Newsletter „Bücherei" 04/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Dieses Jahr wird es einem ziemlich schwer gemacht, das anhaltend gute Wetter zu genießen. „Deutscher Wetterdienst warnt vor neuem Dürresommer“,  „Viel zu trocken für dieses Jahreszeit“, „Bauern in Sorge“, „Höchste Warnstufe wegen Waldbrandgefahr ausgerufen“ titeln die Medien. Auch in der Literatur wird der Klimawandel bearbeitet. Den dystopischen Roman „Davor und danach“, der von einem Mädchen erzählt, das aus einem Wassernotstandsgebiet versucht nach Europa zu fliehen, stellen wir Ihnen in diesem Newsletter vor. Er bietet ordentlich Spannung, aber auch reichlich Stoff zum Nachdenken.
Dazu gibt es aber auch etwas fürs Herz: „Das kleine Café in Kopenhagen“ z. B. nimmt den Hygge-Trend auf und bietet alles für vergnügliche Lesestunden in der Sonne. Und „Rebecca – Verflucht, ausgerechnet England“ nimmt junge Leser*innen mit auf eine spannende Ferienreise. Burg, Fluch und Liebe inklusive.

Mit Büchern reisen, statt in den Flieger steigen – vielleicht ist das ein guter Ansatz?

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Jm 1 Bilderbücher

Die kleine Eule kommt in den Kindergarten. Debi Gliori. Ill. von Alison Brown. Dt. von Sandra Grimm. Bindlach: Loewe 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-7432-0248-1, geb.: 12,95 €

Es ist ein großer Tag für die kleine Eule, sie aber mag keine großen Tage.

Früh am Morgen wird die kleine Eule von ihrer Mama geweckt. Sie soll heute zum ersten Mal in den Kindergarten. Das passt der kleinen Eule aber gar nicht. Sie will zu Hause bleiben und lieber mit Baby-Eule spielen. Ganz langsam knabbert sie ihr Honigmüsli. Nur weil Mama ihr verspricht, dass sie den Kinderwagen mit Baby-Eule schieben darf, machen sie sich auf den Weg. Im Kindergarten mag sie erst gar nichts machen, ständig denkt sie an Mama und Baby-Eule. Erst als Frau Schnee-Eule zum Frühstück ruft, fühlt sich die kleine Eule besser. Sie teilt ihren Keks mit Ella und bekommt dafür ein Stück Nussbrot. Danach wird eine Geschichte vorgelesen und als diese zu Ende ist, warten Mama und Baby-Eule an der Türe. - Die Geschichte erzählt die Problematik des ersten Tages im Kindergarten auf eine sehr liebevolle Art. Auf den Illustrationen, die in fröhlichen Farben gemalt sind, können zukünftige Kindergartenkinder viel entdecken.

Sehr gut geeignet für Kinder, die in den Kindergarten kommen und selber ihren großen Tag vor sich haben aber auch einfach zum Vorlesen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Kindergarten | Eingewöhnung | Trennung
Bewertung: +++
Rez.: Christine Schwendener

Der kleine Pirat und die kleine Prinzessin. Kirsten Boie. Ill. von Silke Brix. Hamburg: Oetinger 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-7891-1049-8, geb.: 13,00 €

Vom Glück Freunde zu haben.

Der kleine Pirat hatte es richtig gut! Seit er beschlossen hatte, die Räuberei an den Nagel zu hängen und nett zu den anderen zu sein, konnte er sein Leben mit Angeln im Sonnenschein und beim Zusammensein mit Freunden genießen. Eines Tages traf er eine unglückliche, weinende Prinzessin. Sie hatte so viele teure Wünsche, doch ihr Vater wollte sie nicht erfüllen!  Der kleine Pirat versorgte das Mädchen mit Geld aus seiner Schatzkiste, doch nachdem sie all ihre Wünsche befriedigt hatte, war sie immer noch nicht froh. Da blieb nur noch eins: Der kleine Pirat lud das Mädchen ein, einen lustigen Tag mit ihm zu verbringen. Mit Mensch-ärger-Dich-nicht spielen, Geschichten erzählen und wilde Seefahrerlieder singen. Ob das wohl geholfen hat? Die farbenfrohe, pfiffige und stimmungsvolle Illustration des Bilderbuches untermalt herrlich das freie Leben des Piraten und den Sinneswandel der Prinzessin, die eindrucksvoll erlebt, dass gute Freunde und Unternehmungen viel mehr bedeuten als Besitz.

Ein fröhliches Plädoyer für Freundschaft und Gemeinschaft, die alle materiellen Dinge aufwiegen. Für Kinder ab 4 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Freundschaft | Glück | Zufriedenheit | Werte
Bewertung: ++
Rez.: Stefanie Drüsedau

Orosz, Susanne: Wo ist die Sonne in der Nacht? Vorlesegeschichte für neugierige Kinder. Ill. von Heike Vogel. Hamburg: Ellermann 2018. 125 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7707-2734-6, geb.: 15,00 €

Das Buch beantwortet Kinderfragen rund um das Thema Nacht.Das Buch enthält schöne und spannende kurze Vorlesegeschichte über die Nacht. Kinder, die nachts z. B. vor der Dunkelheit Angst haben, können durch das Buch verstehen lernen, dass nachts gar nichts schlimmes passiert. Es hat auch ein paar sehr passende und bunte Bilder. In dem Buch werden diversen Fragen rund um die Nacht und Dunkelheit in Form von Kurzgeschichten erklärt. In einer Geschichte erzählt ein Papa seiner Tochter und ihrer Puppe warum es nachts eigentlich dunkel ist. Natürlich wird auch erklärt, weshalb manche Dinge in der Nacht so gruselig und zum Fürchten aussehen, weshalb manche Menschen nachts arbeiten müssen und was eigentlich ein Nachtwächter macht. Außerdem wird auch in einer schönen Geschichte erklärt, was passiert, wenn wir träumen. Daneben wird auch erklärt wie die Tiere schlafen und was eine Sonnenfinsternis ist. Alles im allen ein sehr lehrreiches Buch für neugierige Kinder. Es bleiben keine Fragen über die Nacht offen.

Zuhause in der Bücherkiste, in der Kita und Bibliothek.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Nacht | Angst
Bewertung: +++
Rez.: Jenny Weger

Tut-Tut, Töff-Töff, Tatü-Tata. Andrea Schomburg. Ill. von Amrei Fiedler. München: Tulipan 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-86429-442-6, geb.: 12,00 €

Ein tolles Pappbilderbuch für alle Fahrzeug begeisterten Kinder.

Auf jeder der stabilen Pappseiten stehen andere Fahrzeuge im Mittelpunkt. Das Feuerwehrauto, das zum Einsatz gerufen wird, der Schneepflug, der einen LKW frei räumt oder der Riesenkran, der höchsten Kran der Welt.Die Texte sind in Reimform geschrieben und sind leicht verständlich für die kleinen Leser*innen. Die Seiten sind in kräftigen und freundlichen Farben gestaltet. Ich finde die Bilder für kleinere Kinder sehr überladen, es fällt schwer einen Fokus zu setzen, was die ganz Kleinen leicht überfordern kann. Ältere Kinder können die Informationen gut verarbeiten. Mein Sohn 2,5 Jahre guckt sich das Buch sehr gerne an und verweilt lange auf den einzelnen Seiten.

Dieses Pappbilderbuch ist gut geeignet für Kinder ab 30 Monaten. Man kann es gut im Kita-Alltag einbinden oder in der Familie.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Fahrzeuge
Bewertung: ++
Rez.: Janine Halder

Jm 2 Märchen

Corr, Christopher: Tief im Wald. Ein Volksmärchen. Dt. von Ilse Layer. Zürich: Aracari 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-907114-00-1, geb.: 18,00 €

Ein Haus sieht so gemütlich aus, dass alle Waldtiere hineinschlüpfen. Ob der Platz reicht?

Tief im Wald steht einsam und verlassen ein kleines, weißes Holzhäuschen. Eines Tages kommt eine Maus vorbei und beschließt, dass dies der richtige Ort für sie zum Leben sei. Kurz darauf ziehen ein Frosch, ein Kaninchen, Bieber, Fuchs und Hahn mit ein. Alle finden, das Häuschen sei das perfekte Zuhause für sie alle zusammen. Und weiter geht’s mit zahlreichen anderen Tieren, die auch noch Platz finden. Die Tiere leben richtig glücklich zusammen und beschließen eines Tages, ein Fest zu feiern. Die Musik ist im ganzen Wald zu hören. Ein Braunbär hört die Musik und folgt ihr bis er vor der Tür des Häuschens steht. Dort sieht es so gemütlich aus und die Tiere scheinen so glücklich! Da klopft er an und er fragte, ob Platz für ihn sei. Doch das Haus ist schon rappelvoll, da passt kein Bär mehr rein. Kann doch nicht sein, denkt der Bär und versucht es trotzdem …
Die schöne Geschichte basiert auf einer russischen Tierfabel, die Illustrationen muten folkloristisch an, sind farbenfroh und es gibt viel zu entdecken.

