Newsletter „Bücherei" 04/2017

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„April, April, der macht was er will…“ – In diesem Jahr ganz besonders, so scheint es uns. Genauso abwechslungsreich wie das Wetter ist hoffentlich auch unser April-Newsletter: Für die Kleinen gibt es ein neues Buch vom Erfolgsgespann Donaldson / Scheffler; die Größeren können mit Hündin Polly dem Wurstdieb Frank Furter auf die Schliche kommen oder mit Archer, Oliver und Adélaide auf eine höchst wundersame Reise gehen; die ganz Großen schließlich lassen sich vielleicht vom „Lied der Störche“ ganz romantisch in die 1920er Jahre entführen oder machen in der isländischen Einöde gruselige Gänsehaut-Erfahrungen.

Viel Spaß beim Stöbern und Schmökern wünscht

Ihr Eliport-Team

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
► Literaturtipps unter www.eliport.de
► Alles über den  Evangelischen Buchpreis unter www.evangelischerbuchpreis.de
► Leseförderungs- und Taufprojekt unter www.willkommeningotteswelt.de
► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
► Alle Arbeitshilfen zur Bibliotheksorganisation für Mitarbeitende unserer Büchereien unter www.buechereiservice.de

Jm 1 Bilderbücher

Guojing: Allein. Berlin: Jacoby & Stuart 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-946593-02-7, geb.: 19,95 €

Ein kleines einsames Mädchen erträumt sich eine abenteuerliche Suche nach seinem Zuhause.

Die wortlose, schwarz-weiß gezeichnete Bildergeschichte einer chinesischen Illustratorin und Konzeptkünstlerin fußt auf einer realen Begebenheit in den 80er Jahren zur Zeit der Ein-Kind-Politik, als bei den Einzelkindern Einsamkeit eine große Rolle spielte. Die Autorin fuhr mit sechs Jahren mit dem Bus zu ihrer Großmutter, schlief ein und stieg an einem unbekannten Ort aus. Sie lief über Stunden der Oberleitung nach und fand schließlich  zurück nach Hause. Im vorliegenden Buch fließen viel Gefühl, Phantasie und Einfühlungsvermögen in eine ähnliche Geschichte ein. Die Illustratorin hat mit feinem Zeichenstift über viele Seiten und in unterschiedlichsten Bildformaten die Odyssee eines kleinen Mädchens eingefangen. Bei der Suche nach seinem Zuhause steht ihm ein warmherziger, fürsorglicher Freund, in Gestalt eines Hirsches zur Seite, der sie durch eine abenteuerliche Mythenwelt führt. Die Bilder verströmen viel Vertrautheit und Geborgenheit, so dass man sich kaum lösen kann. Sie sind bei allem Gefühlsübermaß nicht kitschig, aber geschmacklich dem Chinesischen und Amerikanischen nahe.

Allen Bilderbuchkindern, die sich manchmal alleingelassen fühlen zum Träumen sehr empfohlen. Ab 3 J.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Bildbetrachtung | textlos
Bewertung: ++
Rez.: Annette Blanke

Aufräumen für Anfänger. Ein Buch über Ordnung und Chaos. Kristina Dumas. Ill. von Ina Worms. Berlin: Annette Betz Verl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-219-11717-2, geb.: 12,95 €

Ein pädagogisch sinnvolles Bilderbuch zum leidigen Thema „Aufräumen im Kinderzimmer“.

Aufräumen macht doch so gar keinen Spaß, finden Tom und Marie. Aber laut Papa herrscht im Kinderzimmer mal wieder Chaos: Der Meerschweinchenkäfig muss ausgemistet werden, klebrige Essensreste und leere Gläser stapeln sich auf dem Schreibtisch und der Fußboden ist mit allerlei Spielzeug übersät. In wimmeligen Sprechblasen-Bildern wird das Für und Wider des Aufräumens in dieser Bilderbuchgeschichte erörtert. Fremde Länder (Mongolei) und die Tierwelt (Vögel, Bienen) werden als Beispiele aufgeführt. Tatsächlich gibt es sogar professionelle Berufsaufräumer. Und in welchen Berufen ist eine genaue Ordnung sehr wichtig? Bei der Feuerwehr oder der Oper. Und im Märchen? Wie steht es da mit dem Aufräumen? - Nur der Schweinehund kann bis zum Bilderbuchende nicht überzeugt werden. Er macht es sich im unordentlichen Garten gemütlich.
Ein Buch über Ordnung und Chaos, über gemütliche Unordnung und verlässliche Sortierung im witzigen Bilderbuch-Comic-Stil.

