Newsletter „Bücherei" 07+08/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

In unserer Juli-August-Ausgabe erwartet Sie ein sommerbuntes Potpourrie an Titeln. Nick erlebt mit seiner eigentbrötlerischen Oma eine verbindendes Abenteuer am Meer (Nick und der Sommer mit Oma), die ziemlich besten Schwestern Flo und Mimi machen Urlaub in Italien und „Ab in die Sonne“ versammelt gleich acht Bilderbücher in einer preisverwerten Sonderausgabe. Da für einige Kinder der Schulstart kurz bevorsteht, haben wir zudem drei Titel ausgewählt, die ihnen (und ihren Eltern) dabei helfen sollen, sich auf diesen großen Schritt vorzubereiten.

Für die Erwachsenen wird es spannend und unterhaltsam: Hauptkommissar Moses  ermittelt in Hamburg im Fall eines ertrunkenen Waschsalon-Besitzers (Moses und das Schiff der Toten), der Sommerkrimi „Ins Schwarze“ spielt gekonnt mit Realität und Fiktion; Klara verarbeitet eine Trennung in Utrecht (Frühling in Utrecht) und Freigeist Zoe und Technikfreak Martin lernen auf dem Jakobsweg - nach einigen Hürden - ihre Selbstzweifel zu überwinden (Zum Glück gibt es Umwege).

Sonnige, erholsame Urlaubstage und viel Spaß bei spannender Lektüre wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
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Jm 1 Bilderbücher

Ab in die Sonne. Die schönsten Sommergeschichten. Mit Beiträgen von Marcus Pfister u.a. Ill. von Kazuo Iwamura u.a. Zürich: Nord-Süd Verl. 2019. 170 S. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-314-10480-0, geb.: 20,00 €

Acht sommerliche Bilderbücher in einer preiswerten Sammelausgabe.

Wer einen großen Ferienkoffer hat, wird dieses Sammelbilderbuch lieben. Überwiegend bekannte Bilderbuchfiguren erleben sommerliche Abenteuer. Der Hase Pauli erfährt, dass man nicht unbedingt weit reisen muss um Spaß zu haben. Das Mädchen Lisa freundet sich mit einer Mohnblume an und erlebt Vergänglichkeit und - weil es einen langen Atem hat - einen Neuanfang. Ein kleines Krokodil, das absolut keine Lust auf Wasser hat, ist in Wirklichkeit ein feuerspeiender Drache. Die Sieben Mäuse der bekannten Bilderbuchreihe von Yamashita und Iwamura retten ihren Papa, der auf einem Felsen eingeschlafen ist, mit Hilfe ihrer zusammengebundenen Schwimmreifen und der Frosch Valentino freundet sich mit einem Storchenmädchen an und akzeptiert, dass er kein Prinz, sondern einfach ein Frosch ist. 10 von Anna Vojtech geheimnisvoll aufs Papier gebannte Glühwürmchen lehren das Zählen, Frau Bär und Herr Hase fahren in Urlaub und Roxane muss einiges ausprobieren, um mit Schildkröte, Buch, Sonnenschirm, Ball und Baby an die Küste zu kommen.

Heitere, einfache Sommergeschichten, die alle zwischen 2000 und 2018 schon als Einzelausgaben erschienen sind, eignen sich für sommerliche Vorlesestunden und die Ausleihe vor den Ferien.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ferien | Meer | Familie | Abenteuer
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

Bauer Beck im Versteck. Christian Tielmann. Ill. von Daniel Napp. Frankfurt: Sauerländer 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-7373-5591-9, geb.: 14,99 €

Ein turbulentes Bauernhofabenteuer mit Bauer Beck und seinen Tieren.

Bauer Beck und seine Tiere brauchen ihren Schlaf. Der ist aber empfindlich gestört: Die Kuh schreit so laut, weil das Pferd sie getreten hat. Und das Pferd hat die Kuh getreten, weil das Schaf und die Ziege so laut gemeckert haben. Und die Ziegen meckern, weil die Hühner streiten ... Seit Tagen geht das nun schon so, deshalb legt der Bauer sich auf die Lauer und entdeckt jede Menge Mäuse auf dem Dachboden. Klar, dass die weg müssen. Aber auch klar, dass das so einfach dann doch nicht ist ...Ein äußerst lustiges Buch, das von vielseitigen Illustrationen lebt.

Ein tolles Bilderbuch, das sich zum Vorlesen im Kindergartenalter und für die erste Klasse anbietet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Bauernhof | Tiere
Bewertung: +++
Rez.: Andrea Schmidt

Davies, Benji: Nick und der Sommer mit Oma. Dt. von Johanna Hohnhold. Stuttgart: Aladin 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8489-0165-4, geb.: 14,95 €

Nick verbringt die Ferien bei seiner eigenbrötlerischen Oma auf einer Insel. Ein Abenteuer auf dem Meer führt zu einer ersten Annäherung.

Es ist ein weiter Weg zu Omas Haus. Sie lebt ganz allein auf einem Felsen mitten im Meer. Der kleine Nick findet Oma ein bisschen sonderbar. Außerdem hat sie nie Zeit zum Spielen. Heimlich schleicht er sich in aller Herrgottsfrüh bei Ebbe hinaus ins Freie. In der Ferne mitten im Meer entdeckt er eine Höhle, in die er klettert. Plötzlich kommt Sturm auf und ein erschöpftes Vögelchen flattert dem Jungen entgegen. Der Junge vergisst seine Angst, hält das Tier geborgen in seinen Händen und tritt im tosenden Regen den Rückweg an. Da sieht er ein Segel durch das Wasser schnellen: Oma! Schon auf der ersten Seite wird einem warm ums Herz, wenn man sich den putzigen Nick mit seinem großen Kopf, den schwarzen Knopfaugen und der runden Mütze anschaut. Dass er sich in Gefahr begibt und heil davonkommt, lässt die Spannung in Beruhigung übergehen; dass er und Oma sich dabei als Vogel-Retter erweisen, gibt dem bildhübschen Buch eine besondere Qualität. Es hat auf jeden Fall das Zeug zur Lieblings-Lektüre.

Ein Bilderbuch der besonderen Art, das Betrachter wie Vorlesende gleichermaßen glücklich macht. Unbedingt einstellen. Ab 4.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Meer | Tiere | Großeltern
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Inki - ein Tintenfisch kommt in die Schule. Andreas Schlüter. Ill. von Dirk Hennig. Hamburg: Oetinger 2019. 57 S. : überw. Ill. ; 22 cm. (Lesestarter ; 2. Lesestufe). ISBN 978-3-7891-0970-6, geb.: 8,00 €

Inki kommt in die Schule. Dort findet er Freunde und übersteht mit diesen das erste Abenteuer in der Schule.

Inki ist, wie man es schon vermuten kann, ein Tintenfisch. Er kommt in die Schule und muss zunächst verdauen, dass er nicht neben seinem besten Freund Krako, einer Krake, sitzen darf. Die beiden freunden sich aber schnell mit ihren Sitznachbarn an und verbringen mit diesen die Pause. Die gefällt ihnen natürlich am besten. Dort erleben sie auch direkt ihr erstes Abenteuer. Zu viert hecken sie eine Plan aus und zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man zusammen hält. Andreas Schlüter entführt etwas geübtere Leser*innen in eine Welt unter Wasser. Dort genießen sie eine Geschichte über den Schulanfang, die Aufregung deshalb und das Finden neuer Freunde. Und ganz nebenbei lernt man noch jede Menge Tiere der Meere kennen. Der Text ist groß geschrieben und kurz, so dass Kinder damit gut zurecht kommen. Den Inhalt unterstützt Dirk Hennig mit ausdrucksstarken, klar gezeichneten Bildern.Hinten finden sich, typisch für die Lesestarterbücher, motivierende Rätsel.

Ein schönes Buch über den Schulstart und damit verbundene Begebenheiten. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schulstart | Freundschaft | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Tanja Bullerkotte

Schröder, Patricia: Paolina Plapperina und der Wackelzahn-Schulalarm. Ill. von Susanne Göhlich. Bamberg: Magellan 2019. 113 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7348-2840-9, geb.: 14,00 €

Paolina freut sich riesig auf die Schule, aber ihr bester Freund Ben mit den genialen Ideen muss mit.

Paolina und ihr bester Freund Ben gehen nur noch ein paar Tage in den Kindergarten. Danach beginnt das große Abenteuer Schule. Für Paolina ist klar: Sie wechselt nur in die Schule wenn Ben auch mitkommen darf. Ben aber hüpft ständig herum, hat viele kleine Unfälle und noch mehr verrückte Ideen. Bei der Übernachtung im Kindergarten zum Beispiel wollte er schauen, ob es in seiner Tube oder in der von Paolina mehr Zahnpasta hat. Also haben sie im Badezimmer angefangen und eine schöne Linie Zahnpasta bis weit in den Flur hinein gezogen. Da die Erwachsenen wenig Begeisterung für solche Experimente zeigen, hat Paolina ein mulmiges Gefühl im Bauch und fürchtet, Ben dürfe trotz Zahnlücke und schon gekauftem Ranzen nicht in die Schule. Also muss ein Plan her, wie Ben auch zur Einschulung mit kann. - Humorvoll wird auf den Wechsel vom Kindergarten in die Schule und auf die Sorgen der Kinder in diesem spannenden Lebensabschnitt eingegangen.

Bestens geeignet zum Vorlesen für Jungen und Mädchen, die vor der Einschulung stehen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Einschulung | Freundschaft | Schulanfang
Bewertung: ++
Rez.: Christine Schwendener

Die tollste Schultüte der Welt. Christian Tielmann. Ill. von Daniela Kunkel. Frankfurt: Duden 2019. 31 S. : überw. Ill. ; 17 cm. (Leseprofi ;  Leseanfang). ISBN 978-3-7373-3406-8, kt.: 3,99 €

Jette und ihre Mutter erleben einen Neuanfang.

Jette und ihre Mama sind umgezogen. Zudem steht Jette vor der Einschulung. Jedoch beginnt nicht nur für sie ein neuer Lebensabschnitt, sondern glücklicherweise ist ihre Mutter Lehrerin und fängt an ihrer Schule zu unterrichten an. In prägnanten Sätzen wird der Prozess des Schulanfangs kindgerecht beschrieben. Auch die kindlichen Ängste finden Platz und werden pädagogisch wertvoll aufgearbeitet. Die Besonderheit in diesem Buch liegt in der Textgestaltung. Vereinzelte Wörter sind in Großbuchstaben geschrieben, so dass auch jüngere Kinder die Möglichkeit haben, anhand des Wortbildes zu lesen. Die großgeschriebenen Wörter werden meist auch wiederholt dargestellt, so dass durch den Wiedererkennungseffekt das ganze Wort verinnerlicht und zugleich auf einfache Weise gelernt wird. Die Illustrationen sind farbig und visualisieren den Inhalt.

