Newsletter „Bücherei" 10/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin! Lieber Büchereimitarbeiter!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Auch in diesem Jahr haben sich unsere unerschrockenen Rezensentinnen und Rezensenten mächtig angestrengt, um die weihnachtlichen Neuerscheinungen bereits im Oktober-Newsletter vorstellen zu können. Hier ist sie nun unsere geschenkpapierbunte Mischung für Klein und Groß. Da geht es fröhlich und hoffnungsvoll, spannend und entspannend, inspiriert und inspirierend zu. Drei kurze Schlaglichter: In „Das letzte Schaf“ gehen den Schäfchen die Hirten verloren, zum Glück wird in Aussicht gestellt, dass irgendwo ein Baby zu bewundern ist – und Schafe liieben Babys; in „Ein Mord zu Weihnachten“ liegt der Weihnachtsmann tragischerweise tot unterm Baum und der neue Roman von Klaus Modick wird all jenen empfohlen, die nicht zu „Weihnachtsmuffeln“ werden wollen.

Viel Freude beim Stöbern, Auswählen und Vorfreuen wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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Jc Christlicher Glaube, Religionen

Die große Wimmel-Weihnachtsgeschichte. Ill. von Kerstin M. Schuld. Münster: Coppenrath 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. (Der kleine Himmelsbote). ISBN 978-3-649-62853-8, geb.: 13,00 €

Die biblische Weihnachtsgeschichte, für Kinder ausgeschmückt, präsentiert in Form eines Wimmelbuches.

Jede Doppelseite des Hartpappebandes zeigt eine personenreiche Szene aus biblischer Zeit. Eine Ausklappseite am rechten Rand nennt die Überschrift des Dargestellten, gefolgt vom Beginn eines Erzählltextes. Klappt man sie auf, werden drei oder vier Szenen sichtbar, die es auf dem großen Bild zu entdecken gilt. Gleichzeitig wird die Geschichte weitererzählt. Der inhaltliche Bogen reicht von der Verkündigung an Maria über die Reise nach Bethlehem mit Herbergssuche und Geburt, die Hirten auf dem Felde, die weisen Männer aus dem Morgenland bis zur Flucht nach Ägypten.Kerstin M. Schulds farbenfrohe Illustrationen ordnen sich der Wimmelbuch-typischen Gestaltungsweise unter. Um räumlich weit auseinanderliegende Szenen auf einer Doppelseite unterzubringen, musste die Illustratorin manchmal Abbrüche in die Landschaft einfügen. Der Text ist trotz erzählerischer Ausgestaltung nur bedingt zum Vorlesen für jüngere Kinder geeignet, bietet sich aber als Erzählvorlage für vorlesende Erwachsene an.

Das Buch will im Gespräch zwischen Kind und Vorleser/Erzählerin entdeckt werden. Dann dient es ganz nebenbei auch zur Sprachförderung für Kinder ab 2 Jahren.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten | Wimmelbuch | Bethlehem | Krippe
Bewertung: ++
Rez.: Birgit Schönfeld

Hub, Ulrich: Das letzte Schaf. Ill. von Jörg Mühle. Hamburg: Carlsen 2018. 68 S. ; 22 cm . ISBN 978-3-551-55384-3, geb.: 13,00 €

Die Weihnachtsgeschichte humorvoll erzählt aus Schafspersepktive.

Ist ein Ufo gelandet? Die Schafe erleben, dass das ganze Feld hell erleuchtet ist. Und die Hirten sind verschwunden! Das Schaf mit der Mütze hat eine Botschaft gehört, sie aber wieder vergessen. So machen sich alle Schafe auf um herauszufinden, was da wohl los ist. Denn die Botschaft ist nicht ganz leicht zu verstehen. Unterwegs stolpern sie über viele Fragen und Missverständnisse und erkennen zum Schluss, dass die Geschichte, die sie erlebt haben, noch lange nicht zu Ende ist. Ulrich Hubs Erzählung ist lebendig, äußerst originell und mit vielen Anspielungen auf den gegenwärtigen Zeitgeist versehen, z. B. wenn er vor dem Stall einen Ticketautomaten aufstellt, die Schafe ganz bemüht über ein passendes Geschenk nachdenken lässt - doch eher keinen Gutschein! - oder Mafiosi-Wölfe nach dem Neugeborenen suchen lässt. Seine Figuren sind liebenswert und besonders. Die Zeichnungen von Jörg Mühle unterstreichen dies und geben dem Buch zusätzlichen Charme.

Eine wunderbare, zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregende kleine Ergänzung für alle Büchereien und für alle Menschen, die sich immer wieder neu über Weihnachten Gedanken machen.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten | Schafe
Bewertung: +++
Rez.: Anne Rank

Jesus wird geboren. Nacherzählt von Tanja Jeschke. Ill. von Marijke ten Cate. Stuttgart: Dt. Bibelges. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. (Geschichten aus der Bibel für Kinder). ISBN 978-3-438-04691-8, geb.: 12,95 €

Die Geschichte um die Geburt Jesu wird mit klarem Text und großen Bildern erzählt.

Erzählt werden die Ankündigung und Geburt Jesu, der Besuch der Hirten und Weisen und die Begegnung mit Simeon und Hanna. Die Texte sind klar, dem Wert der Geschichte angemessen. Jede Verniedlichung ist vermieden. Besonders ist, dass die Begegnungen mit Simeon und Hanna im Tempel mit aufgenommen sind. Hier allerdings setzt auch meine Kritik an: Warum lässt die Erzählerin Simeon „unterwegs“ auf das Kind treffen? In der Bibel finden beide Begegnungen mit den alten Menschen im Tempel statt, sie stehen für die treue Verwurzelung im Zentrum des Glaubens. Und ganz unverständlich ist mir die zeitliche Zuordnung der Geschichte der Weisen, die hinter die Tempelbegegnung gesetzt ist. Da gerät dann auch die Geografie durcheinander. Vom Tempel geht die Familie zurück nach Nazareth, wo sie wohnen. Die Weisen werden durch die Schriftgelehrten auf Bethlehem verwiesen. Das Bild zu ihrem Besuch bei dem Kind zeigt aber eindeutig die Zimmermannswerkstatt des Josef in Nazareth. Da sind zwei Evangelien zusammengeschoben, aber leider so, dass die Bedeutung des Ortes Bethlehem als Davidsstadt und damit Hinweis auf die Königschaft, verlorengeht. Einem Bilderbuch der Bibelgesellschaft sollte so etwas nicht passieren. Dennoch bewerte ich das Buch noch positiv, weil die einzelnen Texte und die Bilder in sich stimmig und gut sind.

In Familie, Schule und Kindergarten zum Vorlesen und Selberlesen geeignet. Auf die genannten Schwächen sollten sich VorleserInnen vorbereiten.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten
Bewertung: ++
Rez.: Brigitte Messerschmidt

Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder. Silvia Schröer u. Silke Schwarz. Ill. von Franziska Harvey. München: cbj 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-570-17492-0, geb.: 13,00 €

Ein kleiner Hirtenjunge findet das Jesuskind im Stall und wird zu seinem Beschützer.

Der kleine Hirtenjunge Liran merkt, dass etwas anders ist in dieser Nacht. Da ist die kleine Nachtigall, die ihm etwas von einem Wunder erzählt. Und als er dann nachts vom himmlischen Gesang der Engel, die die Geburt des Kindes im Stall verkünden, geweckt wird, gibt es für ihn kein Halten mehr. Sofort macht er sich, zusammen mit der Nachtigall und seinem liebsten Lamm, auf den Weg und sie folgen dem hellen Stern am Himmel. In einer alten, verwitterten Hütte finden sie Maria und Josef mit ihrem Baby in der Krippe. Sofort schließt er das Jesuskind in sein Herz und möchte es beschützen. Immer mehr BesucherInnen kommen: die Hirten, die BewohnerInnen des Dorfes und die drei Weisen mit kostbaren Geschenken. Liran merkt, dass es dem kleinen Kind zu viel wird und sorgt dafür, dass endlich Ruhe im Stall einkehrt. – Eine Weihnachtsbilderbuch für Familien mit jüngeren Kindern, mit einer Geschichte und Illustrationen, die insgesamt etwas süßlich-kitschig formuliert und gestaltet sind.

Nur empfohlen für Büchereien, die Bedarf haben an Weihnachtsbüchern, die die biblische Geschichte kreativ „ausschmücken“ und dem Mainstream entsprechen.

Signatur: Jc
Schlagworte:
Weihnachten
Bewertung: +
Rez.:
Helena Schäuble

Stille Nacht. Ein Lied geht um die Welt. Brigitte Weninger. Ill. von Julie Wintz-Litty. Zürich: Nord-Süd Verl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-314-10445-9, geb.: 15,00 €

Ein Bilderbuch zur Entstehungsgeschichte des berühmten Weihnachtsliedes.

Es ist Heilig Abend 1818. Die Oberdorfer habe sich in ihrer Kirche versammelt. Die Zeiten sind hart: Hunger und Armut bestimmt ihr Leben, aber Weihnachten möchten sie schön und festlich feiern - und dann fällt die Orgel aus… Gesungen haben wir es sicher alle schon, das Lied „Stille Nacht" und auch die Urheber sind durchaus bekannt. Aber wussten Sie,dass eine kaputte Orgel schuld  an der Entstehung dieses mittlerweile weltweit bekannten Liedes war? In diesem Bilderbuch wird die Entstehungsgeschichte erzählt, ein wenig ausgeschmückt sicherlich, mit interessant verpackten Informationen zum zeitgeschichtlichen Hintergrund damals und im Verlauf der weiteren Verbreitung. Der Text ist an manchen Stellen zu detailgenau und damit auch lang. Die Aquarellzeichnungen des Buches passen zum „Mythos" dieser Geschichte, werden gerade von jüngeren Kindern jedoch häufig als nicht „klar" genug empfunden. Ein nettes, auf jeden Fall mal etwas anderes, Weihnachts-Buch.

Sicher nutzbar in Kindertageseinrichtungen, auch in gemeindlichen Kinder- aber auch Erwachsenengruppen. Für Familien in der Vor-Weihnachtszeit.

Signatur: Jc
Schlagworte:
Weihnachten
Bewertung: ++
Rez.:
Dörte Jost

Die Weihnachtsgeschichte. Vera Marquardt. Ill. von Anne-Marie Frisque. Kevelaer: Butzon & Bercker 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 14 cm. ISBN 978-3-7666-2516-8, geb.: 6,95 €

Dieses liebevolle Pappbilderbuch beinhaltet eine Kurzfassung der Weihnachtsgeschichte.

Der Schwerpunkt in diesem Bilderbuch ist auf die Verkündung der frohen Botschaft bei Maria, den Hirten und den Sterndeutern gelegt. Obwohl nur ein Teil der eigentlichen Weihnachtsgeschichte in diesem Bilderbuch enthalten ist, spiegelt es sehr treffend die Kernaussagen für die ausgewählte Zielgruppe wieder. Denn die jungen LeserInnen sollen von der unglaublichen Besonderheit der Begebenheit erfahren. Dies ist wunderbar gelungen, sodass das Positive der Geschichte in diesem kleinen Büchlein hervorragend ausstrahlt und den Lesenden ein wunderbares Gefühl vermittelt. Die Illustrationen sind absolut passend zum Inhalt gezeichnet. Auch hier ist die liebevolle, kindliche jedoch nicht verniedlichte Darstellung zu erwähnen. Die gewählten Farben unterstreichen das Wohlgefühl, das der Text vermittelt und bieten ein gelungenes Ganzes. 

Ein tolles Medium zur Vermittlung der Kernaussagen der Weihnachtsgeschichte für Kinder ab einem Jahr absolut geeignet. 

Signatur: Jc
Schlagworte:
Weihnachten | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.:
Eva Wimmer

Das Wunder der Heiligen Nacht. Die Weihnachtsgeschichte. Nicole Büker. Ill. von Daniela Chudzinski. München: arsEdition 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-8458-2597-7, geb.: 15,00 €

Oma erzählt ihren Enkeln vom Wunder der Geburt des Jesuskindes in Bethlehem.

Es ist 4. Advent, Oma holt die Krippenfiguren hervor, die Emma und Paul offenbar fremd sind. Dann erzählt sie ihnen vom Wunder der Weihnacht. Diese Situation (Klischee oder Realität?) ist der Rahmen für eine mit legendenhaften Anteilen angereicherte Nacherzählung der biblischen Weihnachtsgeschichte. Text und Bild arbeiten stark mit emotionaler Ansprache. An die Verkündigung an Maria schließt sich die Reise nach Bethlehem mit Herbergssuche und Geburt Jesu an, Hirten und Sterndeuter haben ihren Auftritt. Kaum Armut, kein Kindesmord, kein zweifelnder Josef, auch der beschwerliche Eselsritt der schwangeren Maria zeigt diese zwar ermüdet, aber Gott dankend.In den malerisch gestalteten Doppelseiten gibt die Illustratorin Landschaft und Hintergrund viel Raum. Menschen und Tiere wirken klein vor dem tiefen Blau des Nachthimmels. Strahlende Lichtakzente betonen das Wunderbare des Geschehens, dass das Kind in der Krippe ein Geschenk Gottes ist, der Retter der Welt, der Liebe und Frieden bringt.

Das ansprechend gestaltete Bilderbuch bringt Kindern ab 4 J. die traditionellen Geschichten um die Geburt des Heilands in Bethlehem nahe.

Signatur: Jc
Schlagworte:
Weihnachten | Krippe | Christentum
Bewertung: ++
Rez.: Birgit Schönfeld

C Christlicher Glaube, Religionen

Frohe Weihnacht überall. Das festliche Lesebuch. Ausgewählt und hg. von Ulrich Sander. Mit Beiträgen von Jörg Zink, Margot Käßmann u.a. Ostfildern: Patmos 2017. 126 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-8436-1008-7, kt.: 3,99 €

Gedanken zu Weihnachten.

Im vorliegenden Bändchen präsentieren namhafte Theolog(-innen) und eine beliebte Autorengruppe Texte zum „Fest der Freude". Weihnachten wird hier verstanden als „innere Heimat", als  eine Tradition mit dem Wunsch eines neuen Anfangs und der Zeit, Stille zu spüren, Einkehr zu halten mit der Verheißung für einen „leisen Start" in das „Haus der Welt" bei wünschenswerter, besinnlicher Gelassenheit. Entstanden ist eine literarische Kostbarkeit zur Weihnachtszeit, mit philosophisch-lyrischen Eindrücken, prosaisch vermittelt.

Eine Wunderbare Lektüre. Bestens - auch zum Vorlesen - geeignet für alle (Patienten-) Büchereien mit ermutigenden, richtungsweisenden Gedanken. Bibliophile Gestaltung. Dekorativ. Festlich. Empfehlenswert.

Signatur: Ch 1
Schlagworte: Theologie | Traditionen | Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.: Brigitta Morgenstern

Herr, Christina: Leise weht´s durch alle Lande wie ein Gruß vom Sternenzelt. Weihnachtserinnerungen aus Kindheitstagen. Mit Texten von Martin Luther, Loki Schmidt u.a. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2018. 175 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7615-6523-0, geb.: 12,99 €

Erinnerungen an die Advents- und Weihnachtszeit in Kindertagen.

Die von Christina Herr zusammengestellten Texte sind neben solchen von bekannten Personen von ihr aufgezeichnet nach Erzählungen von Menschen, die mehrheitlich in der Vorkriegszeit geboren wurden und die sich an die Advents- und Weihnachtszeit in ihren Kindertagen erinnern. Bescheiden, oft sehr bescheiden ging es zu, dennoch strahlen sie bis heute erstaunliche Wärme und eine freudige Erwartung der Kinder aus. Der Besuch des Gottesdienstes, der gemeinsame Gesang der altbekannten Lieder, - etliche sind abgedruckt - die liebevoll gebastelten Geschenke, die Kerzen, der nur in jenen Wochen die Wohnung durchziehende Duft  von weihnachtlichem Gebäck erfreuten das Kinderherz und lassen die Aufregung bis heute nachklingen. Sicherlich hier und da verklärt in der Erinnerung und mit Bedauern angesichts der heutigen konsumorientierten Vorweihnachtszeit, in der der christliche Bezug zur Geburt Jesu mehr und mehr verschwindet und kaum noch als ' Geschenk, das ewig bleibt' , so Martin Luther, verstanden wird.

Eine Textsammlung, die manch einen Beitrag bereit hält zur Lektüre und anschließendem gemeinsamem Nachdenken über das Fest in Familie und Gemeinde.

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Weihnachten | Rituale | Kindheit | Erinnerungen
Bewertung: ++
Rez.:
Halgard Kuhn

Leis, Matthias u.a.: Singen, beten, Glühwein trinken. 24 Haltestellen vor Weihnachten. Würzburg: Echter 2018. 151 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-429-05321-5, geb.: 14,90 €

Viele Anregungen für eine stressfreie Adventszeit.

24 kleine Begebenheiten, durchdacht und mit weiterführenden Fragestellungen und einem Gebet versehen, regen dazu an, im Advent immer wieder innezuhalten und den Blick für die wesentlichen Dinge zu schärfen. Im ersten Kapitel wird die Idee, Ersatzhaltestellen mit dem Namen „Ankommen im Advent“ an verschiedenen Bus- und Straßenbahnhaltestellen einzurichten, dankbar angenommen. Bei adventlichen Aktivitäten wie Basteln, Musik und guten Gesprächen gelingt es vielen, gelassener in den Advent zu starten. Im Anschluss daran wird die christliche Bedeutung der Adventszeit nochmal erklärt. Die Tage im Advent zu Haltestellen auf dem Weg zum Weihnachtsfest zu machen, verbildlicht auf wunderbare Weise die Möglichkeit, immer wieder anzuhalten und die eigene Haltung zum Advent zu überdenken.  Das gebundene Bändchen  wie einen Reiseführer aussehen zu lassen, ist nur folgerichtig, allerdings wirkt die gestalterische Umsetzung etwas zu laut und plakativ für ein so nachdenkliches Buch.

Für alle, die den Advent diesmal gelassener angehen wollen.

Signatur: Ch 1
Schlagwoorte: Advent | Innehalten
Bewertung: ++
Rez.:
Susanne Brenner

Malessa, Andreas: Was gibt´s da zu feiern? Weihnachtsgeschichten, kurz und gut. 2. Aufl. Gießen: Brunnen 2018. 124 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-7655-4340-1, kt.: 10,00 €

Nachdenkenswertes zum Fest: Alltagsbeobachtungen zum Konsum, Maria und Josef als Steuerzahler sowie Glaubens-Lyrik.

20 unterschiedliche Weihnachtsstorys von einem Theologen und Hörfunkjournalisten. Gedanken mal zur Ehrlichkeit von Fest-Grußkarten, mal in gelungener Lyrik Flucht vor Krippenkitsch und Anerkennung »Die Sterne dort, die sind von Dir« oder Kritik am »Zuviel« und auch Erwähnung des Weihnachten 1926 der Zeugen Jehovas. Spät68er debattieren über die Umweltsünde Lametta und August-Lebkuchen. Ein Guerillakämpfer wird Ohrenzeuge, der die Verkündigung des Engels anhört und über den Mut Marias nachdenkt. In »Steuer- und Behördensprech« geht es um Ehegattensplitting bei Maria und Josef sowie im Stall um spontane Hotelgewerbe-Zweckentfremdung. Senioren kommen vor als Witwer mit afrikanischer Hausangestellter, verstärkt zum Fest stationär aufgenommene Pflegefälle und 70-Jährige mit Häkeldeckchen auf Möbeln – fast alles aus Sicht der berufstätigen Zwischengeneration. Zwei Stories ohne Festbezug: zu Kindergeld nach Schulabschluss sowie Fehlern in Gottesdienstliedern (»Von guten Mädchen wunderbar geborgen«).

Charakteristisches Fest-Denken, gut beobachtet. Einiges sicher geeignet für Konfirmandenarbeit oder als Krankenhauslektüre (nicht Senioren).

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Weihnachten | Konsumkritik | Glauben | Vorlesegeschichten
Bewertung: +
Rez.:
Delia Ehrenheim-Schmidt

Schneegestöber. Bündner Weihnachtsgeschichten. Hg. von Holger Finze-Michaelsen. Ill. von Mihajlo Nenad. Mit Beiträgen von Daniel Zindel, Rita Gianelli u.a. Zürich: TVZ 2018. 145 S. : Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-290-18171-0, kt.: 19,90 €

Zwanzig Geschichten aus dem Graubündener Land, die trotz klimatischer Kälte von wärmenden Erfahrungen berichten. 

Die Berichte stammen von Pfarrerinnen und Pfarrern und in sozialen Einrichtungen oder der Öffentlichkeitsarbeit der evangelisch-reformierten Landeskirche stehenden Personen. Sie erzählen von Ereignissen und Begegnungen in der Advents- und Weihnachtszeit aus den letzten Jahren, thematisieren Probleme, berichten von berührenden Erfahrungen, von einsamen oder kranken Menschen und von Aktionen junger Christen, die Wege der Annäherung, der Hilfe und Zuwendung gehen. Eindrucksvoll die meist dörfliche winterliche Kulisse, in die die Botschaft der Liebe zum Nächsten getragen wird, Türen und Herzen sich öffnen, auch hier und da völlig überraschende Wendungen nehmen. So verhindert ein plötzlicher Stromausfall die drohende Abschaffung des Weihnachtsfestes durch eine Volksbefragung, da die Daten dabei verloren gingen. Ein Weihnachtswunder oder hatte in einem anderen Fall gar ein Engel seine Hand im Spiel?

Eindrucksvolle und gegen sentimentale Idylle gebürstete Texte, die zu Gesprächen einladen, und über die Bedeutung von menschlicher Zuwendung und beglückenden Erfahrungen aus ihr erzählen. 

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Winter | Gemeinde | Tradition | Hilfsbereitschaft
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

Schwarz, Andrea: Wilde Weihnachten. Das andere Lesebuch für die Advents- und Weihnachtszeit. Ostfildern: Patmos 2018. 123 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8436-1073-5, geb.: 15,00 €

Eine Einladung, sich auf das Leben in der großen Freiheit der Weihnachtsbotschaft einzulassen.

Die Adventszeit ist ein Abenteuer! Jenseits von Lametta, Lebkuchen und Lichterglanz aufzubrechen in eine durch das Kind in der Krippe geschenkte Freiheit, voller Hoffnung und Neugier den eigenen Träumen und Sehnsüchten zu vertrauen, dazu lädt dieser originell illustrierte literarische Adventskalender ein. Meditative Gedichte, inspirierende Texte, überraschende Interpretationen von Bibelzitaten, beispielsweise aus dem Hohelied Salomos, begleiten die Leser*innen durch die Weihnachtszeit. Das in Violett, der liturgischen Farbe für die Zeit der Buße und Umkehr, gedruckte Adventsbüchlein möchte den Geist der Weihnacht mit in den Alltag hineinnehmen und Mut machen, mehr Leben im Leben zu wagen.  Zu Thematik und Ton passend das humorvolle Cover: Ein kleiner Esel, der sehnsuchtsvoll über den Zaun schaut, der seine kleine Welt begrenzt. Machen wir uns auf!

Mit seinen frischen Impulsen für die Adventszeit eignet sich das Lesebuch auch zum Vorlesen, für Gruppen und für die adventliche Gemeindearbeit.

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Advent | Weihnachten | Vorlesebuch
Bewertung: +++
Rez.: Christine  Heymer

Jm 1 Bilderbücher

Oliver Elefant. Lou Peacock. Ill. von Helen Stephens. Dt. von Heinz Janisch. Berlin: Annette Betz Verl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-219-11777-6, geb.: 14,95 €

Beim hektischen Weihnachtseinkauf geht der beste Freund verloren.

In einem großen Kaufhaus muss Mama anhand einer langen Liste Weihnachtsgeschenke besorgen. Mit dabei sind Baby Klara und der kleine Noah mitsamt seinem blauen Elefanten Oliver. Und wie gut, dass Oliver dabei ist! Mit ihm wird es nicht langweilig und während Mama ihre Liste abarbeitet, schlüpft Noahs Lieblingskuscheltier in einen Socken, es wird  Verstecken gespielt und aus Versehen leider eine Christbaumkugel zerdeppert. Oliver ist geknickt, aber Noah tröstet ihn. Nach einem Stück Kuchen ist Oliver jedoch verschwunden!Oliver Elefant ist keine typische Weihnachtsgeschichte, spiegelt aber Stress und Hektik der Vorweihnachtszeit wieder. Sie setzt dabei das Kind Noah mit seinen Bedürfnissen, Gefühlen und Sorgen in den Mittelpunkt. Großartig wird er und auch seine Zuneigung zu Oliver gezeigt, sprachlich schön eingefangen in kindgerechtem Ausdruck und einfacher Reimform. Auf großem Format zeichnen ausdrucksstarke Tintenstriche Szenen, während leuchtende warme Wasserfarben die Skizzen auffüllen.