Als Ergänzung bei Familienstreitgesprächen zwischen Chaos und Ordnung im Kinderzimmer gut einsetzbar. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ordnung | Auräumen | Chaos
Bewertung: +
Rez.: Karin Steinfeld-Bartelt

Biddulph, Rob: Grrrrr! Dt. von Steffen Jacobs. Zürich: Diogenes 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-257-01185-2, geb.: 16,00 €

Wer überall der Beste sein will, braucht keine Freunde. Oder etwa doch?

Der Bär Fred Grizzly will beim „Bester-Bär-Wettkampf“ wieder siegen. Er kann gut Fische fangen, Reifen kreisen lassen, Menschen erschrecken, am besten laut brüllen. Wozu braucht er da Freunde? Da taucht Bär Boris auf. Er gilt als bester Brüller und gewinnt; doch nur, weil er des Nachts dem schlafenden Fred das Brüllen gestohlen hat. Für Fred ist es verschwunden, Freunde helfen suchen, brüllen für ihn. Als dem Neuen das geklaute „Grrrrr“ aus dem Pullover fällt, ist er entlarvt. Dabei wollte er nur imponieren, um Freunde zu finden. Fred reicht ihm versöhnlich die Hand. Fortan sind die zwei Bären „Kumpane fürs Leben“. Einen Freund zu haben, ist besser als der Beste zu sein, ist die versteckte Botschaft.
Stilisierte Tierfiguren - Comics nicht unähnlich - bevölkern die farbkräftigen Bildtafeln. Szenen, Ausschnitte, Proportionen sind  frei komponiert, die leichthin gereimten Textzeilen locker eingefügt. Eigenwillig, witzig in Details ist das Bilderbuch, nach „Weggepustet“ (2015) das zweite des Londoner Autors und Illustrators.

Ein scheinbar einfaches, wenn auch künstlerisch eigenwilliges Bilderbuch mit versteckter Botschaft. Zum Vorlesen, Betrachten, Erklären und Miteinander-Reden. Ab 4 J.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tiere | Freundschaft | Konkurrenz
Bewertung: ++
Rez.: Heide Germann

Greta und die magischen Steine. Paul Maar. Ill. von Helga Bansch. Berlin: Annette Betz Verl. 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-219-11695-3, geb.: 14,95 €

Eine märchenhafte Geschichte von Sehnsucht und Suche.   
  
Viele Kinder leben heute getrennt von einem Elternteil und wünschen sich sehnlichst den anderen herbei. Zum Glück gibt es Märchen, in denen das Wünschen immer noch geholfen hat. So ein Märchen hat Paul Maar jetzt geschrieben. In einer Zeit, in der es so still war, dass geheime Wesen viel näher zu den Menschen kamen, weil sie nicht durch Lärm verscheucht wurden, lebte Greta mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Greta sehnt sich nach ihrem Vater, der über das Meer gefahren ist, um Gold zu suchen. Eine seltsame weiße Frau, der Greta ein Glas Milch schenkt, sieht den Kummer des Mädchens, gibt ihr einen Stein und fordert sie auf, sich auf die Suche zu machen und ans Meer zu gehen. Und natürlich hat Gretas Suche Erfolg. P. Maar hat in seine Geschichte einige typische Märchenmotive eingewoben und erzählt in einem ruhigen, poetischen Ton. Helga Bansch liefert dazu einfühlsame Bilder, die in sanften Farben Gretas Gefühlen wie Verlorensein, Angst, Hoffnung und Freude Ausdruck verleihen.

Ein in Text und Bild gelungenes Buch für Kinder ab 5 J. Auch für Erwachsene mit Spaß an psychologischer Märchendeutung.