Das handliche Format ist besonders für Autofahrten geeignet. In Kindergärten und Grundschulen kann diese Lektüre auch zur Freiarbeit angeboten werden. NA!

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Schulanfang | Umzug | Neubeginn
Bewertung: +++
Rez.:
Eva Wimmer

Welk, Sarah: Ziemlich beste Schwestern - Volle Kanne Urlaub. Ill. von Sharon Harmer. München: arsEdition 2019. 119 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8458-2742-1, geb.: 10,00 €

Abenteuerliche Ferien mit Mimi und Flo.

Mit dem bereits vierten Band der beliebten Kinderbuchreihe ist der Autorin wieder ein hervorragendes Buch gelungen. Die Schriftgröße, das ansprechende Cover des Buches und der Text passen sehr gut zusammen und regen zum Selbstlesen und Vorlesen an. Thema des Buches ist der Familienurlaub in Italien. Mama, Papa, Flo und Mimi fahren am letzten Tag vor den Osterferien mit dem Auto nach Italien. Die Aufregung ist groß, Mama muss noch packen, Papa das Auto einräumen und die beiden Schwestern sich eigentlich von ihren geliebten Kaninchen verabschieden. Aber die sehen beide gerade so niedlich aus, davon mögen sich Mimi und Flo nicht trennen und schmuggeln sie kurzerhand mit ins Auto. In Italien angekommen genießen sie die Ferien an einem wunderbaren Strand, buddeln Papa bis zum Hals ein, finden Schätze, bestaunen eine Osterprozession und tauchen im Dorfbrunnen nach Goldfischen. Die beliebte Reihe um die quirligen Schwestern wird fortgesetzt.

Das Buch ist sehr ansprechend illustriert und die turbulenten Abenteuer der beiden Schwestern machen viel Spaß.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Urlaub | Familie | Abenteuer
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Rojek

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Kinney, Jeff: Ruperts Tagebuch - Zu nett für diese Welt! Jetzt rede ich! Dt. von Dietmar Schmidt. Köln: Baumhaus 2019. 217 S. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. amerikan. Engl. ISBN 978-3-8339-0601-5, geb.: 14,99 €

Rupert schreibt Tagebuch und doch fast nur über seinen Freund Greg.

Greg, der allen durch seine Tagebücher schon gut bekannt ist, hat einen besten Freund, nämlich Rupert. Rupert will jetzt auch Tagebuch schreiben, macht das aber heimlich, weil er nicht als Nachmacher gelten will. Er fängt damit an, zu erzählen wie Greg und er sich kennengelernt haben und wie sie beste Freunde wurden. Rupert, mehr so der zögernde Mitläufer, ist fasziniert vom Einfallsreichtum, den schrägen Ideen und der Fantasie seines Freundes. Ständig geraten sie in skurrile Situationen und müssen sich so manches Mal herausreden. Rupert schreibt Tagebuch aber eigentlich schreibt er über Greg. - Ein Comic-Roman, der auch optisch an Gregs Tagebücher anschließt. Mit viel Witz beschreibt der Autor die Freundschaft zwischen den zwei Jungs. Als Leser*in tendiert man dazu, seine Sympathie Rupert zu schenken, denn er kommt in dieser Beziehung immer ein bisschen unter die Räder.

Ruperts Tagebuch ist eine kurzweilige Lektüre, mit der man auch Wenig-Leser locken kann. Ab 10 Jahren.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Freundschaft | Jungen | Comic
Bewertung: ++
Rez.:
Christine Schwendener

Schöne, Christoph: Was geht im Beet? Ein Garten-Krimi. Ill. von Tessa Rath. Berlin: Ueberreuter 2019. 151 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7641-5152-2, geb.: 12,95 €

Endlich Gartenbesitzer! Während Tims Eltern im siebten Himmel schweben, fürchtet er, vor allem Unkraut jäten zu müssen.

Tim und seine Eltern haben endlich eines der begehrten Grundstücke mit Häuschen in einer Schrebergarten-Kolonie zugeteilt bekommen. Der verstorbene Vorbesitzer des Geländes hat der Familie nicht nur einen gepflegten Garten, sondern auch eine muffige Hütte hinterlassen, in der sich prompt eine seltsame Liste mit Totenköpfen findet. War der alte Herr etwa ein Massenmörder? Tims Freund sowie Mia und Nele aus den Nachbargärten machen sich voller Elan ans Ermitteln. Als beim Versenken von Blumenzwiebeln auch noch Wirbelknochen auftauchen, scheint die These, es mit Mord und Totschlag zu tun zu haben, bewiesen. Außerdem birgt die Kolonie noch weitere Geheimnisse und auch der joviale Schrebergarten-Chef scheint es faustdick hinter den Ohren zu haben. - Schrullige Charaktere und selbstbewusste Kinder stellen das Personal dieses Kinderkrimis. Leider hat die Geschichte sprachliche Mängel und ist auch sonst nicht wirklich überzeugend - zu viele Spannungsbögen verlaufen im Nichts.

Bei Bedarf. Kein Muss.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Krimi | Freunde | Garten
Bewertung: +
Rez.: Margarete Barth-Specht

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Brooks, Kevin: Deathland Dogs. Roman. Dt. von Uwe-Michael Gutzschhahn. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2019. 537 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-423-76236-6, geb.: 18,95 €

In ferner Zukunft: in einer menschenfeindlichen Welt kämpfen zwei verfeindete Stämme um die letzten Ressourcen.