Ein sehr schönes Märchen für die ganze Familie.

Signatur: Jm 2
Schlagworte: Tiere | Märchen | Miteinander
Bewertung: +++
Rez.: Jenny Weger

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Hach, Lena: Flo und Valentina - Ach, du nachtschwarze Zwölf! Ill. von Tine Schulz. Weinheim: Beltz & Gelberg 2019. 135 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-81236-0, geb.: 12,95 €

Gruselgeschichte über Flo und die Zahnfee.


 Flo wird in der  Nacht wach und auf seiner Autokiste sitzt ein Mädchen. Als die Kirchturmuhr um Mitternacht schlägt will das Mädchen einen Zahn von ihm. Und tatsächlich, Flo stellt fest, dass er einen Wackelzahn hat, also ist das Mädchen wohl die Zahnfee? Sie trägt einen schwarzen Umhang und hat das „Handbuch Mensch“ bei sich und da steht viel drin, wie sich die Menschen so verhalten. Das Mädchen stellt sich als Valentina, Viola von Valenzia vor. Flo hat erst Angst, stellt dann aber beruhigt fest, dass Valentina keine Angst vor Knoblauch hat, also kann sie auch kein Vampir sein. Flo ist erleichtert und begeistert verputzen die beiden köstliche Schokolade. Durchs Fenster entschwindet Valentina. Es wird Tag und Flos Bruder Anton ärgert ihn mit seinem Wackelzahn. Der  Wackelzahn fällt raus. Flo hütet ihn und hofft auf Besuch in der nächsten Nacht … Ein bisschen mutiger ist er geworden und auch sein großer Bruder weiß nicht mehr alles über ihn.

Sehr geeignet für Grundschulkinder, kindgerecht  geschrieben mit kurzen Kapiteln und einem altersentsprechenden Gruselfaktor.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Abenteuer | Geheimnisse | Geschwister | Zahnfee
Bewertung: ++
Rez.:
Christine Helming

Mission Schulstart. Katja Reider. Ill. von Nikolai Renger. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-473-44713-8, geb.: 12,99 €

Um die Wartezeit bis zum ersten Schultag zu verkürzen, soll Mats fünf geheimnisvolle Aufträge erfüllen.

Mats kann es kaum noch abwarten bis er endlich in die Schule gehen darf. Da findet der Junge vor der Haustür einen seltsamen silbernen Brief, der den ersten von fünf raketenstarken Spezialaufträgen enthält, die er in den letzten drei Tagen bis zum Schulbeginn erfüllen soll. Weltraumfan Mats ist sofort Feuer und Flamme und auch wenn er die Aufgaben, beispielsweise den „Aufbruch in neue Galaxien“, also die Erkundung des Schulwegs, nicht immer so löst, wie der mysteriöse Absender „Käpt’n Cosmo“ es sich vorstellt, vergeht die Wartezeit jetzt jedoch wie im Flug. Einfallsreiche, lebendige Illustrationen mit vielen galaktisch witzigen Details zeigen, wie Mats voll Energie seine „Mission Schulstart“ bewältigt. Dazu passen hervorragend die humorvollen Texte, die mit viel wörtlicher Rede und Weltraumvokabular, die Vorfreude auf den ersten Schultag spürbar werden lassen und gleichzeitig, ganz ohne belehrende Worte verdeutlichen, was für den neuen Lebensabschnitt wirklich wichtig ist.

Die schwungvolle, witzige Geschichte wird nicht nur Vorschulkinder begeistern.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Schulanfang | Weltraum
Bewertung: +++
Rez.:
Brigitte Heimerl

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Laban, Barbara: Rebecca - Verflucht, ausgerechnet England. Hamburg: Chicken House 2019. 219 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-551-52106-4, geb.: 13,00 €

Rebeccas Sprachreise wird zu einem spannenden Ferienabenteuer auf einer verfluchten Burg in England.

