Rezension des Monats

Fleischhauer, Wolfram: Das Meer. Roman. München: Droemer 2018. 443 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-426-19855-1, geb.: 19,99 €

Sind die Weltmeere noch zu retten? Der Öko-Thriller setzt wenig Hoffnung in den Erfolg von Vehandlungen und Verträgen.

Die Ozeane sind heillos überfischt und werden von einer skrupellosen Fischereimafia gnadenlos ausgebeutet. Regierungen und überstaatliche Organisationen sind unfähig oder unwillig, dem Einhalt zu gebieten. Auf dieser wohl leider den Tatsachen entsprechenden Annahme beruht der Öko-Thriller, der in 58 kurzen Kapiteln jeweils eine Person in den Mittelpunkt rückt. Teresa, eine junge EU-Fischereibeobachterin, verschwindet spurlos von einem spanischen Trawler. Es zeigt sich, dass sie einer Untergrundorganisation angehört, die durch gezielte Vergiftungen die Nachfrage nach Fisch verringern will. Eine der führenden Köpfe dieser Organisation ist Ragna. Sie gerät zunehmend in den Fokus des Geschehens, als drei Männer sich auf die Suche nach ihr machen. Zwischen Vigo, Brüssel, Bangkok und birmanischem Rebellengebiet entwickelt sich eine temporeiche Story. Der Autor erzählt spannend und weitgehend nachvollziehbar. Die Charaktere handeln stets glaubwürdig – wenngleich nicht immer ehrenhaft.

Wer keine Angst hat, dass ihm nach der Lektüre das Fischbrötchen im Hals stecken bleibt, findet hier ein spannendes, zum Nachdenken anregendes Buch - schlechtes Gewissen inklusive!

Signatur: SL
Schlagworte: Öko-Thriller | Fischerei | Weltmeere
Bewertung: +++
Rez.: Birgit Schönfeld