: Viktoria Böhler

Schnell mal was Gutes. Rezepte für den Feierabend. Rezepte: Alexander Herrmann. Texte: Monika Schuster. Fotos: Klaus Eiwanger. München: Dorling Kindersley 2018. 190 S. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8310-3450-5, geb.: 19,95 €

Schön gestaltetes und kreatives Kochbuch für ambitionierte Feierabendköche.


Sterne- und Fernsehkoch Alexander Herrmann legt ein weiteres Kochbuch vor, das den gleichen Titel hat wie seine neue Kochshow. Mit wunderschönen Food-Fotos gestaltet, sind die Titel der jeweiligen Kapitel doch eher ungewöhnlich und nicht immer selbsterklärend: „Seelenfutter“ oder „Entspannungsküche“ kann vieles beinhalten. Der Untertitel „Rezepte für den Feierabend“ suggeriert, dass hier Rezepte zu finden sind, die ohne großen Einkaufs- und Arbeitsaufwand schnell zubereitet sind. Das mag bei einem Teil der Rezepte stimmen, allerdings kommen die meisten Rezepte doch recht anspruchsvoll daher und brauchen durchaus mehr als Salz und Pfeffer. Jede Doppelseite beinhaltet ein Rezept mit ansprechendem Foto, eine übersichtliche Zutatenliste und eine Schritt-für-Schritt Kochanleitung. Einige Rezepte werden noch ergänzt von persönlichen Tipps des Kochs. Abschließend gibt es ein sehr übersichtliches Register (es kann gesucht werden nach Rezeptname oder nach Zutaten).

Für größere Bestände, wo Kochbücher noch ausgeliehen werden oder als schönes Geschenk für begeisterte Hobbyköche, die gerne neues ausprobieren.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Kochen | Feierabend
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble