Newsletter „Bücherei" 06/2017

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Fast ist der Monat schon vorbei, doch gerade so haben wir es noch geschafft und senden Ihnen heute unseren Juni-Newsletter. Dieser ist wieder gut gefüllt mit spannenden, nachdenklichen, romantischen und lustigen Geschichten für Klein und Groß. So macht uns in „Oskar liebt…“ ein kleiner Vogel auf die schönen Dinge des Alltags aufmerksam, in „Die Zutaten zum Glück“ backt sich Konditorin Livvy aus dem ländlichen Vermont in unsere Herzen und in „Der Gärtner war’s nicht“ betätigen sich die Schwestern Konny und Kriemhild sehr unterhaltsam als Detektivinnen. Bestimmt ist bei dieser Auswahl schon der eine oder andere Urlaubstitel dabei.

Eine schöne Lesezeit wünscht

Ihr eliport-Team

P.S. Falls Sie in den nächsten Wochen Wittenberg besuchen, sollten Sie sich unsere Lesereihe nicht entgehen lassen: http://www.evangelischerbuchpreis.de/wittenberg-2017/

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
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Jm 1 Bilderbücher

Als die Bäume davonflogen. Giaconda Belli. Ill. von Barbara Steinitz. Dt. von Catalina Rojas Hauser. Wuppertal: Hammer 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Span. ISBN 978-3-7795-0565-5, geb.: 15,90 €

Die Bäume verlassen ihre angestammten Plätze, weil die Menschen sie nicht mehr achten.

Pablo ist ein besonderer Junge. Weil er krank ist, kann er nicht wie alle anderen Kinder spielen und toben. Dafür beobachtet er genau die Bäume und Büsche vor seinem Fenster und betrachtet sie als seine Freunde. Aber eines Tages verlassen alle Bäume auf der ganzen Welt ihre Plätze und verschwinden in den Himmel. Sie sind traurig, weil die Menschen sie nicht mehr lieben und nicht auf sie achtgeben. Stattdessen gibt es nur noch Sand und Staub. Doch Pablos Tränen bewirken, dass die Bäume zurückkehren und die Menschen sich ändern.
Diese Geschichte soll eine ganz klare Botschaft vermitteln. Wir müssen uns um unsere Umwelt kümmern, sonst zerstören wir sie. Die Schattenbilder von Barbara Steinitz in warmen Erdtönen unterstützen die Botschaft des Textes und bestätigen den Eindruck, hier ein modernes Märchen zu lesen.

Für Büchereien mit großem Bedarf an Bilderbüchern. Das Thema Umweltschutz wird hier sehr märchenhaft angesprochen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Bäume | Umwelt | Natur
Bewertung: ++
Rez.: Monika Betz

Baruzzi, Agnese: Aus 1 mach Viele. Bargteheide: minedition 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 17 cm. ISBN 978-3-86566-285-9, geb.: 11,95 €

Zählen von eins bis zehn und dabei neue Bilder hinter gewohnten entdecken.

In der für kreative Pappbilderbücher bekannten minedition erscheint dieses Zählbuch, das auf jeder Doppelseite eine Überraschung bereithält. Links steht auf farbigem Untergrund die Frage: 1 Donut, was kann das sein? Vielleicht ... Und rechts sieht man zunächst den Donutkringel und erst beim Aufklappen den Katzenschwanz, der sich ringelt. So geht es vom grünen Apfel zu zwei Krokodilen, von der Blume zu drei Hähnen und so weiter. Besonders schön finde ich, dass auch die ungeliebten aber alltäglichen Mücken gleich 6 fach aus der Banane hervorgehen und die Möhre, die augenzwinkend zum Ohr eines von acht Häschen wird.

Ein Bilderbuchvergnügen für Kinder ab 3 Jahren und ihre erwachsenen Begleiter.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Zählen | Pappbilderbuch | Alltag
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

Hexenfee. Brigitte Minne. Ill. von Carll Cneut. Dt. von Rolf Erdorf. Münster: Bohem Press 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-95939-047-7, geb.: 24,95 €

Rosmarinchen will lieber eine Hexe als eine brave Fee sein.

