Newsletter "Kita" 10/2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Wer einmal im Himmel ist, kommt da nicht wieder raus.“

Kinder gehen viel unbefangener an die Themen Sterben und Tod heran als Erwachsene. Neugier und Wissbegier treiben sie an. „Was ist der Tod?“, „Warum müssen wir sterben?“ „Wo gehen wir hin, nachdem wir gestorben sind?“ sind nur einige der Fragen, die sie dabei beschäftigen.

In diesem Newsletter stellen wir Ihnen drei aktuelle Bilderbücher vor, die sich mit den oben genannten Fragen beschäftigen, die Kinder dazu anregen über die eigenen Gefühle und Vorstellungen zu sprechen und die zudem Erwachsenen eine hilfreiche Unterstützung für den Umgang mit diesem Themenbereich bieten.

Nehmen Sie sich Zeit, diese Bücher zu entdecken.

Ihr Eliport-Team

Mikas Himmel. Bibi Dumon Tak. Ill. von Annemarie van Haeringen. Dt. von Meike Blatnik. Hildesheim: Gerstenberg 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 27 cm. Aus d. Niederländ. ISBN 978-3-8369-5939-1, geb.: 12,95 €

Behutsame Begleitung eines kleinen Jungen nach dem Tod seines geliebten Hundes.

Die Bilderbuchgeschichte erzählt von den Empfindungen eines Jungen, der hier Kleiner Bruder genannt wird, nach dem Tod seines geliebten Hundes. In dem Moment, als der Hund stirbt, ist die Familie beisammen. Obwohl es stark regnet und gewittert, öffnen sie das Fenster. Wortlos verdeutlicht der Junge seinen Gedanken, dass Mika nun wohl im Himmel und zugleich auch bei ihnen ist. Liebevoll wird die Anregung des kleinen Bruders von seiner Familie aufgenommen: Sie graben ein Loch als Grab, streuen Blätter und Gras hinein und legen einen Ball zum Spielen hinzu. Der kleine Bruder stellt viele Fragen und die Älteren verstehen es, beruhigende und aufrichtige Antworten zu geben. Die Sprache ist kindgemäß und poetisch. Auf den großformatigen Doppelseiten überwiegt die Farbe Schwarz. Mehrfach sind die Konturen eines großen, schwarzen Hundes zu sehen und um ihn herum mit wenigen Strichen gezeichnete Motive, die zum Erzählen einladen. Die Geschichte endet tröstlich.

Empfehlenswert zum Verständnis der kindlichen Todesvorstellung und als Gesprächseinstieg nach dem Tod eines Hundes für Kinder von 4-8 Jahren.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tod | Sterben | Haustier
Bewertung: +++
Rez.: Barbara Cramer

Opa, welche Farbe hat der Tod? Annett Stütze u. Britta Vorbach. Ill. von Mascha Greune. Ostfildern: Patmos 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-8436-0953-1, geb.: 13,00 €

Opa Hase bereitet seinen Enkel auf sein baldiges Sterben vor.

Opa Hase spürt, dass dies sein letzter Frühling ist. Ihm ist wichtig den kleinen Hasen auf den Tod vorzubereiten. Obwohl auch er Angst hat über den Tod zu sprechen, ermutigt er den kleinen Hasen zu fragen: Warum stirbst du?  Welche Farbe hat der Tod? Kann man den Tod hören? Tut sterben weh? Wohin gehst du, wenn du stirbst? Opa Hase versucht zu antworten und gibt dem kleinen Hasen mit: „Wenn du an mich denkst, werde ich immer bei dir sein.“ und erklärt: „Weine so lange und so viel du willst. Dann wird es etwas leichter werden.“. Sie genießen die ihnen noch gemeinsame Zeit bis Opa Hase stirbt. Wunderbar einsetzbar, um Kinder auf das Sterben eines Familienangehörigen vorzubereiten.                            

Auch als Einstieg in das Thema „Tod und Sterben" in der Kita,  Grundschule oder Gemeinde geeignet, um Kinder zum Fragen und Aussprechen ihrer Ängste zu ermutigen. 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Tod | Sterben
Bewertung: +++
Rez.: Christine Stockstrom

Tante Fannys Stern. Wenn Kinder dem Tod begegnen. Brigitte Weninger. Ill. von Feridun Oral. Bargteheide: minedition 2016. O. Pag. : überw. Ill. ; 30 cm. ISBN 978-3-86566-302-3, geb.: 14,95 €

Eine berührende Geschichte über das Zusammenleben mehrerer Generationen, zu dem auch der Tod gehört.

In der vermenschlichten Hasengeschichte erklärt die Mutter ihren drei Kindern, warum die Großtante zukünftig bei ihnen leben wird und spricht über das Altern. Liebevoll unterstützt die Mutter die Familie dabei, durch Veränderungen im Haus die Aufnahme der alten Frau vorzubereiten. Im Zusammenleben mit der alten Häsin haben die Geschwister bald viel Spaß. Manchmal wirkt die Alte merkwürdig, so auch wenn sie abends den Sternen zuwinkt und erzählt,  dass sie irgendwann „dort hinauf“ fliegen wird. Als die Tante schwächer wird, umsorgen die Kinder sie zärtlich. Nach tröstlichen Hinweisen auf ihren Tod stirbt die alte Häsin. Als hilfreich für die Kinder erweisen sich nach dem Tod die vorbereitenden Gespräche der alten Häsin und auch, dass die Kinder bei den Trauerritualen mitwirken dürfen. Der Text ist gut verständlich und stimmig zu den großformatigen Bildern. Viele liebevoll gemalte Details laden zum längeren Betrachten ein. Die Tierfiguren erleichtern es Kindern ab 3 Jahren, sich mit den Protagonisten zu identifizieren und über eigene Gefühle und Vorstellungen zu reden.

Eine Hommage an das Zusammenleben von Jung und Alt mit empfehlenswerten Hinweisen für eine gelungene Trauerverarbeitung.

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Sterben | Trost | Trauer | Generationen
Bewertung: +++
Rez.: Barbara Cramer