Alleinruhelage

Eva Menasse

Eine Österreicherin in der ostdeutschen Provinz ringt mit dem Verkauf ihres einstigen Familienidylls.

„Haus, ich verkaufe dich. Dieser Satz rahmt Eva Menasses neuen Roman „Alleinruhelage“, der die Beziehung eines Wochenendhauses zu seiner Bewohnerin über Jahrzehnte schildert und schließlich auch den Prozess des Ausräumens und Abschiednehmens beleuchtet. In ihren ambitionierten 30ern ersteht die österreichische Erzählerin das Haus in der ostdeutschen Provinz, da waren Immobilienanzeigen im Internet noch etwas aufregend Neues und ein Haus in „Alleinruhelage“, ein österreichisches Wort übrigens, sowieso.
Das Haus wird zum Spiegel des eigenen Lebens. In der Aufbruchzeit der neuen Liebe, in der die Erzählerin ganze Tage hindurch küssend mit ihrem „Habibi“ verbringt, wird es mit viel Energie und Innovationsgeist gestaltet, zu einer Gegenwelt, einem Paradies auf Erden für die Kinder, sofern es das in der ostdeutschen Provinz, dieser „migrationsfreien und folglich migrationsfeindlichen Gegend“, sein kann. Denn schnell stoßen die Erzählerin und ihr Partner auf die Wunden, die die Wendezeit hinterlassen hat.
Der assoziative Stil aus Erinnerungen, Anekdoten, Biografischem und Erdachtem, aus Reflexionen und zugespitzten Dialogen sowie menassischer Sprachakrobatik braucht wache Leser:innen, bereitet dann aber wahre Lesefreude.


Eine großartige, quirlige Geschichte über Orte, die uns zur Heimat werden, die Zwischenbilanz eines Lebens, Altern und den Aufbruch aus der „Alleinruhelage“.

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   Marie Varela


Preisgeb.: 23,00 €
Erscheinungsjahr2026
VerlagKiepenheuer & Witsch
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl213 Seiten
ISBN978-3-462-80221-4
SignaturSL
SchlagworteHeimat / Aufbruch / Wendezeit / Lebensbilanz