Da der Familienurlaub ausfällt, schicken Rebeccas Eltern sie auf eine Sprachreise in ein ödes Dorf in Englands Süden. Das begeistert Rebecca nun gar nicht, und ihre Begeisterung wird steigt auch nicht, als sie ihre launische Gastmutter Mrs. Lydia kennenlernt, in ein kaltes Turmzimmer in deren maroden Schloss einquartiert wird und feststellen muss, dass das WLAN nicht funktioniert. Besser macht die ganze Situation nur, dass sie sich schnell anfreundet mit dem Computer-Nerd Sander aus den Niederlanden und dem geschichtsinteressierten Carlo aus Italien. Obwohl Mrs. Lydia Rebecca verboten hat, Gäste ins Schloss mitzubringen, erkundet das Trio gemeinsam die Burg. Dabei stoßen sie auf einen Fluch, der auf dem Zimmer in dem Rebecca wohnt, liegen soll. Ein spannendes Abenteuer beginnt! – Die Geschichte, die erzählt wird aus der Perspektive der 12-jährigen Rebecca, ist flüssig geschrieben und bietet neben der Spannung auch noch eine kleine Liebesgeschichte.

Eine fesselnde Sommerlektüre ab 10 Jahren. Empfehlenswert für alle Büchereien, die sich an den diversen Sommer-Lese-Aktionen beteiligen.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Abenteuer | Mut | Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

Sparkes, Ali: Die Nachtflüsterer - Das Erwachen. Dt. von Manuela Knetsch. München: Hanser 2019. 265 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-446-26232-4, geb.: 15,00 €

Jede Nacht erwachen Elena, Matt und Tima Punkt 1.34 Uhr. Nach und  nach erfahren sie, dass sie mit Tieren sprechen können.

Seit einer Woche wacht Elena nachts auf. Punkt 1.34 Uhr. Nach einer Woche versucht sie gar nicht mehr liegen zu bleiben, sondern steht auf und holt sich in der Küche ein warmes Getränk und ein paar Kekse. Dann ist sie wach, bis kurz vor 6 Uhr. Sie ist müde, aber nicht so müde, dass sie nicht in die Schule kann. Matt und Tima geht es wie Elena, auch sie wachen nachts auf und sind dann wach. Die drei lernen sich kennen und erfahren, dass alle drei das gleiche Schicksal haben: Sie alle können mit Tieren sprechen, Matt mit Vögeln, Tima mit Insekten und Elena mit einem Fuchs. Diese Fähigkeiten erweisen sich als besonders wertvolle Schlüssel im Kampf gegen eine unheimliche Macht, die versucht, die ganze Stadt zu vernichten.

Ali Sparks liefert eine fantastische, spannungsreiche Geschichte für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren in leicht verständlicher Sprache und gut lesbarer Schrift. Für genügend Lesefutter ist durch die geplanten Fortsetzungen  gesorgt.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Tiere | Fantasy | Magie
Bewertung: +++
Rez.: Tanja Bullerkotte

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Hach, Lena: Grüne Gurken. Ill. von Katja Berlin. München: Mixtvision 2019. 220 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-95854-108-5, geb.: 17,00 €

Neu in Berlin und alles ist fremd? Dann such dir einen Aushilfsjob und verlieb dich in einen richtig coolen Jungen.

Ausgerechnet wenn es darauf ankommt, ist Lotte immer besonders tollpatschig. Nicht nur, dass sie sich gerade hungrig aus der Wohnung ausgesperrt hat, auf der Suche nach etwas Essbarem rennt sie auch gleich noch den Konservenstapel im Kiosk gegenüber um. Erstaunlich, dass Yunus, der Späti-Betreiber, darüber gar nicht wütend ist, sondern ihr sogar einen Job anbietet. Hinter dem Tresen zu stehen macht Lotte richtig Spaß, besonders, weil auch Yunus Freundin Miri so nett zu ihr ist. Endlich hat sie mal keinen Stress mit ihren hochbegabten Eltern, die sie von einem Intelligenztest zum nächsten scheuchen. Stattdessen verliebt sie sich in Vincent, der jeden Freitag in den Späti kommt, um zehn grüne Weingummi-Gurken zu kaufen und ziemlich gut aussieht. Neue Freunde und dann noch verliebt. Die große, fremde Stadt fühlt sich plötzlich gar nicht mehr so schlecht an. Ein federleichter Roman über Berlin-Kreuzberg und die erste Liebe, illustriert mit vielen Infografiken.

Ein Roman für junge Mädchen, die auf Lesefutter stehen. Er liest sich flott weg, thematisiert am Rand ein paar Teenagerprobleme und mündet in ein Happy End. Gut als Urlaubslektüre. 

