Newsletter "Gemeinde" 06/2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Unseren April Newsletter haben wir den Frauen gewidmet. Für den Monat Juni haben wir sehr unterschiedliche Bücher mit männlichen Protagonisten ausgewählt. Ein Roadmovie mit zwei Jungen führt mit skurrilem Humor durch Florida, ein philosophischer Roman des bekannten Autors Jostein Gaarder macht die Lesenden mit einem einsamen Mann bekannt und Jonas Lüscher erzählt vom Leben eines Rhetorikprofessors, der auf einen großen Gewinn hofft.

Gute Lesestunden wünscht

 

Das Eliport-Team
 

Bewertung:
+++    = hervorragend
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Hiaasen, Carl: Einäugige Echse. Roman. Dt. von Michael Koseler. Weinheim: Gulliver 2017. 312 S. ; 19 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-407-74799-0, kt.: 8,95 €

Als Kusine Malley plötzlich verschwindet, begibt sich Richard mit Skink auf einen verrückten Roadtrip quer durch Florida.

Auf seinen nächtlichen Streifzügen am Strand lernt Richard Skink kennen. Skink, leicht verwahrlost, versteht sich nach seinem früheren Job als Gouverneur nun als „Ökoterrorist“, der Menschen „bestraft“, die sich an der Natur vergehen. Da verschwindet Richards Kusine und Richard ist sicher, sie braucht Hilfe. Zusammen mit Skink macht er sich auf die Suche – und damit beginnt ein unglaubliches Roadmovie, hinter dem aber so viel anderes verborgen ist. Wie in seinen früheren Werken thematisiert Hiaasen auch hier Umweltschutz, Naturschutz, gibt sich in der Gestalt des Skink kämpferisch und engagiert und erreicht mit seinem Appell auch den jungen Leser, da er die Themen rund um eine abenteuerliche Suche drapiert. Vieles in dem Roman erinnert an Hiaasens frühere Bücher, die Skurrilität der Figuren mit schrägem Humor ist noch einmal deutlich gesteigert. Die ironisch-satirische Geschichte fordert erfahrene Leser nicht unter 14, der Einstieg fällt leichter, wenn man bereits einen seiner Romane gelesen hat.

Für Leser anspruchsvoller Romane, die Sinn für Skurriles haben.

Signatur: Ju 3
Schlagworte: Abenteuer | Roadtrip | Ökosysteme | Umwelt
Bewertung: +++
Rez.: Astrid van Nahl

Gaarder, Jostein: Ein treuer Freund. Roman. Dt. von Gabriele Haefs. München: Hanser 2017. 269 S. ; 21 cm. Aus d. Norw. ISBN 978-3-446-25443-5, geb.: 22,00 €

Ein philosophischer Roman über Einsamkeit, Liebe, Identität und das große Ganze.

Jakop ist ein einsamer Mann ohne Familie, ein Außenseiter. Er besitzt überbordendes Wissen über Ethymologie. Als Kind bekommt er auf einem Fest eine Handpuppe - er nennt sie Pelle -, die ihn fortan als Alter Ego begleitet. Pelle besticht durch Witz, Frechheit, Mut. Eine Frau, Agnes, schenkt Pelle mehr Aufmerksamkeit als dem Puppenspieler. Jakop besucht auch gern Begräbnisse. Er erfindet phantasievolle Geschichten, um die Verbindung zwischen den Verstorbenen und ihm zu knüpfen. Gaarder schreibt einen existentiellen Roman, der Fragen bearbeitet: Wer bin ich? Was tut mir weh? Worüber freue mich? Wo ist meine Heimat im Universum? Das Seelenportrait zeichnet Jakop als Menschen, der sich mit Erzählungen in einer fremden Welt, die keine Geborgenheit gibt, heimisch zu machen versucht. Die Sehnsucht nach dem Ganzen durchzieht das Buch. Wörter, Geschichten stiften Sinn, Gemeinschaft.

Ein zauberhafter Roman, gut geeignet für Literaturgottesdienste, Andachten, Literaturgemeindegruppen. Einsame, Verschlossene, Erzähler können sich mit diesem Fragen offen haltenden Roman verständigen.

Signatur: SL
Schlagworte: Philosophie | Einsamkeit | Identität
Bewertung: +++
Rez.: Martin Schulz

Lüscher, Jonas: Kraft. Roman. München: Beck 2017. 235 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-406-70531-1, geb.: 19,95 €

Der Rhetorikprofessor Kraft hofft, durch den Gewinn eines Wettbewerbs in Silicon Valley seine Probleme lösen zu können.

Der Rhetorikprofessor Richard Kraft ist beruflich sehr erfolgreich. Sein Privatleben gestaltet sich dagegen kompliziert. An seiner Unfähigkeit, belastbare Beziehungen zu führen, scheitern zwei Ehen. Seine finanzielle Lage wird zunehmend schwieriger. Als er die Einladung zu einem Wettbewerb in Silicon Valley bekommt, steht es für ihn fest, dass er diesen Wettbewerb gewinnen und das Preisgeld von einer Million Dollar bekommen muss. Es wäre für ihn die Lösung seiner Probleme. Er sucht nach der originellsten Antwort auf die Preisfrage: „Warum alles, was ist, gut ist und wir es trotzdem verbessern können". Bei seinen Überlegungen lenken ihn seine Erinnerungen an seine Studentenzeit, seine Frauen und seine früheren politischen Ideale ab. Letztendlich scheitert er an der Aufgabe. Der Roman, der auf zwei Ebenen angesiedelt ist, ist eine Mischung aus satirischem Hochschulroman, einem Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik und der politischen und geistigen Entwicklung des Richard Kraft.

Guter Impuls für einen Männerstammtisch oder Literaturkreise.

Signatur: SL
Schlagworte: Hochschule | Satire | Leistung | Mann
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler