Wir Königinnen
Zwei ungleiche Frauen und 26 trächtige Kühe unter unmenschlichen Bedingungen auf dem Weg in die Türkei.
Die namenlose Protagonistin lebt den Traum vom radikalen Ausbruch aus einem allzu bequemen Leben. Auf einer Wanderung in den menschenleeren italienischen Alpen trifft sie Anna, die als LKW-Fahrerin eine Herde trächtiger Kühe in die Türkei fährt, und schließt sich ihr an. Es folgt ein Roadtrip in sommerlicher Hitze durch Südosteuropa, auf dem die beiden Frauen für die Kühe sorgen müssen und sich im Guten wie im Schlechten näher kommen.
Es macht leider wenig Spaß, die Depressivität der Protagonistin, aus deren Perspektive erzählt wird, auszuhalten. Davon abgesehen, ist der Roman eine spannende Erzählung über Sinnsuche, Arbeit, Ausbeutung von Mensch und Tier, sowie die (Un-)Möglichkeit, einander über die Grenzen von Sprache, Lebensmodellen und Klassenunterschieden hinweg zu verstehen. Der Stil ist lyrisch und roh, gelegentlich zu gewollt literarisch. Für die Dialoge sind Englischkenntnisse erforderlich.
Für Bildungsbürger*innen mit Interesse für osteuropäische Trucker, frustrierte Sinnsuchende, Mitglieder der transnationalen Arbeitendenbewegung – und alle, die das werden wollen.
Bewertung: 2/3
Rezension von: Anna Hofmann
| Preis | geb.: 18,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Berlin Verl. |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 219 Seiten |
| ISBN | 978-3-8270-1528-0 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Frauenbeziehung / Tierrechte / Sinnsuche |