Das können wir uns nicht leisten
Wenn du reich bist, ist es cool, weil du die Wahl hast - Wenn du arm bist, ist es schäbig, weil du nicht anders kannst.
Mit ihrer Mutter folgt die 6-jährige Miriam Davoudvandi ihrem iranischen Vater Ende der 1990er Jahre nach Deutschland - vom postsozialistischen Bukarest in den Wohnblock nach Bad Säckingen. Sie wächst dort in armen Verhältnissen auf. Im Spannungsfeld Arbeit, Zugang zu Bildung, Konsum, Freizeit, Styling muss die Familie funktionieren. Die Jahre sind geprägt von Verlustangst, Scham und Schuldgefühlen. Das System selbst setzt auf Spaltung statt Kreativität und Zusammenhalt. Und die Schuld für das permanente Abgehängt-Sein wird im eigenen Versagen gesucht.
Der Diskurs über Formen und Auswirkungen von Armut wird von denen bestimmt, die sozial und finanziell abgesichert sind. Inzwischen ist Miriam Davoudvandi eine anerkannte Journalistin, Moderatorin und Autorin; sie hat den Aufstieg geschafft und legt selbst Zeugnis ab. Ihre mutigen und sehr persönlichen Betrachtungen sind ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte.
Das Buch macht betroffen und nachdenklich. Sehr lesenswert und empfohlen für alle Lesegruppen.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Renate Schalück
| Preis | kt.: 18,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | btb |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 255 Seiten |
| ISBN | 978-3-442-76329-0 |
| Signatur | Sb |
| Schlagworte | Armut / Lebensrealitäten / deutsche Gesellschaft |