Newsletter „Bücherei" 06/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

In der Kinderabteilung unseres Juni-Newsletters geht es tierisch zu: Von der Krake (Krake beim Schneider) über die Bienen (Das große Summen) bis hin zu Hühnern (Krumme Tour auf dem Hühnerhof) wird allerhand geboten.Bei den Erwachsenen geht es häufig um die Frage nach Heimat und Herkunft. In "Was man unter Wasser sehen kann" und "Eine irische Familiengeschichte" geht es um die Rückkehr in das Heimatdorf nach langer Abwesenheit. Drei Pariser hingegen entdecken ihre Heimat ganz neu (Ein Tropfen vom Glück). Sie sehen: eine bunte Mischung!

Gute (Vor-)Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 P.S.: Apropos bunte Mischung: Vom 22. bis 29 September findet wieder die Interkulturelle Woche statt, in diesem Jahr unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“. Hier haben wir Buchtipps zu dem Thema zusammen gestellt.

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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Jm 1 Bilderbücher

Budde, Nadia: Krake beim Schneider. Tierische Zweiteiler. Wuppertal: Hammer 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7795-0605-8, geb.: 15,00 €

23 Lustige Zweizeiler unter je zwei Bildern, laden zum Raten, Lachen, Weitererzählen und Reimen ein.

Faultier am Brett, Faultier im Bett - Dreizehn Hanteln, zwei Taranteln - Krake beim Schneider, zwei lange Kleider – Schüssel mit Kirschen, … uvm. Jede Zeile der 23 Zweizeiler steht als Bildunterschrift unter einer in kräftigen Farben, stark konturierten Zeichnung. Leicht karikierend gezeichnet ergänzen und erweitern die Bilder den Text. Durch die Reime entstehen überraschende Wendungen und lustige, kleine Geschichten. Wie z. B. der Zweiteiler vom falschen Programm, bei dem der geschrumpfte Wollpullover auf dem zweiten Bild stramm am Lamm sitzt und ein anderes Lamm verschämt zur Seite schauen lässt.  – Ein Teil dieser Sammlung erschien bereits in der Illustrationskolumne der Wochenzeitschrift „Die Zeit“: Tiere wie wir. Die blödelnden Zweiteiler richten sich nicht in erster Linie an Kinder, sondern an alle die Spaß am Spiel mit der Sprache haben. Sie laden zum Weiterspinnen, Lachen, Fragen und Erzählen ein und bieten sich vor allem zum gemeinsam Anschauen für Erwachsene und Kinder ab ca. 5 Jahren an. Auch zur Sprachförderung in Kindergärten und als Motivation zum Kunstunterricht in Schulen geeignet.      

Lustig, passt in alle Bilderbuchtröge. Ab 5 Jahre.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Humor | Tiere | Sprache
Bewertung: ++
Rez.: Bärbel McWilliams

Das große Summen. Angela Diterlizzi. Ill. von Brendan Wenzel. Dt. von Cornelia Boese. München: arsEdition 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8458-3263-0, geb.: 15,00 €

Ein kleiner Marienkäfer führt die kleinen Leser*innen durch die Welt der Insekten, die großartig und vielfältig ist.

Das farbenfrohe Bilderbuch führt die Betrachter in die Welt der Insekten. Mit wenigen Worten, die sich reimen, wird erzählt, was die Insekten alles können. So bekriegen sich manche, andere verstecken sich oder wandeln ihre Gestalt. Auf Doppelseiten sind die Insekten nach ihren Fähigkeiten geordnet, hier gibt es viel zu entdecken. Manchmal hat sich auch ein Tier eingeschlichen, das selbst kein Insekt ist. Ein Frosch lugt aus dem Teich, ein Maulwurf steckt die Nase aus seinem Erdhügel. Auf der letzten Doppelseite findet man alle Insekten noch einmal und hier erfährt man ihre Namen. Die kleinen Betrachter*innen sollen für die Natur sensibilisiert werden und werden aufgefordert, selbst zu schauen, was um sie herum krabbelt und fliegt. Die dargestellten Tiere sind durch die großen Augen verniedlicht. Obwohl ihre Hauptmerkmale herausgearbeitet sind, sehen sie nicht ganz so aus wie in der Natur. Die eindrucksvollen Herkuleskäfer gibt es bei uns nicht, hier hätte ich mir Hirschkäfer gewünscht.

Kita; schon für Krabbelkinder, um spielerisch die Angst vor Insekten zu bekämpfen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Insekten | Natur
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

Das ist gut! Das ist schlecht! Joan M. Lexau. Ill. von Aliki. Dt. von Kathrin Köller. München: Prestel 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-7913-7367-6, geb.: 15,00 €

Ein Junge sitzt erschöpft auf einem Stein, da kommt ein Tiger und will ihn fressen. Aber das wird nicht leicht sein ...