Rosmarinchen lebt mit ihrer Mama in einem Wolkenschloss. Dort sind kleine Mädchen brav, sie machen sich nicht schmutzig, sie krümeln und kleckern nicht. Ihr Leben ist langweilig. So bricht Rosmarinchen aus, schwebt zur Erde in den Hexenwald, wo sie ihrer Spiel- und Bewegungslust freien Lauf lassen darf.  Carll Cneut hat die Bilder dazu geliefert. Seine  Feen und Hexen bleiben oft ohne Körper, wir sehen nur ihre Profile und spitzen Mützen. Rosmarinchens Mienenspiel wirkt unbewegt, ihre Körperhaltung künstlich, denn sie und alle anderen sind  Gliederpuppen aus Holz. Das wirkt durchaus originell und ansprechend, die Waldszenen entfalten eine geheimnisvolle Ästhetik. Layout, Typografie und die gesamte Buchgestaltung sind aufwendig hergestellt, können aber über die recht banale Botschaft der Geschichte nicht hinweghelfen. Denn diese erweist sich letztlich als zeitlich überholt und  spannungslos. Alles geht viel zu glatt und problemlos über die Bühne.  

Dennoch: Ein ästhetisch überzeugendes Bilderbuch für kleine BetrachterInnen im Vorschulalter und deshalb für größere Bestände möglich.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Fee | Ordnung | Freiheit | Anderssein
Bewertung: +
Rez.: Barbara von Korff-Schmising

Mein Bruder aus dem Gurkenglas. Émilie Chazerand. Ill. von Aurélie Guillerey. Dt. von Tobias Scheffel. München: Knesebeck 2017. 44 S. : überw. Ill. ; 22 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-86873-938-1, geb.: 12,95 €

Heiteres Bilderbuch um einen "gekauften" Bruder.

Als Einzelkind spielt Hieronymus bei den Eltern eine bevorzugte Rolle. Mit Mama kann er kuscheln, mit Papa "Männersachen" machen wie angeln, basteln oder um die Wette laufen. Allerdings landen die lästigen Hausarbeiten wie Tisch decken und einkaufen  immer bei ihm. Als er eines Tages dem Lebensmittelhändler Herrn Cocolori von seinen Sorgen erzählt, verkauft dieser ihm ein Gurkenglas mit dem Hinweis, darin befinde sich ein Bruder für ihn. Trotz anfänglicher Skepsis wagt Hieronymus das Experiment. Und es klappt! Mit seinem Bruder teilt er sich nun das - merkwürdigerweise plötzlich für zwei eingerichtete - Zimmer, aber auch die Zuneigung der Eltern und Mitschüler. Trotz einiger Eifersüchteleien will er diesen Bruder nie mehr hergeben. - Als beide überlegen, was sie Mama denn zum Muttertag schenken könnten, haben sie eine großartige Idee: Sie gehen wieder zu Herrn Cocolori, denn nun wollen sie eine Schwester haben… 
                                                                             
Ein witziges Bilderbuch mit netten Illustrationen. Bei großem Bedarf an Bilderbüchern gerne empfohlen.

Signatur: Jm 1
Schlagwort: Familie | Geschwister
Bewertung: ++
Rez.: Cornelia von Forstner

Mias Bohne. Stephanie Schneider. Ill. von Astrid Henn. Frankfurt: Sauerländer 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-7373-5123-2, geb.: 14,99 €

Mia darf als Haustierersatz eine Bohne ganz alleine groß ziehen.

Welches Kind wünscht sich nicht irgendwann einmal ein Haustier? Mia macht da keine Ausnahme: Ein Elefant soll es sein oder doch mindestens ein Hund. Wie viele Eltern haben auch Mias Vorbehalte gegen ein Haustier, aber dann eine tolle Idee. Mias Mutter schenkt ihr eine weiße Bohne, die sie einpflanzen und selbstständig versorgen darf. Mia ist mit Feuereifer bei der Sache, isst keinen Bohneneintopf mehr, nimmt ihre Bohne mit ans Bett und liest ihr Gruselgeschichten vor. Doch als ihre Freundin ein Trampolin geschenkt bekommt, merkt sie, dass  es noch andere, vielleicht spannendere Sachen zu tun gibt und entlässt ihre Bohne in die Freiheit.
In hellen Sommerfarben fröhlich illustriert von Astrid Henn ist dies ein liebevolles, vergnügliches Bilderbuch zum Thema Verantwortung für ein Lebewesen.

Ein Bilderbuch für alle Kinder ab 3 Jahren, die sich ein Haustier wünschen oder sich im Garten betätigen möchten.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Haustier | Verantwortung
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Güterbock-Rottkord

Teckentrup, Britta: Oskar liebt.... München: Prestel 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7913-7269-3, geb.: 12,99 €

Oskar liebt den Duft des Frühlings, den Geschmack süßer Kirschen und seinen Lieblingskieselstein - und was liebst Du?

Oskar ist ein kleiner schwarzer Vogel, der uns in diesem Bilderbuch von Britta Teckentrup Seite für Seite zeigt, was er liebt, was es an schönen Dingen gibt, in seiner - und auch in unserer - Welt. Süße rote Kirschen gehören dazu, aber auch der Lieblingskieselstein; die Sonne, der Regen, grünes Gras, Bücher und Bilder. Das blaue große Meer, aber auch die Stille im Schnee. Je Seite ein kurzer, knapper Satz, dazu jeweils eine eher schlicht gehaltene, dafür umso deutlichere Illustration, sind gerade für jüngere Kinder gut geeignet. Zum Abschluss stellt Oskar die Frage: „Und was liebst Du?" und lädt so dazu ein, die schönen, die liebenswerten, Dinge in unserer Welt ganz neu, zu entdecken.

Ein schönes Bilderbuch für jüngere Kinder; auch geeignet für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen, Spielgruppen o.ä.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Gefühle | Lebensfreude | Schöpfung
Bewertung: ++
Rez.:
Dörte Jost

Wo die Geschichten wohnen. Oliver Jeffers u. Sam Winston. Dt. von Brigitte Jakobeit. München: Mixtvision 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-95854-092-7, geb.: 14,90 €

Für bibliophile Kinder und ihre Eltern, die sich im Wunderland des Lesens verlieren wollen.

Collagen aus bekannten Kinderbuchklassikern wie „Alice im Wunderland" und „Die Schatzinsel" bilden den Hintergrund einer immer wieder gern erzählten Geschichte (viel gelungener etwa Heidelbach: Ein Buch für Bruno) von Kindern, die sich in Bücherwelten hineinwagen, Freundschaften mit Worte entdecken, Abenteuer erleben und dem zauberhaften Wesen der Buchstaben und Sätze auf den Grund gehen. Im Fall dieses Buches macht es Spaß, die Ausrisse der Bücher zu entziffern, auf denen die Kinder reisen, klettern oder herabrutschen wie an Schiffstauen. „Der Mond ist aufgegangen" kommt als Wolkenschiff herangeschwebt. Im Zauberwald leben „Schneeweißchen und Rosenrot". Schön. Glückselig sind die Kinder, die solche Schätze finden können. Gelobt sind die Mitarbeiterinnen in den Büchereien, die das Buch nutzen, um Kinder in die Welt des Lesens zu locken.

Vorlesekreis, Lesegruppe für Eltern und Kinder

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Sprache | Welt | Lesen | Entdecken
Bewertung: ++
Rez.:
Christiane Thiel

Wöhner, Steffi: Theo will Kirschen. Frankfurt: Sauerländer 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 13 cm. ISBN 978-3-7373-5460-8, geb.: 5,99 €

Ein Pappbilderbuch über Freundschaft, Konkurrenz und gute Ideen.

