Newsletter "Gemeinde" 11/2019

Liebe Leserin! Lieber Leser!

In den meisten Gemeinden sind die Vorbereitungen für die Advents- und Weihnachtszeit in vollem Gange. Für viele Anlässe – vom Frauenkreis bis zur Adventsandacht – werden jedes Jahr neue noch „unverbrauchte“ Geschichten zum Erzählen und Vorlesen gesucht. Wir stellen Ihnen drei sehr gelungene Anthologien vor mit nachdenklichen, italienischen und humorvollen Geschichten. Dazu ein herausragendes Bilderbuch um den Stern von Bethlehem.

Besinnliche und frohe Lesestunden wünscht

Ihr Eliport-Team

 

Bewertung:
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Sternenbote. Eine Weihnachtsgeschichte. Reinhard Ehgartner. Ill. von Linda Wolfsgruber. Innsbruck: Tyrolia 2019. O. Pag. : überw. Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-7022-3798-1, geb.: 16,95 €

Eine Einladung zum Nachdenken über die Faszination der Sterne und die Bedeutung des Sterns von Betlehem.

Seit uralten Zeiten haben Menschen in der Nacht in den Sternenhimmel geschaut, waren sie fasziniert von seiner Schönheit und zugleich verstört von seiner unendlichen Weite. Sie haben versucht, den Lauf der Gestirne zu erforschen und sich durch Himmelserscheinungen in ihrem religiösen Denken anregen lassen. Kein Wunder, dass auch in der Bibel der Stern von Bethlehem eine ganz besondere Rolle spielt. In seiner in einer wunderbar kindgerechten Sprache verfassten Geschichte nimmt R. Ehgartner den Leser hinein in das Erleben der Weihnachtszeit durch den kindlichen Ich-Erzähler, einem begeisterten Sternengucker. Die Erzählung verknüpft Sternenkunde, Alltagserlebnisse, Rituale der Weihnachtszeit mit der Weihnachtsbotschaft und zeigt, dass wissenschaftlicher Forschungsdrang und religiöses Nachdenken sich nicht entgegenstehen müssen. L. Wolfsgrubers Illustrationen machen das Buch zu einem Kunstwerk, das die Weihnachtsbotschaft auf ganz andere, sehr tiefsinnige Weise erschließt.

Ein traumhaft schönes Weihnachtsbuch für alle Sternengucker ab 5 J. und für alle, die gerne gemeinsam mit Kindern über Gott und die Welt nachdenken möchten.

Signatur: Jc
Schlagworte: Weihnachten | Sternenhimmel | Weihnachtsgeschichte
Bewertung: +++
Rez.: Erhard Reschke-Rank

Grothues, Britta, Kuhn, Detlef u. Kuhn, Jürgen: Die Katze an der Krippe. Andere Geschichten für die weihnachtliche Zeit. Ostfildern: Patmos 2019. 119 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-8436-1166-4, geb.: 18,00 €

Auf dem Weg zur Menschwerdung. Nachdenkliche adventliche Geschichten für Erwachsene zum Vor- und Selberlesen.

Wer vorweihnachtliche Treffen oder Adventsandachten zu gestalten hat, ist immer auf der Suche nach außergewöhnlichen, neuen Geschichten zum Vorlesen. Dieser Band, von drei katholischen Theologen verfasst, vereint in fünf Abschnitten je sechs kurze, teilweise aber literarisch anspruchsvolle Prosatexte. Jede Geschichte wird umrahmt von einem vorangestellten erschließenden Gedicht und einer Fotoillustration. Anders als der Titel vermuten lässt, kommen die Texte nicht nur leichtfüßig daher, sondern verlangen, dass ihnen emotional Raum gegeben wird. Die Geschichten setzen in einem adventlichen Bogen an bei der menschlichen Selbsterkenntnis, bei Einsamkeit, Angst, Erlösungsbedürftigkeit. In den Kapiteln „Sternenstaub und Himmelslichter“ sowie „Lichtblicke und Leuchtzeichen“ nähern sie sich dem Weihnachtsereignis an, um dann bei der Menschwerdung Gottes (und unserer eigenen) anzukommen.