Signatur: Jm 1
Schlagwort: Märchen
Bewertung: ++
Rez.: Heidrun Martini

Gutendorf, Christian: Hicks! Ein Krokodil hat Schluckauf. Oldenburg: Lappan 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8303-1261-1, geb.: 12,99 €

Ein Krokodil versucht seinen Schluckauf loszuwerden.

"Erst eine Weile nix. Dann Hicks" - Die Erfahrung, dass ein hartnäckiger Schluckauf ganz schön quälend sein kann, muss das kleine Krokodil Egbert machen. Plötzlich ist es mit der Ruhe in der Krokodilfamilie dahin und da diese nicht weiß, was bei Schluckauf zu tun ist, fragt Egbert bei den anderen Tieren des Zoos um Rat. So sucht er etwa das Walross, die Maus, die Giraffe, den Elefanten und sogar den Fisch auf und setzt die unterschiedlichen Tipps der anderen Tiere um, die von Luft anhalten über Käse essen bis zu Wasser trinken reichen. Selbst als der Maki ihn erschreckt, zeigt sich der Schluckauf gänzlich ungerührt davon. Zu guter Letzt weiß nur der Doktor Rat, der eine ungewöhnliche Entdeckung macht, als er in den Rachen des Krokodils schaut.
Eine lustige Geschichte, die sich gut zum Vorlesen eignet, da Kinder sicherlich Spaß haben werden, den kehrversartigen Reim mitzusprechen, auch wenn die verwendeten Paarreime zum Teil sehr holprig sind und den Lesefluss etwa beeinträchtigen.

Während die Sätze z. T. etwas sinnentleert sind und um des Reimes Willen formuliert erscheinen, werden die comicartigen, dynamisch wirkenden Illustrationen Kinder ansprechen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Lustiges | Tiere | Reime
Bewertung: +
Rez.: Claudia Birk-Gehrke

Wenn sieben grummelige Hasen quietschvergnügt durch Pfützen rasen. Sabine Praml. Ill. von Christiane Hansen. Hamburg: Oetinger 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-7891-0464-0, geb.: 7,99 €

Ein Pappbilderbuch in Reimform verfasst über sieben quirlige Hasen, die ihre Eltern ganz schön fordern.

Die sieben kleinen Hasen sind eine echte Herausforderung für ihre Eltern. Sie hören nicht und machen vorrangig nur Blödsinn, sodass die Haseneltern letztendlich nur froh sind, dass sie sogar bei Regenwetter draußen spielen und in Pfützen hüpfen. Dieses Bilderbuch zeigt so ziemlich jedes Verhalten auf, dass sich Eltern überhaupt nicht von ihren Kindern wünschen. Sie hören nicht, malen an Wände, streiten sich, richten ein großes Chaos am Frühstückstisch an oder bekommen letztendlich doch ihren Willen, raus gehen zu dürfen, obwohl der Vater das nicht wollte. Der Text reimt sich an manchen Stellen nur bedingt, was ein zügiges Lesen erschwert. Die farbigen, bunten Illustrationen hingegen sind sehr lebendig gemalt, sie zeigen wunderbar die chaotische Situation der Hasenfamilie auf und spiegeln den sehr mühsamen Alltag treffend wieder.

Aufgrund des sehr verqueren Inhaltes, könnte dieses Buch als  Gesprächsbasis genommen werden, um unpassendes Verhalten zu erörtern, jedoch sollte es mit Bedacht eingesetzt werden.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ungehorsam | Chaos | Familienalltag | Pappbilderbuch
Bewertung: +
Rez.: Eva Wimmer

Zogg und die Retter der Lüfte. Julia Donaldson. Ill. von Axel Scheffler. Dt. von Salah Naoura. Weinheim: Beltz & Gelberg 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-407-82181-2, geb.: 12,95 €

Zogg und Ritter Schlagedrein unterstützen Prinzessin Perle, die als Ärztin arbeiten will.

