Newsletter "Gemeinde" 11/2018

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Der Weihnachtsbuchmarkt ist riesig, aber es dominieren die vorhersehbaren Angebote. Wir haben als Begleiter für die Advents- und Weihnachtszeit sechs Titel für Sie ausgewählt. Von Ulrich Hub, der vor Jahren mit „An der Arche um Acht“ begeisterte, gibt es mit „Das letzte Schaf“ ein neues Weihnachtsbuch für Kinder und alle, die sich gerne neu über Weihnachten Gedanken machen. Ein wunderbarer Weihnachtskrimi von 1949, der jetzt auf Deutsch erschienen ist, und der Roman von Klaus Modick über eine Familie in der Adventszeit – das sind die längeren, vielleicht für die abendliche Sofaecke geeigneten Titel. Geschichten zum Vorlesen werden immer gesucht, für Gemeindeveranstaltungen, Andachten und Gottesdienst. Wir haben mit Bündnergeschichten und Wilde Weihnachten zwei Titel ausgewählt, die mal ernst und tiefgehend, mal humorvoll und neu von Weihnachten erzählen. Den Abschluss bildet ein europäisches Weihnachtkochbuch, das neben Rezepten auch einen Blick auf die Bräuche in 40 europäischen Ländern wirft.

Lassen Sie sich einstimmen auf eine gute Adventszeit.

Ihr Eliport Team

 

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Hub, Ulrich: Das letzte Schaf. Ill. von Jörg Mühle. Hamburg: Carlsen 2018. 68 S. : Ill. ; 22 cm . ISBN 978-3-551-55384-3, geb.: 13,00 €

Die Weihnachtsgeschichte humorvoll erzählt aus Schafsperspektive.

Ist ein Ufo gelandet? Die Schafe erleben, dass das ganze Feld hell erleuchtet ist. Und die Hirten sind verschwunden! Das Schaf mit der Mütze hat eine Botschaft gehört, sie aber wieder vergessen. So machen sich alle Schafe auf um herauszufinden, was da wohl los ist. Denn die Botschaft ist nicht ganz leicht zu verstehen. Unterwegs stolpern sie über viele Fragen und Missverständnisse und erkennen zum Schluss, dass die Geschichte, die sie erlebt haben, noch lange nicht zu Ende ist. Ulrich Hubs Erzählung ist lebendig, äußerst originell und mit vielen Anspielungen auf den gegenwärtigen Zeitgeist versehen, z. B. wenn er vor dem Stall einen Ticketautomaten aufstellt, die Schafe ganz bemüht über ein passendes Geschenk nachdenken lässt - doch eher keinen Gutschein! - oder Mafiosi-Wölfe nach dem Neugeborenen suchen lässt. Seine Figuren sind liebenswert und besonders. Die Zeichnungen von Jörg Mühle unterstreichen dies und geben dem Buch zusätzlichen Charme.

Eine wunderbare, zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregende kleine Ergänzung für alle Büchereien und für alle Menschen, die sich immer wieder neu über Weihnachten Gedanken machen.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten | Schafe
Bewertung: +++
Rez.: Anne Rank

Duncan, Francis: Ein Mord zu Weihnachten. Kriminalroman. Dt. von Barbara Först. Köln: DuMont 2018. 334 S. ; 19 cm. Aus d. Engl.ISBN 978-3-8321-6466-9, kt.: 10,00 €

Ein traditioneller Weihnachtskrimi im Agatha Christie Stil.

Der Roman wurde 1949 veröffentlicht und nun wiederentdeckt. Weihnachten ist die Zeit der großen Feiern. Benedict Grame besitzt ein altehrwürdiges Landhaus, aber außer seiner kleinen Schwester hat er keine Familie. Alljährlich lädt er Freunde und Bekannte zu einem großen Weihnachtsessen auf sein Anwesen ein. Diese geladenen Gäste bilden den Rahmen des Romans. Zu ihnen gehört Mordecai Tremaine, ein pensionierter Tabakhändler mit einem guten Ruf als Amateurdetektiv. Von Beginn an schafft der Autor eine Stimmung der Verunsicherung und latenter Bedrohung. Scheinbar ist alles in Ordnung, das Fest verläuft fröhlich und harmonisch aber mitten in der Nacht zerreißt ein gellender Schrei die Weihnachtsruhe. Tremaine findet den Weihnachtsmann tot unter dem Weihnachtsbaum. Eine Gruppe von Menschen von der Außenwelt abgeschottet, jeder mit seinen eigenen Geheimnissen und einer der Anwesenden ist der Mörder.

