Der Junge im Taxi

Sylvain Prudhomme

Simon macht sich auf die Suche nach dem verstoßenen Sohn des Großvaters.

Sylvain Prudhomme nimmt sich in seinem neusten Roman dem Thema "Besatzungskinder" an. Alliierte Soldaten zeugten nach dem Ende des 2. Weltkrieges hunderttausende Babys mit deutschen Frauen - mit und ohne Gewalt. Anders als andere Nationen hat Frankreich diese als „Les Enfants d’État“ angesehen und versucht sie systematisch zu erfassen und zu selektieren. Dies spielt im Roman allerdings keine Rolle. Vielmehr geht es um die generationsübergreifenden Auswirkungen einer kurzen und intensiven Liebesbeziehung zwischen einer jungen Deutschen und einem französischen Soldaten. Aus der Perspektive von Simon, einem Schriftsteller und Ich-Erzähler im Roman, werden die Ereignisse schrittweise rekonstruiert und ein gut gehütetes Familiengeheimnis über einen aus der Beziehung entstandenen und verstoßenen Sohn erzählt. Prudhomme ist ein großer Erzähler und nimmt den Lesenden mit viel Einfühlungsvermögen mit auf eine Reise der Wiedergutmachung. Dabei muss sich Simon auch dem Scheitern seiner eigenen Beziehung stellen. Leider ist das Buchcover irreführend und wird dem Roman nicht gerecht. 


Roman zu einem wenig thematisierten Kapitel der deutsch-französischen Geschichte.

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Christoph Hoewekamp


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagUnionsverl.
OriginalspracheFranzösisch
Übersetzer:inClaudia Kalscheuer
Seitenzahl182 Seiten
ISBN978-3-293-00632-4
SignaturSL
SchlagworteFamilie / Besatzungskinder / Scheidung