Der Drache Zogg bekannt aus ‚Zogg‘ (Beltz 2014) macht sich mit Prinzessin Perle und dem Ritter Schlagedrein als Rettungsteam der Lüfte bei kranken Tieren einen Namen. Nur Perles Onkel der König ist von der Idee nicht begeistert. Perle soll sich wie eine Prinzessin verhalten und brav zu Hause sitzen und Handarbeiten anfertigen. Er sperrt das Mädchen ein. Als der König krank wird, können all seine Ärzte ihm nicht helfen. Nur Prinzessin Perle erkennt, was er hat. Zogg und Ritter Schlagedrein besorgen die Zutaten für die Medizin. Auch wenn die Übersetzung an manchen Stellen etwas holprig wirkt, ist diese in einfachen, aber lustigen Reimen von Julia Donaldson erzählte Emanzipationsgeschichte mit den fröhlich bunten Zeichnungen von Axel Scheffler bereits für Kinder ab 4 Jahren geeignet.        

Nicht nur für Grüffelo-Freunde ein großes Vergnügen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
starke Mädchen | Emanzipation
Bewertung: ++
Rez.:
Bärbel McWilliams

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Böhme, Anne: Eddi Error. Unser Roboter krempelt alles um. Ill. von Susanne Göhlich. Stuttgart: Thienemann 2017. 191 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-522-18456-4, geb.: 14,99 €

Lustige Abenteuer einer Familie mit dem auf dem Flohmarkt erstandenen Aufräumroboter.

Der Papa von Niels und Jule geht gerne auf Flohmärkte und entdeckt dort einen Aufräumroboter, den er mit nach Hause bringt. Die Kinder sind begeistert, denn solch einen Roboter haben sie sich schon lange gewünscht! Schon bald zeigt sich, dass der nach seinem Firmenschild Eddi genannte Roboter noch einige Macken hat. Aber er lernt sehr schnell und wird für die Geschwister zu einem Spielgefährten, mit dem sie viele lustige Abenteuer erleben. Eines Tages taucht aber sein Erfinder auf und will Eddi erst optimieren, später sogar verschrotten. Die ganze Familie, aber auch die Nachbarschaft setzt sich jedoch erfolgreich dagegen zur Wehr und Eddi bleibt Familienmitglied.
Eine fröhliche, warmherzige Familiengeschichte mit vielen farbigen Zeichnungen von Susanne Göhlich, die die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Anderssein aufgreift.

Für Mädchen und Jungen ab 6 Jahren gleichermaßen gut zum Vorlesen geeignet sowie für gute Selbstleser ab der dritten Klasse.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Roboter | Freundschaft | Anderssein
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Güterbock-Rottkord

Lewis, Gill: Polly und der Wurstdieb. Dt. von Siggi Seuß. Ill. von Sarah Horne. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2017. 120 S. : Ill. ; 22 cm. (Die Schule für kleine Hunde). Aus d. Engl. ISBN 978-3-423-76171-0, geb.: 8,95 €

Der kleine Schäferhund Polly scheitert an der ersten Prüfung zum Polizeihund und wird trotzdem zur Heldin.

Die kleine Polly möchte unbedingt Polizeihund werden. Um das zu erreichen, geht sie mit den anderen Welpen täglich in die Hundeschule. Am Morgen ihrer ersten Prüfung findet sie auf dem Weg zur Schule einen verlorenen Teddy und kann diesen nicht einfach liegenlassen. Denn sicher wird er schrecklich vermisst! Sie macht sich auf die Suche nach seinem Besitzer und kommt dadurch nicht nur zu spät sondern auch ziemlich verdreckt in die Schule. Von da an geht alles schief: Keiner will sich ihre Erklärung fürs Zuspätkommen anhören und zur Prüfung wird sie nicht mehr zugelassen. Als dann auch noch die Leckerlis aus dem Schuppen verschwinden, den Polly bewachen sollte, wird sie des Diebstahls bezichtigt und muss die Schule verlassen. Doch ein wahrer Polizeihund lässt sich nicht entmutigen. Und so enttarnt die kleine Hundeheldin den berüchtigten Wurstdieb Frank Furter, rettet eine Mäusefamilie vor dem Ertrinken und klärt nebenbei auch noch den Fall der verschwundenen Leckerlis auf.