Eine liebevoll ausgedachte Vorweihnachtsgeschichte zum Vorlesen und Mitfühlen für junge LeserInnen ab 3.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Weihnachten | Kuscheltier
Bewertung: +++
Rez.:
Anne Tebben

Tàssies: Das verschwundene Kind. Dt. von Jochen Weber. Gräfelfing: Ed. Bracklo 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 32 cm. Aus d. Katalan. ISBN 978-3-946986-003, geb.: 19,80 €

Auf der Suche nach dem verlorenen Jesuskind begegnet einem kleinen Kind viel Elend, bis es „zwischen den Pfützen“ fündig wird.

In der Nacht vor dem Dreikönigstag (da ist in Spanien Bescherung) fehlt das Jesuskind in der Krippe. Das Kind -vielleicht ein Junge, vielleicht ein Mädchen - erzählt davon, wie es sich im Traum auf die Suche macht. Durch ausgetrockenete Seen und Trümmerfelder führt sein Weg, während die Sterne vom Himmel fallen. Man sieht es mit Geflüchteten vor Mauern stehen und einsam durch den Regen irren, bis es mit einer Schar Kinder dort, wo zwischen den Pfützen Menschen einander versorgen, Kinder spielen und verdorrte Bäume wieder ausschlagen, das winzige Jesuskind entdeckt. Nach dem Erwachen ist das Zimmer voller Geschenke.Die Traumlandschaft wirkt auf den dunklen, holzschnittartigen Illustrationen lange Zeit bedrohlich, die Menschen darin klein, angstvoll und verloren; erst als die Suche sich dem Ziel nähert, erscheinen sie freude- und hoffnungsvoller. Von der Gefährdung der Kinder und ihrer schöpferischen Kraft, so Tàssies im Nachwort, wolle er erzählen.

Eher ein Buch für Erwachsene, einsetzbar in der Advents- und Weihnachtszeit, z. B. bei Andachten oder als Gesprächsanregung in Gruppen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Weihnachten
Bewertung: ++
Rez.:
Griet Petersen

 

Weihnachten. Andrea Weller-Essers. Ill. von Astrid Vohwinkel. Nürnberg: Tessloff 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. (Was ist was Kindergarten, Band 13). ISBN 978-3-7886-1971-8, geb.: 9,95 €

Eine Kindergartengruppen erlebt die Zeit vom 1. Advent bis zu den Heiligen drei Königen.

Im Kindergarten „Funkelstern“ wird der erste Advent gefeiert. Die erste Kerze am Adventskranz wird angezündet. Alle Kinder sind sehr gespannt, mehr über die Adventszeit, die Weihnachtsgeschichte und Gebräuche zu erfahren. Am Ende des Buches ist es endlich soweit, die Kindergartenkinder führen das Krippenspiel auf, dafür haben sie den ganzen Advent geprobt.
Die Seiten sind farbenfroh und freundlich gestaltet, viele Details geben den kleinen LeserInnen viel zum Entdecken. Auf jeder Seite bringen Klappen noch mehr spannende Infos zum Vorschein. Es sind kleine Rätsel und einfache Wissensfragen auf den Seiten versteckt, die für Abwechslung sorgen, auch gibt es eine Bastelanleitung für einen Weihnachtsstern.
Die Pappseiten sind für das empfohlene Alter (3 Jahre) der LeserInnen ausreichend dick, bei kleineren Kindern muss man aufpassen das sie die Klappen nicht abreisen.
Mein Sohn (27 Monate) ist schon sehr interessiert an dem Buch, er ist begeistert von den vielen Klappen. Das Buch kann durchaus schon mit Kindern unter drei Jahren angeguckt werden, aber erst ab 3 Jahren sind die Kinder in der Lage alle Infos und Details zu verarbeiten.

Das Buch ist in der Kindergartenarbeit und als Vorlesebuch für die ganze Familie sehr gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Weihnachten | Kindergarten | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Janine Halder

Weihnachten ist für alle da, sagte die Katze. Antonie Schneider. Ill. von Jana Walczyk. Wien: Nilpferd 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7074-5223-5, geb.: 14,95 €

Ein großformatiges Bilderbuch über die Heilige Nacht aus Sicht der Waldtiere.

Die Katze hört in der Ferne den Fuchs singen und sieht einen Stern leuchten. Sie macht sich auf, um dessen Geheimnis zu ergründen. Die Tiere des Waldes schließen sich ihr nach und nach an. Auf einer Lichtung finden sie, was sie gesucht haben: die Krippe, in die Jesus gebettet ist. Die Tiere spüren, dass etwas ganz Besonderes passiert ist, was ihr Herz berührt. Am Ende werden die Tiere die Botschaft der Weihnacht mit sich nach Hause tragen - und in die ganze Welt verbreiten.Die kurze Geschichte wird geschmückt durch Doppelseiten füllende, sehr detailgetreue und besinnliche Bilder der Tiere. Kleine Kinder erfreuen sich an diesen realistischen Zeichnungen. Für den Inhalt der Geschichte und vor allem deren Aussage sind sie jedoch auf die zusätzlichen Erklärungen des Vorlesers angewiesen. Der Zauber der Heiligen Nacht ist für sie zu abstrakt und eher zwischen den Zeilen beschrieben. Ältere Schulkinder könnten das bereits verstehen, jedoch wäre es ihnen möglicherweise zu wenig Lesetext.

Für ältere Grundschulkinder und Erwachsene, die gerne Bilderbücher anschauen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Heiligabend | Weihnachten | Waldtiere
Bewertung: +
Rez.: Darina Saust

Wer hat den Schnee gestohlen? Yaroslava Black. Ill. von Ulrike Jänichen. Stuttgart: Urachhaus 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8251-5176-8, geb.: 16,00 €

Die kleine Gerda hätte gerne, dass es an Weihnachten schneit. Leider ist keine Flocke in Sicht. Da wird das Kind tätig.

Seit drei Jahren hat es nicht geschneit. Gerda will den Schnee suchen. Wurde er gestohlen? Papa weiß Rat. Gemeinsam schreiben sie einen Brief an Tante Slavka. Die wohnt in den Karpaten, wo es Schnee im Überfluss gibt. Sie soll den lieben Gott – genauso wie Gerda in ihrem Gebet – um die weiße Pracht bitten. Und das Wunder geschieht: An Heiligabend schneit es. Das muss Tante Slavka durch ihre gute Beziehung zum lieben Gott eingefädelt haben. Wenn man sich nämlich etwas ganz stark wünscht und daran glaubt, so Gerdas Überzeugung, dann geschieht es auch. Die Illustrationen (eine Mischtechnik aus Wachsmalkreide und Buntstiften), geschickt gewählte Perspektiven und originelle Bilddetails laden zum genauen Betrachten ein. Der umfangreiche Text erzählt anschaulich Gerdas Geschichte, wobei ihr „handgeschriebener“ Brief an Tante Slavka wohl im Mittelpunkt steht. Dass das Christkind im himmlischen Haus wohnt und auf seinem goldenen Schlitten zur Erde eilt, dürfte deutschen Kindern weniger bekannt sein.

Eher ab größeren Beständen geeignet. Ab 5 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Winter | Christkind | Schnee
Bewertung: ++
Rez.: Martina Mattes

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Baumbach, Martina: Advent im Holunderweg. 24 neue Geschichten bis zum Weihnachtsfest. Ill. von Verena Körting. Stuttgart: Gabriel 2018. 127 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-522-30496-2, geb.: 12,99 €

24 Geschichten rund um die Bewohner eines Mehrfamilienhauses erleichtern das Warten auf Weihnachten.

Im sechsten Band der Holunderweg-Reihe von Martina Baumbach bereiten sich die fünf Freunde Ida, Lennart, Malte, Ella und Bruno auf das Weihnachtsfest vor. Jedem Tag im Advent ist ein Kapitel gewidmet, in dem die Kinder unterschiedliche kleine und große Abenteuer rund um die Weihnachtszeit erleben. Lustige Geschichten wechseln sich mit spannenden, aber auch zum Nachdenken anregenden Erlebnissen ab. Neben typischen Winterfreuden wie dem ersten Schnee, Schlittschuhlaufen und Lagerfeuer werden auch verschiedene Bräuche und Traditionen thematisiert, so zum Beispiel der Barbaratag oder das Luciafest. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge und Verzicht sind auf kindgerechte Art in die Geschichten eingeflochten. So werden junge Leser nicht nur auf unterhaltsame Weise bis zum Fest begleitet, sondern lernen gleichzeitig etwas über die Botschaft von Weihnachten. Farbenfrohe Illustrationen runden den Erzählband ab.