Ein Junge sitzt im Dschungel auf einem Stein, um sich auszuruhen. Da kommt der Tiger zu ihm und sagt ihm das er ihn fressen werde, wenn er nicht davon laufe. Doch der Junge ist zu erschöpft und beginnt dem Tiger seine Geschichte zu erzählen. Er wurde nämlich von einem Nashorn gejagt ... Der Tiger hört aufmerksam zu und kommentiert der Situation entsprechend mit „Das ist gut!" oder mit „Das ist schlecht!" Mit dieser Taktik lenkt der Junge geschickt den Tiger von seinem eigentlichen Vorhaben ab.Auf den großflächigen Illustrationen über zwei Seiten sind im Vordergrund hauptsächlich der Junge und der Tiger zu sehen, während im Hintergrund die Geschichte der Verfolgungsjagd zu erkennen ist. An der Gesichtsmimik der beiden ist jeweils gut zu erkennen, ob gerade etwas Gutes, oder etwas Schlechtes passiert. Der Text beschränkt sich fast ausschließlich auf die Dialoge zwischen dem Jungen und dem Tiger und ist in schwarzer Druckschrift auf weißem Hintergrund am unteren Rand der Bilder zu sehen.

Ein spannendes Buch zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten in der Kita und zu Hause mit Kindern ab 4 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Junge | Tiger | Dschungel
Bewertung: ++
Rez.: Barbara Hildenbrand

Rutland, Jarrett: Chilly da Vinci. Dt. von Anna Schaub. Zürich: Nord-Süd Verl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-314-10451-0, geb.: 15,00 €

Ein Pinguin überwindet mit seinem Erfindungsgeist alle Hindernisse.

Schon vor Beginn der eigentlichen Geschichte erhält der Pinguin Chilly da Vinci, der gerade mit der Konstruktion eines Flugapparates beschäftigt ist, welcher die auf einer immer kleiner werdenden Eisscholle umhertreibende Pinguingruppe zurück zum heimatlichen Eisberg befördern soll, von seinem Artgenossen Vinnie den Ratschlag: „Gib einfach auf." Doch ans Aufhören denkt Chilly überhaupt nicht, schließlich ist er nicht ganz unschuldig daran, dass die Pinguine auf der kleinen Eisscholle immer weiter wegdriften von Vinci und ihrer Herde und zu alledem noch von einem Orca bedroht werden. Verschiedene Fluggeräte erweisen sich als untauglich, doch letztendlich schafft es der Pinguin, seine Freunde sicher zum heimatlichen Eisberg zu bringen.Eine Geschichte, die dazu ermuntert, auch den Weg und nicht nur das Ziel im Blick zu behalten, allerdings eher durch ihre Illustrationen als die sprachliche Gestaltung aus der Perspektive des Pinguins überzeugt.

Die Anspielungen auf Leonardo da Vinci werden für Kinder nicht vollends zu erfassen sein, die Gedankengänge des Pinguins in Form von Anmerkungen stören den Lesefluss.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Fabel | Mut | Perspektivwechsel
Bewertung: +
Rez.: Claudia Birk-Gehrke

Shearring, Maisie Paradise: Anna und Otis. Dt. von Maren Illinger. Weinheim: Beltz & Gelberg 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-407-81218-6, geb.: 12,95 €

Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft und wie man die Angst vor Unbekanntem überwinden kann.

Das Mädchen Anna und die Schlange Otis sind beste Freunde und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Allerdings bleiben sie dafür in Annas Haus und Garten. Eines Tages aber ist es Anna langweilig und sie schlägt vor, mit Otis in die Stadt zu gehen. Otis hält davon gar nichts, denn er weiß, dass die Menschen Angst vor ihm haben und ihm am liebsten aus dem Wege gehen. Das sieht er beim Postboten, der die Post nur mit einer langen Zange in den Briefkasten steckt oder beim Nachbarn Gisbert, der sich hinter seinem Zaun versteckt. Allerdings soll Otis recht behalten, ihr erster Ausflug in die Stadt zeigt, wie verängstigt die Menschen auf die Schlange reagieren. Doch Anna gibt nicht auf: "Keine Sorge, Otis. Die Menschen haben nur Angst, weil sie noch nie eine Schlange getroffen haben ... Lass uns mutig sein und es noch mal versuchen." Und der zweite Anlauf gelingt besser; Otis lächelt alle freundlich an und bald merken die Menschen, dass sie keine Angst vor ihm haben müssen.

Empfehlenswert für Kinder ab 4 Jahren; die Kinder sollten bereits verstehen können, dass Otis für das Fremde, Unbekannte steht und keine ,echte Schlange' ist. Das Buch fördert Offenheit und Toleranz gegenüber dem Unbekannten.
Signatur: Jm 1
Schlagworte: Freundschaft | Toleranz | Angst vor Fremdem
Bewertung: ++
Rez.: Margot Haffke

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Ein Affe an der Angel. Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt. Jonny Bauer. Ill. von Stephan Lomp. München: arsEdition 2019. 124 S. : überw. Ill. ; 25 cm.  ISBN 978-3-8458-2850-3, geb.: 12,99 €

Bei Darko hat Langeweile keine Chance. Ob bei Regenwetter oder im Stau auf der Autobahn, er findet überall Abenteuer.