In einer Welt, die durch Kriege und Umweltkatastrophen zerstört wurde, kämpfen die letzten verbliebenen Menschen ums nackte Überleben.  Ein Clan hat sich in einer verfallenen Küstenstadt verschanzt, die von einem zahlenmäßig überlegenen feindlichen Stamm belagert wird. Die Festungsstadt ist praktisch uneinnehmbar, hat aber nur wenig Wasservorräte. Der Sieg der Belagerer scheint nur eine Frage der Zeit. Der Protagonist und Erzähler Jeet, bei einem Hunderudel in den Deathlands aufgewachsen, lebt nun unter den Menschen in der Küstenstadt, fühlt sich seinem Rudel aber immer noch verbunden. Dank seiner geschärften Sinne soll er eine Geheimmission im feindlichen Lager durchführen. Dabei kommt er einem Verräter auf die Spur und wird zur zentralen Figur im letzten entscheidenden Kampf. Brooks entwirft hier eine Dystopie mit einem Mix aus Mittelalteratmosphäre und einem Schuss "Dschungelbuch". Die actionreiche und spannende Handlung gipfelt in einer gewaltigen und blutigen Katastrophe.

Ein packendes Endzeitabenteuer, das Jugendliche und Brooks-Fans begeistern wird. Ab 14.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Dystopie | Fantasy | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Wolfgang Vetter

Kiefer, Lena: Ophelia Scale - Die Welt wird brennen. München: cbj 2019. 461 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-570-16542-3, geb.: 18,00 €

In diesem Zukunfts-Roman geht es um ein Mädchen, das den Verlust ihrer größten Leidenschaft rächen will.

Die Welt der 18-jährigen Ophelia Scale ist zerstört: Seit der sogenannten Abkehr vor sechs Jahren ist jegliche Technologie in England gesetzlich verboten. Das früher sehr technikbegeisterte Mädchen schließt sich einem Widerstand gegen den König an und sucht nun nach einer Möglichkeit, ihn zu stürzen. Doch als sie die Chance bekommt, sich im Geheimdienst einzuschleusen und ein Attentat anzuzetteln, geraten ihre Pläne außer Kontrolle: Sie verliebt sich ausgerechnet in Lucien, den Bruder des Königs, und auf einmal wird ihr ganzes Wissen über die Abkehr infrage gestellt. Wem kann sie jetzt noch trauen?
Der erste Teil der Zukunfts-Trilogie ist spannend geschrieben und fesselt den Leser*innen an die Geschichte, die teilweise durch Rückblicke wiedergegeben wird.

Der Roman ist für Science-Fiction-Fans ab 14 Jahren sehr gut geeignet und macht Lust auf den nächsten Band.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Science-Fiction | Technik | Liebe | England
Bewertung: +++
Rez.:
Caroline Peter

Jn Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik

Mein erstes großes Buch vom Meer. Nicola Davies. Ill. von Emily Sutton. Dt. von Ebi Naumann. Stuttgart: Aladin 2019. 105 S. : überw. Ill. ; 30 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8489-0152-4, geb.: 25,00 €

Mit großformatigen Bildern und kleinen Texten wird Kindern der Lebensraum Meer nahegebracht.

Das großformatige Buch über das Meer ist in vier Kapitel unterteilt. Zuerst befindet man sich „Unten am Strand“, dann geht es auf „Reisen“ und „Unter das Meer“, schließlich werden noch „Wunder“ entdeckt, wie etwa der Gesang des Wals. Die ansprechenden Illustrationen füllen die Doppelseiten komplett aus. Hafen- und Standszenen sind mit vielen Details dargestellt, die Tiere sind gut erkennbar. Häufig sind die Texte fantasievoll in die Illustrationen eingefügt. Das Buch ist eine eigenwillige Mischung aus bemüht poetischen Texten, Gedichten, Alltagsszenen. Kindern soll so spielerisch Wissen über das Meer und seine Bewohner vermittelt werden. Im Bemühen alles besonders bildhaft auszudrücken, wirken einige Passagen unfreiwillig komisch. So ist „das Wetter wie ein Kriegsschauplatz“. Die Krabbe frisst ein Stückchen Fisch „Lustvoll! Wie ein Riese, der ein Törtchen verspeist“ Ärgerlich fand ich die Behauptung, dass Meeresleuchten entsteht, weil die Mikroorganismen Angst haben, das ist falsch.

Für Büchereien mit großem Bestand, als Ergänzung zu Sachbüchern über das Meer und Meerestiere. 

Signatur: Jn
Schlagwoorte: Meer | Meeresbewohner | Tiere
Bewertung: +
Rez.:
Eva Basler

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Ahnhem, Stefan: 10 Stunden tot. Thriller. Dt. von Katrin Frey. Berlin: Ullstein 2019. 491 S. ; 21 cm. Aus d. Schwed.ISBN 978-3-550-20005-2, kt.: 14,99 €

Thriller über scheinbar völlig unmotivierte Morde in Südwestschweden.

