Sie haben Lust, das Format „Literaturgottesdienst auszuprobieren“? Sie möchten mit Ihrem Gottesdienst neue Menschen ansprechen und die bereits angesprochenen ganz neu? Dann greifen Sie doch auf unseren reichhaltigen und ständig wachsenden Fundus an Literaturgottesdiensten zurück, der sich sowohl an Erwachsene, Jugendliche oder Familien richtet.

Hier finden Sie einen "Segen für Büchermenschen" von Pfarrerin Barbara Friedrich (Hessen Nassau), den Sie in Ihrem Literaturgottesdienst gerne benutzen dürfen sowie eine Auswahl an Texten, die sich für einen Literaturgottesdienst eignen.

Für Durchführung eines der hier zur Verfügung gestellten Literaturgottesdienste ist es aus urheberrechtlichen Gründen notwendig, vorher beim Verlag die Erlaubnis dafür einzuholen:

Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

(1) Zulässig ist die öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes, wenn die Wiedergabe keinem Erwerbszweck des Veranstalters dient, die Teilnehmer ohne Entgelt zugelassen werden und im Falle des Vortrags oder der Aufführung des Werkes keiner der ausübenden Künstler (§ 73) eine besondere Vergütung erhält. Für die Wiedergabe ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Die Vergütungspflicht entfällt für Veranstaltungen der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, der Alten- und Wohlfahrtspflege, der Gefangenenbetreuung sowie für Schulveranstaltungen, sofern sie nach ihrer sozialen oder erzieherischen Zweckbestimmung nur einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen zugänglich sind. Dies gilt nicht, wenn die Veranstaltung dem Erwerbszweck eines Dritten dient; in diesem Fall hat der Dritte die Vergütung zu zahlen.

(2) Zulässig ist die öffentliche Wiedergabe eines erschienenen Werkes auch bei einem Gottesdienst oder einer kirchlichen Feier der Kirchen oder Religionsgemeinschaften. Jedoch hat der Veranstalter dem Urheber eine angemessene Vergütung zu zahlen.

(3) Öffentliche bühnenmäßige Darstellungen, öffentliche Zugänglichmachungen und Funksendungen eines Werkes sowie öffentliche Vorführungen eines Filmwerks sind stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

Was ist ein Literaturgottesdienst?

Mit einem Literaturgottesdienst ist die Verbindung eines Gottesdienstes mit einem Buch gemeint. Dieses kann sowohl ein Kinder- und Jugendbuch, als auch ein Buch für Erwachsene sein. Das Format basiert darauf, dass es oftmals Schnittstellen zwischen guten Büchern, der Bibel und theologischen Fragestellungen gibt: Was ist der Sinn des Lebens? Was sollen wir tun? Warum lässt Gott Leid auf der Welt zu? Mit einem Literaturgottesdienst kann man solchen Fragen ganz anders begegnen, holt Kultur in die Kirche und öffnet sie gleichzeitig für einen neuen Personenkreis.

 

Literaturgottesdienste allgemein

“Literaturgottesdienste allgemein” beinhaltet ausgearbeitete und erprobte Gottesdienstkonzepte für Erwachsene zu literarischen Neuheiten des Buchmarktes wie zu literarischen Klassikern.

Eine Liste unserer allgemeinen Literaturgottesdienste finden Sie hier:

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

entnommen aus dem Praxistipps des Verbandes Evangelischer Büchereien in Hessen und Nassau 2014

Ein Literaturgottesdienst über Liebe und Sehnsucht und über die große Frage: Was ist Betrug? Wann beginnt er - wo ist die Grenze? Und wann ist mein Handeln richtig oder falsch?

Mit Textpassagen aus dem Hohen Lied Salomonsund dem 1. Korintherbrief.

Ein Literaturgottesdienst zu "Das Haus der Frauen" von Laetitia Colombani über das Ehrenamt, Selbst- und Nächstenliebe

von Jutta Klöpfel und Dr. Ruth Gütter

30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich; das sind 40% aller über 14-Jährigen. Was motiviert sie? Welche Rolle spielt die Nächstenliebe? Und welche die Selbstliebe?
Diesen Fragen geht der Gottesdienst anhand der beiden Protagonistinnen Blanche und Solene nach, die sich auf unterschiedliche Weise, aus unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Zeiten für ihre Mitmenschen einsetzen.

Andacht zu Helga Schubert: Der heutige Tag

von Joachim Ochel

Diese Hausandacht wurde anlässlich eines bevorstehenden Ruhestandes gehalten. Sicherlich eignen sich aber auch andere Umbrüche, Abschiede und Neuanfänge. Dau muss der Text ggf. an einigen Stellen angepasst werden.

Ein Literaturgottesdienst über Schuld und Vergebung und die Frage: “Kann man nach Auschwitz noch an Gott glauben?”

Autorinnen: Jutta Klöpfel und Dr. Ruth Gütter

Annette Hess: Deutsches Haus. Berlin: Ullstein 2019. 356 S. ISBN: 978-3-548-06117-7.

Die Befreiung von Auschwitz ist schon über 75 Jahre her und doch wirkt diese Schreckenszeit und die dort von Deutschen begangene Schuld immer noch nach, bestimmt das Leben von Opfern und Tätern bis heute. Das wird in dem Roman "Deutsches Haus" von Annette Hess eindrücklich geschildert. Angesichts dieser schrecklichen Taten und dem Unrecht und der Gewalt, die auch heute noch geschieht, stellt sich die Frage, wie kann Unrecht und Gewalt überwunden werden? Gibt es Gerechtigkeit für die Opfer und Vergebung für die Täter? Das sind Fragen, mit denen sich dieser Literaturgottesdienst beschäftigt.

Ein Literaturgottesdienst über Gottesbilder und deren Widersprüchlichkeit.

Hansen, Dörte: Mittagsstunde. Roman. München: Penguin 2018.
318 Seiten. ISBN: 978-3-328-60003-9
als Hardcover und Taschenbuch erhältlich

Sönke Fedderer hat als Soldat Schreckliches gesehen und Schreckliches getan. Nach vier erfrohrernen Zehen und 1.000 Tagen in russischer Kriegsgefangenschaft hofft er, genug gezahlt zu haben, damit sein Konto bei Gott wieder ausgeglichen ist.

Dieser Literaturgottesdienst beschäftigt sich mit seinem und anderen Gottesbildern, die dem entgegenstehen.

Literaturgottesdienst zu „Der Apfelbaum“ von Christian Berkel

Der Apfelbaum. Roman. Berlin: Ullstein Verl. 2019. 416 S. ISBN 978-3-5480-6086-6, kt.: 11,00 €
© 2019 Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin.

Autor: Christopher Krieghoff

Ein Literaturgottesdienst zur Reichspogromnacht und über das Erinnern.

Ablauf:

  • Musik
  • Begrüßung
  • Lied EG 452, 1+2.4+5: Er wecket mich alle Morgen
  • Der Mensch vor Gott
  • Psalm 85, 9-14
  • Glaubenslied 184, 1-5 (Rudolf Alexander Schröder um 1937)
  • Hinführung zu Buch und Autor
  • Musik

Thematisches:

  • Lesung I: Die Reichspogromnacht
  • Ansprache I
  • Lied EG 659: Freunde, dass der Mandelzweig
  • Lesung II: Über das Erinnern
  • Ansprache II
  • Lied EG 64, 1+2.6: Der du die Zeit in Händen hast
  • Abkündigungen
  • Fürbitten / Vater unser
  • Segen
  • Musik

Literaturgottesdienst zum Volkstrauertag (13. November 2016)

Autorin: Pfarrerin Barbara Friedrich

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres: ‚Der Überläufer‘ von Siegfried Lenz. Hamburg: Hoffmann und Campe 2016. ISBN 978-3-455-40570-5.


Vorbemerkungen:

Der Gottesdienst sollte von mindestens  zwei Stimmen gesprochen werden: LiturgIn/PredigerIn und LeserIn der Zitate aus dem Roman.  „Der Überläufer“ ist einer, der die Seiten wechselt. Mit diesem Bild könnte der Gottesdienst dramaturgisch gestaltet werden, wenn der Raum, in dem er stattfindet, das möglich macht: Wechselgesänge zwischen den beiden Seiten der Kirche, den  Bankreihen rechts und links, zum Beispiel bei den vielen Strophen des Eingangsliedes. Auch der Psalm könnte abwechselnd von der rechten und linken Seite gesprochen werden. Predigt und Lesung könnten auf verschiedenen Seiten stattfinden.  Immer wieder finden sich – im Glaubensbekenntnis und im Vater Unser zum Beispiel - aber auch beide Seiten zusammen in einer Stimme.

Der Gottesdienst ist gestaltet ohne liturgische Wechselgesänge. In dem vorgelegten Ablauf ist auf eine biblische Lesung verzichtet worden, damit es nicht zu lang wird. Aber eine Lesung der Geschichte „Die Kundschafter in Jericho“ (Buch Josua 2, 1 – 21) über Rahab, die auch eine Überläuferin ist und die Fronten wechselt, wäre möglich und reizvoll. Gut passt auch die Geschichte vom Brudermord des Kain: 1. Mose 4, 1 – 16, auf die in der Ansprache Bezug genommen wird.

Zur VERSÖHNUNGSLITANEI VON COVENTRY:

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (Großbritannien) am 14./15.November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln. Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe der Versöhnung in der weltweiten Christenheit umschreibt. Das Gebet wurde 1958 formuliert und wird seitdem an jedem Freitagmittag um 12 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry und an vielen Orten der Welt gebetet. Quelle:  Nagelkreuz.org

Eine Literaturandacht

Autor: OKR Joachim Ochel, EKD

Literaturandacht im Deutschen Bundestag am 10. September 2015 zu dem Roman „Im Frühling sterben“ von Ralf Rothmann. Berlin: Suhrkamp 2015. 233 S. ISBN 978-3-518-42475-9, geb.: 19,95

Literaturandacht zu "Im Frühling sterben" Druckversion PDF

Übersicht/ Ablauf:

Wochenspruch:      Ps. 103,2 „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Lied:                     EG 443, 1+2 „Aus meines Herzens Grunde“

Liturgischer Gruß

Psalm:                   Ps. 146 (EG 757) „Der Herr hält Treue ewiglich“

Ansprache

Lied:                      EG 443, 6+7 „Aus meines Herzens Grunde“

Ansprache:

Es ist schon ungewöhnlich, liebe Gemeinde Jesu Christi im Deutschen Bundestag, dass einem Roman der deutschen Gegenwartsliteratur ein biblisches Leitmotiv vorangestellt wird. So aber ist es in dem vor wenigen Wochen erschienenen jüngsten Roman von Ralf Rothmann mit dem Titel „Im Frühling sterben“.

Ralf Rothmann zählt zu meinen Lieblingsautoren. Er wurde 1953 in Schleswig geboren. Sein Vater arbeitete zu der Zeit als Melker in der Landwirtschaft. Rothmann wuchs dann im Ruhrgebiet in der Nähe von Oberhausen auf, wo sein Vater als Bergmann Arbeit fand. Seit Ende siebziger Jahre lebt Ralf Rothmann in Berlin. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er vor allem durch seine wunderbar anschaulichen Ruhrgebietsromane, die das Leben der kleinen Leute zwischen Zeche, Sportplatz, Kirche und Pommes Bude nachzeichnen.

Seiner neuesten Veröffentlichung stellt Ralf Rothmann nun das biblische Wort aus dem Buch Ezechiel voran: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Ich werde darauf noch zurückkommen.

„Im Frühling sterben“ wird hoch gerühmt. Zurecht wie ich finde. Zur Handlung nur so viel, wie der Buchklappentext verrät:

„Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zur Waffen SS zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in einer Versorgungseinheit einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...“

Ralf Rothmann Romane und Erzählungen haben oft einen autobiographischen Hintergrund. So auch hier. Im Schicksal von Walter Urban spiegeln sich die Kriegserfahrungen seines Vaters wieder. In einem Interview sagt er über ihn: „Mein Vater verkörperte eine verlorene Generation des vorigen Jahrhunderts. Mit 18 noch in den Krieg gegangen, auf allen Vieren herausgekrochen, an Körper und Seele verletzt. Dann nochmal verpulvert im Wirtschaftswunder, als schwer arbeitender Bergmann unter Tage 30 Jahre lang. Und dann mit 55 kaputtgearbeitet, frühverrentet, mit 60 schwerer Alkoholiker, mit 61 tot.“ Die Traumatisierungen des Krieges – selten habe ich sie besser nachempfinden können als bei der Lektüre dieses Buches. Und verstanden, warum darüber geschwiegen wurde, denn die „verlorene Generation“ war ja auch meist eine „schweigende Generation“. Noch einmal Ralf Rothmann dazu: „Das eigentliche Zentrum des Buches war ein Vakuum, das mein Vater bei mir hinterlassen hat, als ich ihn fragte, ob er denn im Krieg auch geschossen habe. Er schaute ganz verdattert meine Mutter an und fragte: Was soll ich denn jetzt darauf antworten? Und meine Mutter sagte zu mir: Los, geh dein Zimmer aufräumen.“ Durch das Verschweigen wurden die traumatischen Erfahrungen zu einer Belastung der nächsten Generation. Rothmann selbst träumt regelmäßig davon, erschossen zu werden. Die Traumaforschung hat bestätigt, dass sich Traumata förmlich vererben. So, wie es der biblische Leitspruch zum Ausdruck bringt: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Werden solche Erfahrungen verschwiegen, wirken sie umso stärker. Deshalb stellt der Roman den Versuch dar, dem Vater postum eine Stimme zu geben und seine Geschichte zu erzählen, damit sie die Macht über den Sohn verliert. Literatur als Therapie. Für Autor sowie Leserin und Leser.

Theologisch bemerkenswert ist nun aber, dass das Bibelwort nur verkürzt zitiert wird. Es kommt bei den Propheten sogar zweimal vor und ist beides Mal als Sprichwort gekennzeichnet, das eigentlich seine Gültigkeit verloren hat.

Beim Propheten Ezechiel lautet es:

Und des Herrn Wort geschah zu mir: Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: ‚Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.’ So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr; dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel. Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne; wer sündigt, soll sterben. Wenn nun {aber} einer gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt ... soll er leben.“

Weil jeder und jede Einzelne in einem eigenen, individuellen Verhältnis zu Gott stehen, werden sie von Gott nicht für die Schuld der Väter haftbar gemacht, erhalten sie eine eigene Lebenschance.

Und vergleichbar, aber etwas anders nuanciert lautet es bei Jeremia:

Ich will einen neuen Bund schließen. Dann wird man nicht mehr sagen: ‚Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden’.

Weil Gott eine grundlegend neue Situation herbeiführt, wird die Schuldverstrickung begrenzt. Die prophetische Revision des Sprichworts setzt historisch sowohl bei Jeremia wie bei Ezechiel die Katastrophe von 587 voraus - also die Nullpunktsituation des staatlichen Untergangs. Eine Situation vergleichbar der von 1945 in Deutschland. Der Situation, wo Walter Urban versucht in ein normales Leben zurückzufinden. Ein Versuch, der nicht gelingt. Und es hat 70 Jahre gebraucht - fast das ganze Leben seines Sohnes lang - die Gründe zu benennen, sie so nachzuvollziehen, dass sie ihre Macht verlieren.

Warum nur geht Ralf Rothmann philologisch so unkorrekt mit dem Bibelwort um, habe ich mich gefragt. Warum kein Hinweis auf die Gattung des Sprichworts? Warum kein Hinweis auf den Widerspruch, seine Außerkraftsetzung durch die Propheten Jeremia und Ezechiel?

Ich denke, weil der Roman selbst den Versuch darstellt, das beschwörende Wort auszusprechen: Das Sprichwort soll nicht mehr gelten! Es wird außer Kraft gesetzt durch Verstehen, Bewusstmachen und Nacherzählen der Traumata und Schulderfahrungen einer Lebensgeschichte.

Ist das ein Widerspruch zu Jeremia und Ezechiel, die auf Gott verweisen? Ich denke nicht, gewinnt doch solches Verstehen, Bewusstmachen und Nacherzählen erst seine Tiefendimension in der Ahnung einer anderen Wirklichkeit, im Glauben an einen gnädigen Gott – einen Gott, der Neuanfänge ermöglicht, der Schuld vergibt, dem nichts Menschliches fremd ist und der alle Tränen trocknen wird. So denkt auch Ralf Rothmann, wie er in seinen Büchern zu erkennen gibt und wie er in einem Interview bestätigt: „Aber eine Sehnsucht hat doch jeder. Dass das was Wirklichkeit ist, nicht die alleingültige Wahrheit ist. Ein bisschen Metaphysik schleppt jeder mit sich herum. Meine Mutter kam vom Land, hatte keine Bücher gelesen, kaum Schulbildung. Trotzdem sagte sie immer, ohne die Vorstellung eines Gottes könne sie nicht leben.“ Ja, so ist es.

Amen

Ein Gottesdienst zum Film

Autorin: Pfarrerin Christiane Thiel, Leipzig Holzhausen

Gottesdienst zu Invokavit. 1. Sonntag in der Passionszeit am 17.02.2013 in Zuckelhausen.

Literaturgottesdienst

Autor:innen: Pfarrer Rolf Klein sowie die Mitglieder des Büchereiteams: Birgit Haeser, Annette Hinzen, Jutta Lutter, Hedi Scherzer und Jeanette Schloßmacher

Literaturgottesdienst mit dem Team der Evangelischen Öffentlichen Bücherei der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Willich am 17.07.2011 in der Hoffnungskirche Schiefbahn zu dem Roman „Das Labyrinth der Wörter“ von Marie-Sabine Roger. Aus d. Franz. von Claudia Kalscheuer. Hamburg: Hoffmann & Campe 2010. 205 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-455-40254-4, geb.: 18,00 €

Gottesdienst mit einem Plädoyer für Literatur und Lesen

Autor: Pfarrer Gerson Monhof                                                                 
Mitwirkende: Büchereiteam - Querflöte: Tanja Kreiskott – Orgel: Christina von Eynern – Bläserkreis

Gottesdienst zum Literatursonntag, 1. November 2009 in der Ev. Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt – Johanneskirche zu Alan Bennett: Die souveräne Leserin. Aus d. Engl. von Ingo Herzke. Berlin: Wagenbach 2008. 114 S. ISBN 978-3-8031-1254-5. € 14,90

Gottesdienst zum Preisbuch der Buchmesse Leibzig 09

Autorin: Pfarrerin Christiane Thiel                                                                          
Gottesdienst zu Okuli (15. März 2009), 10.00 Uhr Kirche Holzhausen

Literaturgottesdienst zum Preisbuch der Leipziger Buchmesse 2009: Sibylle Lewitscharoff: Apostoloff. Roman. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009. 247 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-518-42061-4, geb.: 18,90 €

Ein Literaturgottesdienst

Autorin: Barbara Friedrich, Pfarrerin d. Ev. Johannesgemeinde, Hofheim am Taunus

Ein Gottesdienst aus der Reihe „Praxistipps“ des Verbandes Evangelischer Büchereien in Hessen und Nassau.

Das Thema Märchen ist ein zeitloses Thema. Märchen sind mündlich erzählte Geschichten, aufgeschrieben um sie zu bewahren. Ich bring euch eine gute neue Mär…

Eine gute Mär ist die Geschichte von der Liebe Gottes zu seinen Menschen.

Eine kleine gute Mär ist ein Märchen.

Märchen sind Geschichten, die gut ausgehen. Immer. Sie handeln von der Verwandlung und Erlösung, von der Kraft der Liebe und der Überwindung des Bösen.

Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit

Autorin: Pfarrerin Barbara Friedrich

Literaturgottesdienst in der evang. Johannesgemeinde in Hofheim/Taunus zu „Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit.“ Berlin: Supposé 2009. 4 CDs mit Booklet. 290 Min. ISBN 978-3-932513-85-5. 34,80

Vorbemerkung 1: Den Roman „Ein Sommer, der bleibt“ gibt es „nur“ als Hörbuch. Es ist ein ausschließlich erzählter Roman. Deshalb sind die Texte in dieser Andacht Niederschriften des Gehörten – und da Peter Kurzeck „ohne Punkt und Komma“ erzählt, fehlen auch viele (nicht alle) Satzzeichen in den Abschriften oder die Sätze gehen nicht zu, eben genau so, wie es sich anhört, wenn jemand erzählt.

Vorbemerkung 2: Für eine Lesung wäre es reizvoll, aus Marieluise Kaschnitz’ „Beschreibung eines Dorfes“ zu lesen als Kontrast und Ergänzung.

Als Bibeltext könnte man die Beschreibung des himmlischen Jerusalem (Offenbarung 21) dazu lesen; eine „Stadt, die ewig bleibt“ im Kontrast zu dem Sommer, der bleibt (aber eben doch nicht geblieben ist).

„Wer nicht fragt, bleibt dumm oder

Die klugen großen Fragen kleiner Leute“

Autorinnen: Pfarrerin Barbara Friedrich und Frauke Richter

Literaturgottesdienst in der Johanneskirche in Hofheim mit Peanuts-Comics von Charles M. Schulz.

Mitwirkende: Büchereiteam

Literaturgottesdienst

Autor:innen: Team der Ökumenischen Bücherei Johanneskirche Wuppertal und Pfarrer Gerson Monhof

Gehalten in der Johanneskirche Wuppertal am 25.05.2014 zu dem Roman „Der Poet der Kleinen Dinge“ von Marie-Sabine Roger. Aus d. Franz. von Claudia Kalscheuer. München: dtv 2013. 240 S. ISBN 978-3-423-21432-2. kt. 9,95 €

Orgel, Klavier und Querflöte: Christine Göbel

Literaturgottesdienst zu "Der Poet der kleinen Dinge" Druckversion PDF


Übersicht/Ablauf

Lieder

EG 444 „Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne“

EG 663 „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“

EG 395 „Vertraut den neuen Wegen“

EG 607 „Herr, wir bitten, komm und segne uns“

 

Eröffnung und Anrufung

Musik zum Eingang
Begrüßung
Lied    EG 444 „Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne“

Psalm 139 „Welche der Geist Gottes treibt die sind Gottes Kinder“(EG 759.1 + 2)

Gebet

Musik 1

 

Vorstellen des Romans

Inhaltsangabe

Die handelnden Personen (einzeln evtl. in Ich-Form) [außer Marlene und Bertrand]

1 Alex

2 Gérard „Roswell“

3 Olivier „Der Zackenbarsch“

4 Cédric

Musik 2

5 Verhältnis von Alex und Gérard unter dem Gesichtspunkt des Sprachlichen

Lied    EG 663 „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“

 

Predigt

„Begegnung von Buch und Jahreslosung“

Lied    EG 395 „Vertraut den neuen Wegen“

Aktion: Aphorismen

Musik 3

 

Kanzelabkündigungen / Fürbitte / Vater unser

Kanzelabkündigungen

Fürbitte

Vater unser

 

Eröffnung und Anrufung

Musik zum Eingang

Begrüßung

Lied EG 444 „Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne“

Psalm 139 „Welche der Geist Gottes treibt die sind Gottes Kinder“(EG 759.1 + 2)

Gebet

Herr, unser Gott,

Leben, Zufriedenheit, Glück.


Wir bringen vor Dich

unser versorgtes und zuweilen üppiges Leben,

unsere tiefe und auch durchaus lang anhaltende Zufriedenheit,

unsere glücklichen Momente, Stunden und Zeiten und manchmal unbändiges Glück.

Wir danken dir!


Wir klagen Dir aber auch

unser unsicheres und zuweilen geradezu verworrenes Leben,

unsere von Enttäuschungen durchkreuzte und manchmal völlig verloren gegangene und Zufriedenheit,

unser beschädigtes und manchmal auch zerstörtes Glück.

Wir bitten Dich um Hilfe!


Was ist das Leben?

Was ist der Schlüssel zum Leben, zur Zufriedenheit, zum Glück?

Was gibt uns Richtung und Bestand?


Du!

Was wären wir ohne Dich und Deine Worte, Deine Zusagen, Deine Gewissheit, Dein Tragen, Deinen Geist, Deine Liebe?


Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben!

In allen Wechselfällen des Lebens wollen wir Dir vertrauen!

Amen.


Vorstellen des Romans

Anmoderieren z. B. mit der Rezension des Buches (Autorin: Maike Linne)

"Wie viele Menschen abonnieren aus Versehen das Unglück und kündigen dann nie wieder?" So geht es wohl Alex, Cédric und Olivier. Alle Drei sind auf ihre Art unglücklich. Alex wird von ihrer Bindungsangst ruhelos von Ort zu Ort getrieben. Cédric trauert seiner großen Liebe hinterher und verfällt in Lethargie. Olivier, genannt der Zackenbarsch, hat ein großes Ziel im Leben: Aus leeren Bierdosen einen Staudamm bauen. Doch dann tritt Gèrard in ihr Leben. Gèrard ist stark geistig behindert, kann kaum sprechen oder laufen und strahlt doch eine solche Fröhlichkeit und Lebensfreude aus, daß etwas aufbricht in aller Leben. Zusammen machen sie sich auf und finden das Glück. - Nach ihrem Bestseller „Das Labyrinth der Wörter“ legt Marie-Sabine Roger wieder ein bezauberndes Buch vor. Die Geschichte wird abwechselnd aus Cedrics und Alex’ Perspektive erzählt, dadurch werden die Charaktere lebendig und plastisch. Die einzelnen Personen werden generell sehr liebevoll und detailreich beschrieben. Ein Buch, das Hoffnung macht und dabei erfreulich frei von Kitsch ist.“


Inhaltsangabe (Autor: Wolfgang Brix)

Die französische Schriftstellerin Marie-Sabine Rogèr hat einen Roman geschrieben, der ins Deutsche mit dem Titel “Der Poet der kleinen Dinge” übersetzt wurde.

Die Handlung spielt in einer Kleinstadt in Nordfrankreich.

Die 4 Hauptfiguren in diesem Roman - die sich selbst gleich noch vorstellen werden -  sind die Weltenbummlerin Alex, der körperlich und geistig Behinderte Gèrard ( auch Roswell genannt), der zur Zeit Arbeitslose Cedric und der im Geschäft seines Vaters arbeitende Olivier, genannt der Zackenbarsch. Alle 4 Personen sind um die 30 Jahre alt, ohne festen Partner und haben  ihren eigenen erfüllten Lebensweg noch nicht gefunden. Die Schriftstellerin beschreibt mit viel Einfühlungsvermögen diese Personen. Sie alle sind Suchende mit sehr viel Frust und dennoch steckt in ihnen viel Kraft.

Die Hauptfigur Alex arbeitet vorübergehend als Aushilfskraft auf einer Hühnerfarm in der Normandie. In einem Einfamilienhaus wohnt sie zur Untermiete. Ebenso wohnen in diesem Haus auch der Vermieter mit seiner Frau und der Bruder des Vermieters. Der Bruder mit Namen Gèrard ist geistig und körperlich behindert und die Ehefrau des Vermieters versucht verbitternd, den Behinderten loszuwerden.

Alex dagegen, die sich durch Gèrards Fröhlichkeit und dessen Liebe zur Poesie zu ihm hingezogen fühlt, und ihre beiden Freunde Cedric und Olivier arbeiten daran, wie sie dem Behinderten ein besseres Leben in Aussicht stellen können.

Der Roman gewinnt erst langsam an Fahrt, die ersten beiden Drittel widmen sich fast komplett der Beschreibung des Ist-Zustandes. Wir lernen Alex und Gèrard näher kennen und auch, wie die Beziehungen zwischen Alex und Cedric und Olivier sich langsam entwickeln. Erst im letzten Drittel kommt die Handlung in Schwung. Dafür überschlagen sich die Ereignisse zum Schluss fast, das Ende kommt überraschend. Alex und Gèrard und die beiden Freunde unternehmen gemeinsam eine Motorradreise auf den Bauernhof einer Freundin von Alex. Die nun folgende Urlaubswoche verändert das Leben aller Beteiligten.

In diesem Roman geht es nicht nur um Freundschaft und um Umgang mit Außenseitern, sondern es geht auch um Schwierigkeiten erwachsen zu werden und um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.


Die handelnden Personen [außer Marlene und Bertrand]

1. Alex (Autorin Ursula Rinke)

Ich heiße Alex, bin 30 Jahre alt, lang und dürr, habe einen Igelschnitt und Piercings in den Augenbrauen. Meine Stimme ist rauchig und heiser, und ich sehe aus wie ein Junge. Ein paar mal habe ich Angst gehabt, nachts, wenn ich spazieren ging, aber wenn ich wie ein Kerl aussehe, gehe ich unbeschwerter, weil ich gern allein bin.

So richtig habe ich meinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Ich ziehe lieber durchs Land und nehme anspruchslose Aushilfsjobs an. Auch eine feste Beziehung oder Bindung möchte ich nicht eingehen, das ist wie eine Fessel, und ich will meine Freiheit noch weiterhin genießen. Vielleicht bin ich noch etwas unreif und unfertig, denn, „ich bin freilaufend aufgewachsen“.

Zur Zeit wohne ich bei Marlene, Bertrand und Gérard und arbeite in der örtlichen Hühnerfarm.

Gérard ist der Bruder von Bertrand und stark behindert. „An dem Tag, als ich ihm zum ersten Mal begegnet bin, habe ich gedacht, so wie er aussieht, muss er den IQ einer Kaulquappe haben. Aber das stimmt nicht. Gérard ist intelligent. Pech für ihn. Aber er hat trotz allem Spaß und liebt das Leben. Deshalb beschämt er uns.“

Durch Zufall hörte ich ein Gespräch zwischen Marlene und Bertrand, dass Gérard ausgesetzt werden soll, einfach so, wie ein Hund. Das habe ich nicht zugelassen. Ich habe ihm beigebracht, seinen Namen und seine Adresse zu sagen, las ihm vor, ging mit ihm spazieren und sang mit ihm. Er konnte so poetische Gedichte aufsagen, die er von seiner verstorbenen Mutter gelernt hat. Das machte uns Spaß. Ich mochte ihn immer mehr und fühlte mich für ihn verantwortlich.

Bei einem Spaziergang mit Gérard wurden wir von zwei üblen Typen angegriffen, die Gérard als Monster bezeichneten. Aber es kam unverhofft Hilfe von zwei jungen Männern. Sie hießen Cedric und Oliver, genannt der Zackenbarsch. Das schweißt zusammen, wir lernten uns näher kennen und schlossen Freundschaft.

Als ich von der Hühnerfarm die Kündigung erhalten habe, traf mich das nicht besonders. Ich habe schon seit längerem gespürt, dass ich wieder aufbrechen muss. Als sich meine lauwarme Beziehung aus der Türkei gemeldet hat, war das für mich wie ein Wink des Schicksals, die Ferne ruft wieder.

Nur der Abschied von Gérard fällt mir schwer, das wird diesmal weniger einfach und lustig werden. Ich hoffe aber, dass es Gérard gut gehen wird, denn es ergab sich eine tolle Möglichkeit. Gérard wird nicht ausgesetzt werden, sondern die schreckliche Marlene und Bertrand verlassen. Er wird zukünftig auf dem Hof meiner Freundin Clo zusammen mit Cédric und dem Zackenbarsch leben als „Mann für nichts“.

Und ich, ich habe eine Mail von meiner Affäre bekommen - die Türkei winkt, und ich werde folgen, denn „ich will leben, für immer und bis zum letzten Tag. Ich habe noch ein Stück Weg vor mir. Die Türkei ist ein schöner Anfang“.

 

2. Gérard („Roswell“) (Autorin Ursula Schwöbel)

Ich bin Schherard Schhanscheheff ( S.130).

Sie haben mich nicht verstanden?  Dabei habe ich mir große Mühe gegeben richtig zu sprechen, besser kann ich es nicht.

(S. 26) Mein Bruder Bertrand sagt, bei meiner Geburt hätten sie wohl Mist gebaut. Ein Riesenkuddelmuddel.  Er sagt, Gerard lebt in einer anderen Welt.

Mein Anblick erschreckt Fremde, sie glauben ich sei ein Monster, weil alles an mir unförmig ist. Der Mund zu groß., der Körper viel zu dünn und krumm. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten und allein gehen, deshalb sitze ich meist in einem Rollstuhl. Ich lache mich gern halbschlapp und singe laut, wenn ich mich freue.

Für meine Mutter war ich bis zu ihrem Tod (S.179) ihr Liebling, der Schatz ihres Lebens,. Sie hat mit mir gesungen und gelacht, mir Gedichte immer wieder vorgesprochen. Ich singe sehr gern und laut und rezitiere Gedichte. Aber wer mich verstehen will, benötigt viel Einfühlungsvermögen

Seit meine Mutter nicht mehr lebt, wohne ich im Haushalt meines Bruders. Seine Frau versorgt mich, aber ich habe Angst vor ihr.

Alex nennt mich Roswell, weil ich sie an einen Außerirdischen erinnere. Sie und ihre Freunde meinen es gut mit mir. Sie nehmen mich auf einen Bauernhof mit, wo sie länger bleiben wollen. ( S.231) Auch ich möchte bleiben, ich frage ob ich nicht zufällig als Mann für nichts  nützlich sein könnte.

Meine Freude zählen meine nichtsnutzigen Talente auf: Er kann Gedichte aufsagen, grottenfalsch singen, und Popcorn zubereiten und dabei fast die Küche in Brand setzen.

Ich lächle mein schönstes lächeln. Na dann, in der Tat.... hat Clo nachdenklich gemeint. Ich muss zugeben, dass wir wirklich niemand anderen haben, der das alles kann.

Ganz behutsam hat sie gefragt: Du möchtest also auch wieder zurückkommen und hier leben ,ja?

Da habe ich losgeprustet und Mmja geantwortet.


3. Olivier „Der Zackenbarsch“ (Autorin Natalie Kircheis)

Mein Name ist Olivier Zackenbart, genannt der Zackenbarsch. Mein Vater will, dass ich sein Geschäft übernehme, einen Laden für Haushaltsgeräte. Aber da pfeif ich drauf. Ich bin Bierdosenarchitekt – mein Lebenswerk soll eine Kathedrale aus selbstgeleerten, mit Wasser befüllten Bierdosen sein, die ich treffsicher in unserem Kanal versenke. Über mein Projekt führe ich genauestens Buch. Cedric leistet mir am Kanal meist Gesellschaft. Er ist einer der wenigen, die ich wirklich einen Freund nennen kann.

Wenn andere meinen Alkoholkosum kritisieren, sage ich immer: „Nervt mich nicht wegen dem Bier! Das ist nur Gerste und Hopfen, das tut niemandem weh! Das Leben ist eh' kurz. Sch... drauf! Sterben müssen wir alle!“ (S. 40) Doch dann verändern 2 Begebenheiten mein Projektvorhaben: Cedric und ich lernen auf ungewöhnliche Weise den Verrenkungskünstler Gerard und Alex kennen und mein Onkel vererbt mir sein Motorrad, eine Yamaha XS 1100 mit Schwinggabel und Beiwagen! Plötzlich haben wir die freie Wahl, irgendwohin abzuhauen. Klar, dass Cedric und ich zusammen loswollen! Wir brauchen bloß noch ein bisschen Kohle für Futter und Sprit. (S.189)

Unsere Pläne ändern sich, als wir mit Alex sprechen. Wir machen zusammen mit Gerard und ihr eine Tour zu ihrer Freundin Clo, die einen Bauernhof hat. Clo möchte einen Ort schaffen, der anders ist, auf dem Kinder & Erwachsene mit & ohne Behinderung zusammen leben und arbeiten und sich vor allem wohl fühlen können. Dafür kann sie männliche Unterstützung gut gebrauchen.

Jetzt habe ich einen anderen Blickwinkel auf das Leben: Mir ist nicht mehr alles egal, ich will ein anderes Leben aufbauen, als mein Vater für mich vorgesehen hat. „Nur, weil er beschlossen hat, dass ich seinen Laden übernehme, muss ich das noch langen nicht machen. Ich bin nie gefragt worden. Er lebt nicht mein Leben. Und ich will seins auf keinen Fall.“ (S. 228)


4. Cédric (Autorin Renate Weber)

Ich bin Cedric, 28 Jahre alt. Nach einer Ausbildung in Public Relations bin ich jetzt arbeitslos.

Nachdem meine Freundin Lola, sie war meine große Liebe, eines Morgens mit mir Schluss gemacht hat, stand ich plötzlich auf der

Strasse. Ich bin zu meinen Eltern zurückgekehrt und lebe wieder bei ihnen.

Meinen Kumpel Manu habe ich auch verloren. Er ist Sonntagsmorgens gegen eine Platane gerast.

" Und wenn ich zurückblicke, wenn ich an diesen Tag denke, weiß ich genau, das war der Wendepunkt. An dem Morgen, als ich erfahren habe, dass Manu tot war, habe ich angefangen, diesen Notstand zu empfinden, diese Leere, dieses große Nichts, von dem ich nicht wusste, wie ich es füllen sollte und womit!. Leben! Ich hatte nur dieses Wort dafür. (S. 43 ).

Nichts als ein Wort ohne jede Erklärung, ohne irgendetwas, das mir sagt, wohin ich gehen sollte, was ich tun konnte. Wie ein dickes Buch ohne Inhaltsverzeichnis. Und gleichzeitig, weil ich es nicht wusste, wie ich es anstellen sollte, wirklich zu leben, habe ich Angstzustände bekommen. Ich hatte zuviel Leere in mir und zu wenig Leben.

Ich sehnte mich so sehr nach einer Leidenschaft, einem Ziel.

Aber könnte ich wie ein Aussteiger auf dem Lande leben, Brunnenwasser trinken, mit Holz heizen, bei Kerzenlicht sitzen und Ziegen hüten" ?.

In letzter Zeit verbringe ich meine Tage unter der Brücke und werfe Steine ins Wasser, um Forellen zu erwischen, ohne Erfolg.

Olivier Zackenbart, genannt Zackenbarsch, leistet mir Gesellschaft.

Als der Zackenbarsch mit mir eine Probefahrt auf dem Motorrad macht, bin ich langsam auf den Geschmack gekommen.

Ich fühle mich gut, leicht; und das ist verdammt viel.

Am Anfang fehlte mir auf dem Bauernhof der Lärm der Motorräder und Autos. Nach drei Tagen hatte ich mich an die Stille gewöhnt.

Clo hat mir vorgeschlagen, mich um die Ziegen zu kümmern. ich habe mich nicht getraut, nein zu sagen. Am Abend war ich begeistert. Es bereitete mir Spaß, sich um die Ziegen zu kümmern. Die Viecher sind echt witzig.

Ich kann die Melkmaschine wie ein Profi bedienen. ich habe ein Gefühl für Tiere, ich kann sie lenken und weiß, wie man sie anpackt. Clo hat angeboten, mir beizubringen, wie man Ziegenkäse macht.

"Es ist das erste Mal dass ich wirklich kapiere wozu Arbeit gut ist".


Musik 2


5. Verhältnis Alex-Gérard unter dem Gesichtspunkt des Sprachlichen

Kurz bevor wir wieder auf die Straße eingebogen sind, die zum Haus zurückführt, hat Roswell gefragt:“Aleksh?“

„Ja?“

„Ssstimm“dass?“

„Stimmt was?“

„Dassich`nen Monssser bin?“

Ich bin stehengeblieben und habe mich vor ihn gehockt. Sein Schal und der Kragen seines Parkas triefen vor Spucke. Ich habe ihn angesehen und gesagt: „Du bist bei weitem das schönste Monster, das ich kenne, du bist mein absolutes Lieblingsmonster! Hast du gesehen, wie du ihnen Angst gemacht hast?!“

Er hat die Hände vorgestreckt,“ Grrrrr“ gemacht und sich schlappgelacht.

Ich habe mir gesagt, ich bin feige, das ich so tue, als wäre es ein Witz. Es ist nämlich war: Er ist monströs. Aber was hätte ich denn antworten sollen?

Außerdem finde ich ihn tatsächlich immer weniger scheußlich.

Er ist von einer vollkommenen Hässlichkeit. Es gibt nichts an ihm, das nicht missraten, entstellt, erschreckend oder lächerlich wäre. Nichts bis auf seinen Welpenblick, der so sanft ist, dass man es gar nicht beschreiben kann. Nichts bis auf sein schallendes Lachen, voller Leben und Humor.

Aber dieses Nichts reicht aus, um etwas in mir zu wecken, Gefühle, die ich nicht verstehe, die Lust, ihm die Flügel zu strecken, und wenn es mit Gewalt ist. Die Lust, ihm abends zuzuhören, ihn am Kanal entlang spazieren zu fahren.

Wir werden noch mehr Leute treffen, die loslachen werden, wenn sie Roswell sehen.

Die waren Monster sind sie.[1]


Lied    EG 663 „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer „


Predigt

Begegnung von Buch und Jahreslosung Psalm 73,28: „Gott nahe zu sein ist mein Glück. / Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen. / Ich will all deine Taten verkünden.“

Liebe Gemeinde,

1.

Mit dem  Leben ist es „wie mit dem Rauchen: Morgen höre ich auf, morgen gehe ich weg. Morgen fange ich an zu leben. Immer morgen, morgen, nur nicht heute …“[2]. So sagt Cédric im Roman „Der Poet der kleinen Dinge“.

Den Konfirmanden habe ich gesagt, dass sie heute zum Gottesdienst kommen sollten. Denn auch wenn die Personen in diesem Roman schon um die dreißig sind, so stecken sie doch genau in der Phase, in der auch Jugendliche sind: nämlich entscheiden zu müssen, wie die Zukunft aussehen soll. Es zu wissen und doch nicht wissen wie. Und insofern ist dieser Roman auch gerade für junge Menschen ein guter und lehrreicher.

Mit dem  Leben ist es „wie mit dem Rauchen: Morgen höre ich auf, morgen gehe ich weg. Morgen fange ich an zu leben. Immer morgen, morgen, nur nicht heute …“.

Ist das nur die Erfahrung von jungen Menschen? Ich glaube nicht!

Jeder kennt dieses Aufschieben, weil Einwände sich im Kopf festgesetzt haben,

Bedenken

die Unsicherheit, sich auf etwas einzulassen,

oder einfach auch „nur“ Trägheit,

oder auch die Frage: Was werden die anderen denken?


Wir kennen die Erfahrung im kleinen Alltag,

Wir kennen sie auch im Existentiellen.

Wir kennen sie sogar oder natürlich als unsere Lebensungewissheit,

gerade so, wie Gérard, genannt Rosswell, sie besingt:


„Und wir wissen nicht, was das Leben ist

Und wir wissen nicht, was der Tag ist

Und wir wissen nicht, was die Liebe ist“[3]

So singt Gérard. „`Unnwir wissennich wasssie Liiewe isss …´ Rosswell artikuliert so gut, wie er kann, er gibt sich Mühe, das sehe ich. Aber er nuschelt trotzdem furchtbar. Er konzentriert sich, zischt und spuckt, zerhackt die Wörter, aber ich bin mir sicher, dass er genau versteht, was er sagt, selbst wenn auch er nicht genau weiß, was das Leben ist oder der Tag.“[4]

Wir artikulieren auch, so gut wir können, verstehen auch, was wir sagen – und wissen doch nicht so genau, was das Leben ist.


2.

Liebe Gemeinde,

im Roman finden wir nun eine Bewegung, eine Veränderung von ziemlich unglücklichen Menschen hin zu solchen – es sind die gleichen -, deren Unglück eine Verwandlung erfährt.


2.1

Wir haben vier Hauptpersonen gerade kennen gelernt. Wir können sie uns vorstellen. Wir können uns vorstellen, dass sie und auch wie sie ihr Unglück beklagen.

Und sie erleben ihre Misere durchaus bewusst.

Noch einmal als Beispiel: So betrachtet einmal Cédric seinen Freund Olivier, den Zackenbarsch:

„Mir wurde ganz unwohl dabei, zu sehen, wie seine Hundeaugen hin- und her schweiften zwischen seiner Traumwelt und seinem Bild im Spiegel an der Wand gegenüber: ein dicker Typ mit schlaffem Gesicht, fahlem Asthmatikerteint, roten Säuferaugen und einer von Monat zu Monat höher werdenden Stirn, die der Platte seines Vaters in absehbarer Zeit in nichts nachstehen würde.“[5]

Und Cédric schließt: „Da habe ich mir gesagt, dass ich wahrscheinlich manchmal den gleichen Blick habe, sogar ziemlich oft, seit ich Lola verloren habe. Den Blick von jemandem, der seine Träume aufgegeben hat.“[6]

Oder etwas später:

„Ein Typ in meinem Alter sollte nicht so reden, ich weiß. Mit achtundzwanzig ist man erwachsen, da hat man abgeschlossen mit dem ganzen Blödsinn: Liebesgeschichten und Co., gutbezahlter Superjob, ein Leben wie im Traum. Lola und ich, so viel ist jetzt sicher, das war nicht fürs Leben.

„Aber ohne sie ist es auch kein Leben.“[7]

Solches Scheitern können wir bei allen Personen, die eine Rolle spielen, sehen. Die Selbstvorstellungen waren klar und eindeutig.

Aber es gilt durchaus auch für Personen, die wir noch nicht kennengelernt haben. Etwa für die Schwägerin Gérards und seiner ärgsten Widersacherin Marlène.

„Es hat Zeiten des Glücks gegeben in ihrem Leben, Zeiten, denen sie nachtrauert. Sie war einmal Miss, mit zwanzig. Um nicht zu vergessen, wie schön sie war, hat sie ihr Foto gleich im Hauseingang an die Wand gehängt: Im Bikini steht sie auf dem Siegerpodest, mit Diadem und einer Schärpe mit der Aufschrift `Miss Weinlese 90´.“[8]

Und: „Keine Kinder zu haben ist Marlènes großes Unglück. Ihr Drama, ihr Schmerz, der Stachel in ihrem Herzen.“[9] …“

All das Unglück, die Ungewissheit, die Abhängigkeiten der verschiedenen Personen resümierend klingt der Satz, den Alex anlässlich des Missgeschicks einer Freundin (Vanessa) entfährt: „Wie viele Menschen abonnieren aus Versehen das Unglück und kündigen dann nicht mehr?“[10]

 

2.2

Doch die Sehnsucht bleibt. Nicht einer, nicht eine, die den Glauben ans Leben endgültig  verloren hat. Zumindest Rudimente der Hoffnung kennen sie alle.

Alex sagt es klipp und klar: „Da ich an das Schicksal glaube, sage ich mir, dass es irgendwo einen Plan geben muss, hoch über meinem Kopf. Dass es für das alles einen Grund geben muss.“[11]

Oder Cédric blickt zurück: „Heute weiß ich, was mit mir los war: Ich hatte zu viel Leere in mir und zu wenig Leben.

Ich sehnte mich so sehr nach einer Leidenschaft, nach einer starken, heftigen Sache, die einen vorwärts treibt. Einem Ziel. Ja, einem Schicksal! Wen schon, denn schon

So sein wie die Leute, die man im Fernsehen sieht, in diesen Holt-die-Taschentücher-raus-Sendungen, wo sie dafür bezahlt werden, dass sie erzählen, wie sie im Elend versunken sind, bis sich plötzlich ihr ganzes Leben verwandelt hat und mit einem Schlag alles Friede, Freude, Eierkuchen war.“[12]

Oder er bemerkt an anderer Stelle: „Wenn schon kein Schicksal, dann sollte ich doch vielleicht wenigstens eine Zukunft haben.“[13]

Und beim „Zackenbarsch“ ist die Hoffnung ganz skurril. Er baut (wie gehört) einen Staudamm aus Bierdosen:

„Der Zackenbarsch saß auf der Böschung, auf seinem reservierten Platz, den man leicht an den von seinem mächtigen Hintern plattgedrückten Gräsern erkennen konnte. Entmutigte Gräser, die es aufgegeben habe zu wachsen, trotz Frühling. Er hatte sein Notizheft auf den Knien und führte Buch: eine Bierdose – ein Strich. Eins, zwei, drei, vier … Und bei fünf: Querstrich.

Er hat beschlossen sie fortlaufend zu zählen, damit er, wenn sein Staudamm endlich fertig ist, die Gesamtsumme kennt. Um eines Tages seinen Enkeln davon zu erzählen. Das ist sein Lebenswerk, wie er sagt. Seine Kathedrale.“[14]

 

2.3

Wir gehen einen Schritt weiter. Zwischen Misere und Hoffnung kommt es zum Wandel.

Dafür bedarf es jeweils eines Auslösers, dem Glück auf die Spur zu kommen:

Bei Alex ist es der Widerspruch gegen Marlène. Ihr Ansinnen, sich des behinderten Gérard zu entledigen. Der bringt sie schon früh dazu, Verantwortung für ihn zu übernehmen. Dies führt durchaus zu einer Zuneigung und Befriedigung.

Ein Auslöser ist eine versuchte Vergewaltigung von Alex, die der Zackenbarsch durch gezielte Bierdosenwürfe verhindert. Hier beginnt die Freundschaft der vier.

Alex berichtet: „Ich habe gedacht, jetzt ist es so weit. Dann hörte ich einen dumpfen Knall. Der Große (das ist der Vergewaltiger) hat einen tiefen Seufzer ausgestoßen und mich mit sich nach hinten gerissen. Ich habe gedacht, er will mich zu Boden werfen, damit es losgehen konnte, aber nein, er war einfach umgefallen. Wie ein Sack.

… Ich habe mich aus den Fängen des Großen befreit, bin aufgesprungen und habe mich umgedreht. Der Dicke, ein Sixpack Kronenbourg  zu seinen Füßen, hielt noch eine Dose in der Hand. Er hat sich zu dem anderen umgedreht, der Cédric heißt: „Ha! Da siehst du mal, wofür Zielgenauigkeit gut ist!“[15]

Eine Motorradfahrt – der Zackenbarsch hatte ein Motorrad geerbt - öffnet schließlich die Situation und schafft die Möglichkeit, frei für Neues und anderes zu werden. Alex fühlt die Wende: „Ich war fast eifersüchtig. Nicht auf das Motorrad. Aber auf diese neue Freiheit, von heute an jederzeit überall hinfahren zu können, ohne jemanden fragen zu müssen.“[16]

Es werden Runden gedreht. Besonders eine Fahrt mit Gérard ist eindrücklich.[17]

Und dann endlich nehmen die Träume konkrete Gestalt an: „Dann haben wir das Bier hervorgeholt, die Pizzen und die Frankreich-Karte. Alex hatte schon gegessen, aber sie hat sich trotzdem ein bisschen genommen. Sie hat einen Blick auf die Karte geworfen.

Ich (= Cédric) habe gesagt: `Kannst du uns mal die Ecken zeigen, die du schon kennst?´

Sie kannte alles.

Also haben wir sie um Tipps, um ihre Meinung gebeten. Bevor sie antwortete, wollte sie etwas mehr wissen. Warum wollten wir wegfahren? Und wie lange?

Wir haben gesagt, wir würden wegfahren, um wegzufahren, und so lange, wie es dauern würde.“[18]

 

2.4

Und so kommt es - das ist das Nächste - zur Wende – und zwar für alle!

Sie deutet sich in so manchem schon an, z.B. „dass der Rhythmus, in dem er (= der Zackenbarsch) neue Bierdosen öffnete, immer langsamer wurde.“[19] Oder z..B., dass Marlène ihren Mann nicht mehr angiftet.[20] Oder z.B. dass Gérard immer mehr in die Gruppe der drei anderen als vollwertiges Mitglied aufgenommen wird. Am Anfang ist es Alex, dann der Zackenbarsch[21], die bzw. der Verantwortung übernimmt und Freundschaft schließt. Dann kommt es z.B. zu der erwähnten Fahrt Gérards im Beiwagen des Motorrads.

Und so kann das Happyend des Romans starten.

Nach langen Überlegungen Alex‘[22],

nach manchem Gespräch,

danach, dass Alex Marléne zu ihrem größten Glück, einer Reise in die Savoyer Alpen verhilft[23],

machen sie sich auf dem Motorrad auf zu Clo, der Freundin von Alex[24].

Und dort finden sie tatsächlich alle zu ihrem Glück. Das Land ist einem Paradies gleich.[25] Olivier und Clo werden ein Paar. Es wird ausgiebig gegessen.[26] Dem Kinderwunsch wird stattgegeben.[27] Der anfangs so träge Olivier entwickelt Leidenschaft für‘s Basteln und Reparieren.[28] Cédric bereitet es sogar Spaß, Ziegen zu hüten. „Ehrlich ich habe immer gedacht, dass ich so was hassen würde! Aber die Viecher sind echt witzig. Und es ist das erste Mal, dass ich wirklich kapier, wozu die Arbeit gut ist.“

Und so spitzt sich zu, was kommen muss. Nach der Rückreise machen sie sich wieder auf, um bei Clo auf dem Lande zu leben:

„Olivier hat mir (= Alex) ein Zeichen gegeben, und ich habe unsere Sachen aus dem Haus geholt … Als wir endlich startklar waren, hat sich Cédric zu uns heruntergebeugt und Roswell gefragt: Alles okay?´

`Okeh-Scheff!´ Olivier hat uns breit angegrinst: Alles klar, dann kann’s ja losgehen!´

Und Roswell hat gesagt: `Sssuper!´“

 

3.

Was ist die Quintessenz, liebe Gemeinde?

Ich glaube, dass wir sie erfassen, wenn wir auf den sehen, der dem Buch den Titel gab, auf Gérard, genannt Roswell, den „Poeten der kleinen Dinge“.

Der einzige wirklich durchgängig Glückliche ist der „Poet der kleinen Dinge“.  Trotz mancher Missgeschicke, Ungeschicke und in seiner ganzen schrecklichen Situation hat er im Grunde genommen genau das, was ein Mensch zum Glücklichsein braucht. Er hat die Voraussetzungen, die ihn selbst glücklich sein lassen und es bei den anderen zum Glück kommen kann.

Und  (hier spricht ja der Pastor) darin ist er – das füge ich hier gleich hinzu - vergleichbar dem Psalmbeter des Psalm 73. Ich meine, dass Gérard und der Palmbeter des Psalms, dem die Jahreslosung entnommen ist, im Blick auf das Lebensglück einiges gemeinsam haben.


3.1

Gérard hat Liebe. „Du bist das schönste Baby der Welt. Der Stolz Deiner Mutter.“ [29] schrieb sie zu einem Kinderfoto. Sie „verhätschelte ihn, widmete ihm ihre gesamte Zeit, schrieb ihm Briefe, brachte ihm Lieder bei, Gedichte, die sie manchmal für ihn abschrieb …“[30] Als Alex das erfährt, überlegt sie: „Wie oft muss sie (die Mutter) daran gedacht haben, was ihren Sohn erwarten würde, wenn sie einmal nicht mehr da wäre.“[31] Auf jeden Fall hat sie ihm ein Fundament gelegt.

Die Mutterliebe, die Elternliebe, ist die Grundlage, auf der wir die von Gott an uns geübte Liebe als erstes erfahren.

Und auch der Psalmbeter – jetzt mache ich immer wieder einmal den Vergleich zwischen dem Psalmbeter und Gérard - fühlt sich sicher wie ein geliebtes Kind. Er vergleicht sich mit einem Kind, das an der Hand geführt wird: „Du hältst mich an deiner rechten Hand!“

Liebe Gemeinde, das ist die Grundlage, auf der wir stehen: erfahrene Liebe! Als Christen wissen wir, dass sie sich als erstes im Tun der Eltern an uns ereignet. Die Liebe Gottes ist der Weg auf dem wir gehen: diese Liebe im Herzen tragen, sich immer wieder nach ihr strecken, um sie beten, sie sich genug sein lassen.


3.2

Das Zweite ist: Gérard ist den Alltagssorgen entnommen.

Vielen Sorgen, die an uns nagen, ist er schlicht und einfach durch seine Behinderung enthoben. So kann er offen sein, lieben, leben, was er liebt, ohne Bedingungen tun, was er tut. Er kann einstecken, was er einstecken muss. Er kann das Leben singend hinnehmen, das Leben nehmen, wie es ist, alle Hinwendung nehmen, die ihm zukommt.

Und auch in diesem Punkt ist er sicherlich dem Psalmbeter vergleichbar.

Der hatte – wie es Gérard eher unbewusst erlebte - sehr bewusst erfahren, dass das Leben es nicht gut mit ihm meinte, ja, dass Menschen wie nach Gérards nach seinem Leben trachteten. Aber auch er findet Halt. Auch er kann die Erfahrung machen, enthoben zu werden, enthoben zu sein, dadurch zufrieden, lebenswert leben zu können. Es ist ihm möglich.

Dabei erkennt er allerdings weit über Gérard hinaus, dass es an Gott liegt und seinem Begleiten, das unverfügbare Leben in Bahnen gleiten zu lassen, die Erfüllung verheißen und schenken.
 

3.3

Das nächste Hilfreiche, wessen es zum Glück bedarf, meine ich, ist dieses:

An Gérard und dem Psalmbeter ist zu sehen, dass das Motto von Cédrics Vater, „Du hast zwei Arme, zwei Beine, du bist gesund … dieses Glück hat nicht jeder!“[32] nicht hinreichend ist für das Gelingen des Lebens!

Ganz im Gegenteil, das erkennt Cédric! Und er erzählt von seinem Bild von Glück, was für ihn Glück ist!

Gérard stopfte sich fast die ganze Hand in den Mund. „Das war ein beeindruckender Anblick.

Und ich glaube, das wird für mich das Bild des Glücks bleiben. Es mag bescheuert klingen, aber nachdem ich den ersten Schock überwunden habe, kommt es mir jetzt manchmal so vor, als wäre Gérard normal und wir die Behinderten.“[33]

Beim Psalmbeter ist es kein Bild, sondern seiner Gotteserkenntnis gemäß,  das Bekenntnis, in dem sich sein Glück widerspiegelt: „Dennoch bleibe ich an Dir, denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand. Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.“ „Gott nahe zu sein, ist mein Glück!“


3.4

Gérard und auch der Psalmbeter, meine ich, beide lehren uns, unsere Lebensmelodien, die uns tragen, die Klänge des Lebens, zu singen.

„Roswell singt gern.

Singen ist vielleicht nicht das ganz richtige Wort, aber es bezeichnet die Absicht dahinter. Wenn es ihn packt, dann schließt er die Augen, wirft den Kopf in den Nacken, zieht die Oberlippe noch ein bisschen höher als sonst und legt los.

Es ist selten eine bekannte Melodie – zumindest kann ich keine erkennen -, und es klingt für menschliche Ohren grauenhaft falsch, aber man muss ihn dabei nur anschauen, um zu verstehen, dass es ihn beruhigt, dass es ihn glücklich macht.“

Das ist das Geschenk des Himmels an den mehrfach behinderten Gérard, genannt Rosswell.

Und der Psalmbeter des 73 Psalm singt auch – ich habe es schon zitiert:


23 Ich aber bleibe immer bei dir, /

du hältst mich an meiner Rechten.

24 Du leitest mich nach deinem Ratschluss /

und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.

25 Was habe ich im Himmel außer dir? /

Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde.

26 Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten, /

Gott ist der Fels meines Herzens / und mein Anteil auf ewig.

2 Ich aber - Gott nahe zu sein ist mein Glück. /

Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen. / Ich will all deine Taten verkünden.[34]


Schluss:

Sie beide, liebe Gemeinde, Gérard und der Psalmbeter, der Psalmbeter und Gérard, haben ihr Glück gefunden. Es steckt  in ihnen. Sie haben es sich nicht selbst erarbeitet. Es ist ihnen geschenkt worden. Gott hat sie nicht umkommen lassen. Er lässt uns nicht.

Das ist dann vielleicht die allerwichtigste Erkenntnis. Es mag sein, dass wir an uns arbeiten können, dass wir uns etwas erarbeiten können, Disziplin und Fleiß an den Tag legen können. Der Garant für unser Leben und unsere Zufriedenheit und unser Glück ist das aber alles nicht.

Und darum stimmen wir ein in die Lebensmelodie des Poeten der kleinen Dinge und in das Gottesbekenntnis des Psalmisten.

Es bedarf nicht der großen Überlegungen, nicht der Überwindung von Skepsis, sondern einfach nur des Mutes und des Einsehens und dann der Einwilligung.

Ich glaube, dass wir das heute mitnehmen können aus diesem Gottesdienst und uns vornehmen für die kommende Woche. Denn wie sagt Alex: “Eine Woche vergeht schnell. Aber mehr ist auch nicht nötig, um ein Leben zu ändern.”[35]


Amen.

[1] S. 78

[2]  S. 150

[3] S. 34

[4] Ebd.

[5] S.88

[6] Ebd.

[7] S.93

[8] S.21f

[9] S.24

[10] S.118

[11] S.20

[12] S.44

[13] S.53

[14] S.81

[15] S.129f

[16] S.145

[17] S.193f

[18] S.195

[19] S.196

[20] S.210

[21] S.137f

[22] S.204

[23] Insb. S.203, 206-211

[24] S.217-220

[25] S.222

[26] S.223f

[27] S.224f

[28] S.226

[29] S.178

[30] S.179

[31] Ebd.

[32] S.197

[33] S.190

[34] Nach Einheitsübersetzung

[35] S.226

Abkündigungen / 

 

Ein Literaturgottesdienst zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 und an die Bücherverbrennungen 1933

Autorin: Barbara Friedrich, Pfarrerin d. Ev. Johannesgemeinde, Hofheim am Taunus

Ein Literaturgottesdienst zum Thema: „Toleranz“ (Themenschwerpunkt des 6. Jahres der Lutherdekade).

Adrienne Thomas: „Die Katrin wird Soldat. Ein Roman aus Elsass-Lothringen“. Erstausgabe: Ullstein, Berlin 1930. Auch dieses Buch gehörte zu den „verbrannten Büchern“. Es erfuhr mehrere Neuauflagen in unterschiedlichen Verlagen. Sie sind teilweise noch antiquarisch zu bekommen. Die letzte Ausgabe erschien im Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2008. ISBN 978-3-86110-455-1.

Literaturgottesdienst mit einem brisanten Jugendbuch

Autor: Pfarrer Christoph Otminghaus und das Bücherei-Team der Gemeinde
Die musikalische Gestaltung übernahmen Monika Stockhausen (Querflöte) und Esther König (Orgel).

Literarischer Gottesdienst in der Ev. Kirche Bad Oeynhausen-Eidinghausen am Ewigkeits-Sonntag 21. November 2010 zu Janne Teller: Nichts. Was im Leben wichtig ist. Roman. Aus d. Dän. von Sigrid C. Engeler. München: Hanser 2010. 139 S. ISBN 978-3-446-23596-0. € 10,00

Gottesdienst zu einem Kriminalroman

Autorinnen: Regina Petri und Pfarrerin Katrin Wüst
                                          
1. Literaturgottesdienst im Rahmen der Gottesdienstreihe „Andreas um 6“ in der evangelischen Andreas-Kirche in Schildgen zu Andrea Maria Schenkel: Tannöd. Roman. Hamburg: Nautilus Verl. 2006. 125 S. : 20 cm. ISBN 3-89401-479-2, geb.: 12,90 €

Literaturgottesdienst „Lesen verändert“

Autorin: Marion Wiemann, Hannover

Mit dem Bilderbuch „Der kultivierte Wolf“ von Becky Bloom (Text) und Pascal Biet (Illustrationen. Oldenburg 2008 : Lappan Verlag. 32 S. ; 25 cm. 9,95 € (ISBN 978-3-8303-1139-3.)

Gottesdienst über das Leben außerhalb des Paradieses

Autor:in: Pastor H.-J. und Gabriele Schliep
                                                          
5. Literaturgottesdienst „Kronsberger Abendkirche“ am 15. Sonntag nach Trinitatis 24.09.2006 im Ev. Kirchenzentrum Kronsberg zu Cees Nooteboom: Paradies verloren. Roman. Aus d. Niederländ. von Helga van Beuningen. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006. 156 S. ISBN 978-3-518-41726-3. € 16,80

Literaturgottesdienst „Der Kummer mit der Fülle“

Autorin: Pfarrerin Barbara Friedrich, Gravenbruch                                                                
Gehalten am Sonntag, 13. März 2016 in der Ev. Kirche in Gravenbruch.
Zu: „Kummer mit Jütländischen Kaffeetafeln“ von Siegfried Lenz. (In gedruckter Form erschienen als Praxistipps 2016 „Der Kummer mit der Fülle“. Hrsg. von Verband Ev. Büchereien in Hessen und Nassau.)

„Kochen, Kochshows, Wettkochen – und die unzähligen Fragen nach gesunder Ernährung sind allgegenwärtig. So hat sich das Thema: Essen und Trinken für uns aufgedrängt. Es bekam durch die Erzählung von Siegfried Lenz „Der Kummer mit Jutländischen Kaffeetafeln“ dann den Titel: Der Kummer mit der Fülle. Denn zum genussvollen Kochen und Essen und Trinken gehört auch der Kummer, das rechte Maß zu finden und auch der Gedanke an die, die keine Chance haben, satt zu werden, sich gesund zu ernähren.“ (Aus dem Vorwort des Praxistipps s.o.)


Familiengottesdienste

Familiengottesdienste richten sich vor allem an Kinder mit erwachsenen Begleitpersonen. Im Zentrum stehen oftmals Bilderbücher, deren Illustrationen mit in den Gottesdienst einfließen. So sind Familiengottesdienste Leseförderung und Familienvergnügen zugleich.

Eine Liste unserer Familiengottesdienste finden Sie hier:

Ein Literaturgottesdienst zum Werk von Astrid Lindgren mit Lesepassagen aus "Mio mein Mio", "Ferien auf Saltkrokan"und "Die Brüder Löwenherz".

In Mio mein Mio wird ein Bezug zu biblischem Motiven gesetzt: Brot, das Hunger stillt und die Quele, die den Durst löscht (1. Könige 19)

In Ferien auf Saltkrokan hat Pelle ein besonderes Erlebnis mit einem Psalmwort, das er bei seiner Nachbarin mitbekommt (Psalm 139)

Die Brüder Löwenherz handeln von Zivilcourage, Mut und Freiheitskampf und zeigen deutlich Lindgrens Ethik.

Familiengottesdienst

Aus der Friedenskirche Remagen mit Bilderbuchkino für alle Generationen zu „Hübsch!“ von Canizales. Wien: Verlag Jungbrunnen 2020.  ISBN 978-3-7026-5947-9, geb.: 16,00 €

Autorin: Pfarrerin Johanna Karcher, Ev. Kirchengemeinde Remagen Sinzig

Literaturgottesdienst

Ev. Luth. Gemeinde Mittenwald am 13. März 2011 zu Michael Ende "Momo". Stuttgart: Thienemann Verlag 2005. 304 S. ISBN 978-3-522-17750-4. 14,95 €

Mitwirkende: Pfarrerin, SprecherInnen aus dem Team der ev. öff. Gemeindebücherei, Kirchenband, Orgelspielerin

Familiengottesdienst mit einem Jugendbuchklassiker

Autorin: Pfarrerin Christiane Thiel                                                                        

Familien- und Literaturgottesdienst zum 9. Oktober 2008, dem 85. Geburtstag von Otfried Preußler, mit seinem ursprünglich 1971 erschienenen Jugendroman: Krabat. Sonderausgabe. Stuttgart: Thienemann 2008. 269 S. ISBN 978-3-522-18159-4. € 9,90

Gestaltung der Einladung zu diesem Gottesdienst, Gestaltung der Kirche: mit den Grafiken der bekannten Ausgabe des Buches, wenn möglich. Im Kirchenraum hängt eine Wiedergabe des geflügelten Krabat und der Kantorka. Es sollte mehrere Lesende geben.

Literaturgottesdienst für Familien: “Worauf warten wir im Advent”

Autorin: Marion Wiemann, Diakonin 

Gottesdienst zum 3. Advent in der ev. Schlosskirche Bad Iburg zu dem Kinderbuch „Herr Eichhorn und der erste Schnee“ von Sebastian Meschenmoser. Esslinger Verl. 2007. 64 S. 9,95 €. ISBN 978-3-480-22359-6


Literaturgottesdienste zum Ev. Buchpreis

Zu jedem Gewinnerbuch unseres beliebten Leser:innenpreises wird ein Literaturgottesdienst von Expert:innen erstellt. Dieser ist neben spannendem Begleitmaterial für die Gemeindearbeit in unseren Anregungen zu haben. So holen Sie sich den Ev. Buchpreis auch in Ihre Gemeinde!

Die "Anregungen" zu den Preisbüchern 2020, 2021 und 2023 können hier käuflich erworben werden.

Den Literaturgottesdienst zum Buch hat die Pfarrerin Barbara Friedrich verfasst.
In diesem greift sie die Hauptthemen von „Schön wie die Acht“ auf und stellt
z. B. einen Zusammenhang zur Zahlenwelt der Bibel oder zur großen Geschwistergeschichte
„Josef und seine Brüder“ her. 

Darüber hinaus gibt es Material zur
kreativen Arbeit mit Gedichtanfängen aus dem Buch.
Die Gesprächsimpulse für Familien von Gemeindepädagogin Carolin Jendricke
sowie die Bausteine für eine Konfi rmandenunterrichtsstunde zum Buch holen die
Jugendlichen „in dieser Zeit zwischen den Stühlen“ ab und laden ein, (noch) kindliche
Anteile in sich zu erforschen und Vorstellungen für das eigene Erwachsensein
zu entwickeln.

Eine Arbeitsgruppe um die Leiterin der Bücherei- und Medienstelle
im Haus kirchlicher Dienste Marion Wiemann hat sich inspirieren lassen.

Unser diesjähriges Arbeitsheft „Anregungen“ enthält einen Literaturgottesdienst, ein Konzept
für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden und zwei Entwürfe für die
Arbeit in Gemeindegruppen mit verschiedenen Zielgruppen. Alle Veranstaltungsvorschläge
kommen aus der Buch- und Büchereiarbeit der Landeskirche und zeigen, wie vielfältig die Mitarbeitenden unserer Büchereien ihre Arbeit mit dem Buch und der Literatur verstehen.

Es ist gute Tradition, dass wir eine Arbeitshilfe herausbringen, die „Anregungen“ gibt, wie das Buch in Gemeinde und Bücherei, in Gottesdiensten und Gesprächskreisen zur Sprache gebracht werden kann.

Unser diesjähriges Preisbuch berührt ein Thema, dem wir uns nicht gerne stellen. Es geht um Sterben und die Gestaltung der letzten Lebenszeit. Herzlich danken wir deshalb dem Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe Joachim Faber und Pfarrer Gregor Bergdolt, dem Leiter des Bereichs Seelsorge in besonderen Arbeitsfeldern, für ihre Beiträge, die sensibel und kenntnisreich ganz unterschiedliche Begegnungen mit dem Roman entfalten.

Lassen Sie sich anregen, den Roman von Susann Pásztor auch in Ihrer Gemeinde zu lesen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Wie können wir die Empfehlung für das Preisbuch in die Büchereien, Kirchengemeinden und Gemeindegruppen weitergeben? Wie in den Vorjahren wollen wir auch 2017 im wörtlichen Sinne Anregungen geben, das Preisbuch im Gottesdienst und bei gemeindlichen Aktivitäten einzusetzen.

Den Gottesdienst hat Pfarrer Jens Teuber aus Oldenburg, der als Vorsitzender der Jury unmittelbar an der Auswahl für das Preisbuch beteiligt war, erarbeitet.

Claudia Montanus, Bildungsreferentin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V., hat ihren Vorschlag für eine Veranstaltung mit dem Buch von Jörn Klare zweigeteilt: mit weniger mobilen Gruppen und weniger Zeit kann das Buch z.B. im Gemeindehaus „erfahren“ werden, mit etwas mehr Zeit und mobilen Gruppen lässt sich das Buch – das ja vom Wandern handelt – in einer outdoor-Variante „erwandern“.

Wir haben selbst erfahren, dass Menschen zu den Themen des Buches „Nach Hause gehen“ leicht ins Gespräch kommen. Machen Sie sich doch auf den Weg und lassen Sie sich von unseren Vorschlägen anregen. Wir wünschen gutes Gelingen.

Das Bilderbuch „Rabenrosa“ kann aber über die reine Buchausleihe hinaus wirksam werden. Dazu möchte die vorliegende Arbeitshilfe Anregungen geben.

• Welche Begegnungen ermöglicht dieses Bilderbuch als Brücke zu biblischen Geschichten?

• Wie kann mit der Geschichte der „Rabenrosa“ ein Familiengottesdienst gestaltet werden?

• Wie könnte ein Bilderbuch- und Bastelnachmittag in der Bücherei aussehen?

Dazu haben Mitarbeitende aus der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg anregende Vorschläge erarbeitet.

Zu dem Roman „Der lange Atem“ von Nina Jäckle hat Katja Jochum Gestaltungsvorschläge für Gemeindegruppen, für eine Andacht und für eine Verknüpfung mit der Zeit der Schöpfung erarbeitet.

In einem zweiten Teil legen Maike und Christian Siebold einen Literaturgottesdienst zu "Der lange Atem" vor.

Abschließend erhalten Sie Hintergrundinformationen zu Japan von Gudrun Scheer.

Zu dem Jugendbuch „Tomaten mögen keinen Regen“ von Sarah Michaela Orlovský liegt ein Gottesdienstentwurf von PD Dr. Lutz Friedrichs vor, in dem Szenen aus dem Jugendbuch spielerisch umgesetzt werden und das Thema Identität unter der Überschrift „Einmal wird einer kommen und Ja sagen zu mir…“ gefasst wird.

Im zweiten Teil der Arbeitshilfe präsentiert Dr. Anke Kaloudis Bausteine für den Einsatz des Buches im Religionsunterricht der 6./7.Klasse, hier werden u.a. die Themen „Leben mit Behinderung“ und „Leben im Waisenhaus“ aufgegriffen.

Für den Gottesdienst hat die Autorin auf das Erarbeiten eines geschlossenen Entwurfes verzichtet. Sie hat das Buch in seinen unterschiedlichen Facetten zum Anlass genommen, für verschiedene Gottesdienste im Kirchenjahr und zu unterschiedlichen Themen Anregungen zu geben.

Texte: Christiane Thiel

Redaktion: Gabriele Kassenbrock

Literaturgottesdienst zum Thema „Heimat ist Erzählen“

Autor: Dekan Christopher Krieghoff, Nürnberg

Ein Literaturgottesdienst zum Preisbuch des 34. Evangelischen Buchpreises: Katja Thimm: Vatertage. Eine deutsche Geschichte. Frankfurt am Main: S. Fischer 2011. 287 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-10-076903-9, geb.: 18,95 €

Literaturgottesdienst mit dem Roman „Das Amerikanische Hospital“

Autor*innen: Barbara Friedrich, Eva Basler, Frauke Richter

Das Buch „Das amerikanische Hospital“ hat zwei große Themen:

  • Krieg mit den Fragen nach der Rechtfertigung für einen Krieg, und nach Schuld
    und Vergebung als Thema der männlichen Hauptfigur
  • Medizinische Möglichkeiten und Grenzen in ihrer Auswirkung auf die
    Seele der Menschen am Beispiel der Fortpflanzungsmedizin/Künstliche Befruchtung
    als Thema der weiblichen Hauptfigur.

Literaturgottesdienst zum Buß- und Bettag

Autorin: Birgit Schönfeld, EÖB Bad Bentheim                              

Den alljährlichen Gottesdienst zum Buß- und Bettag feierte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Bentheim 2010 in Form eines Literaturgottesdienstes. Für den literarischen Teil zeichnete dabei die Gemeindebücherei verantwortlich. Im Mittelpunkt stand das Jugendbuch „Zebraland“ (Ravensburger Buchverlag 2009), für das die junge Autorin Marlene Röder im Jahr 2010 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet worden ist. 


Literaturgottesdienste zum Schulanfang

Der Gottesdienst zum Schulanfang ist vielerorts eine gelebte und beliebte Tradition, die diesen wichtigen Lebensabschnitt feiert und den Beginn des Lesealters einläutet.

Eine Liste unserer Literaturgottesdienste zum Schulanfang finden Sie hier:

“Gottesdienste mit der Eliport-Schultüte”

Inhalt

Griet Petersen:
Kindergartenentlassgottesdienst „Mutig wie Miriam“

Ralf Fischer und Cordula Schilke:
Einschulungsgottesdienst mit der Eliportschultüte 2021 „Ich bin eingeladen“

“Gottesdienste mit der Eliport-Schultüte”

Inhalt

Griet Petersen: Auf geht´s!
Kindergottesdienst zur Verabschiedung aus dem Kindergarten

Ralf Fischer und Cordula Schilke: Wunderbar gesegnet
Gottesdienst mit der Eliport-Schultüte

“Gottesdienste mit der Eliport-Schultüte”

Inhalt

Stefan Welz: "Gott gab uns Augen"
Gottesdienst zur Verabschiedung aus dem Kindergarten

Christian Hartung, Karin Heß-Stoffel u. Daria Thoi: "Abenteuer Schulweg"
Ökumenischer Einschulungsgottesdienst

Wilfried Geyer: "Der Mensch ist kein Zufall"
Multireligiöse Feier zum Schulanfang

“Gottesdienste mit der Eliport-Schultüte”

Für Kindertagesstätten, Schulen und Kirchengemeinden.

Inhalt

Griet Petersen: "Neuland Schule: Gott hält zur mir!"
Gottesdienst zur Entlassung der Vorschulkinder aus dem Kindergarten

Jens Teuber: Ich gehe neue Wege - Gott geht mit
Einschulungsgottesdienst

Christiane Thiel: "Nähme ich Flügel der Morgenröte"
Familiengottesdienst

Andrea Braner: "Auf allen Wegen bist du, Gott mein Licht"
Kindergottesdienst

Bernd Mackscheidt: Gott hilft mir - und wenn mal nicht?
Kinderbibeltag


Entdecken Sie unsere Projekte

Schau mal
Mit Bilderbüchern Gottes Welt entdecken

Mit dem digitalen Angebot „Schau mal – Mit Bilderbüchern Gottes Welt entdecken“ lädt das Evangelische Literaturportal junge Familien und Kitagruppen ein, mit Bilderbüchern auf eine Reise in Gottes Welt zu gehen. Monatlich wird ein Bilderbuch vorgestellt, das wichtige Themen aus dem Kinderalltag oder die Themen des Kirchenjahres behandelt.

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Willkommen in Gottes Welt
Der Willkommens-Buchbeutel

„Willkommen in Gottes Welt“ – so begrüßt das Evangelische Literaturportal gemeinsam mit vielen Partnern Familien mit kleinen Kindern. Herzstück ist die Weitergabe des liebevoll gestalteten Willkommens-Buchbeutels. Die Aktion fördert das Vorlesen von Anfang an und gibt Anregungen für religiöse Rituale im Familienalltag.

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Lesen in Gottes Welt
Die Eliport Schultüte

„Lesen in Gottes Welt“ - so begleitet das Evangelische Literaturportal mit vielen Partnern Kinder beim Übergang in die Schule. Die Eliport-Schultüte regt zum ersten, selbständigen Lesen an und ermutigt Kinder und Eltern dem neuen Lebensabschnitt mit Freude und Gottvertrauen zu begegnen.

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Anregungen für Gottesdienst, Gemeinde und Bildungsarbeit

Hier finden Sie Anregungen für den Einsatz der Preisbücher des Evangelischen Buchpreises in Gottesdienst, Gemeinde und Bildungsarbeit aus den Jahren 2020 bis 2023.

Mehr erfahren

Unsere Themenhefte entdecken

Tod - was ist das?
ilderbücher über Abschied, Trauer und Tod (2023)

Mit Kindern über den Tod zu sprechen ist nicht einfach. Bilderbücher können eine gute Unterstützung sein, um in das Thema einzuführen, einen Gesprächsanlass zu eröffnen oder einen konkreten Trauerfall zu bearbeiten.

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Alles inklusive? Leben mit Behinderung
- Literaturempfehlungen (2022)

Das Themenheft „Alles inklusive? Leben mit Behinderung - Literaturempfehlungen“ stellt 27 Bilder-, Kinder- und Kindersachbücher sowie 24 Titel für Erwachsene vor, die das Thema unter Einbeziehung aktueller gesellschaftlicher Diskurse behandeln.

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Empfehlenswerte Kinderbibeln
Empfehlenswerte Kinderbibeln im Überblick (2018)

Jedes Jahr erscheinen neue Kinderbibeln auf dem Buchmarkt, erfreulich viele Bibeln sind schon viele Jahre lieferbar. Diese Fülle ist ein Schatz, aber auch eine Herausforderung. Welche Bibel sollte ich vorlesen? Welche in meinem Religionsunterricht, in meinem Kindergottesdienst und in unserer Familie einsetzen? Es gibt also nach wie vor Orientierungs- und Beratungsbedarf.

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Demokratie - Streiten, Lernen, Leben
- Literaturempfehlungen (2019)

Das Themenheft des Ev. Literaturportals möchte einen Beitrag dazu leisten, sich den Fragen nach Demokratie, Toleranz und Menschenrechten neu zu stellen. Unter dem Titel „Demokratie – Streiten, Lernen, Leben“ stellen die Redaktion und zahlreiche Fachrezensent*innen 60 Bücher für Erwachsene und 40 für Kinder- und Jugendliche vor.

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