Newsletter "Gemeinde" 02/2018

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Vorausschauend auf den Internationalen Frauentag am 8. März  möchten wir Ihnen vier Bücher vorstellen, in denen Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stehen. In dem spannenden Kinderbuch von Katherine Rundell kämpft die mutige Feo für die Freilassung ihrer Mutter im Zaristischen Russland. Eine Bilderbuch-Biographie erzählt von der ersten Programmiererin der Welt Ada Lovelace. Die Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie beschreibt, wie man Mädchen zu selbstbestimmten Frauen erzieht und ein neuseeländisches Team stellt in einem wunderschönen Bildband 200 Frauen aus aller Welt vor.

Gute Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 

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Rundell, Katherine: Feo und die Wölfe. Dt. von Henning Ahrens. Hamburg: Carlsen 2017. 234 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-551-55686-8, geb.: 14,99 €

Ein mutiges Mädchen begehrt gegen den russischen Zaren auf.

Feo(dora) und ihre Mutter sind Wildwolfer. Sie nehmen aus adligen Häusern verstoßene, gezähmte Wölfe bei sich auf, um sie artgerecht auszuwildern. Doch dies ist dem Zaren ein Dorn im Auge, da diese Tiere das kaiserliche Wild reißen. Feo und ihrer Mutter wird fortan verboten, weitere Wölfe bei sich aufzunehmen. Als sie sich nicht daran halten, wird Feos Mutter ins Gefängnis verschleppt. Ihr droht ein Prozess. Zusammen mit ihren Wölfen setzt Feo alles daran, ihre Mutter zu befreien. - Spannend von der ersten bis zur letzten Seite gestaltet sich dieser Roman, der in Russland zur Zeit der Zaren spielt. Sprachlich vermag die Autorin die Leser virtuos in ihren Bann zu ziehen. Dabei hat Katherine Rundell mit der unerschrockenen Feo ein mutiges und rechtschaffenes Mädchen kreiert, welches als Identifikationsfigur fungiert. Ohne in irgendeiner Form belehrend zu wirken, vermittelt dieser Roman zudem noch allerlei Wissenswertes über den verantwortungsbewussten Umgang mit Wildtieren.

Ein Page-Turner, der angesichts der menschlichen Widersprüchlichkeit im Umgang mit Tieren wachrüttelt. Für Kinder ab 11 Jahren unbedingt zu empfehlen. 

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Wölfe | Russland | Tierschutz | starke Mädchen
Bewertung: +++
Rez.: Inger Lison

Robinson, Fiona: Ada Lovelace und der erste Computer. Dt. von Carolin Müller. München: Knesebeck 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-95728-044-2, geb.: 12,95 €

Künstlerische Biographie der Mathematikerin Ada Lovelace (1815 – 1852), die das erste Computerprogramm schrieb.

Ada Lovelace hatte berühmte Eltern. Ihr Vater Lord Byron, ein fantasievoller Dichter, ihre Mutter, eine talentierte Mathematikerin. Beide Begabungen vereinten sich in Ada, die ihr Talent, die Welt der Zahlen mit Visionen der Zukunft zu verknüpfen, früh entdeckte. Mit 17 lernte sie Charles Babbage, einen Ingenieur und Mathematiker kennen und in regem Kontakt mit ihm schreibt sie für seine analytische Rechenmaschine ein komplexes Programm. Sie wird als erste Programmiererin der Welt bezeichnet, die Programmiersprache Ada und der Preis Lovelace Medal wurden nach ihr benannt. Die Biographie in Form eines Bilderbuchs darzustellen ist ungewöhnlich, aber gelungen. Die fantasievollen Aquarellzeichnungen der preisgekrönten Autorin wurden aufwendig ausgeschnitten und so aufgeklebt und abfotografiert, dass eine Tiefenwirkung entstand. Der Text ist kurz, jedoch mit Fachbegriffen der Mathematik wie „Algorithmus“ und „Bernoulli-Zahlen“ gespickt, die nicht sämtlich erklärt werden, was die Einordnung des Buches für jüngere Altersgruppen erschwert.

Als künstlerisch fantasievolle Biographie einer mutigen Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, ist das Bilderbuch jedoch für alle Altersgruppen ein Gewinn.

Signatur: Jb
Schlagworte: Mathematik | Computer | starke Frauen
Bewertung: ++
Rez.: Birgit Hillmer

Adichie, Chimamanda Ngozi: Liebe Ijeawele.... Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden.  Dt. von Anette Grube. Frankfurt: Fischer 2017. 79 S. ; 19 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-596-29968-3, kt.: 8,00 €

Konkrete Handlungsoptionen und Vorschläge für eine gleichberechtigende Erziehung der Kinder von morgen.

Auf die Frage einer Freundin aus Kindertagen, wie sie ihr neugeborenes Mädchen feministisch erziehen könne, antwortet die renommierte nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie in einem ausführlichen Brief, den sie in ihrem Buch mit den LeserInnen teilt. Auf rund achtzig flüssig zu lesenden Seiten gibt sie fünfzehn eingängige Vorschläge, wie insbesondere Töchter darin unterstützt werden können als selbstbestimmte Frauen heranzuwachsen. Gleichzeitig zeigt sie damit problematische, patriarchale Strukturen in der Gesellschaft auf und regt so ihre LeserInnen zur eigenen Reflektion oft unterbewusst und über Generationen hinweg verinnerlichter Vorstellungen von Rollenbildern und Geschlechterstereotypen an. Sie schafft es in ihrem Buch, Feminismus als etwas Selbstverständliches zu benennen, das auf dem Weg zu einer Gesellschaft der Vielfalt und Gleichberechtigung als unabdingbar anzusehen ist.

Ein Buch, das zum Nach- und Umdenken im Umgang miteinander anregt und somit nicht nur für Eltern und Töchter, sondern für alle Menschen zu empfehlen ist!

Signatur: Sb
Schlagworte: Feminismus | Erziehung | Gleichberechtigung | Vorurteile
Bewertung: +++
Rez.: Rosa Bömelburg

200 Frauen. Was uns bewegt. Ruth Hobday u. Geoff Blackwell. Fotos von Kieran E. Scott. München: Elisabeth Sandmann 2017. 279 S. : überw. Ill. ; 30 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-3945543-41-2, geb.: 35,00 €

200 Frauen aus aller Welt beantworten fünf scheinbar einfache Fragen. Die Antworten finden sich in einem wunderschönen Bildband. 

Die Grundidee des neuseeländischen Teams war es, 200 Frauen in unterschiedlichen Gegenden der Welt dazu zu bringen, sich fotografieren und filmen zu lassen und fünf Fragen zu beantworten. Diese scheinbar einfachen Fragen „Was ist Ihnen wirklich wichtig?“, Was macht Sie glücklich?“ usw. haben die Frauen dazu bewogen von sich zu erzählen. Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie leben in Kalkutta, in einem palästinensischen Flüchtlingscamp im Libanon, in Schweden, Moskau etc.; sie sind berühmt, ungebildet, arm und reich und tragen alle Hautfarben dieser Welt. In vielen Antworten finden sich Mut und Großherzigkeit, Engagement in allen gesellschaftlichen Bereichen und der Wunsch nach gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung der Menschenwürde wieder. – Alle 200 Frauen werden in einer Kurzbiografie vorgestellt und alle sind auf Portraitfotos zu sehen. Daneben steht die jeweils persönliche Eigenschaft. Für die deutsche Ausgabe sind 12 Frauen in dem Band vertreten.  Neben der Geigerin Anne-Sophie Mutter auch die Ärztin Monika Hauser, die ihr Tun am besten mit „Beharrlichkeit“ beschreibt und damit das Handeln vieler Frauen erklärt.

Ein Buch nicht nur für Frauen! „Ich bin Feministin, aber ich halte nichts davon, Männer außen  vor zu lassen. Ich glaube an die Einbindung aller.“ Absolut empfehlenswert! Einziges Manko: die Schrift ist sehr klein. 

Signatur: Ba
Schlagworte: Frau | Menschenwürde | Engagement
Bewertung: +++
Rez.: Sophie  Jünemann