Kinder wollen immer das haben, was andere auch haben (wollen). Wer der Schnellste ist, ist da oft im Vorteil. So geht es zunächst auch dem etwas behäbigen Schwein Theo. Der will unbedingt an die Kirschen im Kirschbaum. Aber wie soll er daran kommen? Während er noch ratlos vor dem Baum steht, fliegt sein flinker Freund, das Rotkehlchen Fritzi, hinauf in den Ast. Fritzi möchte auch die Kirschen essen. Fritzi hüpft und tobt so lange in den Zweigen, bis endlich eine Kirsche herunterfällt. Da ist Theo auf einmal blitzschnell und schnappt sich die Kirsche. Fritzi ist beleidigt, aber jetzt hat Theo eine Idee: Er spuckt den Kern zielsicher mitten in die Kirschenpracht und die Kirschen fallen herunter. Jetzt reicht es für beide. In schlichten, aber liebevollen Bildern wird diese Geschichte zweier unterschiedlicher Freunde erzählt. Dem knappen Text können auch schon kleine Kinder leicht folgen.

Zur Ergänzung des Pappbilderbuchbestandes gerne empfohlen. Für Kinder ab 2 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Freundschaft | Konkurrenz | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.:
Nina Theka

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Haig, Matt: Echo Boy. Roman. Dt. von Violeta Topalova. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2016. 398 S. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-423-71712-0, kt.: 11,95 €

Ein künstlicher Mensch, ein Echo, hat Audreys Eltern ermordet, in Daniel, der auch ein Echo ist, verliebt sie sich.

2115 lebt die fünfzehnjährige Audrey in einer hochtechnisierten Welt, in der es künstliche Menschen gibt, die für echte Menschen arbeiten. In dieser dystopischen, vom Klimawandel geprägten Welt, verweigert sich Audreys Vater der modernen Technik und protestiert dagegen. Nachdem ein Echo die Eltern ermordet hat, muss Audrey zum Onkel, der dagegen einer der Marktführer für Echos ist. Dort trifft sie auf Daniel, ein Echo, der irgendwie anders ist und in den sie sich verliebt.Was macht Menschen menschlich? Um diese Kernfrage herum hat Haig diese dystopische technik- und konzernkritische Geschichte aufgezogen. Zu sehr hinterfragen sollte man das naive Denken der angeblich so klugen Protagonistin und die erfundene Technik allerdings nicht. Spannend bleibt der Erzählerwechsel zwischen Daniel und Audrey und poetisch philosophisch sind Zwischentexte und einzelne Textstellen allemal.

Eine weitere Dystopie für Jugendliche ab 14 Jahren, die sich durch ihren philosophischen Grundgedanken von anderen unterscheidet.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Menschlichkeit | Dystopie | Liebe
Bewertung: +
Rez.:
Kathrin Vogel

Nicholls, Sally: Eine Insel für uns allein. Roman. Dt. von Beate Schäfer. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2017. 214 S. ; 22 cm. (Reihe Hanser). Aus d. Engl. ISBN 978-3-423-64028-2, geb.: 12,95 €

Mit Hilfe des Internets und mit Tüftlergeist machen sich drei Waisen auf den Weg, einen Schatz zu finden.

Die 13-jährige Holly lebt nach dem Tod der Eltern alleine mit ihrem jüngeren Bruder Davy und ihrem 20-jährigen Bruder Jonathan, der das Sorgerecht hat, mehr schlecht als recht und ohne große finanzielle Mittel in der alten Familienwohnung. Eines Tages bekommen sie die Nachricht, dass ihre reiche Tante Irene nach einem Schlaganfall in verwirrtem Zustand im Krankenhaus liegt. Bei einem Besuch dort bekommt Holly von ihrer Tante ein kleines Fotoalbum mit einigen Fotos. Kurze Zeit später stirbt die Tante und die Geschwister erfahren, dass sie Schmuck erben sollen. Doch es gibt ein Problem: Tante Irene hat den Schmuck irgendwo versteckt. Nun ist bei Holly, die am liebsten Detektivgeschichten liest, die Neugierde geweckt. Sie meint, das Versteck könnte auf den Fotos zu finden sein. Mit viel Elan und ohne Geld begeben sich die drei auf eine abenteuerliche Suche.