Ein schönes Vorlesebuch für die ganze Familie. Dank Großdruck auch für SelbstleserInnen ab 7/8 Jahren.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Weihnachten | Bräuche | Freundschaft | Werte
Bewertung: ++
Rez.: Amelie Sareika

Nilsson, Ulf: Mein Papa und ich. Vorlesegeschichten. Ill. von Heike Herold. Dt. von Ole Könnecke. Frankfurt: Moritz 2018. 74 S. : Ill. ; 25 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-89565-362-9, geb.: 16,00 €

Die alltäglich-aufregenden Erlebnisse von Maja und ihrem Papa, rund um die Weihnachtszeit und auch sonst …

Doch, es gibt eine Mama, denn an einer Stelle kommentiert sie den von Maja und Papa soeben frisch gekauften Weihnachtsbaum. Aber ansonsten spielt sie absolut keine Rolle – dies ist ein Buch, das nur Maja und Papa gehört. Den beiden geht es zusammen richtig gut, und als Zuhörer und Leserin gewinnt man den Eindruck, das ganze Leben der beiden sei ein einziges Abenteuer und Fest. Aber das machen sie einfach daraus, aus den alltäglichsten Geschehnissen: dem Besuch im Baumarkt mit dem Kauf einer Mausefalle, dem Aussuchen des Weihnachtbaums, dem Gang in der Keller, wo da Deckenlicht ausfällt, und als Höhepunkt vielleicht dem Besuch einer Bücherei, wo Maja ihre eigene Lesekarte – mit einer Geheimnummer! – erhält. Acht wunderbare Geschichten zum Vorlesen, besonders für das Kindergartenalter geeignet, die zeigen, wie wunderbar warm und faszinierend das Leben sein kann, wenn man nur mit offenen Augen und Herzen lebt und in den kleinen Erlebnissen das Große erkennt, das dahinter wartet.

Zum Vorlesen (besonders von Papas) in Kindergärten und Familien; sehr schön auch für alleinerziehende Väter. Geeignet ab 5 Jahren

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Familie | Alltag | Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.: Astrid van Nahl

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Fabsits, Tanja: Der Goldfisch ist unschuldig. Innsbruck: Tyrolia 2018. 169 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7022-3699-1, geb.: 14,95 €

Ein Junge versucht seinem Vater aus der Depression herauszuhelfen.

Ja, der Goldfisch ist wirklich unschuldig, und trotzdem wirft Henri ihn aus Verzweiflung aus dem Fenster. Der Grund dafür ist, dass sein Vater seit Wochen nur noch auf dem Sofa liegt und das Goldfischglas anstarrt. Er geht nicht zur Arbeit und spricht nicht mit Henri. Seine Mutter dagegen „rotiert wie ein Kreisel" den ganzen Tag herum und Henri fühlt sich einfach nur noch überflüssig. Zusammen mit dem Hausmeister, der nicht nur den Goldfisch auffängt, sondern auch zu einem ganz wichtigen Gesprächspartner und Ratgeber für den Jungen wird, schmiedet Henri Pläne, wie man dem Vater das bevorstehende Weihnachtsfest so einzigartig wie möglich gestalten kann - damit er danach möglichst wieder so wie früher wird. Der Weg zur Verwirklichung dieser Idee fordert Henri so einiges ab, lässt ihn aber auch merklich selbstbewusster und reifer werden. Am Ende gerät das Weihnachtsfest zwar ganz anders als gedacht, aber Henris Vater steht endlich wieder vom Sofa auf.

Ein Anfang ist gemacht. Ein kluges, einfühlsames Buch über die depressive Erkrankung eines Elternteils. Sehr zu empfehlen!

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Depression | Burnout | Familie | Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte

Kastevik, Janina: Noel und der geheimnisvolle Wunschzettel. Dt. von Friederike Buchinger. Ill. Pe Grigo. München: Hanser 2018. 126 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-446-25989-8, geb.: 14,00 €

Ein Zettel erfüllt dem einsamen Noel Wünsche, doch einiges geht dabei auch schief. Eine Adventskalendergeschichte.

Was hatte er sich gewünscht, der Junge namens Noel? Dazuzugehören. Aber er weiß, das wird nie geschehen. „Stell dir vor, dass jemand zurückbleibt. Jemand, der nicht mit in die Pause geht, sondern im stillen Schulflur stehen bleibt. Das bin ich. Ich stehe da. Allein.“ Er weiß, dass sein Vater auch ohne das traurig ist, vor allem weil die Eltern sich getrennt haben. Deshalb ist er auch mit Papa in die Stadt gezogen und geht nun auf eine neue Schule. Aber eines Tages lässt im Bus ein  Obdachloser einen Zettel liegen: „Noels Wunschzettel“ steht da, und Noel findet bald heraus, dass das, was er darauf schreibt, bald wahr wird. Und kaum hat Noel geschrieben, dass er sich einen Freund wünscht, da taucht Wolke auf, ein unkompliziertes Mädchen, mit der alles so leicht ist! Doch der Wunschzettel erfüllt zwar Wünsche, schafft aber auch Chaos dabei … Eine warmherzige Weihnachtsgeschichte mit einer wunderbaren Weihnachtsbotschaft, wie sie vielleicht nur in Schweden geschrieben werden konnte.

Empfohlen für alle Kinder, die an Magie glauben – besonders für alle, deren Eltern in Streit oder getrennt leben.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Weihnachten | Außenseiter | Familie | Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Astrid van Nahl

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Bammessel, Wilhelm: Als Weihnachten nach Hause kam. Hoffnungsgeschichten. Holzgerlingen: SCM Hänssler 2018. 143 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-7751-5861-9, geb.: 12,99 €

Weihnachtliche, unherrliche Momente des Alltags.

Wilhelm Bammessel ist pensionierter, evangelischer Pfarrer mit einer besonderen Leidenschaft fürs Predigen. Sein weiteres Anliegen gilt der Seelsorge und dem Erzählen von Geschichten. In seinem Buch findet man 23 Vorlesegeschichten. Die Vorlesezeit ist jeweils angegeben und variiert von 4-15 Minuten pro Erzählung. Weihnachten geht in diesen Geschichten unter die Haut. Es fehlt der sonst übliche Duft von Tannen und Kerzen, frisch gebackenen Keksen, die so süsse Klebrigkeit. Stattdessen schreibt der Autor über das echte Weihnachten, den kalten Stall, die verwirrten ängstlichen Hirten, das hilflose und scheinbar würdelose Kleinmachen eines Gottes. Es sind Geschichten, die nicht einfach vorgelesen werden, sie erfordern nachträglichen Diskussionsbedarf und bieten Gesprächsstoff. Vorraussetzung ist eine schon etwas intellektuellere Bezugsgruppe.

Einzusetzen ist das Buch vielleicht in Literaturkreisen oder als Vorlesegeschichten in anspruchsvollen Gruppen.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Vorlesegeschichten
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Rojek

Beerwald, Sina: Hauptsache, der Baum brennt. Roman. München: Knaur 2018. 315 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-426-52317-9, kt.: 9,99 €

Bei Sarah Christkind steht der Weihnachtsmann vor der Tür – der echte, frisch vom Nordpol.

Bei der Münchner Psychologin Sarah Christkind klingelt kurz vor Weihnachten ein Mann im Weihnachtsmann-Kostüm Sturm und bittet um Hilfe. Er habe gerade versehentlich das Christkind umgebracht und nun müsse sie dessen Rolle übernehmen. Während die Psychologin ihn sofort zu therapieren versucht, quartiert er sich kurzerhand bei ihr ein und stürzt ihr Familienleben ins Chaos. Doch allmählich kommen die beiden sich näher, bis eine wütende Frau im weißen Kleid auftaucht und behauptet, sie sei das Christkind…
Mit leichter Hand entwirft Sina Beerwald eine Weihnachtskomödie, die vor allem von Situationskomik und witzigen Dialogen lebt. Wer sich auf die skurrile Grundidee einlassen kann, wird gut unterhalten und erfährt nebenbei viel Münchner Lokalkolorit. Mit den unglaublichen Wendungen besonders zum Schluss des Buches wird die Vorstellungskraft der Leser aber doch etwas überstrapaziert.

Leichte Kost zur Erholung vom Vorweihnachtsstress.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Unterhaltung
Bewertung: +
Rez.: Claudia Puschmann

Duncan, Francis: Ein Mord zu Weihnachten. Kriminalroman. Dt. von Barbara Först. Köln: DuMont 2018. 334 S. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8321-6466-9, kt.: 10,00 €

Ein traditioneller Weihnachtskrimi im Agatha Christie Stil.

