Luft zum Leben
Sammlung sprachlich brillanter zwischen 1960 und 2025 verfasster Texte der 85jährigen Ingeborg Bachmann- Preisträgerin.
Keiner Chronologie folgt Helga Schuberts literarischer Lebensrückblick, diese Sammlung von sehr persönlichen Geschichten, zwei berührenden Gedichten, Vorträgen und Gedanken, die Hälfte davon bisher unveröffentlicht.
Ihr Leben und Schreiben im totalitären SED- Regime, das sie bespitzelt, ihre Texte zensiert und sie ihrer Selbstbestimmung beraubt hat, wird von ihrer immerwährenden Sehnsucht nach Freiheit durchzogen.
Sie ist eine freigeistige, kritische und genaue Beobachterin des Alltags. In ihren biographischen Texten, in denen sie u.a. ihre viel zu frühe Mutterschaft, den Tod ihrer Großmütter, eine Momentaufnahme mit ihrem dementen Mann, ihr Leben im wiedervereinten Deutschland beschreibt, verbindet sie in ihrer wunderbar lakonischen Sprache Privates und Politisches, Vergangenes und Gegenwärtiges. Von schwierigen Übergängen im Leben erzählt sie in ihren 38 Texten, von scheinbar aussichtslosen Situationen und dem Mut, auf eine zuvor unvorstellbare Lösung zu vertrauen.
Die sprachmächtige Psychologin Helga Schubert hat uns Leser:innen nicht nur mit einem literarischen Testament, sondern auch mit einem Stück komprimierter Zeitgeschichte beglückt.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Christine Heymer
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 285 Seiten |
| ISBN | 978-3-423-28513-1 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Zeitgeschichte / DDR / Passiver Widerstand / Frauenschicksal |