Teufels Bruder

Matthias Lohre

1896 reist der junge Thomas Mann mit Bruder Heinrich nach Italien und versucht dort seinen Weg als Schriftsteller zu finden.

Im Herbst 1896 treten Thomas und der ältere Bruder Heinrich ihre lang ersehnte Reise nach Italien an. Während Heinrich damals bereits mehrere Erzählungen veröffentlicht hat, muss der Schulversager Thomas erst noch seinen Weg als Schriftsteller finden. Die Reise soll ihn für eine Novelle inspirieren. Zugleich sehnt er sich nach seiner Jugendliebe Ilse aus Lübeck, von der er sich emotionalen Halt erhofft. Aber dann wird er in Venedig auf einen melancholisch blickenden, blonden Jüngling aufmerksam, der ihn so fasziniert, dass er ihm bis nach Neapel nachreist. Wäre dessen vermeintliches Schicksal Stoff für eine Geschichte? Doch die erhoffte Inspiration mündet in einem schockierenden Erlebnis. Matthias Lohre beschreibt gekonnt die emotionalen Höhen und Tiefen, die die Beziehung zwischen den Mann-Brüdern von Beginn an prägten, die Sehnsucht nach Liebe und den schmerzhaften Versuch des jungen Thomas, herauszufinden, wer er wirklich ist, als Mensch und als Schriftsteller. Dabei trifft er den heutzutage teilweise behäbig wirkenden, dekadent-morbiden Stil der damaligen Zeit sehr gut.


Pünktlich zum Thomas-Mann-Jahr (150. Geburtstag) ein einfühlsamer Roman mit zahlreichen Bezügen zum Werk der Brüder Mann, der neben weiteren Neuerscheinungen zum Jubiläum gerne angeboten werden kann. 

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:  Wolfgang Vetter


Preisgeb.: 25,00 €
Erscheinungsjahr2024
VerlagPiper
Originalsprachedeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl541 Seiten
ISBN978-3-492-07279-3
SignaturSL
SchlagworteMann, Thomas