Christ sein

Warum ich Christ bin. 26 Antworten von Persönlichkeiten der Gegenwart. Hg. von Predrag Bukovec u. Christoph Tröbinger. Mit Beiträgen von Burkhard Weitz, Annette Groth u.a. Ostfildern: Patmos 2019. 360 S. ; 23 cm. ISBN 978-3-8436-1126-8, geb.: 24,00 €

Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erklären, warum sie sich als Christen bezeichnen.

Alle Jahre wieder liegt ein Buch mit genau diesem Titel und einem wenig einladenden Cover auf den Tischen der Büchereien aus. Neu ist stets die Zusammenstellung der um ein Statement gebetenen Personen. Mal sind sie prominenter, mal – wie in diesem Fall – nur wenigen bekannte Menschen. Viele der Befragten stammen aus dem katholisch-österreichischen Umfeld oder haben einen freikirchlichen Hintergrund.
Warum sich diese Personen als Christen verstehen, geht beinahe ohne Ausnahme auf ihre familiäre kirchliche Sozialisation zurück. Das ist auch die wichtigste Erkenntnis, die aus dem Buch zu ziehen ist, nämlich dass der Abbruch der Religion in den Familien wohl der wesentliche Faktor für die Säkularisierung ist. Warum die sich Äußernden heute noch Christen sind, liegt im Wesentlichen in den Erfahrungen, auf Grund derer sie an ihrem Glauben und an Gott festhalten, weil diese tief, tröstlich und real waren.

Ein Buch zur Selbstvergewisserung und Anregung sich selbst diese Frage zu stellen. Für Leser, Andachten und Bibelkreise.
Signatur: Cp
Schlagworte: Glaube | Kirche | Christ sein
Bewertung: ++
Rez.: Dirk Purz

Roll, Susanne: Mila - Aus Angst wird Mut. Dietrich Bonhoeffer für junge Leser_Innen. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2018. 156 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7615-6525-4, geb.: 12,95 €

Das Fremde macht einem nur Angst, wenn es fremd bleibt – ein Roman über Fremdenhass und Zivilcourage.

Allwöchentlich muss Mila ihre fast demente Uroma im Pflegeheim besuchen. Wie langweilig! Sie weiß kaum etwas über ihre aus Polen stammenden Ur-Großeltern, die Ende des 2. Weltkriegs aus Breslau nach Deutschland flohen. Doch Jakob, der ebenfalls polnische Wurzeln hat und regelmäßig als Besucher im Pflegeheim auftaucht, gelingt es, ihr Interesse an ihrer eigenen Familiengeschichte zu wecken. Von ihm erfährt sie zudem so einiges über Flucht, Vertreibung, Nationalsozialismus, Dietrich Bonhoeffer, die Bekennende Kirche und vieles mehr. Parallel dazu unternimmt ihre Lehrerin mit Milas Klasse einen Ausflug der ganz besonderen Art, den alle Schüler so schnell nicht vergessen werden. Auf diese Weise sensibilisiert, beginnt Mila, die Geflüchteten in ihrem Heimatdorf mit neuen Augen zu sehen. Sie freundet sich mit ihnen an, plant gemeinsame Aktionen und steht auch in einer gefährlichen Situation für sie ein.

Ein wichtiges Buch, das jungen Leser*innen helfen wird, Angst vor dem Fremden abzubauen und das Mut macht, auf Menschen aus anderen Ländern zuzugehen. Eine Fülle an Informationen wird in die Erzählung eingeflochten, von der ich hoffe, dass sie nicht überfordert! Ein sehr informativer Anhang rundet das Buch ab.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Dietrich Bonhoeffer | Zivilcourage | Fremdenfeindlichkeit | Werte
Bewertung: ++
Rez.: Petra Schulte

Drewermann, Eugen u. Freytag, Martin: Das Geheimnis des Jesus von Nazareth. Eugen Drewermann antwortet jungen Menschen. Ostfildern: Patmos 2018. 141 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-8436-1080-3, kt.: 12,00 €

Junge Menschen stellen Fragen zu Jesus, Kirche und Glauben - und Eugen Drewermann gibt Antworten.


„Wie müssen wir uns eine Kreuzigung vor 2000 Jahren vorstellen?" Was bedeutet „Jungfrauengeburt" und „Sohn Gottes"? „Wenn Jesus heute die Kirche betrachten würde, was würde er ihr sagen?" Diese und viele weitere Fragen haben Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht gestellt - wie gut! Ihr Lehrer hat die Fragen gesammelt und Eugen Drewermann dazu stellvertretend für sie befragt. Und der gibt Antworten. Gewohnt kritisch und diskussionsanregend, dabei nachvollziehbar und verständlich erklärend. Von der Kindheit Jesu geht es über dessen Wirken bis hin zum Kreuzestod, Auferstehung und das Leben der ersten Christinnen und Christen.
Viele der Fragen sind sicher auch unsere und die Ausführungen von Herrn Drewermann dazu lesen sich interessant und regen an, weiter zu denken, zu theologisieren, zu diskutieren. Den Freiraum dazu lassen sie. Ein dialogisches Angebot, für Jugendliche, die Gott sei Dank noch Fragen haben, genauso wie für Erwachsene, die diese Fragen auch gerne stellen würden.

Geeignet für Religions- und Konfirmandenunterricht, aber auch für Gesprächs- und Diskussionsrunden in Veranstaltungs- und Gemeindearbeit.

Signatur: Jc | Cm
Schlagworte: Jesus | Kirche
Bewertung: +++
Rez.: Dörte Jost

Herlyn, Okko: Das Vaterunser. Verstehen, was wir beten. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2017. 149 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-7615-6446-2, geb.: 14,99 €

Verstehst Du, was Du betest? Das Vaterunser neu entdecken.

Okko Herlyn, pensionierter Theologieprofessor aus Bochum und Kirchenkabarettist, setzt sich in seinem Buch mit dem Vaterunser auseinander. Häufig werde dieses Gebet als eine Art ‚Allzweckwaffe‘ bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit eingesetzt und so manches Mal nur noch heruntergeleiert. Dem will Herlyn entgegenwirken, indem er jede Bitte des Vaterunsers genau betrachtet und in ein tieferes Verstehen führt. Passt das Vaterunser wirklich immer? Was genau ist der ‚Himmel‘, von dem das Gebet spricht? Was hat es mit der Schuld auf sich? Okko Herlyn geht zu Beginn jedes der dreizehn Kapitel von einer alltäglichen Szene oder einer bekannten Redewendung aus, wendet sich dann der jeweiligen Bitte des Vaterunsers zu, zieht andere Bibelstellen zu Rate, um sodann wieder den Bezug  des Vaterunsers zum Heute herzustellen.
Das Buch wendet sich an Leser, die mit dem Vaterunser und auch mit der Bibel vertraut sind. „Verstehen, was wir beten“, so lautet Herlyns Untertitel des Buches. Das setzt er in klarer Sprache und verständlichen Gedankengängen um. Wer sich auf seine Einstiegsfragen einlässt und den biblischen Impulsen folgt, wird das Buch mit Gewinn lesen.

Empfehlenswert für theologisch interessierte Leser; sehr gut geeignet für Haus- und Bibelkreise als Grundlage, um sich mit dem Vaterunser auseinanderzusetzen.

Signatur: Cd 1
Schlagworte: Vaterunser | Gebet | Bibel | Theologie
Bewertung: +++
Rez.: Margot Haffke

Pfeffer, Klaus: Christsein ist keine einfache Angelegenheit. Mit Dietrich Bonhoeffer auf dem Weg zu einer erneuerten Kirche. Essen: adson fecit 2017. 140 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-9816594-5-0, geb.: 16,90 €

Von einem Glauben, der dem Alltag standhält, und von der Zukunft der Kirche.

Der katholische Essener Generalvikar Klaus Pfeffer beschreibt in seinem Buch, welche Hilfen und Impulse er von Dietrich Bonhoeffer und seiner Theologie erhalten hat. Das Buch will keine weitere Biographie sein, sondern an einzelnen Punkten aufzeigen, was Menschen heute von Dietrich Bonhoeffer für ihren Glauben und ihr Christsein lernen können. Dabei kehrt Pfeffer vor allem die radikale Weltzugewandtheit, den nüchternen Realismus und das absolute Gottvertrauen des evangelischen Theologen heraus. Pfeffer verortet die theologischen Aussagen Bonhoeffers jeweils in dessen Biographie, zeigt aber auch ihre Aktualität.
Das Ende des Buches bildet Pfeffers "Zukunftsvision für die Kirche", die keine Volkskirche mehr ist, aber mit einer eher kleinen Zahl engagierter Christen vielfältig in die Gesellschaft hineinwirkt.

Sehr empfehlenswert für alle Büchereien, die sich auch an theologisch interessierte Leser wenden. Leicht und gut verständlich zu lesen.

Signatur: Cp
Schlagworte: Bonhoeffer | Theologie | Ökumene | Glaube
Bewertung: +++
Rez.: Margot Haffke

Prinz, Alois: Bonhoeffer. Wege zur Freiheit. Stuttgart: Gabriel 2017. 270 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-522-30455-9, geb.: 16,99 €

Eine einnehmende Biografie des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, nicht nur für Jugendliche.

Der Widerstandskämpfer und Theologe Dietrich Bonhoeffer scheint allen bekannt. Wie und vor allem warum er es wurde, beschreibt diese Biografie, die sich eigentlich an Jugendliche, aber im Grunde an alle Interessierten richtet. Sportlich, verspielt, musikalisch - so ist der aus einer großbürgerlichen Familie stammende Dietrich. Und er hat Talent: immer der Erste, immer der Beste, immer der Jüngste. Er studiert Theologie um der Theologie willen und lernt erst durch viele Auslandsaufenthalte, wie wichtig Frömmigkeit und das daraus resultierende Handeln ist. Je älter Dietrich wird, desto mächtiger wird der Nationalsozialismus. Er gründet das Predigerseminar der Bekennenden Kirche und endet letztlich im KZ. Es geht um das Große und das Kleine: Es wird die Geschichte Bonhoeffers mit dem großen Theologen Karl Barth ebenso erzählt wie das liebevolle Verhältnis Dietrichs zu seiner konsequenten Großmutter Julie. Eine Lebensgeschichte, die berührt, wütend und traurig macht, nachdenken lässt.

Das Buch gehört in die Gemeindebücherei, kann durchaus einem interessierten Jugendlichen in die Hand gedrückt werden, eignet sich aber auch für erwachsene Gesprächskreise.

Signatur: Jc
Schlagworte: Bonhoeffer | Nationalsozialismus | Bekennende Kirche
Bewertung: +++
Rez.: Volker Dettmar