Newsletter „Bücherei" 05/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Der Urlaub naht in Riesenschritten - Zeit sich so langsam mit Ferienlektüre einzudecken. In unserem Bücherei-Newsletter gibt es wieder eine bunte Auswahl. Auch ein erstes Fußballbuch zur Vorbereitung auf die nahende WM lässt sich finden.

Viel Freude beim Stöbern wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
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Jm 1 Bilderbücher

Costa, Marta: Hoppla, was ist das? Dt. von Bernd Penners. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-473-43649-1, geb.: 7,99 €

Eine Pinguinfamilie findet etwas Seltsames, kann es jedoch sehr gut gebrauchen.

Bertas kleine Pinguinfamilie lebt in Grönland und begegnet eines Tages auf der Eisfläche einem rätselhaften grünen Fundstück. Man nähert sich ihm zunächst vorsichtig, um dann von ihm Besitz zu ergreifen und ihm die verschiedensten Funktionen zuzuweisen, z. B. als Badewanne, Stuhl, Boot, Versteck, Transportmittel, Kopfbedeckung und schließlich als Nest für die drei Pinguinküken. - Das Pappbilderbuch für sehr junge Bücherfreund*innen (abgerundete Buchecken, stabile Ausführung) lässt die Neugier und Fantasie der Pinguinfamilie miterleben, wobei es durch Pinguinmutter Bertas Fragen und Erklärungsversuche auf jeder Seite neue Einzelheiten zu entdecken gibt. Berta ist sich lange unschlüssig, um welchen Gegenstand es sich handelt, während die kleinen Betrachter längst wissen: Es ist ein Hut, der der Pinguinfamilie Rätsel aufgibt. Die farbliche Gestaltung des Hintergrunds deutet unterschiedliche Tages- und Nachtzeiten an. Der Begleittext ist altersgemäß leicht verständlich und regt zum Lachen an.

Empfohlen zum Vorlesen und Anschauen für Kleinkinder in Familie und Kita ab 2 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tiere | Fantasie | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Margot Rickers

Her mit den Gefahren! Alexandre Chardin. Ill. von Mylène Rigaudie. Dt-. von Steffen Sommerlad. Münster: Bohem Press 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-95939-046-0, geb.: 14,95 €

Hasenkind Anouk ist mutig: sie macht sich auf, um allen Schurken im Wald die Stirn zu bieten. Wird ihr das gelingen?

Mit Schrecken stellt Hasenmama fest, dass Tochter Anouk verschwunden ist. Anouk hat eine Nachricht hinterlassen: „Ich hab gehört von Kreaturen, im Wald, in Tälern und auf Burgen, bereit, die Hasenohr’n zu kürzen, um sie zu braten und zu würzen. Ich werde dieser Schurkenschar die Zähne zieh’n - soviel ist klar!“ Bruder Filou macht sich mutig auf den Weg, seine Schwester zu suchen. Im Wald findet er nicht nur das Frettchen, dem Anouk die Ohren lang gezogen hat, sondern auch den Wolf, mit Bisswunden in Fell, Bein und Knie. Auch dem bösen Zauberer hat Anouk das Handwerk gelegt. Ein gereimtes Bilderbuch über Mut, Übermut, Selbstvertrauen und den Zusammenhalt in der Familie, inspiriert von Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“. Die klaren, detailreichen und farbkräftigen Illustrationen bergen viel Entdeckerpotential und sprechen Kleinkinder an. Allerdings ist der Text für die Zielgruppe eher schwierig und klingt, übersetzt aus dem Französischen, an manchen Stellen holprig.

Empfohlen für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Mut | Gefahr | starke Mädchen
Bewertung: ++
Rez.: Susanna Hocher

Hullmann, Katharina: Das Monster-ABC. Oldenburg: Lappan 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8303-1283-3, geb.: 12,99 €

In 26 lustigen, bunt illustrierten Monstergeschichten wird dem zuhörenden Kind das Alphabet näher gebracht.

Kleine Monster führen die Betrachter durch das Alphabet. Albert und Alfred sind auf Abenteuer-Reise. Doris Diebitz, die durchtriebene Diebin, muss sich vor dem Detektiv Dirk in Acht nehmen, der ihr auf der Spur ist. Tante Tilda tobt auf ihrem Trampolin. Jedes Buchstaben-Monster erzählt von seinem Leben in seinem Buchstabenland. Die Geschichten bestehen aus Worten, die zum Großteil den gleichen Anfangsbuchstaben haben. Der Wurm Willi versteckt sich auf jedem Bild und verrenkt sich, um den passenden kleinen Buchstaben zu formen. Diese Buchstaben sind oft nicht ganz eindeutig zu erkennen. Die Monster sind nicht zum Fürchten, sondern lustig und witzig. Jede Seite ist sehr bunt mit vielen Details illustriert. Nicht ganz überzeugt hat mich das Monster Xobbi. Weil es so wenige Wörter mit „X“ gibt, erfindet er welche, z. B. „Xotteltoffel“, das sind löchrige Pantoffeln. Meiner Meinung nach sind solche Wortschöpfungen nicht hilfreich, um das Alphabet zu lernen und den Wortschatz zu erweitern.

Geeignet für Vorschulkinder und erste Klasse, ergänzend  zur Geschichte gibt es Ausmalbilder und Sprachspiele auf der Internetseite der Sprachmonster.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Alphabet | Monster
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

Ratzfatz. Vom Zappeln, Wuseln, Wetzen und Flitzen. Maria Hageneder. Ill. von Karoline Neubauer. Innsbruck: Tyrolia 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. ISBN 978-3-7022-3639-7, geb.: 14,95 €

Bei dem kleinen Wiesel Ratzfatz ist der Name Programm, denn ständig ist es am Laufen, Wuseln, Sausen, Düsen und Flitzen.  
 
Als kleines Wiesel ist Ratzfatz von Natur aus ein flinkes Tier. Doch Ratzfatz ist nicht einfach nur schnell, sondern er ist von früh bis spät auf den Beinen und flitzt und wuselt und springt pausenlos nur so herum. Am liebsten spielt er mit seinen Freunden Verstecken, aber selbst da fällt es ihm schwer nur eine Weile stillzuhalten, um nicht gleich gefunden zu werden. Papa Wiesel geht deshalb oft und ausdauernd mit Ratzfatz zum Schwimmen und auch die Füchsin, die er einmal in der Woche besucht, weiß genau, was dem zwar anstrengenden, aber äußerst liebenswerten Kerlchen guttut, damit er auch mal in Ruhe Kuschelzeiten mit der Familie genießen kann.
M. Hageneder gelingt es hier mit dem quirligen Wiesel und den von K. Neubauer in ihrer bekannten Collagetechnik und in kräftigen Farben gestalteten Illustrationen, in denen Ratzfatz mit all seiner Energie nur so herumwirbelt, ohne belehrenden Zeigefinger sehr einfühlsam und immer positiv an das Thema „Hyperaktivität“ heranzuführen.   
                
Ein in der Heil- und Sonderpädagogik therapeutisch einsetzbares Bilderbuch, das auch in jeder Kindertagesstätte seinen Platz haben sollte.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Hyperaktivität
Bewertung: +++
Rez.:
Brigitte Heimerl

Torudd, Cecilia: Heute holt mich Oma ab. Dt. von Monika Osberghaus. Leipzig: Klett Kinderbuch 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. (Enkelkinderbücher). Aus d. Schwed. ISBN 978-3-95470-165-0, geb.: 10,00 €

Oskar ist stinksauer, denn ein anderer drückt den Knopf der Bahn. Kann ihn seine verzweifelte Oma noch beruhigen?