Darko ist aber nicht nur Abenteurer sondern auch Tierforscher und die besten Einfälle hat er, wenn er einen Handstand macht. Seine Mutter verbietet ihm, bei Regenwetter nach draußen zu gehen? Dann angelt er eben Regenwürmer aus dem achten Stock seines Wohnhauses. Und wenn plötzlich statt kleiner Würmer ein ausgewachsener Brillenpelikan an der Angel hängt? Dann hat Darko einen neuen Freund und wird auch gleich noch als Tierforscher aktiv. Das Buch beinhaltet drei Geschichten über Darko und seine tierischen Freunde und ist mit vielen Bildern illustriert. Bei seinen Abenteuern trifft der Junge auf so ausgefallene Tiere wie den Großen Ameisenbären, das Borstengürteltier oder die kleine Radlerspinne, die nicht läuft, sondern sich rollend bewegt und nach deren Vorbild Forscher einen rollenden Roboter entwickelten. Ganz nebenbei erfahren die Leser*innen so auch etwas über die verschiedenen Tiere, dass Leoparden zum Beispiel gute Schwimmer sind, und warum es bei einer Ameisenstraße nie zu einem Stau kommt.

Die Geschichten eignen sich auch zum Vorlesen in der Kita oder zu Hause und regen dazu an, selbst zum Tierforscher zu werden und mehr über die einzelnen Tiere in Erfahrung zu bringen.  

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Lustiges | Tiere | Stadt | Abenteuer
Bewertung: ++
Rez.:
Heike Nickel-Berg

Alphabetakrobaten. Absolut anspruchsvolle außergewöhnlich alliterationsreiche Alphabetabenteuer. Patrick u. Traci Concepción. Ill. von Dawid Ryski. Dt. von Cyra Pfennings. Berlin: Kleine Gestalten 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-89955-743-5, geb.: 14,90 €

Beeindruckend lange und intelligente Alliterationen in der deutschen Sprache.

Wenn Wörter mit demselben Buchstaben beginnen, sprich man von einer Alliteration. Von A wie Attila bis Z wie Zoe werden in dem großflächig illustrierten Buch drei- bis vierzeilige solcher Alliterationen präsentiert und auch visuell aufgenommen. So erfährt man witzige Dinge von verschiedenen Charakteren, die in den kurzen Versen aufgegriffen werden, zum Beispiel vom gigantisch großen Gitarrengott Gustav. Die vielen verwendeten Fremdwörter werden im Glossar im Anhang erklärt, sodass das Buch auch für Kinder geeignet ist. Bei kleineren Kindern bietet es sich an, es gemeinsam zu lesen und Wort für Wort durchzugehen. Witzig sind die kurzen Texte besonders beim lauten Vorlesen, da die vielen Alliterationen schnell einen Versprecher bewirken – ähnlich zu einem Zungenbrecher.
Leider wirken die Texte teilweise sehr konstruiert, sodass zuweilen der Klang vor dem Inhalt zu scheinen kommt. Nichtdestotrotz bietet das Buch einen hohen Unterhaltungsfaktor.

Für Kinder ab ca. 8 Jahren geeignet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Sprache | Sprachspiele | Alphabet
Bewertung: +
Rez.:
Petra-Kristin Bonitz

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Poßberg, Andrea: Krumme Tour auf dem Hühnerhof. Ill. von Corinna Böckmann. Grevenbroich: Südpol 2018. 126 S. : Ill. ; 20 cm. (Die grünen Piraten). ISBN 978-3-943086-51-5, geb.: 8,90 €

Die „Grünen Piraten“, fünf Jugendliche, die sich dem Schutz der Umwelt verpflichtet fühlen, entlarven ein schreckliches Vergehen an Hühnern und Menschen auf ihre Weise.


Wieder einmal kümmert sich die Gruppe um die Rettung ihrer Lebensumwelt. Dieses Mal schaffen sie es in ihrem Wohnort Biebernheim, Hühnern aus einer sehr kümmerlichen und beengten Käfighaltung zu befreien, und zugleich die Verbrecher zu entlarven, die sich an den Hühnern und ihren Eiern bereichern. Zusammenhalt und Freundschaft tragen erheblich dazu bei, dass schließlich alles gelingt und die „Grünen Piraten“, auch mithilfe von einer tollen älteren Dame zu neuen Abenteuern starten können. Die Verfasserinnen Andrea Poßberg (Text) und Corinna Böckmann (Illustrationen) werden sicher dazu beitragen. Das Buch für Kinder ab 8 Jahren liest sich in diesen Tagen der Freitagsdemonstrationen sehr leicht und trägt zur Unterstützung einer grünen Hoffnung bei.

