Newsletter „Bücherei" 11/2019

Liebe Büchereimitarbeiterin!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Noch ist die Eliport-Geschäftstelle ganz und gar unangefochten von weihnachtlichen Stimmungen. Kein Lebkuchen wandert über die Tische, weder Tannenzweige noch Holzengel wurden bisher gesichtet. Es besteht jedoch der begründete Verdacht, dass sich dies nächste Woche radikal ändern wird … Den Newsletter haben wir nochmal prall gefüllt mit Winter- und Weihnachtlichem. Da gibt es Anregendes zu den Rauhnächten, wir können Weihnachten mit den Maigrets verbringen, mit Finn und Frieda den Winter wecken (sofern wir das wollen) oder mit Kindern in aller Welt das Weihnachtsfest begehen.
Dazu gibt es noch einige jahreszeitenunabhängige Titel, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollten.

Viel Freude beim Stöbern, Entdecken, Lesen und Lebkuchennaschen wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:

+++      = hervorragend
++        = gut
+          = möglich

P:S.: Noch mehr aktuelle Besprechungen verschicken wir jeweils
► am 05. des Monats als „Kita-Newsletter“,
► am 10. des Monats als „Gemeinde-Newsletter“ und
► am 30. des Monats als „Hörbuch-Newsletter“, mit Besprechungen von CDs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Diese können Sie ebenfalls kostenlos unter www.eliport.de abonnieren. Es lohnt sich!

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Serviceangebote, die Sie auf unseren Internetseiten abrufen können:
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► Schulanfängerprojekt unter www.leseningotteswelt.de
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Jc Christlicher Glaube, Religionen

Rokus, Patti: Die Weihnachtsgeschichte. Stuttgart: Gabriel 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 24 cm. ISBN 978-3-522-30545-7, geb.: 13,00 €

Die bekannten Szenen um Jesu Geburt, mit Natursteinen gelegt.

Die Figuren der Weihnachtsgeschichte - Maria, Josef, Hirten, Engel, Tiere, Sterndeuter - finden sich hier aus Steinen gelegt auf rein schwarzem Hintergrund zusammen; Landschaft wird höchstens angedeutet. Auch wenn da nichts bunt ist oder glitzert, stehen doch die niedlichen Engelchen, die auf den Tieren im Stall reiten, oder die mehr dekorative Verwendung von Steinen in Herzform im Kontrast zur Schroffheit des Materials.  Merkwürdig ist, dass einer aus der Engelsschar bei den Hirten auf dem Feld ein Baby im Arm trägt. - Die Bibeltexte sind hinten abgedruckt, im knappen Erzähltext jedoch bleibt der Hintergrund gewissermaßen auch schwarz; von römischer Besatzung oder den Hoffnungen der Armen ist nicht die Rede. Jesus sei ein „besonderer König", sagt der Engel zu Maria - aber was unterscheidet ihn denn von anderen Königen? Wir hören es nicht. Die letzten Sätze klingen schief: „Jesus wird Mensch. Deswegen feiern wir Weihnachten."

Kinder ab dem Vorschulalter (aber vielleicht mehr noch Erwachsene?) könnten zum Legen mit Naturmaterialien angeregt werden.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten | Weihnachtsgeschichte
Bewertung: +
Rez.: Griet Petersen

Jm 1 Bilderbücher

Als der Nikolaus kam. Clement C. Morre. Ill. von Kai Würbs. Dt. von Erich Kästner. Zürich: Atrium 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-85535-064-3, geb.: 10,00 €

Klassisches Weihnachtsgedicht wunderschön illustriert.

„The Night before Christmas“, wie das 1823 veröffentlichte Gedicht im Original heißt, wird Clement C. Moore zugeschrieben. Erich Kästner hat die bekannte deutsche Version 1947 übersetzt und bei dieser Ausgabe hat Kai Würbs das Gedicht wunderbar mit weichen Zeichnungen in Szene gesetzt. In der Weihnachtsnacht, die das Gedicht in Reimen erzählt, finden sich viele in den USA mittlerweile fest verankerte Traditionen: Die Darstellung des Weihnachtsmannes („St.Nicholas“ im Originaltext), der an Heiligabend in einem von acht Rentieren gezogenen Schlitten voller Geschenke durch die Lüfte fliegt und durch den Schornstein ins Haus kommt, um am Kamin aufgehängte Socken zu füllen. Der Ich-Erzähler beschreibt die Ankunft des Weihnachtsmanns und wie dieser große Mann im Pelz ihn entdeckt und gutmütig anlächelt. Für Verwirrung mag die Bezeichnung Nikolaus sorgen, kennen wir doch die beschriebene Figur des Gedichts als Weihnachtsmann und St.Nikolaus als Bischof, dessen Namenstag am 6.12. gefeiert wird.

Ein Weihnachtsgedicht für die ganze Familie. Auch schon junge Leser ab 4 werden Freude am Text und den zauberhaften und stimmungsvollen Bildern haben, wenn auch in kleinem Format.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Weihnachten | Winter | Gedicht | Santa Claus
Bewertung: +++
Rez.: Anne Tebben

Der alte Wolf. Karl Rühmann. Ill. von Maria Stalder. Wien: Jungbrunnen 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7026-5930-1, geb.: 15,00 €

Bilderbuch über das Verlusterleben im Alter.

Die Bilderbuchgeschichte erzählt von einem alten Wolf, der sich müde und schwach fühlt. Er ist zu erschöpft, um wie früher die Jäger mit ihren Hunden frühzeitig zu erkennen und sich vor ihnen im Wald zu verkriechen. Er sehnt sich nach einem Platz, wo er in Ruhe sein darf. Entschlossen macht er sich auf den Weg, wandert viele Tage durch Wälder, überquert felsige Berge und Flüsse, bis er am Ufer eines großen Sees ankommt. Voller Sehnsucht, an das andere Ufer zu gelangen, springt er ins Wasser und kehrt nicht mehr zurück. Die großformatigen Bilder sind in kräftigen Farben gemalt. Beeindruckend sind die ausdrucksstarken Wolfsaugen, die mal traurig und wehmütig, mal erschrocken oder ängstlich wirken. Die durchaus berührende Bilderbuchgeschichte gibt Anregungen, über Abschiedsschmerz am Lebensende zu reden und auch über einen möglichen Freitod. Die Wortwahl ist jedoch teilweise nicht kindgemäß. Fraglich bleibt auch, ob die hier ausgedrückte Todessehnsucht für Kinder verständlich ist.

Für ein Gespräch mit älteren Kindern über Sterben und Tod eingeschränkt empfehlenswert.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tod | Sterben | Alter
Bewertung: +
Rez.: Barbara Cramer

Andres, Kristina: Mäusewinter - Bärenschnee. Wien: Nilpferd 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7074-5233-4, geb.: 14,95 €

Maus und Bär freuen sich auf den Winter, jeder auf seine eigene Art.

Maus und Bär lebten schon seit vielen Lebkuchenzeiten zusammen, tief im Wald zwischen den sieben Hügeln. Als sich der Winter ankündigte blieb der Bär gelassen, wechselte die Sommer- in die Winterpantoffeln und machte es sich in seinem Bärensessel gemütlich. Maus aber wurde ganz hibbelig und konnte kaum den ersten Schnee abwarten. Als beide zusammen eine leckere Wintersuppe kochten, war es dann soweit: Es fiel der erste Schnee. Und der brachte so einiges mit sich.Kristina Andres erzählt und illustriert in ihrem Buch „Mäusewinter-Bärenschnee“ eine reizende Geschichte von Maus und Bär wie sie nicht unterschiedlicher sein können. Beide warten auf den Winter, jeder auf seine eigene Art, dennoch gemeinsam und harmonisch in ihrem kleinen Haus in dem auch jederzeit weitere Freunde willkommen sind. Die Geschichte mit reichlich Text und vielen detailreichen Illustrationen regt die Betrachter an ins Gespräch zu kommen. Wie kann so eine Freundschaft funktionieren? Sind all meine Freund mir gleich?

Ein schönes Bilderbuch das Anlass für interessante Gespräche gibt, zum Vorlesen ab drei Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Freundschaft | Zusammenhalt | Winter | Schnee
Bewertung: +++
Rez.: Barbara Hildenbrand

Frida, die kleine Waldhexe. Plätzchenzauber, Kuchenstück - Zusammensein ist Weihnachtsglück. Jutta Langreuter. Ill. von Stefanie Dahle. Würzburg: Arena 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 24 cm. ISBN 978-3-401-71047-1, geb.: 14,00 €

Die kleine Waldhexe bereitet ein großes Weihnachtsfest vor.

Im fünften Band der kleinen Waldhexe von Jutta Langreuter (u.a. Käpt'n Sharky) geht es um Weihnachten. Frida bereitet für die großen Hexen ein Weihnachtsfest vor. Ganz schön viel Arbeit! Ihre Tiere wollen von ihr viel lieber wissen, was es mit Geschenken auf sich hat und wie das „Weihnachtsgefühl" entsteht. Aber das ist etwas, was nicht einmal eine Hexe zaubern kann. Das Buch lässt sich für kleinere Kinder auch in mehreren Abschnitten vorlesen (Aufräumen, Baum holen, Geschenke, Weihnachtsfeier mit Hexen und Tieren). Es lohnt sich, die Bilder genau zu betrachten und wirken zu lassen. Vermittelt wird der Wert des Zusammenseins, und dass auch kleine Geschenke eine große Wirkung entfalten können. Insgesamt eine sehr schöne und gutherzige Geschichte, die wie immer liebevoll von Stefanie Dahle illustriert wurde. Und da es sich um ein Weihnachtsbuch handelt, darf es auch ein wenig Gold nicht fehlen. Die farbenfrohen Bilder bekommen auf diese Weise noch eine ganz besondere zusätzliche Optik.

Schön für die Vorweihnachtszeit.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Weihnachten | Hexe
Bewertung: +++
Rez.: Christoph Hoewekamp

Das ist Sankt Martin. Lene März. Ill. von Rike Janßen. Stuttgart: Gabriel 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. (Dein kleiner Begleiter). ISBN 978-3-522-30543-3, geb.: 7,99 €

Pappbilderbuch mit gereimter Martinsgeschichte.

Dieses Bilderbuch erzählt in mehr oder leider auch weniger (Kälber - Felder; genug - gut) gelungenen Reimen von Martin, der als Soldat zunächst „beherzt in jeder Schlacht" kämpft. Letzteres ist nicht abgebildet, vielmehr wirkt Martin (ähnlich wie andere Protagonisten) eher wie ein Kind, das sich als Soldat verkleidet hat. Durch die Armut, die ihm begegnet, wird er nachdenklich und lädt die Armen „zu Brot und zu gegrilltem Schwein " (!?) ein, eine mir aus der Legende nicht bekannte Szene. Die winterliche Mantelteilung bringt ihre Beobachter ihrerseits ins Nachdenken. Auf der vorletzten Doppelseite jubelt die Menge Bischof Martin - immer noch mit sehr kindlichem Gesicht - zu. Am Ende sieht man Kinder fröhlich beim Laternenzug. Schade, dass Martins Glaube nur für diejenigen angedeutet wird, die Tischgemeinschaft und Bischofsamt entsprechend zuordnen, und die Mantelteilung kaum herausgehoben ist.

Möglich für Miniclub oder Kindergarten bzw. Kinder im entsprechenden Alter, möglichst nicht als einziges Angebot zum Thema.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: St. Martin | Teilen | Pappbilderbuch
Bewertung: +
Rez.: Griet Petersen

Jansohn, Marina: Papas Päckchen. Berlin: Jacoby & Stuart 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-96428-030-5, geb.: 14,00 €

Der kleine Ole hilft seinem Papa dabei, in ein Leben ohne die verstorbene Mutter zu finden. 


„Jeder Mensch hat sein Päckchen Leid zu tragen." Oles Papa weiß das sehr gut, schließlich trägt er Tag für Tag sein eigenes Päckchen mit sich. Und das ist manchmal verdammt schwer. Nur öffnen, das traut sich Papa nicht. Deshalb übernimmt Ole das für ihn, nachts, als Papa schläft. Heimlich öffnet Ole das Päckchen und ist ganz überrascht, was er darin vorfindet. Oles Mut eröffnet gemeinsame Gespräche zwischen Vater und Sohn, die an die verstorbene Mutter erinnern. Sie entdecken gemeinsame Erinnerungen und Wünsche und schaffen es letztlich, das schwere Päckchen in ein neues Lebensgefühl zu verwandeln.
Das Bilderbuch lädt mit seinen lebendigen und ansprechenden Illustrationen dazu ein, mit Kindern über Trauer, Verlust und Angst zu sprechen, aber auch Hoffnung und Neubeginn zu thematisieren. Dabei werden nicht nur Kinder dazu angeregt, ihre Vorstellungen zu reflektieren. Die Bilder sprechen für sich und bekommen durch wenig Text ausreichend Platz zur Entfaltung.

Sowohl nach einem Trauerfall zum Einsatz geeignet, als auch zur Gesprächseröffnung. Für kleinere und größere Kinder geeignet. 

Signatur: Jm 1 | Ju 1
Schlagworte: Tod | Trauer | Abschied
Bewertung: ++
Rez.: Julia Brede

Kinder in aller Welt feiern Weihnachten. Mein Adventskalender. Hg. von Georg Austen. Ill. von Manfred Tophoven. Kevelaer: Butzon & Bercker 2019. 64 S. : Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-7666-2613-4, kt.: 7,95 €

Adventskalenderbuch mit vielen adventlichen und weihnachtlichen Geschichten und Mitmach-Vorschlägen aus aller Welt.

Der kleine handliche Band stellt Advents- und Weihnachtsbräuche und -geschichten aus aller Welt vor und umfasst für jeden Dezembertag bis zum 31. Dezember jeweils sowohl eine landestypische Erzählung wie auch einen traditionellen Bastel-, Back-  oder Spieltipp oder ein Rätsel zum Mitmachen aus einem bestimmten Land. Dem Heft beigefügt ist eine Wimmelposter-Weltkarte und viele Sticker, die, passend zu den Texten und den Weihnachtssymbolen der einzelnen Länder, Tag für Tag auf die Weltkarte aufgeklebt werden können. Dies und die vielen Mitmach-Tipps laden ein, die Advents- und Weihnachtszeit unterhaltsam und aktiv zu gestalten.
Wünschenswert wäre eine nicht so konservative Auswahl der Geschichten gewesen, um nicht wieder auf die altbekannten Erzählungen von Hans Christian Andersen, Selma Lagerlöf, Leo Tolstoi oder auch, ohne dass dazu eine Erläuterung erfolgt, auf die spanische Erzählung von einem „Mauren" zu stoßen.

Wegen der zahlreichen Gestaltungsvorschläge zu empfehlen für die Arbeit in Schulen, Kinder- und Jugendgruppen.

Signatur: Jm 1 | Jc
Schlagworte:
Adventskalender | Advent | Weihnachten
Bewertung: +
Rez.: Anne Rank

Der lange Weg zu dir. Martin Widmark. Ill. von Emilie Dziubak. Dt. von Ole Könnecke. München: arsEdition 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-8458-3075-9, geb.: 15,00 €

Ein Abenteuerbuch über Freundschaft, Liebe, Trauer und Mut.

Martin Widmark erzählt zwei Geschichten. Zum einen ist da Adam, der mit seinem Hund Rufus bei seiner Großmutter lebt. Doch Rufus ist alt und Adam begleitet ihn bis zu seinem letzten Atemzug. Adam verliert nicht nur Rufus, sondern auch seinen eigenen Lebenswillen. Auf der anderen Seite gibt es Sonia, die mit ihrer Katze Miezi ganz alleine lebt. Sie ist ein Straßenmädchen. Als Miezi eines Tages losläuft und nicht stehen bleiben möchte, beginnt für das Mädchen und die Katze eine abenteuerliche Reise, deren Ziel zunächst ungewiss ist. Zwischenzeitlich erscheinen die beiden Erzählstränge, insbesondere der von Sonia sehr konfus. Gleichzeitig wird dadurch jedoch auch die Spannung beibehalten, wie es mit beiden Kindern weitergehen wird, wenn sie sich eines Tages begegnen. Leider wird die gemeinsame Geschichte von Sonia und Adam nur wenig dargestellt, wodurch ein Großteil des Potentials, das diese Verbindung bietet, nicht ausgeschöpft wird.

Ein eher düsteres Bilderbuch mit verhältnismäßig viel Text. Für größere Kinder oder zum gemeinsamen Lesen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Trauer | Freundschaft | Tod | Abschied
Bewertung: ++
Rez.:
Julia Brede

Omas Reise zu den Sternen. Ein Kinderbuch zu Tod und Trauer. Anja Kieffer. Ill. von Katja Pagel. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2019. 45 S. : überw. Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-579-07317-0, geb.: 13,00 €

Ein Trostbuch, das Kindern die Trauer um den Verlust eines Großelternteils zu verarbeiten hilft.

Emilia liebt ihre Oma sehr, die schöne Geschichten erzählt, sich mit ihr verkleidet und so ansteckend kichern kann. Doch eines Tages ist Oma einfach eingeschlafen und Emilia muss mit ihren Gefühlen der Trauer und des Verlustes zurechtkommen. Ihre Eltern helfen ihr dabei, auch wenn sie selber sehr traurig sind. Ihre Mutter erzählt die Geschichte von den Sternen, von denen die Menschen kommen und zu denen sie bei ihrem Tod zurückkehren. Diese Geschichte hilft Emilia, die nachts einen besonders hellen Stern am Himmel entdeckt und sich vorstellt, dort wäre nun ihre geliebte Oma.
Neben der tröstenden Geschichte von den Sternen, die in Familien ohne den Glauben an Gott als hilfreiche Vorstellung funktionieren kann, wird auch noch von der Beerdigung und der Trauerfeier erzählt. Und die Autorin macht deutlich, dass reden und weinen hilft und Trauer einige Zeit in Anspruch nimmt.

Für Kinder verständlich und tröstend geschrieben und einfühlsam illustriert von Katja Pagel.
Als Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahren, die ein Großelternteil verloren haben.

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Trauer | Tod | Trost | Beerdigung
Bewertung: +
Rez.:
Gabriele Güterbock-Rottkord

Sachen suchen - Im Winter. Susanne Gernhäuser. Ill. von Barbara Jelenkovich. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-473-43802-0, geb.: 4,99 €

Ein Winter-Wimmelbuch mit Suchbildern.

Das robuste Pappbilderbuch begleitet Tim, seine kleine Schwester Leni und ihre Eltern durch den Winter. Sie bauen einen Schneemann, backen Plätzchen, basteln im Kindergarten Sterne, toben im Schnee auf dem Spielplatz, besuchen den Weihnachtsmarkt, laufen Schlittschuh und machen mit Opa einen Schneespaziergang. In kleinen Texten wird jede Geschichte des Wimmel-Bilderbuchs eingeführt, die Kinder werden aufgefordert, nach auf der linken Bilderbuchseite abgebildeten Gegenständen zu suchen. Die Bilder sind kindgerecht und dem Erfahrungsschatz kleiner Kinder angepasst. Gemeinsam mit den Erwachsenen können sie auf die Suche gehen und sich intensiv mit dem Thema jeder Seite beschäftigen.

Das Ravensburger Bilderbuch ist für Kinder ab dem 2. Lebensjahr gut geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Winter | Schnee | Natur | Pappbilderbuch
Bewertung: ++
Rez.: Christine Helming

Die schönste Laterne der Welt. Johanna Lindemann. Ill. von Stefanie Pricken. Berlin: Annette Betz Verl. 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-219-11813-1, geb.: 14,95 €

Bilderbuch über einen kleinen Jungen, der am Martinstag eine Laterne geschenkt bekommt.

Alles geht schief - sein Vater verspätet sich beim Laternenbasteln, Antons seltsam geformte „Monsterelefanten-Laterne" verklemmt sich zudem in der Autotür und fällt schließlich beim Martinszug in eine Pfütze und ist völlig demoliert. Doch dann bastelt ein fremder Mann - er heißt Martin - eine wunderbar leuchtende Laterne aus einer Dose und Anton ist stolz und glücklich.Die kleine Geschichte ist inhaltlich nicht gerade neu, aber sehr vergnügt, lebendig, leicht und modern erzählt. So stellt sie Anton ganz selbstverständlich statt der Mutter den (alleinerziehenden?) Vater an die Seite, der wegen seiner Arbeit öfter mal zu spät kommt. Die Illustrationen des Buches sind vorwiegend in herbstlichen und abendlichen Farben gestaltet, vor deren Hintergrund die Lichter und Laternen auf besondere Weise erstrahlen. Die Bilder erstrecken sich über die Doppelseiten des Buches, sind äußerst detailreich und weisen an einigen Stellen sehr feinsinnig über den Text selbst hinaus.

Für Gemeindebüchereien und Kindertagesstätten zusätzlich zu (Bilder-)Büchern über St. Martin selbst rundweg zu empfehlen.

Signatur: Jm 1 | Jc
Schlagworte: St. Martin | Miteinander | teilen | Laternenumzug
Bewertung: ++
Rez.: Anne Rank

Unsere eigene Weihnachtsgeschichte. Annette Langen. Ill. von Marije Tolman. Überarb. Neuausg. Zürich: Nord-Süd Verl. 2019. O. Pag.: überw. Ill. ; 29 cm. ISBN 978-3-314-10101-4, geb.: 14,95 €

Wo ist Betlehem? Genau dort, wo Mia und Jona die Weihnachtsgeschichte spielen.

Die große Schwester Mia gibt als Maria dem kleinen Bruder Jona/Josef die „Regieanweisungen", und schon machen sich die zwei auf den Weg, klopfen an Türen, finden einen Stall und freuen sich über das Christkind. Selbstverständlich sind auch Engel, Hirten und Könige nicht weit, und selbst der Fuchs ruht friedlich inmitten der Schafherde. Die Bilder von weiten verschneiten Landschaften, durch die ganz klein die beiden Geschwister ziehen, beschreiben den ebenso weiten Raum der Phantasie, in dem ein Schlitten mit ein paar Brettern den Stall darstellen kann und das Christkind von einem Stoffhäschen gespielt wird. Gut, dass die Beiden morgen wieder nach „Beet-le-helm" gehen können!
Kinder wie Mia und Jona brauchen dieses Buch sicherlich nicht als Spielanregung. Aber vielleicht kommt ja eine Oma oder ein Papa darauf, dass er oder sie da doch ganz wunderbar mitmachen könnte?  

Für spielfreudige Kinder und Erwachsene jeden Alters mit Grundkenntnissen der weihnachtlichen Ereignisse. Leicht überarbeitete Neuausgabe!

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Weihnachten
Bewertung: ++
Rez.:
Griet Petersen

Von Weihnachtswundern und Schneeabenteuern. 24 Weihnachtsgeschichten und-überraschungen. Marianne Schröder. Ill. von Gerhard Schröder. Hamburg: Carlsen 2019. 127 S. : überw. Ill. ; 26 cm. (Die 3 aus dem Kiebitzweg). ISBN 978-3-551-51109-6, geb.: 14,99 €

Die drei Freunde Henry, Mo und Farid erleben in 24 kleinen Geschichten die Vorweihnachtszeit im Kiebitzweg.

Die Detektive Henry und Mo wohnen in einem Haus im Kiebitzweg. Als das Mädchen Mo neu in die Straße zieht und sie das Rätsel um die Schokoweihnachtsmänner lösen, ist das der Start zu 24 Abenteuern in der Vorweihnachtszeit. Gemeinsam mit Oma Pütz und Herrn Buck werden Kekse gebacken, ein Iglu gebaut, mit dem Eisblitz 3000 gesegelt oder eine Schnipseljagd unternommen. Tatsächlich fehlt an jedem Abend im Schaufenster des Optikers ein weiterer Weihnachtsmann bis schließlich alle drei Familien mit Oma Pütz und Herrn Buck am Ende zusammen feiern. Text und farbige Bebilderung ergänzen sich gut, Inhaltsverzeichnis und Lesebändchen fördern das Vergnügen und auch die Auflösung der Rätsel lässt sich am Ende des Buches finden.Leider sind die Rollenvorbilder traditionell (Frauen kochen und basteln, Männern reparieren und erfinden), die kulturelle Diversität z. B. in religiöser Hinsicht wird nicht thematisiert. Insbesondere auch der christliche Hintergrund des Advents wird nicht ersichtlich.

Dieses Vorlesebuch eignet sich für Kinder ab 4 Jahren zum Stöbern und Schauen in der Adventszeit. Aus der Reihe gibt es noch Pixibücher.

Signatur: Jm 1
Schlagwoorte: Weihnachten | Adventskalender
Bewertung: +
Rez.:
Ilka Lautner

Was machen wir an Weihnachten? Andrea Erne. Ill. von Sanne Dufft. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 20 cm. (Wieso? Weshalb? Warum? Junior). ISBN 978-3-473-32954-0, spiralgeb.: 9,99 €

Sach-Bilderbuch zum Thema Weihnachten.

Das Bilderbuch aus der Ravensburger „Wieso, Weshalb, Warum?" Wissensreihe beantwortet in kindgerechter Weise Fragen zum Thema Adventszeit, warten auf das Weihnachtsfest, was verkürzt die Wartezeit auf das Fest, die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, Adventszeit- und Besuch des Weihnachtsmarktes, Geschenke und  erklärt den christlichen Hintergrund des Festes.
Das Sachbilderbuch ist sehr ansprechend und kindgerecht illustriert. Auf jeder Seite gibt es Pappen zum Ausklappen, die die Geschichte weitererzählen und für die nötige Spannung sorgen: „Was mag sich dahinter verbergen?" Dieser Titel ist sowohl als Bilderbuch wie auch als Vorlesebuch für Kinder im Kindergartenalter gleichermaßen gut geeignet. Sehr positiv hervorzuheben ist dabei, dass die Illustrationen Kinder unterschiedlicher Hautfarbe und auch Kinder im Rollstuhl in einem inklusiven Miteinander zeigen.

Das Sachbilderbuch sollte in keinem Kindergarten fehlen und ist auch für Familien mit eher nicht christlichem Hintergrund zum Verständnis des Festes sehr geeignet. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte:
Weihnachten | religiöse Rituale
Bewertung: ++
Rez.: Christine Helming

Ju 1 Erzählungen für das erste Lesealter (6-8 Jahre)

Klein, Martin: Finn und Frieda wecken den Winter. Ill. von Kerstin Meyer. München: Tulipan 2019. O. Pag. : ill. ; 22 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe B). ISBN 978-3-86429-434-1, geb.: 8,95 €

Der Winter ist nicht winterlich genug und vier Kinder schaffen Abhilfe.

Es ist schon Januar, aber der Winter will einfach nicht richtig in die Gänge kommen. Es ist viel zu warm und überhaupt nicht winterlich. Frieda und Finn beschließen daher, den Winter mit vielen genialen Einfällen herbeizulocken. Mit ihren beiden Freunden dichten sie ein Winterwecker-Lied, bauen eine Winterskulptur aus Schlitten, Winterjacken und Eishockeyschlägern und formen aus Raureif den winzigsten Schneemann aller Zeiten. Mit seiner improvisierten Schneekanone bringt Finn allerdings wortwörtlich das Fass zum Überlaufen. Ob das den Winter weckt?
In einfacher Sprache, aber mit Witz und kessen Dialogen macht dieses Erstlesebuch mit leicht lesbarer Schrift Lust auf mehr. Die etwas krakeligen, aber absolut liebenswerten Zeichnungen helfen beim Textverständnis und veranschaulichen herrlich, die originellen Ideen der beiden Geschwister. Eine Unterteilung in Leseabschnitte oder Kapitel wurde nicht vorgenommen, der Textumfang ist für Erstleser anspruchsvoll, aber ein Gewinn.

Zum Selbstlesen für schon geübtere Leser ab 7 Jahren. Eine nette Ergänzung für die Schulbücherei.

Signatur: Ju 1
Schlagworte:
Erstleser | Winter | Abenteuer
Bewertung: ++
Rez.:
Anne Tebben

Ju 3 Erzählungen für Jugendliche ab 13 Jahren

Cousins, Dave: Tod.Ernst. Dt. von Anne Brauner. Stuttgart: Freies Geistesleben 2019. 297 S. ; 22 cm.
Aus d. Engl. ISBN 978-3-7725-2841-5, geb.: 19,00 €

Die 16jährige Alex besiegt ihre Angst und bekommt so ein neues Leben geschenkt.

Als die 16jährige Alex aufwacht, steht sie nackt in einer Leichenhalle. Der Tod erklärt ihr, dass sie die Chance hat, den letzten Tag ihres Lebens nochmal zu leben. Wenn sie in diesen Stunden die richtigen Entscheidungen trifft, darf sie weiterleben. Allerdings muss sie jemand suchen, der für sie stirbt. Alex ist ein von Panikattacken und Ängsten geplagtes Mädchen, das ehrenamtlich in einem Altersheim arbeitet. In den nächsten Stunden gerät sie in gefährliche Situationen und weiß oft, was passieren wird. Als sie Thelma kennenlernt, die erst neu ins Altersheim eingezogen ist, vertraut sich Alex ihr an. Thelma bietet Alex an, für sie zu sterben, das lehnt Alex ab. Thelma beschwört Alex, zu leben, sich nicht zu verkriechen und sich ihren Ängsten zu stellen. Als Alex in die Lage gerät, dass nur sie eine Katastrophe verhindern kann, gerät sie nicht in Panik, sondern handelt.

Ein bisschen Fantasy gemischt mit Lebenshilfe, ergibt eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen. Auch für Jugendgruppen geeignet.

Signatur: Ju 3
Schlagworte:
Angstbewältigung | Freundschaft | Tod
Bewertung: ++
Rez.:
Eva Basler

C Christlicher Glasube, Religionen, religiöse Weltanschuungen

Dittrich, Sabine: 24 Seelenwärmer im Advent. Cuxhaven: Neufeld 2019. 109 S. : Ill. ; 18 cm. ISBN 978-3-86526-155-1, kt.: 9,90 €

Überlegungen einer gläubigen Christin zur Adventzeit.

An jedem Tag vom 1. - 24. Dezember beschäftigt sich die Autorin mit Ritualen und Bräuchen im Advent. Lieder singen im Chor, das Aufstellen der Stiefel am 6. Dezember, Kalender für die Kinder, Versenden von Paketen an ferne Freunde, Besuche im Altenheim gehören für sie dazu. Ebenso das Hören wohltuender Musik. Überraschend: die Reflexion über sich als bejahende Person.

Ein von christlicher Nächstenliebe geprägtes Buch.  Einer interessierten Leserschaft zu empfehlen. 

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Advent | Rituale | Bräuche
Bewertung: +
Rez.:
Ingeborg Vogt

 

Highholder, Jana: Heute ewig. Texte, die in den Kopf gehen und ins Herz. Freiburg: Herder 2019. 103 S. : Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-451-38479-0, kt.: 12,00 €

Lyrische Texte der „Gottesinfluencerin“ Jana Highholder.

Die Studentin Jana Highholder ist überzeugte evangelische Christin und präsentiert auf verschiedenen social-media-Plattformen wie z.B. dem youtube-Kanal „Jana“ ihre Überzeugungen zu grundlegenden Lebensthemen und theologischen Fragen. Unter dem Hashtag #gottesinfluencerin wendet sie sich, unterstützt durch die EKD, an jüngere Menschen, um sie auf diesem Wege mit christlichen Inhalten und Werten zu konfrontieren.An anderen Stellen im Internet erleben wir die junge Frau auch als Poetry Slammerin, wie sie eigene Texte präsentiert. Diese Lyrik fasst der kleine Band zusammen unter den Überschriften „zuhause“, „glanzlichter“, „wage mut“, „wunderwerke“ und „am ende der anfang“. Problematisch daran ist, dass Slam poetry vom Vortrag lebt und in der gedruckten Form viel an Kraft verliert. Das Selberlesen der hier vorliegenden Texte in unregelmäßiger Versform ist mühsam, die Texte wirken ohne die rhythmische Interpretation flach und wenig aussagekräftig.

Zu empfehlen nur für Fans der Live- oder Internetauftritte der Slammerin Jana Highholder zum vertiefenden Nachlesen.

Signatur: Ci | Ju 3
Schlagworte:
Lyrik | Slam Poetry
Bewertung: +
Rez.: Birgit Schönfeld

Simma, Elmar: Geführt von einem inneren Stern. Gute Gedanken für Advent und Weihnachten. Innsbruck: Tyrolia 2019. 127 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7022-3780-6, geb.: 14,95 €

Ein immerwährendes Tag-für-Tag-Lesebuch in bibliophiler Gestaltung für die Zeit vom 1.12. bis 6.1.

Geprägt von der katholischen Tradition des alpenländischen Österreichs schlägt der Autor einen weiten Bogen vor dem Horizont der kirchlichen, ökumenischen und gesellschaftlichen Traditionen zu Weihnachten. Simma, geb. 1938, verbindet als bewährter Autor und erfahrener Seelsorger seine Geschichten in einer sehr alltagsnahen Frömmigkeit mit weiterführenden Gedanken zu den Menschheitsfragen nach Geborgenheit, dem Sinn des Lebens oder schlicht nach dem Glück im täglichen Auf und Ab. Dabei bezieht er anrührende Zitate in die jeweiligen Reflexionen zum Tag ein, etwa aus Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“, aus den Werken von Rilke, Domin oder Kaschnitz, aus denen von Martin Luther King oder Karl Rahner. Jeder Text endet mit einem Impuls für das eigene Handeln.

Eine sanfte Komposition sehr unterschiedlicher Beiträge zur Besinnung auf die wesentlichen Aspekte der stillen Jahreszeit. Zum Selber- oder Vorlesen für alle Altersgruppen.

Signatur: Ch 1
Schlagworte:
Weihnachten | Advent | Vorlesen
Bewertung: ++
Rez.:
Rüdiger Sareika

SL Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik

Französische Weihnachten. Hg. von Annette Wassermann. Mit Beiträgen von Tanguy Viel, Anne Sylvestre u.a. Berlin: Wagenbach 2019. 139 S. ; 21 cm. (SALTO 247). Aus d. Franz. ISBN 978-38031-1346-7, geb.: 18,00 €

Eine Sammlung kurzer Geschichten zur französischen Weihnacht.

Das schmale, hübsch aufgemachte Bändchen enthält eine Reihe von Erzählungen verschiedener AutorInnen. Der Tenor der Geschichten ist überwiegend melancholisch, manchmal auch tröstlich. Erst als er mit seinem Familienroman die eigene Kindheit verarbeitet hat, ist ein junger Mann wieder in der Lage, sich zu Weihnachten der Atmosphäre seines Elternhauses auszusetzen. Familienweihnachten, zu viel, zu laut und mittlerweile zu anstrengend, findet eine Mutter, die jedes Jahr ihre umfangreiche Familie zu Gast hat. Ein junger, totkranker Mann kann in der Geborgenheit der Familie für kurze Zeit seine Krankheit vergessen. Da Weihnachten auch in Frankreich viel mit gutem Essen zu tun hat, schließt das Buch mit der kulinarischen Seite des Festes. Krankheit, Tod, Verlust, Freundschaft: Der kleine Band ist trotz seiner nicht nur einfachen Themen angenehm zu lesen. Allen Geschichten gemein ist, dass sie zum Nachdenken anregen.

Eine stille Lektüre für kalte Adventsnachmittage. Zum Vorlesen, Selbstlesen oder auch zum darüber austauschen wunderbar geeignet.

Signatur: SL
Schlagworte: Frankreich | Weihnachten | Vorlesegeschichten
Bewertung: +++
Rez.: Susanne Brenner

Kessel, Julie von: Als der Himmel fiel. Roman. Reinbek: Kindler 2019. 363 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-463-40700-5, geb.: 20,00 €

Die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei sehr ungleichen Frauen, deren Beziehung auf eine harte Probe gestellt wird.

Die beiden Cousinen Ophelia und Franka sind seit ihrer Kindheit eng miteinander befreundet. Ophelia ist eine ehrgeizige, perfektionistisch veranlagte Geigerin, während Franka ein eher unstetes Leben mit wechselnden amourösen Abenteuern führt. Als Ophelia wegen ihrer Musik nach Yale geht, folgt Franka ihr nach. Sie bekommt einen Job in einer Galerie in New York. Beide Frauen verbindet ein dunkles Familiengeheimnis, das Franka Ophelia anvertraut hat. Sie wurde von ihrem Stiefvater als Teenager missbraucht, konnte sich ihrer Mutter aber nicht mitteilen. Die Freundschaft der beiden Frauen gerät in eine schwere Krise, als Franka Ophelia betrügt, während diese nach einem Unfall Tage im Koma liegt. Die Lage spitzt sich nicht nur auf der Beziehungsebene zu. Franka wird Zeuge der Ereignisse vom 11. September, die sie live miterlebt. Ein Roman, der insbesondere die Gefühlslage der verschiedenen Charaktere lebendig und einfühlsam zu erzählen vermag.

Für Leserinnen und Leser mit Interesse an der Darstellung unterschiedlicher Frauencharaktere und Schicksale.

Signatur: SL
Schlagworte:
Frau | Lebensentwurf | Konkurrenz | 11. September
Bewertung: ++
Rez.: Anke Märk-Bürmann

Oskamp, Katja: Marzahn, mon amour. Geschichten einer Fußpflegerin. München: Hanser Berlin 2019. 142 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-446-26414-4, geb.: 16,00 €

Erfolglose Schriftstellerin schult um zur Fußpflegerin und portraitiert humorvoll ihre Kundinnen und Kunden.

In der Mitte des Lebens erfindet sich Katja Oskamp noch einmal neu und lässt sich in einem sechswöchigen Kurs zur Fußpflegerin ausbilden. Sie beginnt ihre Arbeit im Kosmetikstudio einer Bekannten in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Hier begegnet sie Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Da ist Herr Pietsch, ein ehemaliger Parteifunktionär, der sozialbetreute Herr Hübner, Herr Fritsche, der Beleuchter im Friedrichsstadtpalast war, Tochter und Mutter Noll, die eine wohnt in einem Häuschen in Alt-Marzahn die andere in „Käfighaltung“ im Pflegeheim, Gerlinde Bonkat, die sich ihre Füße schon auf der Flucht von Ostpreußen ruiniert hat und die Kollegin Flocke, die viele Jahre hinterm Tresen geschuftet hat.
In einzelnen Portraits erzählt Katia Oskamp von den Füßen dieser Menschen, aber vor allem von ihren Leben und ihren Lebensleistungen. Liebevoll, mit Humor aber stets auch mit Respekt.

Wunderbar für alle, auch für die, die nicht mehr einen großen Roman am Stück lesen wollen oder können.

Signatur: SL
Schlagworte:
Berlin-Marzahn | Neuanfang | Portraits | Fußpflege
Bewertung: +++
Rez.: Sabine Klohn

Rauhnächte. Wunderbares für eine besondere Zeit. Hg. und mit einem Vorwort von Harald Krassnitzer. Mit Beiträgen von Viktor Rydberg, Alfred Smedberg u.a. Salzburg: Residenz 2019. 137 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7017-1725-5, geb.: 20,00 €

Alte Geschichten aus der Zeit zwischen Weihnachten und 6. Januar.

24 Geschichten lang entführt uns Harald Krassnitzer in die geheimnisvolle Zeit der zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, eine Zeit, in der die Natur stillsteht und die Grenzen zwischen unserer Welt und dem Reich der Magie aufgehoben scheinen. Die "Anderswelt" ist nach alten Mythen hier ganz nah. Im Alpenraum, aber auch in der nordischen Welt ranken sich zahlreiche Sagen um die Rauhnächte: Menschen sprechen mit Tieren, Kobolde bevölkern die Stuben, Wünsche gehen in Erfüllung und die "Wilde Jagd" der Geister und Dämonen reitet über das Land. Krassnitzer, geboren in Grödig/Bundesland Salzburg taucht hier in den faszinierenden Geschichtenschatz seiner Kindheit ein. Was kann dieser uns modernen Christen sagen? Der Autor beschwört damit eine Zeit des Innehaltens, der Auszeit, des Erinnerns an das alte und den lichten Aufbruch ins neue Jahr. Und so bietet er mit dem schmalen Band ein Kleinod, das uns unbedingt in den kalten Wintertagen begleiten sollte.

Unbedingt als Lektüre zwischen den Jahren zu empfehlen; eine kleine Literaturliste am Ende ermöglicht sogar eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema.

Signatur: SL
Schlagworte:
Weihnachten | Magie | Aberglauben
Bewertung: +++
Rez.: Christiane Spary

Simenon, Georges: Weihnachten bei den Maigrets. Dt. von Hansjürgen Wille, Barbara Klau u. Bahar Avcilar. Mit einem Nachwort von Dror Mishani. Zürich: Kampa 2018. 118 S. ; 19 cm. (Maigret. Der 103. Fall). Aus d. Franz. ISBN 978-3-311-13094-9, geb.: 14,90 €

Der Weihnachtsmorgen hält für das Ehepaar Maigret einen Kriminalfall mit persönlichen Folgen bereit.

Ja, diese Erzählung kommt auf mehreren Ebenen veraltet daher - und doch enttäuscht die Lektüre nicht. Maigret erhält besorgten, nachbarlichen Besuch und lernt ein kleines Mädchen in der Wohnung gegenüber kennen, das den Weihnachtsmann gesehen haben will, der ihr eine wunderbare Puppe brachte. Dass dahinter mehr steckt, ist sofort klar, so dass die Lösung des Falles von zuhause aus temporeich voranschreiten kann. Gleichzeitig wirkt die heimische Situation wie ein entschleunigter Gegenpol, der in der Melancholie des ewig Gleichen und der nicht ansprechbaren Leere zu Beginn der Erzählung sehr fein empfunden die Leser*innen in das vielschichtige Ritual des Aufstehens einführt.
Eine ungewöhnliche Vorgehensweise ist gefragt, die am Ende ein unverhofftes Licht ins Dunkel bringt.
Pfiffig und informativ schließt das lesenswerte Nachwort Mishanis das schön gestaltete Büchlein ab, dessen Cover eine Idylle mit Schnee abbildet, so dass eine Sehnsucht bereits Erfüllung findet.

