Newsletter "Gemeinde" 03/2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Mit dem März-Newsletter möchten wir Lust machen auf die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern, Kulturen und Religionen. Im „Wimmelbuch der Weltreligionen“ können Kinder auf fünf Doppelseiten Besonderheiten anderer Religionen, aber auch Ähnlichkeiten mit der eigenen entdecken. Die Neuauflage von „Kinder aus aller Welt“ zeigt, wie Kinder rund um den Erdball leben, spielen, essen und glauben. Das Buch „Miteinander kochen“ regt dazu an auch in der Gemeinde mal auszuprobieren in wie viele Länder man sich gemeinsam kochen kann. In „Unter einem Dach“ schließlich berichten ein muslimischer Flüchtling und sein atheistischer Gastvater offen und respektvoll von den Herausforderungen des gemeinsamen Alltags und liefern so reichlich Gesprächsstoff – nicht nur für Flüchtlingsarbeitskreise.

Anregende Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 

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Wills, Anna u. Tomm, Nora: Das Wimmelbuch der Weltreligionen. Weinheim: Beltz & Gelberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 36 cm + 1 Booklet. ISBN 978-3-407-82202-4, geb.: 13,95 €

Fünf große Wimmelbilder geben einen Einblick in je eine der fünf Weltreligionen.

Kinder - und auch viele Erwachsene - mögen Wimmelbücher. Seit Ali Mitgutsch in den 70ern damit begann, begleitet uns diese Art Wissenswertes ohne Worte zu entdecken. So auch hier, in diesem stabilen Pappbilderbuch, das auf jeweils einer Doppelseite eine der fünf Weltreligionen vorstellt. Typisch für Wimmelbücher, gibt es immer wieder Neues zu entdecken, Kleinigkeiten und Offensichtliches. Oft in humorvollen Details, immer zu Fragen anregend. Die verschieden Ausrichtungen der Religionen werden dargestellt, liberale und orthodoxe Strömungen, auch kulturelle Unterschiede. Hilfreiche Informationen zu bestimmten Szenen in den Bildern der einzelnen Religionen und ihren unterschiedlichen Ausrichtungen, liefert das integrierte Booklet kurz zusammengefasst und sehr anschaulich. Dieses Wimmelbuch anzuschauen, zu entdecken, regt an, macht Großen und Kleinen Spaß, und ist eine gelungene, Unterstützung für unser interreligiöses und interkulturelles Miteinander. Angemerkt sei jedoch, dass die evangelische Kirche etwas kurz kommt bei der Behandlung des Christentums.

Sehr gut geeignet für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen, sowohl im Bereich Krippe bis zu Schulkindern.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Religionen | Interreligiosität | Pappbilderbuch
Bewertung: +++
Rez.: Dörte Jost

Kinder aus aller Welt. Mit einem Vorwort von UNICEF. Catherine Saunders, Sam Priddy u.a. Dt. von Christiane Wagler. München: Dorling Kindersley 2017. 80 S. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-8310-3214-3, geb.: 14,95 €

Das neueste unter diesem Titel erschienene Buch stellt 44 Kinder aus allen Erdteilen mit Fotos und Interview-Texten vor.

„Children just like me“ - der Originaltitel – verdeutlicht das Anliegen dieses sehr interessanten Foto-Text-Sachbuchs recht gut: Die mit ihren speziellen Vorlieben, Hobbys und verschiedenen Lebensbedingungen, mit ihrem Aussehen, ihrer Kleidung und ihrer Familiensituation vorgestellten Kinder aus vielen Ländern unterscheiden sich auf den ersten Blick beträchtlich voneinander. Sie verbindet jedoch auffallend die Hoffnung, eine gute Zukunft vor sich zu haben und für diese aktiv eintreten zu können. Neben einer farbigen Weltkarte, in der die interviewten Kinder eingetragen sind, sowie einem ermutigenden UNICEF-Vorwort erleichtern ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, ein Register mit Seitenzahlen und ein Fremdwörter-Glossar das Zurechtfinden und für Grundschulkinder wohl auch das Gesamtverständnis insbesondere bezüglich der Weltreligionen. Ein Detail sollte nicht unerwähnt bleiben: Es sind auch acht Kinderfotografen an der Ausgestaltung beteiligt gewesen.