„Polly und der Wurstdieb“ ist der charmante Auftakt der Buchreihe „Die Schule für kleine Hunde“, die Kindern ab 5 J. Freude machen wird und dank großer Schrift auch zum Selberlesen geeignet ist.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Hunde | Mut
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Gannon, Nicholas: Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt. Dt. von Harriet Fricke. Münster: Coppenrath 2016. 360 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-649-61942-0, geb.: 14,95 €

Drei Kinder bereiten eine höchst wundersame Reise zum Ende der Welt vor.

Archer wäre gern ein großer Naturforscher und Entdecker wie seine Großeltern. Doch seitdem diese bei einer Expedition am Südpol verschwunden sind, lehnen seine Eltern diesen Wunsch strikt ab. Archer darf das Haus nur verlassen, um zur Schule zu gehen. Lange ist er sehr einsam, bis er Oliver und Adélaide kennenlernt. Gemeinsam fassen sie den Plan, heimlich auszubrechen und nach Archers Großeltern zu suchen. Trotz sorgfältigster Vorbereitung kommt alles ganz anders. Die "wundersame Reise" beginnt erst im letzten Drittel des Buchs. Es dauert bis die Handlung in Fahrt kommt. Dafür nimmt sich der Roman Zeit, um seine skurrilen Figuren vorzustellen. Ein ruhiges und doch großes Lesevergnügen, nicht zuletzt dank der herausragenden, zum Teil vierfarbigen Illustrationen.

In der für Herbst 2017 angekündigten Fortsetzung wird es vermutlich turbulenter zugehen. Der erste Teil ist jedenfalls noch keine spannungsgeladene Abenteuergeschichte, sondern ein feinsinniges Buch über drei Außenseiter, die einander finden und gemeinsam träumen. Empfehlenswert ab zehn Jahren.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
reundschaft | Außenseiter | Naturforscher
Bewertung: ++
Rez.: Annemarie Hagmayer

Weger, Nina: Club der Heldinnen. Entführung im Internat. Ill. von Nina Dulleck. Hamburg: Oetinger 2017. 220 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-7891-0465-7, geb.: 12,00 €

Drei Mädchen mit außergewöhnlichen Talenten gelingt es, eine Entführung aufzuklären.

Die Schule "Matilda Imperatix" ist ein Internat für Mädchen mit besonderen Talenten. Pina und Flo sind dort beste Freundinnen und bekommen im neuen Schuljahr zu ihrem Leidwesen eine neue Mitbewohnerin: Blanca. Bei den jährlich stattfindenden Geländespielen möchten sich Pina und Flo den Sieg sichern, da erfahren sie, dass Flos Schwester Charly entführt wurde. Gemeinsam mit Blanca, die die Hintergründe dieser Entführung aufklären kann, setzen die Freundinnen mit ihren speziellen Fähigkeiten alles daran, Charly zu befreien.Jedes der Mädchen hat besondere Eigenarten und so ergänzen sie sich in der spannenden Suche nach einem Schatz, mit dessen Hilfe sie Charly befreien können, perfekt. Witzige Dialoge, eine spannende Handlung, ein interessantes Rätsel und die Botschaft, dass man gemeinsam vieles meistern kann, machen das Buch zu einem sehr empfehlenswerten Auftakt einer Reihe.

Vor allem für Mädchen ab 9 Jahren eine spannende Freundschafts- und Internatsgeschichte.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Freundschaft | Internat | Schatz | Entführung
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Güterbock-Rottkord

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Bragi, Steinar: Hochland. Thriller. Dt. von Tina Flecken. München: Dt. Verl.-Anst. 2016. 302 S. ; 22 cm. Aus d. Isländ. ISBN 978-3-421-04697-0, kt.: 14,99 €

Vier Großstädter stranden in der isländischen Einöde und erleben dort Unheimliches.

Mit "Hochland" ist das von Gletschern, Vulkanen und Wüsten geprägte Landesinnere Islands gemeint. Es ist nicht unbedingt hoch, steht aber im völligen Gegensatz zum belebteren Küstenstreifen und besonders zur Hauptstadt Reykjavík. Von dort machen sich zwei überspannte Pärchen um die 30 mit dem Geländewagen auf zu einem Urlaubstrip. Der endet durch einen Zusammenstoß mit einem großen Felsen, der sich plötzlich als einsam gelegenes Haus erweist. Ein seltsames älteres Paar nimmt sie dort auf und leiht ihnen ihren Wagen. Als auch diese Fahrt in einem Schlagloch scheitert, versuchen sie es vergeblich zu Fuß. All dies wird vom isländischen Erfolgsautoren kunstfertig geschildert. Besonders die Landschaftsbeschreibungen können überzeugen. Mit den Horrorelementen geht er aber lange allzu sparsam um. Leider bleibt auch die Ursache des Bösen offen. Kommt es vielleicht gar nicht von außen, sondern aus den legale und illegale Drogen konsumierenden Protagonisten und deren problematischen Biographien?

Ein "Special-interest"-Titel für Island- und Horror-Freunde.

Signatur: SL
Schlagworte:
Island | Horror
Bewertung: +
Rez.:
Tobias Behnen

Rath, Hans u. Rai, Edgar: Bullenbrüder. Kriminalroman. Reinbek: Wunderlich 2017. 317 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-8052-5104-4, geb.: 19,95 €

In einer zwielichtigen Nobel-Absteige wird der zweite Chef erschossen und liegt unter reichlich Kokain im Fahrstuhl.

Holger Brinks ist Kriminalhauptkommissar und überaus korrekt. Sein Bruder Charlie ist genau das Gegenteil. Dennoch werden beide in die Ermittlungen um den Toten involviert. Jeder agiert dabei nach seinem Muster und kommt dabei dem anderen mehrmals in die Quere. Aber trotz aller Widrigkeiten gelingt es den ungleichen Brüdern, das Geheimnis zu lüften.Die Geschichte, die Hans Rath erzählt ist verschlungen, spannend und durch die beiden gegensätzlich veranlagten Brüder oft urkomisch. Dennoch kann man mit einigem Recht von einem packenden Krimi sprechen, der den Lesenden sicher oft nur schwer zum Schlafen kommen lässt.

Ein Krimi mit Humor und Milieuansichten aus Berlin. Allen Büchereien gern empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Humor | Berlin
Bewertung: ++
Rez.:
Peter Mieglitz

Renk, Ulrike: Das Lied der Störche. Roman. Berlin: Aufbau Taschenbuch Verl. 2017. 507 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7466-3246-9, kt.: 12,99 €

Lebensphasen einer Suchenden.

Die elfjährige Frederike von Weidenfels wächst mit ihren Halbgeschwistern auf dem ostpreußischen Gut "Fennhusen", dem Besitz ihrs Stiefvaters, auf. Sie verlebt eine glückliche, unbeschwerte Kindheit. Der Leser wird beteiligt an Reifeprozessen der Heranwachsenden, ihren emotionalen Irritationen und seelischen Nöten, eingebettet in die Idylle einer wunderbaren Landschaft, begleitet von dem beruhigendem,  zur Heimat gehörenden, "Lied der Störche", mit prägenden Erfahrungen, die Verantwortung, Alltag und Struktur eines "herrschaftlichen" Lebens bedeuten - neben einer Industrialisierung und deren Einfluss auf die Arbeitswelt.
Die Protagonistin widmet Interessen und Aufmerksamkeit der potentiellen Aufgabe einer "Guts-Herrin", besucht, um diesem Anspruch gerecht zu werden, eine Schule für "Höhere Töchter", denn Frederike begleiten gedanklich permanent Zukunfts- und Versorgungsängste, da sie keine Mitgift zu erwarten hat. Sie fiebert dem Heiratsantrag des von ihr sehr geschätzten und geliebten Ax von Stieglitz entgegen, der sich um sie bemüht, sich in ihrer feinsinnigen, ernsthaften  Zuverlässigkeit aufgehoben fühlt, bei einer dennoch latent bestehenden Unsicherheit bezüglich einer dauerhaften Bindung.

Romantische, fesselnde Unterhaltungslektüre mit Einblick in die u.a. rasante technische Entwicklung der 1920er Jahre mit ihren anderen "Sitten und Bräuchen". Bestens geeignet für alle (Patienten-) Büchereien. Empfehlenswerte Ablenkung im Klinik-Alltag.

Signatur: SL
Schlagworte: Entwicklung | Frauen |1920er | Sitten
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern