Die Flucht der Bärin

Joanna Bator

Ein Roman aus 16 direkt erzählten Geschichten über (vorwiegend) Frauen mit tragischen, überraschenden und berührenden Lebensmomenten.

Bator ist eine Meisterin des Erzählens. Alle 16 Geschichten haben ein Ich, das erzählt, aber hinter jedem Ich steckt eine ganz andere Persönlichkeit. Erst im Laufe der Lektüre entdeckt man immer neue Verbindungen zwischen den Personen und erkennt den Grundgedanken: Das Leben ist ein Netz, in dem alles zusammenhängt. Nicht nur das Offensichtliche, wie Familien- und Generationenbeziehungen, sondern auch märchenhafte Motive, wie endlos wachsende Haare oder die Verwandlung eines Menschen zum Tier. So zieht eine im Grunde einsame Frau, die als Beerdigungsrednerin arbeitet, nach dem Tod der Eltern in ihr unverändert gebliebenes Kinderzimmer zurück und trifft dort auf eine sprechende Schildkröte, die auf der Flucht ihrer Besitzer aus der Ukraine verloren gegangen ist. Durch deren Interesse an ihrem ungewöhnlichen Beruf erkennt sie erstmalig den Wert ihrer Arbeit und gewinnt Selbstvertrauen.

 

Die zutiefst menschenfreundlichen Geschichten sind so großartig erzählt, dass ich jeden noch so erstaunlichen Schritt begeistert mitgehe. Für viele Lesende und viele Interessen.

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   Gabriele Kassenbrock


Preisgeb.: 26,00 €
Erscheinungsjahr2026
VerlagSuhrkamp
OriginalsprachePolnisch
Übersetzer:inLisa Palmes
Seitenzahl317 Seiten
ISBN978-3-518-43285-3
SignaturSL
SchlagworteAußenseiter / Polen / Solidaritat / Miteinander