Der vierte Fall mit Kommissar Fabian Risk aus Helsingborg beginnt genretypisch mit mehreren Handlungssträngen und Protagonisten - und er behält dieses Prinzip bei. Die ständigen Perspektivwechsel machen das in über 80 Kapitel fein gegliederte Buch sehr abwechslungsreich aber auch herausfordernd. Eine rätselhafte Serie von unterschiedlichsten bestialischen Morden steht im Mittelpunkt. Man erfährt schnell, dass der Täter absichtlich nach dem Zufallsprinzip agiert. Er würfelt die Opfer und Tatmerkmale aus. Fabian Risk hat einen Kollegen im Verdacht. Parallel verfolgt seine Kollegin Irene Lilja eine Spur, die in das rechtsextreme Milieu führt. - Das meist spannende, wenn auch sehr harte und teils übersexualisierte Werk ist kein brillanter schwedischer Soziokrimi, wie die Altmeister Sjöwall und Wahlhöö ihn vor 50 Jahren geschrieben haben. Aber die Story hat durch die Einbindung der auch in Schweden hochaktuellen Themen Migration und Rechtsextremismus einen ähnlichen sozialkritischen Touch.

Für widerstandsfähige Schwedenkrimi-Leserinnen und -Leser. Auf jeden Fall dort zur Anschaffung empfohlen, wo die ersten drei Bestseller-Bände gut nachgefragt wurden.

Signatur: SL
Schlagworte:
Schweden | Foltermorde | Rechtsradikalismus
Bewertung: +
Rez.:
Tobias Behnen

 

Almendros, Vincent: Ins Schwarze. Ein Sommerkrimi. Dt. von Till Bardoux. Berlin: Wagenbach 2019. 115 S. ; 21 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-8031-1339-9, geb.: 16,00 €

Beschrieben wird der zweitägige Besuch des Ich-Erzählers Laurent mit seiner Freundin Claire in seiner Heimat. Dort sind Familiengemeinnisse verborgen, die mehr erahnt als aufgeklärt werden. Ein Verwirrspiel mit doppeltem Boden.

Laurent und Claire machen einen Ausflug aufs Land. Anlass ist die Hochzeit von Laurents Cousine. Seit dem Tod seines Vaters hat er sein „Kaff“ in der französischen Provinz nicht mehr aufgesucht, so dass es jetzt nach Jahren erstmals wieder zu einer Begegnung mit seiner Mutter und seinem Onkel kommt. Laurent und Claire sind in seinem Elternhaus untergebracht. Seine Mutter lebt seit dem Tod ihres Mannes mit seinem Onkel zusammen in dessen Haus. Sie betreten ein schmutziges Haus, alles fühlt sich kalt und klamm an, auf dem Boden liegen tote Fliegen und einladend  wirkt hier nichts, eher  abweisend und gleichzeitig geheimnisvoll.  Die erste Begegnung mit seinem Onkel verläuft recht wortkarg, als wüssten beide nicht recht, was man sich zu sagen hätte. Aber hinter den scheinbar einfachen Sätzen verbergen sich Andeutungen, die vielleicht aufgedeckt werden wollen?  Woran ist Laurents Vater gestorben?  Warum ist seine Mutter unmittelbar nach dessen Tod zu ihrem Schwager gezogen? Und seine Tante - war es wirklich ein Unfall?  Es wird nichts aufgedeckt und geklärt. Im Gegenteil: Laurent setzt die Verwirrung und Geheimniskrämerei fort, in dem er Claire allen als "Constanze" vorstellt.  Dieser Krimi ist von der ersten Seite an irritierend und hat trotzdem eine unterschwellige Spannung, die auch zum Schluss nicht wirklich erlösend ist, so dass es sich lohnt, dieses Verwirrspiel ein zweites Mal zu lesen. Es hat ja auch nur 115 Seiten und erscheint in der Rubrik „Kleine Romane für eine Nacht.“

Ein Roman für LeserInnen mit einem Sinn für Ungewöhnliches und der Lust am Spiel mit Realität und Fiktion.

Signatur: SL
Schlagworte:
Provinz | Frankreich | Familie | Krimi
Bewertung: ++
Rez.: Sophie Jünemann

Bittner, Wolfgang: Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen. Ein deutsches Lebensbild. Roman. Höhr-Grenzhausen: Zeitgeist 2019. 351 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-943007-21-3, geb.: 21,90 €

Die Historie einer Familie in Schlesien am Ende des 2. Weltkrieges, bei Flucht und Vertreibung und während des Neuanfangs in Niedersachsen bis in die fünfziger Jahre.

Es lohnt sich, sicher nicht nur für Erwachsene, dieses Buch von Wolfgang Bittner zu lesen. Beschreibt er doch aus der Sicht des Jungen der Familie sehr eindrucksvoll und unprätentiös das Leben von Vater, Mutter und Sohn im Kreise der Großfamilie in anfangs ruhigen Kriegszeiten im schlesischen Gleiwitz, dann im Bombenhagel, Verlust der Heimat, Flucht in den Westen und dem mühseligen Neuanfang dort. Es gelingt dem Verfasser so, fast alle Probleme dieser Lebensreise zu benennen. Ein Geschichtsbuch “von unten“: Es handelt von der Judenverfolgung im 3. Reich, der gesamten politischen Situation, den Kriegserfahrungen von Männern und Frauen, den familiären Erfahrungen mit Verlust und Tod der Angehörigen, bis zu den Gewalttaten bei der Übernahme Schlesiens und nicht zuletzt von den Erfahrungen des Neuanfangs im Westen Deutschlands mit vielfacher Ablehnung und Misstrauen. Dieses Werk führt ohne Übernahme von Wertungen und Ressentiments in unsere Zeit in diesem Land ein und benennt fast alles außerordentlich kenntnisreich.

