Newsletter „Bücherei" 11/2018

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Mit dem November-Newsletter erhalten Sie noch einige vielversprechende weihnachtliche Nachzügler. Das „Weihnachtshaus“ von Zsuzsa Bank z. B. steht schon auf unserem Wunschzettel.

Auch ansonsten ist der Newsletter gut gefüllt mit Titeln, die förmlich nach langen Winterabenden mit heißem Tee, Pfefferkuchen und Kerzenschein schreien.

Viele Freude beim Stöbern und eine besinnliche Adventszeit wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

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► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
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Jm 1 Bilderbücher

Carls, Claudia: Woher kommt der Wind? Bargteheide: minedition 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 24 cm. (classic-minedition). ISBN 978-3-86566-354-2, geb.: 10,00 €

Theresa unternimmt eine Traumreise und fragt fliegende Frösche, woher der Wind kommt. Sie geben fantastische Antworten!

Kinder sehen, dass sich Bäume biegen, Wasser sich kräuselt, Gardinen zum Fenster hinaus flattern und Schiffe segeln. Sie fragen wie die kleine Protagonistin Theresa, woher der Wind weht, wie er entsteht. Eine sachkundliche Erklärung ist in diesem fantastischen Buch nicht zu erwarten. Stattdessen begleiten fliegende Frösche das Kind im gelben Mantel durch eine immer mehr in Bewegung geratende Welt, in der jede Perspektive verlorengeht. Das Buch lebt von einer farbenfrohen Vielseitigkeit, in der immer wieder Neues zu entdecken ist: singende Fische, Drachen mit pfauenähnlichen Schwänzen, niesende Wölfe, sich streitende Zwerge und Gespenster, die in den Spiegel sehen. Selbst die kunstvoll gezeichnete Schreib- und Druckschrift wird durch die Luft gewirbelt. Die Graphikerin und Malerin kombiniert verschiedenste Techniken, Farben und Formen dergestalt, dass der erwachsene Betrachter Chagall oder Dali assoziiert. Kinder werden begeistert sein und nach dem Betrachten selbst zum Stift greifen.

Sehr empfohlen für Kinder ab 5 Jahren in Familie, Kindertagesstätte, Kinderkrankenhaus und Grundschule, weil sie angeregt werden, selbst künstlerische Traumreisen zu unternehmen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Natur | Fantasie | Träume
Bewertung: +++
Rez.: Margot Rickers

Henn, Astrid: Emil im Schnee. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-473-44705-3, geb.: 12,99 €

Emil hat gar keine Lust Schlitten zu fahren. Lieber baut er einen Schneemann – und daraus wird ein echtes Abenteuer!

„Ein kleines Abenteuer und ganz viel Schnee“, sagt das Cover – aber ein Abenteuer in der Fantasie. Emil hat gar keine Lust, mit der Kindergartengruppe Schlitten zu fahren, ehrlich gesagt hat er sogar ein bisschen Angst, von dem steilen Hügel runterzusausen. Also bleibt er lieber allein (!) zurück, als die Kindergärtnerin mit den anderen vergnügt zum Hügel zieht. Und Emil? Der geht stattdessen auf eine Expedition, um Eisbären zu finden. Und es dauert nicht lang, da ist der erste da: ein gigantischer weißer Bär, der ganz schnell sein Freund wird und kein bisschen gefährlich ist. Als den beiden das Spielen langweilig wird, schlägt Emil vor, Schlitten zu fahren. Nur: Der Eisbär hat solche Angst! Aber zusammen mit Emil traut er sich dann doch, und die beiden brettern todesmutig den Hügel hinab. „Wer nix wagt, gewinnt auch nix“, wie die Oma immer sagt. Oh weh! Aber es macht Spaß! Und die Moral? Mit einem Freund an der Seite geht alles leichter, ist alles schöner!

Besonders für ängstliche Kinder; sehr gut geeignet in Kindergartengruppen, wo es gilt, das Gemeinschaftsgefühl zu wecken.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Freundschaft | Angst | Winter
Bewertung: ++
Rez.: Astrid van Nahl

Nein! Nein! Ich steig in kein fremdes Auto ein. Petra Lazik. Ill. von Kai Schüttler. Münster: Coppenrath 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. ISBN 978-3-649-62185-0, geb.: 14,95 €

Nein sagen können ist wichtig! Neu aufgelegter Klassiker der Präventionsarbeit. 

Die Geschwister Marie und Max sind auf den Weg in den Kindergarten, als sie von einem fremden Mann im Auto nach dem Weg gefragt werden. Er lädt die Kinder ein, mit ihm mitzufahren und um ihm den Weg so besser zeigen zu können. Während Max der Einladung nicht abgeneigt gegenübersteht, bekommt Marie plötzlich ein komisches Bauchgefühl: Tausende von Gedanken gehen ihr durch den Kopf und lassen sie schließlich laut und deutlich: „Nein!" sagen. In der Kita angekommen, erzählen die Kinder der Erzieherin von der Situation, die besonnen handelt. Ein vielfarbiges Bilderbuch, das Kinder vor Gefahren warnt und Eltern dabei unterstützen kann, mit ihren Kindern über die Wichtigkeit ihres Bauchgefühls und den Umgang mit Situationen, in denen fremde - aber auch bekannte - Menschen, ein komisches Gefühl im Bauch machen. Einfühlsam werden zudem die Themen gute/schlechte Geheimnisse, Schuld und Selbstvertrauen aufgegriffen. Ein Buch, das Kinder vor Gefahren schützen kann - ohne ihnen Angst zu machen.

