Newsletter "Kita" 09/2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Den September-Newsletter widmen wir den Neuanfängen und dem Miteinander. In „Zarah und Zottel“ zieht ein kleines Mädchen um und hat es anfangs schwer, Freundschaften zu schließen. Auch in „Trecker“ geht es um einen Umzug und die Angst, Bekanntes und damit auch ein großes Stück Sicherheit zurücklassen zu müssen. „Wir haben einen Hut“ schließlich lässt sich wunderbar einsetzen, wenn in der (neuen) Kita-Gruppe Themen wie Gerechtigkeit, unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse oder Neid behandelt werden sollen.

Einen guten Start ins neue Kita-Jahr wünscht

Ihr Eliport-Team

 

 

Birck, Jan: Zarah & Zottel. Ein Pony auf vier Pfoten. Frankfurt: Sauerländer 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7373-5349-6, geb.: 9,99 €

Zarah braucht neue Freunde. Oder ein Pony.

Zarah ist neu im Viertel. Sie kennt noch keinen und Mama ist die ganze Zeit mit Bohren, Hämmern, Saugen und Schlafen beschäftigt. Erste Versuche, sich mit den Kindern im Hof anzufreunden, schlagen fehl. Glasklare Sache: Zarah braucht ein Pony. Ein Pony, das ihr Freund sein will und mit ihr durch dick und dünn geht. Mama findet Ponys an sich ok, aber da sie nicht in den Aufzug passen, klappt das nicht, meint sie. Klappt wohl, denkt sich Zarah und organsiert eben ein Pony, das genau richtig groß ist. Manche halten es zwar für einen Hund, aber das tut der Großartigkeit des Tieres keinen Abbruch. Als Zarah und Pony Zottel dann noch einen erfolgreichen Ersthelfereinsatz übernehmen, scheint sich auch das Freundschaftsblatt im Hof zu wenden.
Ein kleines Mädchen, das sich nicht so leicht entmutigen lässt, eine alleinerziehende Mutter, die ihrer Tochter viel zutraut und ein bunter Haufen Hofkinder – alle mit expressivem, comichaftem Strich gezeichnet – sind die ProtagonistInnen dieser lebensklugen Geschichte, die von Neuanfängen, der Sehnsucht nach Geborgenheit, verstauchten Knien und mehr oder weniger zotteligen Freunden erzählt.

Dank der großen Schrift, den kurzen Absätze und dem großen Bildanteil auch als Erstlesebuch geeignet. Sehr gern empfohlen für Kinder ab 5 J. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Neuanfang | Umzug | starke Mädchen
Bewertung: +++
Rez.: Wiebke Mandalka

Trecker kommt mit. Finn-Ole Heinrich u. Dita Zipfel. Ill. von Halina Kirschner. Hamburg: Mairisch 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 28 cm. ISBN 978-3-938539-48-4, geb.: 15,00 €

Ein Umzug vom Land in die Stadt stellt die kleine Familie vor eine große Herausforderunge: Was wird mit Trecker?

„Trecker kommt mit oder ich bleibe hier." Die Meinung des Protagonisten oder der Protagonistin ist klar und unumstößlich, denn die Vorzüge von Trecker, seine vielen Gaben, seine viele Fähigkeiten - all das spricht ausdrücklich und ohne Widerrede für ihn. Aber wo soll er hin, wenn es in der Stadt so eng zugeht, wie das erwachsene Gegenüber immer wieder vorsichtig anmerkt? Er passt weder in den Fahrstuhl noch kann er die drei Parklücken, der er brauchen würde, dauerhaft belegen. Parklücken sind in der Stadt knapp. Ein Dialog mit witzigen und originellen Wendungen, bei dem es um eine Freundschaft zu einem Trecker geht. Die Bilder dazu sind von der Leipziger Illustratorin Halina Kirschner und überzeugen in ihrem derben Strich, sparsamer Farbgebung und den vielen Einzelheiten, die es für betrachtende Kinder zu entdeckem gibt. Das offene Ende (Gibt es den Trecker überhaupt wirklich? Findet das alles nur in einer Pappkiste statt?) ist ausgesprochen reizvoll. Es fordert heraus.

Gut einsetzbar in Bücherei und Kita, auch zum Themenspektrum Neuanfang, Veränderungen. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Umzug | Freundschaft | Neuanfang
Bewertung: +++
Rez.: Christiane Thiel

Klassen, Jon: Wir haben einen Hut. Dt. von Thomas Bodmer. Zürich: Nord-Süd Verl. 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 29 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-314-10387-2, geb.: 16,00 €

Zwei Schildkröten finden einen Hut, den beide Tiere schön finden und gerne hätten. Was ist zu tun?

Jon Klassen beherrscht die Kunst,  mit in Wort und Bild stark reduzierten Stilmitteln zum Nachdenken anzuregen meisterlich. Nach „Wo ist mein Hut“ (2012) und „Das ist nicht mein Hut“ (2013) rankt sich nun wieder alles um einen Hut. In drei kleinen Teilen wird die kurze Geschichte erzählt, aber was da an Fragen und Überlegungen angestoßen wird, beschäftigt die Menschen ein Leben lang. Zwei Schildkröten, die sich nur durch die Zeichnung des Panzers unterscheiden, finden gemeinsam einen Hut. Der steht beiden gleich gut. Ist es in Ordnung, wenn nur eine den Hut bekommt und die andere nichts hat? Wie entstehen Neid und Missgunst? Wie kann eine gutes soziales Miteinander gelingen? Was gibt es für Lösungen, wenn die eigenen Wünsche und Bedürfnisse im Gegensatz stehen zu denen der anderen? Gibt es Gerechtigkeit nur in idealistischen Traumvorstellungen? Graue Farbtöne, ein einfacher, aber wohl überlegter Bildaufbau, kurze Sätze – mehr braucht es nicht, um nachzudenken über unser Miteinander.                

Ein schöner Gesprächsanlass für alle ab 4 J., gut geeignet auch für den Einsatz in der Kita zu den genannten Themen.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Gerechtigkeit | Miteinander | Bedürfnisse
Bewertung: +++
Rez.: Heidrun Martini