Der Roman wurde 1949 veröffentlicht und nun wiederentdeckt. Weihnachten ist die Zeit der großen Feiern. Benedict Grame besitzt ein altehrwürdiges Landhaus, aber außer seiner kleinen Schwester hat er keine Familie. Alljährlich lädt er Freunde und Bekannte zu einem großen Weihnachtsessen auf sein Anwesen ein. Diese geladenen Gäste bilden den Rahmen des Romans. Zu ihnen gehört Mordecai Tremaine, ein pensionierter Tabakhändler mit einem guten Ruf als Amateurdetektiv. Von Beginn an schafft der Autor eine Stimmung der Verunsicherung und latenter Bedrohung. Scheinbar ist alles in Ordnung, das Fest verläuft fröhlich und harmonisch aber mitten in der Nacht zerreißt ein gellender Schrei die Weihnachtsruhe. Tremaine findet den Weihnachtsmann tot unter dem Weihnachtsbaum. Eine Gruppe von Menschen von der Außenwelt abgeschottet, jeder mit seinen eigenen Geheimnissen und einer der Anwesenden ist der Mörder.

Das vorliegende Buch ist eine absolute Empfehlung, ein wunderbarer Krimi, bei dem es nicht wichtig ist, wann er geschrieben wurde.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | England | Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

Hartlieb, Petra: Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung. Ill. von Martin Haake. Köln: DuMont 2018. 160 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-8321-9887-9, geb.: 18,00 €

Freud und Stress einer Wiener Buchhandlungs-Chefin – und Mutter – in der Weihnachtszeit, warmherzig und heiter erzählt.

Es gibt sie tatsächlich noch, die inhabergeführten Buchhandlungen: Eine, die ihren Job liebt und davon – erneut – erzählt, ist Autorin Petra Hartlieb. Sie führt mit ihrem Mann im bürgerlichen 18. Bezirk von Wien, in Währing, auf 60 Quadratmetern mit vier Mitarbeitern einen solchen Betrieb. Und alle Jahre wieder Anfang November brechen die Großkampftage aus: Der Adrenalin-Spiegel steigt und die Nachbestellungen stapeln sich im Esszimmer über dem Laden. Logistik ist das Zauberwort. Hartlieb kann erzählen. Der Leser schmunzelt und erkennt sich als Kunde wieder: Ah so siehts hinterm Tresen aus, wenn das grüne Buch vom Fernseharzt gesucht wird, 24 Pixis einzeln geschenkmäßig verpackt werden sollen oder Kundennachwuchs etwas haben will: »Sie kennen unsere Eltern doch«. Dazu das vernachlässigte Privatleben mit Adventskranzbasteln abends in der Kita und Essen zwischendurch bei Freunden/Kunden (einige Rezepte hintendrin – auch 26 Buchempfehlungen von »geht immer« bis zum »14-jährigen Nichtleser«).

Martin Haakes kleine Bilder, Kapitel- oder Abschnittlänge– alles hervorragend zum Selbst- und Vorlesen geeignet, auch für Krankenhausbüchereien, Weihnachtsfeiern (mehr fürs »Mittelalter«).

Signatur: SL
Schlagworte: Advent | Buchhandlung | Frau | Vorlesebuch
Bewertung: +++
Rez.: Delia Ehrenheim-Schmidt

Hartung, Hugo: Das silberne Schiff. Weihnachtserzählungen. Hg. von Ernst-Otto Luthardt. Würzburg: Echter 2018. 78 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-429-04496-1, geb.: 9,90 €

Ein nostalgisches Schatzkästlein kurzer weihnachtlicher Geschichten voll Liebe und Wärme.

Die erstmals 1960 erschienen Erzählungen sind in diesem Jahr neu aufgelegt worden und verzaubern den Leser auch heute noch mit ihrer wunderbaren Sprache und ihrer Warmherzigkeit. Sieben sehr kurze Geschichten sind in dem Bändchen versammelt. Die ersten drei sind autobiographische Kindheitserinnerungen an Weihnachten: eine beschwerliche Weihnachtsreise der Urgroßmutter zu ihrem Sohn, die Geschichte eines weihnachtlichen Karpfenessens bei den Großeltern und das Weihnachtsgeschenk des Vaters für einen kleinen, mittellosen Kurrendesänger. Die nostalgischen Geschichten sind durchzogen von Mandel- und Rosinenduft, unter den Stiefeln knirschendem Schnee und den Geheimnissen der Weihnacht. Auch die folgenden vier fiktiven Erzählungen berühren die Herzen der Leser mit Geschichten, in denen Liebe und Barmherzigkeit die Kälte der Nachkriegszeit, das Dunkel eines verarmten Künstlerhauses, das Herz eines im 30jährigen Krieg verrohten Jungen und die eisige Polarnacht mit Licht und Wärme erfüllen.

Das schmale Bändchen eignet sich wunderbar für Liebhaber gefühlvoller Literatur zur Einstimmung auf Weihnachten.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Geschichten
Bewertung: +++
Rez.: Christine  Heymer

Hohlfeld, Kerstin: Bevor es Weihnachten wird. Roman. Berlin: Ullstein 2018. 247 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-548-29174-1, kt.: 10,00 €

Kurz vor Weihnachten bricht Sophias Welt fast zusammen: Partner weg, Job weg, Freunde weg. Gibt es einen Lichtblick?

Es scheint, als habe sich die ganze Welt gegen Sophia verschworen. Erst wird ein Familientreffen zum Debakel, dann kündigt man der 32-jährigen Werbetexterin und schließlich fliegt ihr Lebenspartner kurz vor Weihnachten alleine nach Sumatra. Verletzt verschanzt sie sich, bis ihre Mutter einen Hilferuf loslässt. Sophia soll in einer Teestube für ärmere Mitmenschen aushelfen. Anfangs widerstrebend, dann immer enthusiastischer stürzt sie sich in die neue Aufgabe. Bald erkennt sie, wie gut es tut, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Ob das Weihnachtsfest trotzdem auch für Sophia zum schönsten Ereignis des Jahres wird? Mag es anfangs schwer sein, nicht zuletzt wegen der unsympathischen Hauptfigur, mit der Geschichte warm zu werden, so findet man bald Geschmack daran. Glaubhaft wandelt sich Sophia zu einer liebenswerten Person, die ihre Talente zum Wohle anderer einsetzt. Der geschmeidige Schreibstil und das Glitzer-Cover runden das empfehlenswerte Winter-Weihnachts-Wohlfühlbuch ab.

Gerade das Zusammenhörigkeitsgefühl einer Familie zur Weihnachtszeit hat Platz in diesem warmherzigen Roman gefunden. Wer davon gerne liest, der ist hier gut aufgehoben.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Familie | Ehrenamt | Liebe
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes

Im Dunkel scheint dein Licht. Wahre Weihnachtsgeschichten. Hg. von Andy Weiss. Mit Beiträgen von Monika Karb, Conny Gorenflo u.a. Asslar: Gerth Medien 2018. 154 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-95734-505-9, geb.: 12,00 €

Tröstliche Erfahrungen in der Weihnachtsnacht.

Andi Weiss, der Herausgeber dieser Anthologie und von Beruf „Logotherapeut“, Heiler durch das Wort, hat Menschen jedes Alters und jedes Berufsstandes zu Wort kommen lassen. Es schreiben aus der Ich-Perspektive  der Professor und die Kindergärtnerin sowie die „Oma von vier Enkelkindern“. Die Mehrzahl dieser kurzen Geschichten kommen aus einem verpatzten Leben, aus Trauer, Verzweiflung  und Einsamkeit, aber die Protagonisten finden immer wieder überraschend Trost und Erleichterung  in der heiligen Nacht.  Wir lesen über ganz ungewöhnliche Weihnachtsfeiern in der Wüste, von Menschen, die an Weihnachten ihre Tür den Obdach- und Heimatlosen öffnen,  ebenso wie vom traditionellen Fest in der Kirche und im Kreise der Familie unter dem häuslichen Weihnachtsbaum und den Empfindungen beim Anhören von  Musik.  Ein tiefer Glauben und das Vertrauen in Gott prägen diese Geschichten. Allerdings wirkt einiges zu privat und zu laienhaft erzählt und dadurch in seiner Wirkung blass.

Doch es überwiegt eine starke und mitunter ansteckende Hoffnungsperspektive, manches liest sich durchaus unterhaltsam. Geeignet zum gemeinsamen Lesen und Vorlesen.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Trost | Vorlesegeschichten
Bewertung: +
Rez.: Barbara von Korff-Schmising

Makronen, Mistel, Meuchelmord. 24 Weihnachtskrimis von der Ostsee bis zu den Alpen. Hg. von Greta Frank. Mit Beiträgen von Eva Almstädt, Iny Lorentz u.a. München: Knaur 2018. 431 S. ; 19 cm. ISBN 978-426-52355-1, kt.: 9,99 €

Geografisch deutschsprachige Gebiete erfassend werden 24 Kurzkrimis mehr und weniger einschlägiger AutorInnen geboten.

