Das Lieben danach
Von sexuellem Missbrauch und seinen Langzeitfolgen.
„Die Geschichte erschien mir viele Jahre lang völlig unerheblich.“ So lakonisch erzählt die Autorin von einer Erfahrung, die sie mit vielen Frauen und Männern teilt und die ihr Liebesleben prägt. Als Kind wurde sie von einem Lehrer missbraucht, durchlebte Schuldgefühle und Scham und reagierte schließlich mit Verdrängung. Als Erwachsene probiert sie vieles aus, schläft mit Männern und Frauen und empfindet doch wenig dabei. Dennoch wagt sie es weiter zu lieben, trotz der Möglichkeit, dabei verletzt zu werden. Als sie nach Jahren vergeblicher Liebesversuche beginnt, ihr Alleinsein zu akzeptieren, geschieht etwas Unerwartetes: Sie erlebt eine nie gekannte Selbstakzeptanz und Lebensfreude. Erschütternd ehrlich rührt Helene Bracht an einem Tabu und berichtet aus ihrer Erfahrung, wie ein unverarbeiteter Missbrauch in der Kindheit Liebe und Sexualität im Erwachsenenleben beeinflussen kann. Dabei stellt sie ihre Erfahrungen in den größeren Kontext der Erkenntnisse, die in der Psychologie zu diesem Thema gewonnen wurden.
Das Buch hat mich tief berührt, weil die Autorin nicht bei ihrem Schmerz stehenbleibt, sondern am Schluss alle Betroffenen ermutigt, sich mit sich selbst und ihrem Leben zu versöhnen. Absolut lesenswert!
Bewertung: 3/3
Rezension von: Claudia Puschmann
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Hanser |
| Originalsprache | deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 191 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28291-9 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Frauen / Missbrauch |