Yesteryear
Caro Claire Burke liefert eine grandiose Prämisse, seziert unnachgiebig die Gesellschaft – und hat dabei ordentlich Biss.
Natalie ist mit Tradwife-Content berühmt geworden. Online porträtiert sie die perfekte Haus-, Ehefrau und Mutter – und macht damit ordentlich Geld. Sie postet Rezepte für Sauerteigbrot, zeigt die Farm in Idaho und ihre Kinder, die in Leinen gekleidet über Wiesen hüpfen. Was die Kameras nicht einfangen, sind die Pestizide, die Gastarbeiter*innen, der „dämliche Ehemann“ und die Küchengeräte, die hinter Schranktüren versteckt sind. Dann wacht Natalie eines Morgens auf und ist in der Vergangenheit gelandet. Zum Glück ist es eine Herausforderung, Mitleid mit ihr zu empfinden – so unsympathisch, wie die Protagonistin ist, liest man gebannt und mit einer Prise Schadenfreude von den Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. Übersetzt von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn changiert der Roman zwischen Satire und Thriller, zeigt sich enttäuschend diplomatisch an entscheidenden Stellen – und ist dennoch ein großes Lesevergnügen. Die Filmrechte sind längst verkauft – neben den beinahe garantierten Jahresbestsellerlisten wird „Yesteryear“ also auch bald im Kino Furore machen.
Leseclub
Bewertung: 3/3
Rezension von: Mara Becker
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Heyne |
| Originalsprache | Englisch |
| Übersetzer:in | Dietlind Falk u. Lisa Kögeböhn |
| Seitenzahl | 463 Seiten |
| ISBN | 978-3-453-27535-5 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Satire / Social Media / Gesellschaft |