Eine fesselnde, eindringliche und auch sprachlich überzeugende Geschichte, erzählt aus der Perspektive von Holly. Eher geeignet und empfohlen für interessierte jugendliche Leser oder Erwachsene.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Abenteuer | Internet | Schatzsuche
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Kruse, Tatjana: Der Gärtner war´s nicht. Die K&K-Schwestern ermitteln. Berlin: Insel 2017. 316 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-458-36265-4, kt.: 10,95 €

Verwirrung in ländlicher Idylle.

Die Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild betreiben in ländlicher Idylle eine Bed & Breakfast-Pension, angesiedelt in einer Villa mit dem Charme vergangener Zeiten. Konny ist Ratgeber-Kolumnistin und versucht sich in späten Liebesabenteuern, während Kriemhild ihre Gegenwart mit dem imaginären Commodore "lebt". Als eine Band junger Musiker das romantische Domizil für sich erobert und ein weiterer, attraktiver Gast ein Zimmer reserviert, verändern diese - mit sehr speziellen Essens-, Schlaf- und Geräuschvorstellungen - den alltäglichen Rhythmus der beiden Damen erheblich. Ein ominöser Todesfall vervollständigt das Chaos und irritiert selbst "Herrn Hirsch" auf seinem "Aufsitzrasenmäher". Couragiert nehmen die Schwestern die Ermittlungen auf, tragen Indizien zusammen, führen zum Tatmotiv - und - entlarven den Täter mit dem Fazit: Der Gärtner war`nicht

.Leichte Unterhaltungslektüre mit Spannungsaufbau und Überraschungseffekt. Willkommene Ablenkung im Klinik-Alltag. Gut geeignet für alle (Patienten-) Büchereien.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Geschwister | Provinz
Bewertung: +
Rez.:
Brigitta Morgenstern

McCoy, Felicity H.: Die Bücherei am Ende der Welt. Roman. FDt. von Barbara Ostrop. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verl. 2017. 443 S. ; 19 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-499-27248-6, kt.: 9,99 €

Eine Anfangsfünfzigerin kehrt nach gescheiterter Ehe wieder heim nach Irland und kommt unter in einer kleinen Bücherei.

Hanna ist streng: "Eine Bibliothek ist kein Ort der Geselligkeit," erklärt sie dem Kollegen Conor, der gerne Leben zwischen den Regalen hätte. Und auch sonst ist Hanna, die als hochnäsig und stur gilt, nicht sehr beliebt im Dorf. Mit einem geerbten Cottage am Meer will sie einen Neuanfang machen, aber auch hierbei verscherzt sie es sich durch ihre harsche Art beinahe mit dem örtlichen Bauhandwerker. Doch als bekannt wird, dass viel Geld in die touristische Infrastruktur der Stadt fließen wird und im Gegenzug Einrichtungen des Nachbardorfes, darunter die Bücherei, geschlossen werden sollen, regt sich Widerstand bei den Dörflern. Auch die Geschichte selbst gewinnt an Tempo, an dem es in der ersten Hälfte des Buches gänzlich fehlt. Nach vielen Irland-Klischees steht nun bürgerschaftliches Engagement im Mittelpunkt und Hanna wandelt sich zur Praktikerin mit  viel Sinn für Gemeinwesen.  

Nette Lektüre mit wenig literarischem Anspruch und einer, zumindest am Anfang, uneinsichtigen Büchereileiterin als Protagonistin.