Kinder sollten sich das Buch bei uns ausleihen können und auch ihren Eltern und Geschwistern zum Lesen geben und darüber sprechen, so etwas kann helfen.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Umweltschutz | Tierquälerei | Verbrechen | Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.:
Kurt Triebel

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Arnold, David: Ganz schön kaputte Tage. Und wie Noah Oakman sie sieht. Dt. von Ulrich Thiele. Würzburg: Arena 2019. 433 S. : Ill. ; 21 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-401-60392-6, geb.: 19,00 €

Die Schulzeit nähert sich ihrem Ende und stellt Noah vor die Fragen, was er mit seinem Leben anfangen will und wie er ohne seine besten Freunde klar kommen soll.

Noah steckt in einer Krise. Das letzte Schuljahr steht an und er weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Er lässt sich wegen Rückenschmerzen vom Schwimmteam, dessen große Hoffnung er ist freistellen. Dazu hat er Angst, seine besten Freunde die Zwillinge Val und Alan aus den Augen zu verlieren, wenn sie auf andere Universitäten gehen. In dieser Stimmung lässt er sich auf einer Party betrunken von dem seltsamen Jungen Circuit zu einem Hypnoseexperiment überreden. Obwohl er aus dem Experiment aussteigen möchte, kommt ihm seine Wirklichkeit seltsam verfremdet vor. Sein bester Freund Alan hat plötzlich andere Vorlieben und seine Mutter ziert eine alte Narbe. Dazu fallen ihm Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Menschen auf und er löst das Rätsel um das verblassende Mädchen, ein YouTube Video, das das Älterwerden anhand eines jahrelang täglich fotografierten Gesichtes zeigt. Ausdauernde und nachdenkliche Leser*innen werden von dieser Geschichte um Augmented Reality, der computergestützten Wahrnehmung der realen Welt, überrascht und können sich so mit eigenen Zukunftsängsten und Zweifeln auseinandersetzen.   
  
Ungewöhnliche Lektüre für anspruchsvolle Jugendliche, die sich mit Augmented Reality und/oder Zukunftsängsten beschäftigen.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Erwachsen werden | Angst | Augmented Reality
Bewertung: ++
Rez.: Bärbel McWilliams

Schwindt, Peter: Borderland. Frankfurt: Sauerländer 2018. 271 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7373-5132-4, geb.: 16,00 €

Nach schweren Erlebnissen muss Vincent sein Leben wieder in den Griff bekommen.

Nichts ist mehr, wie es war. Nach dem Tod des Vaters bricht die Mutter zusammen, Vincent und sie müssen in eine kleinere Wohnung ziehen, das geliebte Klavier verkaufen und Vincent muss in eine neue Schule gehen. Als die Mutter ins Krankenhaus kommt, braucht der Sechzehnjährige nur noch für sich zu sorgen, doch er ist traumatisiert und in einem Schockzustand. Da lernt er zwei Mädchen kennen, die mysteriöse Jane, die auf dem Friedhof zu wohnen scheint und die umschwärmte Vida, die ihm in der Schule zu Hilfe kommt, dann aber nichts mehr von ihm wissen möchte. Durch diese Freundschaften verschwimmen für Vincent die Grenzen zwischen dem wirklichen Leben und einer Art „Grenzland", in dem er übernatürliche Dinge erlebt. Ganz langsam beginnt er seine Verzweiflung anzunehmen und sich dem Leben wieder neu zuzuwenden. Der spannende und esoterische Coming of Age-Roman ist schön zu lesen, berührt und macht Mut, den eigenen Weg zu suchen und zu gehen.

Für Jugendliche ab 14 Jahren ein unterhaltsamer, dabei aber tiefgehender, hoffnungsvoller Roman voller Mystik.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Familie | Freundschaft | Vertrauen | Trauer
Bewertung: ++
Rez.: Stefanie Drüsedau

Jn Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik

Mould, Steve: Superstarke Bakterien. Die geheimnisvolle Welt der Mikroben. Ill. von Mark Clifton u.a. Dt. von Susanne Schmidt-Wussow. München: Dorling Kindersley 2018. 72 S. : Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3562-5, geb.: 12,95 €

Die geheimnisvolle Welt der Mikroben anschaulich erklärt.

Die farbliche Gestaltung gibt gleichzeitig eine Aussage über die neun unterschiedlichen Schwerpunkte dieses Buches: Es ist thematisch aufgeteilt, beginnend mit der Frage, was Mikroben sind. Dann schließen sich Informationen u. a. zu Wachstum, Funktion und Besiedlung von Bakterien, Viren, Pilzen und Algen an. Etwas weniger ausführlich werden abschließend Protozoen, Archaeen und winzige Tierchen behandelt. Am Ende steht ein Kapitel über die Geschichte der Mikrobiologie. Abgerundet wird das mit zahlreichen Abbildungen, Fotos und Zeichnungen versehene Sachbuch mit einem Glossar und Register sowie Bildnachweis. Ein unebenes Cover lädt zum Anfassen ein. Insgesamt spricht dieses Buch über kurze, gut gegliederte Texte und mit etwas reißerischer Aufmachung Kinder schnell an. Es lädt zudem zum Blättern ein. Die Bebilderung orientiert sich auf Fotos an Kindern als Protagonisten. Text und Abbildungen ergänzen sich gut.

Für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung Erwachsener, ab ca. 8 Jahren im Selbststudium möglich. Thema und Text/Bild-Vverhältnis dürfte auch Jungen sehr ansprechen.

Signatur: Jn
Schlagworte:
Bakterien
Bewertung: ++
Rez.: 
Ilka Lautner

Js Sozialwissenschaften

Wie ist es, wenn man kein Zuhause hat. Alles über Flucht und Migration. Ceri Roberts. Ill. von Hanane Kai. Dt. von Jonas Bedford-Strohm. Stuttgart: Gabriel 2018. 32 S. : überw. Ill. ; 23 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-522-30511-2, geb.: 10,00 €

Ein Sachbuch, das nicht nur informieren will, sondern auch zum Mitfühlen und zum Helfen einlädt.

Aspekte des Themas Migration/Flucht werden unter Überschriften wie „Woher kommen sie?“ oder „Asyl beantragen“ in diesem Buch klar und im Umfang angemessen erläutert. Es ist viel von Hilfsbereitschaft, nie von Fremdenfeindlichkeit oder Angst vor dem Fremden die Rede; am Ende steht die Einladung, selbst auch aktiv zu werden, dazu zwei Seiten mit Adressen von Hilfsorganisationen. Die Autorin geht davon aus, dass die Lesenden nicht auf eigene/familiäre „Migrationserfahrungen“ zurückblicken (wobei das Wort Migration nur im Titel vorkommt und auch bei den Worterklärungen am Ende fehlt). Insgesamt werden nach meinem Eindruck Geflüchtete eher als „die Anderen“ begriffen und erscheinen vor allem als Objekte der Fürsorge. Die Texte sind in die doppelseitigen Illustrationen in Braun- und Grüntönen gedruckt. Die großen Köpfe der Kinder sind auffällig, etwas verwunderlich die helle Haut sämtlicher Personen und die Katze als ständige Begleiterin auf der Flucht (selbst im Lastwagen).

Einsetzbar im Schulunterricht (etwa ab 3. Klasse, wobei es dafür fast zu „bilderbuchmäßig“ wirkt), aber nicht als einziges Buch zum Thema.

Signatur: Js
Schlagwoorte: Flucht | Migration | Asyl
Bewertung: +
Rez.:
Griet Petersen

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Blum, Helga u. Weltzer, Wiltrud: Ein Helfer kommt selten allein. Eine Geschichte für Senioren. Großdruck. München: Reinhardt 2019. 97 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-497-02851-1, kt.: 9,90 €

Eine Geschichte über das Helfen und Hilfe annehmen.

Von einer Urlaubsreise zurückgekehrt, erleidet Renate Wolfrum einen heftigen Rheumaschub. Die Treppe zu ihrer Wohnung wird ein Problem. Und wer kann ihren Hund Gassi führen? Vorübergehend kommt sie in der Familie ihres Sohnes unter. Renate, die immer gerne selber geholfen hat, tut sich schwer damit, auf Hilfe angewiesen zu sein. Sie will niemandem zur Last fallen. Kurzerhand organisiert ihre Freundin Marie einen Helferkreis aus Familie, Freunden und Bekannten. Auch wenn es nicht immer leicht ist, von so vielen Helfern umgeben zu sein,  ermöglichen diese, dass  Renate wieder zurück in ihre  eigene Wohnung kann. Als dann noch die Erdgeschosswohnung in ihrem Haus frei wird, kann sie dorthin ziehen. Erholt von einer Kur, feiert sie dann als Dankeschön mit ihrem Helferkreis ein Fest. Helga Blum und Wiltrud Weltzer ist mit dieser Geschichte ein kurzweiliges Lesevergnügen gelungen.

Sehr gut geeignet zum Vorlesen im Seniorenkreis oder auch als Geschenk.

Signatur: SL
Schlagworte:
Alter | Hilfe | Gemeinschaft | Nachbarschaftshilfe
Bewertung: ++
Rez.:
Christine Stockstrom

 

Dyckerhoff, Henriette: Was man unter Wasser sehen kann. Roman. Berlin: Rütten & Loening 2019. 378 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-352-00924-2, geb.: 20,00 €

Als ihre Mutter verschwindet, sucht Luca sie überall. Erst langsam begreift sie, warum ihr im Dorf niemand hilft.

Um der Enge ihres Heimatdorfes zu entkommen, ist Luca nach Berlin gezogen. Als ihre Mutter ihren Besuch ankündigt und nicht in Berlin ankommt, macht sie sich widerwillig auf den Weg in ihre Heimat, um nach ihrer Mutter zu suchen. Luca verbindet mit dem Dorf und ihrer Jugend zwischen Mutter und Großmutter keine glücklichen Gefühle. Luca war schon immer eine Außenseiterin. Dass sie das Dorf verlassen hat, um zu studieren, verzeiht man ihr dort nicht. Bei ihren Nachforschungen erfährt sie, dass die Feindschaften im Dorf und das schwierige Verhältnis zwischen ihrer Mutter und Großmutter in der Geschichte des Dorfes ihren Ursprung haben. Als vor Jahren die Talsperre gebaut wurde, wurden die Menschen umgesiedelt und verloren ihre Wurzeln, den Zusammenhalt. Gegen viele Widerstände erfährt Luca so viel aus dem Leben ihrer Mutter, dass sie sich das Verschwinden ihrer Mutter ansatzweise erklären kann. Der Roman über Heimat und Identitätssuche ist keine große Literatur, liest sich aber gut.