Sehr empfehlenswert für den Elementarbereich in Kitas und zur Vorstellung auf Elternabenden. Für Eltern mit ihren Kindern ab 4 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Prävention | Kinderschutz | Missbrauch
Bewertung: +++
Rez.: Lena Danneberg

Slobodkin, Louis: Schlaf, Eule, schlaf. Dt. von Anna-Nina Kroll. Zürich: Diogenes 2017. 32 S. : überw. Ill. ; 26 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-257-01214-9, geb.: 15,00 €

Olga, die kleine Eule konnte einfach nicht einschlafen. Sie suchte Rat und Hilfe bei den anderen Tieren.

Die kleine Eule Olga war hellwach und konnte nicht einschlafen, egal ob sie zuerst nur ein Auge zumachte oder gleich beide zusammenkniff. Sie beschloss den alten Uhu zu fragen, der auf einer alten Eiche ganz in der Nähe wohnte und so tief schlief, dass sie ihn kaum wecken konnte. Keiner seiner Ratschläge half, also flog die Eule davon. Das Streifenhörnchen meinte: „Roll dich zusammen, so mache ich es immer." Das Opossum riet: „Häng dich kopfüber an einen Ast". So ging es eine ganze Weile weiter aber nichts half. Da kam das Rotkelchen und erklärte, dass es sich auf einem Bein auf einen Ast stellt und so in den Schlaf geschaukelt wird. Die Eule versuchte es aber der Ast brach mitten durch, weil sie viel zu schwer war. Vom Lärm aufgeschreckt kamen alle Tiere herbei und fanden zusammen eine überraschende Lösung. - Diese Geschichte kommt mir wenig Text aus, denn auch die in blau, gelb und braun gehaltenen und mit wenigen Strichen auskommenden Illustrationen veranschaulichen die Handlung.

Eine wunderbare Gutenachtgeschichte für kleine Jungen und Mächen, bei der auch im Kinderzimmer bald Ruhe einkehren wird.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Einschlafen | Tiere
Bewertung: +++
Rez.: Christine Schwendener

Steinitz, Barbara: Schnurzpiepegal.  München: Knesebeck 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-95728-055-8, geb.: 14,00 €

Nur die inneren Werte zählen, alles andere ist schnurzpiepegal! Neuauflage.

Herrchen/Frauchen und Hunde ähneln sich, das ist schon oft behauptet worden und stimmt oft, wie ich auch schon selber beobachten konnte. Nur der Hund von Leonora sieht ihr überhaupt nicht ähnlich. Trotzdem lieben und verstehen sich die beiden und tanzen und singen gerne laut zu Opernmusik. Doch die Leute tuscheln wenn beide unterwegs sind. Genau so geht es Joschka, der zwei Straßen weiter wohnt, mit seinem Hund. Eines Tages begegnen sich die zwei ungleichen Paare und es ist offensichtlich, dass die Hunde getauscht werden müssen. Nun können sie zwar ungestört spazieren gehen, werden dadurch aber alle unendlich unglücklich. Zufällig treffen sie sich eines Tages wieder und stellen augenblicklich fest, dass das „traurige Gefühl wie weggepustet“ ist und sie alle zusammengehören. Schnurzpiepegal, was die Leute sagen! Ausdrucksstarke Bilder in kräftigen Farben und der lebendige Text laden Klein und Groß fantasievoll ein, über Äußerlichkeiten und die viel wichtigeren inneren Werte nachzudenken.

Ein Bilderbuch, das vom Vorsatzblatt bis zur allerletzten Seite begeistert. Zwar ist die „Moral der Geschichte“ nicht neu, jedoch erfrischend neu dargestellt. Breite Empfehlung!

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Vorurteile | Werte | Hunde | Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Helena Schäuble

Unsere kleine Höhle. Céline Claire. Ill. von Qin Leng. Dt. von Oliver Ilan Schulz. Zürich: Diogenes 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-257-01233-0, geb.: 16,00 €

Ein Schneesturm kommt auf und alle Tiere im Wald sind emsig damit beschäftigt ihre Behausungen und Vorräte zu sichern.

Die Waldbewohner sind gerade dabei sich auf den Winter vorzubereiten, da kommt ein Schneesturm auf. Schnell bringen sich alle in ihren Höhlen in Sicherheit, da tauchen zwei dunkle Gestalten in der Ferne auf. Zwei Eisbärenbrüder sind auf der Suche nach einer Unterkunft und bieten dafür einen wärmenden Tee an. Doch alle Tiere denken nur an ihr Wohlergehen, haben Angst um ihre Vorräte und ihre warmen Plätze und schicken die beiden Bären weiter. Ob sie doch noch jemanden finden, der sie aufnimmt?
In diesem winterlichen Bilderbuch geht es um Nächstenliebe und Güte und es erinnert ein wenig an die Weihnachtsgeschichte von Maria und Josef. Die Illustration ist mit zarten Pinselstrichen und ineinander fließenden Wasserfarben gestaltet, die zarten Farbtöne und das Spiel mit Licht und Schatten unterstreichen einfühlsam die Botschaft der Geschichte. Der Text ist in kurzen Sätzen und in einfacher Sprache gehalten und lädt ein mit den Kindern über die Geschichte nachzudenken und ins Gespräch zu kommen.

Ein ansprechendes und anregendes Buch, das gut für den Einsatz im Kindergarten und Hort geeignet ist, ebenso für Kinderbüchereien und als Geschenk.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Winter | Mitgefühl | Nächstenliebe
Bewertung: +++
Rez.:
Barbara Hildenbrand

Watts, Bernadette: Der kleine Trommler. Dt. von Elisa Martins. Zürich: Nord-Süd Verl. 2018. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-314-10450-3, geb.: 15,00 €

Das weltbekannte Weihnachtslied neu erzählt und illustriert.

Das Lied vom kleinen Trommler, der das Christkind in der Krippe mit seiner Kunst erfreut, wird von der englischen Künstlerin Bernadette Watts liebevoll nacherzählt und  mit stimmungsvollen, zartfarbenen Bildern illustriert. Kleine Kinder können auf den großen, ganzseitigen Bildern immer neue Details in den kleinen, heimeligen Dörfern und der winterlichen Landschaft mit den vielen Tieren entdecken und sich so auch allein an dem zauberhaft aufgemachten Buch erfreuen, wenn ihnen niemand den ausführlichen Text vorliest. - Nur schade, dass der originale Liedtext, eventuell mit Noten, nicht angefügt wurde.

Ein schönes großformatiges Bilderbuch zur Weihnachtszeit, zum Vorlesen oder auch nur Anschauen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.:
Viktoria Böhler

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Hasel, Verena Friederike: Wir Rüben aus der großen Stadt. Ill. von Iris Wolfermann. Wuppertal: Hammer 2018. 116 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-7795-0601-0, geb.: 14,00 €

Die 8-jährige Flora schildert die Höhen und Tiefen des Lebens in einer bunt gemischten Großfamilie.

Die achtjährige Flora ist eines von sechs Kindern, die mit ihren Eltern in einem großen Haus leben. Hier stehen alle Türen offen, jeder ist für jeden da und vieles wird geteilt. Zu erst stellt Flora den Lesern alle Hausbewohner vor und erklärt hat, dass sie „Rüben“ heißen, weil das Haus in der Rübezahlstraße steht. Sie erzählt einzelne Episoden aus dem turbulenten Großfamilienleben. Es ist witzig und spannend wenn Flora erzählt, wie ein Fest veranstaltet wird, weil der Januar ohne Fest trüb ist oder wie einer der Väter mit vielen Widrigkeiten kämpfen muss, um alle Kinder pünktlich in die Schule und die Kita zu bringen. Sie spart auch nicht aus, dass es Situationen gibt, in denen die eigene Mama nicht durch eine Ersatzmama ersetzt werden kann. Die bunte Großfamilie funktioniert aber nur, weil sich hier jeder um jeden kümmert. Die ansprechenden Illustrationen ergänzen den Text. Flora erzählt in einer Sprache, die nicht aufgesetzt wirkt und authentisch nach einer Achtjährigen klingt.

Geeignet zum Vorlesen in der Grundschule und im Hort zum Thema „Familie“.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Familie | Freundschaft | Großfamilie
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

Ju 2 Erzählungen für das zweite Lesealter (9-12 Jahre)

Nilsson, Frida: Ich und Jagger gegen den Rest der Welt. Ill. von Ulf K. Dt. von Friederike Buchinger. Hildesheim: Gerstenberg 2018. 175 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-8369-5904-9, geb.: 14,95 €

Außenseiter Bengt findet in dem obdachlosen Hund Jagger einen radikalen Freund. 

Jemand die Tür zuhalten mag ein kleiner Spaß sein – je nachdem, wo man sich befindet und wie lange und von wem die Tür zugehalten wird. Bei Bengt (8) geht die Sache eindeutig zu weit. Er wird von drei Nachbarskindern im Müllraum eingesperrt und dort über Stunden allein in der Dunkelheit gelassen. Möglicherweise gibt es Ratten. Zum Retter in der Not wird für ihn Jagger Svenson. Jagger erweist sich als obdachloser vermenschlichter Hund, ist ebenso radikal wie besitzergreifend und wird Bengts Freund. Kein heldenhafter und liebenswerter Gefährte, sondern eine zweifelhafte Figur. Eine, die ihren Zorn auf Ungerechtigkeiten nicht mit friedvollen Gesprächen löst, sondern auf Rache sinnt.
Nicht nur Jagger wirkt befremdlich. Das wirklich traurige und gefühllose Verhalten zeigen hier die Erwachsenen. Sie beschönigen, schauen weg und besitzen keinerlei Gespür für Einsamkeit und Verzweiflung des eigenen Sohnes. Erst ganz am Ende setzt sich die Mutter minimal für Bengt ein. Eine ungewöhnliche Außenseitergeschichte. Mitreißend erzählt, aber irgendwie auch verstörend.

Für Eltern, Lehrerinnen, Kinder, sofern über das Gelesene gesprochen wird.

Signatur: Ju 2
Schlagworte:
Mobbing | Rache | Freundschaft | Außenseiter
Bewertung: +
Rez.: Anna Winkler-Benders

Remington, Laurel: Scarlett - Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie. Dt. von Britt Somann-Jung. Hamburg: Chicken House 2018. 251 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-551-52096-8, geb.: 15,00 €

Die zwölfjährige Scarlett leidet unter ihrer Mutter, ist  sie doch deren Inspirationsquelle für ihren Blog.

Scarlett hat sich völlig zurück gezogen, denn alles, was sie tut, wird von ihrer Mutter kommentiert. Als die greise Nachbarin ins Krankenhaus muss, schaut Scarlett nach der Katze - und findet eine riesige Küche samt Kühlschrank, der jede Menge leckerer Zutaten birgt. Ein Backbuch liegt aufgeschlagen da und das unglückliche Mädchen, von zu Hause höchstens mit Fertigpizza verwöhnt, verbringt nun jede freie Minute nebenan. Nach und nach werden Freundinnen eingeweiht, und das Selbstgebackene ist auch in der Mensa zu haben - anonym, versteht sich. Der Mutter bleibt Scarletts Veränderung nicht verborgen, sie forscht nach - und öffnet sich ihrer Tochter. Auch für die alte Dame von nebenan wendet sich das Blatt, denn die jahrelange Einsamkeit hat ein Ende. - Trotz Titel ist keine Magie im Spiel - alles zu Beginn fantastisch anmutende hat eine reale Auflösung. Schöner Mädchenroman!

Für alle Büchereien. Auf plötzlich einsetzende Gelüste auf Süßes sollte man sich bei der Lektüre einstellen und am besten gleich anfangen zu backen!

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Familie | Backen | Freundschaft
Bewertung: ++
Rez.: Margarete Barth-Specht

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Adeyemi, Tomi: Children of Blood and Bone - Goldener Zorn. Dt. von Andrea Fischer. Frankfurt: Fischer JB 2018. 622 S. ; 22 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-8414-4029-7, geb.: 18,99 €

Auftakt einer Fantasy-Trilogie mit afrikanisch inspiriertem Hintergrund.

Das Besondere an diesem Fantasyroman-Auftakt ist der Ort der Handlung in einer afrikanisch inspirierten Welt, die schwarze Hautfarbe fast aller ProtagonistInnen und seine gesellschaftspolitische Intention.
Im Land Orisha hat König Saran in der "Blutnacht" alle Menschen mit magischen Fähigkeiten, ermorden lassen. Seitdem fristen die Überlebenden - erkennbar an ihrem weißen Haar - ein armseliges, unterdrücktes Leben. So geht es auch Zélie und ihrem Bruder Tzain, deren Mutter in der Blutnacht ermordet wurde. Doch Zélie bekommt die Chance, die Magie zurückzuholen, als sie auf Sarans Tochter Amari trifft. Diese hat eines der drei magischen Artefakte entwendet, die dafür erforderlich sind. Zélie, Tzain und Amari begeben sich auf einen gefährlichen Weg, gejagt von den Soldaten des Königs und deren Anführer, Prinz Inan. Im Nachwort erklärt die Autorin politischen Hintergrund und schriftstellerische Absicht.

Durch die teilweise sehr brutalen Kampf- und Folterszenen ist der Roman frühestens ab 14 Jahren und für interessierte Erwachsene geeignet, bietet dann aber spannende Unterhaltung.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Fantasy | Afrika | Unterdrückung | starke Mädchen
Bewertung: ++
Rez.:
Gabriele Güterbock-Rottkord

O´Neill, Louise: Du wolltest es doch. Dt. von Katarina Ganslandt. Hamburg: Carlsen 2018. 365 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-551-58386-4, geb.: 18,00 €

In einer irischen Kleinstadt kämpft die 18-jährige Emma mit den traumatischen Folgen einer Vergewaltigung.

Die (für die Lesenden unsympathische) Emma ist schön und beliebt. Sie genießt Aufmerksamkeit, vor allem die der Jungs. Eines Abends geht sie im sexy Minikleid und völlig angetrunken auf eine Party, nimmt Pillen und versucht Paul O‘Brien zu verführen. Sie geht mit ihm ins Schlafzimmer, ein paar Jungs gehen hinterher. Am nächsten Tag finden ihre Eltern sie vor der Haustür, halb nackt, zerschlagen, verwirrt. Sie kann sich nicht erinnern was passiert ist, doch die ganze Schule weiß es. Jeder hat die Fotos im Internet gesehen. Und was hatte sie auch erwartet? War sie nicht selber schuld? Als Emma Anzeige erstattet, gerät die Kleinstadt in Irland in einen Strudel aus Vorwürfen und Leid, der alle in seinen Abgrund reißt.
Der erschütternde und teils schwer zu lesende Roman wirft viele Fragen zum Tabuthema „Vergewaltigung“ auf, ohne Antworten zu bieten. Muss er auch nicht. Er will zum Diskutieren und Nachdenken über dieses wichtige und schwierige Thema in der Gesellschaft anregen.

Das Buch will diskutiert werden, deswegen sei es Lesekreisen, älteren Schulgruppen oder am Thema interessierten Menschen empfohlen, die sich mit sexueller Gewalt auseinander setzten möchten.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Vergewaltigung | Verantwortung | Schuld | Gesellschaftskritik
Bewertung: +
Rez.:
Rebecca Noppmann

Jr Ratgeber, Sport, Freizeitgestaltung

Fußball verrückt. Was du garantiert noch nicht über Fußball weißt. Lektorat: Chris Hawkes, Suhel Ahmed u.a, Dt. von Michael Schmidt. München: Dorling Kindersley 2018. 144 S. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3466-6, geb.: 14,95 €

Fußball von 1863 in England bis heute in all seinen Facetten: Historie, Regeln, Turniere, ansprechend präsentiert.

Die WM-Siegerliste geht nur bis 2014, Frankreich fehlt, die Liste der »Copa Libertadores« nur bis 2016. Das Buch wurde 2017 in England publiziert und 2018 im deutschsprachigen Raum. Trotzdem empfehlenswert durch die bekannte Dorling-Art der Darstellung: Sechs Abschnitte auf 144 Seiten (dazu Register und Glossar) informieren schlagwortartig über Fußballhistorie, Grundlagen und Regeln, Technik, Spieler und Fans sowie weltweite Turniere. Jedem Begriff wie Frauenfußball, Taktikgenies, Transfer-Wege, ist eine Doppelseite gewidmet, mit vielen Fotos, Tabellen, PC-Zeichnungen (Spielsysteme, Stadionaufbau) und vielen kleinen Texthäppchenfeldern. Man kann mal hier, mal da lesen: Aha, dafür gibt es die Rote Karte, aha, die Spieler tragen ein Tracking-Gerät, das zig Daten zur Spielleistung erfasst, aha, ein Kolumbianer erhielt 46 rote Karten in 20 Jahren und die Südamerikameisterschaft gibt es schon seit 1916. Das macht Spaß und animiert zu Lektüre und Gespräch mit Kumpel, Opa und Fußballschwester.

Geeignet für (oft männl.) Nichtleser, die sich etwas schwertun. Auch für Schulbüchereien sowie die Erwachsenen-Sportecke.  Ab 10 J. 

Signatur: Jr
Schlagwoorte: Fußball | Sachbuch | Nachschlagewerk | Lesenlernen
Bewertung: ++
Rez.:
Delia Ehrenheim-Schmidt

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Bánk, Zsuzsa: Weihnachtshaus. Leipzig: Ed. Chrismon 2018. 111 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-96038-151-8, geb.: 12,00 €

Zwei Frauen, Mütter, die zusammen etwas wagen - sie eröffnen ein kleines Café in Frankfurt.

Das Café "Lilli" ist etwas ganz Besonderes, eröffnet in der Vorweihnachtszeit, zieht es Menschen magisch an. Mit viel Liebe dekoriert, backt und probiert Lilli Teemischungen, schenkt Kaffee ein und hört zu. Für ihre Freundin, die Ich-Erzählerin, ist das Café und die gemeinsame Arbeit ein Rettungsanker nach dem frühen Tod ihres Mannes. Auch Lilli hatte es nicht einfach im Leben. Viele Besucher "tanken" im Café Wärme und Menschlichkeit, Ruhe im Weihnachtstrubel. Die beiden Frauen haben auch ein Grundstück im Odenwald gekauft und träumen davon, dort mit Kindern und Freunden zusammen Weihnachten zu feiern. Behutsam lässt Bánk uns teilhaben an den Ängsten, Erinnerungen und Sehnsüchten. Ein wunderbar poetisches und einfühlsam geschriebenes Buch. Man möchte eintauchen in diesen Kosmos, möchte die beiden Frauen umarmen und Ihnen (und uns?!) Glück wünschen.

Ein kleines, nachdenklich stimmendes Büchlein, gegen die Hetze der Zeit, das innehalten lässt und zeitlos glücklich macht. Für alle Büchereien. Auch auf CD erhältlich.

Signatur: SL
Schlagworte:
Weihnachten | Glück | Leben
Bewertung: +++
Rez.:
Bettina Wolf

Connelly, Michael: Die Verlorene. Thriller. Dt. von Sepp Leeb. München: Droemer 2018. 444 S. ; 22 cm. Aus d. amerikan. Engl.ISBN 978-3-426-28192-5, geb.: 22,99 €

Detective Boschs einundzwanzigster Fall.

Der Vietnamveteran Hieronymus „Harry“ Bosch ist als Privatermittler in Los Angeles tätig und soll im Auftrag des Milliardärs Whitney Vance dessen Erben finden. Dieser hatte als junger Student ein Verhältnis mit einer Mexikanerin, die er auf Druck seines Vaters verlassen musste. Bosch muss bei seinen Recherchen äußerste Geheimhaltung wahren. Zugleich muss er auch noch eine Mordserie des mysteriösen „Screen Cutters“ aufklären. Doch dann stirbt sein Auftraggeber plötzlich. Hat Bosch etwa einen Fehler begangen? Das Lösen der Fälle wird zum Wettlauf gegen die Zeit.

Ein Krimi, der aufgrund seiner detailreichen Sprache besonders für Fans von Film- und Fernsehkrimis geeignet ist.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Spannung | Mord
Bewertung: +++
Rez.: Benjamin Brokmeier

Eckert, Horst: Der Preis des Todes. Thriller. Reinbek: Wunderlich 2018. 412 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-8052-0012-7, geb.: 19,95 €

Krimi um eine Journalistin und einen Ermittler, die zwei Morde aufklären.

Der Staatssekretär des Gesundheitsministeriums Christian Wagner wird in Berlin tot in seiner Wohnung aufgefunden. Was zuerst wie Selbstmord aussieht, stellt sich jedoch bald als Mord heraus. Sarah Wolf, die bekannte Polit-Moderatorin, die mit Christian eine heimliche Beziehung führte, glaubt von Anfang an nicht an eine Selbsttötung und beginnt in der Vergangenheit ihres Freundes nach möglichen Motiven für seinen Tod zu suchen. Als in Düsseldorf die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, die zuvor mit Wagner Kontakt aufgenommen hatte, führt eine gemeinsame Spur nach Dadaab in Kenia, eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Der ermittelnde Kommissar in diesem Fall, Paul Sellin, setzt alles daran den Mörder der jungen Frau zu finden. Hat er es sich vor Jahrzehnten mit seiner eigenen Tochter verscherzt, will er zumindest dieser jungen Frau posthum gutes tun. Er weiß, dass dies sein letzter Fall ist , da er an Krebs erkrankt ist und gibt alles, was er noch kann.
Die Auflösung und das Ende – spannend, fesselnd und überraschend.

Geeignet für Krankenhaus- und Gemeindebüchereien und für echte Krimi bzw. Thrillerfans.

Signatur: SL
Schlagworte:
Krimi | Politik | Afrika | Ermittler
Bewertung: +++
Rez.: Claudia Heinisch

Falk, Susanne: Anatol studiert das Leben. Roman. Wien: Picus 2018. 359 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7117-2065-8, kt.: 18,00 €

Anatol hat es nicht leicht. Er ist auf der Suche nach dem kleinen bisschen Glück und trifft auf die Kunststudentin Marcelline, für die Anatol sogar einen Kunstraub begeht.

Anatol ist ein Sonderling. Durch Luise lernt Anatol Sex kennen. Aber eben nur Sex, keine wirkliche Liebe! Er wird von Luise immer wieder ausgenutzt. Und irgendwann hat es Anatol satt. Anatols Großmutter, eine distinguierte alte Dame, vermittelt ihm Kultur. Sie ist es, die ihn zu einem „standesgemäßen“ juristischem Studium drängt. So richtig klar kommt Anatol allerdings mit diesem Studium nicht. Er beschließt Museumsaufseher zu werden. Seine Großmutter scheint damit einverstanden zu sein und erkennt „Andere studieren an der Universität, Anatol studiert das Leben.“ Als Museumsaufseher trifft Anatol auf seine große Liebe, die Kunststudentin Marcelline, für die er sogar einen Chagall stiehlt und sich damit auf den Weg nach Frankreich macht. Auf dem Weg dorthin kommt Anatol in Besitz eines Gutscheins, der ihm eine Übernachtung in einer Suite, in einem namenhaften Schweizer Hotel ermöglicht, in dem scheinbar gerade seine von Anatol nicht wirklich geliebten Schwestern wohnen. Eine etwas verworrene, herzerwärmende Liebesgeschichte. Die Autorin erzählt in bildhafter Sprache kurzweilig aber spannend.

Dieser leichte Liebesroman ist geeignet für Krankenhaus- und Gemeindebüchereien.

Signatur: SL
Schlagworte:
Liebe | Kunst | Unterhaltung
Bewertung: ++
Rez.:
Claudia Heinisch

Pembroke, Ivy: Liebe ist das schönste Geschenk. Roman. Dt. von Sabine Längsfeld. Reinbek: Wunderlich 2018. 411 S. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8052-0022-6, geb.: 18,00 €

Ein kleiner Hund stiftet Gemeinschaft in der Christmas Street.

Nach dem Tod seiner Frau zieht Sam mit seinem Sohn Teddy zurück in die alte Heimat, zurück nach London. Dort, in der Christmas Street, versucht er, sich ein neues Leben aufzubauen, neue Freunde zu finden. Doch Anfänge sind nicht immer leicht. Zum Glück gibt es in der Christmas Street den Streuner Jack, der allen und niemandem gehört, mal hier, mal da nächtigt und sich von allen Nachbar*innen füttern lässt. Nach und nach lernen sich die Bewohner*innen der Christmas Street kennen und vorsichtig werden erste Freundschaften geschlossen. Doch dann droht ein großer Streit die entstehende Gemeinschaft zu zerstören. Ist die geplante gemeinsame Weihnachtsfeier noch zu retten? Weihnachtliche Wohlfühl-Lektüre: ein bisschen vorhersehbar, etwas kitschig. Aber wann darf man kitschig sein, wenn nicht an Weihnachten...

Bei großen Bedarf an Weihnachtsbüchern durchaus möglich.

Signatur: SL
Schlagworte:
Weihnachten | Freundschaft | London
Bewertung: +
Rez.:
Maike Linne

 

Reiners, Marie: Frauen, die Bärbel heißen. Roman. Frankfurt: Scherz 2018. 363 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-651-02523-3, geb.: 16,99 €

Bärbel wird aus ihrem beschaulichen Leben, das sie mit ihrer Hündin führt, geworfen, als sie eine Leiche findet.

Bärbel Böttcher, Tierpräparatorin, alleinstehend lebt zurückgezogen in einer Kleinstadt. Ihre einzige Gefährtin ist ihre Mischlingshündin Frieda. Bei einem Spaziergang durch den Wald stolpern die beiden über eine Leiche. Bärbel ruft ganz gegen ihre Überzeugung die Polizei, was einen schnüffelnden Lokalreporter, die verletzte Gattin des Toten und allerlei Scherereien auf den Plan ruft. Ihr getakteter Tag mit Spaziergängen, geregelten Essenszeiten und vor allem Shoppingsendungen anschauen gerät durcheinander.  - Die Autorin lässt den Leser tief in die Abgründe einer nie geliebten Tochter blicken, die sich auf ihre ganz eigene Art zu helfen weiß. Ein mit viel Fantasie, Humor und schrägen Szenen geschriebenes Buch von der Autorin der Erfolgsserie "Mord mit Aussicht".

Gut geeignet für Büchereien mit großem Bestand und einer Leserschaft, die gerne schräge Bücher liest.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | Humor | Schicksal
Bewertung: ++
Rez.: Christine Schwendener

Richter, Mariana u. Brook, Hans Christian: Siciliana. Wiegenlied zu falschem Spiel. Ein Kirchenkrimi. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2018. 217 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7615-6520-9, kt.: 12,99 €

Mörderisches Spiel in einer fiktiven Stadt.

Autorin und Autor sind Theologen. Auch ihr dritter Roman ist ein „Kirchenkrimi“. Der Ort des Geschehens ist hier Valckenburg, ein fiktives kleines Land in Nähe der Nordsee zwischen den Niederlanden und Deutschland. Die Autoren weisen darauf hin, dass Valckenburg überall sein kann. Ein Organist spielt in einem Konzert wiederentdeckte Stücke alter Meister. Nach dem Konzert wird er auf der Orgelempore niedergeschlagen aufgefunden. In der Hand hat er einen Fetzen der Partitur der als Zugabe gespielten Siciliana. Ist es das Original, auf dem angeblich der Fundort verschollene Kronjuwelen notiert war? Ein Fall für Kriminalkommissar Ariel Gelderlo und seine junge Kollegin Merle Feierabend. Bei der Spurensuche stoßen sie ständig auf neue Überraschungen. Die sympathische Pastorin Dörte Böhnisch erweist sich bei des Rätsels Lösung als sehr hilfreich. Trotz mancher wirren Handlungsstränge und trotz der den Erzählfluss hemmenden Detailverliebtheit des Autorenpaares eine unterhaltsame Lektüre.

Krimifreunden, die sich für die Psyche der handelnden Personen interessieren, durchaus zu empfehlen.

Signatur: SL
Schlagworte:
Kirche | Gemeinde | Krimi
Bewertung: ++
Rez.: Karl Foitzik

Schweikert, Ulrike: Die Charité. Hoffnung und Schicksal. Roman. Reinbek: Rowohlt Polaris 2018. 490 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-499-27451-0, kt.: 14,99 €

Geschichte der Medizin und der Pflege im Berlin des 19. Jahrhunderts.

Wir schreiben das Jahr 1831: als deine Choleraepidemie Berlin erreicht, verändert sich das Leben dreier junger Frauen. Hebamme Martha muss unter widrigen Umständen zwei Kindern auf die Welt helfen. Traumatisiert von den schrecklichen Ereignissen beschließt sie, fortan im Totenhaus der Charité zu arbeiten. Gräfin Ludovica ist eine der Frauen, die in jener Nacht ein Kind gebiert. Sie ist gefangen in einer unglücklichen Ehe mit einem Hypochonder. Sie selbst hat großes Interesse an der Medizin und schließt so eine  enge Freundschaft mit dem Arzt Prof. Dieffenbach. Als drittes ist da die junge Krankenwärterin Elisabeth. Gemeinsam mit Prof. Dieffenbach widmet sie sich der Ausbildung der zukünftigen Pflegekräfte. Durch die Charié und das Interesse an der Medizin ist das Schicksal der drei Frauen miteinander verknüpft.Neben den drei starken Frauenfiguren, bietet der Roman besonders interessante Einblicke in die Geschichte der Medizin und vor allem der Pflege. Krankenwärter hatten üblicherweise keinerlei Ausbildung. Erst der (historische) Prof. Dieffenbach begann mit dem Aufbau einer Krankenpflegeschule.

Ein interessanter Schmöker, gerne empfohlen für lange, dunkkle Winterabende.

Signatur: SL
Schlagworte:
19. Jh. | Medizin | Geschichte
Bewertung: ++
Rez.: Maike Linne

Steinbach, Jan: Das Café der kleinen Kostbarkeiten. Berlin: Rütten & Loening 2018. 233 S. ; 20 cm. ISBN 978-3-352-00919-8, geb.: 12,00 €

Wegfindung im Alter.

Die Protagonistin Luise, sie ist Witwe, durchbricht die familiäre, weihnachtliche Tradition, um den, noch zu Lebzeiten ihres Mannes Hubert entstandenen Wunsch, zu realisieren, „Heiligabend" in dem festlich geschmückten Lübeck zu verbringen. Gegen alle Widerstände, macht sie sich auf den Weg, um sich dem romantischen Zauber der nordischen Weihnachtsmärkte zu überlassen, den besonderen „Duft der Zeit"  mit Glühwein, Punsch und leckeren Spezialitäten, eingebettet und umrahmt von der eindrucksvollen, hanseatischen Architektur, zu genießen, die Schritte der Vergangenheit erneut zu gehen, um sich dabei immer wieder in Erinnerungen zu verlieren. Sie fühlt sich versetzt in ein „Weihnachts-Wunderland", vergisst - phasenweise- ihren Kummer. Auf ihren Streifzügen entdeckt sie, in einer Seitengasse der Altstadt, ein entzückendes Café, stimmungs-identisch mit ihrer , teils wehmütigen, Befindlichkeit. Zufällig lernt Luise den Besitzer und Konditor Ludwig, er ist ein Künstler seines Genres, mit seinen individuellen, feinen Kreationen nach besonderen Rezepturen, kennen und schätzen. Empathisch erspürt Ludwig ihre Verfassung, integriert Luise, die begeisterte" Hobby- Bäckerin", in seinen aktiven, geselligen „Puderzucker-Advents-Alltag". Subtil entsteht eine vorsichtige, zaghafte Beziehung, die einen unerwarteten Neuanfang implizieren könnte mit einer eventuellen, gemeinsamen Zukunfts-Vision.Einstimmende Lektüre zur Weihnachtszeit. Nachdenklich. Atmosphärisch. Inhaltsreich.

Bibliophil gestaltete, literarische Kostbarkeit, mit Rezepten zur "Festlichkeit". Empfehlenswerte Besonderheit für alle (Patienten-) Büchereien.

Signatur: SL
Schlagworte:
Alter | Weihnachten | Beziehung
Bewertung: ++
Rez.: Brigitta Morgenstern

Strunk, Reiner: Verzehrende Flammen. Pfarrer Beermanns dritter Fall. Ein Kirchenkrimi. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2017. 191 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7615-6418-9, kt.: 12,99 €

Drei Brandanschläge in Kirchen stören den Kirchenfrieden. Pfarrer Beermanns Vikarin wird getötet, er löst den Fall.

Pfarrer Beermann gehört zu der milden Sorte von Geistlichen, die belesen und gebildet sind, aufmerksam und zerstreut, die intuitiv und reflektiert sind, konservativ und kritisch, stark sozial verflochten und individuell sind, kurz, er ist ein gescheiter Pfarrer. Drei Brandanschläge gibt es, einer in der Predigtkirche, seine Vikarin wird dabei getötet. Das Kirchenmilieu kommt nicht zu kurz: Gemeindefusionen, Mesner, Pfarrkonvente, Pfarrertypen, Feminismus … Die Kirchengeschichte liefert Namen und Ideenprogramme. Das große Thema hinter den Morden ist die Bereitschaft zur Radikalisierung. Flammen verzehren, was böse ist, Reinheit ist für Eiferer ein Schlüsselwort. Pfarrer Beermann klärt den Fall auf, weil er gescheit ist und das Glück oder die Vorsehung ihm in die Hände spielt. Dieser Milieukrimi ist gut geschrieben, schlüssig, einfach gescheit.

Für Kenner des Genres ein Muss, für den, der gut unterhalten werden will und das mit einem guten Schuss Theologie, für Lesekreise, die Theologie anders konsumieren wollen. 

Signatur: SL
Schlagworte: Extremismus | Kirche | Krimi
Bewertung: ++
Rez.: Martin Schulz

Weihnachten mit Punkt Punkt Punkt. Achtzehn eigenwillige Weihnachtsgeschichten. Hg. von Marcus Gärtner u. Dinah Fischer. Mit Beiträgen von Heinz Strunk, Lucy Fricke u.a. Reinbek: Rowohlt Polaris 2018. 271 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-499-27582-1, kt.: 12,00 €

Weihnachtsanthologie mit 18 hintersinnigen Erzählungen um das Fest mit dem großen Frustpotential.

18 namhafte Autor*innen lieferten für diese Anthologie Geschichten, die alle in der Weihnachtszeit spielen und wenig mit dem christlichen Fest zu tun haben. Unter den Verfassern befinden sich Comic-Zeichner Ralf König, Satiriker Heinz Strunk, Literaturpreisträgerin Kirsten Fuchs sowie „Online-Omi“ Renate Bergmann alias Torsten Rhode. Ihre Beiträge sind von unterschiedlicher Qualität und erzeugen diverse Gefühle. Einige Erzählungen, z.B. die „Dramödie“ „Weihnachten mit polnischer Ente“ kommen ganz amüsant rüber, andere sind wunderlich, wieder andere strotzen vor Witz und Ironie z.B. „Weihnachten mit Rache“ oder machen unfroh wie die Erzählung „ ... mit großem Comedy-Adventskalender“. Die Auswahl ist bunt und entlarvt das Fest als eines „mit den größten Risiken und Nebenwirkungen“. Langweilig wird es nicht, als Lektüre für heimelige Abende taugt es nur bedingt. Das auffällige Cover zieht die Blicke auf sich; der Untertitel „eigenwillige Weihnachtsgeschichten“ beschreibt den Inhalt treffend.

Für größere Bestände möglich.

Signatur: SL
Schlagworte:
Weihnachtszeit | Unterhaltung
Bewertung: +
Rez.: Martina Mattes

R Rund um Hobby, Haus und Garten, Sport und Spiel

Mohr, Anja: Kälte, Eis und Schnee. Ganzheitliche Spiel- und Lernanregungen zum Thema Winter. Ill. von Bianka Leonhardt. Aachen: Ökotopia 2017. 98 S. : Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-86702-403-7, kt.: 19,99 €

Den Winter in der Kita entdecken und erleben. Spiel- und Bastelideen für die Praxis.


 Alle Jahre wieder steht der Winter vor der Tür und wird von vielen Kitas mit Bastelaktionen und Spielideen begrüßt. Dieses Buch eignet sich hervorragend für Erzieherinnen und Erzieher die das Thema Winter mit all seinen Facetten mit den Kindern gemeinsam und erlebnisreich aufgreifen möchten und bietet eine gute Basis für erfolgreiche Projekttage. Basteln, Spielen, Reisen in eine arktische Phantasiewelt, den Tieren am Nordpol einen Besuch abstatten und spannenden Geschichten lauschen - so kann Kind den Winter mit allen Sinnen erleben.
Das Buch im Softcover ist übersichtlich aufgebaut und bietet einen schnellen Überblick über die einzelnen "Förderbereiche" die mit den jeweiligen Angeboten angesprochen werden sollen. Zudem sind die Anregungen und Ideen gut im Kita-Alltag umsetzbar.
Fazit: Standardrepertoire für jeden Kita-Winter. Allerdings ohne große Innovation.

Für Erzieherinnen und Erzieher von Krippe bis Vorschule. 

Signatur: Rd | Pc 3
Schlagworte: Basteln | Spiele | Winter
Bewertung: +
Rez.: Lena Danneberg