Newsletter „Bücherei" 05/2017

Liebe Büchereimitarbeiterin! Lieber Büchereimitarbeiter!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Ganz sicher liegt es am herrlich sonnigen Wochenende, das hinter uns liegt: Der Mai-Newsletter enthält schon ganz schön viel Sommer: Die Böckchen-Bande geht ins Freibad, Mama Muh fährt Boot und Briefträger Maus trägt sogar in seinem Urlaub noch hochmotiviert Briefe aus. Obst wird geerntet und eine Sommerliebe verändert das Leben einer 17jährigen grundlegend.

Flankiert wird dieser Sommerüberschwang u. a. von einem neuen Fall für Polizeichefin Kate Burkholder, heiteren Kurzgeschichten aus den Niederlanden und einem märchenhaften Roman aus Finnland.

Viel Freude beim Entdecken und Empfehlen wünscht

Ihr eliport-Team

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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Jm 1 Bilderbücher

Die Böckchen-Bande im Schwimmbad. Bjørn F. Rørvik. Ill. von Gry Moursund. Dt. von Monika Osberghaus. Leipzig: Klett Kinderbuch 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Norw. ISBN 978-3-95470-175-9, geb.: 14,95 €

Drei Ziegenböckchen gehen zum ersten Mal ins Schwimmbad und erleben ein Abenteuer.

Jedes Jahr machen drei Ziegenbockbrüder zusammen auf der Alm Urlaub. Sie genießen den Sommer und freuen sich aufs Waffeln-Essen. Unterwegs sehen sie einen Wegweiser zum Schwimmbad und beschließen, dort hinzugehen. Nachdem sie geduscht und passende Badesachen gefunden haben, kann es losgehen mit dem Spaß. Doch dann kommt der Troll. Kein anderes Tier im Schwimmbad traut sich mehr auf die Rutsche, als er an der Treppe steht. Da hat die mutige Böckchen-Bande die rettende Idee.
„Die Böckchen-Bande im Schwimmbad“ ist ein ungewöhnliches Bilderbuch. Die Illustrationen von Gry Moursund sind gestaltet, als hätten Kinder Bilder gemalt, ausgeschnitten und auf buntes Papier geklebt. Mal sehen, wie die Kinder das finden! Die Farben sind sehr bunt, die gemalten Ideen sehr lustig, besonders als die Böckchen-Bande liegengebliebene Badekleidung anprobiert. Der Troll ist zuerst groß und gruselig und nachher der einzige, der keinen schönen Sommer hat.

Das Buch ist für Büchereien und Kindergärten und fürs gemeinsame Lesen und Entdecken zu Hause geeignet. Vielleicht inspiriert es auch zum Malen und Kleben.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Mut | Geschwister | Sommer
Bewertung: ++
Rez.: Natascha Faull

Dubuc, Marianne: Briefträger Maus macht Ferien. Dt. von Julia Süßbrich. Weinheim: Beltz & Gelberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-407-82157-7, geb.: 12,95 €

Ein fleißiger Postbote auf Weltreise.

Papa Maus ist Briefträger. Als die Familie in den Urlaub startet, nimmt er auch Päckchen und Briefe mit auf die Reise. Alle, auch die, die in den entferntesten Erdteilen wohnen, sollen ihre Post bekommen. Nachdem sie das erste Päckchen bei der Tante abgeliefert haben, geht es mit dem Kreuzfahrtschiff weiter. Auch Herr Tarzan auf der Vulkaninsel soll sein Paket bekommen. Die Mäusefamilie durchquert die Wüste, den Dschungel, kommt in eisiges Gebiet und liefert auch in den Wolken ein Päckchen ab. Zuhause angekommen, sieht Herr Maus, dass sich die Briefe vor der Tür stapeln. Viel Arbeit wartet auf ihn. Auf der Reise durch die Welt gibt es auf jeder Doppelseite viel zu entdecken. Die Zelte, Höhlen und Häuser sind aufgeschnitten, so dass man hineinschauen kann. So kann man Herrn Tarzan mit dem neuen Buch sehen, den Schmetterling mit der Blumenkette und das Murmeltier mit den neuen Hausschuhen. Gestört hat mich, dass der Eisbär bei den Pinguinen wohnt, aber das ist vielleicht kleinlich.

