Newsletter "Kita" 05/2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Was sich reimt, ist gut!“ Das wusste schon Pumuckl und hat damit sicher viele kleine Zuschauer auf seiner Seite. Denn: Kinder lieben Lieder, Reime, Gedichte und Sprachspielereien. Sie klingen schön, sind oft lustig, lassen sich leicht lernen und laden zum Mitmachen und Weiterdichten ein.

In diesem Newsletter stellen wir einen Gedichtband der Niederländischen Kinderbuchautorin Annie M.G. Schmidt voll „singender, klingender“ Reime vor sowie zwei Bilderbücher, die mit verrückten Sprachspielen und Zungenverdrehern garantiert nicht nur Kinder zum Lachen bringen werden.

Viel Spaß mit der Schneeseekleerehfee und allerhand anderen lustigen Gestalten wünscht

Ihr Eliport-Team

 

 

Ein Teich voll mit Tinte. Reimgeschichten. Annie M.G. Schmidt. Ill. von Sieb Posthuma. Dt. von Christian Golusda. Frankfurt: Moritz 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-89565-324-7, geb.: 15,95 €

Eine reich illustrierte Sammlung mit „Reimgeschichten“ von Annie M.G. Schmidt.

Annie M. G. Schmidt war eine großartige niederländische Autorin. In Deutschland bekannt ist vor allem ihr Kinderbuch „Die geheimnisvolle Minusch“. Jetzt hat der Moritz Verlag den bereits 2012 in den Niederlanden mit dem „Gouden Penseel“ ausgezeichneten Band übersetzen lassen. Welch ein Glück! In singenden und klingenden Reimen erzählt Annie M. G. Schmidt davon, wie Kinder sich die Welt erobern. Es sind Gedichte vom Dichten, vom Ungehorsam, vom Vertrauen, von der Angst im Dunkeln, von Sittenwächtern, Tratschtanten und ungebetenen Gästen. Die Gedichte sind ein Spiel mit der Sprache, hervorragend ins Deutsche übertragen von Christian Golusda. Der Illustrator hat dem Buch eine Rahmenhandlung verliehen, indem er den Dichter aus „Der Märchenschreiber“, der gleich im ersten Gedicht auftritt, am Ende des Bandes wieder auftauchen lässt. In seinen Bildern erzählt er die Gedichte weiter, malt Orte wie die Villa Eichentraum aus oder gibt Impulse zum Weiterdichten.

Ein großes Vergnügen zum Vorlesen für Kinder und Erwachsene!

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Lyrik | Kinderreime
Bewertung: +++
Rez.: Stephanie Jentgens

Am Schneesee. Franz Fühmann. Ill. von Kristina Andres. Rostock: Hinstorff 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. ISBN 978-3-356-02095-3, geb.: 14,99 €

Die Fee am Schneesee mit dem Schneeseekleereh hat Schneeseekleerehfeezehweh. Noch Fragen?

Die Schneeseekleerehfee hat plötzlich vom vielen Drehen auf ihrem Schneeseekleerehfeedrehzeh Schmerzen. Zum Glück kann ihr die Heckenhexe mit den Hackenhaxen mit Hilfe eines hellgelben Schneeseekleerehfeedrehzehwehtees Linderung verschaffen.
Das wunderschön illustrierte Buch zeigt Kindern auf besondere Art und Weise die Eigenheit der deutschen Sprache, welche Komposita – zusammengesetzte Nomen – in zungenbrecherischen Längen hervorbringen kann. Sowohl für den Leser als auch für den Zuhörer ist „Am Schneesee“ ein lustiger Spaß, der Freude am Wort, am Klang der Laute und am konzentrierten Lesen vermittelt. Versprecher sind vorprogrammiert.
Die Bebilderung ist sehr gut für junge Leser geeignet, die drolligen Figuren sind in freundlichen Farben dargestellt und gleich auf den ersten Blick sympathisch. Also, keine Angst vor der Heckenhexe mit den Hackenhaxen, sondern Ohren auf für die längsten Wörter mit teilweise famosen 16 „E“s in nur einem Wort.

In Form von Sprachspielen lernen Kinder besonders spielerisch die Schönheiten der deutschen Sprache kennen. Eine Besonderheit des Deutschen wird im Buch in besonderer Weise aufgenommen: komplexe Wörter, die immer länger werden können. Ein Spaß für Groß und Klein! Für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Sprache | Sprachspiele | Fee | Humor
Bewertung: +++
Rez.: Petra-Kristin Bonitz

Ellis, Carson: Wazn Teez? Dt. von Jess Jochimsen u. Anja Schöne. Zürich: Nord-Süd Verl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 31 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-314-10386-5, geb.: 16,00 €

„Wazn teez?“ „Mi mori an Plumpse.“ „Wazn fümma Plumpse?“ - Ein Bilderbuch, das Lust auf Sprachspielereien macht.

„Wazn teez?“ - Ja, was mag das sein, was da so klein und grün aus dem Boden schaut? Eine kleine Schar an Insekten versammelt sich um das zarte Pflänzchen und beobachtet mit größter Begeisterung  sein Wachstum. Was ist das aber auch für eine wunderbare Blume, die da entsteht! Was man Tolles mit ihr anstellen kann! Mit vereinten Kräften wird ein Baumhaus in die Zweige gebaut, das vielen der Insekten Wohnraum bietet. - Bis zum Herbst, als die Blume zu welken beginnt und vergeht. Doch im nächsten Frühling schaut wieder etwas kleines Grünes aus dem Boden. Und diesmal ist es nicht allein…Wazn teez? Die Grundidee der Geschichte ist nicht neu: Ein Pflanze im Laufe der Jahreszeiten. Doch wie diese Geschichte umgesetzt wurde, ist wunderbar: die drolligen Insekten, die gemeinsam staunen, planen und bauen; die kleinen Geschichten, die sich neben der Haupthandlung entdecken lassen; die kräftigen Farben und klaren Formen. Vor allem aber die Phantasiesprache der Insekten. Sehr schräg, sehr charmant – und überraschenderweise durchaus vertraut klingend, wenn man sie laut vorliest.

Ein hinreißendes Bilderbuch für Kinder ab 5 J., das vom Kreislauf des Werdens und Vergehens erzählt und zum Spiel mit Sprache animiert.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Jahreszeiten | Sprachspiele | Natur
Bewertung: +++
Rez.: Wiebke Mandalka