Newsletter „Bücherei" 05/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Aufgrund mehr oder weniger widriger Umstände erhalten Sie im Mai eine reine Kinderbuch-Ausgabe des Newsletters. Eine erste Einstimmung auf die Urlaubszeit gibt das Pappbilderbuch „Mein erster Besuch am Meer“. Des Weiteren geht es um Zahnarztbesuche, Ausflüge in den Wald, römische Geschichte, hilfsbereite Hundeherren und unwillige Tierbesitzer. 

Den Juni-Newsletter gibt es dann wieder im gewohnten Umfang.

Gute (Vor-)Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
► Literaturtipps unter www.eliport.de
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► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
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Jm 1 Bilderbücher

Bernstein, Galia: Große Tatzen, kleine Tatzen. Dt. von Uwe-Michael Gutzschhahn. München: cbj 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-570-17580-4, geb.: 13,00 €

„Ich bin eine Katze. Genau wie ihr!“ behauptet Simon. Davon muss der kleine Kater die großen Katzen jedoch erst einmal überzeugen!

Simon ist sich seiner Sache sicher: Er ist eine Katze, genau wie der Löwe, Gepard, Puma, Panther und der Tiger. Über mehrere Doppelseiten, bei denen sich wenig, jedoch wirkungsvoller Text und große, ansprechende Zeichnungen perfekt ergänzen, erklären die Großkatzen warum Simon keiner von ihnen sein kann. Sie zählen auf, was sie als Katzen ausmacht und dass er keine dieser Eigenschaften erfüllt. Die Kinder lernen so nebenbei die Eigenschaften der Großkatzen kennen. Das verwirrt den kleinen Kater, denn die Großen Katzen ähneln sich auch nicht. Simon fragt sich zu Recht, wie sie alle Katzen sein können aber er nicht. Daraufhin zeigen die Großkatzen, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben. Simon sagt selbstbewusst: „Das hab ich alles auch … nur kleiner.“ Nach genauerem Hinschauen sind sich alle Großkatzen einig: Simon gehört zur Familie! Ein besonderes Vorlesebuch mit der Botschaft „wir können alle anders sein und gehören trotzdem zusammen.“ Die ausdrucksstarken, realistischen Zeichnungen lassen Raum für Fantasie und regen zum Erzählen an.

Ein wundervolles Vorlesebuch zum Thema Toleranz und Akzeptanz für Kinder ab 4 oder als reines Bilderbuch für die jüngeren, welches zum Erzählen anregt und Groß und Klein begeistert.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Toleranz | Akzeptanz | Anders sein | Zugehörigkeit
Bewertung: +++
Rez.: Marei Kolb

Der etwas nervige Elefant. David Walliams. Ill. von Tony Ross. Dt. von Bettina Münch. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-499-21845-3, geb.: 12,95 €

Der unvermutete Besuch seines „Patenkindes" bringt Sam in große Schwierigkeiten.

Eines Tages steht ein blauer Elefant vor Sams Tür, der erklärt, dass Sam ihn mit dem Unterschreiben einer Patenschaft adoptiert hat. Der Elefant bringt Sams Leben gehörig durcheinander. Er verwüstet das Badezimmer, frisst den Kühlschrank leer, zertrümmert die Möbel, zerstört Sams Fahrrad. Als es wieder klingelt steht nicht die sehnsüchtig erwartete Mama vor der Türe, sondern eine ganze Elefantenherde. Eine absurde, fantastische Geschichte mit witzigen Bildern. Obwohl mit der Größe der Buchstaben gespielt wird, sind die kurzen Texte auf den Doppelseiten gut lesbar. Die Illustrationen von Tony Ross sind comicartig, schrill und ins Absurde überzeichnet. Neben dem tapsigen und fordernden Elefanten scheint Sam zu schrumpfen. Sein  Erstaunen über den Besuch weicht dem Entsetzten, als eine ganze Elefantenherde das Haus besetzt. Etwas unpassend für ein Bilderbuch finde ich die Erklärung, dass das Chaos entstanden ist, weil Sam beim Unterschreiben der Patenschaft das Kleingedruckte nicht beachtet hat.