Unsere Büchereien sollten vielen Menschen die Möglichkeit geben, dieses Buch zu lesen und zu diskutieren.

Signatur: SL
Schlagworte:
Schlesien | Familie | Krieg | Nachkriegszeit
Bewertung: +++
Rez.:
Kurt Triebel

Bloom, Amy: Meine Zeit mit Eleanor. Roman. Dt. von Kathrin Razum. Hamburg: Atlantik 2019. 268 S. ; 21 cm. Aus d. amerikan. Engl.ISBN 978-3-455-00568-4, geb.: 20,00 €

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer Journalistin und der Präsidentengattin Roosevelt.

Die lebhafte, couragierte Journalistin, Lorena Hickok, begegnet 1932, während des amerikanischen Präsidenten- Wahlkampfes, Eleanor Roosevelt. Nach dem Erfolg von Franklin zieht "Hick" als Berichterstatterin, ebenfalls ins "Weiße Haus", avanciert zur vertrauten, intimen Begleiterin der künftigen "First Lady". Aus einer internalisierten Sehnsucht nacheinander, entwickelt sich eine leidenschaftliche, homoerotische Liebesbeziehung zwischen den Freundinnen, in diesem Kontext , subtil-sensibel - und - wertfrei, thematisiert, eine Verbindung, die im prominent-politischen  Alltag  sowie in gesellschaftlichen Kreisen, eine permanente Herausforderung bedeutet und deren Geheimnis sich rasant offenbart. Die Ich-Erzählerin beteiligt Eleanor, die aus Karriere betonten Verhältnissen stammt, an den Wunden ihrer Kindheit, der problematischen, familieren Situation unter der Strenge eines intoleranten Vaters sowie ihrer energischen Befreiung daraus. Für Sie sind Disziplin und Gleichmaß die "Essenz" des Lebens - aber ebenso - eine wichtige Struktur des Alterns. Die Protagonistin schließt mit einer Hommage an ihre "Intensive Liebe", Eleanor Roosevelt, deren hohes, sozialpolitisches Engagement, neben praktizierter Empathie- unverändert- bewundernswert bleibt.

Interessante Unterhaltungslektüre. Geeignete Ablenkung im Klinik-Alltag. Empfehlenswert für alle (Patienten-) Büchereien.

Signatur: SL
Schlagworte: Emanzipation | Homosexualität | US-Amerika | Politik
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern

De Carlo, Andrea: Das wilde Herz. Roman. Dt. von Petra Kaiser u. Maja Pflug. Zürich: Diogenes 2019. 455 S. ; 20 cm. Aus d. Ital. ISBN 978-3-257-30074-1, kt.: 16,00 €

Roman um eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.Mara, Bildhauerin und Craig, Anthropologe, beide Engländer, verbringen wie immer den Sommer in ihrem Ferienhaus in Ligurien.

Als es durchs Dachfenster durchregnet, verletzt sich Craig bei dem Versuch, es zu reparieren. Professionelle Hilfe kommt von Ivo, einem Einheimischen. Er hilft mit einem Trupp von Leuten, und das auch noch zu einem günstigen Preis. Ivo bewundert die Künstlerin Mara, deren Skulpturen Katzen darstellen. Er mag aber auch, wie sie sich körperlich bei ihrer Arbeit verausgabt. Als sie gemeinsam einen Stein aussuchen, kommt es zu Zärtlichkeiten. Aus der Affäre wird eine ernste Angelegenheit, an deren Ende sich Mara von ihrem Mann trennt und bei Ivo in Ligurien bleibt.

Eine unterhaltsame Geschichte aus einem italienischen Sommer. Allerdings gespickt mit vielen, nicht gebräuchlichen Fremdwörtern. Einer interessierten Leserschaft zu empfehlen. 

Signatur: SL
Schlagworte:
Italien | Kunst | Ehe | Ferien
Bewertung: +
Rez.: Ingeborg Vogt

Hegemann, Martina: Das Leben ist eine Achterbahnfahrt. Kurze Geschichten zum Lesen und Vorlesen. Großdruck. München: Reinhardt 2019. 105 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-497-02852-8, kt.: 9,90 €

Kurze Geschichten zum Lesen und Vorlesen, die meistens aus alltäglichen Zusammenhängen stammen.

Die Verfasserin hat etliche kurze Geschichten geschrieben, die u.a. Themenbereiche umfassen, deren Inhalt von Technik über damals und heute bis Essen und Trinken, Familienerlebnisse, Arbeit und Beruf sowie Bewegung und Sport beinhalten. Diese sog. Lebensbeschreibungen haben immer sehr einfache Schlussfolgerungen als jeweiliges Ergebnis und sind allezeit nachvollziehbar. Es wird sicher dabei an kein kompliziert denkenden Leser*innen oder Zuhörer*innen gedacht, sondern diese einfachen Geschichten aus dem Alltag schaffen hilfreiche Assoziationsmöglichkeiten, der Großdruck fördert die Lesemöglichkeit. Eine jeweils sehr einfache Darstellung der Stories, die gut gelitten sein werden.

Das Buch könnte dazu dienen, Gespräche, Andachten etc. zu gestalten.

Signatur: SL
Schlagworte:
Alltag | Vorlesen | Lebenserfahrungen
Bewertung: +
Rez.: Kurt Triebel

Milberg, Axel: Düsternbrook. Roman. München: Piper 2019. 279 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-492-05948-0, geb.: 22,00 €

Prominenter Schauspieler erzählt aus seinem Leben.

In einzelnen Episoden erzählt der Schauspieler Axel Milberg aus seiner Kindheit im norddeutschen Düsternbrook, einem Stadtteil von Kiel. Lose aneinandergereiht führt er uns in seine von Bildung und Ansehen geprägte Familie ein und lässt uns teilhaben an einem Auswachsen, das sich von dem vieler anderer Menschen nur dadurch unterscheidet, dass der Autor heute prominent ist. Was wahrscheinlich auch der Grund ist, warum diese zum Teil trivial erzählten Begebenheiten den Weg in ein Buch fanden.Um es von einer reinen Biographie abzurücken, hat Milberg den Faktor Geheimnis eingefügt. Es gibt das Verschwinden von Kindern und einige andere Merkwürdigkeiten, von denen der Autor sagt, ob diese der Wirklichkeit entsprechen, möchte er nicht enthüllen.En gros, eine eher leichte Strandlektüre, für diejenigen, denen es wichtig ist zu erfahren, dass auch Prominente einmal Kinder wie sie selbst waren.

Ist ein Promiquotenbuch, also anschaffen!

Signatur: SL
Schlagworte:
Familie | Biographie | Norddeutschland | Künstler
Bewertung: +
Rez.: Dirk Purz

Ramadan, Ortwin: Moses und das Schiff der Toten. Kriminalroman. Zürich: Atrium 2019. 346 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-85535-030-8, kt.: 17,00 €

Lockerer und unterhaltsamer Hamburg-Krimi um Hauptkommissar Moses, der als schwarzer Kommissar immer wieder für Irritationen sorgt.


Stefan Moses, 43 Jahre alt, als Kind aus Afrika nach Deutschland gekommen, in Hamburg-Winterhude lebend, wird in seinem ersten Fall mit einer bizarren Geschichte konfrontiert. Mitten in der Stadt, in St. Georg, wird die Leiche eines Waschsalons-Besitzers entdeckt, der nackt auf einer Parkbank auf einem Spielplatz sitzt und, wie sich herausstellt, ertrunken ist. Zusammen mit seiner ebenso unfreiwilligen, manchmal auch aggressiven Partnerin Katja, die in einer Plattenbausiedlung aufgewachsen ist, nimmt Moses die Ermittlung auf. Diese gestalten sich kompliziert, es gibt zwar einige Spuren, sie scheinen jedoch im Sand zu verlaufen. Weiter kommt Moses durch frühere Kontakte seiner Eltern zu den oberen Kreisen Hamburgs. Geschickt weiß der Kommissar seine Hautfarbe für seine Ermittlungen zu nutzen. Das Ganze ist gut aufgebaut, der Kommissar ist sympathisch. Durch die sehr konträren Charaktere der Kriminalisten gibt es im Team viele Reibungspunkte. Das verleiht noch zusätzliche Würze, manche Stereotypen gehören einfach dazu. Die Schauplätze, der Hamburger Hafen, die Probleme der alteingesessenen Reeder mit der unter Billigflaggen fahrenden Konkurrenz passen. Die detailreich geschilderte Ermittlerarbeit ist  realistisch.  Manches erinnert an übliche Krimireihen, man weiß, was einen erwartet.

Der erste Band mit Stefan Moses ist ein gut zu lesender Krimi, ich bin gespannt auf eine Fortsetzung.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | Hamburg | Schifffahrt | Detektiv
Bewertung: +++
Rez.:
Martin Ertz-Schander

Simenon, Georges: Maigret im Haus der Unruhe. Roman. Dt. von Thomas Bodmer. Mit einem Nachwort von Daniel Kampa. Zürich: Kampa 2019. 218 S. ; 19 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-311-13000-0, geb.: 16,90 €

Der 0. Fall des berühmten Pariser Kommissars.

Wie kann es sein, dass es einen in deutscher Sprache noch unbekannten Roman mit dem berühmten Pariser Kommissar Maigret gibt? Der Schweizer Kampa-Verlag, der seit 2018 über die Rechte an Georges Simenons beeindruckendem Gesamtwerk verfügt, hat sich entschlossen, einen sogenannten Proto-Maigret zu übersetzen. Er gehört zu vier Texten, in denen sich der Autor unter Pseudonym an der Figur ausprobiert hat. Die Story ist noch etwas unreif, zumal mit einer Zwillingsverwechslung die gleiche Grundidee wie im eigentlich ersten Fall "Maigret und Pietr der Lette" Verwendung findet. Auch ist der Plot über einen Mord an einem alten Mann, den nur die Mieter seines großen Hauses begangen haben können, nicht immer völlig nachvollziehbar. Ermittlungsstil, Charakter und Habitus von Maigret sind aber schon auf hohem Qualitätsniveau. Das lange fundierte Nachwort des Verlegers Daniel Kampa ist äußerst lesenswert. Es hilft durch die Erläuterung von Maigrets "Geburt" bei der Einordnung des Werks.

Zur Vervollständigung oder als Start des Aufbaus des Maigret-Bestands, über den wegen seiner Zeitlosigkeit alle Büchereien verfügen sollten.