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Berlin | Mädchen | Liebe
Bewertung: ++
Rez.: Heike Nickel-Berg

Singer, Nicky: Davor und danach. Überleben ist nicht genug. Dt. von Birgit Salzmann. Hamburg: Dressler 2019. 382 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-7915-0100-0, kt.: 19,00 €

Durch eine große Reise und einen kleinen Jungen findet Mhairi heraus, was im Leben wirklich zählt.


In dem Zukunfts-Roman „Davor" von Nicky Singer geht es um die 14-jährige Mhairi, die aus Afrika – wo sie lange mit ihren Eltern gelebt hat – auf der Flucht zurück nach England ist. Dramatischer Wassermangel in Afrika hat zu brutalen Verteilungskämpfen geführt und Mhairi hat alles verloren, nachdem ihre Eltern an einem Kontrollpunkt ermordet wurden. Ihr einziges Ziel ist es nun, am Leben zu bleiben und es in den sicheren Norden zu schaffen. Doch auf ihrer Reise trifft sie einen kleinen Jungen, der nicht spricht. Obwohl sie ihn zunächst nicht bei sich haben will, schafft er es doch, einen Platz in ihrem Herzen zu gewinnen. Gemeinsam machen die beiden sich auf den Weg und müssen auf ihrer Reise einige Hindernisse überwinden. Nicht zuletzt, weil die Länder im Norden ihre Grenzen dicht gemacht haben und niemanden mehr reinlassen.
Der Roman fesselt die Leser*innen an die Geschichte von Mhairi, die durch Rückblicke erzählt wird, und lässt sie über die Zukunft unserer Erde nachdenken.

Das Buch ist für Fantasy-Fans ab 14 Jahren, die etwas traurigere Geschichte mögen, sehr gut geeignet.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Dystopie | Umweltschutz | Zukunft | Werte
Bewertung: ++
Rez.:
Caroline Peter

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Caplin, Julie: Das kleine Café in Kopenhagen. Roman. Dt. von Christiane Steen. Reinbek: Rowohlt 2019. 396 S. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-499-27553-1, kt.: 9,99 €

Ein kleines gemütliches Café wird für Kate während einer Pressereise in Kopenhagen zu einem Zufluchtsort.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Kate, eine junge Angestellte einer PR-Agentur aus London, soll für das dort neu zu eröffnende dänische Kaufhaus Hjem eine Pressereise nach Kopenhagen durchführen, um den Journalisten und Bloggern das dänische Lebensgefühl und „Hygge" näherzubringen. Einer der Journalisten reagiert sehr unfreundlich auf ihre Einladung zu dieser Reise, hält das alles für überflüssig, fährt aber trotzdem mit. Und man ahnt es schon, ausgerechnet dieser Journalist wird im Laufe der Geschichte zu einer unverzichtbaren Person für Kate. - Was tun mit so einem Buch für den Buchberater? Meine ehrliche Meinung dazu schreiben. Und die fällt durchaus positiv aus. Ich wurde entführt in eine Stadt, in der ein sehr entspanntes Lebensgefühl zu spüren ist, wenn man vor Ort ist. Diese Leichtigkeit kommt sehr authentisch rüber in dieser Geschichte, die zu einem gedanklichen Spaziergang durch Kopenhagen und ein paar vergnüglichen Lesestündchen einlädt. (Weitere Bände folgen in Kürze.)

In vielen Büchereien ist der „leichtere" Lesestoff oft der Renner. Für Leser, die solche unterhaltsamen Bücher mögen, ist dieses Buch auf jeden Fall eine gute Empfehlung.

Signatur: SL
Schlagworte:
Kopenhagen / Liebesgeschichte
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

 

Collins, Bridget: Die verborgenen Stimmen der Bücher. Roman. Dt. von Ulrike Seeberger. Berlin: Rütten & Loening 2019. 467 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-352-00921-1, geb.: 22,00 €

Pseudo-historischer und pseudo-emanzipatorischer Roman, triefend vor Kitsch.

Buchbinder sind bei Bridget Collins eine Art psychotherapeutische Zauberer. Wenn sie „jemanden binden“, bannen sie dessen Erinnerungen zwischen Buchdeckel und befreien ihn von Schuld und Scham. Wer etwas verbergen will und Geld hat, kann ihre Dienste kaufen, was sie zu einer gefragten wie geächteten Zunft macht. Die Handlung spielt in England in nicht benannter Zeit – unter Negierung der (Buchreligion) Christentum, wohl um die Fantasy-Elemente zu legitimieren. Im Zentrum stehen Emmett, Farmerssohn, der am „Buchbinderfieber“ erkrankt, quasi der Berufung zu dieser Profession, und der unter seinem machtbesessenen und gewalttätigen Vater leidende Lucian. Die beiden werden nach langem Hin und Her ein Paar. Doch geht es nicht um Emanzipation oder Aufdeckung von Machtstrukturen. Das Buch verliert sich in Klischees und Schwarz-weiß-Zeichnungen und bedient sich einer vermeintlich historisierenden, schwülstigen Sprache, der Plot überzeugt nicht. Da hilft auch die opulente, bunte Aufmachung nichts.

