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Christie, Michael: Das Flüstern der Bäume. Roman. Dt. von Stephan Kleiner. München: Penguin 2020. 559 S. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-328-60079-4, geb.: 22,00 €

Ein im Genre schillerndes, vier Generationen umfassendes Epos in fünf Stationen von 1908-2038 in den Wäldern Kanadas.

2038 arbeitet die hoch verschuldete Jacinda Greenwood als Naturführerin für betuchte Gäste auf einer kanadischen Insel mit ursprünglichem, uraltem Baumbestand. Umweltkatastrophen, die der Abholzung und Ausbeutung der Natur folgten, haben weltweit die Erde nahezu unbewohnbar gemacht. Jetzt bedroht ein Pilz auch diese Bäume, als sie erfährt, dass sie die Millionenerbin der Greenwood-Holzfällerdynastie sein soll und welche Möglichkeiten sich damit eröffnen könnten.Die Beschreibungen von Menschen, Situationen und Natur gelingen dem klugen und nicht nur dendrologisch kundigen Autor (wie Übersetzer) ausgezeichnet; wunderbare Wörter und Sätze fallen auf. Die Geschichte orientiert sich an den interessanten Protagonisten in ihren Welten und verbindet sie - wie ein Wald - mehr in sozialer als genetischer Verbundenheit, während die ökologische Katastrophe den begleitenden Grundton angibt.

Das menschenleere Cover wird vor und nach dem Lesen gewiss anders interpretiert.Spannende Lektüre; geeignet auch zum thematischen Diskurs (Ökologie, Identität, soziale Beziehungen...).

Signatur: SL
Schlagworte: Identität | Familie | Ökologie
Bewertung: +++
Rez: Frauke Thees