Heute holt Oma Oskar vom Kindergarten ab und beide fahren gemeinsam mit der Stadtbahn nach Hause. Beim Aussteigen möchte er unbedingt auf den Knopf der Tür drücken, doch ein anderer Fahrgast kommt ihm zuvor. Das macht ihn so wütend, dass er sich weigert aus der Bahn zu steigen und Oma ihn anschließend mit aller Kraft daran hindern muss, wieder in die Bahn einzusteigen. Oma ist völlig fertig und schimpft, doch das versteht Oskar nicht! Nicht er ist schuld, dass er so sauer ist, sondern der Mann! - Eine Oma-Enkel-Geschichte, die für beide Seiten sehr erkennbar ist. Eine ganz normale heutige Durchschnittsoma holt ihren Enkel ab, der durch irgendetwas Blödes bockig wird und seine Oma damit zur Verzweiflung bringt. Welches Kind kennt das nicht? Und auch Omas dürfte so eine Situation bekannt vorkommen. Ein Buch aus der neuen Reihe „Enkelkinderbücher“, mit Bildern in plakativen Farben und aufs Wesentliche reduziert, sowie kurzen Texten, die teils als Sprechblasen gestaltet sind.

Ein realitätsnahes Bilderbuch um Oskar und seine Großeltern, das in Büchereien und KiTas aber sicher auch gut in Seniorengruppen eingesetzt werden kann.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Großeltern | Enkel | Alltag
Bewertung: ++
Rez.:
Helena Schäuble

Velthuijs, Max: Der Junge und der Fisch. 12., überarb. Aufl. Zürich: Nord-Süd Verl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-314-10416-9, geb.: 15,00 €

Bilderbuchklassiker - Freundschaftsgeschichte von einem Jungen und einem Fisch.

"Das kenne ich doch!" wird vielen durch den Kopf gehen, wenn sie das Bilderbuch mit seinen klaren, fröhlichen Bildern in der Hand halten. Der 2005 in hohem Alter verstorbene Bilderbuchkünstler Max Velthuijs hat viele Generationen von Kindern mit seinen Büchern begleitet. Das vorliegende Bilderbuch ist in der 12. Auflage erschienen, und immer noch ist die klare, freundliche Geschichte aktuell und ansprechend. Kindlich märchenhaft erzählt der Autor von einem Jungen, der einen Fisch fangen will. Nicht etwa, um ihn aufzuessen, sondern, um einen Freund zu haben. „Er soll leben und glücklich sein!" Dass das in einer Badewanne nicht klappen kann, trotz aller Fürsorge und Liebe, muss der kleine Junge schmerzlich erfahren. So schenkt er ihm die Freiheit und bringt ihn als wahrer Freund in den See zurück. Die Bilder laden zum Erzählen ein und darüber, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ihre strahlenden, klaren Farben werden schon kleine Kinder faszinieren.

Mit einfachen, farbenfrohen Bildern erzählte Geschichte über Freundschaft, für Kinder ab drei Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.:
Regina Riepe

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Pressler, Mirjam: Ich bin´s, Kitty. Aus dem Leben einer Katze. Roman. Ill. von Rotraut Susanne Berner. Weinheim: Beltz & Gelberg 2018. 205 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-82357-1, geb.: 14,95 €

Eine Katzengeschichte über Menschlichkeit, Liebe, Toleranz und Offenheit gegenüber Fremden.

Das verlassene kleine Kätzchen Kitty wird von Emma, einer alten Dame, aufgenommen. In ihrem neuen Zuhause wird sie verwöhnt und geliebt. Als Emma in ein Pflegeheim kommt, wird aus Kitty notgedrungen eine Streunerkatze. Sie hat jedoch Freunde und fühlt sich nach Anfangsschwierigkeiten recht wohl. Ganz besonders liebt sie den alten Kater Bruno. Er, der Philosoph unter den Katzen, kümmert sich um sie und stärkt ihr Selbstvertrauen. Mit ihm philosophiert sie über das Leben. Er ist es auch, der sich für die fremden Katzen einsetzt, die aus einem Bürgerkriegsland kommen und eine neue Heimat suchen. Als der Winter kommt und Kitty merkt, dass sie trächtig ist, sucht sie ein sicheres Zuhause für ihre Jungen. Nach einigen Fehlschlägen findet sie tatsächlich eine neue Familie. Für meinen Geschmack merkt man hinter der Episode mit den Katzen aus dem Bürgerkriegsland, zu sehr den pädagogischen Zeigefinger.

Geeignet zum Vorlesen; für Kinder, die ruhige Geschichten ohne allzu aufregende Abenteuer mögen; Vorschulkinder; Grundschulkinder.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Katzen | Toleranz | Offenheit | Liebe
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche

Freund, Wieland: Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts. Roman. Weinheim: Beltz & Gelberg 2018. 513 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-82358-8, geb.: 17,95 €

Jonas gelangt durch einen Schrank in eine Parallelwelt in der Gut gegen Böse kämpft.

Bis zu seinem 12. Lebensjahr Jonas wächst glücklich bei seinen Pflegeeltern auf. Von seiner Herkunft weiß er nichts. Sein Leben ändert sich, als er das Herrenhaus Wunderlich erbt und dort einziehen muss. Der stumme Diener  Ruben kümmert sich um ihn und macht ihm klar, dass er niemand sagen darf, dass er 12 Jahre alt ist. Vor einem Anschlag auf sein Leben flüchten er und Ruben in einen Schrank. Zu Jonas Erstaunen gelangen sie durch den Schrank in das geheimnisvollen Land Kanaria. Hier trifft er nicht nur auf seltsame Menschen und Fabelwesen, er findet  auch Freunde, mit denen er viele Abenteuer besteht. Spät merkt er, welche Macht er besitzt und was es mit der Prophezeiung auf sich hat, dass ein Zwölfjähriger die herzlose Kaiserin stürzen wird. Ein spannender, gut erzählter Fantasyroman, der bereits 2007 erstmals erschienen ist. Der Held besiegt nicht nur seine eigenen Ängste, mit Hilfe seiner Freunde bezwingt er auch das Böse. Die Handlung beginnt gemächlich und wird immer spannender.

Schon für jüngere Fantasy-Fans geeignet; Zum Vorlesen für ältere Kinder bei Lesenächten.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Fantasy
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

Vandermeer, Jeff: Borne. Roman. Dt. von Michael Kellner. München: Antje Kunstmann 2017. 363 S. ; 22 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-95614-197-3, geb.: 22,00 €

Eine verstörende Dystopie, die gekonnt eine postapokalyptische Szenerie heraufbeschwört.

In einer nicht benannten Stadt in naher Zukunft: Der Klimawandel und diverse Kriege haben die namenlose Stadt fast vollständig zerstört. In den Ruinen wohnen Mutantenkinder und außerirdisch anmutende Lebensformen, die aus biotechnischem Abfall entstanden sind. Ein fliegender Bär namens Mord verbreitet Angst und Schrecken unter der verbliebenen Bevölkerung. Auch die junge Rachel kämpft ums nackte Überleben. Auf ihrer Nahrungssuche findet sie eine violette Lebensform, die sie von Anfang an fasziniert. Dabei handelt es um einen äußerst intelligenten Formenwandler, der andere Wesen frisst, und das Mädchen gegen ihren besten Freund auszuspielen versucht. - Der für düstere Dystopien bekannte Vandermeer hat einen Roman hervorgebracht, der durch die vielen unerzählten Leerstellen ein unschönes Kopfkino beim Leser ablaufen lässt. Neben existentiellen werden  auch philosophisch anmutende Fragestellungen wie  „Was macht das Monster zum Monster?" behandelt, die zum Nachdenken anregen.

Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven! Trostlos, düster, hoffnungslos ist „Borne" geschrieben. Aber Dystopie-Liebhaber*innen im höheren Jugendalter kommen auf ihre Kosten.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Dystopie | Apokalypse | Überlebenskampf | Biotechnik
Bewertung: ++
Rez.:
Inger Lison

 

Jn Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik

Dino-Parade von A bis Z. Dustin Growick. Gestaltung: Lucy Sims u.a. Dt. von Michael Kokoschka. München: Dorling Kindersley 2018. 143 S. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3474-1, geb.: 16,95 €

Über 100 Dinosaurier verraten in ihren Steckbriefen, woher ihr Name kommt, wie sie aussehen und wann sie gelebt haben.

