Als meine Welt zerbrach
Bewegender Erfahrungsbericht über das Leben nach einem Schicksalsschlag.
„Warum ich?“ fragt Hanif Kureishi in seinem autobiografischen Buch einen Freund. Es scheint die zentrale Frage des Autors zu sein, der durch einen Sturz schwer verletzt und Hals abwärts gelähmt wurde und nun dazu gezwungen ist, ein neues Leben zu beginnen. „Warum denn nicht du?“, erwidert der Freund. „Wieso denkst du, dass es ausgerechnet dich nicht treffen sollte?“ Es ist eine beispielhafte Szene des britischen Erfolgsautors („Buddha aus der Vorstadt“), der in seinen Tagebucheinträgen nie bei naheliegenden Fragen und Klischees stehenbleibt, sondern innerhalb weniger Sätze Perspektivwechsel und überraschende Einsichten eröffnet.
Die Beschreibungen seines Zustands in den italienischen Krankenhäusern kurz nach seinem Unfall sind schonungslos; die Schilderung seiner emotionalen Hochs und Tiefs sind so packend wie erschütternd. Um Mitleid geht es ihm jedoch nie. Stattdessen nimmt Kureishi seine Leserinnen und Leser mit auf den Weg, der dort beginnt, wo sein gewohntes Leben aufgehört hat zu existieren, und in dessen Verlauf man selbst neu über das Leben, die Welt und die Liebe nachzudenken beginnt.
Aus einer persönlichen Leidensgeschichte wird so mitreißendes Buch darüber, was es bedeutet, als gesunder Mensch in einem kranken Körper zu leben.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Sven Bigl
| Preis | geb.: 25,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Luchterhand |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 285 Seiten |
| ISBN | 978-3-630-87816-4 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Krankheit / Schicksal |