In einigen Foren gibt es begeisterte Besprechungen, als Schmöker für hartgesottene Fantasy-Fans kann man das Buch also wohl durchaus anschaffen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Liebesgeschichte | Fantasy | England | 19. Jh.
Bewertung: +
Rez.: Kerstin Wohne

Geschke, Linus: Tannenstein. Thriller. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2019. 379 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-423-26218-7, kt.: 15,90 €

Der persönliche Rachefeldzug eines Ex-Polizisten auf der Jagd nach einem Massenmörder.

Elf Menschen werden in Tannenstein brutal ermordet. Vom Täter fehlt jede Spur, die Polizei tappt ohne Motiv im Dunkeln. Alexander Born, Ex-Polizist und gerade aus dem Gefängnis entlassen, lässt der Fall keine Ruhe. Der "Wanderer" hat nämlich auch seine Geliebte auf dem Gewissen. Born schwört Rache und beginnt auf eigene Faust im Milieu der Russenmafia zu ermitteln. Immer mehr Menschen sterben, Informanten verschwinden und Born sucht Hilfe bei einer Polizistin. Gemeinsam dringen sie immer weiter vor in ein Netz aus Prostitution, Gewalt und Korruption. Wem kann Born Vertrauen und was ist mit seinen eigenen moralischen Grundsätzen?!  Was ist Recht und Unrecht, wenn ein Rechtsstaat an seine Grenzen kommt? Der Autor Linus Geschke zeichnet einen moralisch zerrissenen, kaltblütigen Menschen, der seine eigenen Maßstäbe über Bord wirft. Mit expliziten Gewalt- und Sexdarstellungen schießt Geschke an manchen Stellen allerdings über das Ziel hinaus.

Fesselnde Spannung, aber nichts für zarte Gemüter.

Signatur: SL
Schlagworte:
Thriller | Mord | Mafia | Rache
Bewertung: ++
Rez.:
Susanne Hartmaier

Hammer, Helga: Goldene Hochzeit. Roman. Berlin: Ullstein 2019. 299 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-471-35177-2, geb.: 18,00 €

Nach fünzig Jahren soll sich für Johanna alles ändern. Sie beschließt ihren Mann zu verlassen.

Der Roman beginnt mit einer Reise in die Vergangenheit. Johanna ist Ende 60 und schaut zurück auf ihr Leben. Sie hat die längste Zeit ihres Lebens mit ihrem Mann Ulrich verbracht, ist Mutter von vier Kindern und hat während der langen Ehejahre die Rolle der perfekten Mutter und Begleiterin ihres Ehemannes geführt. Sie blickt zurück auf Jahre der großen Verliebtheit, den Aufenthalten in fremden Ländern und auf das Glück der ersten gemeinsamen Jahre. Mit Schaudern erinnert sie sich aber auch an die vielen Kränkungen, die ihr Mann ihr zugefügt hat, insbesondere durch die vielen Eskapaden, die er  mit anderen Frauen hatte und seiner Gleichgültigkeit ihr und den Kindern gegenüber. Die Erkenntnis, dass ihr Mann sein Leben nach seinen Wünschen leben konnte, während sie ihm stets den Rücken frei gehalten hat und somit ihre Wünsche gar nicht erkennen konnte, trifft sie hart und führt  letztlich zu dem Entschluss, nach der Goldenen Hochzeit ihre Freiheit zurückzugewinnen. Sie will sich die Freiheit nehmen, mit Andreas, dem Mann, mit dem sie seit mehreren Jahren in intensivem E-Mail-Kontakt steht ein neues Kapitel auf Bali zu beginnen. – Die Autorin handelt die Lebensgeschichte ihrer Protagonistin übertrieben  detailreich und sehr klischeebehaftet ab. Ihre Personen sind reich und schön, von fernen Ländern ist die Rede,  man besitzt ein Haus in Frankreich,  und die Goldene Hochzeit findet mit der ganzen Familie auf Bali statt. Der Lebenslauf von Frauen, die sich für ihren Mann und die Familie einen eigenen Lebensentwurf versagen ist real und kann erzählt werden, allerdings gleicht er in diesem Roman eher einer Soap Opera.