Die in der Stadt wie auf dem Land angesiedelten zeitgenössischen Kurzgeschichten entfalten sich oft vorhersehbar, mit oder ohne Aufklärung, teilweise grotesk oder politisch inkorrekt, selten abgründig oder ironisch gebrochen und sind meist nur sehr lose mit dem Thema Weihnachten, eher mit niedrigen Temperaturen und entsprechendem Tiefgefrorenem verknüpft. Da helfen auch das im besten Sinne irritierende Cover, die einleitende Karte zu den Tatorten, das auf „O Mörderlein" umgedichtete „Oh Tannenbaum", das Rezept „Weihnachtsmousse mit Mördergruß" und das auf regionale Ausdrücke bezogene Glossar im Anhang nicht. Holzschnittartig und bisweilen uninspiriert wird in der Kurzform Lokalkolorit bis zum Klischee entwickelt; insgesamt baut sich trotz besserer Rahmengeschichten zu selten Spannung auf, um auch nur für einen Adventabend in homöopathischen Dosen unterhalten zu können. Sehr wenige Geschichten bieten Anlass zur Reflexion über den reinen, selten genossenen Unterhaltungswert hinaus.

Geeignet als Verlegenheitskauf an der Bahnhofsbuchhandlung für den Advent.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | Kurzgeschichten | Advent | Mord
Bewertung: +
Rez.: Frauke Thees

McGown, Jill: Mord im alten Pfarrhaus. Ein Weihnachtskrimi. Dt. von Barbara Först. Köln: DuMont 2018. 313 S. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8321-9884-8, geb.: 18,00 €

Am Weihnachtsmorgen wird in einem englischen Dörfchen im Pfarrhaus eine Leiche entdeckt.

George Wheeler ist Pfarrer im englischen Dörfchen Byford. Mit seiner Frau Marian und Tochter Joanna, die sich von ihrem Mann getrennt hat, lebt er im alten Pfarrhaus. Am Weihnachtsmorgen wird eine männliche Leiche aufgefunden, erschlagen mit einem Schürhaken. Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass es sich um George, den Schwiegersohn des Pfarrers, handelt.  Chief Inspector Lloyd und seine Partnerin Sergeant Judy Hill übernehmen die Ermittlungen und stellen fest, dass der Ermordete ein gewalttätiger Tyrann war. Alle Familienmitglieder scheinen verdächtig. Zudem erschweren heftige Schneefälle die Arbeit. Diese drohen, das Dorf von der Umwelt abzuschneiden.
So manches Mal wünschen sich die beiden Ermittler, sie hätten eine Miss Marple an ihrer Seite. Ein klassischer, gemütlicher Whodunnit-Krimi im Stil einer Agatha Christie, der eher durch Stimmung überzeugt als durch Spannung.

Gern zur Anschaffung empfohlen, vielleicht auch ein schönes Geschenk für den Gemeindepastor.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | England | Weihnachten
Bewertung: ++
Rez.: Maike Linne

Modick, Klaus: Vierundzwanzig Türen. Roman. Ill. von Jub Mönster. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2018. 247 S. : Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-462-05106-3, kt.: 10,00 €

Ein zeitgemäßer Weihnachtsroman, geschrieben wie ein Adventskalender, der das Heute und Gestern des Weihnachtsfestes in Beziehung setzt.

In diesem unaufgeregten und doch mitnehmenden Weihnachtsroman führt Klaus Modick seine Leser durch die Gegenwart und die Vergangenheit. Wir sind nicht ohne unsere Geschichte und es gibt uns nicht ohne unsere Auseinandersetzung mit Weihnachten. Es ist das Fest, zu dem wir uns verhalten und eine Beziehung aufbauen müssen, egal wie sie aussieht.
Ein Adventskalender zieht in die Familie ein und bringt eine skurrile Geschichte mit sich. Er ist ein Geschenk. Die Eltern und ihre beiden Töchter  öffnen täglich eine Tür und werden in eine Geschichte mit wahrem Hintergrund entführt. Dabei läuft das normale Leben der Familie weiter. Die pubertierenden Töchter werden flügge und der Vater hat damit so seine Probleme. Die Gelassenheit seiner Frau hilft ihm. Immer wieder dringt die Adventsgeschichte in den Alltag ein, entfesselt Erinnerungen an die eigene Jugend und Kindheit. Modick gelingt der Spagat zwischen Realität und Erzählung, zwischen Religiosität und Neuorientierung ohne jeglichen Kitsch.

Sehr gut geeignet für Literaturkreise und für alle, die es vermeiden wollen zum Weihnachtsmuffel zu werden.

Signatur: SL
Schlagworte: Advent | Weihnachten | Nachkriegszeit | Familie
Bewertung: +++
Rez.: Dirk Purz

Das schönste Geschenk. Geschichten und Lieder zu Advent und Weihnachten. Hg. von Thomas Begrich. Ill. von Klas Fahlen. Mit Beiträgen von Hilde Domin, Eva Zeller u.a. Leipzig: Ev. Verl.-Anst. 2018. 167 S. : Ill. ; 20 cm.  ISBN 978-3-374-05603-3, geb.: 15,00 €

"Manchmal sind es die wirklich kleinen Dinge, die uns unser Herz erwärmen." (S. 5)

 Der vorliegende Band, der wunderschön gestaltet ist, umfasst vor allem viele "Klassiker" der Weihnachtsliteratur: die einschlägigen biblischen Texte sowie eine Vielzahl von Geschichten und Liedern und Gedichten, die man bereits kennt. Ihre Verfasser*innen sind u.a. Rudolf Otto Wiemer, Selma Lagerlöf, Otfried Preußler, Heinrich Heine und Eva Zeller. Auch "Knecht Ruprecht" von Theodor Fontane und "Die Weihnachtsgans Auguste" von Friedrich Wolf fehlen nicht. Des Weiteren sind etliche eher unbekannte Texte, die z.B. von "Weihnachten bei der NVA" erzählen, enthalten.  Es wird in diesem Buch nicht versucht, Weihnachten neu und ganz anders in möglichst moderner Sprache zu beschreiben, sondern es geht darum, viele kleine stille Momente, Begegnungen und Erkenntnisse zu erzählen und zu besingen, die den Kern der Weihnachtsbotschaft erfahren lassen, nämlich dass "Gott es mit uns und unserer Welt … gut ausgehen lassen will" (S. 6) und wir Menschen diese Liebe erfahren und weiterschenken.

Der Band ist als Anthologie von eher klassischen Weihnachtstexten für Büchereien empfehlenswert.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Bibel | Vorlesegeschichten | Lyrik
Bewertung: +++
Rez.: Anne Rank

Steiner, Jens: Weihnachten könnte so schön sein. Erzählungen. Zürich: Arche 2018. 78 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-7160-2775-2, geb.: 14,00 €

Drei besondere Geschichten zur Weihnachtszeit mit einem diebischen Nikolaus, Opa-Sitter Jacob und einem rätselhaften Trio.

Nur drei Geschichten enthält das dünne Bändchen aus der Feder von Jens Steiner. Wenn man sie fertig gelesen hat, wünscht man sich, es würden noch weitere folgen. In der ersten geht es um das Gauner-Duo Heck und Co. Lange Jahre hatten sie großen Erfolg, nun wollen sie ehrlich werden und führen ihren letzten großen Coup durch. Der endet damit, dass der als Nikolaus (das Cover zeigt einen Weihnachtsmann) verkleidete Heck kopfüber in der Weihnachtsbeleuchtung über einer belebten Fußgängerzone festhängt und den himmlischen Mächten für seine Tochter dankt. Jacob und sein Opa sind die Hauptfiguren in der zweiten Geschichte. Sie geht gut aus, denn der liebe Gott hat seine Finger im Spiel. Zum Schluss die Geschichte von Hanna. Auf einer Zugfahrt sitzt sie plötzlich drei schweigenden Herren gegenüber, deren Lächeln Hoffnung, Wärme und Zuversicht in ihr auslösen. Ungewöhnlich, berührend, mit geschmackvoller Leichtigkeit und amüsant erzählt – das kleine, feine Buch passt gut zu stillen Winterabenden.