Signatur: SL
Schlagworte: Paris | Detektivgeschichte | Klassiker
Bewertung: ++
Rez.: Tobias Behnen

Simsion, Graeme u. Buist, Anne: Zum Glück gibt es Umwege. Ein Jakobsweg-Roman. Dt. von Annette Hahn. Frankfurt: Krüger 2019. 398 S. ; 22 cm. Aus d. austral. Engl. ISBN 978-3-8105-3052-3, geb.: 19,99 €

Zoe, Amerikanerin und Künstlerin, und Martin, Engländer und versierter Techniker, treffen unerwartet auf dem Jakobsweg aufeinander.

Nach dem Tod ihres Mannes hat sich Zoe vorgenommen, den Jakobsweg zu wandern und wieder zu sich zu finden. Martin will die Praxistauglichkeit des von ihm entwickelten Wanderkarrens für Rückengeschädigte testen. Zoe handelt eher intuitiv, ohne vorher alles zu planen, Martin ist ein Verstandesmensch, der am liebsten alles geregelt hat. Diese von ihrer Motivation und ihrem Charakter sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten begegnen sich auf dem Jakobsweg in Frankreich, was genug Zündstoff für Konflikte, aber auch skurrile Begebenheiten und Begegnungen bietet. Der durch den Bestseller „Das Rosie-Projekt“ bekannt gewordene Autor und seine Frau haben diesen Titel gemeinsam aus jeweils wechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten Zoe und Martin geschrieben. Die Reisebeschreibungen basieren auf ihren eigenen Erfahrungen beim Pilgern von Cluny bis Santiago de Compostela.

Für Leserinnen und Leser mit Interesse an humorvoller, eher leichter Lektüre. Für diejenigen, die sich ernsthafter mit dem Thema Pilgern auseinandersetzen wollen, bietet der Titel nur wenig.

Signatur: SL
Schlagworte: Pilgern | Paar
Bewertung: +
Rez.: Anke Märk-Bürmann

Trompeter, Julia: Frühling in Utrecht. Roman. Frankfurt: Schöffling 2019. 258 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-89561-637-2, geb.: 22,00 €

Klara will in Utrecht ihre gescheiterte Beziehung überdenken und lässt sich auf die niederländische Lebensmentalität ein.

Klara, Mitte 30, flieht aus ihrem bisherigen Leben – von Berlin nach Utrecht  – und weg von Hauke, ihrem Lebensgefährten, mit dem sie erfolglos eine Kneipe geführt hat. In Utrecht landet sie zufällig, wie auch ihr ganzes Leben meist nur zufällig geschieht. Sie gewöhnt sich ans "Fietsfahren", jobbt in einem "Theesalon" und in ihrem „dagboek“ beobachtet sie sich und das Lebensgefühl in den Niederlanden. Die fremde Sprache, die Gewohnheiten und Mentalität der Menschen beschäftigen sie und helfen ihr bei der Aufarbeitung ihrer Trennung. Sie trifft auf Thijs, der obwohl 10 Jahre jünger, genau weiß was er will und mit beiden Beinen im Leben steht. Als nach einem Jahr die Vergangenheit sie wieder einholt, wird sie sich erstmalig bewusst, dass sie sich nicht  immer auf andere stützen kann, sondern sich selbst finden muss. Ein ruhig und nachdenklich erzählter Generationenroman mit interessanter Ortskulisse, durchsetzt mit (zu) vielen niederländischen Begriffen, leider ohne Glossar.

Für Interessierte am Thema Selbstfindung und niederländischer Lebensweise durchaus lesenswert. 

Signatur: SL
Schlagworte: Niederlande | Beziehung
Bewertung: +
Rez.: Birgit Hillmer

F Familie, Ehe, Lebensfragen

Zelinski, Ernie J.: Die beste Zeit Ihres Lebens. Glücklich, wild und frei in den Ruhestand starten. Dt. von Andreas Schieberle. Weinheim: Wiley-VCH 2019. 247 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-527-50978-2, kt.: 14,99 €

Ein Ratgeber voller Denkanstöße, die helfen,  den Ruhestand zu planen und sinnvoll zu nutzen. 

Mit dem Ruhestand  beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der gut vorbereitet und gestaltet werden sollte. Der kanadische Bestseller-Autor, „Prosperity-Life-Coach“ und Berater in Sachen Ruhestand gibt in locker-verbindlichem Ton detaillierte Denkanstöße, wie ein gelungener Lebensabend aussehen, die neue Freiheit sich mit Leben füllen könnte/sollte. Im Visier:  Freundschaften, Lernen und  Fortbildung (etwa an UNIS  als Seniorstudent), Gesundheit, Sport,  Kunst, Musik,  Hobbys,  Reisen, Ehrenamt...  Den Augenblick zu genießen, aktiv zu sein (ohne TV!), weniger auf Geld zu schielen, ist des Autors Plädoyer. - Im vortragsartig komponierten Text belichtet er unzählige Möglichkeiten, erstellt Vorschlagslisten, entwirft die Graphic eines „Lebensinhaltsbaumes“, streift knapp Psychologie, Langzeitstudien, gibt Betroffenen das Wort, lockert mit Zitaten und Cartoons auf. Vieles fußt auf amerikanischen Verhältnissen,  nicht alles ist für Jeden umsetzbar, was bleibt, ist doch weithin  bedenkenswert.

Der Ruhestand - ein wichtiges Thema! Der Ratgeber bietet (trotz amerikanischen Akzents) dafür detaillierte Denkanstöße und praktische Anregungen. Sollte nicht der einzige Titel zum Thema sein.

Signatur: Fd
Schlagworte: Ruhestand
Bewertung: +
Rez.: Heide Germann