Seichte Unterhaltungslektüre, am ehesten als Krankenhauslektüre einsetzbar!

Signatur: SL
Schlagworte: Ehe | Rückblick | Neubeginn
Bewertung: +
Rez.: Sophie Jünemann

Lippe, Jürgen von der: Nudel im Wind. Roman. München: Penguin 2019. 233 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-328-60077-0, geb.: 18,00 €

Entstehung einer TV-Sendung.

Jürgen von der Lippe präsentiert, teils anekdotisch-sarkastisch, in seinem speziellen, sehr individuellen sprachlichen Stil, Alltagsepisoden, scharf beobachtet, rund um seine Akteure. Er thematisiert Kommunikation und Beziehungen seiner Protagonisten Gregor, Lisa und Justus, die an Struktur und Entwicklung eines „Abnehm-TV-Konzepts" arbeiten, den dafür geeigneten Produzenten suchen, sich gegenseitig mit Engagement, Ideenreichtum und Vorschlägen überbieten. Der Autor gibt Einblick in die eigenwillige Partnersuche Gregors, dessen „Liebe zum Scherz", oft unerwidert bleibt. Er erprobt neue Strategien und entführt den Leser dabei auf eine „Wildwasserfahrt" der Emotionen, mit überraschenden „Wendungen und Einfällen". J. v.d.L. versucht, durch sprachlich originelle Formulierungen, „sein Persönlichkeitsprofil zu schärfen", was er auch „per Schrift" erfüllt, und Anhänger seines Esprits zum Schmunzeln bringt.  Seine Frau fungiert dabei als reflektierende Kritikerin mit „Ermunterungseffekt".

Die Lektüre ist bestens geeignet für alle Liebhaber dieses Genres, die sich identifizieren und amüsieren, die den Humor des Autors als „Kult" empfinden in einer „freudlosen Zeit". 

Signatur: SL
Schlagworte:
Satire | Medien | Humor
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern

Loß, Lennardt: Und andere Formen menschlichen Versagens. Frankfurt: Weissbooks 2019. 155 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-86337-175-3, geb.: 20,00 €

Sieben dramatische Kurzgeschichten über scheiternde Menschen.

Über dem Südpazifik stürzt ein Flugzeug ab. Zwei Überlebende treiben tagelang an den Sitz 9A geklammert im Meer. Als ein Sturm aufkommt ist klar, dass der Sitz nur noch eine Person tragen kann. Marina Palm, 22 Jahre alt. In den folgenden sechs Geschichten lesen wir über eine blutrünstige Mutter, die einen Splatterfilm drehen will, um ihre Trauer zu verarbeiten, ein Handmodel, der seine Freizeit mit dem Studium von Google Earth verbringt, den „Parkhauspapst“ aus Brandenburg und andere skurrile Figuren, die eines verbindet: sie waren mit Marina Palm verwandt oder befreundet. 25 Jahre nach dem Flugzeugabsturz rettet ein Kreuzfahrtschiff eine Frau von einem Atoll… Faszinierend und abstoßend zugleich liest sich dieses Buch, jedes Kapitel eine skurrile, abgedrehte Kurzgeschichte, im Verbund ein witziger, spannender Blick auf verkrachte Existenzen mit doppelten Identitäten, ausgeprägten Macken und skrupellosen Charakteren.

Für alle Leser mit Spaß an schwarzem Humor und abgründigen Charakterstudien ein kurzweiliger, abwechslungsreicher Geschichtenband.

Signatur: SL
Schlagworte:
Charakter | Lebensbewältigung | Kurzgeschichten
Bewertung: ++
Rez.: Stefanie Drüsedau

Natt och Dag, Niklas: 1793. Roman. Dt. von Leena Flegler. München: Piper 2019. 494 S. ; 21 cm. Aus d. Schwed.ISBN 978-3-492-06131-5, kt.: 16,99 €

Ein historischer Thriller aus Schweden.