Bei Bedarf nach leichter und gut lesbarer, aber nicht seichter Literatur.

Signatur: SL
Schlagworte:
Heimat | Identität | Selbstfindung
Bewertung: ++
Rez.: Eva Basler

Jaumann, Bernhard: Der Turm der blauen Pferde. Ein Fall der Kunstdetektei Schleewitz. Kriminalroman. Köln: Galiani Berlin 2019. 328 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-86971-141-6, kt.: 15,00 €

Ist das gefundene Gemälde von Franz Marc echt oder eine Fälschung? Eine Kunstdetektei recherchiert.

Ein reicher Industrieller meldet sich bei einer Kunstdetektei und erzählt, das von den Nazis als entartete Kunst bezeichnete Gemälde "Der Turm der blauen Pferde" erstanden zu haben. Was er berichtet hört sich ziemlich abenteuerlich an. Die Mitarbeitenden der Detektei versuchen nun, den Verbleib des Bildes in den letzten siebzig Jahren nachzuvollziehen. Sie kommen dem 1945 noch sehr jungen Ludwig Raithmaier auf die Spur. Dieser hatte damals das Bild in einem Zug entdeckt, mitgenommen und versteckt. Jahre später hing es, möglich gemacht durch einen Trick, offen im Wohnzimmer dieses Mannes. Nach  seinem Tod erbte der Enkel das Gemälde, malte es mit einer Besessenheit nach bis keine Unterschiede mehr auszumachen waren und bot es, weil er Geld brauchte, zum Verkauf an. - Die verschiedenen Erzählstränge, die Recherche, die Vergangenheit oder das Privatleben der einzelnen Detektive finden schwer zueinander. Manche Personen hat man beim Lesen schon vergessen, da tauchen sie nochmal auf.  

Für Büchereien mit großer Nachfrage nach Kriminalromanen gut geeignet.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Kunst | Detektiv
Bewertung: ++
Rez.:
Christine Schwendener

Laurain, Antoine: Ein Tropfen vom Glück. Roman. Dt. von Claudia Kalscheuer. Hamburg: Atlantik 2019. 253 S. ; 21 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-455-00540-0, geb.: 20,00 €

Drei Pariser und ein Amerikaner erleben eine unerwartete Reise ins Paris der 50er Jahre.

Nachdem sie gemeinsam eine Flasche Rotwein aus dem Jahr 1954 getrunken haben, finden sich die Pariser Nachbarn Hubert, Julien und Magalie sowie der Amerikaner Bob plötzlich in Paris im Jahr des Weines wieder. Die Handys haben kein Netz, ihr Geld ist wertlos und sie stehen ohne Wohnung da. Denn in ihren Wohnungen wohnen die Bewohner der 50er Jahre und es ist die Zeit des Francs. Dank der harten Dollars von Bob sind sie in der Lage, das alte Paris zu entdecken. Sie erkunden die alten Halles, treffen auf berühmte Künstler und genießen das entschleunigte Tempo in ihrer Stadt. Die drei Pariser sehen ihre längst verstorbenen Verwandten und kommen Familiengeheimnissen auf die Spur. Trotzdem wollen sie zurück ins Jetzt. Ob ihnen das gelingt? - Man merkt dem Autor an, dass er auch Drehbücher schreibt. Mit einer bildhaften Sprache wird man als Leser mühelos mitgenommen in das Paris von vor 65 Jahren. Etwas rätselhaft ist lediglich das Ende des Buches, das jedoch ist zu verschmerzen.

So kitschig der Titel, so wunderbar charmant ist diese Geschichte erzählt. Man lässt sich gerne mitnehmen auf eine Zeitreise nach Paris. Gerne empfohlen für eine breite Leserschaft.

Signatur: SL
Schlagworte: Zeitreise | Paris
Bewertung: ++
Rez.: Helena Schäuble

Leyshon, Nell: Der Wald. Roman. Dt. von Wibke Kuhn. München: Eisele 2019. 395 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-96161-052-5, geb.: 22,00 €

Was ist, wenn ein großbürgerlicher Haushalt im Krieg in den Widerstand geht? Hält die Pianistin stand? Kitsch und Kunst?

Polnisches Bürgertum, Intelligenz und Widerstand gegen die deutsche Besatzung, die Kriegstreiberei und den Judenhass. Aus der Sicht eines zarten Kindes erzählt, das genau beobachtet, wie der Vater in der Wildheit der Illegalität auflebt, die Großmutter als Ärztin ihrem eisernen Ethos des Helfens treu bleibt und die Mutter (Pianistin) unter den Veränderungen fast zusammenbricht. Ein britischer Pilot, dessen Leben im Haus der Großmutter gerettet wird, treibt die Gefahr auf die Spitze. Ärztin und Tante werden deportiert. Die Mutter muss mit dem Jungen untertauchen. Auf dem Land finden sie Unterschlupf bei einer weisen Alten, die ihnen hilft und das Kind auf selbstverständliche Weise durch die Angst begleitet. Sie malen die Wände der Kate an. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges geht die Pianistin mit dem Sohn nach Großbritannien, findet eine neue Liebe und ein gutes Leben. Der Sohn wird erfolgreicher Illustrator. Sein Coming-out gegenüber der Mutter fällt ihm schwer.

Für Freund*innen von Familiengeschichten.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krieg | Versteck | Würde | Macht
Bewertung: +
Rez.: Christiane Thiel

Norton, Graham: Eine irische Familiengeschichte. Roman. Dt. von Silke Jellinghaus. Reinbek: Kindler 2019. 347 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-463-40720-3, geb.: 22,00 €

Elizabeth, die in New York lebt, kehrt nach dem Tod der Mutter zum ersten Mal wieder in ihr irisches Heimatdorf zurück.

In einem kleinen Ort in der Nähe von Dublin steht das Haus, in dem Elizabeth aufgewachsen ist. Beim Auflösen des Haushalts ihrer verstorbenen Mutter findet sie ein Bündel Briefe ihres Vaters, den sie nie kennenlernte. Als noch ein Anwalt eine Erbschaft ankündigt, begibt sie sich auf Spurensuche. Die Erzählung wechselt zwischen dem Heute und dem Gestern, als Elizabeths Eltern sich an der Westküste Irlands kennenlernten, hin und her. Die Örtlichkeiten kennt Norton genau, aufgewachsen in Irland, später auch in New York zuhause, hat er sich v. a. als Entertainer, Fernsehmoderator und Schauspieler einen Namen gemacht. 2017 erschien die dt. Fassung seines Erstlings "Ein irischer Dorfpolizist", der 2016 als bester irischer Roman ausgezeichnet und verfilmt wurde. "Eine irische Familiengeschichte" ist spannend und unterhaltsam geschrieben. Vielleicht hier und da etwas überfrachtet mit dunklen Geheimnissen trifft sie sicher den Geschmack zahlreicher Leser und Leserinnen.

Spannende Lektüre ohne Tiefgang - nach Bedarf einsetzbar.

Signatur: SL
Schlagworte:
Irland | Familie
Bewertung: +++
Rez.: Bettina Wolf

Nousiainen, Miika: Verrückt nach Schweden. Roman. Dt. von Elina Kritzokat. München: Nagel & Kimche 2019. 237 S. ; 21 cm. Aus d. Finn. ISBN 978-3-312-01118-6, geb.: 21,00 €

Mikko Vertanen ist im falschen Land aufgewachsen. In Finnland geboren, wäre er eigentlich viel lieber Schwede. Wie wird aus ihm ein echter Schwede?

Mikko Vertanen ist Finne, wäre aber viel lieber Schwede. In Schweden ist einfach alles besser. Schweden sind empathischer, offener und glücklicher. Aber wie wird man Schwede? Als Mikko die Bekanntschaft des lebensmüden Schweden Mikael macht, ergreift er die Gelegenheit einfach beim Schopf. Er übernimmt dessen Identität, heiratet eine schwedische Frau, gründet eine schwedische Familie und führt von nun an ein richtiges schwedisches Leben. Bald droht sein Coup aufzufliegen.  Der erste ins Deutsche übersetzte Roman des finnischen TV-Journalisten „Die Wurzel alles Guten“ (2017) war in Finnland ein Bestseller und wird jetzt verfilmt. Fatalerweise lernt Mikko die ersten Schweden im Ausland in Thailand kennen, wo diese ihren Weihnachtsurlaub verbringen. In Schweden ist anscheinend doch nicht alles gold, was glänzt. Sehr schräger, zum Teil makabrer Humor, der mir persönlich über das Ziel hinausgeschossen ist.

Für Skandinavien-Liebhaber und Freunde des skurrilen schwarzen Humors. Für Bibliotheken, in denen der erste Titel gut angenommen wurde.

Signatur: SL
Schlagworte:
Finnland | Schweden | Humor
Bewertung: +
Rez.: Anke Märk-Bürmann

Schertenleib, Hansjörg: Die Hummerzange. Ein Maine-Krimi. Roman. Zürich: Kampa 2019. 264 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-311-12004-9, kt.: 16,90 €

Der verhasste Geschäftsmann Dunbar treibt tot im Meer, im Auge eine Hummerzange. Ex-Polizistin Corinna ermittelt.

