Newsletter "Kita" 01/2018

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Bei wem schrillen nicht die Alarmglocken, wenn es in einer Ecke der Kita plötzlich seltsam still wird? Was die süßen Kleinen im Laufe eines Kindergartentages so alles anstellen, erzählt Helga Bansch in „Wir sind alle nett - von A bis Z.“ gewohnt kreativ und urkomisch. Und sie bricht dabei eine Lanze für kindliche Freiräume, die Platz zum Experimentieren, Forschen und Erfinden bieten. Im zweiten Bilderbuch benimmt sich der Papa im Zoo nicht ganz so, wie gewohnt - wird der Sohnemann es wohl schaffen, ihn ohne Wutanfall am Souvenirladen vorbeizulotsen? Das Bilderbuch „Anleitung zum Ungezogensein“ schließlich lädt zum Sprechen über Regeln ein und macht deutlich: Diese sind wichtig, müssen aber immer wieder hinterfragt, angepasst und durchaus auch mal kreativ ausgelegt werden.

Wir wünschen Ihnen allen einen guten Start in ein gesundes, wildes und wunderbares neues Jahr

Ihr Eliport-Team

Wir sind alle nett - von A bis Z. Heinz Janisch. Ill. von Helga Bansch. Wien: Jungbrunnen 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-7026-5914-1, geb.: 15,95 €

26 Kinder, von Anton bis Zo, toben über die Buchseiten. Und die haben es faustdick hinter den Ohren!

In diesem Bilderbuch steht eine Kindergruppe im Mittelpunkt. Die Anfangsbuchstaben der Vornamen bilden das Alphabet ab. Jede Doppelseite wird von zwei Kindern mit einer Aktion gefüllt: Emil und Finn bemalen ein Kinn. Gül und Helene spielen laut Sirene. Nicht nur im gereimten Text, sondern auch in den Illustrationen finden sich die jeweiligen Buchstaben des Alphabets wieder. So bemalen beispielsweise Emil und Finn das Kinn eines Elefanten. Viele Fische schwimmen im Hintergrund und im Vordergrund sitzt ein Eisbär. Dem Duo Janisch/Bansch gelingt mal wieder ein sehr einfallsreiches, außergewöhnliches Buch. Die surrealistisch anmutenden Bilder geben viel Spielraum für Interpretation, regen zum Gespräch an und laden ein, genauer hinzusehen. Denn nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, warum das ein oder andere Tier auf gerade dieser Seite zu finden ist (was macht der Wal auf der O-und P-Seite? Das muss ein Pottwal sein!). Ein Buch, das lange interessant bleibt, auch für Erwachsene.

Für Gruppen mit Vorschulkindern und Grundschulkindern mit der Möglichkeit zum Austausch.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: ABC | Reime
Bewertung: +++
Rez.: Susanna Hocher

Mit Papa im Zoo. Coralie Saudo. Ill. von Kris Di Giacomo. Dt. von Jaqueline Kersten. Hamburg: Aladin 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-8489-0111-1, geb.: 16,95 €

Ein Vater fällt aus dem Rahmen.

„Ich muss mal Pipi!“, „Ich will ein Eis!“ - eigentlich sind dies Äußerungen, wie man sie meist von Kindern auf sonntäglichen Ausflügen hört und die manchmal ganz schön anstrengend sein können. Doch in dieser Geschichte ist es der Papa selbst, der seinen Sohn beim Besuch im Zoo einigen Peinlichkeiten aussetzt. So will Papa nicht in der Schlange stehen, er erschreckt die Schildkröten und ist plötzlich vorübergehend verschwunden. Es ist der Vater, der seinen Hut verliert, dem das Eis zum wiederholten Male auf den Boden fällt und der sich vor Wut auf den Boden wirft. Nur im Andenkenladen schafft es der Sohn hartnäckig zu bleiben und nicht die süße Stofftiertaube zu kaufen – gut, dass der Zoobesuch bald darauf vorbei ist.Ein humorvolles Bilderbuch, das mit dem üblichen Rollenverhalten bricht und die eigentlich typisch kindlichen Verhaltensweisen des Vaters aus der Perspektive des Sohnes darstellt.

Ideal für Vorlesenachmittage in der Bücherei. Ansprechend sind auch die überwiegend in Natur- und Erdtönen kolorierten Illustrationen mit abwechslungsreicher Schriftgestaltung.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Vater-Sohn | Humor | Zoo | Rollentausch
Bewertung: +++
Rez.: Claudia Birk-Gehrke

Schmid, Sophie: Anleitung zum Ungezogensein. Münster: Coppenrath 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-649-67040-7, geb.: 13,99 €

Verschiedene Lebensregeln werden auf humorvolle und kreative Art hinterfragt.    

„Regeln sind dazu da befolgt zu werden“. Mit dieser herausfordernden Aussage beginnt dieses ungewöhnliche Buch, um auf den folgenden Seiten für sechs weitere gut gemeinte Sprüche äußerst humorvoll und in immer gleichem Muster, den Gegenbeweis anzutreten. „Mit vollem Munde spricht man nicht!“ liest man da z. B. in schönster Schreibschrift auf der linken Seite. „Es sei denn es gibt einen Notfall!“ steht rechts in krakeligen Großbuchstaben und was das bedeutet enthüllt dann eine originelle Aufklappseite. Hier verbergen sich, witzige, ja freche Illustrationen, die die jeweilige Lebensregel bildlich neu interpretieren. Also, egal wie voll der Mund gerade ist, wenn der Herd in Flammen steht oder der Hochstuhl samt Baby umkippt, ist das Sprechen nicht nur erlaubt, sondern sogar gefordert. Die Grundidee: Regeln sind durchaus wichtig, aber sie sollten Richtlinien sein, die Ausnahmen zulassen. Zum Ungezogensein wird hier sicher niemand verführt, jedoch dazu nachzudenken, Spaß zu haben und über Verrücktes zu lachen.

Ein auffallendes Buch, das sich inhaltlich und gestalterisch auch selbst nicht ganz an die Regeln hält. Unbedingt zu empfehlen. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Regeln | Humor
Bewertung: +++
Rez.: Brigitte Heimerl