Signatur: SL
Schlagworte:
Frauen | Irland | Bücherei | Selbstverwirklichung
Bewertung: ++
Rez.:
Margarete Barth-Specht

Miller, Louise: Die Zutaten zum Glück. Roman. Dt. von Katja Bendels. Berlin: Insel 2017. 408 S. ; 21 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-458-36264-7, kt.: 14,95 €

Konditorin Livvy verlässt nach einem beruflichen Missgeschick Boston, um in Vermont neu anzufangen und das Glück zu finden.

Beinahe wäre der ganze Club abgefackelt. Ich-Erzählerin Livvy bzw. ihre legendäre Eistorte trägt die Schuld an dem Missgeschick. Die etwa 30-jährige Konditorin flieht zu ihrer besten Freundin ins ländliche Vermont. Dort findet sie einen herausfordernden Job. Ihre Chefin ist genauso streng wie ehrgeizig. Sie will in diesem Jahr mit Livvys Hilfe den Apfelkuchen-Back-Wettbewerb gewinnen. Viele Stunden verbringt die Top-Konditorin von nun an in der Restaurantküche und übersieht dabei fast, dass es einen Mann gibt, der ein Auge auf sie geworfen hat. Martin könnte genau der Richtige sein; leider hat er vergessen, seine Verlobten zu erwähnen. Das Debüt der Amerikanerin L. Miller im Genre „leichte Unterhaltungsliteratur“ ist prima gelungen. Eine sympathische Hauptfigur mit nicht ganz unproblematischer Vergangenheit und glänzender Zukunft, ein angenehmer Schreibstil, perfekt verteilte Nebenrollen und eine wohlige Spannung animieren die Leserinnen dazu, sich bei der Lektüre richtig zu amüsieren.

Ein leichter Unterhaltungsroman mit Tiefgang und Überraschungen. Sehr gerne empfohlen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Liebe | Konditorei | US-Amerika | Beruf
Bewertung: +++
Rez.:
Martina Mattes

Raisin, Rebecca: Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine. Roman. Dt. von Annette Hahn. Berlin: Rütten & Loening 2017. 315 S. ; 20 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-352-00897-9, geb.: 14,00 €

Sarah tauscht vorübergehend ihre Buchhandlung gegen eine außergewöhnliche Buchhandlung in Paris, die Stadt ihrer Träume.

Sarah, Buchhändlerin in der ruhigen und verschlafenen amerikanischen Provinz und Sophie, Buchhändlerin in einer alteingesessenen Buchhandlung im Herzen von Paris, entscheiden sich spontan ihre Buchhandlungen zu tauschen. Voller Freude und Zuversicht reist Sarah nach Paris, sie freut sich auf die "Stadt der Liebe" und darauf, diese Stadt gemeinsam mit ihrem Freund Ridge zu entdecken. Doch dann gestaltet sich das Leben in Paris so ganz anders als Sarah sich es vorgestellt hat. Die Pariser Buchhandlung ist ein Ort voller Arbeit, mit Aufgaben, die ihr bisher fremd waren und mit Mitarbeitern, die kommen und gehen, wann sie wollen. Auch Ridge hat keine Zeit Sarah zu besuchen, sein Journalistenjob lässt ihn um die ganze Welt reisen, nur Paris ist nie dabei. Langsam findet sich Sarah zurecht und sie versöhnt sich mit dieser Stadt, der Buchhandlung und den Menschen, die dort arbeiten. - Eine leichte Lektüre, Lesefutter für einige unterhaltsame Stunden ohne großen literarischen Anspruch. 

Ein Buch perfekt zum Wegträumen nach Paris. Eine Empfehlung für Leserinnen, die sich nicht für "schwere Kost" begeistern können, sondern die leichte Unterhaltung bevorzugen.

Signatur: SL
Schlagworte: Buchhandlung | Paris | Liebe | Bücher
Bewertung: +
Rez.: Helena Schäuble