Kindergarten; Gemeindebücherei; 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Weltreise | Ferien | Post
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

Jeden Morgen um 10. Christine Nöstlinger. Ill. von Katharina Sieg. Wien: Nilpferd  2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7074-5189-4, geb.: 14,99 €

Hund Max ist ein „Geschichtenausdenker“ - Ein Plädoyer für die Freiheit der Phantasie.

Jeden Morgen um 10 fährt Hund Max mit der Fähre auf die Insel Palau. Doch warum? Wildeste Spekulationen verbreiten sich unter den Inselbewohnern. Die Schneiderin, der Pfarrer, die Gemüsefrau – jeden Tag der Woche fragt ein anderer den Hund, was er auf der Insel macht. Und jeden Tag in der Woche hat Max eine neue, spannende Antwort parat. Schließlich fragt die kleine Gina nach und erfährt: Der Hund ist ein Geschichtenausdenker. Waren also alle anderen Geschichte gelogen? Nein, findet  Max: „Lügen richten Schaden an, Geschichten machen Freude.“
Christine Nöstlinger hat eine kleine philosophische Geschichte erfunden, in der sich Realität und Phantasie so bunt verweben, wie die Farben und Formen der Landschaft, in der die Illustratorin Katharina Sieg die Geschichte spielen lässt.
 
In Kindergärten, Schulen oder in der Gemeindearbeit sehr gut einsetzbar.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Wahrheit | Phantasie
Bewertung: +++
Rez.: Eva Wimmer

Mama Muh fährt Boot. Jujja Wieslander. Ill. von Sven Nordqvist. Dt. von Maike Dörries. Hamburg: Oetinger 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-7891-0430-5, geb.: 12,99 €

Sommerlicher Spaß der beliebten Kuh Mama Muh und ihrer Freundin, der Krähe, am See.

Es ist ein warmer Sommertag, der Bauer sitzt im Boot und angelt, die Kühe liegen im Schatten am See und dösen. Nur Mama Muh ist unternehmungslustig wie immer und hat sich die Taucherbrille von Lillebror ausgeliehen. Begeistert erzählt sie der Krähe von dem tollen Blick unter Wasser und zeigt ihr die kleinen Schiffe, die Lina und Lillebror gebastelt haben. Aber die Krähe findet Boote, die man hinter sich herzieht, langweilig und entwickelt stattdessen ein Rennboot. Schade, dass es nicht so funktioniert, wie sie es sich vorstellt.
Begleitet von den großflächigen, detailreichen Zeichnungen Sven Nordqvists bietet die lustige Geschichte kurzweilige Unterhaltung für Kinder ab fünf Jahren.

Für alle Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen bestens geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagwort: Sommer | Tiere
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

Ohmura, Tomoko: Beeil dich, kleines Faultier! Dt. von Ursula Gräfe. Frankfurt: Moritz 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. Japan. ISBN 978-3-89565-327-8, geb.: 12,95 €

Das Bilderbuch begleitet das Faultier auf dem Weg von seinem Nest hoch oben im Baum hinab zur Wasserstelle.

Das kleine Faultier klettert nur ganz selten vom Baum hinunter, doch da es an diesem Tag furchtbar heiß ist, beschließt es, baden zu gehen. Ganz vorsichtig beginnt es mit dem Abstieg und begegnet dabei den anderen Tieren, die auf dem Baum leben. Als es endlich unten im Wasserloch planschen kann, ist schon fast Abend. Da trifft es sich gut, dass dem Elefanten ein schnellerer Weg einfällt, wie das Faultier wieder in sein Nest kommt. Das Buch ist hochkant gestaltet, so dass kleine Leser einen guten Eindruck bekommen, wie hoch der Baum ist, auf dem das kleine Faultier lebt. Allerdings lässt sich dadurch das Buch etwas umständlich halten, jedenfalls für kleine Kinderhände. Die Bilder sind einfach und klar gestaltet, weisen aber trotzdem hübsche Details zum Entdecken auf. Auf der letzten Seite lässt sich der Baum in seiner ganzen Größe auseinanderfalten und mit allen Bewohnern betrachten.

Das Bilderbuch hat wenig Text und eignet sich durch die schlichte aber schöne Bebilderung für Kinder ab 2 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tiere | Urwald
Bewertung: ++
Rez.: Heike Nickel-Berg

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Stohner, Friedbert: Ich bin hier bloß das Pony. Ill. von Hildegard Müller. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2017. 131 S. : Ill. ; 20 cm. (Reihe Hanser). ISBN 978-3-423-62636-1, kt.: 6,95 €

Reitstunden auf einem Pony können zum Abenteuer werden.

Das Shetlandpony Gillian lebt mit weiteren Artgenossen und einer Stallkatze auf einem Ponyhof. Sie freut sich auf die Reitstunden mit den Kindern und besonders auf die Stunden mit Wilma und Sara. Doch nun bringen die beiden ihre Brüder mit. Der coole, als Cowboy verkleidete William will sein Lasso auf Gillians Rücken ausprobieren. Das er dabei anschließend im Matsch landet, ist natürlich nur ein Versehen von Gillian… Aber den kleinen Daniel, "Indianer weißer Büffel", schließt Gilian sofort ins Herz. Sie merkt direkt, dass er ein begnadeter Reiter ist und büxt ganz spontan mit ihm aus. Eine wilde Jagd beginnt! - Ein weiteres Buch aus der Reihe "Ich bin hier bloß…". Die Geschichte wird rasant und humorvoll aus der Sicht von Pony Gillian erzählt und spricht Jungen wie Mädchen an.

Ein Buch für vergnügliche Vorlesestunden für Kinder ab ca. fünf Jahren. Kinder, die dieses Buch selber lesen möchten, sollten schon geübtere Leser sein.  

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Pferde | Abenteuer | Jungen
Bewertung: +
Rez.:
Helena Schäuble

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

White, Wade Albert: Saint Lupin´s Academy. Zutritt nur für echte Abenteurer. Dt. von Ulrike Köbele. Ill. von Timo Grubing. Stuttgart: Planet! 2017. 370 S. : Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-522-50543-7, geb.: 14,99 €

Drei Abenteurer schlittern in eine schwierige und spannende Mission.

Anne lebt in einem freudlosen Waisenhaus, das mit harter Hand von der bösen Oberin geführt wird. Zum Glück steht ihr dort ihre beste Freundin Penelope zur Seite. Die beiden 13-jährigen Mädchen träumen davon, auf eine der berühmten Abenteuer-Akademien aufgenommen zu werden, doch die Chancen stehen schlecht. Da taucht eines Tages Jocelyn, Professorin für Mythologie auf, die die zwei Freundinnen endlich an einer Akademie unterrichten will. Sie übergibt Anne einen magischen „Panzerhandschuh“. Ohne es zu wollen, aktiviert das Mädchen diesen. Plötzlich befindet sie sich zusammen mit Penelope und dem jungen Zauberer Hiro auf einer lebensgefährlichen Mission. Eine rasante Reise in Drachen-Feuerbällen und auf Sandwolfhundeschlitten beginnt.In unzähligen Handlungssträngen und Wendungen wird eine durchaus spannende, wenn auch zunehmend überfrachtete Abenteuergeschichte erzählt, deren drei Haupthelden leider etwas blass bleiben.

Einige Wörter wie „Modul der Zeitkomprimierung“ (S. 86) oder „Deeskalationstechnik“ (S. 319) dürften jüngeren Kindern Probleme bereiten. Empfehlenswert für geübte Leser ab 12 Jahren.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Abenteuer | Zauberei | Fantasie | Kinderheim
Bewertung: +
Rez.:
Juliane Deinert

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Kordon, Klaus: Der einarmige Boxer. Eine Liebesgeschichte. Roman. Weinheim: Beltz & Gelberg 2016. 220 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-82170-6, geb.: 17,95 €

Was tun, wenn man als 17-jährige feststellt, dass man schwanger ist von einem Jungen, den man kaum kennt?

