Über allen Bergen
Ein jüdischer Junge taucht 1943 in den französischen Alpen unter.
Vallorcine ist ein ideales Versteck für den 12-jährigen Juden Vadim aus Paris. Es liegt zwar nicht weit von Chamonix an der Grenze zur Schweiz, ist aber im langen Winter wegen der Schneemengen und Lawinen schlecht erreichbar. Seine Eltern wollen ihn vor den deutschen Besatzern retten. Unter dem falschen Namen Vincent erlebt er bei einer Bergbauernfamilie die Jahreszeiten in einer Landschaft, die sein Asthma heilt, ihm aber trotzdem den Atem raubt. Er integriert sich in die fremde Lebenswelt, in der auch die Kinder ihren Teil zur landwirtschaftlichen Arbeit beitragen. Goby, die für ihr Werk "Kinderzimmer" (dt. 2017) den Preis des französischen Büchereiverbands erhielt, ist ein herausragender, sehr gut recherchierter Roman gelungen. Er besticht inhaltlich und sprachlich durch seine unaffektierte Natürlichkeit. Die Autorin zeigt ein großes Einfühlungsvermögen für die Protagonisten und deren Beziehungen untereinander und zur Hochgebirgslandschaft.
Eine gelungene Kombination aus historischem, Natur- und Coming-of-Age-Roman für eine breite Zielgruppe. Gerade auch für Krankenhausbüchereien gut denkbar.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Tobias Behnen
| Preis | geb.: 22,99 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | List |
| Originalsprache | französisch |
| Übersetzer:in | Marlene Frucht |
| Seitenzahl | 343 Seiten |
| ISBN | 978-3-471-36069-9 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Kindheit / Zweiter Weltkrieg / Frankreich / Alpen |