Sperrgut

Sophia Merwald

Sechs Personen leben in einem abbruchreifen Haus außerhalb der Stadt und werden sich neu und anders gerecht.

Unter der Obacht von Matriarchin Kristalloma lässt die Erzählerin Stevie an verletzten Leben dreier Paare teilhaben. „Heil" ist in kostbaren, zeitlosen Momenten erfahrbar - bedroht von einer „Realität", die den Wert des Andersseins nicht erkennt. Fürsorge und Freiheit im Umgang miteinander und allen Aufgaben zeigen ein mögliches Leben, das sich gängigen Vorstellungen entzieht. 
Die zentrale Liebesgeschichte zwischen den jungen Frauen Maj und Stevie wird als zart-wilde Annäherung Verletzter in poetischer Sprache erzählt, die die Grenzen zwischen Kultur und Natur aufzuheben scheint.
Diese wunderbare Sprache! Die Kapitel-Titel, die knappen Absätze, die neu und so passend formulierten Worte und Sätze lassen den grundtraurigen und doch tlw. lustig-absurden Roman wie eine Brausetablette genießen. 
Das Cover knüpft nahtlos an den letzten Satz an.
Und: So schön ward nie zuvor ein DANKE formuliert.


Für alle, die Worte, Sätze, freies Assoziieren und mäanderndes Erzählen mit sozialer wie feministischer Botschaft im langsamen Lesen genießen.

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:   Frauke Thees


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2026
Verlagpark X ullstein
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl301 Seiten
ISBN978-3-98816-064-5
SignaturSL
SchlagworteFrauen / soziale Fragen / Poesie