Die pensionierte Schweizer Kriminalpolizistin Corinna hat in ihrem Ferienhäuschen im US-Bundesstaat Maine eine neue Heimat gefunden. Obwohl die trockene Alkoholikerin nicht erst seit dem Unfalltod ihres Mannes vor neun Monaten medikamentensüchtig ist, bekommt sie ihr Leben einigermaßen auf die Reihe. Eines Tages sieht sie einen Toten im Meer treiben. Es handelt sich um den heimtückischen Geschäftsmann Norman Dunbar, der jede Menge Feinde hat. Ein grausames Detail macht Ermittlerin Corinna zu schaffen: Aus dem Auge des Toten ragt eine Hummerzange. Dieses Buch macht es einem nicht leicht, es gerne zu lesen. Fast ausnahmslos jede der handelnden Personen, allen voran Corinna, ist unsympathisch. Dazu kommt noch ein wenig geschliffener Stil mit viel zu vielen Nebensätzen und eine irritierende Sprunghaftigkeit im Denken und Handeln der Protagonisten. Ohne erzählerische Höhepunkte oder überraschende Wendungen kann der mäßig spannende Krimi nur geduldigen Fans des Autors empfohlen werden.

Ausschließlich für große Bestände.

Signatur: SL
Schlagworte: US-Amerika | Krimi | Detektivin
Bewertung: +
Rez.:
Martina Mattes

P Philosophie, Psychologie, Pädagogik

Kohler, Britta: Gelassen durch die Grundschule. Antworten auf die 55 wichtigsten Elternfragen. von A wie Aufmerksamkeit bis Z wie Zeugnis. Weinheim: Beltz 2019. 210 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-86506-9, kt.: 14,95 €

Tipps und Antworten auf wichtige Fragen rund um die Grundschulzeit.

Die dreifache Mutter, Erziehungswissenschaftlerin und Schulpädagogin Britta Kohler widmet sich den Themen der Grundschulzeit. Sie möchte Eltern befähigen, ihre Kinder mit Spa? an der Schule zu begleiten. Dabei geht es zunächst um Fertigkeiten, wie selbstständiges An- und Ausziehen, Überlegungen zur Feier des ersten Schultages und zum möglichen Kauf eines Schreibtisches. Köhler erklärt, welche Arten des Schreiben- und Rechnen-Lernens es gibt, ob Hausaufgaben wichtig sind und wie umgehen mit Mobbing, Schulunlust und schlechten Noten. Was macht eine gute Nachmittagsbetreuung aus und sollte mein Kind die Klasse überspringen? Besonderen Herausforderungen, wie Legasthenie oder Rechenschwäche, Autismusspektrumsstörungen, ADHS oder Hochbegabung widmet Köhler weitere Kapitel. Ihr Fazit: Eltern sollten eine gute Balance finden zwischen dem Gewähren von Freiheit und dem Bieten von Rückhalt, die Kinder in Lösungen einbeziehen und sich ggf. Hilfe bei Beratungsstellen holen.

Der Ratgeber löst den Anspruch Hintergrundwissen zu vermitteln auf verständliche und die Eltern ermutigende Weise ein.

Signatur: Pc 4
Schlagworte: LGrundschule | Erziehung | Familie
Bewertung: ++
Rez.: Christine Helming

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Bunk, Anneliese u. Schubert, Nadine: Besser leben ohne Plastik. Tipps und Rezepte, die zeigen, wie es anders geht. 14. Aufl. München: Oekom 2016. 108 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-86581-784-6, kt.: 13,00 €

Ratgeber mit Rezeptideen zur Vermeidung von Plastik und anderen Verpackungen.

Schädliche Inhaltsstoffe von Plastikverpackungen und Produkten gelangen in die Umwelt, bedrohen die Artenvielfalt und machen krank. Viele ärgern sich über den vielen Plastikmüll, der täglich in unseren gelben Säcken landet. Anneliese Bunk und Nadine Schubert zeigen in ihrem bereits 2016 erstmalig erschienenen Ratgeber, wie es anders geht.  Bekannte und weniger bekannte Tipps zum Sparen von Verpackungsmüll  werden dem Leser gut verständlich nahe gebracht. Einfach umzusetzende Tipps wie die Nutzung von Seife statt Duschgel und zeitaufwändigere Lösungen, wie die Herstellung von Babyfeuchttüchern mit Kokosöl oder Ideen aus Omas Naturapotheke werden beschrieben. Wie Kinder schadstofffrei aufwachsen können, die Wäsche, die Wohnumgebung und die Kleidung  umweltverträglich gestaltet werden kann, zeigen weitere Kapitel. Generell gilt: weniger kaufen, länger nutzen und reparieren. Der auf umweltfreundlichem Papier gedruckte Ratgeber hält eine Fülle wirklich guter Tipps bereit.

Das Einsteigerbuch zur umweltverträglichen Gestaltung unseres Lebensumfelds sollte in keiner Bibliothek fehlen.

Signatur: Ra 1
Schlagworte: Plastik | Umweltschutz | Naturrezepte
Bewertung: +++
Rez.: Christine Helming