Geeignet für Kita und Vorlesestunde.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Fantastisches | Elefant
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

Häuptling Dicke Backe. Barbara van den Speulhof. Ill. von Jan Birck. Frankfurt: Sauerländer 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7373-5474-5, geb.: 14,99 €

Bruno muss mit seinem Wackelzahn das erste Mal zum Zahnarzt - und die Angst geht mit.

Bruno lebt in seiner Phantasiewelt als Indianer, er ist mutig und tapfer, sein Zimmer ist die Prärie und das Bett sein Tipi. Er hat sogar ein Pferd, Donnerkeil genannt, das schönste und schnellste Pferd weit und breit, und Brunos bester Freund. Eines Morgens wacht Bruno auf und hat Zahnschmerzen. Er versucht alles, um diese wieder los zu werden, doch nichts hilft. Schließlich entscheidet sein Papa. „Wir gehen zum Zahnarzt!“ Wie das wohl ausgeht?Dieses Buch greift das allseits unbeliebte Thema „Zahnarzt“ auf und zeigt Kindern auf wunderbare Weise das möglicherweise vorhandene Angst unbegründet ist. Großartige, doppelseitige Illustrationen in kräftigen Farben und mit liebevollen Details lassen den Leser und Betrachter in die kindliche Phantasiewelt von Bruno eintauchen. Der Text begleitet in kleiner Schrift die Geschichte ergänzend zu den Bildern. Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen und Betrachten und lädt Kinder ein, ihre eigenen Erlebnisse zum Thema Zahnarzt zu erzählen und somit ein Teil dieser Geschichte zu werden.

Empfehlenswert für den Gesprächseinstieg zum Thema Zahnarzt im Kindergarten, ebenso für die Bücherei oder als Lesestoff für Kinder in einer Zahnarztpraxis.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Zahnschmerz | Angst | Zahnarzt
Bewertung: +++
Rez.: Barbara Hildenbrand

Kugler, Christine: Viel los im Wald! Mein Naturkind-Wimmelbuch. Bindlach: Loewe 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. (Naturkind). ISBN 978-3-7855-8719-5, geb.: 9,95 €

Waldausflug für die Kindergartenkinder! Da gibt es einiges zu Entdecken ...

Heute ist ein besonderer Tag für die Kindergartenkinder „Kleine Füchse": Es geht in den Wald! Und da gibt es so einiges zum Staunen und Entdecken: ein Insektenhotel, einen  Biber, der gerade sein Zuhause baut, einen Wald-Tierpark, indem es Esel, Ziegen und Ponys gibt, die gefüttert werden dürfen. Zur Mittagspause im Hochseilgarten können sich die Kinder bei einem Picknick stärken. Auch am Nachmittag  wird`s nicht langweilig:  Abkühlen im Waldweiher, Klettern an der Felswand oder Spielen auf dem Waldspielplatz, Spaß ist Programm! Die wimmeligen Szenen bieten den Betrachter*innen dieses großformatigen Pappbilderbuches eine Menge „Lesestoff", da es viele kleine Details zu entdecken gibt. Das Buch gehört zu den Naturkind-Büchern, einem grünen Label, das sowohl inhaltlich, als auch in der Aufmachung auf Nachhaltigkeit Wert legt und zu Gesprächen rund um das Thema Umweltbewusstsein anregen kann. Ansprechend gestaltet mit farbenfrohen Bildern. Einzig der Text wirkt sehr konstruiert.

Gerne empfohlen für die Veranstaltungsarbeit zum Thema Umwelt mit den ganz Kleinen (ab 2 Jahren) in Kita und Bücherei. Auch für das Bücherregal im Kinderzimmer eine Bereicherung.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Wimmelbuch | Wald | Umwelt | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.: Susanna Hocher

Mein erster Besuch am Meer. Ill. von Barbara Jelenkovich. Münster: Coppenrath 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-649-63092-0, : 7,00 €

Was kann man alles bei einem Urlaub am Meer erleben?

Bei einem Urlaub am Meer gibt es viele spannende Sachen zu entdecken und man kann viel erleben. Ein Spaziergang am Hafen mit einem leckeren Eis. Pitsch, Patsch, bei gutem Wetter kann man in der Sandmatsch am Strand spielen. Bei schlechtem Wetter geht es zum Steinstrand, dort kann man Muscheln und Steine sammeln oder den Anglern zusehen. Ein Besuch im Watt oder eine Fahrt mit dem Boot zu den Robbenbänken darf auch nicht fehlen.
Dieses handliche Papp-Wimmelbuch lässt einen Urlaub am Meer lebendig werden. Ob die kleinen Leser*innen schon am Meer waren oder nicht, spielt keine Rolle, es lässt das Meer, den Strand und alles was dazu gehört gut nach- und miterleben.
Die detailreichen, farblich freundlich, gestalteten Bilder laden die Leser*innen zum entdecken und erzählen ein. Die Texte sind kindgerecht und informativ geschrieben.

Ein tolles Buch! Für Kinder ab 2 Jahren sehr gut geeignet und ideal als Vorlesebuch für die Familie.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Meer | Urlaub | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.: Janine Halder

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

7-Minuten-Geschichten zum Lesenlernen - Detektive auf heißer Spur. Mit Beiträgen von Sabine Kalwitzki u.a. Ill. von Christian Zimmer u.a. Bindlach: Loewe 2019. 189 S. : überw. Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-7432-0325-9, geb.: 7,95 €

Kurze Detektivgeschichten für Leseanfänger*innen.

Ein Schokokuchendieb auf dem Schulhof, seltsame Geräusche im Schulhaus oder eine verschwundene Brosche. Mutige Kinder, die sich als Detektive versuchen, lösen Fälle fast wie echte Detektive. Das Buch verspricht mit einer Sammlung von elf Detektivgeschichten Motivation für Leseanfänger*innen durch nur sieben Minuten Lesedauer pro Geschichte. Auf begeisterte und sehr schnelle Leser*innen mag das zutreffen. Ein durchschnittlicher Leseanfänger benötigt jedoch mindestens 20 Minuten für eine der Geschichten.
Die einzelnen Geschichten bauen nicht aufeinander auf und leider sind nur drei der Geschichten wirklich spannend und schaffen es tatsächlich, die Lesemotivation zu erhalten. Die übrigen Geschichten sind auch für junge Leser*innen vorhersehbar und dadurch langweilig. Es überzeugen jedoch die großen, ansprechenden Illustrationen, die das Leseverständnis unterstützen können.

Für Leser*innen, die einfach nur „Lesefutter" brauchen, ist das Buch okay. Für Leseanfänger*innen mit dem Ziel der Motivation jedoch ungeeignet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Detektive | Erstleser
Bewertung: +
Rez.:
Darina Saust

Nahrgang, Frauke: Oskar und die Entführer.  Ill. von Maja Bohn. München: Knesebeck 2019. 100 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-95728-183-8, geb.: 13,00 €

Promenadenmischung Oskar wird von Tierfängern entführt, doch rechnen diese nicht mit Oskars Mut und Loyalität.


Oskar hat er eine klassische Hundeschwäche: seine Liebe zu Würstchen. Und die wird ihm eines Tages zum Verhängnis, er gerät Tierfängern in die Hände. Für Lösegeld erpressen diese Fieslinge die Rückgabe der Lieblinge an ihre Besitzer. Oder sie verkaufen die gefangenen Tiere ans Institut für Tierversuche. Doch mit Hilfe seiner Mitgefangenen, dem eingebildeten Pudel Edler von Edelstein und der stolzen Streunerkatze „Keine-Ahnung“ kann vorerst nur Oskar fliehen. Glücklich läuft er Richtung Heimat, jedoch plagt ihn sein Gewissen: Er muss auch die anderen beiden befreien. Eigentlich kann Oskar den besserwisserischen Polizeihund Arko aus der Nachbarschaft nicht ausstehen, doch nun muss er ihn für eine wichtige Rettungsaktion gewinnen. – Die sprechenden Helden des turbulenten Tierkrimis mit Oskar in der Hauptrolle zeigen sehr wirklichkeitsnah ihre Abneigungen und Vorurteile. Doch durch die gemeinsame Bedrohung entwickeln sie zunehmend Zusammengehörigkeitsgefühl und Hilfsbereitschaft.

Ein aufregender Tierkrimi, der sich gut vorlesen lässt, reichlich Gesprächsstoff bietet und auch als Lesestoff für geübte Leser*innen im Grundschulalter geht. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Tiere | Mut | Gemeinschaft | Vorlesebuch
Bewertung: ++
Rez.:
Natascha Rothert-Reimann

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Kordon, Klaus: Hilfe, ich will keinen Hund! Ill. von Lena Winkel. Weinheim: Beltz & Gelberg 2019. 173 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-407-81234-6, geb.: 12,95 €

Paul will sich nicht um den neuen Familienhund kümmern. Doch dann kommt alles anders und beide werden beste Freunde.

In Pauls Familie soll ein neues Familienmitglied aufgenommen werden: ein junge Hündin mit dem Namen Rieke. Miri, Pauls große Schwester, wünscht sich diesen Hund schon lange. Nun ist ihr Wunsch endlich in Erfüllung gegangen und sie kann ihr Wissen aus dem Hundebuch umsetzen. Alle freuen sich über den Familienzuwachs, nur Paul nicht. Er will gar keinen Hund. Er fühlt sich von seiner Familie vernachlässigt seit Rieke da ist. Nur widerwillig begleitet er seine Schwester und Rieke beim Gassigehen. Doch dann bricht sich Miri ein Bein, und Paul ist gezwungen, sich um die Hündin zu kümmern. Und da entsteht ganz langsam eine Freundschaft zwischen Paul und Rieke. Zunächst verheimlicht Paul seiner Familie, dass Rieke auch ihm inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist. Als sie aber plötzlich sehr krank wird, kann auch er seine Sorgen um den geliebten Familienhund nicht mehr verbergen. -  Eine Geschichte, die deutlich macht, was alles mit der Anschaffung eines Hundes zusammenhängt.

Etwas langatmig erzähltes Kinderbuch. Möglich für Familien, in der die Anschaffung eines Haustieres im Gespräch ist.  Kleinere Bestände sollten eine Anschaffung überdenken.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Freundschaft | Familie | Verantwortung
Bewertung: +
Rez.:
Helena Schäuble

Lawrence, Caroline: Roman Quest - Flucht aus Rom. Dt. von A. M. Grünewald. Mülheim: arsEdition 2019. 283 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8458-2780-3, geb.: 15,00 €

Kaiser Domitian beschuldigt Jubas Eltern des Hochverrats; der Junge flieht mit seinen Geschwistern zu seinem Onkel.

94 n. Chr. sieht sich Juba, zweiter Sohn einer reichen Familie, durch seine Mutter mit der Aufgabe betraut, für das Überleben seiner drei Geschwister zu sorgen, als die Soldaten des Kaisers die Villa seiner Familie in Rom heimsuchen. Weiterhin verfolgt bestehen die Kinder viele Abenteuer auf der Flucht zu ihrem Onkel in Britannien, lernen fremde - soziale - Welten kennen, sehen sich mit der Infragestellung ihres bisherigen Lebens konfrontiert und übernehmen Verantwortung für sich und andere Menschen.
Die Autorin bietet - mit Glossar - einen Einblick in die römische Welt (Britanniens) und reiht viele Abenteuer und Dilemmata, die v. a. Juba in seiner Entwicklung fordern, aneinander, ohne in den Bann zu ziehen, da die Figuren und ihre Beziehungen untereinander zu holzschnittartig gezeichnet sind.
Das Cover verspricht mehr, als der Inhalt halten kann; die Karten im Einband sind eine gute Idee, aber identisch, während sich eine Karte für die Reise in Britannien angeboten hätte.