Ein feiner und vielschichtiger Klassiker für Krimifreunde.

Signatur: SL
Schlagworte: Kriminalliteratur | Einsamkeit
Bewertung: ++
Rez.:
Frauke Thees

Simenon, Georges: Weihnachten in Paris. Zwei Erzählungen. Dt. von Julia Becker, Elisabeth Edl u. Wolfgang Matz. Zürich: Kampa 2019. 153 S. ; 19 cm. Aus d. Franz. ISBN 978-3-311-13430-5, geb.: 16,90 €

Zwei anrührende Geschichten erzählen vom Weihnachtsglück in Einsamkeit und Armut.

Zwei sanft melancholische Erzählungen führen den Leser ins weihnachtliche Paris der 1950er Jahre. In „Sieben Kreuzchen in einem Notizbuch“ befinden wir uns in der Telefonzentrale der Pariser Polizei. Hier verrichtet der eigenbrötlerische Lecoeur seinen Nachtdienst an Heiligabend. Bei der Suche nach einem Serienmörder, der die Polizei in Atem hält, erkennt Lecoeur, dass sich sein 10jähriger Neffe in höchster Gefahr befindet. So wird aus der Jagd nach einem Mörder unversehens eine zu Herzen gehende Familiengeschichte.
„Das kleine Restaurant bei der Place des Ternes“ ist zunächst Schauplatz eines traurigen Selbstmords an Heiligabend. Hier hat die Prostituierte Jeanne nicht nur die Tat beobachtet, sondern auch das einsame Mädchen Martine, das von zwei dubiosen Männern bedrängt wird. Die lebenserfahrene Frau wird zum rettenden Engel für die naive Martine. Die Geschichten erzählen von einsamen Außenseitern, die jenseits familiärer Weihnachtsgemütlichkeit einen besonderen Heiligabend erleben.

Die zu Herzen gehenden Erzählungen sind eine lesenswerte Weihnachtslektüre für besinnliche Stunden.

Signatur: SL
Schlagworte: Weihnachten | Paris | Krimi | Einsamkeit
Bewertung: +++
Rez.: Christine Heymer

Skomsvold, Kjersti Annesdatter: Meine Gedanken stehen unter einem Baum und sehen in die Krone. Roman. Dt. von Ursel Allenstein. Hamburg: Hoffmann & Campe 2019. 125 S. ; 21 cm. Aus d. Norw. ISBN 978-3-455-00610-0, geb.: 20,00 €

Eine Schriftstellerin erzählt ihrer frisch geborenen Tochter, welches Opfer es ist, Mutter zu sein.

Ich habe selten ein Buch in teils so brutal gefühlloser Sprache gelesen. Der Leser erlebt alles nur aus den Augen einer Schriftstellerin, die ihrer neugeborenen Tochter von ihrem Leben berichtet: eine Auseinandersetzung mit sich selbst und ihren Gefühlen angesichts von Schwangerschaft und der gerade erfolgten Geburt der Tochter: Kinder als Einschränkung, als Begrenzung ihres eigenen Ichs in einem Leben, das sie erst mit Bo, ihrem Liebsten und Vater des Kindes, teilte; dann Mutterschaft als mutige Entscheidung, nicht mehr allein zu leben, sondern Verantwortung zu übernehmen und dabei etwas aufzugeben. Die Ich-Erzählerin resümiert ihr Leben, geprägt von Einsamkeit und Lebensangst und Schmerz. Eine gnadenlos ehrliche Erzählung, die nichts Negatives ausspart, in einer großartigen Übersetzung.  Ein Roman aus tiefsinnigen Gedanken und Überlegungen, die sein Lesepublikum vor eine Herausforderung stellen. Obwohl nur 126 Seiten Text, zieht sich das Lesen, weil es nahtloses Mitdenken erfordert.

Ein extrem anspruchsvolles Buch, das literaturerfahrene und problemorientierte Leser erfordert; Einsatz in anspruchsvollen Literaturkreisen.

Signatur: SL
Schlagworte: Mutterschaft | Ehe | Schriftstellerin | Norwegen
Bewertung: ++
Rez.: Astrid van Nahl

F Familie, Ehe, Lebensfragen

Sigg, Stephan: Abschied von meiner Oma. Wie es ist, wenn Großeltern gehen. Ostfildern: Patmos 2019. 135 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-8436-1164-0, geb.: 15,00 €

Zum Abschied eine Hommage an die Oma.

Stephan Sigg - Mitte dreißig - nimmt Abschied von seiner Oma, die an COPD gestorben ist. In einem inneren Gespräch erinnert er sich an die Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Unternehmungen mit seiner Oma, die eine sehr wichtige Bezugsperson für ihn war. "Bei Dir war alles möglich, was ich zu Hause nicht mal zu denken gewagt hätte" - so beginnt er sein inneres Gespräch mit ihr. "Du warst eine "Kultur-Oma" mit den Schlüsseln zu allen Fantasiewelten." Er schildert ihr, wie wichtig und bedeutsam, ja prägend sie für sein Leben war. Eine Erfahrung, die er mit vielen seiner Generation teilt. Die Beziehung und die Wichtigkeit der Großeltern als Bezugspersonen werde unterschätzt.. "Sie war ja schon alt", hört er manchmal. Für ihn hört sich das komplett falsch an. "Als ob das zunehmende Alter den Schmerz wegnehmen könnte.". Bei aller Traurigkeit über den Tod seiner Oma, helfen ihm die Erinnerungen Abschied zu nehmen und sie dankbar als kostbare Schätze zu bewahren.

Geeignet für die persönliche Auseinandersetzung mit seinen Großeltern, aber auch für Veranstaltungsarbeit zum Thema: Trauer um Großeltern.

Signatur: Fc | Fz
Schlagworte: Trauer | Großeltern | Erinnerungen | Abschied
Bewertung: +++
Rez.: Christine Stockstrom