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Polak, Oliver: Gegen Judenhass. Berlin: Suhrkamp 2018. 127 S. ; 18 cm. ISBN 978-3-518-46984-2, kt.: 8,00 €

Für alle, die es immer noch nicht wissen wollen – es gibt einen alltäglichen Judenhass in Deutschland.

Wie dankbar muss ein Land sein, dass es einen solchen exponierten und mutigen und authentischen Vertreter des Judentums hat. Die ersten 73 Seiten mit je einer Frage oder These, verlangen dem Leser viel Nachdenken und Ehrlichkeit ab. Er kommt nicht um eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst herum. Wozu dieser Einstieg nötig ist, wird dann schnell klar. Polak erzählt. Ohne Schminke, ohne Umschweife reiht er unmittelbar kurze prägnante Situationen aneinander, die er in seinem Alltag erlebt. Es gibt keine Klischees über den Judenhass. Alles ist wahr. Was Polak erduldet, möchte man selbst seinen Feinden nicht wünschen. Betroffen neigt der Leser sein Haupt und sinkt in sich zusammen. In diesem Ausmaß, mit dieser Vehemenz, so unendlich dumm. Wo kommt das her? Es kommt nicht. Judenhass ist tief verwurzelt und ist an der Tagesordnung. Nach diesem Buch kann niemand mehr sagen: Ich habe es nicht gewusst. Danke Oliver Polak für deinen Mut und deine Courage. Wer das anders sieht, sollte noch einmal das Buch lesen.

Bitte unbedingt anschaffen und immer wieder empfehlen!

Signatur: Sb | Ck
Schlagworte: Judentum | Antisemitismus
Bewertung: +++
Rez.: Dirk Purz