Für junge Leser*innen ab 10, die in knappen Happen (römische) Geschichte in Britannien kennen lernen möchten.

Signatur: Ju 2 | Ju 3
Schlagworte:
Historisch | Familie | Rollenverhalten
Bewertung: +
Rez.: Frauke Thees

Llewellyn, Tom: Das Elixier der teuflischen Wünsche. Dt. von Ilse Layer. Ill. von Nina Dulleck. Stuttgart: Thienemann 2019. 221 S. : Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-522-18506-6, geb.: 13,00 €

Durch eine Flasche werden alle Wünsche erfüllt, dahinter steckt der Teufel höchstpersönlich.

Der ungefähr 13-jährige Ich-Erzähler Gabriel Silver erwirbt eine Flasche, in der sich entgegen der falschen Erwartungen, die die deutsche Übersetzung des Titels weckt, kein Elixier, sondern ein böser Kobold verbirgt. Die Flasche wurde vom Teufel auf die Erde gebracht, um eine menschliche Seele einzufangen, die der Teufel holt, wenn der aktuelle Besitzer stirbt. Für den Jungen ist es zunächst verführerisch, sich auf den Pakt einzulassen, denn von der Flasche gehen magische Kräfte aus - Wünsche, die der Besitzer an sie richtet, werden umgehend erfüllt. Schon bald erkennt Gabriel, dass dies meist auf Kosten anderer geschieht, so dass der Junge auch gezwungen wird, sich mit seiner eigenen Schuld auseinanderzusetzen.Vieles an dieser Geschichte erinnert an alte Erzählungen der Schauerromantik, wie man sie etwa aus der Feder von E.T.A. Hoffmann kennt, jedoch werden bekannte Motive hier wahllos zu einem bunten Sammelsurium an Versatzstücken kombiniert und in die heutige Zeit transferiert.

Cliffhanger motivieren weiterzulesen, jedoch ist die Erzählweise, nicht zuletzt aufgrund der direkten Leseranrede und einiger pseudophilosophischer Betrachtungen, wenig zeitgemäß. 

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Fantasy | Schuld | Verantwortung
Bewertung: +
Rez.: Claudia Birk-Gehrke

Jg Geschichte

Chrisp, Peter: Das alte Rom. Was willst du heute wissen? Coole Fakten, Steckbriefe und Rekorde. Dt. von Kirsten E. Lehmann. München: Dorling Kindersley 2018. 64 S. : überw. Ill. ; 24 cm. (Superchecker!). Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3683-7, kt.: 8,95 €

In kurzen, reich bebilderten Kapiteln wird die Welt der alten Römern vorgestellt.

In 28 Kapiteln werden die Leser*innen in das Leben im alten Rom eingeführt. Zuerst wird erklärt, wer die Römer eigentlich waren, wie sich die Gesellschaft zusammengesetzt hat und wie groß das römische Reich war. Die Kaiser werden in kurzen Steckbriefen vorgestellt. Nach Abwägung ihrer guten und schlechten Taten werden sie als gut oder schlecht eingestuft. Das Heer, Berufe und vieles andere aus dem Leben der Römer wird auf je einer Doppelseite erklärt. Ein Interview mit Cäsar, ein Comic, Rekorde, kleine Suchaufgaben und ein Test, bei dem man erfährt, welcher Gott man ist, sind eingeschoben. „Wow-Kästen“ machen auf besonderes Wissen aufmerksam. Es ist klar, dass auf 64 Seiten die einzelnen Bereiche nur angerissen werden können. Es schleichen sich so aber Ungenauigkeiten ein. In Merkurs Steckbrief steht: Gott der Händler, hier fehlen die Diebe. Bei der Information, dass es Bücher mit mehreren Seiten gab, vermisst man den Hinweis, aus welchem Material diese waren. Das Buch ist bunt und ansprechend aufgemacht.

Für Grundschulkinder ab 9 Jahren.

Signatur: Jg
Schlagworte:
Römer | altes Rom | Geschichte
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler