Newsletter "Gemeinde" 02/2022

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Niemand ist eine Insel“, wusste schon der Dichter John Donne. Wir brauchen einander. Auch wenn der moderne Mensch sich Unabhängigkeit und Freiheit auf die Fahnen geschrieben hat, sind wir verbunden und beeinflussen einander durch unser Verhalten. Sich gegenseitig mit Respekt und Hilfsbereitschaft zu begegnen und füreinander einzustehen, nutzt letztlich also allen, schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und ist DIE Basis unseres Zusammenlebens. Derzeit zeigt uns die Pandemie wie herausfordernd das sein kann. Die Buchauswahl unseres Februar-Newsletters widmet sich somit Geschichten um Zusammenhalt und den Umgang miteinander.

Ihr Eliport-Team


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Einfach nett. Ein Buch über das Freundlichsein. Mit einem Vorwort von Axel Scheffler und Bildern von 38 netten Illustratoren. Text: Alison Green. Dt. von Maren Illinger. Ill. von Ole Könnecke, Anke Kuhl u.a. Weinheim: Beltz & Gelberg 2020. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-407-75473-8, geb.: 12,95 €

38 nette Illustrator*innen beschäftigen sich mit dem Thema Freundlichsein.


Das Cover lässt unvermittelt an den „Grüffelo" denken. Kein Wunder, da Löwe und Schaf unverkennbar vom Schöpfer des Grüffelos, Axel Scheffler, stammen. So ähnlich geht es einem als Betrachter*in im gesamten Buch, zu dem insgesamt 38 bekannte Illustrator*innen Zeichnungen in ihrem jeweiligen Stil beigesteuert haben. Es ist alleine schon eine große Freude diese Vielfalt an Techniken und Ideen bewundern zu können. Zustande gekommen ist das Buch auf Initiative des gemeinnützigen Vereins „Three Peas", welcher Menschen unterstützt, die ihre Heimat verlassen mussten und einen Teil des Bucherlöses erhält. Das Thema des Buches könnte aktueller nicht sein. Es geht darum, wie wir uns als Gesellschaft verhalten sollten. Was wäre, wenn wir alle nett wären? Auf andere zugehen, ihnen zuhören und helfen? In Zeiten globaler Krisen, welche auch Kinder sehr beschäftigen, versucht das Buch zu vermitteln, dass alle Menschen wertvoll sind und wir alle zusammen eine bessere Welt schaffen können.

Reich illustriert mit vielen Ideen zum Thema Freundlichkeit.

Signatur: jm 1
Schlagworte: Werte | Menschlichkeit | Miteinander
Bewertung: +++
Rez.: Christoph Hoewekamp

Herden, Antje: Parole Teetee. Ill. von Maja Bohn. München: Tulipan 2020. 206 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-86429-483-9, geb.: 13,00 €

Die Suche nach einer verschwundenen alten Dame lässt Kinder und Erwachsene eines Stadtteils zusammenwachsen.

Jeder im Viertel kennt die seltsame, stets lächelnde und hilfsbereite Dame Teetee. Sie hat immer eine altmodische Tasche dabei, die die Kinder für magisch halten, weil Teetee daraus vom Reimlexikon bis zum lebendigen Vogel jederzeit genau das hervorholt, was gerade gebraucht wird. Als die alte Dame eines Tages spurlos verschwindet, wittern Bene und ein paar seiner Klassenkameraden eine Entführung und beschließen, die Ermittlungen aufzunehmen. Im Laden von Herrn Mansur richten sie ihre Kommandozentrale ein, und schnell wird ihnen klar, dass sie kaum etwas über Teetee wissen. Also fragen sie die Menschen des Viertels nach ihr, und schon bald sind alle an der Suche beteiligt. Unter Verdacht gerät der merkwürdige Zahnarzt Dr. Bernius, aber dann macht die Lehrerin der Kinder eine Entdeckung, die den Fall in einem neuen Licht erscheinen lässt. - Ein wunderbar humorvolles und schräges Buch, das zeigt, wie wichtig eine gute Nachbarschaft ist, in der man zusammenhält und aufeinander achtet.

Für alle Büchereien, v. a. auch für Schul- und Patientenbüchereien bestens geeignet. Ab 9 J.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Kinderkrimi  Mut | Engagement | Miteinander
Bewertung: +++
Rez.: Elisabeth Schmitz

Backman, Fredrik: Eine ganz dumme Idee. Roman. Dt. von Antje Rieck-Blankenburg. München: Goldmann 2021. 461 S. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-442-31570-3, geb.: 20,00 €

Eine Wohnungsbesichtigung verläuft anders als geplant.

Es ist der Tag vor Silvester. In einem kleinen schwedischen Ort kommt eine Gruppe Interessierter zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Als ein tragischer und obendrein erfolgloser Bankräuber in der Wohnung Zuflucht sucht, wird die Besichtigung unfreiwillig zu einem Geiseldrama. Das war so nicht geplant und der Bankräuber hat keine Ahnung, was nun passieren soll. Im Laufe des ratlosen Miteinander in der Wohnung werden die Geschichten der Versammelten sowie der beiden ermittelnden Polizisten erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Aus den absurd-komischen Sequenzen der ersten Hälfte des Romans entwickeln sich tiefgründige Einblicke in die verschiedenen Schicksale. Dabei geht es um Verbundenheit und Einsamkeit, um Ängste und Zusammenhalt. Das alles erzählt der Autor einfühlsam und überzeugend. Gegen Ende überwiegen Lebensweisheiten, die zwar in logischer Konsequenz zur Geschichte passen, mir persönlich aber etwas zu kitschig ausfallen.

Sehr menschlicher Roman, der gleichermaßen kurzweilig und tiefsinnig alltägliche Sorgen vor Augen führt. Bietet viele Anknüpfungspunkte zur Selbstreflexion.

Signatur: SL
Schlagworte: Gemeinschaft | Familie | Ängste | Suizid
Bewertung: +++
Rez.: Marie Tronnier

Lehner, Angela: 2001. Roman. München: Hanser Berlin 2021. 383 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-446-27106-7, geb.: 24,00 €

Eine Erzählung über die Jugend in der österreichischen Provinz.

Julia lebt in Tal, einer kleinen Stadt in Österreich. Für Touristen ein beliebter Urlaubsort, für Julia und viele andere Einwohner*innen ein Ort ohne Zukunftsperspektive. Doch das ist Julia bisher relativ egal. Das wichtigste in ihrem Leben sind ihr großer Bruder, die Crew und Musik. Besonders Rappen ist ihre große Leidenschaft. Julia geht auf die Hauptschule, auf der sie zum sogenannten „Restmüll“ gehört. Mit dem bevorstehenden Schulabschluss und einem Experiment ihres Geschichtslehrers ist Julia gezwungen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und alles gerät aus dem fragilen Gleichgewicht. Alle Crew-Mitglieder haben Zukunftspläne, gehen ihren Weg und drängen Julia endlich ihr Leben in die Hand zu nehmen. Stattdessen ist Julia wie gelähmt und droht in Tal zu versumpfen. Doch ihre Freund*innen lassen sie nicht einfach hängen. Ein lustiger und gleichzeitig tieftrauriger Roman, den man bereits nach der ersten Seite nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Zwar spielt der Roman im Jahr 2001, ist mit seiner Thematik aber noch immer sehr aktuell und erweitert den Horizont bis weit aus der Komfortzone heraus.

Signatur: SL
Schlagworte: Freundschaft | Solidarität | Jugendliche | Peergroup
Bewertung: +++
Rez.: Rosa Bömelburg