Der letzte Sommer der Tauben
Roman über eine Gesellschaft, in der selbst ernannte Sittenwächter den Alltag immer mehr kontrollieren.
Tauben: Botschaftenbringer, frei und doch gebunden, treu und doch eigensinnig. Sie werden in Abbas Khiders neuem Roman zum Sinnbild für diejenigen, die sie züchten. Der vierzehnjährige Noah züchtet Tauben und das Land, in dem er lebt, verändert sich. Freiheitsrechte werden Stück für Stück immer weiter eingeschränkt im Namen des Kalifats. Wer rebelliert, muss Repressionen fürchten. Es geht längst nicht mehr nur um die eigene Unversehrtheit, vielmehr geht es auch um das Wohl von Familie und Freunden und die Aufrechterhaltung der Menschenwürde. Abbas Khider versteht es, das elementare Thema freiheitlichen Lebens und seiner Abwesenheit in perfekt portionierten Kurzkapiteln zu servieren, mit viel Tiefgang und doch gut verdaulich, sprachlich präzise und doch poetisch. Seine Figuren sind realistisch gezeichnet, seinem Ich-Erzähler folgt man gern, sieht die Welt durch seine Augen und zittert mit ihm um seine Zukunft und die der Tauben. Eine lebendige Warnung vor Autokratien aller Arten.
Für Fans gesellschaftlich relevanter Romane und überhaupt für alle Büchereien empfehlenswert.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Marcel Lorenz
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Hanser |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 214 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28222-3 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Herrschaft / Gesellschaft / Unterdrückung / Freiheit |