Das Buch kommt mit Vorschusslorbeeren auf  den deutschen Markt: ein Meisterwerk, schnell in mehr als 50 Ländern verkauft, auf schwedischen Bestsellerlisten steht und mehrfach ausgezeichnet. In diese Lobeshymnen kann ich nur bedingt einstimmen. Man/frau muss schon recht abgebrüht sein, um sich an so viel minutiös beschriebener Brutalität zu begeistern. Kinder entdecken in der städtischen Kloake Stockholms eine Leiche. Ein Stadtknecht zieht sie heraus, besser: Er zieht heraus, was von der Leiche übrig ist. Beine und Arme fehlen. Sie wurden offensichtlich nacheinander professionell amputiert- War eine Narbe verheilt, folgte die nächste Amputation. Das haben die beiden Ermittler in akribischer Arbeit herausgefunden, die vom Autor meisterhaft charakterisiert werden: der traumatisierte Kriegsveteran mit Handprothese und der tuberkulöse Jurist. Das Ergebnis ihrer genialen Ermittlungsmethoden: Je mehr sie aufdecken, desto tiefer sind die Abgründe, mit denen sie konfrontiert werden.

Wer solche Thriller gerne liest, wird begeistert sein. Für Büchereien nur bei entsprechendem Bedarf zu empfehlen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | 18. Jh. | Schweden
Bewertung: +
Rez.: Karl Foitzik

Prammer, Theresa: Auf dem Wasser treiben. Roman. Berlin: List 2019. 256 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-471-35168-0, geb.: 18,00 €

An ihrem Geburtstag verschwindet Hannah spurlos. Ihr Mann und die Kinder suchen verzweifelt nach ihr und dem Warum.


Für Hannah ist es ein Schock, als sie auf ihrer Geburtstagsparty vermeintlich den Mann entdeckt, der vor vielen Jahren aus ihrem Leben verschwand: John. Er, Vater ihrer drei nun erwachsenen Kinder, hat die Familie in der Nacht, nachdem der jüngste Sohn Stefan beinahe bei einem Badeunfall ums Leben gekommen wäre, ohne ein Wort der Erklärung verlassen. Zwei Jahre später starb John bei einem Busunglück in Thailand. Oder doch nicht? Und warum verschwindet nun auch Hannah? Einem Kriminalfall gleich wird das Rätsel um John und Hannah nach und nach gelöst. Das ist spannend und lässt sich gut lesen. Die psychologischen Tiefen der Figuren, die alle einen Weg finden mussten, mit Johns Verschwinden irgendwie umzugehen, sind detailliert erdacht. Sie hätten allerdings viel mehr Raum gebraucht - und verdient. So werden die inneren Welten nur angerissen. Schade. Es steckt viel ungenutztes Potenzial in dieser Geschichte, aber das hätte den Rahmen eines einzelnen Buches sicher gesprengt. Trotzdem gut!

Unkomplizierte Unterhaltung, die durchaus auch Männern gefallen könnte. Sowohl Inhalt als auch der Umfang von nur gut 250 Seiten empfehlen das Buch auch als Lektüre im Krankenhaus.

Signatur: SL
Schlagworte: Familie | Verlust
Bewertung: ++
Rez.: Katja Henkel

Sautner, Thomas: Großmutters Haus. Roman. Wien: Picus 2019. 250 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-7117-2076-4, geb.: 22,00 €

Eine Großmutter, die mit dem Verkauf von Joints steinreich geworden ist. Eine in vielerlei Hinsicht kuriose Geschichte.

Das Buch ist absichtsvoll komponiert. Die junge Protagonistin mit dem sprechenden Namen Malina lebt in einem konstruiert öden Leben, aus dem sie nur die verrückte Großmutter zu befreien vermag. Die wiederum fristet ihr Leben unter derart märchenhaft romantischen und wilden Bedingungen, das es unschwer als ein innerer Sehnsuchtsort zu durchschauen ist. Nahezu jede Frage einer jungen Frau kann von dieser lebenstüchtigen Alten beantwortet werden. Nur: die Fragen sind billig und die Antworten lesen sich wie ein schlichtes Ratgeberbuch. Die Überschneidungen der Fragen der Protagonistin und der Lebensweise der Alten und deren kuriosen Freunden, die wie aus dem Nichtt erschein, weisen rasch den Weg zur Selbsterkundung. Schade, dass es wieder einmal nur um Liebe geht... als wäre das die einzig denkbare Suchbewegung einer jungen Frau.

Das liest sich eher als Phantasie eines männlichen Autors, für den der Rollenwechsel offenbar reizvoll war. Für die Leserin ist das alles weniger reizvoll. 

Signatur: SL
Schlagworte: Liebe | Vertrauen | Wildheit | Frau
Bewertung: +
Rez.: Christiane Thiel