Für alle Dino-Fans ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Über 100 Dinosaurier werden in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Durch die maßstabsgetreuen Abbildungen benötigen manche Dinosaurier vier Buchseiten, um in voller Länge oder Größe abgebildet zu werden. Irritierend kann dabei sein, dass z. B. von den Sauropoden auf jeder Seite nur ein Teil zu sehen ist und nie der ganze Sauroposeidon. Zum Größenvergleich gibt es auf jeder Seite einen Schattenriss eines Menschen oder eines bekannten Tieres. Neben den Steckbriefen findet man Interessantes aus der Dinosaurier-Forschung, über die Lebensräume, die Eier und Nester und über das Aussterben der Giganten. Auf den Unterschied zwischen Sauriern und Dinosaurier wird ebenso eingegangen wie auf die „Dinosaurier heute“, die Vögel. Urzeittiere, die keine Dinosaurier sind, haben einen Stempel „Kein Dinosaurier“. Das Buch ist auf dem wissenschaftlich neusten Stand und sehr ansprechend gestaltet. Eine Glossar rundet das Buch ab.

Für Dino-Fans ab 6 Jahren zum Anschauen; als Nachschlagewerk und wegen des neusten wissenschaftlichen Standes auch für ältere Kinder empfohlen.

Signatur: Jn
Schlagworte: Dinosaurier
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik - Belletristik

Benedict, Marie: Frau Einstein. Roman. Dt. von Marieke Heimburger. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2018. 363 S. ; 21 cm. Aus d. amerikan. Engl. ISBN 978-3-462-04981-7, geb.: 20,00 €

Roman über den gescheiterten Versuch, sich als Frau in der Welt der Wissenschaftler zu emanzipieren.

Mileva Marić wurde 1902 in Serbien geboren. Ihre Eltern waren wohlhabend und ermöglichten ihr ein Studium in Zürich. Sie war eine der ersten Frauen, die am Polytechnikum studierten. Dort lernte sie Albert Einstein kennen und verliebte sich in ihn. Ihre Karriere wurde abrupt unterbrochen, als sie ein uneheliches Kind bekam. Später heirateten Einstein und sie. Während Einstein sich voll auf seine Forschung konzentrierte, sorgte sie für das tägliche Auskommen der Familie. Im Mittelpunkt des Romans steht der große geistige Anteil Milevas an der Forschung Einsteins und an der Relativitätstheorie. Entgegen seiner Zusicherungen lässt er bei gemeinsamen Arbeiten ihren Namen als Mitautorin immer wieder weg. Inwieweit Mileva einen Anteil an Einsteins Arbeiten hatte, ist bis heute umstritten. Sicher ist, dass sie eine ausgezeichnete Mathematikerin und kompetente Zuhörerin war, mit der Fähigkeit, Sachverhalte zu hinterfragen. Man sollte das Buch als Roman und nicht als gesicherte Biographie lesen.

Für Leserinnen mit besonderem Interesse für Frauenschicksale; Literaturkreis.

Signatur: SL
Schlagworte:
Frau | Ehe | Mathematik
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

D´Andrea, Luca: Das Böse, es bleibt. Thriller. Dt. von Susanne Van Volxen u. Matthias Olaf Roth. München: Dt. Verl.-Anst. 2018. 432 S. ; 22 cm. Aus d. Ital. ISBN 978-3-421-04806-6, kt.: 15,00 €

Eine junge Frau findet Zuflucht vor ihrem Ehemann auf einem einsamen Berghof in den Südtiroler Dolomiten, setzt sich dort allerdings weiteren Gefahren aus.

Marlene gerät auf der Flucht vor ihrem skrupellosen, kriminellen Ehemann in einen Schneesturm und verunglückt. Ihr Retter Simon Keller entpuppt sich als verschrobener aber nicht unsympathischer Alter, der auf einem abgelegenen Erbhof in den Südtiroler Dolomiten lebt. Ihr Ehemann setzt einen gewissenloser Killer auf sie an. Auf der Suche nach ihr, deckt dieser nach und nach auf, was sie vor ihrem Ehemann verbirgt - und er kommt ihr immer näher. Doch auch Simon Keller verbirgt eine düstere Vergangenheit und schlimme Taten, und je länger Marlene bei ihm bleibt, umso größer wird die Gefahr, in der sie schwebt. Nach seinem wunderbar konzipierten Debut „Der Tod so kalt“, legt d’Andrea hier einen Thriller vor, der durchaus Spannung hat, dessen unheilschwangere Sprache aber nerven kann, und dessen Ansammlung soziopathischer Bösewichte übertrieben und sehr konstruiert wirkt. Auch bleibt die wilde Tiroler Bergwelt hier in der Handlung merkwürdig blass. Dafür spielen sich einige Szenen in einem gruseligen Schweinestall ab.

Geeignet für Büchereien mit einem großen Bedarf an Spannungsliteratur.

Signatur: SL
Schlagworte: Thriller | Südtirol | Dolomiten | Bozen
Bewertung: +
Rez.:
Sabine Klohn

Heise, Volker: Außer Kontrolle. Roman. Berlin: Rowohlt Berlin 2017. 238 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7371-0023-6, geb.: 20,00 €

Ein tragisches Verbrechen aus Liebe verändert das Leben für ein paar Berliner für immer.

Eine Nacht in Berlin, ein Verbrechen aus Liebe: Versager Jan ist einsam und unbeliebt. Als er die schöne Nadine kennen lernt, setzt er alles auf eine Karte: Er kauft gravierte Verlobungsringe, reserviert im Edelrestaurant „Paris“ einen Tisch, hat den Antrag im Kopf. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Der finanziell ruinierte und aggressive Restaurantbesitzer will nach einem Missgeschick von Jan nur Bargeld, welches Jan erst besorgen muss. Ein alternder Macho-Polizist soll in dieser Nacht seinen jungen und unerfahrenen Kollegen einarbeiten und interpretiert Jans hastige Schritte in die Bank falsch. Jan, der nur zurück zu Nadine will, wird verhaftet und ist völlig überfordert. Er verliert die Nerven, mit tragischen Folgen. In nur einer Nacht wird aus gewöhnlichen Menschen und ein paar Zufällen ein Strudel der Gewalt, dem keiner entkommen kann. Spannend und flüssig aus den Perspektiven aller beteiligter Figuren geschrieben.

Unterhaltsamer, lesenswerter Großstadtroman für Krimifans, die sich dafür interessieren, wie weit Menschen gehen können.

Signatur: SL
Schlagworte:
Großstadt | Verbrechen | Liebe | Schicksal
Bewertung: ++
Rez.:
Rebecca Noppmann

Missfeldt, Jochen: Solsbüll. Roman. Mit einem Nachwort von Krisstof Wachinger. Überarb. Neuausg. Reinbek: Rowohlt 2017. 473 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-498-04539-5, geb.: 22,95 €

Familienchronik, die drei Generationen umfasst und im letzten Jahrhundert angesiedelt ist.

Gustav Haase trägt denselben Namen wie sein Vater und sein Großvater, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg umkamen. Der dritte Gustav selbst kommt 1941 zur Welt und wächst bei Großmutter Anne und Tante Gret auf, beides Hebammen. Die Frauen spüren die Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg, stehen den Verheißungen des Nationalsozialismus eher neutral gegenüber und erleben dessen furchtbare Zeit und das Ende. Das Aufwachen bei den Frauen, für die jedes neue Leben kostbar ist, erweist sich für Gustav als stabiles Element, das ihn durch seine Kindheit trägt. Der Junge spürt als stiller Beobachter Falschheit und Opportunismus genauso wie Herzensgröße und Mut, was sein Erwachsenwerden begleitet. - Der Roman kam bereits 1989 heraus, ging aber im Trubel des Mauerfalls unter. Der überarbeiteten Neuauflage ist ein großes Leserpublikum zu wünschen, denn dem Autor ist eine feinsinnige Chronik gelungen. 

Für Büchereien mit interessierter Leserschaft, die sich gerne mit den großen Themen des Lebens beschäftigen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krieg | Familie | Heranwachsen
Bewertung: +++
Rez.: Margarete Barth-Specht

C Christlicher Glaube, Religionen, religiöse Weltanschauungen

Kagge, Erling: Stille - Ein Wegweiser. Dt. von Ulrich Sonnenberg. Berlin: Insel 2017. 143 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Norw.ISBN 978-3-458-17724-1, geb.: 14,00 €

Als norwegischer Extremsportler darf man sich auch über Stille äußern. Und das ist sogar ganz inspirierend.

Die Abwesenheit von Stille, die Anwesenheit von Lärm, die Menge der Ablenkung, der Stress der Erreichbarkeit, die permanente Beschallung und das Licht der Smartphones und Tablets - wie alle kennen die beängstigenden Entwicklungen und sind doch Teil des Ganzen und ebenso abhängig wie die, über die wir reden. Erling Kagge ist allein auf Skier an den Südpol gefahren. Er weiß, was Stille ist. Aber er lässt es nicht bei den Beispielen, die nur noch die anderen Messners erleben und erreichen können, sondern er wagt die Reise zur Stille in aller Banalität auch unseres Alltags. Es geht um die Entdeckung, sie zu vermissen. Es geht um die einfachen Schritte, sie zu suchen und zu finden. Dazu taugt der Arbeitsweg, den man am besten zu Fuß zurück legt, ebenso, wie ein Spaziergang durch den Park oder ein stilles Sitzen zu Hause. Die technischen Verführer sind weit weg. Die Ablenkung fällt allmählich von uns ab. Mitten im Lärm kann es still sein. Das Büchlein lädt zu einer Revolte ein. Das ist gut.

Mehr Stille im Gottesdienst wagen, mit anderen schweigen.

Signatur: Cz
Schlagworte:
Stille | Wild | Natur | Einkehr
Bewertung: +
Rez.: Christiane Thiel

Schwab, Christian: Oh mein Gott. 5 Weltreligionen in 5 Monaten: ein Selbstversuch. Wien: edition a 2017. 253 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-990012-31-4, geb.: 21,90 €

Der Kabarettist Christian Schwab probiert fünf Weltreligionen je einen Monat aus und beschreibt seine Erfahrungen.

Religion ist keine Waschmaschine, die man testet und einen Testbericht schreibt. So ein Selbstversuch ist problematisch: Muslim, Hinduist, Christ... kann Schwab nicht werden. Also lebt er je einen Monat ganz nach den Bräuchen und Regeln der fünf Religionen. Er schaut auf die Folgen und vergleicht vorher und nachher. Für das Judentum sind koschere Speisen und Sabbat beeindruckend, aber es bleibt eine Fremdheitserfahrung. Buddhismus erlebt er als Übungskultur, in der Ursache und Wirkung nicht alle Probleme lösen können. Der Hinduismus mit vielen Göttern, Gurus und Strömungen ist schwer nachvollziehbar. Das Christentum ist für den konfessionslosen Schwab ein Heimspiel. Ramadan und Freitagsgebet sind die durchlebten Regeln des Islam. Was ist der Sinn des Lebens? „So viele schöne Lebensstunden wie möglich zu sammeln". Damit bleibt das Projekt letztlich ein wenig blaß. 

Eine leichte Einführung für die, die sich den Weltreligionen annähern wollen. 

Signatur: Cl
Schlagworte:
Weltreligionen
Bewertung: +
Rez.: Martin Schulz

N Naturwissenschaft, Medizin, Mathematik

Müller-Wohlfahrt, Hans-Wilhelm: Mit den Händen sehen. Mein Leben und meine Medizin. Hg. von Friedrich-Karl Sandmann. Unter Mitarbeit von Elisabeth Sandmann und Jakob Strobel y Serra. Berlin: Insel 2018. 319 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-458-17736-4, geb.: 22,95 €

Autobiographie des bekannten Sportmediziners.