Für die Freiarbeit und im Sachunterricht, aber auch für Familien und außerschulische Kindergruppen sehr empfohlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Interkulturalität
Bewertung: +++
Rez.: Margot Rickers

Miteinander kochen. Rezepte aus der Heimat von Geflüchteten und Wegbegleitern. Hg. von Nici Friederichsen. Göttingen: Verl. Die Werkstatt 2016. 93 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-7307-0296-3, kt.: 4,00 €

Rezepte zum gemeinsamen Kochen - Beispiele für ein gelungenes Miteinander mit Geflüchteten.

Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen! Wunderschöne Fotos von Zutaten und fertigen Gerichten, dazu ganz praktische Rezepte und Geschichten zeichnen das kleine, feine Kochbuch aus, das unschlagbar preiswert von engagierten Menschen gemacht wurde. Kochen ist Heimat - und deshalb stellen Geflüchtete aus aller Welt und ihre deutschen Begleiter hier ihre Lieblingsrezepte vor und kochen sie gemeinsam. Sie kommen aus Syrien, Ägypten, Afghanistan, Marokko, Irak, Algerien und der Türkei. Auch aus den verschiedenen Teilen Deutschlands wurden Rezepte beigesteuert. Kartoffelsalat oder Fischeintopf stehen hier neben einer Tajine oder Pizzavarianten aus Syrien. Das Buch macht Lust auf Begegnung, aufs Miteinander kochen und gemeinsam essen. Selbst wenn man im Internet zig Rezepte finden mag, die Inspiration, die ein solches Kochbuch liefert, ist unschlagbar!

Für alle, die mit Flüchtlingen kochen möchten oder Lust haben, ihren Speiseplan durch neue internationale Rezepte zu erweitern.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Internationale Rezepte | Kochen
Bewertung: +++
Rez.: Regina Riepe

Baitar, Amir u. Sußebach, Henning: Unter einem Dach. Ein Syrer und ein Deutscher erzählen. Dt. von Larissa Bender. Reinbek: Rowohlt 2016. 190 S. ; 21 cm. Aus d. Arab. ISBN 978-3-498-06445-7, geb.: 19,95 €

Integration hautnah: Ein syrischer Student und sein "Gastvater" erzählen von der Zeit des Zusammenlebens.

Spannend und sehr persönlich berichten der Zeitredakteur Hennig Sußebach und der syrische Mathematikstudent Amir Baitar von Anfangsschwierigkeiten, kulturellen Missverständnissen und dem Wachsen einer ungewöhnlichen Freundschaft. Familie Sußebach hat den 24jährigen Flüchtling in die Familie aufgenommen, zu der noch zwei halbwüchsige Kinder gehören. Der Alltag ist voller Herausforderungen. Amir ist gläubiger Muslim und begegnet einer Familie, die keine Religiosität lebt. Können nette Menschen Atheisten sein? Voller Scham überlegt der junge Mann, ob er nach der Silvesternacht in Köln nun auch von den Frauen der Familie als Bedrohung gesehen wird. Wie soll er ihnen nun begegnen? Die beiden Männer erzählen abwechselnd von ihren Eindrücken, gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Selbstkritisch und reflektiert blickt Henning auf sein eigenes Verhalten, hinterfragt seine Religiosität und das Zusammenleben in der Nachbarschaft. Er sieht, wie er sich verändert, dazulernt - genauso wie Amir.

Eine Bereicherung der Diskussion über Integration und Flüchtlinge! Das Buch liefert durch seine respektvolle, offene Art Gesprächsanlässe - nicht nur für Flüchtlingsarbeitskreise.

Signatur: Sb
Schlagworte: Flüchtlinge | Integration | Syrien | Zusammenleben
Bewertung: +++
Rez.: Regina Riepe