Blinde Geister
Eine außergwöhnliche Familiengeschichte über die Nachkriegsgeneration, vererbte Traumata und Sprachlosigkeit.
Olivia wächst gemeinsam mit ihrer Schwester Martha in den 50er Jahren auf. Der Krieg ist vorbei und lebt doch in vielen kleinen Momenten ihrer Kindheit weiter. Wenn zum Beispiel die Eltern die Lebensmittelvorräte überprüfen, Nächte im Keller vebracht werden oder der Lehrer die Kinder im Sportunterricht durch selbstgebaute Schützengräben kriechen lässt. Was an vielen Stellen spielerisch daherkommt, prägt Olivias Leben mehr als sie annimmt. In ihrer Erinnerung ist die Zeit im Keller Familienzeit und nicht die stille Angst der Eltern, die Sprachlosigkeit und die Furcht vor dem nächsten Krieg. Erst ihr eigenes Kind, die Suche nach einem Haus mit Keller und ausgedehnete Aufenthalte in einer psychatrischen Einrichtung, zeigen Olivia ihr geerbtes Trauma. Durch eine Ausbildung als Krankenpflegerin findet sie Wege, ihr Schweigen durch die Berührung mit Tod und Schmerz in Sprachfähigkeit umzuwandeln. Blinde Geister der Vergangenheit verfolgen die Familienmitglieder auf unterschiedliche Weise, begleiten sie durch die Zeit und bei ihren Versuchen, sich davon zu befreien.
Ein poetischer eindrücklicher und nachklingender Roman über eine Familiengeschichte und Kriegstraumata.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Susanne Hartmaier
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | C. H. Beck |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 190 Seiten |
| ISBN | 978-3-406-83704-3 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Familie / Generationen / Krieg / Trauma |