Für Leser, die Geschichten der anderen Art besonders zur (Vor-)Weihnachtszeit zu schätzen wissen.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Winter | Gottvertrauen
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes

Zauberhafte Winter-Wunsch-Zeit. Wärmende Geschichten für die Seele. Hg. von Christine Jakob. Mit Beiträgen von Albrecht Gralle, Albert Schweitzer u.a. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2018. 190 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-579-08713-9, geb.: 15,00 €

Eine Sammlung von ca. 40 kleinen Geschichten unterschiedlicher Qualität als Lesestoff für ältere Generation, um die „Seele zu wärmen“.

Die Herausgeberin dieses sehr groß gedruckten Werkes legt hier sicher und gut zusammengestellte Geschichten etlicher bekannter und weniger bekannter Schöpferinnen und Schöpfer vor. Sie will mit diesen Menschen berühren und durch die dunkle Jahreszeit führen. Das gelingt ihr sehr gut. Sie führt die Leser in einer nostalgischen Gedankenfülle durch viele Grundgedanken dieser Tage. Das Leben an sich ist bunt, die Erinnerungen an vergangene Zeiten, die Einsamkeit und die zauberhafte Weihnachtszeit sind ihre Anknüpfungspunkte. Rainer Maria Rilke, Khalil Gibran, Dietrich Bonhoeffer, Regina Meier zu Verl u.v.a. kommen zu Wort. Natürlich findet sich die Geburtsgeschichte Jesu und liebevolle Verse verschiedener Autoren. Christine Jakob gelingt es sehr überzeugend, Menschen in dieser Jahreszeit zu verzaubern.

Nicht zuletzt durch die großen und lesbaren Schrifttypen kann die Absicht der Autorin, das Buch besonders für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung zu stellen, sich verwirklichen.

Signatur: SL
Schlagworte: Lebensgeschichte | Winter | Erinnerungen | Einsamkeit
Bewertung: ++
Rez.: Kurt Triebel

Zehendner, Christoph: Josef, staub die Krippe ab. Neue Weihnachtsgeschichten zum Staunen, Lachen und Feiern. Gießen: Brunnen 2018. 111 S. ; 17 cm. ISBN 978-3-7655-0694-9, geb.: 10,00 €

Kurzgeschichten rund um das Weihnachtsfest, voller Vergnügen, oft mit erstaunlichen Wendungen, die auf ihre Art und Weise das Fest der Feste näherbringen.

Dieses kleine Büchlein des Theologen und Liedermachers führt die Leserschaft mit sehr originellen und fröhlichen Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit auf die unterschiedlichen Wege zum Christfest. Beiträge mit viel Fröhlichkeit wechseln sich ab mit sehr nachdenklichen Storys. Dem Verfasser gelingt es dabei sehr gut, auf eine fröhliche und nachdenkliche Art und Weise, das zu beschreiben, was in seinem letzten Beitrag den Mittelpunkt des Festes bildet. Geschichten zwischen Traum und Wirklichkeit im Damals und Heute zum Geschehen der Geburt berichten, was immer wieder durch das große Wunder des Lebens geschieht. Ein köstlich geschriebenes und biblisch orientiertes Buch, das in seinen Erlebnissen zum Staunen, Nachdenken und immer zum Freuen anregt.

Mit diesem Weihnachtsbuch kann etwas Neues in die übliche Literatur zum Vorlesen, Darstellen und Gestalten gebracht werden.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Vorlesegeschichten | Bibel
Bewertung: +++
Rez.: Kurt Triebel

Jr Ratgeber, Sport, Freizeitgestaltung

Möller, Stefanie: 24 x Basteln. Weihnachtliche Projekte für Kinder. Igling: Ed. Michael Fischer 2018. 110 S. : überw. Ill. ; 24 cm. ISBN 978-3-96093-100-3, geb.: 12,99 €

Basteln im Advent.

In der Adventszeit basteln, jeden Tag etwas anderes - dazu hat die Autorin, Gymnasiallehrerin und Bloggerin 24 Ideen in kindgerechter Sprache vorgestellt, mit ausführlicher Material- und Werkzeugliste, anregenden ganzseitigen Farbfotos, doppelseitigen, gut bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen und einigen Vorlagen. Von der einfachen Klopapierrolle bis zum modernen Kreativ-Beton finden vielerlei Materialien Verwendung beim Gestalten von Christbaumschmuck, Weihnachtskarten, Wichteln und sogar kleinen Köstlichkeiten zum Verschenken. Bei manchen komplizierteren Anleitungen sollten Erwachsene mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein hübsches Bastelbuch für bastelerfahrene Kinder, die direkt angesprochen werden.

Signatur: Jr
Schlagworte: Basteln | Advent
Bewertung: ++
Rez.: Viktoria Böhler

B Biographien, Briefe, Tagebücher

Habt alle ein schönes Fest und einen warmen Ofen. Weihnachtsbriefe berühmter Männer und Frauen. Hg. von Petra Müller u. Rainer Wieland. Mit Beiträgen von Rainer Maria Rilke, Roald Dahl u.a. Berlin: Propyläen 2018. 285 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-549-07645-3, geb.: 15,00 €

44 Weihnachtsbriefe von Männern und Frauen aus Literatur, Philosophie, Politik, Kunst, Musik und Zeitgeschichte vom 18. Jahrhundert bis heute.

Der Löwenanteil der ausgewählten Briefe stammt von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Rund um den Anlass Weihnachten kommen ganz alltägliche Fragen zur Sprache, finanzielle Nöte, Sorgen um den Gesundheitszustand, aber auch Geschenkewünsche, Erinnerungen an gemeinsame Weihnachtsrituale, stimmungsvolle Trostworte. Die Ausgangssituation ist denkbar unterschiedlich, Katherina Elisabeth Goethe berichtet von ihrer Suche nach geeigneten Kleiderstoffen für die Schwiegertochter, die englische spätere Krimiautorin Dorothy Sayers, selbst noch ohne Erfolg und fast mittellos, kündigt ihrer Mutter ihren Besuch mit einem fremden Mann und einem Motorrad an, Rosa Luxemburg und Dietrich Bonhoeffer schreiben jeweils aus dem Gefängnis. Jedem der persönlichen Briefe folgt eine ausführliche Information über das wer, wann und an wen, das hilft die Briefe in das Leben von Absender und Empfänger einzuordnen. Einzig die Reihenfolge der abgedruckten Texte erschließt sich nicht.

Eine vielfältige und interessante vorweihnachtliche Lektüre, die Lust auf eigenes Briefeschreiben macht.

Signatur: Ba
Schlagworte: Weihnachten | Briefe
Bewertung: ++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Sluga, Taliman: Europäisches Weihnachtskochbuch. Rezepte, Bräuche, Spezialitäten. Salzburg: Pustet 2018. 223 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7025-0906-4, geb.: 29,00 €

Aus dem „Advent der Kulturen“ in Wagrain entwickelte sich dieses Kochbuch zu Rezepten, Bräuchen und Spezialitäten von über 40 europäischen Ländern.

Über 10 Jahre haben sich Schüler*innen auf die Suche von weihnachtlichen Traditionen und kultureller Atmosphäre gemacht. Kulinarisch stellten sie dabei eine klassische Menüabfolge von Vorspeise/Suppe, Hauptspeise und süßem Abschluss zusammen. Das Ziel mit durchschnittlichen Kochkenntnissen, ohne große küchentechnische Ausrüstung und mit wenigen leicht erhältlichen Zutaten auszukommen, haben sie bravourös erreicht. Auf einer Doppelseite werden zunächst blitzlichtartig die typischen Bräuche vorgestellt, dann folgen drei bis fünf landestypische Rezepte. Eine großformatige bunte fotografische Bebilderung macht Appetit auf die Rezepte oder zeigt weihnachtliche Szenen des jeweiligen Landes. Text und Bebilderung ergänzen sich gut. Ein Rezeptindex neben Quellenangaben und Bildnachweis erleichtert das Auffinden der Rezepte. Zum Stöbern lädt ebenso das nach Ländern geordnete Inhaltsverzeichnis ein. Gemeinsames und Unterschiedliches der Weihnachtstraditionen vermitteln vorweihnachtlich gestimmte Lesefreude.

Dieses Buch lädt alle ein, insbesondere auch Familien mit Kindern, über den weihnachtlichen Tellerrand den Blick zu öffnen. Dies ist auch ein Beitrag zu Toleranz und Neugier auf Fremdartiges – nicht nur Kulinarisch.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Weihnachten | Essen | Europa
Bewertung: +++
Rez.: Ilka Lautner