Bruder, wenn wir nicht Family sind, wer dann
Ein Debüt wie ein Fiebertraum, wie ein nie aufhörender Rutsch bergab. Unbedingte Leseempfehlung.
Ivor und seine Freunde ticken auf den Straßen Oslos. Sie enttäuschen ihre Familien, schlucken Pillen, schnupfen Lines und rauchen Hasch. Sie kauen Snus, norwegischen Kautabak, während sie darauf warten, ihre Urinprobe beim Amt abzugeben, die Polizisten, die sie nachts aufgabeln und sie nach der jüngsten Prügelei fragen, kennen sie beim Namen. Sie essen Waffeln mit ihrer Oma, schlafen schlecht, lieben einander bedingungslos. Oliver Lovrenski ist 20 Jahre alt, als er sein literarisches Debüt vorlegt. Er hat es teilweise am Handy geschrieben –Miniaturen, die das Leben und den Niedergang einer Osloer Jugendgang erzählen. Poetisch, klug, kitschig, manchmal so real, dass man das Buch kurz weglegen muss: Dieser Roman ist unangenehm nah, dicht und kraftvoll. Ein Stück Gegenwartsliteratur, das wegweisend sein könnte.
Gegenwartsliteratur aus Norwegen.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Mara Becker
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Hanser Berlin |
| Originalsprache | norwegisch |
| Übersetzer:in | Karoline Hippe |
| Seitenzahl | 182 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28160-8 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Norwegen / Gegenwartsliteratur / Übersetzung / Jugend |