Wie in jeder Sammlung spricht sicher nicht jede Erzählung alle Leser gleichermaßen an. Eine interessante Fundgrube für alle, die nachdenkliche, zur Kontemplation anregende (Vorlese-)Geschichten suchen. Auch zur eigenen Lektüre in der Adventszeit gut geeignet.

Signatur: SL
Schlagworte: Advent | Vorlesegeschichten
Bewertung: +++
Rez.: Birgit Schönfeld

Italienische Weihnachten. Die schönsten Geschichten. Hg. von Klaus Wagenbach. Mit Beiträgen von Andrea Camilleri, Laura Mancinelli u.a. 2. Aufl. Berlin: Wagenbach 2019. 139 S. ; 21 cm. (SALTO). Aus d. Ital. ISBN 978-3-8031-1322-1, geb.: 18,00 €

Siebzehn Autoren erzählen weihnachtliche Geschichten aus verschiedenen Regionen Italiens.

Die Autoren - zwei Autorinnen- , geboren in der ersten  Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählen nicht von idyllischen oder romantischen, sondern von bedrückenden Situationen und Geschehnissen in der Vorweihnachtszeit oder am Fest selbst. Armut und Krankheit bestimmen oft die Ereignisse und sozialpolitische Dialoge stehen im Kontrast zum priesterlichen Ritual bei der Christmette. Bei mehreren Texten steht die Krippe im Zentrum, die in Italien eine größere Rolle spielt als der geschmückte Tannenbaum. Der Konsumzwang bei wirtschaftlichem Aufschwung ändert das Verhalten und führt zu konfliktreichen Szenen mit verheerenden Auswirkungen oder völlig ausgeflippten Reaktionen hier und da mit tragischen Folgen bevor ein Umdenken möglich ist. Mit Augenzwinkern und einer gewissen Ironie erzählen die Protagonisten ihre Erlebnisse und nehmen die Dinge mit bewundernswerter Gelassenheit und in Demut hin.

Eindrucksvolle, hier und da unter die Haut gehende Texte, dennoch von großem Zauber, die durch ihre literarische Qualität auch anzuregen vermögen, über das Fest nachzudenken - nicht nur in Italien.

Signatur: SL
Schlagworte: Familienfeste | Armut | Reichtum
Bewertung: +++
Rez.: Halgard Kuhn

Vogt, Fabian: Immer dem Stern hinterher! 24+2 heitere Weihnachtsgeschichten. Gießen: Brunnen 2019. 143 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7655-0680-2, geb.: 13,00 €

24+2 Weihnachtsgeschichten, die uns näher an das Weihnachtsgeschehen heranbringen.

Fabian Vogt bringt uns in 26 kurzen Geschichten das Geschehen rund um Advent und Weihnachten näher. Was passiert, wenn der Nikolaus plötzlich Papas Parfüm benutzt hat? Oder wenn der kleine Johann - unerlaubter Weise - den essbaren Weihnachtsbaumschmuck geplündert hat und nun phantasievoll für Ersatz sorgen muss? Wir begegnen einem Einbrecher, der sich über die Krippe unter dem Weihnachtsbaum wundert und von seinem Kumpel erklärt haben möchte, was es damit auf sich hat. In einer Geschichte gilt es ein Nikolaus-Casting zu bestehen und in einer anderen frieren wir mit dem armen Großvater, der im bitterkalten Garten auf seinen Auftritt als Nikolaus warten muss. Und eine Erzählung handelt davon, wie es dem Pfarrer gelang, einen Jungen bzw. dessen Vater davon abzubringen, als Spiderman im Krippenspiel aufzutreten. Fabian Vogt gelingt es unterhaltsam, heutige Menschen und Situationen mit dem biblischen Weihnachtsgeschehen zusammen zu bringen - und immer mit Tiefgang.

Sehr empfehlenswert zum Vorlesen und Selberlesen; sehr gut in der Gemeindearbeit einsetzbar; auch als Aufhänger für Andachten gut geeignet.

Signatur: Ch 1
Schlagworte: Advent | Weihnachten | Humor
Bewertung: +++
Rez.: Margot Haffke