Die 17-jährige Feri verknallt sich im Sommerurlaub, den sie mit ihren Eltern in Bayern verbringt, in den einarmigen, künstlerisch begabten Milan. Sie treffen sich heimlich, denn Feri will nicht, dass sich ihre Eltern einmischen. Am letzten Abend schläft sie ungeschützt mit Milan. Nicht ohne Folgen: Nach den Sommerferien muss Feri ihren Eltern beichten, dass sie schwanger ist. Diese sind nicht begeistert und raten ihr zur Abtreibung. Feri weiß nicht was sie machen soll und fährt verzweifelt zu Milan, der in einem Heim für Jugendliche lebt. Dort angekommen trifft sie ihn mit einem anderen Mädchen und noch verzweifelter fährt sie wieder zurück. Sie flüchtet sich in ihr Elend und vermeidet eine Entscheidung. Doch dank einer guten Freundin und dem verständnisvollen Sozialarbeiter von Milan findet Feri schließlich doch einen Weg.- Ein flott lesbarer Roman zu einem Thema, das leider immer noch aktuell ist.

Eine intensive Geschichte ab 13 J., allerdings wird dieser Titel, bedingt durch das Cover des Buches, persönliche Empfehlungsarbeit benötigen. 

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Abtreibung | Schwangerschaft
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

Wegberg, T.A.: Meine Mutter, sein Exmann und ich. Roman. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2017. 252 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-499-21759-3, kt.: 12,99 €

Joschka hat ein riesiges Problem: Wie soll er damit umgehen, dass seine Mutter sich in einen Mann verwandelt?

Die Eltern der Zwillinge Joschka und Liska sind geschieden. Schlimmer jedoch ist, dass die Mutter sich in einen Mann wandelt und danach Frederik heißt! Liska stellt sich offen der Tatsache. Joschka sperrt sich, weiht selbst alte Freunde nicht ein. Der Umzug zum Vater mit neuer Frau und Söhnchen birgt neue Konflikte. Zögernd, doch endlich findet Joschka in Sebastian, den eine Krankheit zum Außenseiter macht, und in der forschen Emma neue Freunde. Ein Schulprojekt zum Thema Gender rund um (un)typische Geschlechterrollen und -merkmale bringt schließlich alles ins Rollen. – Das Tabu um Geschlechterrollen ist im Jugendbuch längst durchbrochen; der Blick aber auf  Trans- oder Intersexualität und – wie hier Umwandlung und Outen - reicht weiter. Vor der Kulisse jugendlichen Lebens führt der Autor peu à peu ins Thema ein, umspielt es offen, wertfrei, schließlich krimispannend. Er entlässt Joschka am Ende gefestigt und reifer geworden und zeigt, dass ein unverkrampfter Umgang mit fremden Veranlagungen zwar Toleranz verlangt, aber möglich ist.

Ein gut lesbarer Jugendroman, der die Bereitschaft verlangt, sich vorurteilsfrei mit einem menschlich und sozial brisanten Randthema zur Geschlechterrolle auseinanderzusetzen. Ab 14 J.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Gender | Geschlechterbilder | Identität
Bewertung: ++
Rez.:
Heide Germann

Jn Naturwissenschaft, Medizin, Mathematik

Muller, Gerda: Jetzt sind auch die Kirschen reif! Wo kommen all die Früchte her? Dt. von Tatjana Kröll. Frankfurt: Moritz 2017. 37 S. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Franz.ISBN 978-3-89565-335-3, geb.: 14,95 €

Ein Sachbilderbuch, das erste Kenntnisse über unser Obst vermittelt.

Nachdem Kinder in dem Buch „Was wächst denn da?“ (2014) vieles über den Gemüsegarten erfahren konnten, geht es jetzt um unser Obst. Sophie fährt in den Ferien zu Verwandten aufs Land und Cousin Michel zeigt ihr, wie es bei der Ernte verschiedener Früchte zugeht. Die kleinen Geschichten, die zu den Früchten hinleiten sollen, wirken etwas bemüht. Aber neben dem Textblock gibt es in feinster, detailgenauer Zeichenkunst viel zu sehen: Früchte im Ganzen, als Querschnitt, Blüten, den Aufbau einer Blüte, Blätter, Wuchsformen von Sträuchern und Bäumen. Und ganz nebenbei erfahren wir, wie die Kiwi zu ihrem Namen kommt, wie viele Apfelsorten es gibt, warum unter einem Nussbaum nichts wächst. Ein zweiter Teil spielt in der Schule. Kinder zeigen in einer Ausstellung ihre gesammelten  Informationen zu tropischen Früchten. Und zum Schluss gibt es ein Register mit Seitenangaben, einigen Hinweisen und botanischen Namen. Auf den inneren Umschlagseiten können Früchte und Blüten einander zugeordnet werden.                           

Die beeindruckenden Illustrationen schaut man sich gerne an. Anregend für die Arbeit in Vor- und Grundschule.

Signatur: Jm
Schlagworte:
Obst | Natur
Bewertung: ++
Rez.: Heidrun Martini

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Ahava, Selja: Dinge, die vom Himmel fallen. Roman. Dt. von Stefan Moster. Hamburg: mare 2017. 205 S. ; 21 cm. Aus d. Finn.ISBN 978-3-86648-242-5, geb.: 20,00 €

Saara ist 8 Jahre alt, als ihre Mutter durch einen herabstürzenden Eisbrocken stirbt. Eine Geschichte aus Finnland.

Was passiert mit Menschen, wenn ein Schicksalsschlag ihre Welt ins Wanken bringt? Der Frage geht die finnische Autorin in ihrem preisgekrönten Roman nach. Bereits ihr Erstling (Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm, 2014) stieß auf große Resonanz. Mit zarter Feder, ruhig und einfühlsam schreibt Ahava in kurzen Kapiteln. Die achtjährige Saara will nicht vergessen, eindrücklich erzählt sie von ihrer Mutter, von dem sich im Schmerz fast verlierenden Vater und von ihrer Tante, die ihr Wärme und Halt gibt. Doch auch die Tante erlebt einen seltsamen Zufall, der sie durcheinander bringt. Im Briefwechsel mit einem Fischer sucht sie nach Antworten. Abschließend sehen wir die Familie aus Kristas Sicht, der neuen Frau des Vaters. Großartig geschrieben, kann der Roman auch Trost sein, nicht im Schmerz zu verharren, sondern neue Wege ins Leben zu suchen.

Ein wunderbarer, zeitloser, auch märchenhafter Roman, der einen nicht loslässt - auch ein Stück finnische Lebenswelt auf dem Land.

Signatur: SL
Schlagworte:
Trauer | Schicksal | Kind | Familie
Bewertung: +++
Rez.:
Bettina Wolf

Carmiggelt, Simon: Kronkels. Über Katz und Hund. Hg. und dt. von Ulrich Faure u. Frederike Zindler. Zürich: Unionsverl. 2016. 202 S. ; 20 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-293-00508-2, geb.: 18,00 €

Carmiggelts Kronkels-Texte erschienen während Jahrzehnten als tägliche Kolumnen einer niederländischen Zeitung – und wurden zum Tagesgespräch. Hier versammelt: eine Auswahl.

Schräge Charaktere bevorzugt! Simon Carmiggelt (1913 – 1987) war Schriftsteller, aber niederlandeweit am populärsten durch seine Kolumnen (Kronkel) in der Tageszeitung „Het Parool“. Und es gab Stimmen, die behaupteten, dass die Tageszeitung nur das Beiwerk der Kronkels war … Carmiggelt war „weltberühmt“ in Amsterdam und den Niederlanden! Dass sich diese Faszination in der vom Unionsverlag herausgegebenen Auswahl nicht so recht zu übertragen vermag, liegt vielleicht an der Zeitgebundenheit vieler Geschichten – oder schlicht an der Erwartungshaltung, ob all der vielbeschworenen Superlative. Heiter, voller Wortwitz und Situationskomik sind sie – und, laut Verlagstext, beglückend für alle, die gleichermaßen ein Herz für Tier und Mensch haben [und] sich augenzwinkernd im jeweiligen Gegenüber erkennen können. Das stimmt.