Wer kennt ihn nicht, den niedergelassenen Orthopäden und Mannschaftsarzt von Bayern München und der Fußball-Nationalmannschaft? Das erste von ausreichend vielen Fotos in dem mit professioneller Unterstützung geschriebenen Lebensrückblick zeigt ihn in der für ihn typischen Situation seines Berufs beim Sprint zu einem verletzten Spieler. Bestimmt wird er in kürzester Zeit eine Diagnose gestellt und eine Therapie entwickelt haben. Dabei verlässt er sich besonders auf  das Abtasten. Er ist kein Wunderheiler, seine Urteile beruhen vielmehr auf Erfahrung und Fortbildung. Er genießt hohe Anerkennung, die er sich hart erarbeitet hat. Aus einem ostfriesischen Pfarrhaushalt stammend, konnte der gläubige Christ aber wegen nicht genügend guter Noten erst durch eine Sonderzulassung Medizin studieren. Mittlerweile ist er von Patienten aus aller Welt als Experte gefragt, oft auch extrem kurzfristig am Ort des Wettkampfs. Statements von Weggefährten lockern den gut lesbaren Text auf.

Wird durch die Abdeckung der Themenfelder Sport und Medizin und den Promi-Faktor viele unterschiedliche Leserinnen und Leser interessieren. 

Signatur: Nm
Schlagworte:
Sport | Medizin | Fußball
Bewertung: +++
Rez.: Tobias Behnen

Oftring, Bärbel: Bist du noch zu retten? Pflanzenkrankheiten und schädliche Insekten erkennen und das Richtige tun. Stuttgart: Kosmos 2018. 142 S. : Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-440-15968-2, kt.: 16,99 €

Dieser Ratgeber klärt mit vielen Bildern und Beispielen über Schädlinge und Krankheiten in der Pflanzenwelt auf.

Wer einen Garten hat, kennt das: Immer wieder entdeckt man Blätter und Blüten, die ungewöhnlich aussehen, welken oder braun werden. Bärbel Oftring erklärt in ihrem Buch anhand vieler Fotos, welche Krankheiten und Schädlinge im Garten ein Problem darstellen und was sich dagegen tun lässt. Ihre Tipps sind dabei sehr naturnah und die Gestaltung des Buches mit vielen Symbolen schafft schnell einen guten Überblick.

Ein inspirierendes Buch, das dabei hilft, abzuwägen, wann ein Eingreifen in die Natur sinnvoll und nötig ist und wann Schädlinge nützlich sind.

Signatur: Ng 2
Schlagworte:
Garten | Schädlinge | Pflanzenkrankheiten
Bewertung: +++
Rez.: Andrea Schmidt

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Behnisch, Ilja: Schick mich, ich bin schnell. Die besten Anekdoten aus dem Amateurfußball. Göttingen: Verl. Die Werkstatt 2017. 160 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7307-0351-9, kt.: 12,90 €

Sammlung von kurzen Glossen über kuriose Ereignisse in unteren Fußballligen.

Der Autor, Redakteur der von eingefleischten Fußballfans hochgeschätzten Monatszeitschrift "11 Freunde", hat über 130 Geschichten aus dem deutschen Amateurfußball zusammengetragen. In pointiert-amüsanter Sprache werden diese präsentiert. Die Fehler und Äußerungen von Spielern werden in weiteren Kapiteln um jene anderer Akteursgruppen (Trainer, Schiedsrichter oder Vereinsvorstand) ergänzt. Typische Beispielvorfälle (inkl. Reaktionen der handelnden Personen und Presse-Stilblüten) sind: Traktor auf dem Spielfeld, drei Eigentore in einem Spiel, Spieler, die alkoholisiert sind, während des Spiels Leben retten oder ihren Hund suchen sowie viel zu früh oder zu spät abgepfiffene Spiele. - Das Layout ist allzu schlicht. Es gibt keine Illustrationen und viele unbedruckte Seitenabschnitte. Mindestens teilweise stellt das Buch eine Zweitverwertung von Texten der auch im Internet dauerhaft verfügbaren "11 Freunde"-Serie "Helden der Unterklasse" dar.

Bei größerem Bedarf an unterhaltenden Fußballbüchern.

Signatur: Rb
Schlagworte: Fußball
Bewertung: +
Rez.: Tobias Behnen