Das vorliegende Buch ist eine absolute Empfehlung, ein wunderbarer Krimi, bei dem es nicht wichtig ist, wann er geschrieben wurde.

Signatur: SL
Schlagworte: Krimi | England | Weihnachten
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

Modick, Klaus: Vierundzwanzig Türen. Roman. Ill. von Jub Mönster. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2018. 247 S. : Ill. ; 19 cm. ISBN 978-3-462-05106-3, kt.: 10,00 €

Ein zeitgemäßer Weihnachtsroman, geschrieben wie ein Adventskalender, der das Heute und Gestern des Weihnachtsfestes in Beziehung setzt.

In diesem unaufgeregten und doch mitnehmenden Weihnachtsroman führt Klaus Modick seine Leser durch die Gegenwart und die Vergangenheit. Wir sind nicht ohne unsere Geschichte und es gibt uns nicht ohne unsere Auseinandersetzung mit Weihnachten. Es ist das Fest, zu dem wir uns verhalten und eine Beziehung aufbauen müssen, egal wie sie aussieht.Ein Adventskalender zieht in die Familie ein und bringt eine skurrile Geschichte mit sich. Er ist ein Geschenk. Die Eltern und ihre beiden Töchter  öffnen täglich eine Tür und werden in eine Geschichte mit wahrem Hintergrund entführt. Dabei läuft das normale Leben der Familie weiter. Die pubertierenden Töchter werden flügge und der Vater hat damit so seine Probleme. Die Gelassenheit seiner Frau hilft ihm. Immer wieder dringt die Adventsgeschichte in den Alltag ein, entfesselt Erinnerungen an die eigene Jugend und Kindheit. Modick gelingt der Spagat zwischen Realität und Erzählung, zwischen Religiosität und Neuorientierung ohne jeglichen Kitsch.

Sehr gut geeignet für Literaturkreise und für alle, die es vermeiden wollen zum Weihnachtsmuffel zu werden.

Signatur: SL
Schlagworte: Advent | Weihnachten | Nachkriegszeit | Familie
Bewertung: +++
Rez.: Dirk Purz

Schneegestöber. Bündner Weihnachtsgeschichten. Hg. von Holger Finze-Michaelsen. Ill. von Mihajlo Nenad. Mit Beiträgen von Daniel Zindel, Rita Gianelli u.a. Zürich: TVZ 2018. 145 S. : Ill. ; 20 cm. ISBN 978-3-290-18171-0, kt.: 19,90 €

Zwanzig Geschichten aus dem Graubündener Land, die trotz klimatischer Kälte von wärmenden Erfahrungen berichten.

 Die Berichte stammen von Pfarrerinnen und Pfarrern und in sozialen Einrichtungen oder der Öffentlichkeitsarbeit der evangelisch-reformierten Landeskirche stehenden Personen. Sie erzählen von Ereignissen und Begegnungen in der Advents- und Weihnachtszeit aus den letzten Jahren, thematisieren Probleme, berichten von berührenden Erfahrungen, von einsamen oder kranken Menschen und von Aktionen junger Christen, die Wege der Annäherung, der Hilfe und Zuwendung gehen. Eindrucksvoll die meist dörfliche winterliche Kulisse, in die die Botschaft der Liebe zum Nächsten getragen wird, Türen und Herzen sich öffnen, auch hier und da völlig überraschende Wendungen nehmen. So verhindert ein plötzlicher Stromausfall die drohende Abschaffung des Weihnachtsfestes durch eine Volksbefragung, da die Daten dabei verloren gingen. Ein Weihnachtswunder oder hatte in einem anderen Fall gar ein Engel seine Hand im Spiel?

Eindrucksvolle und gegen sentimentale Idylle gebürstete Texte, die zu Gesprächen einladen, und über die Bedeutung von menschlicher Zuwendung und beglückenden Erfahrungen aus ihr erzählen.  

Signatur: Ch 1
Schlagworte: Winter | Gemeinde | Tradition | Hilfsbereitschaft
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

Schwarz, Andrea: Wilde Weihnachten. Das andere Lesebuch für die Advents- und Weihnachtszeit. Ostfildern: Patmos 2018. 123 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8436-1073-5, geb.: 15,00 €

Eine Einladung, sich auf das Leben in der großen Freiheit der Weihnachtsbotschaft einzulassen.

Die Adventszeit ist ein Abenteuer! Jenseits von Lametta, Lebkuchen und Lichterglanz aufzubrechen in eine durch das Kind in der Krippe geschenkte Freiheit, voller Hoffnung und Neugier den eigenen Träumen und Sehnsüchten zu vertrauen, dazu lädt dieser originell illustrierte literarische Adventskalender ein. Meditative Gedichte, inspirierende Texte, überraschende Interpretationen von Bibelzitaten, beispielsweise aus dem Hohelied Salomos, begleiten die Leser*innen durch die Weihnachtszeit. Das in Violett, der liturgischen Farbe für die Zeit der Buße und Umkehr, gedruckte Adventsbüchlein möchte den Geist der Weihnacht mit in den Alltag hineinnehmen und Mut machen, mehr Leben im Leben zu wagen.  Zu Thematik und Ton passend das humorvolle Cover: Ein kleiner Esel, der sehnsuchtsvoll über den Zaun schaut, der seine kleine Welt begrenzt. Machen wir uns auf!

Mit seinen frischen Impulsen für die Adventszeit eignet sich das Lesebuch auch zum Vorlesen, für Gruppen und für die adventliche Gemeindearbeit.

Signatur: Ch 1
Schlagworte: Advent | Weihnachten | Vorlesebuch
Bewertung: +++
Rez.: Christine  Heymer

Sluga, Taliman: Europäisches Weihnachtskochbuch. Rezepte, Bräuche, Spezialitäten. Salzburg: Pustet 2018. 223 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7025-0906-4, geb.: 29,00 €

Aus dem „Advent der Kulturen“ in Wagrain entwickelte sich dieses Kochbuch zu Rezepten, Bräuchen und Spezialitäten von über 40 europäischen Ländern.

Über 10 Jahre haben sich Schüler*innen auf die Suche von weihnachtlichen Traditionen und kultureller Atmosphäre gemacht. Kulinarisch stellten sie dabei eine klassische Menüabfolge von Vorspeise/Suppe, Hauptspeise und süßem Abschluss zusammen. Das Ziel mit durchschnittlichen Kochkenntnissen, ohne große küchentechnische Ausrüstung und mit wenigen leicht erhältlichen Zutaten auszukommen, haben sie bravourös erreicht. Auf einer Doppelseite werden zunächst blitzlichtartig die typischen Bräuche vorgestellt, dann folgen drei bis fünf landestypische Rezepte. Eine großformatige bunte fotografische Bebilderung macht Appetit auf die Rezepte oder zeigt weihnachtliche Szenen des jeweiligen Landes. Text und Bebilderung ergänzen sich gut. Ein Rezeptindex neben Quellenangaben und Bildnachweis erleichtert das Auffinden der Rezepte. Zum Stöbern lädt ebenso das nach Ländern geordnete Inhaltsverzeichnis ein. Gemeinsames und Unterschiedliches der Weihnachtstraditionen vermitteln vorweihnachtlich gestimmte Lesefreude.

Dieses Buch lädt alle ein, insbesondere auch Familien mit Kindern, über den weihnachtlichen Tellerrand den Blick zu öffnen. Dies ist auch ein Beitrag zu Toleranz und Neugier auf Fremdartiges – nicht nur Kulinarisch.

Signatur: Ra 2
Schlagworte: Weihnachten | Essen | Europa
Bewertung: +++
Rez.: Ilka Lautner