Überall, wo heitere Kurzgeschichten über Mensch und Tier gern gelesen werden!

Signatur: SL
Schlagworte:
Tier | Kurzgeschichten | Vorlesen
Bewertung: ++
Rez.:
Jana Heinig

Castillo, Linda: Grausame Nacht. Thriller. Dt. von Helga Augustin. Frankfurt: Fischer 2016. 397 S. ; 19 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-596-03263-1, kt.: 9,99 €

In ihrem siebten Fall klärt Polizeichefin Kate Burkholder auf, wer hinter einem grausamen Mord steckt, der 30 Jahre zurückliegt.

Ein Tornado verwüstet innerhalb kürzester Zeit einen ganzen Landstrich im ländlichen US-Bundesstaat Ohio. Durch das Unwetter kommen Gebeine an die Oberfläche, die 30 Jahre gut versteckt waren. Polizeichefin Kate Burkholder und ihr Partner Tomasetti erfahren, dass es sich um einen jungen Mann handelte, der von Schweinen angefressen wurde. Die Aufklärung ist nicht leicht, denn die religiöse Gemeinschaft der Amischen und andere orthodoxe Glaubensbrüder aus der Gegend haben ihre Geheimnisse. Trotz mehrerer Anschläge auf ihr eigenes Leben und trotz privater Turbulenzen gelingt der sympathischen Kriminalistin – eine frühere Amische – dieses und weitere Verbrechen aus dem Umkreis aufzuklären. Dem Leser stockt manches Mal der Atem beim Einsatz von Kate. Aber das Buch bietet außer Spannung noch mehr: Der Leser bekommt Einblick in die Lebensweise der Amischen (incl. Zitate in Pennsylvania-Deutsch) und lernt die sympathische Ich-Erzählerin immer mehr zu mögen. Eine nachdrückliche Leseempfehlung.

Fans guter Thriller und „Quereinsteiger“, also solche, die die vorausgegangenen sechs Bände der Kate-Burkholder-Reihe noch nicht kennen, werden auch dieses Buch hochspannend finden.

Signatur: SL
Schlagworte:
Rache | Amische | Religiöser Fanatismus
Bewertung: +++
Rez.:
Martina Mattes

B Biografien, Briefe, Tagebücher

Barton, Julie: Doktor Hund. Wie mein bester Freund mich aus der Depression befreite. Dt. von Elisabeth Liebl. München: Knaur 2017. 271 S. ; 21 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-426-21417-6, kt.: 16,99 €

Verzweifelt sucht Julie einen Ausweg aus ihrer Depression. Da nimmt sie den Golden-Retriever-Welpen Bunker bei sich auf.

Julie will nach dem Studium weg von Zuhause und zieht nach New York, wo sie auch arbeitet. Als ihr Freund sich trennt, gerät sie in eine schwere Krise. Sie denkt an Selbstmord, verliert das Vertrauen ins Leben und bricht zusammen. Da holt die Mutter sie nach Hause. Julie vegetiert vor sich hin, verlässt kaum das Bett und geht überhaupt nicht mehr unter Leute. Eines Tages beschließt sie, einen Welpen aufzunehmen, der nur ihr gehört und für den sie die ganze Verantwortung übernehmen will. So tritt Bunker in ihr Leben und rettet sie aus der schweren Depression. Mit ihm lernt sie wieder zu leben und sich für ihn stark zu machen, denn mit nicht mal einem Jahr erkrankt der Hund schwer und braucht dringend zwei Operationen. Gemeinsam stehen sie die schwere Zeit durch und geben sich gegenseitig Halt. - Julie beschreibt auf eine offene und ehrliche Weise wie sie das Leben doch noch meistern konnte und wie Bunker ihr Mut und Hoffnung gegeben hat.

Gut geeignet für Leserinnen und Leser, die Interesse an persönlichen Schicksalen und Berichten haben.

Signatur: Bb
Schlagworte: Depression | Haustier
Bewertung: ++
Rez.: Christine Schwendener